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Buchcover für Die Teufelsflöte von Tokio

Die Teufelsflöte von Tokio

mit Ursula Gräfe (Übersetzer*in)

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Erscheinungstermin 06.10.2026 | Archivierungsdatum N/A


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Zum Inhalt

»Die teuflisch verwobene Handlung ist meisterhaft.« The New York Times

Inmitten der Trümmer des Nachkriegs-Tokio trauert die einst adelige Familie Tsubaki: Der alte Vicomte Tsubaki, ein grüblerischer Komponist, wurde tot aufgefunden. Als sich die Familie versammelt, um den Geist ihres verstorbenen Patriarchen zu beschwören, schlägt das Schicksal erneut zu. Der brillante Kosuke Kindaichi soll den Fall untersuchen. Doch bevor er die Wahrheit herausfinden kann, muss Kindaichi erst die Geheimnisse der Tsubakis aufdecken, und währenddessen gehen die grausamen Morde weiter ...


»Klassisch, spannend, ein Muss für alle Krimi-Fans à la Agatha Christie!« Hamburger Abendblatt

»Der Autor Seishi Yokomizo wird als ›Japans Antwort auf Agatha Christie‹ gefeiert. Zu Recht ...« Gala


»Die teuflisch verwobene Handlung ist meisterhaft.« The New York Times

Inmitten der Trümmer des Nachkriegs-Tokio trauert die einst adelige Familie Tsubaki: Der alte Vicomte Tsubaki, ein grüblerischer...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE E-Book
ISBN 9783841241498
PREIS 14,99 € (EUR)
SEITEN 368

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Eine Melodie, bei der mir nicht ganz wohl war

Musik spielt in meinem Leben schon lange eine Rolle, auch wenn bei mir eher die Trompete als die Flöte dazugehört. Vielleicht hat mich deshalb schon die Vorstellung einer geheimnisvollen Komposition angesprochen, die wie ein dunkler Faden durch einen Kriminalfall führt. Hier bekommt Musik etwas Bedrohliches und das funktioniert erstaunlich gut.
Mindestens genauso faszinierend fand ich aber das Tokio der Nachkriegszeit. Die Stadt liegt in Trümmern, alte gesellschaftliche Strukturen brechen auseinander, und mittendrin versucht eine ehemals adlige Familie, an ihrer Welt festzuhalten. Schon dadurch liegt über der Geschichte eine eigenartige, bedrückende Stimmung. Dann kommt diese Familie zu einer Séance zusammen, um den Geist des Verstorbenen zu beschwören. Spätestens hier war ich endgültig drin. Familiengeheimnisse, alte Schuld, rätselhafte Verbindungen und schließlich ein Mord nach dem anderen. Kosuke Kindaichi gefällt mir gerade deshalb, weil er sich durch dieses Geflecht nicht beeindrucken lässt. Ich musste beim Lesen allerdings aufmerksam bleiben. Die vielen Personen und Beziehungen machen die Handlung nicht gerade einfach. Zwischendurch war ich mir sicher, etwas durchschaut zu haben, nur um wenig später festzustellen, dass ich wieder einmal auf der falschen Spur war. Besonders reizvoll finde ich diese Verbindung aus klassischem Rätselkrimi und einer für mich fremden historischen und kulturellen Welt. Dadurch ist es mehr als nur die Suche nach einem Mörder. Ein ungewöhnlicher, ziemlich verschachtelter Krimi, der Konzentration verlangt. Und eine Flötenmelodie, die ich nach dieser Geschichte wahrscheinlich lieber nicht bei einer nächtlichen Séance hören möchte.

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Seishi Yokomizo führt uns ins Japan des Jahrs 1947, in dem die Zerstörungen des Zeiten Weltkriegs nicht zu übersehen waren. Es ist das Jahr der Verfassungsreform, der Entmilitarisierung und umfassenden Wahlen. In einem ehemals feudalen Anwesen wird der rund 40-jährige Ex-Vicomte Hidesuko Tsubaki tot aufgefunden. Status und Adelstitel waren abgeschafft, von den Nachbaranwesen sind nur Trümmer übrig geblieben, die Aristokratie steht am Beginn ihres Niedergangs.

Da ein Closed-Room-Mord nicht vorstellbar scheint, geht man zunächst von Selbstmord aus. Als Zweifel aufkommen, ob der Tote überhaupt der Flötist ist, beauftragt seine Tochter Mineko den Detektiv Kosuke Kindaichi mit dem Fall. Er reist wie gewohnt mit der Bahn an und erhält Unterstützung vom jungen Berufsanfänger Degawa und seinem altgedienten Ex-Kollegen Isokawa. Eine spiritistische Sitzung scheint zunächst neue Rätsel aufzugeben. Kindaichi wird herausgefordert von einem unheimlichen Flöten-Solo, verschwundenen Statuetten, einer europäischen Schreibmaschine, einem ausländischen Roman-Klassiker und Schauplätzen in Gewächshaus und Luftschutzbunker. Mit jedem Schritt, den die Ermittler vollziehen, tauchen neue Verbindungen und neue Personen auf. Ein Überfall auf einen Juwelierladen hatte kurz zuvor in grausamer Weise mehrere Angestellte das Leben gekostet; ein Todesfall auf einer Insel in Sichtweite des Anwesens scheint vom Fall Tsubaki fortzuführen.

Nach dem klassischen Ideal adliger Familien haben die Tsubakis u. a. Tamamushi, den verarmten Onkel der Hausherrin unter ihrem Dach aufgenommen. Die für die Nachkriegszeit nötige Lebenstüchtigkeit scheint dem Grundbesitzerpaar jedoch völlig fremd zu sein, wenn man dem Urteil anderer Glauben schenken will. Dem Familienoberhaupt wird nachgesagt, als Flötist und Liebhaber exotischer Pflanzen wäre er zu schwach für seine Aufgabe; seine Frau Akiko wird als labil an der Grenze zur psychischen Erkrankung etikettiert. Mutter und Tochter scheinen ohne männliche Anleitung schwache, zum Untergang bestimmte Wesen zu sein. Da weder die Kernfamilie noch die untergeschlüpften Verwandten zur Führung und Finanzierung des Haushalts beitragen, fragt man sich, wer den Clan zukünftig anführen und finanzieren wird. Traditionell würde eine Familie in dieser Situation Ausschau nach einem tatkräftigen Verwalter halten und ihn adoptieren. Mit fortschreitender Handlung wirkt das Haus Tsubaki unfähig, Probleme der Gegenwart auf traditionellen Wegen zu lösen.

Die Erzählerstimme des Autors, der Dokumente ordnet und analysiert, befeuert das Unbehagen bei Yokomizos Leser:innen, indem er äußerst unangenehme Figuren ins Spiel bringt und zukünftige Ereignisse dräuen lässt.

Fazit
Mehrere Gewalttaten, drei miteinander verknüpften Familien, zahlreiche Nebenfiguren, Schauplätze und Dokumente fügen sich in „Die Teufelsflöte von Tokio“ zu einem herausfordernden Ermittlerkrimi. Wie im Cluedo-Spiel stehen Raum, Werkzeug und gesellschaftliche Rolle der Verdächtigen im Mittelpunkt. Kindaichi glänzt wieder einmal mit seinem Talent zur Zeugenvernehmung, indem er harmlos wie bescheiden auftritt. Aktuell schiebt er den jungen Kollegen Degawa vor, für dessen Erfolg und Karriere die (weiblichen) Zeugen doch bitte besonders genau berichten sollen. Interessanter als die Analyse der Erzählerfigur von Motiven und Beziehungen fand ich den historischen Hintergrund des Niedergangs der japanischen Aristokratie, aber auch die Darstellungen der Männer- und Frauenrollen. Nach der endgültigen Zerschlagung des Feudalismus könnten die Tsubakis stellvertretend für ein Land stehen, das sich erst darauf besinnen muss, wer Staat und Wirtschaft zukünftig führen wird.

Serieninfo: Originalausgabe 1947
deutsch: Band 6 von 77, Büchertreff zählt es als Band 9, goodreads zählt abweichend

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In Tokio im Jahre 1947 nimmt sich der sensible Flötenkomponist Vicomte Tsubaki das Leben und eine Reihe grausiger Ereignisse werden dadurch in Gang gesetzt. Der schrullige Detektiv Kosuke Kindaichi wird zu den Ermittlungen hinzugerufen und muss die dunklen Geheimnisse der Familie Tsubaki lüften.

Der mittlerweile 6. Band der Reihe ist wie ich finde auch einer der Besten und ich habe alle mit Begeisterung gelesen. Das Japan der Nachkriegszeit ist unheimlich interessant. Die Bombenanschläge auf Tokio, die Abschaffung des alten Adels und das vorsichtige Vorstoßen der modernen Welt beschreibt der Autor sehr unterhaltsam.

Vielleicht sind die vielen japanischen Namen für manche etwas verwirrend, aber es gibt ein vollständiges Personenregister am Anfang und die Charaktere sind so beschrieben, dass man sie gut auseinanderhalten kann.

Absolute Leseempfehlung von mir!

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