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In tiefen Lagen
Roman
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Erscheinungstermin 15.01.2027 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Bitte nicht vor dem 15.1.2027 besprechen
»Ich bin hingerissen von diesem Roman, der schön und schmerzhaft zugleich ist, ernsthaft und wahrhaftig und auch ein bisschen gnadenlos.« Martina Hefter
Auf der Insel Krk leben die Menschen mit dem Wind, der See und dem Gestein. Doch die Einheit aus Natur und Lebensweise der Menschen ist im Verschwinden begriffen, und die Gegenwart droht zu verschütten, was tief im Karst verborgen liegt. Kunstvoll und atmosphärisch verwebt Patrick Holzapfel die Geschichten eines Grabräubers, eines Soldaten und einer Naturschützerin zu einem großen Roman über das Verhältnis von Mensch und Natur und die Bruchstellen europäischer Geschichte.
Von drei Leben erzählt dieser Roman: Elis aus Ibbenbüren hat es auf die Insel Krk verschlagen. Der ehemalige Bergmann verdingt sich als Grabräuber und sucht im gleißend hellen Karstgestein nach einem toten deutschen Soldaten. Friedrich ist Geologe und in den Vierzigerjahren auf der Insel stationiert. Auf Geheiß der NS-Führung soll er wertvolles Gestein aus dem bröseligen Kalk fördern. Ana stammt von der Insel. Die Frauen ihrer Familie wissen seit Generationen, was in den Höhlen im Karst begraben liegt. Doch das Auflösen ihrer Familienbande kann die Naturschützerin ebenso wenig verhindern wie das Verschwinden der majestätischen Gänsegeier. Patrick Holzapfel verbindet die Leben von Elis, Friedrich und Ana mit der eindrucksvollen Natur der Insel. Dabei legt er tief im Gestein ein Stück deutscher Geschichte frei und erzählt von den Herausforderungen unserer Gegenwart. » In tiefen Lagen« ist ein poetischer Roman über das Verlieren und das Bewahren.
»Ein berührender und für diese unsere Zeiten so dringend nötiger Roman. Patrick Holzapfels Figuren finden den Lichtrest, der uns inmitten von Hoffnungen und Verlusten an das Wesentliche erinnert.« Iris Wolff
Bitte nicht vor dem 15.1.2027 besprechen
»Ich bin hingerissen von diesem Roman, der schön und schmerzhaft zugleich ist, ernsthaft und wahrhaftig und auch ein bisschen gnadenlos.«...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783608967401 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
| SEITEN | 240 |
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Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 11 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Poetisch, ruhig und eindringlich
Es ist schon mal kein Roman, den man einfach schnell wegliest. Die Geschichte hat eine ganz besondere, ruhige Atmosphäre und nimmt sich Zeit für ihre Figuren und die Landschaft der Insel Krk. Besonders beeindruckt hat mich, wie eng Natur, Vergangenheit und die Geschichten der Menschen miteinander verbunden werden. Manche Passagen sind wunderschön und gleichzeitig sehr melancholisch. Ich musste mich zwar ein wenig auf die ungewöhnliche Erzählweise einlassen, aber gerade dadurch hat der Roman bei mir nachhaltig nachgewirkt. Eine anspruchsvolle und poetische Geschichte über Verlust, Erinnerung und die Frage, was wir bewahren können.
Auf der kroatischen Insel Krk kreuzen sich die Wege des deutschen Bergmanns Elis, dessen Zeche in Ibbenbüren vor kurzem stillgelegt wurde, der betagten Vogelkundlerin Ana, die von der Insel stammt und dolmetscht, und des deutschen Wehrmachtssoldaten Friedrich, der – vom Autor imaginiert - hier am Ende des Zeiten Weltkriegs in Gefangenschaft geraten sein und seitdem vermisst wird. Elis arbeitet für einen Auftraggeber „Johannes“ als Grabräuber von militärischen Relikten, zu denen sein Boss offenbar regelmäßig von Tipp-Gebern die GPS-Koordinaten erhält. Man könnte sich fragen, ob der Boss den Gewinn abschöpft und Elis allein das Risiko trägt, im Karst zu verunglücken und nicht gefunden zu werden. Damit würde er das Schicksal der vermissten Gefangenen wiederholen. Elis und Friedrich verbindet ihre berufliche Beziehung zur Welt der Kalkstein-Höhlen und Dolinen, Friedrich hat rund 40 Jahre zuvor vor seiner Einberufung Mineralogie studiert und lernte hier, als Fachmann die Insel auch strategisch zu bewerten. Anas Bruder Danijel hat als Industrietaucher beim Bau der LNG-Pipeline gearbeitet. Anas Thema sind, beruflich und persönlich, die Gänsegeier der Insel, an denen sich der Niedergang des Ökosystems Karstgebirge zeigt. Werden weniger Schafe gehalten, wandern zugleich Kojoten als Nahrungskonkurrenten um Tierkadaver zu und werden Wälder für Bauland gerodet, nimmt die Geierpopulation ab.
Die Welt der drei Figuren aus zwei Epochen ist untergegangen. Ana wandert ein letztes Mal zur Hütte ihrer Großeltern, die samt dem Waldstück gerade verkauft wurde, aus dem die Familie ihr Brennholz holte. Damit schließt sich an der Jahrhunderteiche speziell für Ana ein Kreis, mit dem Patrick Holzapfel ein lebendiges Bild einer Insel geschaffen hat, die jahrhundertelang zu Venedig gehörte und 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt wurde. Während der Bergmann und der Mineraloge wenig von sich preisgeben können, hat Ana die Familiengeschichte samt den Legenden der Region parat, mit denen sie aufgewachsen ist. Ana konnte mich deshalb berühren, weil sie Standpunkte hatte, aus denen sie Konsequenzen zog, und weil ich ihr über eine lange Zeitspanne bis ins hohe Alter folgen konnte.
Eigentlich werden hier drei Geschichten erzählt, die alle auf der Insel Krk spielen und sich mit dem Thema Naturschutz, Artensterben und Krieg beschäftigen. Drei Lebensgeschichten, die eines Grabräubers, eines Soldaten und einer Naturschützerin werden miteinander verwebt und zeigen dabei den Wandel, den die Insel erlebt. Das Besondere für mich war, dass es in jeder Geschichte einen Punkt gab, der für mich völlig überraschend war und der mich sehr berührt hat. Mich hat dieses Buch sehr berührt und auch sehr nachdenklich gemacht.
Claudia E, Rezensent*in
"In tiefen Lagen" hat mich aus mehreren Gründen angesprochen. Einer ist aber sicherlich das Cover. Der Geier spielt auch eine Rolle in dieser Geschichte, die zu großen Teilen auf der Insel Krk abläuft. Außerdem fand ich es sehr spannend, dass einer der Hauptprotagonisten nach alten Artefakten aus dem Krieg sucht und diese dann zu Geld gemacht werden. Eine ungewöhnliche Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Die Story ist sehr ruhig und der Autor lässt sich Zeit mit der Charakterzeichnung aber auch mit der Beschreibung von Krk und seiner Fauna und Flora und seinen Bewohnern. Die Sprache ist anspruchsvoll und eindringlich und Melancholie zieht sich durch den Plot. Es ist ein relativ dünnes Buch welches durch Nachdenklichkeit besticht und weniger durch Action.
Inge H, Rezensent*in
Die Insel Krk
Hat in seinem Roman „In tiefen Lagen“
einen etwas eigenwillig Stil.
Er lässt die Geschichte von drei Personen nacheinander erzählen, die irgendwie am Ende verwoben werden.
Der Roman spielt auf der kroatischen Insel Krk.
Erst kommt Elis zu Wort, der nachdem das Bergwerk geschlossen wurde als Grabräuber arbeitete. Er bekam Koordinaten und suchte dann nach Leichen. Ganz schön krude.
Dann geht es zurück zu dem Soldaten Friedrich.
Am Schluss ist die Umweltschützerin Anna dran. Sie kämpft dagegen, das her Ferienhäuser gebaut werden.
Nebenbei kommen auch Tote vor.
Die Natur der Insel wird schön beschrieben.
Buchhändler*in 516281
Angesprochen von dem ausdrucksstarken Cover des Buchs, dem Gänsegeier, war ich dann auch vom Inhalt des Buchs gefesselt.
Drei Schicksale treffen sich auf der Insel Krk. Ana, die dort aufgewachsen ist, Elis, ein Grabräuber aus Deutschland und Friedrich, ein Geologe, der für die NS Führung arbeitet.
Alle drei Leben sind verbunden, ein eindrucksvoller, eindringlicher Roman mit schönen Beschreibungen der Flora und Fauna auf Krk. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt.
Maria H, Rezensent*in
"In tiefen Lagen" ist ein anderes Buch als ich erwartet habe. Der Autor Patrick Holzapfel hat eigentlich drei Geschichten erzählt. Alle spielen auf der Insel Krk und haben als Thema den Naturschutz, das Artensterben und den Krieg. Die erste Geschichte handelt von einem Grabräuber aus Ibbenbüren, die zweite Geschichte ist die eines Soldaten und die dritte Geschichte ist die einer Naturschützerin. Die Erzählweise hat mir sehr gut gefallen und auch die Beschreibungen der Insel und das Klima dort. Dies ist kein Buch, was man so nebenbei liest und dann vergisst. Das Buch bietet viel Potential zum Nachdenken.
Buchhändler*in 406819
Ich liebe die Insel Krk. Die Landschaft und Natur sind super beschrieben, Patrick Holzapfel findet genau die richtigen Worte. Die beschriebenen Schattenseiten, Umweltzerstörung, Übertourismus, Ausbeutung der Natur und andere wichtige Themen werden mir leider künftige Urlaube dort ziemlich überschatten. Auch wäre ich weiterhin lieber ahnungslos ohne Angst vor der Hornviper gewandert. Was man weiß, weiß man.
Florian R, Journalist*in
Was Gänse- und Beutegeier miteinander zu tun haben? Diese, zugegebenermaßen, etwas platt konstruierte Frage beantwortet der Augsburger Filmkritiker und Autor Patrick Holzapfel in seinem "Hermelin auf Bänken"-Nachfolger, der drei miteinander verwobene Geschichten enthält, die sich auf der Insel Krk, Schauplatz u.a. der Netflix-Serie "The Witcher", vor Dalmatien zu unterschiedlichen Zeiten abspielen. In der ersten wandert ein Grabräuber über die schroffen Felsen an der Küste, um liegengebliebene Militaria aufzuspüren, die laut seinem Kontaktmann dort zu finden sind. Ein schönes Nebengeschäft für Elis aus Westfalen, der gelernter Bergmann ist. Bei seiner Suche wird er von Einheimischen gestört, die besagte Raubvögel beobachten und ein vermisstes Junges suchen. Notgedrungen schließt Elis sich den jungen Leuten an, um sein eigentliches Ansinnen nicht preisgeben zu müssen. Holzapfel schreibt eine sehr minimalistische Prosa, rau und karg wie die Landschaft, auf der seine Figuren wandeln. Es geht um Natur, den Menschen und das Verhältnis bzw, die Entfremdung von Mutter Erde, schön abzulesen an einem Inselbewohner, der Zeit seines Lebens nie anderswo hinwollte, weil er auf seiner Insel alles hat, was ihn glücklich macht. Was für eine schöne Erkenntnis. Denn ist es nicht genau das, wonach wir uns alle sehnen? Zufrieden sein mit dem Hier und Jetzt, ein Zustand, den manche bestenfalls noch im Urlaub erreichen, und Einige noch nicht mal dort...
Rezensent*in 1981435
In tiefen Lagen
von Patrick Holzapfel
Für dieses Buch muss man sich Zeit nehmen. Es ist nicht einfach zu lesen. Es ist tiefgründig und gibt reichlich Stoff zum Nachdenken.
Es gibt drei Erzählstränge zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichenProtagonisten.
Die Erzählweise ist sehr atmosphärisch und immer wieder wird der Karst thematisiert, der dort auf der Insel Krk so eine entscheidende Rolle spielt. Schon über Generationen.
Anfangs begegnen wir auf seinem Weg durch den Karst dem Grabräuber Elis, der den Auftrag hat, die leiche eines toten deutschen Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg aufzuspüren. Die Helme zum Beispiel bringen gutes Geld.
Unterwegs schließt Elis sich zwangsläufig einer Gruppe Naturschützer an, die nach einem verschollenen Geierjungen suchen.
Im mittleren Teil begleiten wir den verletzten deutschen Soldaten bis zu seinem Ende, wieder im Karst.
Der letzte Teil erzählt, wie die Bagger kommen, um die Wäldchen zu roden. Dort sollen Hotels gebaut werden. Auf dem Karst.
Über dem ganzen Roman liegt eine melancholische Stimmung , der der Leser nicht entkommen kann.
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