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Buchcover für Freunde von früher

Freunde von früher

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Erscheinungstermin 19.08.2026 | Archivierungsdatum N/A


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Zum Inhalt

Ein hoch amüsanter Roman über die Frage, wie sehr man sich selbst treu bleiben kann und will 

Béla erhält einen überraschenden Anruf: Das Haus an der Zederstraße steht zum Verkauf. Dreißig Jahre ist es her, dass er dort mit Simone, Serdar und Kim in einer WG gewohnt hat. Seither sind sie alle in unterschiedliche Richtungen gegangen. Ist es eine gute Idee, jetzt zu viert das Haus ihrer Aufbruchsjahre zu kaufen? So gesetzt wollte Béla eigentlich gar nie werden. Wenn er nicht in den Spiegel schaut, hält er sich immer noch für jung. Aber wirklich jung ist nur seine Freundin Kaja, die gerade festgestellt hat, dass sie schwanger ist.

Wenn ich heute an unsere WG denke, ist sie ein Kontinent für sich, wir waren die Entdecker, wir bauten eine Hochkultur auf mit eigener Sprache und eigenen Gesetzen, dann führten wir sie in den Untergang. Dass die Zeit an der Zederstraße begrenzt sein würde, wussten wir von Anfang an. Eines Tages wohnen wir alle zusammen in einem großen Haus, sagten wir immer, wenn die Endlichkeit anklopfte. Der gemeinsame Traum war unser Trost.

Als sie fast dreißig Jahre später das Haus ihrer damaligen WG kaufen könnten, weiß Béla nicht, ob die Pläne von damals noch zu dem Mann passen, der er heute ist. Die Freunde von früher sind erwachsen geworden. Damit hat niemand gerechnet.

In unglaublich lustigen, selbstironischen und entlarvenden Szenen entwirft Micha Lewinsky das Porträt einer urbanen, leicht erschöpften Generation.

Ein hoch amüsanter Roman über die Frage, wie sehr man sich selbst treu bleiben kann und will 

Béla erhält einen überraschenden Anruf: Das Haus an der Zederstraße steht zum Verkauf...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783257074109
PREIS 25,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

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Durchschnittliche Bewertung von 6 Mitgliedern


Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Mein Hasenherz schlägt schneller

Bela ist ein Mann Anfang Fünfzig und befindet sich mitten im Midlife, also noch keine Krise, aber die Erinnerungen an seine Zeit mit Freunden in der WG sind nostalgisch.
Seine Freundin Katja hat den Vorteil, dass sie jung ist. Und dann auch noch schwanger. Bela weiß nicht genau, wie er das finden soll.
Er ist ein typisch zweifelnder, unsicherer Protagonist, der aber nur wenig an den von Micha Lewinskys ersten Roman „Sobald wir angekommen sind“ erinnert.
In mehreren Passagen geht es in die Vergangenheit, sogar Kindheit. Es wird gezeigt, was Bela geprägt hat.
Das Absurde von dem Buch hat „Freunde von Früher“ nicht. Es ist aber nicht schlecht geschrieben und ich könnte mir den Stoff gut als Fernsehfilm vorstellen.

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Zum Inhalt:
Als Béla erfährt, dass das Haus in der Zederstraße verkauft wird, in dem er damals mit Simone, Serdar und Kim in einer Wohngemeinschaft gelebt hat, geht ihm der Gedanke nicht aus dem Kopf, das Haus mit den anderen gemeinsam zu kaufen. Aber ist das eine gute Idee, nachdem sie alle in andere Richtungen gegangen sind. Will er überhaupt so gesetzt sein?
Meine Meinung:
Tja, in der Erinnerung ist die Vergangenheit vermutlich sehr viel besser als sie wirklich war und kann man die Vergangenheit wirklich wieder beleben? Kommen die damaligen WG-Genossen überhaupt noch miteinander klar? Das war so ein Buch, bei dem man selbst auch ins Grübeln kommt, wie es damals war und wie es wohl wäre, daran nochmal anknüpfen zu wollen. Den Schreibstil fand ich sehr gut und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Das Buch kann ich durchaus empfehlen.
Fazit:
Hat was

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Dieser Roman zeigt wie sich Meinungen und Einstellungen im Laufe der Zeit wandeln können, beeinflusst durch die jeweilige Lebenssituation. Bela und seine WG Genossen, die nie viel von Kapital und Establishment hielten, wollen nun das Haus in dem sich ihre frühere WG befand, kaufen. Es gibt in diesem Haus mehrere Stockwerke und so könnte in jedes der Stockwerke ein WG Bewohner einziehen. Die Theorie ist schön und gut. Die Praxis gestaltet sich nun etwas schwieriger. Sehr unterhaltsam diesem inneren und äußeren Disput zu verfolgen.

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Was aus typischen Zwanzigjährigen wird: «Freunde von früher» von Micha Lewinsky

Béla Tóth ist 50 Jahre alt und lebt in Zürich. Er war einmal ein hoffnungsvoller Dokumentarfilmer und hat acht Jahre lang als Dozent an der Berliner Filmhochschule unterrichtet. Doch an den ersten Erfolg konnte er nie anknüpfen. Zurück in Zürich arbeitet er als Aushilfslehrer und wohnt mit seiner (um einiges jüngeren) Freundin Kaja in einer sanierten Genossenschaftswohnung. Er lebt damit genau das Leben, das er immer vermeiden wollte, als er nach der Schule zusammen mit Freunden an der Zederstrasse eine WG gründete. Damals machten sich Béla und seine Freunde auf, von der WG aus die Welt zu erobern. Jetzt, dreissig Jahre später, treffen sich die Freunde von einst wieder. Denn das Haus an der Zederstrasse steht zum Verkauf. Wäre das nicht die Gelegenheit, die alten Träume wieder zum Leben zu erwecken? Micha Lewinsky erzählt die Geschichte aus der Sicht von Béla. Er erzählt davon, wie der gescheiterte Künstler sich in seinem Scheitern eingerichtet hat und wie er sich an seine Jugend in Zürich erinnert. Herausgekommen ist dabei kein Freundschaftsroman und auch kein nostalgischer Bericht über das Zürich der 90er-Jahre, sondern eine spannende Studie über Zugehörigkeit und Selbsttäuschung. Denn die Hauskauffrage löst bei Béla eine schwierige Frage aus: Bin ich einer von denen geworden, vor denen ich mich gefürchtet habe – und wenn ja: kann ich damit leben?

Gleich auf den ersten Seiten des Romans macht Micha Lewinsky in einer Szene sichtbar, wie bürgerlich Béla Tóth geworden ist und wie peinlich ihm das selbst ist. Am 1. Mai stösst er auf die Nachdemonstration zur Kundgebung. Weil er nicht hinter der Absperrung warten will, gerät er zwischen Polizei und Demonstranten und bekommt eine Ladung Tränengas ab. Er muss seine Personalien angeben und verliert viel Zeit. Am Ende hat sein Fahrrad einen Platten und der Prosecco, der als Gastgeschenk gedacht war, ist im Rucksack zerbrochen. Ein grösserer Kontrast zu seinen Jugendjahren ist kaum denkbar.

«Wenn der Umzug losging, marschierten wir nicht vorne bei den Gewerkschaften, das war uns zu organisiert, auch nicht bei den Kurden oder den Tamil Tigers oder den Tibetern, nicht bei den Roten Falken, nicht beim Schwarzen Block, nicht bei den Maoisten, nein, wir marschierten einfach irgendwo dazwischen, das aber mit Überzeugung. Wenn wir nicht demonstrierten, saßen wir am Küchentisch und redeten. Zumindest ist das heute meine Erinnerung. Abgebrannte Kerzen in Chiantiflaschen, volle Aschenbecher und Buena Vista Social Club in Dauerschleife.» (S. 12)

Jetzt steht er da, ein Fünfzigjähriger mit Fahrradhelm und warmem Prosecco im Rucksack, und sucht nach dem Wort für das, was er heute ist:
«Ich bin Zivilist, will ich sagen, aber Zivilist ist das falsche Wort, das richtige fällt mir jetzt nicht ein.» (S. 10)
Er findet es schliesslich – «Passant!» – und ruft es zu leise, als dass ihn jemand hören würde. Das ist sein Problem: Béla weiss nicht mehr, wer er ist und zu wem er gehört.
«Früher war es einfacher, da gehörte ich einfach dazu und wusste, was ich zu rufen hatte.» (S. 10)
Béla will dazugehören – die Frage ist nur: zu wem?

Auf Einladung von Serdar trifft sich die ganze Wohngemeinschaft zu einem «Dinch» im Garten der Zederstrasse. Alle wundern sich über die Einladung, bis Serdar die Katze aus dem Sack lässt: Das Haus wird verkauft, die Bewohner haben die Kündigung erhalten. Die bisherigen Mieter dürfen vor dem freien Markt ein Angebot abgeben. Serdars Vorschlag: die alten Freunde kaufen das Haus gemeinsam. Gemeinsam könnten sie es sich wohl leisten.

«Ich dachte, wir könnten das Haus vielleicht gemeinsam kaufen. Ich schaue mich um. Wir? Ich wusste gar nicht, dass es uns noch gibt. Ich hatte uns völlig vergessen. Aber da sitzen wir alle zusammen an einem Tisch im Garten. Und ich mittendrin. In letzter Zeit fühle ich mich manchmal ein bisschen verloren in dieser Stadt. Ich gehe arbeiten, ich kaufe Sachen ein und entsorge sie später. Ich bin viel mit Kaja zusammen. Manchmal geh ich joggen wegen der Gesundheit. Manchmal ins Kino wegen der Kultur. Manchmal treffe ich meine Mutter zum Mittagessen, sie hat sonst niemanden. Es geht mir nicht schlecht. Aber immer wieder frage ich mich, wo eigentlich alle hin sind. Wenn ich um zehn schon müde werde und schlafen gehe, ahne ich, dass irgendwo noch eine Party steigt, zu der ich nicht mehr eingeladen werde. Das Leben als erwachsener Städter ist zuweilen etwas einsam. Ich würde gerne wieder Teil einer größeren Gruppe sein, und doch traue ich dem Ganzen nicht so recht.» (S. 24)

Serdar ist Kurde, er arbeitet heute bei einer Stiftung. Er ist verheiratet mit Esther, einer jüdischen Historikerin. Die beiden haben zwei Kinder. Simone ist mittlerweile eine erfolgreiche Architektin und Kim arbeitet als Sterbebegleiterin bei Exit. Zum Kreis gehörten ausserdem Antonio, ein Beizer aus Brescia, und Lexi. Antonio ist so dick und lebendig wie eh und je, Lexi ist tot. Er hat sich vor bald dreissig Jahren ertränkt.

Beim Rundgang durch die Wohnung von Serdar und Esther entdeckt Béla im Treppenhaus unter der Farbe die Konturen von Wandmalereien. Es ist ein Blumenmural, das Lexi einst gemalt hat und das Béla damals übertünchen liess. Seine Freundin Kaja fragt, warum Lexi gestorben sei. Niemand antwortet ihr. Das ist die dunkle Geschichte, die Béla seit dreissig Jahren nicht loslässt. Allerdings hat er dabei seine eigene Rolle verdrängt. Die Sache mit dem Hauskauf konfrontiert ihn wieder damit.

In Rückblenden entfaltet sich die WG-Geschichte: wie Béla Serdar 1992 als Backpacker in Venezuela traf; wie Simone und Kim nach einem «Open house» einzogen; wie Béla jahrelang unsterblich in Kim verliebt war und daran verzweifelte, dass sie seine Liebe nicht erwiderte. Umgekehrt war Simone in ihn verliebt, aber Béla dreht sich weg. Er interessierte sich immer nur für das, was er nicht bekommen konnte. Béla realisiert, dass sie auch damals, in den 90er-Jahren, nie wirklich frei und rebellisch waren. Sie waren genauso bürgerlich wie heute, nur einfach mit anderen Vorzeichen.

«Als Serdar und ich nach einer Mitbewohnerin suchten, wussten wir noch, was wir wollten: Wir hatten beide keine Lust auf eine Männer-WG, also sollte es eine Frau werden. Überall, wo wir Kandidatinnen vermuteten, hängten wir kleine Abreißzettel mit unserer Telefonnummer auf: in der Roten Fabrik, am Institut für Filmwissenschaften, im Si o No. Die Kunst bestand darin, das Netz so auszuwerfen, dass sich möglichst wenig kaufmännische Angestellte in ihm verfingen und keine Agglos. So nannten wir jene, die nicht in Zürich wohnten, sondern irgendwo draußen im Speckgürtel. Viele von uns kamen zwar selbst von da, auch ich, wenn man ehrlich ist, aber daran mochte ich nicht erinnert werden. Nun war ich angekommen und gehörte dazu. Der Letzte schließt die Tür. Unser Kastensystem kannte klare Normen, nicht nur, was den Wohnort betraf: Schauspielschülerinnen, DJs und Künstler waren die Brahmanen. Konservative Spießer die Unberührbaren. Dazwischen gab es feine Abstufungen, die wir wahrnahmen, ohne sie benennen zu müssen. Ich selbst stand als ehemaliger Musiker weit oben in der Pyramide der Coolness. Serdar siedelte ich eine Etage tiefer an. Das wussten wir beide, darüber mussten wir kein Wort verlieren. Aber auch er konnte noch aufsteigen, falls es uns gelang, eine schillernde Mitbewohnerin zu finden. Man kann auch einfach derjenige sein, der mit der Dings wohnt.» (S. 40)

Und jetzt? Wollen sie das Haus kaufen. Sie besichtigen ihr ehemaliges Zuhause als Interessenten. Im Erdgeschoss wohnt jetzt eine somalische Familie, alle Zimmer perfekt aufgeräumt, die Kinder im selben Schulhaus wie die Kinder von Serdar. Im 1. Stock der greise Herr Pfister, ehemaliger Kantonsbeamter und ein Messie. Im 3. Stock eine Studenten-WG. Die Bewohner von einst werden mit ihren eigenen, jüngeren Ichs konfrontiert. Nur kennen die Jungen heute das Mietrecht. Kim schlägt spontan eine Generationen-WG vor; alle anderen winken ab. Béla raucht nach zehn Jahren wieder eine Zigarette, gedreht vom langhaarigen jungen Mann am Fenster. Schon beim ersten Treffen im Garten hatte Béla gewusst, was hier eigentlich verhandelt wird:

«Wir sind alle aufgeregt. Ich trinke ein zweites Glas Wein. In meinem Kopf bin ich schon eingezogen. Wir werden Immobillionäre, flüstert Kim, und alle lachen. Wäre das schön.
Wieso flüstert ihr eigentlich?, fragt Selma.
Weil wir gerade dabei sind, die Seiten zu wechseln, denke ich. Weil wir eine somalische Familie auf die Straße setzen, eine WG und einen alten Messi. Weil wir an der Mietspirale drehen. Weil wir die sind, vor denen wir uns immer gefürchtet haben.» (S. 26)

Aber haben sie sich wirklich verändert? Damals gehörte auch Lexi zur Truppe an der Zederstrasse. Lexi war ein obdachloser Künstler. Béla fand immer, er sei frei und ungebunden. Lexi durfte in einem leeren Zimmer an der Zederstrasse übernachten. Bis Serdar durchsetzte, dass Esther einzog. Später übernachtete er manchmal noch im Fahrradkeller. Béla merkte nicht, wie schlecht es Lexi ging. Im Gegenteil: Er kanzelte ihn auch noch ab, als er das Wandbild im Treppenhaus malte. Und dann nahm Lexi sich das Leben.

«Du siehst aus wie ein Seehund, habe ich gesagt. Lexi war ganz selbstvergessen und offen, als er neben mir schwamm, er hat mir vertraut. Ich habe nur gewitzelt. Seinen Blick werde ich nie wieder vergessen. Wie ein schlechter Musiker habe ich gedudelt, ohne hinzuhören. Für Lexis Leiden war ich taub. Und ich habe die Möglichkeit für immer verpasst, mich dafür zu entschuldigen.
Die wirklich schlimmen Sachen weiß Kaja nicht.
Wenn niemand dafür zahlt, ist es keine Kunst, habe ich gesagt. Und Lexi hat eingesehen, wie wertlos sein Werk war. Erst hat er sein Bild ausgelöscht, dann sich selbst. Mehr als für meine Blößen schäme ich mich für das, was bis heute verborgen ist.» (S. 220)

Béla merkt erst jetzt, wie schlimm der Satz ist: «Wenn niemand dafür zahlt, ist es keine Kunst.» Und vermutlich bemerkt er es nicht aus Mitgefühl mit Lexi, sondern weil es ihm jetzt selbst so geht.

Nein, Micha Lewinsky hat keinen nostalgischen Roman geschrieben. Er konfrontiert seinen Protagonisten hart mit seinen eigenen Illusionen. Nein, das ist das falsche Wort: mit seinen Selbstlügen. Trotzdem bietet das Buch einen wunderbaren Blick auf das Zürich der 90er-Jahre. Und immer wieder lakonisch-knapp verdichtete Sätze zum Ausschneiden und an die Wand hängen. Etwa:

«Wie alle typischen Zwanzigjährigen meinten wir, nie typische Vierzigjährige zu werden.» (S. 80)

«An der Tür hingen zwei Bademäntel als Erinnerung an die Nacktheit unter unseren Kleidern.» (S. 90)

Besonders spannend sind die Sätze über die Kunst und ihre Gesetze. Etwa:
«Man geht nicht ins Kino, um etwas zu erfahren, man geht, um im richtigen Saal zu sitzen.» (S. 122)
«Einen schlechten Film darf jeder mal machen, einen falschen Film zu machen ist verboten.» (S. 122)
Und ein letzter Satz zum Aufhängen:
«Das Problem an Schwellen, die man überschreitet, sind eigentlich nur die Türen, die danach hinter einem ins Schloss fallen.» (S. 126)

Und ganz nebenbei bietet der Roman auch eine scharfe Analyse des Zürcher Wohnungsmarkts: Eine Handvoll Fünfzigjähriger, die selbst einmal gegen Spekulanten demonstriert haben, sitzt in einer Anwaltskanzlei im Kreis 4 und rechnet aus, was ein Haus in Hottingen abwirft. Die ehemaligen WG-Bewohner sind dabei, eine somalische Familie, einen Rentner und eine Studenten-WG auf die Strasse zu setzen – und das in einer Stadt, in der am 1. Juni 2026 252 Wohnungen leer standen. Das sind 0,11 Prozent. Wer sitzt jetzt da im falschen Film?

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