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Buchcover für Wirf einen Schatten

Wirf einen Schatten

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Erscheinungstermin 22.07.2026 | Archivierungsdatum N/A


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Zum Inhalt

Mit ihrem zweiten Roman etabliert sich Elena Fischer als unverkennbare Stimme der neuen deutschen Literatur

Eine Geschichte über vorgezeichnete Lebenslinien und den Mut, auszubrechen

Joseph ist einsam und hadert mit seinem Schicksal, nicht erst, seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, weil sie den Alltag auf dem Hof nicht mehr ausgehalten hat. Wahrlich etwas Besonderes in den sechziger Jahren auf dem Land. Zum Glück ist da noch Ada, Lis' ältere Schwester, mit der sich Joseph schon immer sehr verbunden fühlt. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, geschwächt und auf der Flucht vor ihrer Familie. Lis, Ada und Birdie - sie werden ihrem eigenen, aber auch Josephs Leben eine ganz neue Richtung geben.

Sein Vater hat ihm Einiges hinterlassen: das Haus, den Hof, die Tiere - und damit immer genug zu tun. Was er Joseph nicht mitgegeben hat, ist die Fähigkeit zu reden – über Angst, Krieg oder Liebe. So ist auch Joseph zu einem Mann geworden, den seine Verluste wortkarg machten. Sein Bruder ist ertrunken, die geliebte Großmutter gestorben und seine Frau Lis ist mit dem gemeinsamen Sohn zurück in die Stadt gezogen. Gerade, als Joseph den Tod als besten Ausweg zu akzeptieren beginnt, klingelt es an der Tür und Birdie fällt ihm in die Arme und in sein Leben. Während sie sich langsam erholt und von ihrer Liebsten und ihren Berufsträumen zu erzählen beginnt, stellt sich Joseph Wahrheiten, vor denen er bislang Reißaus genommen hat. Über sich als Bruder und Vater und liebenden Mann.

»Erzähltempo und Cliffhanger treiben die Geschichte voran und machen das Debüt zu einer mitreißenden Lektüre, die man nicht mehr aus der Hand legen kann.«

Ursula Nowak / Deutschlandfunk, Köln

Mit ihrem zweiten Roman etabliert sich Elena Fischer als unverkennbare Stimme der neuen deutschen Literatur

Eine Geschichte über vorgezeichnete Lebenslinien und den Mut, auszubrechen

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Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783257073904
PREIS 25,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Die Liebe, vorwärts und rückwärts erzählt


„Im Winter bereute man, was man im Herbst nicht erledigt hatte.
Joseph hatte nichts erledigt.
Er würde es auch nicht mehr tun.
Aus der leisen Ahnung der vergangenen Wochen war an diesem Morgen eine Gewissheit geworden. Seit fast sechs Monaten hatte er nichts von Lis gehört. Auf dem Land waren sechs Monate ein halber Zyklus Leben. Mehr als eine Jahreszeit, genug, um über Gedeih und Verderb eines Hofes zu entscheiden. Hier, in den Bergen, in den Dörfern, auf den Höfen, konnte man sich keine Fehler leisten. Der größte Fehler war, nicht mit der Natur zu arbeiten. Wie lange war ein halbes Jahr in der Stadt? Er wusste es nicht. Vielleicht lange genug, um sich an ein neues Leben zu gewöhnen, das im Grunde ja nur das alte war.“

Josephs Frau hat ihn verlassen und ist mit dem gemeinsamen Sohn Samuel zurück in die Stadt gegangen. Sie konnte sich nie an das einsame Leben auf dem Bauernhof gewöhnen. Doch auch Joseph quält die Einsamkeit eigentlich schon länger; er schleppt ein Trauma mit sich herum, seit damals sein Bruder starb und seine Mutter Selbstmord beging. Seitdem ist Joseph ein wortkarger Mann, der nie gelernt hat, über seine Gefühle zu reden. Sein Vorsatz, es besser zu machen als sein eigener Vater, scheiterte: Er konnte für Samuel nicht der Vater sein, der er hätte sein wollen.
Glücklicherweise gibt es noch Lis’ ältere Schwester Ada, zu der Joseph schon immer eine besonders enge Bindung hatte. Dennoch denkt auch Joseph darüber nach, seinem Leben ein Ende zu setzen – da steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, in schlechter körperlicher Verfassung und auf der Flucht vor ihrer Familie. Während Birdie sich bei Joseph versteckt und langsam erholt, beginnt sich auch in Joseph etwas zu verändern. Dank Birdie, Ada und auch Lis scheint es möglich, die Vergangenheit zu verarbeiten und aus vermeintlich vorgezeichneten Lebenswegen auszubrechen ...

„Drei Uhr achtunddreißig.
Joseph stand auf, um das Buch zu holen. Vielleicht würden ihn die Gedichte ablenken. Jetzt lag der Band nun einmal unten auf dem Tisch, er konnte zumindest einen Blick hineinwerfen. In der Stube legte er Holz nach, dann setzte er sich. Er blätterte eine Weile in dem Buch. Es gab kurze und lange Gedichte. Wahllos begann er zu lesen. Manchmal blieb er hängen, etwas traf ihn, ein Wort, ein Gedanke, er wusste nicht genau, was es war. Diese Stellen las er noch einmal. Es ging ums Aufbrechen und Ankommen, darum, in Bewegung zu sein. Immer auch um die Natur und den Menschen darin. Noch nie hatte er etwas Dergleichen gelesen. Wie war es möglich, solche Worte zu finden? Sie auf diese Weise aneinanderzufügen? Manches glaubte er zu verstehen, manches verstand er nicht. Joseph nahm den Bleistift, der noch auf dem Tisch lag, und begann, Zeilen zu unterstreichen. Erst als Birdie ihn ansprach, merkte er, wie still es in ihm geworden war.“

Inhaltlich möchte ich nichts hinzufügen, um nicht zu spoilern. Was ich sagen kann ist aber, dass Elena Fischer nach ihrem großartigen Debütroman „Paradise Garden“ nun mit „Wirf einen Schatten“ einen mehr als würdigen Nachfolger geschrieben hat.

Die beiden Zeitebenen, einmal vorwärts in der Gegenwart erzählt, einmal immer weiter zurück in die Vergangenheit, geben dem Roman eine ganz besondere Note. Erst zum Ende hin fügt sich alles zusammen. Das Ende ist mehr als gelungen.
Die liebevoll gezeichneten Charakere von Birdie, Joseph, Ada und Lis gefallen mir unglaublich gut.

„Die meisten Geschichten lassen sich in wenigen Sätzen zusammenfassen, doch das ändert nichts daran, dass sie für den Rest unseres Lebens in uns rumoren. Wir sollten für das kämpfen, was uns wichtig ist“

„Wirf einen Schatten“ ist ein sehr leiser, wunderbar feinfühliger Roman über die Kraft der Liebe und den Mut etwas Neues zu wagen, der noch lange in mir nachhallen wird.

Vielen Dank an den Diogenes Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Verschiedene Arten der Stille

Wirf einen Schatten ist das zweite Buch nach Elena Fischer großartigem Debütroman Paradise Garden.
Die Handlung ist interessanterweise in den frühen sechziger Jahren angesiedelt und thematisiert das Leben eines Mannes.
Joseph wurde von seiner Frau und kleinem Sohn verlassen. Er hat sich daher innerlich sehr zurückgezogen. Nur mit seiner Schwägerin Ada versteht er sich noch gut.
Eine Änderung in seinem Leben bewirkt die Begegnung mit der 20jährigen Birdie, die er bei sich aufnimmt, als sie in Not ist. Es dauert eine Weile, bis Birdie ihre Geschichte erzählt.
Zwischendurch gibt es immer wieder mal kurze Rückblicke auf die Zeit, als Joseph noch mit seiner Frau zusammen war. So erschließt sich einiges nach und nach.

Ich halte viel davon, wie die Autorin ihre Figuren aufbaut. Sie behandelt sie fair und macht sie zu realen Menschen.
Es ist intelligent gemachtes Buch, sprachlich ansprechend. Ich halte es für möglich, dass auch dieser Roman auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis gelangt.

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Joseph, ein junger Bauer, sieht keinen Sinn mehr in seinem Leben. Nach dem Tod der Eltern und der geliebten Großmutter führt er alleine den alten Hof. Lis, seine Frau, hat ihn mit seinem kleinen Sohn verlassen. Das Leben auf dem Land war ihr zu trist.
Eines Abends fällt ihm eine junge Frau, im wahrsten Sinn des Wortes, in die Arme. Birdie ist krank, geschwächt und offensichtlich auf der Flucht.
Joseph kümmert sich um die junge Frau und gewinnt durch sie einen neuen Blick auf sein Leben. War er ein liebender Ehemann und Vater? Wie möchte er in Zukunft Leben? Und da ist auch noch Ada, die ihm seit Jahren nicht aus dem Kopf geht.

Der mit Freude erwartete neue Roman von Elena Fischer, eine Geschichte voller Hoffnung und Lebensmut.

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Nach ihrem Debütroman Paradise Garden, der eher im urbanen Milieu spielte, führt Elena Fischer ihren neuen Roman Wirf einen Schatten nun hinaus aufs Land. Schauplatz ist ein kleines Bergdorf, in dem Joseph weit abseits jeglicher Zivilisation den Hof seiner Eltern weiterführt.
Sein Leben ist nicht nur körperlich entbehrungsreich, auch persönlich lastet vieles auf ihm. Mehrere Schicksalsschläge sowie der Weggang seiner Frau Lis und des gemeinsamen Sohnes Samuel haben tiefe Spuren hinterlassen. Als alles zunehmend aussichtslos erscheint, tritt Birdie in sein Leben und stößt eine Entwicklung an, die neue Seiten an Joseph freilegt und seinem Dasein eine unerwartete Richtung gibt.
In Rückblenden, die sich mit der Gegenwartshandlung abwechseln, erfahren wir nach und nach mehr über Josephs Vergangenheit. Einzelne Erlebnisse und Brüche fügen sich dabei Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammen.

Was besonders hervorsticht, ist das große sprachliche Talent der Autorin. Immer wieder finden sich wunderbare Formulierungen, die eine dichte, eindringliche Atmosphäre schaffen und einen tief in diese raue Welt hineinziehen. Dadurch verzeiht man auch eher, dass manche Entwicklungen etwas abrupt wirken und nicht jede Veränderung der Figuren vollständig nachvollziehbar erscheint.

Wirf einen Schatten ist ein sprachgewaltiger, atmosphärischer Roman über Verlust, Einsamkeit und die Möglichkeit eines Neuanfangs – und ein Buch, das in Erinnerung bleibt.

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Nach Paradise Garden erzählt Elena Fischer hier eine ganz andere Geschichte – stiller, karger, fast spröde. Dezember 1963, ein abgelegener Hof, ein Mann, der sich längst aus dem Leben zurückgezogen hat: Joseph, der nach Verlust, Schuld und Sprachlosigkeit keinen Ausweg mehr sieht.

Dann steht Birdie vor der Tür – krank, verletzlich, nach einer missglückten Abtreibung und trotzdem so klar und entschlossen. Und plötzlich gerät etwas in Bewegung. Gegen seinen Widerstand zwingt sie Joseph, sich den Bruchstellen seines Lebens zu stellen: dem Tod des Bruders, dem Suizid der Mutter, den Gründen von Lis‘ und Samuels Verschwinden und seiner weggedrückten, zugeschütteten Liebe zu Ada, Lis‘ Schwester.

Das ist atmosphärisch dicht erzählt, mit einer Kargheit, die gut zur inneren Verfasstheit der Figuren passt. Man spürt die Ausweglosigkeit seines Lebens, die Sprachlosigkeit, das Verdrängte. Doch hin und wieder blitzt Leichtigkeit auf, je weiter wir mit Joseph in die Vergangenheit eintauchen.

Ich habe am Anfang etwas gebraucht, um in den Ton des Romans hineinzufinden, gerade weil er sich so deutlich von Fischers vorherigem Buch unterscheidet. Und dann hat mir genau das von Seite zu Seite besser gefallen, dass Elena Fischer einen ganz neuen Ton findet und diesen verzweifelten, still liebenden Joseph vor einem entstehen lässt, der durch die hartnäckige Birdie, die beständig liebende Ada und die verzeihende Lis noch einmal die Chance auf ein Leben erhält.

Ein ernsthafter, konzentrierter Roman über Schuld, Verlust und die Möglichkeit, sich dem eigenen Leben (wieder) zuzuwenden. Und wenn ich noch mal drüber nachdenke, ist es eigentlich auch ein Roman über vier starke Frauen in den 60er Jahren.

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Nein, Elena Fischer darf nicht mit Robert Seetaler gesehen werden. Ganz eigen ist ihre Geschichte auf dem Hof um die 1960er. Josephs Werben und Verlust von Lis, seine imVerborgenen ruhende Liebe zu Ada und sein Unvermögen ein rechter Vater zu sein. Er lebt und liebt für Hof und Tiere., Einsam trifft ihn Birdy, die einiges auf den Kopf stellt. Ein sehr ruhiges und friedliches Buch, man mag teilhaben…….

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Hatte schon 'Paradise Garden' gerne gelesen und war gespannt. Nach Stadt und Gegenwart schickt uns Elena Fischer nun in das Jahr 1963 und aufs Land - und ich meine richtig einsam.
Joseph betreibt den Bauernhof der verstorbenen Eltern. Seine Frau Lis (samt Sohn Samuel) hat ihn verlassen und ist in die Stadt gezogen. Zu hart und entbehrungsreich war das Leben geworden und auch als Paar hatten sie sich verloren. Gerade, als Joseph seinem Leben ein Ende setzen will, stolpert Birdie in sein Leben. Er muss sich kümmern und verschiebt den Suizid. Eine Hilfe dabei ist auch Ada, die Schwester seiner Frau. Während die Geschichte erzählt wird, erfahren wir in Rückblenden, was sich zugetragen hat und wie sich die Protagonisten gefühlt haben und weckt Verständnis.
Auch in dieser anrührenden Geschichte mag ich die eindringliche Sprache der jungen Autorin. Es gibt nicht nur Trauer und Verlust, sondern auch Hoffnung - SCHÖN!!!

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Zärtlich und liebevoll wird hier die Geschichte eines verlassenen Bauern erzählt, der einige Tiefs durchlebt und bereits in der Vergangenheit durchlebt hat. Sein sanftes Wesen zeigt sich trotz der Wortkargheit. Stück für Stück findet er seinen Weg. Grosse Leseempfehlung!

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Nach "Paradise Garden" hatte ich mich riesig auf ein neues Buch von Elena Fischer gefreut. Das Cover ist schön und passend, die Sprache ist toll, nur die Geschichte hat mich überhaupt nicht abgeholt. Ich fand Joseph langweilig, Ada, Lis und Birdie ebenfalls und nur die ersten Szenen als Birdie bei Joseph vor Tür steht haben mich gefesselt.
Ich verbuche es einfach unter "nicht mein Thema", weil die Autorin grundsätzlich wunderschön schreibt.

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Ich habe schon «Paradise Garden» geliebt, gleiches gilt für dieses Buch. Mit Fischers Erstling hat es weder in Tonalität noch Geschichte zu tun, was es erst recht beeindruckend macht. Wie sie sich und uns in Zeiten versetzt, die mehr als 60 Jahre zurückliegen, hat mich sehr berührt, ebenso ihre Figuren. Der Mann trotz mittleren Alters noch nie eigene Wege gegangen und darum sehr lange Zeit in seinem Alltag und seinen Gedanken gefangen, die Frauen umso beherzter und mutiger ihre Wege und Träume verfolgend. Es ist darum nicht nur ein Buch über die Kraft und den Zauber von Neuanfängen, sondern mindestens so sehr eines über starke Frauen in Zeiten, in denen ein solches Dasein und Für-sich-Einstehen noch sehr viel mehr Mut erforderte als es das heute tut.

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»Man muss sich erlauben, der Mensch zu sein, der man sein will«
Joseph, Bauer und Hofbesitzer in einem kleinen Dorf, hat Halt und Sinn für sein Leben verloren. Er steckt in einer depressiven Phase. Alle haben ihn verlassen, der Bruder, die Eltern und die Frau mit Kind. Also schreibt er eine Liste mit Dingen, die er erledigen will. Als letztes: Abschied. Problematisch ist nur, dass er nicht weiß wie das geht.

Mit einfühlsamen und eindrücklichenWorten beschreibt Elena Fischer Joseph in seiner Verlorenheit. Man spürt förmlich, wie fremd er sich im eigenen Leben fühlt, wie er nie weiß, wie er handeln soll und wie er etwas richtig machen kann. Geprägt von der Vergangenheit sieht er keinen Weg in die Zukunft. Seine Depression wird anschaulich beschrieben und die Hilfslosigkeit.

Gerade als die Geschichte einen Tiefpunkt erreicht, als alles grau und hoffnungslos erscheint und ich überlege, ob ich dies Buch abbreche, fügt die Autorin einen Charakter ein und damit beginnt die Wendung.
Der unerkannte Reichtum in Josephs Seele entfaltet sich nach und nach, geschickt eingewoben in das Geschehen.

Mit klar umrissen Bildern erzählt die Autorin vom dörflichen und bäuerlichen Leben, anschaulich und nachvollziehbar vom Denken der einfachen Menschen. Von lebensmüde bis hoffnungsvoll, denn was wäre das Leben ohne den Tod. Sie sucht mit Joseph Antworten auf die Frage: Für wen leben wir? Das gelingt ihr tiefsinnig und nahegehend und hat mich sehr angesprochen.

Die Geschichte spielt in den 1959/1960ger Jahren. Vieles wird entsprechend dem damaligen,irgendwann Zeitgeist beschrieben und passt ausgezeichnet. Allerdings sind mir kleinere Dinge aufgefallen, die für mich nicht in diese Zeit passen, die untypisch waren. Diese erwähne ich hier nicht, da ich nicht spoilern möchte. Meinem sehr guten Gesamteindruck hat das nicht gestört.

Elena Fischer erzählt die Vergangenheit rückwärts und die Gegenwart vorwärts. Zwei Zeitebenen, die sich ergänzen, die auseinanderdriften und sich doch ergänzen. Super gemacht!

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, leicht lesbar, mit schöner Sprache, passend zur Geschichte. Es ist eine ruhig erzählte Geschichte, die vielfältige Tiefe beinhaltet und eine schöne Anspannung aufbaut, die nicht spektakulär, sondern leise und unterschwellig mitschwingt.
Große Leseempfehlung für alle, die mehr als flüchtige, oberflächliche Unterhaltung suchen.

Vielen Dank an NetGalley und den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des eBooks. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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Auch der neue Roman von Elena Fischer hat mir gut gefallen. Im Mittelpunkt steht Joseph, der in seiner Kindheit den Verlust seines Bruders erlebte und in seiner Familie kaum Liebe erfahren hat, Gefühle und Wünsche wurden nicht zugelassen oder unterdrückt, sowohl durch seine Eltern, als später auch durch ihn selbst. Er lernt erst in der Gegenwart,- hauptsächlich auch durch die Trennung von seiner Frau und seinem Sohn - was dieser Verlust und diese Kindheit mit ihm gemacht haben. Er ist schon dabei, seine Suizid-Pläne in die Tat umzusetzen, als unerwartet eine junge hilflose Frau bei ihm auftaucht, der er Hilfe und Unterschlupf gewährt. Die Autorin schafft es, die Leserschaft mit leisen Tönen und der stoischen aber gutherzigen Figur des Joseph ein unterhaltsames Leseerlebnis zu verschaffen.

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Joseph fühlt sich einsam auf seinem Bauernhof in den 60er Jahren. Seine Frau hat ihn verlassen und den gemeinsamen Sohn mitgenommen. Als er sein Leben eigentlich beenden will, steht auf einmal Birdie vor seiner Tür. Die junge, unbekannte Frau benötigt dringend Hilfe und gibt seinem Leben somit wieder einen neuen Sinn. Dann gibt es da auch noch Ada, die ältere Schwester von seiner Frau, mit der er sich auch schon immer sehr verbunden gefühlt hat.
WOW!!! Ein ganz besonderer Roman! Ich bin begeistert!

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Im Zentrum des Romans steht Joseph, dessen Leben aus den Fugen gerät, als seine Frau Lis ihn gemeinsam mit ihrem Sohn verlässt. Zurück bleibt er allein auf dem Hof – gefangen in Routinen, die ihm Halt geben, aber gleichzeitig jede Entwicklung ersticken.
Joseph findet für sich einen Ausweg, doch dann fällt – im wahrsten Sinne des Wortes – plötzlich Birdie in sein Leben. Parallel dazu rückt auch seine Schwägerin Ada näher in seinen Alltag. Beide Frauen bringen Bewegung in Josephs festgefahrene Welt und eröffnen ihm neue Perspektiven.
Besonders gelungen ist der Autorin dabei, deutlich zu machen dass es sich lohnt, innezuhalten und zu hinterfragen, was einem wirklich wichtig ist – selbst nach langer Zeit. Die Leserschaft wird mitgenommen bei Josephs Befreiung der selbst auferlegten Fesseln und der Tatsache dass der vermeintlich einfache, vorgezeichnete Weg ist nicht immer der richtige ist. Und genau diese Erkenntnis entwickelt sich leise, aber spürbar im Roman.
Der Sprachstil ist sehr eingängig. Elena Fischer schreibt ruhig und trifft dennoch immer wieder feine, pointierte Beobachtungen, die nachhallen. Gerade diese Mischung macht den Text angenehm zu lesen, ohne an Tiefe zu verlieren. Ich mochte die unterschiedlichen Charaktere sehr und jede brachte die Geschichte weiter voran. Im Verlauf der Handlung macht die Autorin deutlich an welcher auferlegten Schuld Joseph zu knabbern hat und wie er sich davon distanzieren kann. Besonders Birdie fungiert dabei als eine Art Katalysator: Durch sie beginnt Joseph, sich selbst und sein Leben neu zu betrachten.

Ein ruhiger, atmosphärischer Roman über Verlust, Veränderung und die Frage, ob man den Mut findet, das eigene Leben neu auszurichten.

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Ich mochte das Buch, ganz unabhängig von den beiden Zufälligkeiten, das Auftauchen der Hilfe suchenden Birdie und das Schwesternverhältnis zwischen Lis und Ada, aber hey, wir lieben ein Happyend und manchmal sind es diese Zufälle, die ein schönes Märchen ausmachen. Sprachlich sehr sauber und angemessen, die sprachliche Ökonomie ist tatsächlich sehr kunstvoll, merkt man gar nicht so. "Für Leser von Robert Seethaler" will sicher kein Verlag hören. Es gibt Situationen, für die ich "Wirf einen Schatten" empfehlen würde!

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Weihnachten 1962, auf dem Land. Nachdem Joseph von seiner Frau Lis mitsamt Sohn Samuel vor einem halben Jahr verlassen wurde, ist er einsam und sieht keinen Sinn mehr im Leben. Lis hat das Leben auf dem Hof einfach nicht mehr ausgehalten. Joseph hat nur noch Kontakt zu Lis' Schwester Ada. Als Joseph an Weihnachten sich seiner Traurigkeit komplett hingibt und zum äußersten Mittel greifen will, klopft/klingelt es Sturm an der Tür. Die junge, verwahrloste und verletzte 20-jährige Birdie steht davor, auf der Flucht vor ihren Eltern und braucht dringend seine Hilfe. Eine unverhoffte und vorübergehende Wohngemeinschaft entsteht, die Josephs Leben und Gedanken gehörig auf den Kopf stellt.
Wir begegnen Joseph in zwei Erzählsträngen: Ab Weihnachten 1962 und allen neuen Ereignissen. Und rückwärts erzählend, wie seine Frau ihn verlassen hat, die Zeit davor als Familie, die Geburt des Kindes, die Hochzeit, das Kennenlernen usw. Durch die rückwärts erzählenden Passagen bleibt uns wie Joseph seine Gefühlswelt erst verschlossen und öffnet sich langsam, Erinnerung für Erinnerung. Ich konnte nach und nach immer besser verstehen, was zu der Situation heute geführt hat und warum Joseph ist wie er ist.
Eine ruhig erzählte Geschichte über die Wandlung eines Mannes, das Leben auf dem Land in den 50er/60er-Jahren. Das Buch ist eine Verschmelzung von "Ein Mann namens Ove" (der einsame Mann, der seinem Leben ein Ende setzen will und dabei gestört wird) und "Alte Sorten" von Ewald Arenz (das unverhoffte Zusammenleben mit einem jüngeren Menschen mit anderen Ansichten und der Liebe zum Leben auf dem Land). Elena Fischer ist erwachsen geworden.

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