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Was die Felder hüten
Roman | Mitreißend, bildgewaltig und voller Gefühl – ein Roman, der im Kopf und Herzen bleibt.
mit Hanne Reinhardt (Übersetzer*in)
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Erscheinungstermin 27.08.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Im weiten Farmland vor den Toren einer Kleinstadt in Michigan, wo das Leben stillzustehen scheint, wollen die meisten bloß weg. Nicht so Everett Lindt. Er will die Schaffarm seiner Familie bewahren und sich auf dem Land, das er liebt, eine eigene Zukunft aufbauen. Doch dann begegnet er Mary mit ihren großen Plänen und ihrer Sehnsucht nach einem anderen Leben. Zwischen Sommerhitze, Familienpflichten und der ersten großen Liebe muss Everett lernen, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen – und was es kostet, loszulassen. Als Mary und er eine folgenschwere Entscheidung treffen, gerät alles ins Wanken.
Was die Felder hüten erzählt von Träumen und Verlusten, von Herkunft und Aufbruch – und den schmerzhaften Entscheidungen, die wir aus Liebe treffen.
Im weiten Farmland vor den Toren einer Kleinstadt in Michigan, wo das Leben stillzustehen scheint, wollen die meisten bloß weg. Nicht so Everett Lindt. Er will die Schaffarm seiner Familie bewahren...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783989411463 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
| SEITEN | 368 |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 7 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Auf der Oberen Halbinsel südlich des Lake Superior wächst der 17-jährige Everett mit zwei jüngeren Geschwistern unter Schaffarmern auf. Die Schafzucht zusätzlich zum Brotberuf ist Beruf und Hobby zugleich, denn Vater Robert züchtet Show-Lämmer, mit denen die Lindts zu Wettbewerben antreten und die Tiere anschließend versteigern lassen. Das „good animal“ aus dem Originaltitel ist eine „gute“ Schaf-Zippe, die ihre Jungen annimmt und aufzieht. Tut sie es nicht, wird mit ihr nicht weitergezüchtet. Bis zur Einsicht, dass Frauen weiblichen Schafen nur minimal ähneln, wird es für Everett noch ein harter Weg sein, zumal der Dreifachjob seiner Mutter im Vergleich zum Doppeljob des Vaters in der Familie kein Thema ist. Frauen ziehen eben nächtelang klaglos Lämmer mit der Flasche auf, auch wenn sie am nächsten Tag wieder piekfein gestylt in der Firma antreten. „Was die Felder hüten“ bezieht sich auf die Vorfahren der Lindts, die zuerst Steine auflesen und in ihren Häusern verbauen mussten, ehe sie Vieh-Weiden anlegen konnten.
Der Icherzähler „Ev“ wird mit seinem erst 12-jährigen Bruder Jay und seinem Freund Charlie in den Sommerferien 1995 auf der Lindt-Farm und bei den Nachbarn Heu mähen und binden – und gut dabei verdienen. Heu ist das einzige, das in dieser Ecke der Halbinsel wächst, sagt man. Jay wird in diesem Jahr zum ersten Mal wie ein Erwachsener arbeiten – weil Ev freiwillig seinen Lohn mit ihm teilt. Vor Ev liegt das letzte Schuljahr, in dem er sich kein Bein ausreißen will, um danach endlich frei von Schulpfllicht zu leben wie sein Vater: mit festen oder Aushilfsjobs und Schafzucht auf der Lindt-Farm. Hört man dem Nachbarn zu, ahnt, man, wie Männer hier ticken. Der Mann plant, für jede seiner fünf Töchter auf eigenem Grund ein Haus zu bauen, in seinem Blickfeld in einer Reihe. Die Schwiegersöhne werden sich wie Everett den Ansichten der Vätergeneration zu unterwerfen haben. Weder Fortgehen für eine gewerbliche Ausbildung oder ein Studium ist in diesem Milieu Thema, noch, dass Everett mit einem jungen Vater von 34 Jahren alle Zeit der Welt hätte, sich auf anderen Farmen in der Schafzucht weiterzubilden. Was Robert Lindt nicht weiß, muss auch sonst niemand wissen. Auf diesem Fundament verliebt sich Everett schon am ersten Tag der Heuaktion in Mary, die gemeinsam mit der Nachbartochter das Essen aufs Feld bringt und im neuen Schuljahr in seine Klasse gehen wird. Marys Vater arbeitet für die Küstenwache. Weil ihre Eltern getrennt leben und der Vater sich häufig versetzen lässt, hat sie nirgendwo Fuß gefasst – das komplette Gegenteil zum Lebensstil der Lindts. Vor der Folie, ob es eine Zukunft geben kann für einen Jungen, der bleiben wirdl, und ein Mädchen, das an einer Kunsthochschule studieren will, verläuft eine aufregende erste Liebe und ein dramatisches letztes Schuljahr. Es geht um Schafe, Herausforderungen, auf die Ev längst nicht vorbereitet ist, Verantwortung, aber auch um Jugendliche, in deren Leben ungeschützter Sex eine Rolle spielt.
Fazit
Dass Sara Maurer ein ihr vertrautes Milieu in großer Detailfülle beschreibt, hat mich sofort in ihren Roman hineingezogen. Sie hat einen Blick für Schönheit im Alltäglichen, auch wenn es gerade staubt und stinkt. Das habe ich besonders genossen, nachdem ich zuvor gerade einen Roman zugeschlagen habe, der das Milieu der Landwirtschaft nicht glaubwürdig vermitteln konnte. Everett ist dazu ein hinreißend liebenswürdiger Icherzähler, auch wenn ich die Einigkeit der Lindts in ihrem Interesse für Lämmer und nichts als Lämmer als zu heile Welt empfinde. Wer dafür gewappnet ist, dass im Chippewa County Nutztiere von Krankheiten erlöst oder verkauft werden, auch dass sie sich gegenseitig töten, kann mit Everett und seinen jugendlichen Eskapaden schöne Lesestunden verbringen. Das Titelbild nach einem Gemälde von 1838 ehrt zwar die Vorfahren der Lindts, weist m. A. aber zu wenig auf einen Plot hin, der unter 17-Jährigen spielt.
Zwischen Bleiben und Aufbruch
Eine Geschichte über Liebe, Familie und die schwierige Frage, ob man bleiben oder seinen eigenen Weg gehen soll.
Everett und Mary könnten kaum unterschiedliche Vorstellungen von ihrem Leben haben. Während Everett die Schaffarm seiner Familie erhalten möchte und sich mit dem Land verbunden fühlt, träumt Mary von einem anderen Leben.
Michigan und das Leben auf dem Land werden anschaulich beschrieben. Im Sommer ist es heiß, auf der Farm gibt es jeden Tag Arbeit und Everett kennt dieses Leben seit seiner Kindheit. Man versteht dadurch gut, warum er dort bleiben möchte. Mary dagegen möchte mehr vom Leben und hat andere Pläne.
Die Liebe zwischen Everett und Mary steht dabei nicht allein im Mittelpunkt. Beide müssen sich irgendwann fragen, was ihnen wirklich wichtig ist und wie weit sie für den anderen gehen würden. Nach ihrer Entscheidung ist vieles nicht mehr so wie vorher und auch zwischen den beiden verändert sich einiges.
Beim Lesen gab es immer wieder Stellen, bei denen über die Wünsche und Vorstellungen der beiden nachgedacht wurde. Nicht jede Entscheidung war leicht nachzuvollziehen, gerade weil Everett und Mary so unterschiedliche Vorstellungen von ihrer Zukunft haben. An manchen Stellen hätte die Geschichte für meinen Geschmack ruhig etwas mehr Spannung haben dürfen.
Trotzdem hat mir die Geschichte insgesamt gefallen. Everett möchte auf seiner Farm bleiben, während Mary von einem anderen Leben träumt. Seine Familie und das Land, auf dem er aufgewachsen ist, sind ihm sehr wichtig. Dadurch wird es umso schwieriger für ihn, eine Entscheidung zu treffen, bei der auch seine Gefühle für Mary eine Rolle spielen.
4 Sterne
Everett und Mary
Schafbauer Everett weiß immer schon, dass er einmal so weitermachen wird, wie es sein Vater ihm vorlebt. Die Farm, Schafe, harte Arbeit - ein karges Leben. Eines Tages jedoch tritt Mary aus der Stadt in sein Leben. Everett verliebt sich Hals über Kopf, dennoch ist von Anfang an klar, dass Mary etwas anderes vom Leben erwartet. Teilweise wirken die beiden, wie zwei Menschen aus verschiedenen Welten.
Das Leben auf dieser Farm wird ganz wunderbar, bildreich, atmosphärisch und auch sehr authentisch beschrieben. Vor allen Dingen die Schattenseiten eines solchen Landlebens werden nicht unter den Tisch gekehrt. Und auch in Everetts Familie läuft nicht alles perfekt ab. Häufig ist es das Handeln von Menschen, die ihr Bestes geben - was in der Realität aber nicht immer gelingt.
Es ist eine Liebesgeschichte, die sich langsam aufbaut. Fast könnte trotz der melancholischen Grundstimmung, Hoffnung für die beiden jungen Liebenden aufkommen. Allerdings verrät bereits der Prolog, dass Everett am Ende alleine zurückbleiben wird. Ich hatte ein wenig Angst, dass die Handlung arg vorhersehbar bleiben würde, doch zum Glück nimmt die Geschichte etwa im letzten Drittel nochmal richtig Fahrt und Spannung auf.
Melancholisch und naturverbunden, hat mir gut gefallen!
4 Sterne
Bianka M, Rezensent*in
Zwischen Bleiben und Aufbruch
„Was die Felder hüten“ ist eine ruhige, atmosphärische Geschichte über Familie, erste Liebe und die Frage, ob man dort bleibt, wo man aufgewachsen ist, oder seinen eigenen Weg geht.
Everett ist 17 und lebt mit seiner Familie auf einer Schaffarm in Michigan. Für ihn ist eigentlich klar, dass er den Hof irgendwann übernehmen möchte. Er fühlt sich dem Land, den Tieren und seiner Familie sehr verbunden. Mary, die Tochter des Nachbarn, hat dagegen ganz andere Vorstellungen von ihrem Leben. Sie möchte an eine Kunsthochschule und etwas anderes kennenlernen. Und genau da wird es schwierig, denn Gefühle und Zukunftspläne lassen sich nicht immer so einfach unter einen Hut bringen.
Was mir an der Geschichte gefallen hat, ist, dass es nicht nur um die erste Liebe geht. Everett muss sich mit seiner Familie, den Erwartungen seines Vaters und der Frage auseinandersetzen, was er selbst eigentlich vom Leben möchte. Dabei wird auch deutlich, wie sehr er in dieser Welt verwurzelt ist und wie schwer es ihm deshalb fällt, sich überhaupt vorzustellen, etwas anderes zu machen.
Auch das Farmleben wird sehr anschaulich beschrieben. Die tägliche Arbeit, die Schafe, die Sommerhitze und die Verbundenheit mit dem Land machen die Geschichte sehr lebendig. Gleichzeitig wird aber auch gezeigt, dass dieses Leben nicht nur aus schönen Momenten besteht. Krankheiten, Verantwortung und schwierige Entscheidungen gehören ebenfalls dazu. Gerade diese Mischung aus idyllischen Momenten und den weniger schönen Seiten des Farmlebens hat mir gut gefallen.
Die Beziehung zwischen Everett und Mary entwickelt sich dabei nicht einfach nur zu einer klassischen Liebesgeschichte. Beide haben ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen, und Everett muss erst lernen, dass Liebe nicht automatisch bedeutet, dass man seine eigenen Pläne aufgibt. Auch sein Verhältnis zu seinem Vater und dessen Erwartungen spielt dabei eine wichtige Rolle.
Allerdings war mir die Geschichte stellenweise etwas zu ruhig. Die vielen Details über das Farmleben waren zwar interessant, aber manchmal hätte ich mir doch etwas mehr Tempo gewünscht. Auch Mary blieb für mich ein bisschen blasser als Everett. Und das Ende kam dann doch recht plötzlich.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, über Familie, Verantwortung und die Frage, ob man den Weg einschlägt, den andere für einen vorgesehen haben, oder ob man den Mut findet, seinen eigenen zu gehen.
4 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐
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