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Die Insel der Meeresfrauen
Roman
mit Elke Link (Übersetzer*in)
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Erscheinungstermin 30.07.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Auf der koreanischen Insel Jeju werden Mi-ja und Young-sook als junge Mädchen gemeinsam von den legendären Meerestaucherinnen, den Haenyeo, ausgebildet. Young-sook entstammt jener stolzen Tradition und wird von ihrer Mutter die Führung der Frauen erben. Mi-ja hingegen wird als Tochter eines Kollaborateurs von der Dorfgemeinschaft gemieden. Unzertrennlich durchleben sie die Jahre der japanischen Besatzung, den Koreakrieg und die Ankunft von Mobiltelefonen und Tauchanzügen. Bis ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird.
Vor dem dramatischen Hintergrund des 20. Jahrhunderts erzählt Lisa See leuchtend von einer einzigartigen Kultur, in der Frauen stark und mutig sind, während sich die Männer um die Kinder kümmern.
Auf der koreanischen Insel Jeju werden Mi-ja und Young-sook als junge Mädchen gemeinsam von den legendären Meerestaucherinnen, den Haenyeo, ausgebildet. Young-sook entstammt jener stolzen Tradition...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Hardcover |
| ISBN | 9783989410985 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
| SEITEN | 512 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Kim Kim Young-sook arbeitet auf der südkoreanischen Insel Jeju in ihrem Alter längst nicht mehr im Kollektiv als Apnoe-Taucherin. Als sich im Jahr 2008 die junge Besucherin Clara aus den USA in erstaunlich flüssigem Jeju-Dialekt an die alte Frau wendet, sieht die sich mit Ereignissen ihrer Jugend konfrontiert und wendet sich brüsk ab. Young-Sook und ihre beste Freundin Mi-ja Han hatten sich in den 1930ern schon als Kinder geschworen, Jungen aus ihrem Dorf zu heiraten, damit sie nicht durch Heirat in andere Dörfer voneinander getrennt würden. Young-sook lernt die Waise Mi-ja kennen, als sie aus Hunger Lebensmittel stiehlt, weil sie bei Onkel und Tante nicht genug zu essen bekommt.
Doch die Realität war von diesem Traum weit entfernt. In ihrer streng konfuzianisch denkenden Kultur (eine Frau gehorcht zuerst ihrem Vater, dann ihrem Ehemann und als Witwe ihrem Sohn) wurden die Ehen der jungen Frauen natürlich von einer Vermittlerin arrangiert. Ehevermittlung ist eine Wissenschaft für sich; denn Menschen aus den Bergen heiraten nicht ans Meer, Einzelkinder keine Geschwisterkinder und die Hautfarbe ist auch zu beachten. Die Mädchen wuchsen in einer matrilinearen Gesellschaft auf, in der die Schwesternschaft der Haenyo nach seltenen Meeresfrüchten für den Weiterverkauf taucht. Frauen haben die Pflicht, einen Sohn zu gebären, der für die Ehrung der Ahnen zuständig ist, und (allein) das Geld für den Schulbesuch des kleinen Prinzen zu verdienen. Viele Söhne zu haben, ist eine kostspielige Angelegenheit; Töchter bleiben Analphabetinnen und damit abhängig von anderen, meist vom Ehepartner. So kann Young-Sook ihren Ehevertrag nur mit einem Daumenabdruck unterschreiben. Der eigentliche Reichtum, viele Töchter zu haben, wird kaum geschätzt, obwohl die Leistung der Taucherinnen das Kapital des Dorfes ist. Während die Frauen ihrer gefährlichen und körperlich belastenden Arbeit nachgehen, werden die Kinder auf Jeju von ihren Vätern betreut. Lebenslange Schäden durch die Dekompressionskrankheit bei Yu-ri führen der jungen Young-sook drastisch die Verantwortung vor Augen, die die Generation ihrer Mutter für das Taucherinnen-Kollektiv trägt.
In der Ehe mit dem Lehrer Jun-Bu sieht sich Young-sook durch modernes Denken herausgefordert; ihr Mann kündigt an, dass alle seine Kinder Schulbildung erhalten sollen – und dagegen wird sich seine Frau ihr Leben lang auflehnen. In Rückblenden folgen wir Young-sook durch die jahrzehntelange japanische Besetzung der Insel den Koreakrieg und bis zum Massaker am 3. April 1948 auf Jeju. Ihr Leben bestand nationalen Traumata und ihrer fatalen Kränkung durch Mi-ja, die nur in kleinen Schritten ans Licht kommt.
Ist Trauma Schicksal?
Die Vermischung der nationalen Unfähigkeit, um die Opfer in Südkoreas Massengräbern zu trauern, und Kim Young-sooks persönlicher Kränkung durch ihre Kindheitsfreundin konnte mich nicht überzeugen, weil Lisa See m. A. die Position von Frauen im Konfuzianismus nicht deutlich als das gemeinsame Holz zeigt, auf dem Gewalt und Nationalismus wachsen. Young-sooks Beharren auf alten Werten bis in die Gegenwart führt uns eindringlich vor Augen, wie schwer sich aus dem Knäuel Analphabetismus, arrangierte Ehen und Überhöhung der Söhne im Konfuzianismus ein Faden herausziehen ließ, und es zeigt zugleich, wie besonders Frauen der Gleichberechtigung aller Frauen im Weg stehen.
4 1/2 Sterne
Inge H, Rezensent*in
Freundinnen
Für den Roman „Die Insel der Meeresfrauen“ hat die Schriftstellerin Lisa See genau und auch in Korea recherchiert.
Dieser Roman spielt auf der koreanischen Insel Jeju.
Dort wurden die Frauen zu Meerestaucherinnen ausgebildet.
Die Protagonistinnen sind sind Young.Sook und ;i-ja, sie sind Freundinnen.
Es ist nicht nur das Tauchen, das interessant ist, sondern auch die schwierige Freundschaft.
Wir erleben dann auch noch die schwierige Zeit, als japanische Soldaten die Insel besetzten.
Aber auch danach war die Lage voller Grausamkeiten.
Lisa See ist eine wirklich begnadete Schriftstellerin, die mich immer wieder begeistert.
Sie schreibt mit großer Präsident .
Dieser Roman ist wieder sehr zu empfehlen.
Buchhändler*in 1685571
Ein beeindruckender Roman. Die legendären Haenyeo leben auf der südkoreanischen Insel Jeju und bestreiten ihren Lebensunterhalt, in dem sie in die Tiefe tauchen - ohne Sauerstoffgerät. Dabei erzählt Lisa See nicht nur die Geschichte der Freundinnen Mi-ja und Young, sondern auch die wechselhafte Geschichte der Insel Jeju im 20. Jahrhundert. So durchleidet man als Leser*in die unfassbare Brutalität, der die Bewohner'innen gerade nach dem zweiten Weltkrieg ausgeliefert waren. Ein starkes Buch über starke Frauen, das einem einen Einblick gibt in die Kultur und Geschichte Südkoreas. Unbedingte Leseempfehlung.
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