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All die Farben, all das Licht
Roman
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Erscheinungstermin 11.07.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Ein bewegendes Debüt: zwei Schwestern, ein Roadtrip und die Frage, wie man weiterlebt, wenn sich alles ändert
Juna ist siebzehn und will trotz ihres schwindenden Augenlichts um jeden Preis Malerin werden. Martha ist dreizehn und versucht alles, um aus dem Schatten ihrer begabten Schwester zu treten. Die zwei wechseln kaum ein Wort miteinander. Doch dann verschlechtert sich Junas Diagnose, und sie erkennen, dass sie sich nur gemeinsam gegen die Welt wappnen können. Einfühlsam und kraftvoll erzählt Cora Wucherer vom unstillbaren Hunger auf das Leben und von einem Sommer, der alles verändert.
Seit sie denken können, teilen sich Juna und Martha ein Zimmer in ihrer engen Familienwohnung in München-Giesing. Doch das ist auch schon alles, was die beiden Schwestern gemeinsam haben. Juna, außergewöhnlich begabt und bedroht von einer seltenen Krankheit, erfährt, dass ihr wohl nur noch wenige Monate bleiben, bis sie ihr Sehvermögen verliert. Ihr Traum, einmal eine ebenso bedeutende Künstlerin zu werden wie ihr großes Vorbild Lotte Laserstein, scheint zu zerbrechen. Ihre jüngere Schwester Martha hingegen kämpft darum, überhaupt gesehen zu werden. Mit Junas Ausweis in der Tasche ergattert sie sich einen Nebenjob in einem Kino – und damit eine völlig neue Unabhängigkeit. Als Juna unbedingt ihr Lieblingsgemälde von Lotte Laserstein in Malmö sehen will, ergreift Martha ihre Chance und organisiert eine heimliche Reise für die beiden. Was als Abenteuer beginnt, wird zu einer ungeahnten Herausforderung – und die Schwestern geraten an die Grenzen dessen, was sie voneinander zu wissen glaubten.
Ein bewegendes Debüt: zwei Schwestern, ein Roadtrip und die Frage, wie man weiterlebt, wenn sich alles ändert
Juna ist siebzehn und will...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783608967043 |
| PREIS | 25,00 € (EUR) |
| SEITEN | 320 |
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Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 1987227
Schöne unterhaltsame Geschichte die von zwei ungleichen Schwestern handelt. Juna möchte Malerin werden. Doch ihre Beeinträchtigung wird ihr einen Strich durch die Rechnung zu machen. In ungewisser Zeit wird siie erblinden. Das etwas zu abrupte Ende des Buches hat mich etwas irritiert.
Katja P, Buchhändler*in
So eine gute und einfühlsame Geschichte um die beiden Schwestern Juna und Martha. Toll geschrieben und eine klare Leseempfehlung!
Lisa K, Buchhändler*in
Beim Lesen dachte ich mir immer wieder "Wow - Was für ein kraftvolles, lebendiges Debüt!"
Und überhaupt: Was für eine wunderbare, strahlende Geschichte!
"All die Farben, all das Licht" ist mehr als ein Coming-of-Age-Roman, es ist ein Buch über das Schwester-sein und Schwester-haben, über Freundschaft, Mut und Zusammenhalt und nicht zuletzt der Suche nach dem eigenen Ich.
Die siebzehnjährige Juna ist mit einer genetischen Erkrankung konfrontiert, die ihr Hörvermögen beeinträchtigt und sie letztendlich außerdem auch erblinden lassen wird. Dies stellt eine große Herausforderung für Juna dar, da sie schon lange davon träumt, die Kunstakademie zu besuchen und Künstlerin zu werden. Ihre jüngere Schwester Martha lebt seit der Diagnose im Schatten ihrer Schwester und deren Schicksal.
Nach dem frühen Tod ihrer Mutter leben die beiden Schwestern allein mit ihrem Vater, der als Krankenpfleger hart arbeitet, um sie zu ernähren. Oft ist er nicht da und permanent übermüdet, was die Situation für die Schwestern zusätzlich erschwert.
Der Roman begleitet Juna und Martha über einen Zeitraum von sechs Monaten und taucht ein in ihre Ängste und Nöte. Cora Wucherer gelingt es dabei, die Gefühle der Schwestern mit großer Empathie zu schildern, sodass sich die Leserinnen und Leser gut in sie hineinversetzen können. Ohne zu urteilen, lässt sie Raum für eigene Interpretationen. Durch die Einbeziehung des Freundeskreises von Juna und Martha wird die Geschichte zusätzlich bereichert.
Das Setting in München hat mir besonders gut gefallen, da es mir ein Gefühl von Vertrautheit vermittelt hat.
Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es erzählt auf eindrucksvolle Weise das Erwachsenwerden unter erschwerten Bedingungen und die Suche nach Alternativen.
Der Roman „All die Farben, all das Licht“ von Cora Wucherer erzählt die berührende Geschichte der Schwestern Juna und Martha, die gemeinsam mit ihrem verwitweten Vater in einer kleinen, beengten Wohnung leben. Obwohl sie sich ein Zimmer teilen, könnten ihre inneren Welten kaum unterschiedlicher sein.
Juna ist 17 Jahre alt und lebt mit der Usher-Krankheit – einer fortschreitenden Einschränkung von Gehör und Sehvermögen. Ihr größter Traum ist es, Malerin zu werden, doch dieser scheint mit jeder Verschlechterung ihrer Sinne unerreichbarer. Martha hingegen steht oft im Schatten ihrer Schwester. Sie fühlt sich übersehen, als würde sich alles nur um Juna drehen.
Als Juna den Wunsch äußert, nach Malmö zu reisen, um das Werk ihrer Lieblingskünstlerin ein einziges Mal mit eigenen Augen zu sehen, fasst Martha einen mutigen Entschluss: Sie will ihrer Schwester diesen Traum erfüllen. Es beginnt eine ungewöhnliche Reise – voller Herausforderungen, Abenteuer und emotionaler Momente. Vor allem aber wird es eine Reise, die die beiden Schwestern einander näherbringt.
Cora Wucherer gelingt eine einfühlsame Geschichte über Geschwisterliebe, Ängste, Hoffnung und das Bedürfnis, gesehen zu werden – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Figuren sind authentisch und nahbar, sodass man ihre Gefühle intensiv miterlebt.
Ein bewegender Roman für Leserinnen und Leser jeden Alters, der lange nachhallt.
Eine ganz warme und wunderbare Familiengeschichte, in deren Mittelpunkt die Schwestern Martha und Juna stehen.Martha ist 14 und hat, ihrer Meinung nach, keine besonderen Begabungen.Sie blickt zu ihrer 3 1/2 Jahre älteren Schwester auf, die wunderbar zeichnen kann und ,Marthas' Meinung nach, viel hübscher ist.Juna hat das Usher Syndrom, das bedeutet, dass sie bald nichts mehr sehen kann.Das ist für Juna besonders schlimm, da sie sich nach dem Abitur an der Kunstakademie bewerben wollte.
Ein spontaner Trip mit ihrer Schwester nach Schweden verändert Junas Sicht auf die Dinge und auch Martha wird selbstbewusster.
Ich werde das Buch sehr gerne empfehlen.
Leyla E, Buchhändler*in
Eine sehr schöne Erkundung über das Schwesternsein. Man kann beide Seiten verstehen und möchte doch, dass beide endlich zueinander finden. Ich bin aber leider nicht drumherum gekommen mich mit Marthas Seite mehr zu identifizieren, was Junas Sichtweise für mich manchmal sehr anstrengend zu verfolgen war. Aber vielleicht spricht das nur umso mehr um die gewifte Art und Weise wie Cora Wucherer diese komplexe Beziehung aufs Papier gebracht hat.
Stefanie R, Buchhändler*in
Mein Lieblingsbuch in diesem Frühjahr! Martha hätte ich auch gerne als Schwester :) Sehr einfühlsam und lebendig erzählt. Absolute Empfehlung 👍🏻
Buchhändler*in 1800602
Sofort schleicht sich ein Lächeln in mein Gesicht, wenn ich an die
Lektüre dieses Buches denke. Zwei Schwestern teilen sich ein kleines
Zimmer und könnten leider nicht weiter voneinander entfernt sein. Wärend
der alleinerziehende Vater sich liebevoll um alles kümmert, ist er was
Kommunikation angeht nicht das beste Vorbild.
Als Leser lernen wir sowohl die Sichtweisen der siebzehnjährigen Juna
kennen, als auch die ihrer kleineren Schwester Martha. Es war mir ein
leichtes mit beiden mitzufühlen, während Junas Augen sie aufs
verzweifelndste im Stich lassen noch bevor sie ihren Durchbruch als
Künstlerin feiern konnte, und Martha mehr sein will als nur die kleine
Schwester, die ständig Rücksicht nehmen soll. Martha erträgt Junas
gewaltvollen Gefühlsausbrüche, solange sie denken kann, jedoch findet
bisher keiner in der Familie Worte für das, was sie wirklich bewegt;
nicht für Gefühle und nicht für den Verlust oder das Leben von Junas und
Marthas Mutter.
Ein wunderschönes Buch über den Weg zum einander Zugewandsein und der
Selbstliebe!
Lehrende*r 1670059
Ein sehr gelungener Roman mit authentisch wirkender Geschichte, die von zwei Mädchen aus ihrer jeweiligen Sichtweise erzählt wird. Das Ganze wirkt sehr lebensnah, wenn auch an einigen Stellen zu konstruiert (Erkrankung Marthas als Auslöser des Kümmerns des Vaters).
Rezensent*in 1697881
Seit ihrer Kindheit teilen sich Juna und Martha ein Zimmer in der viel zu kleinen Wohnung, in der sie gemeinsam mit ihrem Vater leben. Und doch sprechen sie kaum ein Wort miteinander. Juna leidet an der Usher-Krankheit und weiß, dass sie bald ihr Augenlicht verlieren wird. Damit gerät auch ihr größter Traum in Gefahr: einmal als Künstlerin in die Fußstapfen ihres Vorbilds Lotte Laserstein zu treten. Martha hingegen kämpft darum, endlich aus dem Schatten ihrer Schwester zu treten und ihren eigenen Platz im Leben zu finden.
Bevor Juna ihr Sehvermögen vollständig verliert, möchte sie unbedingt ihr Lieblingsgemälde von Lotte Laserstein in Malmö sehen. Martha organisiert die Reise und für die beiden beginnt ein Abenteuer, das sie nicht nur näher zu sich selbst, sondern auch zueinander führt.
Obwohl ich eine ganz andere Vorstellung hatte, wie die Geschichte ablaufen würde, hat mich das Buch komplett abgeholt. Der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen und die Gefühle der Figuren waren durchgehend greifbar - Tränen inklusive.
Da ist Juna. Juna, die Angst vor der Zukunft hat, vor allem, was kommt, und vor allem, was sie verlieren könnte. Die kaum weiß, wie sie ihren Freunden von der Diagnose erzählen soll, und still an der Situation zerbricht. Die sich immer weiter zurückzieht, weil ihre neue Realität sie überfordert - und weil sie plötzlich nicht mehr weiß, was ihre Kunst, ihre Träume und ihr ganzes Leben noch für sie bedeuten.
Und Martha. Martha, die ihr ganzes Leben lang im Schatten ihrer Schwester stand und sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich selbst gesehen zu werden. Die Antworten über ihre Mutter sucht, die sie nie kennenlernen durfte, und etwas finden möchte, das nur ihr gehört - einen Platz, an dem sie nicht „die Schwester von Juna“ ist, sondern einfach sie selbst.
Die Autorin beschreibt die Ängste, Hoffnungen und inneren Kämpfe der beiden Schwestern unglaublich einfühlsam. Und wow, als dann ganz überraschend Kapitel 20 kam, hat mir das noch einmal kurz den Boden unter den Füßen weggezogen. Haltet auf jeden Fall die Taschentücher bereit.
An der ein oder anderen Stelle war die Geschichte vielleicht ein bisschen holprig, aber das ändert absolut nichts daran, dass „All die Farben, all das Licht“ ein wirklich ganz, ganz toller Debütroman ist, den ich auf jeden Fall weiterempfehlen werde.
Inge H, Rezensent*in
Schwestern
Der Roman „All die Farben all das Licht“ ist das Debüt von Cora Wucherer.
Die Autorin schreibt mit faszinierendem Stil einen Roman, aus dem Leben gegriffen.
Es geht um zwei Schwestern, Luna 17 Jahre alt und Martha 14 Jahre. Bei Marthas Geburt ist die Mutter gestorben. Der Vater ist Pfleger im Krankenhaus. Er erzieht seine Töchter allein.
Bei June ist Schwerhörigkeit testatiert worden und jetzt dauert es nicht mehr lange und sie erblindet. Sie hat das Ascher Syndrom, dadurch hat der Vater mehr auf Juna geachtet. Martha fühlte sich unsichtbar. Der Altersunterschied ist Schuld an der Spannung zwischen ihnen, das ist normal. Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Später werden sie dann bestimmt Freundinnen. Das Ende kam etwas abrupt, aber es ist gut so.
Die Autorin hat abwechselnd June und Martha erzählen lassen. So ist das ein packender Roman geworden.
Rezensent*in 1862094
Meine Güte, wie fantastisch kann ein Debütroman sein? Als brennende Coming-of-Age-Leserin dachte ich, ich würde die klassischen Themen kennen, die ein solcher Roman umfasst. Und dann kommt Cora Wucherer um die Ecke und schreibt eine Geschichte über Schwesternschaft, die in mir alles ausgelöst hat zwischen explosionsartigem Lachen und heißen Tränen. Wie wundervoll sympathisch können zwei Seiten eines Genpools beschrieben werden, wie einfühlsam können existenzielle Themen wie Behinderung im Kontext von Freund:innenschaft, Zukunftsangst und Verbundenheit bebildert sein? Aus meiner Sicht ist Cora Wucherer etwas herausragendes gelungen: Einem Einzelkind wie mir die Vielschichtigkeit und Tiefe von Geschwisterschaft erklärlich zu machen. Vielen Dank für den Coming-of-Age-Roman des Jahres!
„Ich bin Marthas Schwester“, sage ich. Und trete ins Licht.
Die 17jährige Juna möchte unbedingt Malerin werden, schon immer war das ihr Traum. Auch die Diagnose „Usher-Syndrom“ und ihre drohende Erblindung halten sie nicht davon ab.
„Ich werde in fünf Monaten kaum noch sehen. Ich werde nicht auf die Kunstakademie gehen, ich werde nirgends hingehen. Wahrscheinlich werde ich für immer in diesem 15-Quadratmeter-Zimmer wohnen, und Martha wird die Einzige sein, die auszieht und in die Welt hinausgeht. Martha, die nicht auf die Hilfe von anderen angewiesen ist, Martha, der alle Möglichkeiten offenstehen und die absolut nichts daraus macht.
Ich will nichts anderes machen als Malen. Ich will nicht BWL studieren, will nicht einer von diesen Menschen werden. Ich hatte einen Plan, ich hatte immer einen Plan. Jetzt habe ich plötzlich gar nichts mehr.“
Ihre besten Freundinnen Daria und Christina sind neben der Kunst das Wichtigste für sie, ihre Beziehung zu Constantin dagegen bröckelt.
Junas 13jährige Schwester Martha wurde oft übersehen, immer stand die Gesundheit ihrer Schwester, die neben dem schwindenden Augenlich zusätzlich von Geburt an einen Hörfehler hat, im Mittelpunkt. Martha ist es leid, ständig mit der talentierten Juna verglichen zu werden: „Wie oft habe ich das schon gehört? Ich bin immer nur Junas Schwester, aber in dick. Junas schlechtere Version.“
Früher standen sich die Schwestern nahe, inzwischen reden sie kaum miteinander.
Als Marthas bester Freund Alex ist in den Ferien verreist, verschafft sie sich heimlich und mit dem geklauten Ausweis ihrer Schwester einen Job im Kino. Sie genießt die Unabhängigkeit, freundet sich mit ihrem Kollegen Sam an. Und sie lernt Sophie kennen, die gerade erst nach München gezogen ist, und verliebt sich in sie. Doch wie soll sie ihr das sagen?
Als Junas Diagnose sich unerwartet schneller verschlechtert, ist das ein Schock für Juna:
„Ich denke an Dr. Aumüllers Worte, an Papas Drängen. Psychotherapie. Mobilitätstraining. Es kommt mir bescheuert vor, meine letzten kostbaren Monate darauf zu verwenden, mich auf die Dunkelheit vorzubereiten. Was für eine Verschwendung. Sollte ich nicht eher versuchen, noch möglichst viel zu schaffen? Zu sehen?“
Juna möchte vor ihrer Erblindung unbedingt nochmal ihr Lieblingsgemälde von Lotte Laserstein in Malmö sehen. Mit Marthas Kino-Gehalt brechen die beiden Schwestern heimlich nach Schweden auf. Doch das Abenteuer wird zu einer ungeahnten Herausforderung, und als Juna plötzlich spurlos verschwunden ist, ist Martha am Verzweifeln ... Die beiden Schwestern begreifen, dass sie nur gemeinsam die Schwierigkeiten des Lebens meistern können.
Abwechselnd wird aus der Perspektive von Juna, Martha und ihrem Vater Georg erzählt, was mir sehr gut gefallen hat, ebenso der Schreibstil von Cora Wucherer. Die Abwesenheit der Mutter, die bei Marthas Geburt starb ist genauso greifbar wie Junas Verzweiflung angesichts der nahenden Erblindung; auch Marthas Zerrissenheit und Nichtgesehenwerden konnte ich so sehr nachfühlen.
Dass Cora Wucherer in den Roman auch Fakten über die Künstlerin Lotte Laserstein einfügt, Junas großes Idol, hat mir sehr gut gefallen und mich nun auch neugierig auf diese Malerin gemacht.
„All die Farben, all das Licht“ ist ein sehr berührender, intensiver Coming-of-age-Roman über Schwesternschaft, Freundschaft und Liebe, Zusammenhalt und Mut, der meine Erwartungen sogar übertroffen hat - ich vergebe 5 Sterne und eine eindeutige Leseempfehlung!
Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag & NetGalley.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚
anke z, Buchhändler*in
Was für ein Debüt! Ich liebe das Buch von der ersten Seite an. Die Schwestern Martha und Juan sind mir ans Herz gewachsen.
Wunderbar wie Cora Wucherer die jeweilige Geschichte erzählt: berührend, herausfordernd, warmherzig.
Ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Roman der Autorin.
In „All die Farben, all das Licht“ erzählt Cora Wucherer von den Schwestern Juna und Martha, die gemeinsam mit ihrem Vater zusammen leben und trotz des geteilten Zimmers könnten die beiden kaum unterschiedlicher sein. Während die 17-jährige Juna mit der fortschreitenden Usher-Krankheit, diese führt zum Hörverlust und Erblindung, lebt und davon träumt, Künstlerin zu werden, fühlt sich die jüngere Martha oft unsichtbar und an den Rand gedrängt.
Als Juna unbedingt nach Malmö reisen möchte, um die Werke ihrer Lieblingsmalerin noch einmal sehen zu können, bevor ihre Erkrankung weiter voranschreitet, beschließt Martha, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Gemeinsam machen sich die Schwestern auf eine Reise, die nicht nur voller Herausforderungen steckt, sondern auch ihre Beziehung zueinander verändert.
Die Autorin schreibt in einem weichen, fast poetischen Stil der aber einen leichten Lesefluss ermöglichst. Sie packt viel Bedeutung in die Sätze hinein, wie z.B.
"Juna war größer als ich, unerreichbar. Das ist sie immer noch, obwohl ich sie mittlerweile um ein paar Zentimeter überrage." (Pos.163) oder "Ich habe nie daran gedacht, dass das bedeuten könnte, dass sie übersehen wird. Dass ihre Gesundheit sie unsichtbar macht." (Pos. 3589).
Der Roman behandelt Themen wie Familie, Verlustängste, Hoffnung und das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Verständnis auf sehr einfühlsame Weise. Besonders die Beziehung zwischen den Schwestern wirkt glaubwürdig und emotional nah, wodurch man ihre Gedanken und Gefühle intensiv miterlebt.
Dies macht die Autorin sehr deutlich durch die wechselnden Sichtweisen in den Kapiteln.
Auch der Umgang mit einer degenerativen Krankheit in jungen Jahren arbeitet Cora Wucherer präzise auf. Ich konnte mich durch die Darstellung der Wut und Zerissenheit gut in die Gefühlswelt von Juna einfinden. Sehr schön fand ich auch die Darstellung des starken Willens von Martha und ihrer Resilienz.
Dank Cora Wucherer habe ich auch ein neues Wort gelernt: Komorebi - Sonne die durch ein Blätterwerk scheint. (Pos. 3207) Das finde ich ein sehr großartiges Wort.
Ein berührendes und zugleich warmherziges Buch, das lange im Kopf bleibt. Ich habe es gern gelesen und selten aus der Hand legen können.
Buchhändler*in 1031320
Die Geschichte von Juna und Martha ist bewegend, warmherzig und hallt lange nach. Die Autorin hat unglaublich beeindruckend die Gefühlswelt und die Bedürfnisse der beiden Schwestern zum Ausdruck gebracht.
Juna die nur noch wenige Monate hat bis sie erblinden wird und nicht mehr ihrer Liebe zur Malerei nachgehen kann. Martha die einfach auch endlich mal gesehen werden möchte und aus den Schatten ihrer kranken Schwester ,um die sich alle Sorgen machen hervortreten möchte.
Ich bin in den Schreibstil gut rein gekommen es lässt sich flüssig und leicht lesen. Manche Sätze sind fast poetisch und bringen eine unglaublich tiefe Bedeutung mit sich.
Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!
Das Etwas zwischen Schatten und Licht
In letzter Zeit sind mir einige Bücher mit künstlerischen Inhalt in die Hände gefallen und ich hab sie alle sehr genossen! Hier war ich jedoch sehr auf die Beziehung der beiden Schwestern gespannt. Diese ist zumindest zu Beginn des Romans anders als erwartet, sehr entfremdet ("Galaxien weit entfernt") und erlebt im Laufe der Handlung eine wunderschöne Entwicklung, gleich den Protagonistinnen selbst.
Juna, die exzentrisch Künstlerin mit dem Usher-Syndrom, welches noch vor ihrem richtigen Erwachsenen-Sein und dem ihr stark gewünschten Durchbruch zur Erblindung führen wird, steht im Kontrast zur abenteuerlustigen, für ihr Alter sehr reifen 13-Jährigen Schwester Martha.
Abwechselnd wird die Geschichte mit den Eindrücken und Gedanken der beiden Schwestern dargestellt.
Dabei empfand ich, dass es der Autorin einmal mehr, einmal weniger gelang diese altersentsprechend darzustellen. Es war für mich ein Zwiespalt, denn die Gedanken von Juna als auch Martha bleiben für jemanden nicht in dieser Ausnahmesituation an der Grenze zu Plausibilität. Zunächst, weil wenige wissen, wie es sich mit dieser Erkankung lebt und zusätzlich der Verlust der Mutter beide Schwestern zwingt schnellst möglich selbstständig und erwachsen zu sein.
Juna bringt den Aspekt der Kunst in den Roman, indem sie Lotte Laserstein nacheifert und Fragen nach deren Ideen, deren Weltbild und deren Überlegungen zu ihren Kunstwerken stellt. Sie wirkte auf mich dabei erst sehr selbstsüchtig, verbittert und wütend, da sie ihr Schicksal mit Verdrängung und für sich bezwingen wollte.
Währenddessen spürt sie natürlich die drängenden Dunkelheit, die sich schleichend um sie hüllt, ihre Welt weiter verkleinert, dabei große Angst macht und sie schmerzlich wahrnehmen lässt, wie ihr großer Traum von Malerei zu zerplatzen droht. Erst als sie erkennt, wieviel Raum sie in aller Leben eigentlich einnimmt, das Wegstoßen der Menschen um sie rum bleiben lässt und mit Hilfe eines unerwarteten Fremden die Perspektive wechselt, offenbart sich ihr, dass es nicht nur hell und dunkel gibt, sondern ganz viel zwischen Schatten und Licht- "Komorebi".
"Wenn etwas Schlimmes passiert, hast du eine Menge Möglichkeiten, damit umzugehen."
Im Gegensatz dazu steht Martha, die für ihr Alter oft weiser ist als ihr wahrscheinlich gut tut, dabei große Rücksicht auf ihre Schwester nimmt, die Wut auf diese besser als so manch Erwachsener umleiten kann und wachsam ihre Umwelt beobachtet. Sie bringt in eine schwermütige Geschichte trotzdem eine jugendliche Leichtigkeit, humorvolle Abschnitte in Gesprächen mit ihrem skurrilen Freund Alex, erlebt die ersten romantischen Gefühle, stellt unverblümt laut Fragen, obwohl sie in ihrer Familie oft ungesehen bleibt und entdeckt auf ungewöhnlichen Wegen die ihr unbekannte, tote Mutter und eine neue Art der Zuneigung zu ihrer Schwester.
Als Martha in einen lebensbedrohlichen Zustand gerät, fällt endlich auch ihrem Vater die Ungleichheit in der Behandlung zwischen den Schwestern auf und sie erhalten das erste Mal in ihrem Leben eine für beide gesunde und ausgegliche Menge an Aufmerksamkeit.
Emotional hat mich das Buch ehrlicherweise nur wirklich auf den allerletzten Seiten erwischt, dort dafür unvermittelt, intensiv und wunderschön für den Abschluss!
"Ich bin Marthas Schwester", sage ich. Und trete ins Licht.
Fazit: Am Ende war der Roman ganz anders als erwartet und trotzdem genau richtig für sommerliche Lesemomente!
Rezensent*in 1866102
Dieses Buch hat mich tief im Herzen berührt. Cora Wucherer hat einen wunderschönen, fast schon poetischen Schreibstil, der die Emotionen der Charaktere unglaublich intensiv spürbar macht. Ich fand die Auseinandersetzung mit den Themen Verlust, Identität und den hellen sowie dunklen Facetten des Lebens sehr feinfühlig und authentisch gelöst. Die Geschichte entwickelt eine ganz eigene, magische Dynamik, der ich mich nicht entziehen konnte. Für mich ein absolutes literarisches Highlight!
Buchhändler*in 1285514
Wer in jungen Jahren die Diagnose bekommt, in kurzer Zeit blind und gehörlos zu werden, ist, wie Juna, in ständiger Alarmbereitschaft, nicht mehr genug Zeit zu haben, so zu leben, wie es sich für eine junge Frau anfühlen sollte. Junas Schwester Martha lebt in deren Schatten, aber auch mit der Last, dass ihre Geburt den Tod für die Mutter der beiden Mädchen bedeutete. Der für die Kleinfamilie sorgende Vater ist überfordert, die Wohnung zu klein, doch Juna träumt von einer Karriere als Malerin,- solange sie noch sehen kann. Auf der gemeinsamen Reise nach Schweden zum Museum mit den wichtigsten Gemälden Lotte Lasersteins erkennen die beiden unterschiedlichen Mädchen, wie sehr sie sich brauchen. Nach einer Reise voller Abenteuer findet sich die Kleinfamilie neu. Auch für Jugendliche schon gut zu empfehlen!
Was für ein einfühlsames und künstlerisches Debüt!
Cora Wucher hat hier nicht nur ein echtes Debüt-Highlight des Sommers geschrieben, sondern eine Coming-of-Age-Geschichte der Extraklasse. Es geht über die Bedeutung von Kunst im Leben, die Härte des Alleinerziehens und die tiefgründige Liebe von Schwestern. Zudem ist es eine fantastische Hommage an Lotta Laserstein.
Es ist ein Buch über Freundschaft und Einsamkeit. Ein Buch über Liebe und Wut. Ein Buch über Zusammenhalt und Verlust. Ein Buch über Schwesternschaft und Ablehnung.
Oder ganz einfach zusammengefasst: Es ist ein Buch über das Leben.
Lasst euch dieses Buch nicht entgehen!
Buchhändler*in 652479
Es geht um zwei Schwestern, die gemeinsam auf einen ungewöhnlichen Roadtrip gehen - die Jüngere erfüllt dabei der Älteren einen Wunsch und zeigt damit eine unglaubliche Zuneigung und große Liebe zu ihrer Schwester, die aufgrund einer Erkrankung ihr Augenlicht verliert.
Barbara H, Buchhändler*in
Für junge Menschen, weil es viel über das Erwachsenwerden im Allgemeinen und den Umgang mit einer seltenen Krankheit geht. Für ältere Menschen, weil das Buch einen wundervollen Einblick in die Gedankenwelt junger Menschen gibt.
Rezensent*in 1353500
Berührend und leise erzählt
All die Farben, all das Licht ist eine ruhige, emotionale Geschichte, die mich vor allem durch ihre Figuren und die Beziehung der beiden Schwestern berührt hat.
Juna träumt davon, Künstlerin zu werden und an einer Kunsthochschule zu studieren. Gleichzeitig muss sie mit der Diagnose leben, dass sie in naher Zukunft ihr Augenlicht verlieren wird. Ihre jüngere Schwester Martha steht oft im Schatten dieser Krankheit. Während sich vieles um Juna dreht, versucht Martha ihren eigenen Platz zu finden, übernimmt Verantwortung und muss häufig stärker sein, als es für ihr Alter eigentlich nötig wäre.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Juna und Martha, gelegentlich kommt auch ihr Vater zu Wort. Gerade dieser Perspektivwechsel hat mir sehr gefallen, weil er die Gedanken, Sorgen und Hoffnungen aller Beteiligten greifbar macht. Dadurch konnte ich mich gut in die Figuren hineinversetzen und ihre Entscheidungen und Gefühle nachvollziehen – auch dann, wenn ich nicht immer alles genauso entschieden hätte wie sie.
Besonders berührt hat mich die Entwicklung der Beziehung zwischen den Schwestern. Zwischen Liebe, Frust, Eifersucht und Sorge entsteht nach und nach ein stilles, tiefes Verständnis füreinander. Diese Veränderung beschreibt Cora Wucherer sehr feinfühlig und glaubwürdig. Es sind vor allem die kleinen Momente und leisen Zwischentöne, die die Geschichte so besonders machen.
Auch die Einbindung der Malerin Lotte Laserstein hat mir gut gefallen. Sie verleiht dem Roman eine zusätzliche Ebene und macht Junas Leidenschaft für die Kunst greifbar. Dadurch wurde die Geschichte für mich noch bildlicher und lebendiger.
Die seltene Erkrankung, mit der Juna lebt, war mir vorher nicht bekannt. Umso spannender fand ich es, mehr darüber zu erfahren. Dabei wirkt der Roman nie belehrend, sondern zeigt einfühlsam, welche Auswirkungen eine solche Diagnose auf das Leben einer ganzen Familie haben kann.
Der Roman setzt weniger auf große Dramatik als auf die Entwicklung seiner Figuren und die leisen Momente zwischen ihnen – genau das hat für mich seinen besonderen Reiz ausgemacht.
Auch einige Tage nach dem Lesen musste ich noch an Juna und Martha denken – für mich immer ein Zeichen dafür, dass mich eine Geschichte wirklich erreicht hat. 4/5 Sterne
Mit „All die Farben, all das Licht“ ist der ZEITmagazin-Autorin Cora Wucherer eine berührende Geschichte über zwei Schwestern gelungen, die merken, was sie aneinander haben. Zwischen Krankheit und Kunst steckt die ganze Komplexität einer Beziehung, wie es sie nur zwischen Schwestern geben kann. Ganz ganz toll und sehr zu empfehlen!
Vera N, Buchhändler*in
Was für ein rundum gelungener Roman! Ich habe beide (bzw auch Georgs Kapitel) Erzählstimmen geliebt - Martha noch ein bisschen mehr als Juna. Juna's Krankheit und ihre Frust werden von der Autorin so einfühlsam und nachvollziehbar behandelt, und auch Martha's Gefühl als die übersehene, weil gesunde Schwester fand ich sehr realistisch herausgearbeitet. Juna's Begegnung mit Arvid in Malmö war ein bisschen konstruiert, aber das verzeihe ich leicht. Freundschaft, Trauer, erste Liebe, Familie, Behinderung, Träume, Kommunikation, Erwachsenwerden, Roadtrip: es steckt soviel in diesem Buch drin. Und ein perfekter letzter Satz. Ich wünsche dem Roman unglaublich viel Erfolg!
Rebecca M, Buchhändler*in
Wunderbare Geschichte über eine Familie, die versucht miteinander klarzukommen. Doch als alleinerziehender Vater übersieht man doch hier und da etwas. Schwestern, die versuchen alleine zurecht zu kommen, sich aber am Ende doch brauchen.
Rezensent*in 1121393
Cora Wucherer lässt in ihrem Debütroman die Geschwister Martha und Juna wechselseitig aus ihrer Perspektive erzählen. Juna hat eine ärztliche Diagnose erhalten, sie wird innerhalb kürzester Zeit ihr Sehrvermögen verlieren, dabei will sie Künstlerin, genauer Malerin, werden, und gilt als Ausnahmetalent. Martha, die kleine Schwester, teilt sich mit ihr ein Zimmer. Sie leben ´gemeinsam mit ihrem Vater in einer kleinen Wohnung in München.. Martha fühlt sich vernachlässigt, fast unsichtbar, neben ihrer kranken großen Schwester.. Junas Angst vor der Dunkelheit und Marthas Kampf um mehr Sichtbarkeit ist für uns Leserinnen und Leser deutlich spürbar. Ein sehr emotionales Buch!
Buchhändler*in 1182216
Großes Highlight. Trotz der schweren Themen war dieses BUch super leicht. Man ist so richtig in den Sommer reingekommen. Die Beziehungen der Schwerstern und die Dynamik in der Familie ist wohl eine, die viele kennen, die sich in einer ähnliches Situation befinden. Das wird so ziemlich jedem in die Hand gedrückt. Ich bin der Meinung, dass das ein super starker Roman ist. Nicht nur ein belletristischer Titel, ich sehe ihn auch im Jugendbuch.
Beschäftigte*r in der Buchbranche 1916853
All die Farben, all das Licht“ von Cora Bucherer hat mich von der ersten Seite an berührt. Obwohl die Geschichte ein schweres Thema behandelt, ist sie niemals bedrückend. Im Gegenteil: Der Roman ist warmherzig, tiefgründig und voller Hoffnung geschrieben.
Besonders beeindruckt hat mich, wie die Autorin die Geschichte der beiden Mädchen erzählt, die ohne ihre Mutter aufwachsen und in einer Familie leben, in der über Schmerz und Verlust kaum gesprochen wird. Ihr Weg ist nicht leicht, und gerade deshalb habe ich ihre Stärke und ihren Zusammenhalt umso mehr bewundert.
Durch den Schreibstil in der Gegenwartsform war ich den Figuren sehr nah. Ich hatte oft das Gefühl, nicht nur von ihrem Leben zu lesen, sondern sie wie gute Freundinnen zu begleiten. Ihre Gedanken, Gefühle und Herausforderungen wirkten dadurch besonders authentisch und lebendig.
Cora Bucherer gelingt es, ernste Themen sensibel und einfühlsam zu behandeln, ohne die Leichtigkeit und die Hoffnung aus den Augen zu verlieren. Für mich ist dieses Buch eine berührende Geschichte über Familie, Verlust, Zusammenhalt und die Kraft, trotz allem seinen eigenen Weg zu finden.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die emotionale und lebensnahe Geschichten mit viel Herz mögen.
Georg traute sich längst nicht mehr, seine Tochter Juna an ihre Kontrolltermine bei der Augenärztin zu erinnern. Durch das seltene Usher-Syndrom war seine älteste Tochter seit frühester Kindheit schwerhörig – und nun wird sie auch noch mit der rapiden Verschlechterung ihrer Sehfähigkeit konfrontiert. Das Zauberwort in ihrer Situation wäre Mobilitätstraining, aber die 17-Jährige wehrt sich vehement dagegen, ihre drohende Erblindung zu akzeptieren. Ebenfalls seit früher Kindheit ist Junas künstlerisches Talent bekannt; sie sollte aktuell eigentlich ihre Mappe für die Bewerbung an einer Kunsthochschule erstellen. Wie muss einfach schneller leben, schneller studieren, um ihren Traum zu verwirklichen. Doch zunächst gibt sich Juna nach außen angepasst, verbirgt ihre Sorgen, aber auch den Neid auf Martha, der aus ihrer Sicht alle Möglichkeiten offen stehen. Die 13-jährige jüngere Schwester Martha sieht sich in der undankbaren Rolle des nicht behinderten und daher nicht gesehenen Geschwisterkindes. Als wäre das nicht herausfordernd genug, hat Vater Georg bisher vermieden, mit seinen Töchtern über den Tod ihrer Mutter zu sprechen, ganz zu schweigen davon, am entgegengesetzten Ende der Republik ihr Grab zu besuchen. Mit einem allein erziehenden Vater, der in Schichten als Krankenpfleger arbeitet, und zwei entwurzelten Jugendlichen gemeinsam in einem winzigen Kinderzimmer lässt sich die brisante Stimmung in der kleinen Familie erahnen.
Empört, weil sie sich übersehen fühlt, hat Martha längst ihre eigene Agenda angelegt. Sie fackelt nicht lange, als Juna andeutet, dass sie mit ihrem Sehrest unbedingt ein Originalwerk der von ihr verehrten Malerin Lotte Laserstein sehen möchte. Als die Dinge eskalieren (beide Töchter sind ja noch nicht volljährig), erkennen die Schwestern das Netz aus Hilfsbereitschaft und Mentoren um sie herum, dessen sie sich bisher nicht bewusst waren. Martha ist in die Welt des Films getaucht und hat eine neue Freundin gefunden. Juna kann auf Freundinnen zählen und springt über ihren Schatten, als sie endlich Kontakt zur Kunsthochschule sucht.
Fazit
Erzählt wird das Abenteuer der gegensätzlichen Schwestern im Wechsel aus deren Ichperspektiven, ergänzt durch Georgs Sicht, mit der er sich an seine verstorbene Frau richtet. Neben der gelungenen Darstellung einer Jugendlichen, die ihre Behinderung annehmen muss, hat mich „All die Farben, all das Licht“ besonders durch die differenzierte Darstellung der jugendlichen Figuren begeistert. Das Verhältnis der Schwestern, die Beziehung zu Marthas Kollegen „im Job“, Junas platonischer Freund Constantin, von dem sie ein Jahr und Welten trennen, Sophie, die einfach auftaucht und nicht vorhat, sich anzupassen, – und nicht zuletzt der Junge aus dem Park, der Juna in die Realität zurückholt, sie alle finde ich absolut glaubwürdig. Ein sprachlich ansprechendes Debüt mit beindruckenden jugendlichen Figuren.
Rezensent*in 1415360
Was für ein schönes Debüt! "All die Farben, all das Licht" hat mir richtig gut gefallen.
Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Juna und Martha. Juna ist siebzehn und möchte unbedingt Malerin werden – obwohl ihr Augenlicht immer schlechter wird. Martha ist dreizehn und versucht, endlich aus dem Schatten ihrer älteren Schwester herauszutreten. Die beiden haben nicht viel miteinander zu tun, doch als sich Junas Diagnose verschlechtert, müssen sie sich plötzlich aufeinander verlassen.
Besonders gern mochte ich die Beziehung zwischen den beiden Schwestern. Cora Wucherer erzählt sie ganz unaufgeregt und ohne Kitsch. Das Annähern passiert langsam. Nach und nach lernen Martha und Juna einander neu kennen und entdecken, was sie trotz aller Unterschiede miteinander verbindet.
Nebenbei wirft der Roman auch Fragen auf, die vermutlich viele Menschen beschäftigen: Wer bin ich eigentlich? Wer möchte ich sein? Und was möchte ich aus meinem Leben machen?
Sehr gefallen hat mir außerdem der Bezug zu Lotte Laserstein. Von ihr hatte ich vorher noch nie gehört, und ich liebe es, wenn Bücher einen dazu bringen, sich mit neuen Menschen oder Themen zu beschäftigen. Junas Begeisterung für die Künstlerin war für mich total nachvollziehbar, und ich fand es schön zu lesen, wie sehr sie sich mit ihren Werken beschäftigt und sogar nach Malmö reisen möchte.
Ein einfühlsamer Roman über Geschwister, das Erwachsenwerden, Träume und die Frage, wie man seinen eigenen Platz im Leben findet. Dazu noch sprachlich sehr fein erzählt. Für mich definitiv eine Empfehlung.
Junas sehnlichster Traum ist es, eine bekannte und anerkannte Künstlerin zu werden. Ihre Gemälde sollen den Menschen in Erinnerung bleiben. Doch eine seltene Krankheit schränkt sie zunehmend ein: Nicht nur ihr Gehör, sondern auch ihr Sehvermögen ist betroffen. Innerlich zerrissen beginnt sie, immer mehr infrage zu stellen – und übersieht dabei womöglich das Wesentliche. Ihrer dreieinhalb Jahre jüngeren Schwester Martha hingegen scheinen alle Türen offen zu stehen. Sie kann sich frei bewegen und wirkt unerschütterlich. Oder ist die Wahrheit vielleicht eine ganz andere?
Cora Wucherer legt hier ein fulminantes Romandebüt vor, das muss gleich zu Beginn gesagt werden. Indem sie die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive der beiden Schwestern erzählt, verleiht sie dem Roman eine Tiefe, die man nur selten findet. Dass zwischen Geschwistern eine gewisse Gegensätzlichkeit herrscht und es zu Auseinandersetzungen kommt, ist nichts Ungewöhnliches. Dennoch stehen auch die Konflikte oft sinnbildlich für etwas ganz anderes. Etwas, das innerhalb der Familie verborgen, vergraben oder bewusst verdrängt wird.
Doch die Geschichte wirft auch weitreichendere Fragen auf, die nicht nur die Protagonisten, sondern ebenso den Leser betreffen: Wer bin ich eigentlich? Wer möchte ich sein? Was wird von mir in Erinnerung bleiben? Man kann sich dem Gefühl kaum entziehen, dass einem hier stellenweise der Spiegel vorgehalten wird. Gleichzeitig bietet die Erzählung Raum zum Innehalten und Reflektieren, über das Gelesene ebenso wie über eigene, womöglich sogar abschweifende Gedanken.
Gegliedert in drei Teile, die eng miteinander verwoben sind, entwickelt der Roman mit jeder Seite mehr Kraft. Dazu trägt auch bei, dass sich die gesamte Erzählung über einen vergleichsweise überschaubaren Zeitraum erstreckt. Die Autorin besticht mit einem hohen Maß an Empathie, ohne dabei etwas schönzureden. Vielmehr begleitet sie jede Veränderung aufmerksam und gibt ihr den Raum, den sie benötigt. Und genau dieses Motiv spiegelt sich auch in der Geschichte selbst wider. Dieses Buch geht weit über reine Unterhaltung hinaus. Es regt zum Nachdenken an und bleibt lange im Gedächtnis.
Anja N, Buchhändler*in
All die Farben, all das Licht
von Cora Wucherer
Farben und Licht auf Leinwand zu bannen, ihren Bildern Ausdruck und Charakter zu verleihen sind für die 17jährige Juna die zentralen Themen ihres jungen und nicht einfachen Lebens. Die Sorge um die Bewerbung und Annahme an der Kunsthochschule beherrscht jeden ihrer Tage. Juna lebt in einer kleinen Münchner Wohnung mit ihrer 31/2 Jahre jüngeren Schwester Martha und ihrem Vater. Die Mutter der beiden ist bei der Geburt von Martha gestorben und beherrscht seitdem vor allem die Gedanken von Martha - klar wie auch nicht ohne sie würde diese noch leben - doch die Familie ist meisterhaft darin Unangenehmes nicht zur Sprache zu bringen.
Der Fokus liegt klar bei Juna, sie leidet am unheilbaren Usher Syndrom und wird in naher Zukunft erblinden…
Ein sehr einfühlsamer Roman über Schwesternschaften, Selbstfindung, Freundschaft und Zuwendung.
Für mich ein weiteres großartiges Debüt für dieses Jahr!
Rezensent*in 2017135
Ein gelungenes Debüt
Juna und Martha sind Schwestern. Juna hat das Usher-Syndrom, eine seltene, unheilbare Krankheit, bei der die Betroffenen Probleme sowohl beim Hören haben, als auch Seheinschränkungen, bis hin zur Blindheit.
Juna und ihre Krankheit stehen im Mittelpunkt der Familie. Martha geht irgendwie unter, läuft so mit. Die beiden Geschwister trennen 3 ½ Jahre und das Verständnis füreinander. Der Vater spielt nur eine untergeordnete Rolle und verbringt die meiste Zeit bei seiner Arbeit im Krankenhaus. Zuhause wird wenig gesprochen, weder über Alltägliches oder Probleme, noch und das ist meiner Meinung nach der zweite große Punkt dieser Geschichte, über die Mutter.
Mir hat das Buch gut gefallen, es war schön zu sehen, wie sich die Schwestern mit der Zeit weiterentwickelt haben, sowohl jede für sich, als auch gemeinsam.
Die für mich wichtigste Message der Geschichte ist, dass auch die Geschwister von kranken Kindern immer gesehen werden sollten, nicht vergessen werden dürfen. Jedes Familienmitglied verdient Beachtung.
Mir hat dieser Entwicklungsroman sehr gut gefallen und äußerst positiv überrascht. Sehr gern verfolge ich nun den weiteren Weg von Cora Wucherer und freue mich auf weitere Romane von ihr.
Nicole W, Rezensent*in
"Es gibt kein einziges Foto von mir und meiner Mutter; es gab nur sie und dann mich. Es gab uns nie gleichzeitig."
Das Leben ist nicht fair zur 17-jährigen Juna gewesen. Bei der Geburt ihrer nervigen 13-jährigen Schwester Martha ist ihre Mutter gestorben. Ihr Vater arbeitet ständig in Doppelschichten und doch reicht es grade mal für ein geteiltes Kinderzimmer, an Urlaub ist gar nicht erst zu denken. Für ihre Zukunft hat sie sehr konkrete Pläne: ein Stipendium an einer Kunstakademie erhalten und eine bedeutsame Malerin werden - das Talent dafür bringt sie mit. Doch eine seltene Krankheit macht ihr einen Strich durch die Rechnung, so wird in den nächsten Monaten ihr Sehvermögen stark nachlassen bis zur völligen Erblindung.
Martha hingegen hat kein Talent und auch sonst nichts, womit sie aus dem Schatten ihrer begabten Schwester heraustreten könnte. Als Juna sich immer mehr von ihr entfremdet, hat sie nicht einmal mehr ihre Schwester. Dann beschließt sie, ihre Unsichtbarkeit auszunutzen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Cora Wucherer hat mit diesem vielschichtigen Roman ein berührendes Debüt geschrieben, das für mich direkt zum Monatshighlight wurde. Die Figuren sind allesamt so einfühlsam und authentisch gezeichnet, dass ich mich ihnen sehr verbunden gefühlt habe - auch, wenn ich eine Lieblingsschwester hatte.
Obwohl alle Figuren mal schlechte Entscheidungen treffen oder sich gegenseitig nicht immer fair behandeln, auch nicht immer ehrlich zueinander sind, fällt es leicht, Verständnis für sie aufzubringen. Zwischen all dem Ungesagten steht immer wieder die tote Mutter, der unsichtbare Keil der Familie. Diese Textpassagen fand ich immer besonders herzzerreißend.
Für mich ist der Roman ein tolles, vielversprechendes Debüt. Ich freue mich auf mehr von Cora Wucherer!
CN: Tod, Trauer, Behinderung, Alkohol.
Buchhändler*in 1477326
"All die Farben, all das Licht" ist ein berührender Roman, welcher von schönen bis tieftraurigen Sprach-Bildern und dem tiefen Eintauchen in die Gedanken- wie Gefühlswelt der beiden Schwestern Martha und Juna eintaucht. Dem verwitweten Vater wird nur ein Kapitel zugestanden, aber dieses sticht umso prägnanter hervor. Das Cover ist sehr passend, da der intensive Blick der jungen Frau eine Dringlichkeit einfängt, welche eine entscheidende Triebfeder der Erzählung ist.
Cora Wucherers Text ist ergreifend und wirkt dabei authentisch. Und das, obwohl das Usher-Syndrom äußerst selten ist und die Verknüpfung von gesundheitlichen Ausweglosigkeiten mit der Kraft der Kunst in der Literatur häufiger anzutreffen ist. Die drohende Blindheit von Juna und ihre Angst, der Zeit als Künstlerin beraubt zu werden - und damit ihren Lebenstraum aufgeben zu müssen - ist das zentrale Thema ihrer Geschichte. Jeder sehende Moment wird kostbar und einmalig - und diese Gefühle wird von der Autorin sprachlich gut umgesetzt. Entsprechendes gilt für Marthas Unsichtbarkeit und ihre zunächst stille Befreiung von Juna. Die Dynamik innerhalb der Familie nimmt im Verlaufe der Geschichte zu. Diese Beschleunigung ist mit Ehrlichkeit und Kommunikationsbereitschaft verbunden, einer Offenheit und Verbundenheit, welche realistische Ausmaße annimmt und nicht kitschig überhöht wird. Der Krankheit kann Juna nicht entgehen und Martha wird wohl stets vom Vater weniger unter Beobachtung stehen, aber diesen Tatsachen lässt sich unter den neuen Vorzeichen besser begegnen.
Ein gelungener, nachdenklicher und vor allem sprachlich positiv auffallender Roman über Verlust, Unsicherheit und Schweigen - zugleich aber voller Hoffnung und Lebenskraft.
Rezensent*in 2122404
Mit "All die Farben, all das Licht" legt Cora Wucher einen absolut brillanten Debutroman vor.
Keiner ist perfekt in dieser Geschichte und unterstreicht, umso mehr die Komplexität der Beziehungen zwischen den Charakteren.
Besonders schön ist wie auf die Personen im Umfeld eingegangen wird und im Laufe der Geschichte, die Welt um die Schwestern erweitert.
Die Geschichte berührt einen und geht tief unter die Haut. Eine Melancholie und Trauer zieht sich durch, die aber auch Hoffnung aufweist.
Zwischenzeitlich musste ich das Buch auch weglegen, um die Geschichte zu verarbeiten.
Die Darstellung von Liebe und der Fokus auf auch platonische Emotionen hat mir besonders gefallen.
Ich bin definitiv gespannt auf mehr.
Elena N, Rezensent*in
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Schwestern: Juna und Martha. Das Buch erzählt auf bewegende Weise von der Liebe zwischen Geschwistern, aber auch von Rivalität, Eifersucht und dem Zusammenhalt in schwierigen Zeiten. Es zeigt Familie ehrlich und authentisch – mit all ihren Herausforderungen und schönen Momenten. Die 17-jährige Juna ist eine leidenschaftliche und talentierte Malerin, die an einer fortschreitenden Sehbehinderung leidet, die unaufhaltsam zur baldigen Blindheit führt. Martha ist 13 Jahre alt, gesund, gradlinig und soweit talentfrei. Dass es zwischen den beiden immer wieder zu Konflikten kommt, ist fast vorprogrammiert. Sie müssen sich ein Zimmer teilen, haben kaum Privatsphäre und glauben, alles voneinander zu wissen. Aber ist das wirklich so? Im Laufe der Geschichte wird deutlich, dass jede von ihnen ihre eigenen Träume, Sorgen, Ängste und Geheimnisse hat. Obwohl es sich um ein Debütroman handelt, haben mich sowohl der Schreibstil als auch die Figuren sehr beeindruckt. Die Charaktere sind glaubwürdig, vielschichtig und mit großer Tiefe gestaltet. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und authentisch. Eine absolute Weiterempfehlung.
Perspektiven
Diese Geschichte nagt an der Substanz, ist auf feinfühlige Art schmerzlich und gleichzeitig wirklich schön in ihrer Entwicklung. Es ist eine Geschichte von Familie, Schwesternschaft, Zusammenhalt und Freundschaft. Aber auch eine Art Entwicklungsroman, über Selbstfindung, Selbstakzeptanz und Selbstliebe.
Ich fand die Beziehung von Juna und Martha sehr lebendig ausgestaltet, die Reibungspunkte und Spannungen sind nachvollziehbar gewählt und beide Mädchen sind sehr plastisch und authentisch wiedergegeben. Diese verrückte Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein wird hier sehr atmosphärisch eingefangen und ich hab mich in ihren Streitigkeiten und den kleinen Kämpfen, die sie ausfechten durchaus wiedergefunden. Die wechselnden Perspektiven fand ich angeht zu lesen und ich fand sogar Marthas Sicht auf Jonas Krankheit fast spannender, als die von Juna selbst. Hier wird sehr gekonnt ein Bogen geschlagen.
Ich habe mit beiden Mädchen auf unterschiedliche Art mitgefühlt, den Schmerz und die Angst der beiden fand ich sehr nachvollziehbar dargestellt. Juni war in meinen Augen zwar etwas unnahbarer, aber ihre Erkrankung gibt der Geschichte eine interessante Facette, die mich total gepackt hat. Auch der Bezug zur Kunst war für mich etwas, was dem Gesamten Konstrukt einen schönen Rahmen gegeben hat, Relationen geschafften hat und letztlich auch die beiden Mädchen ein Stück weit wieder zusammenführt.
Die Geschichte beruht und regt zum Nachdenken an. Mochte ich gerne.
Lena S, Rezensent*in
Die beiden Schwestern Juna und Martha leben zusammen mit ihrem Vater in München, während ihre Mutter schon früh gestorben ist. Die beiden müssen sich ein Zimmer teilen, verbringen jedoch trotzdem nur wenig gemeinsame Zeit.
Juna ist dreieinhalb Jahre älter als Martha und leidet an einer Erbkrankheit, die ihr Hör- und Sehvermögen betrifft. Sie ist künstlerisch begabt und träumt davon, Kunst zu studieren und Malerin zu werden, als sie in den Sommerferien die Nachricht erhält, dass sie in den nächsten Monaten erblinden wird.
Die 13-jährige Martha genießt hingegen die schulfreie Zeit und ist stolz auf sich, durch einen Trick einen Ferienjob in einem kleinen Kino ergattert zu haben.
Als sie von der ärztlichen Prognose erfährt und dass Juna den Wunsch hat, eine Ausstellung ihres großen Vorbilds Lotte Laserstein zu besuchen, verwendet Martha ihre Ersparnisse und fährt mit Juna heimlich nach Malmö.
Der Roman wird abwechselnd aus den Ich-Perspektiven der beiden Schwestern geschildert. Nicht nur der Altersunterschied, auch ihre ungleichen Persönlichkeiten sind durch die Erzählstimmen klar zu unterscheiden. Beide wirken nahbar und authentisch. Junas Wut und Angst über den Verlauf der Krankheit und das Ende ihrer Träume sind nur allzu verständlich. Auch wie eingeschränkt ihr Alltag schon bisher ist, wie gestresst sie von fremden Umgebungen, lauten Geräuschen und zu vielen Menschen ist, kann gut nachvollzogen werden.
Martha wirkt offensichtlich unerschrockener und unbeschwerter, hat aber ihrerseits damit zu kämpfen, dass sie im Schatten ihrer kranken, aber schönen, begabten Schwester steht. Zudem vermisst sie eine Mutter, die sie nie kennenlernen durfte und leidet unter dem Schweigen in ihrer Familie.
Mit der Fahrt nach Malmö machen die Schwestern erstmals wieder etwas gemeinsam, wobei sich neue Spannungen ergeben.
Trotz des jungen Alters der Hauptfiguren ließt sich das Buch nicht wie ein Jugendroman, da weniger Teenager-Probleme, sondern ganz universelle Themen in den Vordergrund rücken. Neben dem Erwachsenwerden und erster Liebe handelt "All die Farben, all das Licht" von Verlust, geplatzten Träumen, Freundschaft, Selbstentfaltung und Mut. Die Geschichte ist lebendig und empathisch geschildert, zeigt die besondere, nicht immer einfache, Verbindung von Geschwistern und dass man die Herausforderungen des Lebens annehmen muss, um neue Perspektiven zu sehen und neue Wege zu gehen.
Nadja S, Rezensent*in
Juna und Martha sind Schwestern, die nach dem Tod der Mutter allein mit ihrem Vater aufwachsen. Die Mutter ist bei Marthas Geburt verstorben und so trägt Martha unterbewusst ein ständiges Schuldgefühl mit sich. Juna leidet am User Syndrom, einer schweren Krankheit, die sich zunächst in Schwerhörigkeit niederschlägt, aber schleichend zu Blindheit führt. Der Familienalltag ist somit überschattet von diesem Schicksal und eine stete Traurigkeit überzieht den Familienalltag. Vor allem Juna hadert mit ihrem Schicksal, zumal sie dank einem unglaublichen Talent plante, Kunst zu studieren. Ihr Traum ist es, solange sie sehen kann die Bilder von Lotte Laserstein im Original zu sehen. Und so treten Martha und Juna, die sonst unnahbaren Schwestern heimlich diese Reise an. Ein unerwarteter Ausgang öffnet jedoch das Bewusstsein der Schwestern füreinander.
Die Schwere der Situation ist im Buch in fast jeder Zeile greifbar. Allein der Verlust der Mutter und zusätzlich diese schwere Krankheit. Wie beängstigend muss es für ein junges Mädchen sein, zu wissen, dass es bald erblindet? In dieser Familie ist jeder mit der Situation überfordert. Der Vater flüchtet sich in Arbeit und auch wenn er für seine Mädchen da ist, so ist er nicht fähig, die Gefühle zuzulassen. Die Rollen in der Familie sind ungleich verteilt, so trägt die jüngste eine enorme emotionale Last. Der Stil ist sehr angenehm zu lesen, dennoch wirkt die Geschichte – passend zum Thema – bedrückend und schwer. Die Emotionen sind sehr gut eingefangen und das Buch hat mich wirklich berührt und bewegt. Für mich eine Empfehlung.
Zum Inhalt:
Juna und Martha sind Geschwister und außer dass sie sich ein Zimmer teilen, haben sie nicht viel gemeinsam. Die siebzehnjährige Juna ist künstlerisch begabt, allerdings mit einer Krankheit gestraft, die sich schnell verschlechtern wird. Die dreizehnjährige Martha kämpft darum überhaupt gesehen zu werden. Doch als Junas Krankheit sich verschlechtert, bemerken die beiden, dass sie zusammenhalten müssen.
Meine Meinung:
Zunächst sieht bei dem Buch ja alles danach aus, dass es sich um die normalen Kämpfe zwischen Geschwistern handelt, aber sehr schnell wird klar, dass es hier um viel mehr geht. Auch die verstorbene Mutter spielt eine große Rolle, Ich fand es sehr berührend, wie die Geschwister erst eher gegen einander arbeiten, dann aber irgendwann eben sehr eng werden und Martha sogar einen Trip organisiert um Junas größten Wunsch zu erfüllen. Zudem fand ich es auch sehr interessant über Junas Erkrankung mehr zu erfahren, die wie viele Erkrankungen wenig bekannt sind. Ein Buch, das berührt und zu Herzen geht.
Fazit:
Hat mir sehr gut gefallen
"Ich will den Sommer in ein Marmeladenglas packen und all die Wärme und das Licht herausholen können, wenn es Herbst wird..."
Das Cover und der Klappentext dieses Debütromans haben mich neugierig auf diese aussergewöhnliche Geschichte gemacht.
Im Fokus steht die Beziehung der Schwestern Juna und Martha. Jana, die ältere der beiden leidet an dem seltenen Usher-Syndrom, das sie bald erblinden lässt. Ihr grösster Traum, Malerin zu werden, scheint aussichtslos. Die vier Jahre jüngere Schwester steht im Schatten von Juna und sie fühlt sich schuldig am Tod ihrer Mutter, die bei ihrer Geburt verstorben ist.
Die Geschichte ist feinfühlig und berührend und ich mochte den klaren und schonungslosen Schreibstil sehr. Durch die Wechsel der Perspektiven zwischen Juna, Martha und deren Vater, wurden sie nahbar und ich mochte es, in ihrer Gedanken-und Gefühlswelt einzutauchen.
Der Roman strahlt Hoffnung und Zuversicht aus und ich war gerührt.
Das ausdrucksstarke Cover ist wundervoll und es passt perfekt zum Gefühl des Inhalts.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ich freue mich auf weitere Werke der Autorin.
Nele W, Buchhändler*in
Die bewegende Geschichte zweier Schwestern im Jugendalter. Juna, die ältere mit einer unheilbaren Krankheit und Martha, die jüngere durch die Krankheit der Schwester immer übersehen.
Eine Geschichte über Entzweiung und Annäherung, dass Durchschiffen der Pubertät und das Hadern mit dem eigenen Schicksal.
Kim L, Buchhändler*in
Ein Buch voller Hoffnung, Schmerz und Vergebung. Juna und Martha haben sich einen Platz in meinem Herzen erkämpft, und das schon nach wenigen Kapiteln. Cora Wucherers Debut hat mich umgehauen. Sie schreibt mit einer fesselnden Sanftheit, die noch lange in mir nachhallen wird. Die Geschichte dieser zwei Schwestern hat eine unbeschreibliche Atmosphäre und Tiefe, von der ich gar nicht genug bekommen konnte. Von Kunst über das Erwachsenwerden und den Umgang mit einer degenerativen Erkrankung reist man mit Juna und Martha von München nach Malmö und einmal durch ihr ganzes Leben und lernt die beiden dabei auf eine sehr vertraute Weise kennen. Eine große Empfehlung von Herzen!
Die beiden Schwestern Juna und Martha teilen sich zwar ein Zimmer, doch ansonsten scheint sie kaum etwas zu verbinden. Unterschiedliche Freundeskreise, verschiedene Interessen und völlig andere Ziele. Nicht einmal über Junas fortschreitende Krankheit sprechen sie miteinander. Beide kämpfen mit ihren eigenen Sorgen und flüchten auf unterschiedliche Art davor. Eine Mutter, die fehlt, ein Vater, der viel arbeitet, Freundschaften und Beziehungen an Wendepunkten. Und trotzdem machen sie sich gemeinsam auf den Weg nach Malmö, um Junas Herzenswunsch zu erfüllen: eine Ausstellung der Künstlerin Lotte Laserstein zu besuchen.
Schon der erste Satz des Buches ist eine richtige Wucht: „Juna hat ihre Krankheit verdient.“ Selten hat ein Buch mich mit einem einzigen Satz so neugierig gemacht und gleichzeitig so erschüttert. Er schwebte während des gesamten Lesens über der Geschichte und erzählt schon so viel über die Dynamik zwischen den beiden Schwestern. Genauso stark ging es auch weiter. Dieses Buch hat mich berührt, bewegt und irgendwann vollkommen in seinen Bann gezogen. Ich konnte es kaum noch aus der Hand legen. Die Sprache ist wunderschön, modern und gleichzeitig feinfühlig.
Ich mochte besonders, wie die Kunst immer wieder Teil der Geschichte wird. Die Vergleiche zwischen Junas Krankheit und der Entstehung eines Kunstwerks haben der Geschichte eine wunderschöne poetische Ebene verliehen. Besonders geliebt habe ich auch den Perspektivenwechsel zwischen Martha und Juna in der Erzählsweise. Mit jedem Kapitel versteht man beide ein bisschen besser, ihre Entscheidungen, ihre Verletzungen und all das, was unausgesprochen zwischen ihnen steht. Ich habe mich zwar mit einer der beiden Schwestern etwas mehr verbunden gefühlt, aber genau das macht dieses Buch für mich so besonders: Es zeigt, dass jeder sein eigenes Päckchen trägt - auch wenn man es von außen oft nicht erkennt.
Es ist ein Buch über den Umgang mit einer unheilbaren Diagnose: für die Betroffenen Personen, für ihre Familien und für ihr Umfeld. Es zeigt, wie stark Familie werden kann, wenn man beginnt, sich wirklich in den anderen hineinzuversetzen - aber auch, wie kompliziert es für die Menschen sein kann, die einen eigentlich am nähersten sind. Vor allem erinnert die Geschichte daran, wie kostbar Zeit ist. Dass wir nicht auf einen Schicksalsschlag warten sollten, um unser Leben zu hinterfragen, uns von Dingen oder Menschen zu lösen, die uns nicht guttun, oder endlich das auszusprechen, was schon viel zu lange unausgesprochen geblieben ist.
Sandra F, Rezensent*in
All die Farben, all das Licht ist ein warmherziger Roman über Verlust, Neuanfänge und die Menschen, die unserem Leben manchmal genau dann begegnen, wenn wir sie am dringendsten brauchen. Im Mittelpunkt steht weniger die eigentliche Suche als vielmehr die Entwicklung der Figuren und die Verbindungen, die zwischen ihnen entstehen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass der Roman zeigt, wie Freundschaft, Gemeinschaft und neue Perspektiven dabei helfen können, auch nach schweren Verlusten wieder nach vorne zu blicken. Die Geschichte vermittelt Hoffnung, ohne dabei übertrieben sentimental zu wirken, und lädt immer wieder dazu ein, über die kleinen Begegnungen nachzudenken, die unser Leben verändern können.
An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe und etwas weniger Vorhersehbarkeit gewünscht. Insgesamt ist es jedoch ein berührender Roman mit sympathischen Figuren und einer positiven Botschaft, der sicher viele Leser begeistern wird.
Carina S, Rezensent*in
In Cora Wucherer’s Roman „All die Farben, all das Licht“ lesen wir von der 17jährigen Juna. Juna leidet am sehr seltenen Usher-Syndrom und wird – als reiche es nicht, dass sie schon schlecht hören kann und Hörgeräte benötigt - binnen kurzer Zeit ihr Augenlicht verlieren. Ihr Traum ist es, Künstlerin zu werden. Wir lesen aus ihrem Alltag. Zusammen mit ihrem Vater und ihrer 14 Jahre alten Schwester Martha lebt sie in einer 3,5 Zimmer Wohnung, besucht am Vormittag die Schule und am Nachmittag Kunstkurse. Um Bilder ihres Idols Lotte Laserstein ansehen zu können, möchte Juna nach Malmö heimlich nach Malmö reisen. Martha findet, dass sie schon immer in Juna’s Schatten steht. Sei es, weil Juna älter ist, weil Juna krank ist, weil Juna Talent hat. Juna Juna Juna. Umso unerwarteter ist, dass Juna ausgerechnet in Martha eine „Sister in Crime“ findet und sie sich zusammen auf den Weg nach Schweden machen. Leider passiert den beiden hier das eine oder andere Missgeschick.
Ich lese sehr viel und habe den Klappentext seit Ankündigung des Buches schon ein paar Mal gelesen, bevor ich mich dann an’s Lesen gewagt habe. Das Thema Kunst und insbesondere die Malerei liegt mir nicht besonders, weshalb ich so oft gezögert habe. Natürlich ist Kunst ein großer Bestandteil des Buches, aber es ist noch so viel mehr. Es geht um das Leben; um Liebe, Freundschaft, Verlust, Pubertät, Geschwisterrivalität. Es geht um das „Ankommen“. Um das „gesehen werden“, um Selbstliebe und zwei tolle Mädchen, die – gesund oder krank – ihren Weg gehen und Stärke und Kraft aus der jeweils anderen ziehen.
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