Die Jagd

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Erscheinungstermin 23.02.2022 | Archivierungsdatum 24.05.2022

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Zum Inhalt

Wie in Russland Jagd auf kritische Stimmen gemacht wird

Ein Roman, nah an der Realität, von einem mutigen Kritiker der Zustände in Russland und seinem Heimatland Belarus

Temporeich, hart und brillant geschrieben

Ein Journalist, der zu viel weiß. Ein Sohn, der seinen Vater verrät. Ein Oligarch, der keine Gnade kennt. Ein korrupter Schreiberling ohne jeden Skrupel. Medien, die auf Bestellung einen Ruf ruinieren. Sasha Filipenko erzählt die Geschichte des idealistischen Journalisten Anton Quint, der sich mit einem Oligarchen anlegt. Worauf dieser den Befehl gibt, Quint fertigzumachen. Die Hetzjagd ist eröffnet.

Wie in Russland Jagd auf kritische Stimmen gemacht wird

Ein Roman, nah an der Realität, von einem mutigen Kritiker der Zustände in Russland und seinem Heimatland Belarus

Temporeich, hart und brillant...


Marketing-Plan

Bestseller-Marketing

Autor auf der Leipziger Buchmesse

Presseschwerpunkt (Interviews und Gastbeiträge in Der Spiegel, Süddeutsche Zeitung, FAZ, Deutschlandradio und mehr für Rote Kreuze und Der ehemalige Sohn)

Große Kampagne in Buchhandelsmagazinen

Eigene Landing Page zum Buch

Blog-Artikel und Social-Media-Kampagne

Bestseller-Marketing

Autor auf der Leipziger Buchmesse

Presseschwerpunkt (Interviews und Gastbeiträge in Der Spiegel, Süddeutsche Zeitung, FAZ, Deutschlandradio und mehr für Rote Kreuze und Der...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783257071580
PREIS 23,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Oh mein Gott! Man möchte nicht glauben, wie real sich das alles liest.. und wie scheinheilig. Ich kann gut nachvollziehen, wie der Autor mit seinen Mitteln versucht, dem Leser eine Realität zu zeigen, die es gar nicht geben dürfte. Geht unter die Haut! Danke für ein neues wichtiges Statement im Literaturgewand.

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Anton Quint ist Journalist in Moskau, kein einfacher Beruf, vor allem nicht dann, wenn man gegen Korruption und für das Aufdecken illegaler Machenschaften kämpft. Er weiß, dass sein Job gefährlich ist, schon vier seiner Kollegen sind ums Leben gekommen, auch die Geburt seiner Tochter und das eindringliche Bitten seiner Frau können ihn nicht aufhalten, denn er ist gerade einer großen Geschichte auf der Spur. Diese führt zu dem Oligarchen Slawin, der vorgeblich sein Vaterland liebt, was ihn aber nicht daran hindert, zig Immobilien im Ausland zu besitzen. Der Journalist ist ihm ein Dorn im Auge und so beauftragt er seinen Neffen Kalo und dessen Freund Lew, dafür zu sorgen, dass Quint das Land verlässt. Wie ist egal, ebenso die Kosten. Ein perfider Plan wird ausgeheckt und umgesetzt und Anton muss machtlos zusehen, wie sein Leben zerstört wird.

Bei gesellschaftskritischen oder politischen Romanen, drängt sich immer ein wenig die Frage auf, wie viel Meinung des Autors in dem Text steckt. Sasha Filipenko ist jenseits des Schreibens weißrussischer Aktivist – mit allen Gefahren, die dazugehören. Es mutet fast verwunderlich an, dass sein Roman „Die Jagd“ für die beiden größten russischen Literaturpreise nominiert war, wenn man sich die Brisanz des Inhalts anschaut. Es ist eine gnadenlose Abrechnung mit dem politischen System und der durch dieses gesteuerten Presse. Aber auch mit der Bevölkerung, die dies hinnimmt und sich eingerichtet hat.

„Ich bin unlogisch, und das gibt mir recht. Russland ist ein Land, in dem die Mehrheit nur Lügen glauben will.“

Lew hat als Kind in den 90ern den Abstieg seiner Familie miterlebt, von teuren Klamotten und Chauffeur und Privatschule ist nichts mehr geblieben. Er hat verstanden, dass er sich anpassen muss, wenn er in Russland überleben will. Das Angebot seines Schulfreunds für Onkel Wolodja, den Oligarchen, zu arbeiten, ist verlockend und bald schon füttert er das Internet mit Lügen und Erfindungen und hat sogar Spaß daran. Bis die große Aufgabe kommt, den unbequemen Journalisten zu vertreiben, die weitaus mehr erfordert.

Kalo und Lew wählen eine Strategie der Zermürbung. Seine Wohnung wird zum Kampfplatz, die „neuen Nachbarn“ tyrannisieren Anton und seine Familie. Daneben wird eine mediale Schmutzkampagne gestartet, die den vormals angesehenen Reporter schnell ins Abseits befördert, Freunde und Familie wenden sich von ihm ab, glauben das, was über ihn geschrieben wird, oder haben selbst so viel Angst vor Repressalien, dass sie sich schnell von ihm distanzieren.

„Vielleicht irre ich mich, aber mein erster Eindruck ist: Russland ist ein Land der Klischees. Die Leute sprechen mehrheitlich in den Parolen, die sie tags zuvor im Fernsehen aufgeschnappt haben. Es ist nicht üblich, Informationen zu verdauen.“

Filipenko schildert detailliert, wie einfach es ist, Anton zu diskreditieren und letztlich gesellschaftlich und beruflich zu töten. Noch dazu viel ungefährlicher, als ihn einfach zu töten, denn schnell springen andere mit auf den Zug auf und führen das fort, was Kalo und Lew initiiert haben. Besonders ironisch dabei eine Kurzgeschichte des Reporters, in der der fiktive TV Sender Execution-HD die Öffentlichkeit über vermeintliche Straftäter urteilen lässt. Hier: ein Blog-Beitrag ohne Inhalt. Die Empörung ist groß, man hat verstanden, was der Urheber damit sagen will und dafür gehört der Vaterlandsverräter hart bestraft. Was zu Beginn des Romans noch absurd amüsant anmutet, ist jedoch nur der Hinweis darauf, was Anton erwartet.

Man hat beim Lesen keine Zweifel, dass sich all dies genau so, wie es Filipenko schildert, zutragen könnte. Wer Geld hat und mit den richtigen Menschen befreundet ist, kann sich offenbar alles kaufen und alles erlauben. Kollateralschäden, wie Slawins eigener Sohn Alexander oder Antons Familie, werden billigend in Kauf genommen.

Man soll Literatur nicht zwingend als Abbild der Realität sehen, aber es fällt schwer, dies hier nach den Ereignissen in Russland und Belarus in den vergangenen Jahren zu trennen. Am erschreckendsten dabei, wie einfach der Plan ist, der reibungslos aufgeht. Ein Roman, der nachwirkt und kein gutes Gefühl zurücklässt.

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Belarussische Schikanen

Der belarussische Schriftsteller Sasha Filipenko war mit seinem Roman „Die Jagd“ in Russland für den Big Booker Award und dem russischen Booker Preis nominiert.
Jetzt lebt er mit seiner Familie in Deutschland.


Der Autor bringt uns mit großem Ausdruck die belarussische Politik nahe. In dem Roman erkennt man vieles, was man in den Nachrichten von der Lage des Landes für seine Bewohner erfährt.

In dem Roman erlebt man mit, wie einem Journalisten, und seiner Familie. das Leben vermiest wird. Was die Obrigkeit sich einfallen lässt ist grausam. Der Journalist zeigt sich beharrlich, aber er hat keine Chance.
Sasha Filipenko ist ein großartiger Schriftsteller, der die politischen Dinge ehrlich zur Sprache bringt. Für die Obrigkeit ist er da wohl auch unbequem.
Er kennt das Regime, deshalb ist seine Sichtweise nachvollziehbar.

Der Roman ist ein Leseerlebnis, das ich gerne weiter empfehle.

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Erschüttert und aufgewühlt war ich nach diesem Roman: so viel eiskaltes Handeln, so wenig Empathie und 0 Unrechtsbewusstsein! Und warum das Ganze? Weil Anton Quint, Journalist und frisch gebackener Vater, schon zu viel über den Oligarchen Wladimir Slawin herausgefunden hatte.

Dass der Autor inzwischen nicht mehr weder in Belarus noch in Russland lebt, kann ich sehr gut nachvollziehen - zu sehr zeigt er die Probleme Russlands auf, legt den Finger in die Wunde. Und so lesen wir von einem Showprozess wegen eines leeren Posts in ‚social media‘, von einem Bären, der angebunden zur Unterhaltung von Hunden in einer Grube zerrissen wird (ein Anwalt auf die gleiche Art!), von Methoden, die angewendet werden wenn einer ernsthafte Probleme bereitet (ein LKW an der Kreuzung, eine Kugel in den Kopf, Gift, ein Sturz aus einem vergitterten Fenster……….), von der ‚sanften‘ Tour (‚Nieren zerkloppen‘, ein paar Finger brechen), aber auch die Methode ‚Plus minus auf Heimatliebe‘.

Die Spannung wird geschickt aufgebaut: Lew Smyslow besucht in Lugano seinen um 10 Jahre jüngeren Bruder Mark kurz vor dessen Konzert. (Daher auch die Gestaltung des Romans als Sonatenhauptsatzform!) Er erzählt nicht nur, wie es ihm nach dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Absturz der Familie erging, sondern auch, wie er Arbeit bei Kalos (Freund aus Kindheitstagen) ‚Onkel Wolodja‘ fand und wie diese Arbeit ausschaut. (Und ich fragte mich dauernd, warum Lew ihm das alles erzählt.)

Auch in diesem Buch (wie auch in seinen früheren) werden keine Namen genannt, aber jeder weiß bestimmt, wer mit ‚Imperator‘ gemeint ist. Ich konnte das Buch vor lauter Spannung nicht mehr aus der Hand legen! Bei den ganzen Beobachtungen („Was auch immer im Land passiert, wie sehr die Staatsmacht auch pfuscht, meine Kommentare stellen klar, dass an allem die USA schuld sind.“) fiel mir die alte Führungs-Weisheit ein, die da lautet: ‚der Fisch stinkt vom Kopf her‘.

Ich empfehle dieses neue Werk von Sasha Filipenko jedem, der sich mit der aktuellen russischen Geschichte beschäftigt! Fünf Sterne vergebe ich an diesen Roman, der mich lange beschäftigen wird!

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Das Buch liest sich wie ein Theaterstück oder eine Operette. Es treten viele verschiedene Charaktere auf, wobei die Geschichte hauptsächlich von allen erzählt wird außer von Anton Quint oder dem Oligarchen. Somit war ich vom Buch positiv überrascht, dass die Geschichte nicht linear erzählt wurde und eine kleine Herausforderung geboten hat. Von dem Oligarchen bekommen wir nur passiv etwas mit; wie der Titel besagt, wird spannend und grotesk über die Jagd auf Anton Quint geschildert. Sasha Filipenkos Erzählweise gibt der Geschichte das gewisse Etwas und peppt sie auf ohne dass sie zu klischeehaft wirkt. Das ist etwas, was ich auch bei seinem anderen Buch "Der ehemalige Sohn" zu schätzen gelernt habe. Auch wenn mir persönlich der Aufbau der Kapitel und das Grundgerüst der Geschichte gefallen hat, fand ich, dass ein paar Charaktere weniger der Geschichte auch nicht geschadet hätten. Trotz allem war es ein Spaß die Geschichte zu lesen und einen Einblick in die russische Gesellschaft zu bekommen.

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Der belarussische Autor Sasha Filipenko hat bereits in seinen vergangenen Romanen eindrücklich die Verbindung eines kritischen Blicks auf die Verhältnisse in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die Abrechnung mit den dortigen Missständen und eine gewisse literarische Verfremdung der gesellschaftlichen Realität gezeigt. Sein neues Buch, "Die Jagd" bildet da keine Ausnahme. Diesmal stellt er die abgehobene Welt machtnaher Oligarchen und ihrer Helfershelfer der kleinen Blase von Aufklärung bewegter Intellektueller gegenüber.

Eine Jagd findet hier auf gleich mehreren Ebenen statt: als Dystopie des Schriftstellers und Journalisten Anton, der sich mit seinen Recherchen mit den Reichen und Mächtigen anlegt, als Jagd nach Geld und Reichtum des ehemaligen Sportredakteurs Lew, der als Kind den Niedergang der Familie von Einfluss, Geld und Privilegien in bittere Armut miterlebte und nie wieder arm sein will, die Jagd des Oligarchen Wassili Slawin auf jeden, der seine Position bedroht, wie Anton zu spüren bekommt.

Lüge und Verrat in vielerlei Formen, Korruption und Anpassung, Ehrgeiz und Heuchelei, das alles verwebt zu einem Text, der gewissermaßen auf musikalischen Formaten in Form von Passagen, Zwischennoten und verschiedenen Tempi aufgeteilt ist. Das kommt nicht von ungefähr, da sich dem Leser ein Teil der Geschichte aus dem Gespräch Lews mit seinem jüngeren Bruder, einem mäßig erfolgreichen Cellisten, erschließt.

Nichr nur im Krieg, auch in der von Filipenko geschilderten russischen Gesellschaft ist die Wahrheit das erste Opfer. Um Anton zum Schweigen zu bringen, muss eine neue Realität geschaffen werden, eine, die ihn charakterlich unterminiert, ihm finstere Motive unterstellt, seinen Patriotismus anzweifelt. Ob Trolle im Internet oder Psychoterror aus der Nachbarwohnung - wenn eine Lüge nur oft genug wiederholt wird, gibt es genügend Menschen, die sie glauben.

"Wir leben im Land der Andeutungen. Die Dinge,die verschwiegen werden, sind hier die eindeutigsten und treffsichersten Hinweise."

heißt es an einer Stelle. Stiernackige Schläger, die mit Prügel und Scheinhinrichtungen drohen, sind gar nicht nötig, wären vielleicht auch überflüssig. Die Daumenschrauben, die Anton angelegt werden, sind subtiler.

"In Russland leben heißt, sich immer alles vorzustellen. In Russland leben heißt, fähig zu sein, die Augen zu verschließen. Die Angliederung von Halbinseln, die Erfindung von Feinden."

"Die Jagd" zeigt den Aufstieg der Skrupellosen zu unglaublicher Macht und den Niedergang der Anständigen gleichermaßen. Dabei zeigt Filipenko die enormen Kontraste der postsowjetischen Gesellschaft, in der viele in einem täglichen Überlebenskampf stecken, während einige wenige in einer Parallelwelt von Luxus und Lebenslügen leben. Einmal mehr klagt er Missbrauch von Macht und angeblichem Patriotismus an, zeigt die Schattenseiten des Lebens der Ohnmächtigen und steigert die Jagd zu einem dramatischen Crescendo. Diese Komposition überzeugt in Inhalt, Form und Ausführung.

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Sasha Filipenko - Die Jagd

Meinung
Mir hatt das . Buch gefallen, von diesem Autor war ich restlos begeistert.
Diese Sprache, diese eindringlichen Schilderung diese Eleganz, die Missstände in Belarus aufzuzeigen.
Er weist ein enormes Talent auf, gesellschaftliche strukturelle Umstände in Bezug zu einem Individuum hervorragend und emotional darzustellen.
Ein tolles Buch, das ich sicher öfter lesen werde

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Titel: Wenn du die Beute bist...

Journalist Anton Quint deckt gerne investigativ auf, was in seinem Land und von bestimmten Leuten einfach nicht gern gesehen wird. Als er sich mehr oder weniger aus Versehen mit einem Oligarchen anlegt, hat er den Bogen überspannt und nicht nur sein Leben ist in Gefahr. Kann das überhaupt noch gut gehen?

Wer die Geschichte des Autors kennt, der weiß dass er aufgrund seiner schriftstellerischen Leistungen aus dem eigenen Land fliehen musste und daran musste ich beim Lesen auch sehr oft denken.

Für einen aus Deutschland ist es nur schwer zu begreifen, dass die Meinungsfreiheit selbst bei Journalisten so eingeschränkt ist und daher finde ich es gut hier eine andere Seite in der Welt zu sehen.

Erstaunlich war. dass nicht die Hauptfigur über die Ereignisse spricht, sondern alle um ihn drum rum.

Die dargestellten Missstände im Land sind so greifbar, weil man ja auch immer wieder in den Nachrichten darüber hört. Ich mag es, wenn Literatur nicht nur unterhält, sondern auch für Wissenszuwachs sorgt.

Fazit: Nicht ganz leicht zu lesen und dennoch sehr unterhaltsam. Das darf man sich nicht entgehen lassen.

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Mir blieb beim Lesen die Luft weg.
Ich habe immerwieder glauben wollen, dass ich hier "nur" einen Roman in Händen halte - Fiktion. Doch Menschen die die Macht lieben und nicht loslassen wollen sind zu solchen Dingen fähig.
Wieder ein sehr wichtiges Buch über die Abwege Mächtiger.
Vielen Dank Herr Filipenko.

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Der weißrussische Autor Sasha Filipenko lebt inzwischen im westeuropäischen Exil. Nach der Lektüre dieses Romans ist klar warum. Filipenko erzählt vom Blogger und Journalist Anton Quist, der mit Vorliebe Machenschaften der russischen Oligarchen aufdeckt. Sein Lieblingsziel ist der ehrgeizige und machtbewusste Wassili Slawin. Dieser will den Blogger zum Schweigen bringen. Das allerletzte Mittel will Slawin nicht anwenden, aber es gibt genug andere Mittel, Quint einzuschüchtern und zu diskreditieren.

Die Geschichte wird im Wesentlichen von Lew Smyslow erzählt, ein ehemaliger Journalist und nun in Diensten von Slawin, der seinem Bruder, einem Cellisten, von der Jagd auf Quint erzählt. Auf dieses Gespräch bezogen, erzählt Filipenko den Roman im Stile eines Sonetts, mit verschiedenen Abschnitten und kurzen einleitenden Worten. Das macht den Roman etwas sperrig und künstlich. Dennoch ist der Hintergrund des Romans und die Abrechnung des Autors mit dem System in Russland sehr interessant und macht den Reiz des Romans aus.

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Die osteuropäische Kultur ist uns Westlern ja oft ein wenig unzugänglich. Man schwadroniert über die russische Seele, die vermeintliche notorische Schwermut und definiert die Gesellschaft über Oligarchen, mafiöse Strukturen und Putin. Sasha Filipenko lüftet mit seinem Roman den Vorhang und lässt uns einen Blick in das moderne Russland werfen.

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Fakt oder Fake

Der weißrussische Autor Sasha Filipenko hat mit diesem ausdrucksstarken aktuellen Roman wieder einen besonderen Nerv getroffen. Während wir noch über einen leeren Post in einem Blog nachdenken oder die schrecklichen Ereignisse eines angebundenen Bären in einer Grube nachklingen lassen, braut sich für eine Familie eine Tragödie zusammen, die in einem Tsunami der Emotionen ein unbeschreibliches Finale findet. Ein unglaubliches Buch – aufwühlend und erschütternd, über dem die Frage nach Fakten oder Fakenews eine besondere Bedeutung erlangen.

Anton Quint, Journalist und Schriftsteller, hat sich auf den Oligarchen Wladimir Slawin fokussiert. Während Anton sich immer weiter auf ein gefährliches Terrain begibt und Fakten über Slawin zusammenträgt, um diese zu publizieren, räkelt sich Slawins Familie noch gelangweilt auf einer Jacht. Doch in Slawin ist längst ein perfider Plan entstanden, um Quint aus seiner Heimat ins Ausland zu vertreiben. Dass sich ein Oligarch natürlich nicht die Hände selbst schmutzig macht, sondern dafür Handlanger hat, versteht sich von selbst. In diesem Fall heißen sie Kalo und Lew Smyslow, die mit subtiler Methodik das Netz rund um Quint und dessen Familie zusammenziehen.

Filipenko konnte mich bereits mit „Rote Kreuze“ und „Der ehemalige Sohn“ überzeugen. Auch mit dem Buch „Die Jagd“ wird wieder der kritische Finger auf die Zustände seines Heimatlandes gelegt. Während sich die Spannung langsam hochschraubt, verfolgt man gebannt mit welchem Aufwand und welcher Energie ein Leben zerstört werden kann. Neben der Geschichte rund um Quint und seine Familie zeigt Filipenko die gesellschaftliche Schere der sowjetischen Nachfolgestaaten auf.

Skrupellose Machtspielchen, ausgetragen auf dem Rücken der Schwächeren, die zum Spielball in einer heuchlerischen Welt werden. Ein Roman, der auch nach der letzten Seite noch lange nachhallt und eine unbedingte Empfehlung für alle politisch Interessierten ist. 5 Sterne

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Die Jagd – Sasha Filipenko
Dies ist nach „Rote Kreuze“ und „Der ehemalige Sohn“ bereits mein dritter Roman von Sasha Filipenko. Der in Belarus geborene Autor, der jedoch mit seiner Familie in Deutschland lebt, ist ein scharfer Kritiker der Situation in Russland, sowie in seinem Heimatland. Ich finde es immer wieder mutig, mit welcher verbalen Aggressivität er die Probleme anprangert. Interessanterweise habe ich gelesen, dass dieser Roman in Russland für Buchpreise nominiert ist…
Anton Quint, ein idealistischer Journalist kommt an Informationen über die Familie eines reichen Oligarchen, dessen Kinder ihr Heimatland bereits verachten. Der eigene Sohn gibt Informationen an Quint weiter, der diese zu nutzen gedenkt. Der mächtige Slawin allerdings hat Geld und Macht – und jede Menge Helfer unter sich, die gegen Bezahlung zu allem bereit sind. Die Jagd auf Quint ist eröffnet. Der arme Quint ist sich der Gefahr, in der er schwebt gar nicht bewusst….
Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich bei diesem Werk anfangs Probleme hatte, in die Geschichte einzutauchen. Zu viele lose Fäden, zu kurz die einzelnen Szenen. Die einführenden Erklärungen fand ich hier auch ein wenig sperrig und ausufernd.
Filipenko hat einen ganz speziellen Schreibstil. Er hält immer eine recht große Distanz zu seinen Figuren. Oft ist das auch nötig, denn die Schicksale haben es in sich. Dabei stellt er ein breites Spektrum an Charakteren dar: den Idealisten, den skrupellosen Machtbesessenen, die Mitläufer, die Eingeschüchterten, die Geldgierigen, die Notleidenden, etc. Es hat ganz unterschiedliche Gründe, warum Menschen dem System folgen, oder es zumindest dulden. Wie ich finde, wird das in diesem Buch sehr deutlich.
Wenn man aber in der Geschichte angekommen ist, erwartet den Leser eine sehr eindringliche, fesselnde Erzählweise. Die Sätze sind meist knapp. Oft sind Ungeheuerlichkeiten ganz lapidar in Nebensätzen versteckt. Vieles steht zwischen den Zeilen. Das aber sehr deutlich.
Filipenko scheint einen tiefen Groll gegen Russland zu verspüren. Immer wieder greift er Land und Leute ganz offen an. Besonders authentisch ist dies, da er sowohl Russland als auch den europäischen Westen tatsächlich kennt.
Literarisch ist dieses Werk wieder herausragend. Der Autor schreibt treffsicher, jedes Wort sitzt. Das Motiv der Jagd wird sehr früh eingeführt und immer wieder wiederholt. Damit schafft er eine Drohkulisse, die der Leser sehr deutlich wahrnimmt – das eigentliche arglose Opfer jedoch nicht. Gerade die Aspekte der journalistischen Jagd haben mich sehr oft an die Geschichte „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ erinnert.
Erneut ein wichtiger Roman eines bedeutenden Autoren, das es verdient, viele Leser zu finden. 4 Sterne.

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Der Autor schreibt dieses Mal über einen mutigen Journalisten, der sich mit den Reichen Russlands anlegt. Anton Quint ist sein Name und was dieser erlebt, ist keineswegs abwegig. In Deutschland passieren solche Hetzjagden ebenfalls immer wieder.

#DieJagd ist ein weiterer hervorragender Roman des Autors Sasha Filipenko. Der Anfang mag verwirren und wer keine Geduld hat und das Lesen abbricht, dem entgeht viel. Ich blieb dran, las auch über die vielen Personen zu Beginn und wurde belohnt. Die glasklare Botschaft ist: „Wie wird ein unliebsamer Journalist mundtot gemacht?“ Es gibt einen Auftritt im Fernsehen, wo alleine der Verdacht gegen Quint als Fakt vermittelt wird. Die Zuschauer, (die Gesellschaft?), fällen ihr Urteil, ohne die Wahrheit zu kennen. Weitere Maßnahmen für Gegner des Pressemanns: Stimmung machen im Internet, liken von Fake News und möglichst viele Befürworter dieser Falschmeldungen für sich zu gewinnen.

Der Roman wurde wie ein Konzert aufgebaut und es gibt viele Pausen dazwischen. Mich hat die Sprache mal wieder fasziniert und das verdanke ich auch der sehr guten Übersetzung von Ruth Altenhofer. Den Ursprung der hier geschriebenen Songtexte können Interessierte im „Zitatnachweis“ nachlesen. Ich bin mal wieder sehr beeindruckt und empfehle den Roman eindringlich. Dass das Cover wieder perfekt gelungen ist, das versteht sich bei Diogenes von selbst. #NetGalleyDE

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Zum Inhalt:
Der Journalist Anton Quint legt sich mit einem Oligarchen an. Das war nur eine bedingt gute Idee, denn dieser erteilt darauf hin den Befehl, den Journalisten fertig zu machen. Und somit ist die Jagd eröffnet. Und diese Jagd wird gnadenlos sein.
Meine Meinung:
Ich habe mich mit dem Buch extrem schwer getan. Der Schreibstil ist sehr besonders und wie ich fand nicht einfach lesbar. Mich hat die Geschichte auch nicht so richtig gefangen genommen, was natürlich den Lesefluss auch nicht sonderlich fördert. Mir sind die Figuren extrem fremd geblieben und ich konnte mich mit keiner so richtig anfreunden. Auch hat mir irgendwie der rote Faden ein wenig gefehlt. Zum Glück war das Buch, die Geschichte nicht sonderlich lang. Ein dickeres Buch mit dem Gefühl nicht rein zu kommen hätte ich vermutlich abgebrochen.
Fazit:
Schwierig

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Im Mittelpunkt des Buches steht der Journalisten Anton Quint, der idealistische Vorstellungen von der Welt hat bis er sich mit einem reichen Russen anlegt, der ihn daraufhin fertig machen will. Das Buch ist interessant und deckt die Machtspiele und Intrigen gut vernetzter Leute auf. Der Schauplatz der Handlung ist Russland, was ich auch sehr interessant fand. Der Schreibstil ist angenehm und das Cover gefällt mir ebenfalls. Ein spannendes Buch, das ich gerne empfehle.

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Mein erstes Buch von Sasha Filipenko. Ich muss gestehen, dass ich mich zuerst mit dem Schreibstil anfreunden musste. Ich konnte am Anfang gar nicht folgen, die einführenden Erklärungen verwirrten mich mehr, als sie mir halfen... Lässt man sich darauf ein und hat nicht den Anspruch, alles ganz zu verstehen, liest man diese gut 150 Seiten gerne. Wenn es länger gewesen wäre, weiss ich nicht, ob ich das ganze gelesen hätte.

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Der Roman der Zeit!
Mit jedem Buch wird Sasha Filipenko besser! Ein perfektes Spiegelbild der russischen und belorussischen Welt, mit allem was dazu gehört: Oligarchen, Gewalt, Auflehnung gegen Machtgefüge. Es zeigt sich aber immer wieder, wie sehr der Autor seine Heimat liebt, obwohl er verständlicherweise nicht mehr dort lebt.
Ein Buch mit zerbrechender Seele und so viel Aktualität!

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Ein russischer Oligarch ruft seine Familie zusammen. Zwar leben seine Frau und die vier Kinder eigentlich in Frankreich und frönen dort dem schönen Leben in Reichtum und Luxus, jetzt aber möchte er sie in Russland präsentieren. Alexander, einer der Söhne und homosexueller Fußballer, soll fortan im Moskauer Team spielen, das seinem Vater gehört. Von der sexuellen Orientierung seines Sohnes ahnt der Oligarch nichts.

Anton Quint ist ein junger Journalist. Gemeinsam mit seiner Frau und der gemeinsamen kleinen Tochter lebt er in einer netten Wohnung und schreibt gegen das System an. So versucht er, die Balance zu finden: die Offenheit, seine ehrliche Meinung auf der einen Seite, der Schutz und die Sicherheit der Familie auf der anderen.

Ein junger Musiker steht kurz vor dem Konzert, als er plötzlich unerwarteten Besuch vom älteren Bruder erhält. Der Bruder hat Redebedarf und erzählt seine Geschichte. Beginnend mit der zunächst glücklichen Kindheit im Überfluss, geht es über den Verlust der finanziellen und familiären Privilegien bis zu den eigenen Schandtaten als erwachsener Mann.

In "Die Jagd" erzählt Sasha Filipenko, selbst in Belarus geboren, spannend und mitreißend eine Geschichte von Macht, Geld und Einfluss im modernen Russland. Eine Geschichte, die fasziniert und erschreckt, die zuweilen etwas überspitzt erscheint, aber nie ganz unmöglich, die die Eine Geschichte von erschreckender Aktualität.

Absolut lesens- und empfehlenswert.

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Filipenko hilft uns, ein weiteres, kleines Puzzlestück Russlands zu verstehen und ist nicht nur unter den heutigen Umständen unbedingt lesenswert! Klug, schnell, überraschend.

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Sehr spannende Geschichte, sehr realistisch und aktuell, aber durchaus auch verstörend und brutal! Aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine ist die Geschichte auch richtig gespenstisch!

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Der Roman ging mir unter die Haut und zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, ob der Autor in Gefahr ist.
Dem Aufbau einer Sonate folgend werden unterschiedliche Handlungsstränge erzählt, den Mittelpunkt bildet die Unterhaltung zweier sich fremd gewordenen Brüder. Einer ist Cellist und bereist die Welt, der andere geht in Russland seinen Geschäften nach. In diese Geschäfte verwickelt sind Oligarchen, Journalisten, unliebsame Journalisten, Affären, Geld und die Angst vor der sehr realen Möglichkeit mit einem falschen Schritt alles sofort zu verlieren.
Die Handlung hat mich rasch gepackt und was zu Beginn absurd anklang, erschien immer wahrscheinlicher. Wie ein Leben gemacht und ruiniert werden kann hat mich erschüttert.
Von dem Autor habe ich bis jetzt nur "Rote Kreuze" gelesen, was im Vergleich zu "Die Jagd" gradezu zahm anmutet. Wozu Menschen fähig sind und wozu ein skrupelloses System sie befähigen kann, das zeigt Sasha Filipenko.

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