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Real Americans
Roman | Deutschland liest ein Buch – sei dabei!
von Rachel Khong
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Erscheinungstermin 12.02.2026 | Archivierungsdatum 31.08.2026
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Zum Inhalt
Ein großer amerikanischer Roman darüber, was uns zu denen macht, die wir sind
Der große Bestseller aus den USA – so ein Buch gibt es nur alle zehn Jahre! Ein Sommer in New York, der alles verändert. Ein Sohn auf der Suche nach seiner Herkunft. Und die große Frage: Was macht uns zu dem, was wir sind? Sie werden dieses Buch nicht aus der Hand legen können.
New York City, Silvester 1999. Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Als sie Matthew trifft – charmant, privilegiert, Erbe eines Pharmaimperiums –, verliebt sie sich. Zwei Welten prallen aufeinander. Und doch scheint alles möglich.
21 Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Er spürt: Etwas fehlt. Als er nach seinem Vater sucht, stößt er auf Geheimnisse, die alles verändern – nicht nur für ihn.
Ein großer amerikanischer Roman darüber, was uns zu denen macht, die wir sind
Der große Bestseller aus den USA – so ein Buch gibt es nur alle zehn Jahre! Ein Sommer in New York, der alles verändert...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783462005721 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
| SEITEN | 528 |
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Beschäftigte*r in der Buchbranche 816520
Ein wahnsinnig tolles, sehr vielschichtiges Buch. Der Aufbau in die drei erzählten Zeitebenen, die dann aber trotzdem immer Einblicke in das Leben der Charaktere aus allen drei Generationen geben, ist sehr gelungen und ermöglicht durch die unterschiedlichen Perspektiven auch immer wieder einen neuen Blick auf die Protagonist:innen und ihr Handeln. Ein Roman darüber, was uns zu denen macht, die wir sind, wie unsere Vergangenheit unsere Zukunft beeinflusst und wie sich Wünsche, Hoffnungen und Werte über Generationen hinweg ändern oder annähern.
Obwohl das Buch fast 500 Seiten hat, wäre ich gerne noch länger bei den Figuren geblieben, hätte gerne noch mehr über sie erfahren. Große Leseempfehlung für alle, die groß angelegte Familiengeschichten mit gesellschaftspolitischer Relevanz mögen.
Sibylle K, Buchhändler*in
Dieser Roman entfaltet einen ungeheuren Sog. Er erzählt eine Geschichte über drei Generationen hinweg, über Emigration in die USA, über Reichtum über Liebe, Schuld und Vergebung. Er berührt die Frage, darf dem Mensch in die Evolution eingreifen? Es berührt das Thema Rassismus. Und er ist absolut mitreissend. Eine große Freude und eine absolute Leseempfehlung.
Chinesisch-amerikanische Familiensaga – großartig erzählt
Familiensaga über drei Generationen zwischen China und den USA: Identität, Wissenschaft und Liebe verwoben zu einer packenden, poetischen Geschichte.
Real Americans spannt einen eindrucksvollen Bogen von den 1960er-Jahren unter Maos kommunistischer Diktatur bis hin ins fiktive Jahr 2030. Im Zentrum stehen drei Figuren – May, Lily und Nick –, deren Leben jeweils aus ihrer eigenen Perspektive geschildert wird. Die Erzählung folgt dabei keiner linearen Chronologie, sondern setzt 1999 in New York ein: Lily arbeitet dort als unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Sie ist arm, aber erfüllt von Optimismus und Zukunftsglauben.
Als sie Matthew kennenlernt, den Erben eines milliardenschweren Pharmakonzerns, scheint sich ihr Leben schlagartig zu verändern – doch alles kommt ganz anders, und mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Von hier aus führt uns der Roman weiter ins Jahr 2021 und später zurück in das China der 1960er-Jahre: in die Zeit des „Großen Sprungs nach vorn“, der Industrialisierung, der Kulturrevolution – und in die verheerenden Folgen, die diese Epoche für Wissenschaft, Gesellschaft und Millionen Menschen hatte.
Rachel Khong verwebt dabei Themen wie Migration, Identität und die ethischen Grenzen wissenschaftlichen Fortschritts zu einer fesselnden, klug aufgebauten Geschichte. Ihre Sprache ist poetisch und zugleich leicht zugänglich, die Handlung so packend, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann.
Uneingeschränkte Leseempfehlung!
Inge H, Rezensent*in
Drei Generationen
Der Roman Real America von Rachel Khong, spiegelt drei Generationen wieder.
Es gibt viele sehr reiche Familien, die nicht immer so nett sind.
Dann gibt es DEN Manipulationen, ,bei denen die Chinesin Mei beteiligt ist.
Mei ist aus China in die USA gekommen. Ihre Tochter Lilykann kein Wort chinesisch, das sie bei anderen Chinesen immer etwas irritierten wirkt.
Lilys Sohn Nick sieht überhaupt nicht asiatisch aus. Er ist das Ebenbild seines Vaters.
Jeder der Drei kommt zu Wort, so können wir die Eindrücke von verschiedenen Seiten lesen.
Besonders haben mich Meis Erinnerungen an ihre Kindheit und ihr Studium unter Mao interessiert.
Ich kann das Buch gerne weiter empfehlen.
Buchhändler*in 774061
Die Sprache des Romans hat mir gut gefallen, die Story war interessant, die Charaktere gut getroffen. Es war für mich eine
relativ unbekannte Welt, Chinesische Einwanderer in Amerika damit hatte ich mich noch nicht befasst. Ich fand die Geschichte an manchen Stellen etwas sprunghaft und nicht alles war für mich nachvollziebar, aber insgesamt würde ich das Buch empfehlen.
Jan S, Buchhändler*in
Eine generationenübergreifende Geschichte über das Amerikanisch-Sein, aus der Perspektive einer EInwanderungsfamilie, die sich allen amerikanischen Klischees anpassen will. Tragisch, schön, melancholisch philosophiert die Autorin über was es heißt sich selbst treu zu sein. Leider ist die Übersetzung an einigen Stellen etwas holprig, aber amerikanische Idiome oder Aussagen ins deutsche zu übertragen ist auch schwer, da die Sprachen anders funktionieren. Es ist nur was was mir beim Lesen aufgefallen ist.
Buchhändler*in 1904532
So etwas habe ich schon wirklich lange nicht mehr gelesen. Jede einzelne Figur fand ich extrem spannend und die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt. Das die Schicksale alle auf diese Weise miteinander verwoben wurden und darunter die Frage „was darf die Forschung“ wie sehr dürfen wir uns in den Lauf des Lebens einmischen, die alles und alle miteinander verbindet. Hat mich wirklich zeitweise an Jonathan Franzen oder Jeffrey Eugenidis erinnert, aber eben mit einer deutlich weiblicheren Sicht auf die Dinge. Mochte es sehr und werde es auf jeden Fall weiterempfehlen.
Beschäftigte*r in der Buchbranche 1690820
Real Americans von Rachel Khong hat mich mit einer starken Ausgangsidee und einer interessanten Perspektive angesprochen, konnte mich insgesamt aber leider nicht vollständig überzeugen.
Besonders gelungen fand ich die Sichtweise der Protagonistin als Kind chinesischer Einwanderer in den USA. Die Autorin vermittelt eindrucksvoll, wie es sich anfühlen kann, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen – mit all den inneren Konflikten, Erwartungen, Loyalitäten und Unsicherheiten, die damit einhergehen. Der Einblick in diese Lebens- und Gefühlswelt war für mich der stärkste Teil des Romans und hat mich auf jeden Fall beim Lesen bereichert.
Die eigentliche Handlung hingegen hat mich deutlich weniger mitgenommen. Die Thriller- und Mystery-Elemente wirkten auf mich konstruiert und wenig überzeugend, vor allem aufgrund der vielen unglaubwürdigen Zufälle, auf denen zentrale Wendepunkte beruhen. Spannung kam bei mir kaum auf, da sich die Ereignisse eher erzwungen als organisch entwickelt anfühlten.
Ein weiterer Kritikpunkt war für mich die Figurenzeichnung. Während die Charaktere mit chinesischem Hintergrund vielschichtig, interessant und emotional greifbar dargestellt sind, bleiben die amerikanischen Figuren oft flach, klischeehaft und erstaunlich eindimensional. Als bewussten Kunstgriff kann man das sicher verstehen – gerade im Kontrast zu vielen Werken weißer Autor:innen, in denen nicht-weiße Figuren stereotyp dargestellt werden. Für mein persönliches Leseerlebnis hat dieser starke Gegensatz jedoch eher geschadet als geholfen, da er die Welt des Romans unausgewogen wirken ließ.
Auch stilistisch blieb bei mir eine gewisse Distanz zu den Figuren. Obwohl viele Themen emotionales Potenzial hatten, fehlte mir die echte Nähe – das Gefühl, wirklich mit den Charakteren mitzufühlen. Die Sprache blieb für meinen Geschmack zu beobachtend und ließ mich selten tief in die Innenwelt der Figuren eintauchen.
Trotzdem vergebe ich 3 von 5 Sternen. Die Grundidee des Romans, die Auseinandersetzung mit Identität, Herkunft und Zugehörigkeit sowie der kulturelle Einblick haben mir gefallen und machen Real Americans zu einer lesenswerten Lektüre – nur eben nicht zu einem Buch, das mich nachhaltig begeistert oder mitgerissen hat.
Beschäftigte*r in der Buchbranche 1795539
Eine wirklich große Familiengeschichte, die ich so gar nicht kommen sah.
Tiefrgründig in drei Perspektiven aus 3 Generationen erzählt. Auch die Einwanderungsgeschichte und das Leben der folgenden Generationen in den USA werden interessant und unterhaltend beschrieben. Der Wissenschaftsfaktor hat mich überrascht und nachhaltig zum Nachdenken angeregt. Ein wahres Familienepos, welches ich gerne weiterempfehle.
Anregende Lektüre über 3 Generationen chinesischer Einwandernder in die USA. Sehr fein und spannend aufgebaut, viele lebensnahe Charaktere, schönes reales und nicht zu kitschiges Ende. Besonders über China hab ich viel Neues erfahren und mir gedacht, da würd ich jetzt gern noch viel mehr wissen. Kluges Buch und dabei so unprätentiös - ich hab es sehr genossen!
Frauke S, Rezensent*in
‚Real Americans‘ ist die Entfaltung einer Familiengeschichte in drei Generationen. Wir lernen zunächst Lilly kennen, die sich gerade verliebt. Natürlich in jemanden, der ihrem Empfinden nach ‚viel zu gut‘ für sie ist. Nichtsdestotrotz heiratet sie Matthew irgendwann und sie bekommen einen Sohn - Nick. Als Lilly ein Familiengeheimnis entdeckt, in das auch ihre Mutter involviert ist, bricht sie den Kontakt ab und zieht mit Nick weit weg. Dieser puzzelt dann die wenigen Anhaltspunkte seiner Herkunft wieder zusammen und lernt so auch Vater und Großmutter Mai kennen. Mai dürfen wir dann noch ein Stück während der Kulturrevolution in China begleiten, die letztlich zu ihrer Flucht in die USA führte.
Von allen drei Erzählsträngen hat mir Mais am bestehen gefallen. Rachel Khong schafft es, einen richtig mit hineinzuziehen in die Irrungen und Wirrungen ihres Aufwachsens im ländlichen China, ihrem Kampf, ihr Dorf zu verlassen und zu studieren und schließlich wieder beinahe alles zu verlieren, als die Kulturrevolution plötzlich alles in Frage stellt. In die anderen beiden Protagonisten - Lilly und Nick konnte ich mich hingegen nicht so gut einfühlen. Lillys Geschichte fand ich sehr klischeehaft und auch der Plottwist, der alles verbindet, war mir dann am Ende ein bisschen zu viel.
Wer keine Angst vor langen Büchern hat, für den lohnt es sich meiner Meinung nach, dieses Buch zu lesen, um zu Mais Geschichte zu kommen. Ihre Perspektive und Lebensgeschichte ist wirklich interessant.
Sehr gut, aber anders als gedacht
Zum Inhalt:
Lily trifft Matthew, man verliebt sich, heiratet und bekommt ein Kind. Doch mit der Geburt wird alles anders und die ganze Familie muss sich irgendwann ihrer Geschichte stellen, die auch mit den Wissenschaftlern in ihren Reihen zu tun hat.
Mein Eindruck:
Erhält man nach dem Lesen des Klappentextes den Eindruck, dass man es mit einer der üblichen Familiengeschichten zu tun hat, wird man irgendwann eines Besseren belehrt. Der Roman befasst sich auf drei Zeitebenen mit der Sicht jeweils eines Mitglieds dreier Generationen einer Familie mit größtenteils chinesischen Wurzeln, deren erste Generation in die Vereinigten Staaten eingewandert ist. Dabei geht die Autorin Rachel Khong zwar theoretisch chronologisch vor, behandelt aber die Geschichte von Maj, der Mutter Lilys, zuletzt und - im Gegensatz zu den anderen beiden Großkapiteln - als Erinnerung an die Vergangenheit. Dadurch schließt sich letztlich der Kreis von Missverständnissen und getroffenen Entscheidungen.
Khong nimmt sich viel Zeit, die Beweggründe ihrer drei Hauptcharaktere zu erklären und damit letztendlich ihren Lesern zu helfen, alle drei zu verstehen, - egal, wie schwierig ihr Verhalten im ersten Augenblick scheint und ob man es letztendlich gutheißt oder nicht. Alle Figuren wachsen einem über die Zeit ans Herz und man wünscht ihnen viel Kraft, Liebe und Verständnis miteinander.
Über Majs, Lilys und Nicks (Lilys Sohn) persönliche Sicht hinaus bietet das Buch zusätzlich einen Blick auf die Umstände Chinas zu Zeiten Maos, die Situation von Immigranten, die der Generation Praktikum und - als Gegensatz - die Schwierigkeiten, die zu viel Geld und zu wenig Hinwendung verursachen können, alles verwoben mit der Forschung, die sich mit der DNA der Welt befasst. Wo kommen wir her, was macht uns aus?
Mein Fazit:
Ein wirklich großartiger Roman mit Haltung ohne Belehrung
Rezensent*in 596739
In drei Teilen folgen wir den drei Hauptprotagonisten Lily, Nick und May. Es beginnt mit Lily in den 90ern, die in New York als unbezahlte Praktikantin arbeitet und versucht herauszufinden, was sie vom Leben möchte. Vor allem ihre Mutter scheint sie zu bedrängen endlich ihre wahre Bestimmung zu finden. Als Lily Matthew kennenlernt, geht sie voll und ganz in der Beziehung zu ihm auf und lernt durch ihn ein ganz neues Leben kennen. Doch plötzlich sind zwischen seiner Familie und ihrer Geheimnisse, die sie nicht hat kommen sehen.
In einem Sprung wechseln wir in die 2000er zu Nick, der mit seiner Mutter Lily auf einer eher abgschiedenen Insel lebt und ebenfalls seine Bestimmung sucht. Vor allem möchte er wissen, wer er ohne seine Mutter ist und wer er sein kann, wenn er weiter weg auf College geht. Teil seiner Identitätssuche ist auch die Suche nach seinem Vater Matthew und die Neugier, was wirklich damals vorgefallen ist. Seine Geschichte wird im dritten Teil unmittelbar mit May verwoben, seiner Großmutter. Sie erzählt ihm im Jahr 2030 von ihrer Jugendgeschichte und wie es dazu kam, dass sie von China in die USA emigrierte. Sehr eindrücklich wird hier das Leben in China in den 60er Jahren beschrieben unter der Herrschaft von Mao.
Rachel Khong erzählt dabei in einer sehr anschaulichen, teils poetischen Sprache, die einen locker durch die Seiten trägt, Dabei werden viele Fragen aufgeworfen zu Identität, Heimat und Familie nicht nur vor dem gesellschaftlichen Hintergrund Amerikas. Am Meisten konnte ich mich mit Matthew identifizieren, obwohl Mays Geschichte mich am Besten fesseln konnte. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass nach 500 Seiten, die nur so dahingeflogen sind, trotzdem noch Wissenslücken bestehen und mir nicht alle Entwicklungen der Protagonisten klar sind. Das fand ich etwas schade und ich hätte gerne noch etwas mehr im Buch verweilt.
Buchhändler*in 652479
Der Roman ist spannend und überraschend geschrieben und liest sich flott. Die Charaktere der Protagonisten und ihre Veränderungen hat Rachel Khong so detailliert beschrieben, dass man sie sich vorstellen kann. "Real Americans" ist ein interessanter und lesenswerter Roman über Familie, Einwanderung und Integration - ich habe viel gelernt.
Katharina L, Buchhändler*in
Ich liebe Romane, die interessant aufgebaut sind, und das ist dieser auf jeden Fall!
'Real Americans' ist ein absoluter Pageturner, der als 'klassische' Liebesgeschichte beginnt und mit Leichtigkeit und interessanten Konflikten ganz schnell an Sogkraft und Tiefe zulegt:
Lily, Tochter chinesischer Migranten und Architekturstudentin, lebt als unbezahlte Praktikantin mehr schlecht als recht in New York. Bei einer Firmenfeier lernt sie den charmanten Matthew kennen - und es sprühen schnell die Funken zwischen den Beiden. Beim Lesen spürt man die Chemie zwischen den Beiden sofort, ihre verbalen Schlagabtäusche sind klasse! Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht... Matthew hat Geld, Ein spontaner Ausflug nach Paris? Kein Problem. Er entführt Lily in fremde Welten, ein Luxusleben. Doch die Kluft zwischen ihren Lebensrealitäten scheint zu groß... Über alle Umstände hinweg, scheinen sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch der Schein trügt..
Teil 2 der Geschichte bringt einen Zeitsprung und Perspektivwechsel mit sich. Teil 3 ebenfalls. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Ich fands genial, wie sich die Geschichte entspinnt, Erzählfäden auseinander und wieder zusammenführt und die Geschichte so am Ende sehr rund macht.
Ein Roman, der leicht zu lesen & ein Pageturner ist und gleichzeitig voll wichtiger Themen steckt: Migration, Heimat. Was macht einen "wahren Amerikaner" aus? Rassismus. Moral. Ethik. Moralisches Handeln. Was tut man, um zu überleben? Chinesische Geschichte... Elternschaft. Mutterschaft. Was wünsche ich mir für mich / mein Kind?... und und und.
Auch sprachlich habe ich den Roman als leichtfüßig und ebenso genial empfunden - tolle Sätze, Gedanken, fantastische Momente wie die "stehenbleibende Zeit" machen die Geschichte zu etwas besonderem.
Ein durch und durch rundes, gelungenes Leseerlebnis, über das man sich sicherlich viel austauschen kann!
Ethische Zugehörigkeit
Der Roman ‘Real Americans‘ von Rachel Khong hat mich fasziniert und in seiner Art menschliche Bedürfnisse nach Zugehörigkeit in einer fremden Gesellschaft darzustellen, tief berührt. Sie beschreibt einen Kulturschock, den eine junge Chinesin erlebt, die aus den gesellschaftlichen und politischen Zwängen in Zeiten der Mao Herrschaft über Hongkong in die USA flieht. Mai ist eine hochintelligent junge Frau, die in der Provinz Chinas aufwächst und den Sprung in die Großstadt zum Studium schafft. Zum ersten Mal in ihrem Leben begegnet ihr Reichtum in Form von schöner Kleidung und Kosmetik, mit denen ihre Kommilitoninnen sich umgeben. Ihr ärmliches Erscheinungsbild belastet sie sehr, weil sie sich nicht dazugehörig fühlt und als Außenseiterin betrachtet. Die gesellschaftspolitischen Veränderungen im Land werden immer bedrohlicher für die intellektuelle Elite. Die Handlanger Maos setzen auf die Durchsetzung eines kommunistischen Systems und dulden keine Kompromisse in abweichenden Meinungsbekundungen. Sie beschließt dem zu entfliehen, ein gefährlicher Plan, der anders als erhofft umgesetzt wird.
In drei großen Kapiteln wird die Lebensgeschichte der nachfolgenden Generationen erzählt. Mit großer Leidenschaft und einem eisernen Willen wirbt Mai um Anerkennung und Zugehörigkeit in der neuen Heimat den USA. Dabei führt sie mit sich und ihrer Familie ein eisernes Regime, in dem sie ihre Herkunft versteckt. Das hat natürlich traumatische Auswirkungen auf ihre Nachfahren, die sich mit Bindungsängsten, Abschottung aber auch Verzeihen und der Suche nach Erklärungen beschäftigt.
Eine großartige Geschichte, die mich gefesselt durch ihren lebendigen Erzählstil hat, die äußerst brisante Themen wie die Einflüsse der Persönlichkeitsentwicklung in einer besonderen persönlichen Art behandelt, die zutiefst menschliche Verhaltensweisen in ihrer Ursächlichkeit beschreibt und das dadurch entstehende Konfliktpotenzial begreifbar macht.
Michaela M, Buchhändler*in
Das Buch hat drei Teile und erzählt erst von der Mutter, dann vom Sohn, dann von der Großmutter.
Im ersten Teil habe ich nicht verstanden, warum dieses Buch der Titel für "Deutschland liest ein Buch" wird. Doch mit dem letzten Dreh dieses Teils deutet sich ein Geheimnis an, das ich unbedingt ergründen wollte. Es ist eine moderne Aschenputtel-Geschichte von einer jungen Frau aus einer asiatischen Familie, die sich als unbezahlte Praktikantin in den Juniorchef verliebt, ohne von seiner Position zu wissen. Kann das überhaupt gut gehen, durch eine Heirat aufzusteigen und sich in ungewohnten Kreisen zu bewegen? Oder sind die Unterschiede zu groß?
Der zweite Teil über den Sohn ist eine grandios erzählte Coming-of-age-Geschichte, die richtig Spaß macht und auch spannend ist - wird er das Geheimnis seiner Herkunft lüften können? Was treibt ihn um, was will er erreichen, wohin führen ihn Studium und Beruf?
Und der dritte Teil führt uns, indem wir die Geschichte der Großmutter nachspüren, nach China zur Zeit der Kulturrevolution und toppt die beiden ersten Teile noch einmal in Sachen Spannung. Außerdem erfährt man Unglaubliches über die Politik Maos und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung. Man erfährt von Repression und Leid: All das war in diesen Details neu für mich und hochinteressant.
Außerdem taucht hier ein Charakter auf, der bereits im ersten Teil eine kleine Rolle spielte, und ich habe gerne zurückgeblättert und mein Bild vervollständigt. Am Schluss werden alle Fäden zusammengeführt.
Mich faszinieren in dieser Geschichte die Generationen und wie fremd sie sich sind und wie wenig sie voneinander wissen, obwohl sie zur selben Familie gehören.
Auch ist sehr präsent, dass Amerika zwar Freiheit für alle verspricht und die Möglichkeit, sich sein persönliches Glück zu erarbeiten - doch in der Realität und im Alltag sind Rassismus und soziale Unterschiede absolut sichtbar und wichtig.
Schön für eine Hagener Buchhändlerin, dass der Hagener Tobias Schnettler das Buch übersetzt hat, welches jetzt in ganz Deutschland stark beworben werden wird:). Wenn das nicht mal ein Schaufenster wert ist...Lesenswert!
Schon lange hatte kein Buch so eine Sogwirkung auf mich gehabt. Ich wollte immer weiter lesen und wissen wie es weitergeht. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen.
Insgesamt ist das Buch in 3 Teile unterteilt und aus 3 unterschiedlichen Sichtweisen und auch dementsprechend Zeiten geschrieben. Der 1. Teil hat mir am besten gefallen, danach kommt der 2. und leider am Ende der 3. Teil. Am 3. Teil hatte mich zwischendurch der Wechsel zwischen der Ich- in die Allwissende Perspektive irritiert. Insgesamt wurden die Teile am Ende gut zusammengeführt. Wobei mich die auch die Auflösung nicht komplett von den Socken hauen konnte, habe ich das Buch wahnsinnig gern gelesen und geliebt. Lange nicht mehr so schnell ein Buch verschlungen, weil es auch so viele verschiedene Themen innehatte.
Die Rezension zu diesem Buch habe ich ein bisschen vor mir hergeschoben. Es ist ein fesselndes Buch mit Sogwirkung, aber das Geschehen lässt sich schwer auf den Punkt bringen. Vielleicht hat es mehrere Punkte, vielleicht fehlt mir das Etikett?
Es erzählt die Geschichte einer chinesischen Familie, nur nicht chronologisch. Es beginnt mit der märchenhaften Liebesgeschichte von Lily Chen und Matthew Maier 1999, die ein durch und durch ungleiches Paar sind. Matthew ist Sohn einer reichen Familie, die ein Pharmaunternehmen betreibt und Lily ist Tochter chinesischer Einwanderer, die nie auf Rosen gebettet waren. Wir bekommen ein bisschen Cinderella in China Town, armes Mädchen trifft Traumprinz, der die Familiendynastie weiterführen soll, aber lieber ein echtes Leben ohne Privilegien und Milliarden hätte. Nur ist Cinderella auch noch Chinesin. Also, was will er, der Prinz? Eine exotische Freundin, um seinen Vater zu ärgern oder ist da wirklich mehr?
Dann erzählt Lilys Sohn Nick aus seinem Leben. Er hatte eine sehr behütete Kindheit, lebte allein mit seiner Mutter auf einer abgelegenen Insel, wer sein Vater ist, wusste er lange nicht. Und als Erwachsener trifft er tatsächlich zum ersten Mal seine Großmutter und erfährt deren Geschichte. May Chen hat die Kulturrevolution in China durchlebt, ist geflohen und wurde später Wissenschaftlerin bei einem großen Pharmaunternehmen. Da schließt sich dann der Kreis, ein Kreis, der Schicksale verknüpft und voller Rätsel ist.
Am Ende habe ich das Gefühl, ich weiß deutlich mehr aber längst nicht alles. Ich habe eine ungewöhnliche Familiengeschichte gelesen, mehrere Liebesgeschichten, ich habe die chinesische Kulturrevolution plastisch miterlebt und ich habe erfahren, wie man sich als Chinese in Amerika fühlt. Ich denke über Wurzeln nach und was einen prägt, Familienbande, Vererbung, Tradition, kann man daran etwas ändern oder ist das Bestimmung? Und wie gut fährt man damit, Wurzeln radikal zu kappen?
„Real Americans“ ist ein fesselndes Buch mit sehr viel Inhalt. Mir fehlt ein kleiner Kick Irgendwas, um ganz begeistert zu sein, aber selbst darauf kann ich nicht den Finger legen. Das Buch bekommt von mir 4,5 Sterne, die ich gerne aufrunde.
Maria K, Buchhändler*in
Fantastischer Familienroman, der über Generationen nachhallt. Topaktuelle Themen wie Identität, Rassismus und Migration. Die Geschichte einer Chinesischen Einwanderer faszenierte mich sehr und ließ mich nach jedem Kapitel schneller blättern. Vorallem der Letzte Part, die Sicht der Mutter, die über ihre Vergangenheit berichtet ließ nochmal einen anderen Blick auf die späteren Geschehen zu und begründete die Flucht in die USA. Meiner Meinung nach ein super zu lesendes Buch, wenn man Tief in eine Geschichte abtauchen möchte, die nicht nur unterhält, sondern auch über die Zustände damaligen Chinas und verschiedene noch heutig verankerte Klassenunterschiede aufklärt.
S R, Buchhändler*in
Deutschland liest ein Buch...
Erst dachte ich: ok, wieder so eine typische amerikanische Geschichte.
Dann aber hat mir das Buch zunehmend gefallen. Diese drei Geschichten stehen für sich und sind zugleich nicht voneinander zu trennen.
Liebesgeschichte, Migration und Genforschung muss man erstmal in ein packen.
Unterm Strich hat es mir gut gefallen.
Benjamin M, Buchhändler*in
Der Verlag startet mit diesem Roman dessen Aktion „Deutschland liest ein Buch“ und obwohl es in den USA spielt, verstehe ich warum: Es ist ein famoses und vielschichtiges Buch, über das man sich hervorragend unterhalten kann.
Beginnend mit Lily Chen, der Tochter von Chinesischen Einwanderern wird die Geschichte dreier Generationen beschrieben. Sie lernt auf einer Silvesterparty den reichen Sohn eines Pharmaunternehmens kennen und sie werden trotz der Differenzen und Unterschiede ein Paar. Weiter geht es mit den Eltern, welche damals über Hongkong aus China geflohen sind – sie wollten ein freies und selbstbestimmtes Leben führen. Es endet mit dem Sohn, der nie etwas über seinen Vater erfährt und den sie alleine aufzieht.
Wie die verschiedenen Lebensläufe zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen ist sehr besonders und super spannend.
Dieses Buch möchte ich am liebsten jedem in die Hand drücken: Absolut lesenswert!
Verbindet auf kluge Weise Themen aus Familie, Identität und Genetik, zeigt dabei eindrucksvoll und berührend, dass das/ein Leben nicht planbar ist - STARK!
Rezensent*in 1207065
Grenzüberschreitungen
Lilys Eltern sind aus China in die USA eingewandert und taten alles, um "real Americans" zu werden. Lily, in den USA aufgewachsen, spürt dennoch immerfort die Kluft zwischen ihr und den "real Americans" - ein Blick in ihr Gesicht genügt den meisten Menschen, um sie als Asiatin abzustempeln.
Typisch Jahrtausendwende arbeitet Lily als Praktikantin in New York in prekären Verhältnissen, als sie auf einer Party den wohlhabenden Matthew kennenlernt. Trotz der offensichtlichen Kluft zwischen den beiden, der Kluft zwischen Arm und Reich, verlieben sich die beiden, bekommen ein Kind. In weiteren Abschnitten tauchen wir ein in die Welt der Eltern und des erwachsenen Sohnes von Lily.
Rachel Khong schreibt wahnsinnig schön.
Wie die junge Lily sich voller Hoffnung in New York abstrampelt, die abgerockte Wohnung mit dem viel zu großen Fernseher, da fühlte ich mich sofort Zuhause. Der eloquente Matthew, der mit seinen Eltern und dem unermesslichen Reichtum, der ihm ein wunderbares Leben ermöglicht, hadert. Die abenteuerliche und tragische Geschichte, wie es zur Auswanderung von Lilys Eltern kam. Hier passiert viel. Khon hält uns Lesende wunderbar bei Stange, konfrontiert uns mit Zeitgeschichte, stellt in Frage, erzählt, ohne groß zu urteilen.
Ein Buch, dass noch ewig hätte weitergehen können.
Rachel Khong gibt durch drei Erzählerstimmen auf drei Zeitebenen (1999, 2020, 2030) Einblick in die Schicksale chinesisch-stämmiger Amerikaner:innen. Die Icherzählerin Lily Chen ist Kunsthistorikern auf Jobsuche und arbeitet 1999 in New York als unbezahlte Praktikantin. Ihre Mutter Mei Ling (*1945) wanderte in den 60ern nach einem Biologiestudium aus China in die USA ein und ist als Wissenschaftlerin ganz und gar nicht mit Lilys Berufswahl einverstanden. Sie hat nach ihrer Ankunft schnell nur noch Englisch gesprochen, betrachtet sich als reine Amerikanerin und schweigt eisern über ihre Kindheit in einem chinesischen Dorf. Menschen wie Mei Ling werden in asiatischen Communitys bissig „Banane“ genannt (nur äußerlich gelb und innen weiß). Lily, die nie Chinesisch gelernt hat, wiederum schiebt der nüchtern-distanzierten Art ihrer Mutter reichlich einseitig die Alleinschuld am Konflikt zwischen ihnen zu. Als die 22-Jährige Matthew, den Sohn einer märchenhaft reichen Pharma-Dynastie, kennen und lieben lernt, wirkt sie wie ein unbeschriebenes Blatt und völlig unvorbereitet, in den US-Ostküstenadel zu heiraten. Lily beobachtet den Heiratsmarkt zwischen weißen Männern und asiatischen Frauen auf beiden Seiten zwar treffend als Trophäenjagd, kann dahinter jedoch noch nicht Rassismus, Klassismus und Misogynie benennen. Durch Lilys jugendliches Alter und ihre fehlende Berufsidentität wirkt dieser erste Teil eher wie ein New Adult Text, der mich mit den ausufernden Hochzeitsriten reichlich gelangweilt hat.
Nach einem Zeitsprung von 20 Jahren treffen wir auf einer Insel vor Seattle Lilys 16-jährigen Sohn Nick, der ohne Vater aufgewachsen ist und den Lily angeblich aus Konsumkritik heraus in großer Sparsamkeit aufzieht, ohne zu erklären, wie sie zu dieser Einstellung gelangt ist. Kein Fernsehen, kein WLAN und bis zur Fahrerlaubnis darf Nick gern warten, bis er 18 ist. Aufgrund von Lilys Exzentrik wäre Nick in der Schule sicher zum Nerd erklärt worden, wären er und Timothy nicht ganz besonders gute Freunde. Mitten in die Planung der Jungen für Studium und Stipendien platzt die Information, dass Nicks Vater sehr wohl Interesse an seinem Sohn hat. Was Nick von Matthew erfährt, klärt jedoch nicht das schwierige Verhältnis zwischen Lily und ihrer Mutter. Durch das Thema Studienplatzwahl und Finanzierung wirkt auch dieser zweite Teil eher wie New Adult, wenn auch aus der Perspektive zweier intelligenter und sympathischer Figuren fesselnd erzählt.
Als Nick in der Zukunft des Jahres 2030 schließlich das große Geheimnis seiner Mutter und seiner Großeltern lüften kann, wird u. a. deutlich, warum Mei Lings Traum für Lily eine wissenschaftliche Karriere gewesen wäre.
Fazit
„Real Americans“ ist nicht der erste Roman über die Spurensuche chinesischer Einwanderer und ihrer Nachkommen. Durch Mei Lings Geheimnis und die Perspektive mehrerer Generationen finde ich das Buch spannend, spoilergefährdet – und overhyped.
Rachel Khong ist mit „Real Americans“ ein großer, vielschichtiger Generationenroman gelungen – einer jener seltenen Bücher, die persönliche Schicksale mit gesellschaftspolitischen Fragen verbinden und dabei einen nachhaltigen Sog entfalten. Über drei Generationen hinweg erzählt der Roman von Herkunft, Identität, Liebe, Macht und der Frage, was uns letztlich zu den Menschen macht, die wir sind.
Im Zentrum stehen drei Figuren: May, Lily und Nick. Die Handlung setzt zunächst im New York der Jahrtausendwende ein. Lily Chen, 22 Jahre alt, Tochter chinesischer Einwanderer, arbeitet als unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Sie ist arm, aber voller Hoffnung. Als sie Matthew begegnet – charmant, privilegiert, Erbe eines milliardenschweren Pharmaimperiums – prallen zwei Welten aufeinander. Was zunächst wie ein modernes Märchen wirkt, entwickelt sich bald zu einer Geschichte voller Brüche, Entscheidungen und Konsequenzen.
Von dort spannt der Roman einen weiten Bogen: ins Jahr 2021 und darüber hinaus, bis in ein nahes, fiktives 2030, sowie zurück ins China der 1960er-Jahre unter Mao. Besonders eindrucksvoll sind die Passagen über Mays Leben: ihre Kindheit, ihr Studium und ihre Erfahrungen während des „Großen Sprungs nach vorn“ und der Kulturrevolution. Diese Kapitel zeigen eindringlich, wie politische Systeme, Ideologien und wissenschaftliche Ambitionen individuelle Lebenswege prägen – und zerstören können.
Khong erzählt nicht linear, sondern wechselt geschickt zwischen Zeiten und Perspektiven. Gerade dieser Aufbau macht den Roman so reich: Figuren erscheinen in neuem Licht, Handlungen werden verständlicher, moralische Gewissheiten brüchig. Themen wie Migration, Rassismus, soziale Ungleichheit, wissenschaftlicher Fortschritt und die ethische Frage, ob der Mensch in Evolution und Vererbung eingreifen darf, sind organisch in die Handlung eingebettet und nie bloßes Beiwerk.
Die Sprache ist poetisch und zugleich zugänglich, die Figuren lebendig und komplex. Trotz fast 500 Seiten bleibt das Gefühl, man würde gerne noch länger bei ihnen verweilen. „Real Americans“ ist tragisch und schön, melancholisch und mitreißend – ein Roman über Schuld und Vergebung, über das Erbe der Vergangenheit und die Möglichkeiten der Zukunft.
Eine große Leseempfehlung für alle, die weit ausgreifende Familiensagas lieben und Literatur schätzen, die sowohl emotional berührt als auch zum Nachdenken anregt.
Aus dem amerikanischen Englisch von Tobias Schnettler.
New York kurz vor der Jahrtausendwende: Lily Chen arbeitet in einem unbezahlten Praktikum und weiß genau, dass die fehlende Zielstrebigkeit ihrer Mutter sehr missfällt. Als sie Matthew kennenlernt, der über deutlich mehr Geld verfügt als sie, lernt sie den wahren Reichtum Amerikas kennen.
Auf einer Insel vor Seattle ist Nick aufgewachsen, der nun, nachdem sie Corona Pandemie überstanden wurde, kurz vor seinem Schulabschluss steht - und seinen Vater sucht. Sein abgelegenes Leben war von vielen Regeln, aber einer durchaus engen Beziehung zu seiner Mutter geprägt - doch über ihre Vergangenheit redet sie nie. Nick beginnt zu suchen und trifft dabei auf viele Geheimnisse der Familie…
Ein Buch mit über 500 Seiten, durch die ich allerdings nur so geflogen bin: in drei Teilen folgen wir in diesem Buch zunächst Lily, dann ihrem Sohn und zuletzt noch einer weiteren Figur der Familie. Drei Perspektiven auf eine Familie, Schicht um Schicht entblättert das Buch den Traum von einem Amerika und noch viele andere Träume. Ich bin ganz ehrlich: manchmal, insbesondere im dritten Teil, wusste ich nicht ganz genau, worauf Rachel Khong hinauswollte, aber das Lesen war so angenehm-soghaft, dass ich einfach wissen wollte, was als Nächstes auf diese Familie wartet. Einiges bleibt unbeantwortet, viele Themen werden vielleicht nicht tief genug erzählt, aber es bleibt doch einiges zum Nachdenken.
Für mich war „Real Americans“ von Rachel Khong ein Buch, das mich wirklich berührt hat. Es erzählt die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie über mehrere Generationen. Von May, die in China aufwächst und unter den strengen gesellschaftlichen Bedingungen leidet, bis zu ihrer Tochter Lilly, die als Amerikanerin aufwächst, sich aber immer wieder mit ihrer Herkunft konfrontiert sieht, und zu Lillys Sohn Nick, der in einer gewissen Abgeschiedenheit aufwächst und die Familiengeschichte nur Stück für Stück versteht.
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was mir geholfen hat, die Figuren und ihre Entscheidungen besser nachzuvollziehen. Besonders spannend fand ich, wie die Autorin Themen wie Identität, kulturelle Wurzeln und die Verantwortung, die man für andere trägt, miteinander verknüpft. Es gibt Momente voller Emotionen, aber auch viele Fragen zur Genetik und moralischen Entscheidungen, die zum Nachdenken anregen.
Ein paar Dinge hätten für mich etwas ausführlicher sein dürfen: Einige Zeitsprünge lassen wichtige Entwicklungen nur erahnen, und manche große Themen wie die genetische Forschung oder Lillys Identitätskonflikte werden eher angerissen. Trotzdem hat mich der flüssige, bodenständige Schreibstil gepackt, und vor allem Mays Geschichte in China hat mich gefesselt. Für mich ist es ein nachdenklicher, vielschichtiger Familienroman, der lange nachklingt.
Zum Inhalt:
Lily Chen lernt Silvester 1999 den charmanten Matthew kennen und krasser könnten die Welten nicht sein, aus denen sie stammen. Sie die Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem Medienunternehmen. Er, als Erbe eines Pharmaimperiums ist privilegiert. Sie verlieben sich und alles scheint möglich. Jahre später lebt Lily mit ihrem Sohn Nick auf einer abgelegenen Insel. Ihm fehlt etwas und bei der Suche nach seinem Vater stößt er auf Geheimnisse.
Meine Meinung:
Ich hätte nicht gedacht, dass mich das Buch so fesseln würde. Ein Familienroman, der sich über drei Generationen zieht, bietet natürlich eine Menge Möglichkeiten Ereignisse einzubauen und das ist hier wirklich gut gelungen. Es beginnt schon sehr schön, mit der Begegnung von Matthew und Lily und eigentlich hätte alles schön sein können, aber es kommt natürlich anders. Und auch die nachfolgende Generation hat mit den Geheimnissen zu kämpfen und es beeinflusst natürlich auch deren Leben. Auch die Sicht der Großmutter brachte nochmal neue Aspekte in die Geschichte. Ich hatte die Gelegenheit sowohl Buch als auch Hörbuch zu genießen und ich habe beide genossen, vielleicht sogar das Hörbuch noch ein bisschen mehr.
Fazit:
Sehr interessant
Von der Suche nach Zugehörigkeit und Herkunft…
REAL AMERICANS ist der neue Roman von Autorin Rachel Khong und erzählt eine bewegende Familiengeschichte auf mehreren Zeitebenen.
Die Handlung ist in drei Teile geteilt, die jeweils aus einem anderen Blickwinkel erzählt werden. Der erste Teil beginnt 1999 und hier steht die damals zweiundzwanzigjährige Lily im Mittelpunkt. Die junge Studentin lebt in New York und arbeitet als unbezahlte Praktikantin in einem angesagten Medienunternehmen. Lily ist die Tochter von chinesischen Einwanderern, wurde in Amerika geboren und von ihren Eltern amerikanisch erzogen. Sie hat nur wenige Berührungspunkte mit der Heimat ihrer Eltern, die sich zudem über ihre Vergangenheit eher verschlossen geben.
Als sie auf einer Party den jungen Matthew trifft, der sympathisch und zuvorkommend ist, verliebt sie sich in ihn. Er ist der Erbe eines Pharmaimperiums und der Reichtum ist ihm eher unangenehm. Doch auch wenn sie aus verschiedenen Welten kommen, scheint alles möglich zu sein…
Wir waren keine Fremden mehr, überlegte ich laut.
„Stimmst du mir zu“, sagte er, dass ich nicht irgendwer für dich bin?“
„Du bist nicht irgendwer für mich“, sagte ich und spürte, dass dies der Anfang von etwas war. Dass nach alledem, aufgrund von alledem, mein Leben nicht mehr dasselbe sein würde.
– Seite 36, eBook
Im zweiten Teil geht es ins Jahr 2021: Auf einer kleinen Insel nahe Seattle lebt der Teenager Nick mit seiner Mutter. Etwas abgeschieden von der modernen Welt hat Nick nur seinen besten Freund Timothy und spürt, das etwas fehlt. Zusammen mit Timothy beginnt Nick nach seinem Vater zu suchen, über den seine Mutter beharrlich schweigt. Dabei stößt er auf einige Geheimnisse, die alles ändern.
„Meine Mutter beschrieb sich selbst nie als Außenseiterin, sie war ganz einfach eine – das war für mich offensichtlich. Vom Rand aus konnte sie sehen, was für alle, die mittendrin waren, unsichtbar war.“
– Seite 245, eBook
Der dritte Teil ist anfangs aus der Sicht einer Person geschrieben, die bisher im Hintergrund geblieben ist. Deren Geschichte beantwortet einige offene Fragen aus Vergangenheit und Gegenwart, gibt nochmal eine ganz andere Sicht auf verschiedene Ereignisse und lüftet einige Geheimnisse.
„Bücher waren es, die gewaltige Masse von Büchern, die mir vor Augen führte, wie wenig wir über die Welt wussten, in der wir lebten: Eine Welt, die in ihrer Alltäglichkeit gewöhnlich erschien, und doch Rätsel um Rätsel enthielt. Hinter jeder Tür, die sich öffnete, war eine weitere Tür.“
– Seite 324, eBook
Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt: Der einnehmende Schreibstil, die stark gezeichneten Charaktere und auch den Verlauf der Geschehnisse ist auf gewisse Weise spannend zu verfolgen. Mit einer besonderen Ruhe entfaltet die Autorin die Lebenswege der Charaktere – mit all ihren Sorgen, Wünschen, Ängsten und Hoffnungen. Es gibt einige überraschende Entwicklungen.
Aber auch die Frage nach Herkunft und Zugehörigkeit, Unsicherheit und das Thema Rassismus, sowie Forschung und die Suche nach sich selbst sind zentrale Bestandteile des Romans. Zum Ende hin werden einige Fäden zusammengeführt.
Mein Fazit: Ein beeindruckender Roman mit fein gezeichneten Charakteren – atmosphärisch dicht und bewegend erzählt. Auf verschiedenen Zeitebenen erleben wir Glück und Angst, Reichtum und Armut, dramatische Entwicklungen und auch Hoffnung – mit einer ruhigen und zugleich fesselnden Erzählstimme. Eine große Leseempfehlung.
Rezensent*in 1900875
Real Americans ist ein tief berührender Roman über Herkunft, Identität und Zugehörigkeit. In drei Teilen und Perspektiven erzählt er eine vielschichtige, klug komponierte Geschichte, die emotional unter die Haut geht.
Starke Figuren, leise erzählte Wahrheiten und große Fragen machen dieses Buch zu etwas Besonderem. Ein Roman, den man nicht aus der Hand legt – einfach nur wow.
Rezensent*in 1321195
Real Americans von Rachel Khong ist für mich eines dieser Bücher, die man wirklich nur alle paar Jahre in die Hände bekommt – klug, mitreißend, vielschichtig. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite begeistert.
Die Geschichte beginnt an Silvester 1999 in New York: Lily Chen, 22 Jahre alt, Tochter chinesischer Einwanderer, arbeitet als unbezahlte Praktikantin in einem angesagten Medienunternehmen. Sie steht am Rand einer Welt, die glänzt, aber nicht ihr gehört. Als sie Matthew begegnet – charismatisch, wohlhabend, Erbe eines riesigen Pharmaunternehmens –, prallen zwei völlig unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinander. Und doch entsteht zwischen ihnen eine große Liebe, getragen von der Hoffnung, dass im Amerika der Jahrtausendwende alles möglich ist.
Der Roman springt 21 Jahre in die Zukunft. Lilys Sohn Nick lebt mit ihr zurückgezogen auf einer Insel. Er spürt, dass ihm ein Teil seiner Geschichte fehlt – und begibt sich auf die Suche nach seinem Vater. Was er dabei entdeckt, sind nicht nur Familiengeheimnisse, sondern Fragen nach Identität, Herkunft und Wahrheit, die alles verändern.
Besonders großartig fand ich den Schreibstil: klar, elegant, dabei emotional durchdrungen, ohne je kitschig zu werden. Rachel Khong schafft es, gesellschaftliche Themen – Migration, Klasse, Macht, Privilegien, Wissenschaft und Moral – so organisch in die Handlung einzubetten, dass sie nie belehrend wirken. Stattdessen entfaltet sich alles ganz selbstverständlich aus den Figuren heraus.
Die drei Perspektiven im Roman sind durchweg faszinierend. Jede von ihnen beleuchtet eine andere Facette des American Dream:
Lily verkörpert den Aufstieg durch Bildung und Ehrgeiz – und die unsichtbaren Hürden, die bleiben.
Matthew steht für das alte, privilegierte Amerika, in dem Möglichkeiten selbstverständlich scheinen.
Nick schließlich sucht nach Wahrheit in einer Welt, in der Herkunft, Gene und soziale Bedingungen untrennbar miteinander verwoben sind.
Gerade dieses Zusammenspiel macht das Buch so stark. „Real Americans“ stellt die große Frage: Was macht uns zu dem, was wir sind? Unsere Familie? Unsere Gene? Unsere Entscheidungen? Oder das Land, in dem wir leben?
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es ist eine große, moderne Familiengeschichte, ein Gesellschaftsroman und eine intime Suche nach Identität zugleich. Intelligent, emotional und absolut fesselnd – für mich ganz klar fünf Sterne.
genetische Identität
Das Cover ist ästhetisch und beeindruckend, es hat mich sofort angesprochen, ebenfalls der kurze, prägnante Titel, auch wenn dieser nicht viel über den Inhalt verrät. Der Roman begleitet eine chinesisch-amerikanische Familie über mehrere Generationen und über verschiedene zeitliche Epochen von China bis nach Amerika. Die einzelnen Teile werden aus der Perspektive von Lily, dann von ihrem Sohn Nick erzählt und zum Schluss rückblickend aus der Sicht von Lilys Mutter May. Inhaltlich ist man als Leser*in somit zuerst in den aktuelleren Geschehnissen involviert und erfährt am Ende die Hintergrundgeschichte, wie alles begann und wohin die Reise hätte gehen können oder sollen, wenn alles nach Plan verlaufen wäre.
Man braucht als Leser*in Zeit um sich in die Familiengeschichte einzulesen und in die unterschiedlichen historischen und zeitlichen Dimensionen hineinzuversetzen, man kann nicht durch die Kapitel rauschen, ohne nachzudenken und mitzufühlen. Es geht um zentrale Themen wie Identität und Zugehörigkeit. Was macht es aus „echte Amerikaner“ zu sein und warum ist es gesellschaftlich so wichtig? Gesellschaftliche Normen, Rasse und Herkunft und der „American Dream“ stehen im krassen Gegensatz zueinander. Geld beeinflusst, wer sich durchsetzt und wer es leichter hat im Leben. Am meisten beeindruckt hat mich der wissenschaftliche Aspekt, den schon Lilys Mutter May und ihre Forschungskolleg*innen damals verfolgten, wenn auch noch mit einfacheren Methoden, so haben sie dennoch einen Meilenstein in der Genforschung und in der Veränderung von Erbgut ermöglicht. Wie dies etisch vertretbar ist, ist ein weiterer Diskussionspunkt, der zwar nur kurz angeschnitten wird, der aber im Nachhinein zum Weiterdenken anregt. Dürfen nur die gesunden, starken, perfekten Menschen überleben? Geht dadurch nicht die Vielfalt verloren? Wir sind weit mehr als die Summe unserer Teile. Wie weit können wir wirklich frei Entscheidungen treffen oder sind wir nicht immer in gewisser Weise beeinflusst? Die Gabe die Zeit anhalten zu können, finde ich beeindruckend. Die Zeit anzuhalten und die Zeit kontrollieren zu können.
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