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Wenn ich eine Wolke wäre
Mascha Kaléko und die Reise ihres Lebens | Vom SPIEGEL-Bestseller-Autor von ›Ostende‹ und ›Träumer‹
von Volker Weidermann
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Erscheinungstermin 09.10.2025 | Archivierungsdatum 30.04.2026
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Zum Inhalt
»Ich muss mich auf Wunder verlassen«: Mascha Kalékos Deutschlandreise
Januar 1956: Siebzehn Jahre, nachdem Mascha Kaléko Nazi-Deutschland in letzter Minute verlassen hat, kehrt sie zurück. Es ist eine Reise in die Vergangenheit – verbunden mit der bangen Frage, ob sie auch eine in die Zukunft sein kann.
Sie fährt nach Berlin, in die Stadt, in der sie glücklich gewesen war, in der sie als Dichterin erfolgreich geworden ist, die sie liebte, und durch das ganze Land, ein ganzes Jahr lang. Fast täglich schickt sie Briefe nach New York, an ihren Mann, die Liebe ihres Lebens, und erzählt – von märchenhaften Erfolgen, einem Wunder in Berlin, Abgründen, von einem alten, neuen Land.
Volker Weidermann schreibt über ein einzelnes Jahr und zeigt darin ein ganzes deutsch-jüdisches Leben. Es ist die Geschichte einer Dichterin, in deren Humor, Esprit und Melancholie wir uns selbst erkennen.
»Ich muss mich auf Wunder verlassen«: Mascha Kalékos Deutschlandreise
Januar 1956: Siebzehn Jahre, nachdem Mascha Kaléko Nazi-Deutschland in letzter Minute verlassen hat, kehrt sie zurück. Es ist eine...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783462008630 |
| PREIS | 23,00 € (EUR) |
| SEITEN | 240 |
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
S R, Buchhändler*in
Wieder einmal hat Volker Weidermann viel recherchiert und wieder einmal hat er seine Sache gut gemacht!
Es geht um die wunderbare Mascha Kaléko, deren Leben VW dicht und nahbar vor uns auffächert.
Berlin - ihre liebste Stadt. Ehe, Sohn, Leben in der Fremde und die Rückkehr.
Habe das Buch in einem Rutsch gelesen.
Ein spannendes Buch von einem großen Erzähler der Geschichte: Die berühmte Dichterin Kalenko fährt nach dem 2. Weltkrieg nach Deutschland und vor allem nach Berlin zurück, aus dem sie vor dem Nationalsozialismus geflohen ist. Dort verbringt sie ein Jahr und dokumentiert ihren Aufenthalt mit Briefen an ihren Mann in New York. Wir erfahren viel über die damalige Zeit und die Dichterin. Das Buch liest sich sehr flüssig und ist sehr gut geschrieben. Sehr empfehlenswert.
Rezensent*in 1805469
Intelligent, informativ, empathisch komponiert Volker Weidermann aus Fakten, Zeitzeugenaussagen und Gedichten Kalékos eine liebevolle Hommage, nach deren wolkenleichter Lektüre man das Gefühl hat, die Autorin persönlich gekannt zu haben. Erstklassig!
Federleserin
Diese Rezension wird erst nach Ablauf der Sperrfrist veröffentlicht.
Dagmar K, Buchhändler*in
1956 kehrte Kaleko für ein Jahr nach Deutschland zurück, um ihr geliebtes Berlin wiederzusehen, nachdem sie 17 Jahre im Exil verbracht hatte. Sie musste jedoch ihren Mann Chemjo in den USA zurücklassen, hielt ihn aber durch fast tägliche Briefe auf dem Laufenden. Weidermann hat dieses ereignisreiche Jahr anhand ihrer Briefe nachempfunden. Kaleko konnte an einige ihrer früheren Erfolge anknüpfen, erlebte jedoch auch viele Rückschläge. Sie musste schmerzhaft feststellen, dass im neuen Deutschland die alten Nazis immer noch präsent waren und Judenfeindlichkeit verdeckt existierte. Weidermann fängt Kalekos innere Zerrissenheit in diesem Jahr hervorragend ein und verleiht ihr eine Stimme, indem er einige ihrer Gedichte einwebt, die ihre Gefühlswelt widerspiegeln.
Natalie B, Buchhändler*in
Volker Weidermann schreibt über ein Jahr von Mascha Kaléko. Das Jahr, in dem sie zurück nach Deutschland reist - in das Land, aus dem sie als Jüdin 1938 gerade noch nach New York fliehen kann. 17 Jahre später kommt sie zurück. Sie, die damals eine geliebte deutsche Dichterin war. Sie reist zurück in ihr geliebtes Berlin, wohin sie doch eigentlich gehört.
Das Buch ist ganz im Sinne Mascha Kalékos, mit vielen Ausschnitten aus ihren Briefen an ihre große Liebe und Ehemann Chemjo, mit zahlreichen Gedichten, die aus ihrem Leben erzählen. Mit Beschreiben dieses einen Jahres lernt man in diesem Buch so viel über das Leben und das Wesen dieser tollen Dichterin und ist ihr durch das Lesen ihrer Gedichte immer wieder zwischendrin irgendwie ganz nah.
Was passiert, wenn eine Dichterin nach siebzehn Jahren Exil in das Land zurückkehrt, das sie vertrieben hat? Volker Weidermann erzählt in „Wenn ich eine Wolke wäre – Mascha Kaléko und die Reise ihres Lebens“ von Mascha Kalékos Deutschlandreise im Jahr 1956 – einem Jahr voller Hoffnung, Heimweh und Enttäuschung.
Nach siebzehn Jahren im Exil kehrt Mascha Kaléko aus New York nach Deutschland zurück. Sie will das Land, die Sprache, das alte Berlin wiederfinden – und vielleicht auch sich selbst. Weidermann konzentriert sich auf dieses eine Jahr, in dem Hoffnung, Heimweh und Schmerz aufeinandertreffen. Aus ihren Briefen, Tagebucheinträgen, Zeitzeugenberichten und Gedichten formt er das Porträt einer Frau, die zwischen zwei Welten steht: zwischen dem alten Berlin, das sie liebte, und dem neuen Deutschland, das ihr fremd blieb. Sie wird gefeiert, ihr „Lyrisches Stenogrammheft“ neu aufgelegt, sie reist durch das Land, trifft Freunde, erlebt Wunder – und doch spürt sie, dass die Schatten der Vergangenheit noch überall sind.
Weidermann erzählt das mit viel Empathie und feinem Gespür für Atmosphäre. Seine Sprache pendelt zwischen Reportage und Poesie, zwischen Dokument und Erzählung. Er verzichtet bewusst auf wissenschaftliche Fußnoten und schafft stattdessen Nähe – zu einer Dichterin, die sich selbst nie sicher war, wo sie hingehört.
Das Buch liest sich leicht, fast filmisch. Man taucht ein in Cafés, Hotels und Lesesäle der Nachkriegszeit und hört Kalékos Stimme inmitten all dessen, manchmal zärtlich, manchmal bitter, immer hellwach.
Für alle, die Mascha Kalékos Gedichte lieben, die sich für Exilliteratur oder die deutsch-jüdische Kulturgeschichte interessieren, ist dieses Buch ein echtes Geschenk.
Keine trockene Biographie, sondern eine poetische Hommage – klug, liebevoll, traurig und schön zugleich!
Wunderbar anschaulich erzählt Volker Weidermann über Mascha Kalekos Leben und speziell über ihre Reise nach Deutschland. Man wähnt sich beim Lesen direkt an ihrer Seite. Auch das Zeitgeschehen wird gut dargestellt. Ich habe das Buch mit viel Genuss gelesen.
Monika F, Buchhändler*in
Der Autor erweckt Mascha Kaleko zum Leben
Am 21. Januar 2025 war der 50. Todestag der Lyriker Mascha Kaleko. Leider habe ich das Gefühl, dass dieser Termin etwas untergegangen ist. Denn auch dieses Buch von Volker Weidermann ist erst im Oktober 2025 erschienen. Dabei ist Mascha Kaleko ein Phänomen! Sie wurde am 07. Juni 1907 unehelich in Galizien geboren. Zu Beginn es 1. Weltkriegs übersiedelte die Mutter mit ihren inzwischen zwei Töchtern nach Deutschland und landet nach Umwegen in Berlin. Der Vater stieß wieder zur Familie und 1922 heiratete er endlich die Mutter seiner Kinder und nahm sie auch als seine an.
Mascha war ein sehr aufgewecktes Kind, was schon früh zu Schreiben begann. Ihr Traum war es zu Studieren, aber ihr Vater zerstörte diesen Traum, weil er meinte, dass ein Studium für Mädchen nicht notwendig sei. Mascha fügte sich und begann eine Bürolehre. Bei Abendkursen lernte sie ihren späteren ersten Mann – Saul Kaleko - kennen. Später verliebte sie sich stürmisch in den Dirigenten und Musikwissenschaftler Chemjo Vinaver. Mit ihm bekam sie eine Sohn. Die Ehe mit Saul Kaleko wurde einvernehmlich geschieden. Sie behielt den Namen Kaleko als Künstlernamen bei. 1938 emigrierte die junge Familie in die USA und blieb für einige Jahre in New York.
1933 erschien erstmals „Das lyrische Stenogrammheft“ im Rowohlt Verlag. Mit ihren frischen Gedichten einer jungen Frau ihrer Zeit hatte Mascha Kaleko sofort einen richtigen Erfolgstreffer gelandet. 1934 erschien auch noch ihr Buch „Das kleine Lesebuch für Große“. Erst dann wurde den Nationalsozialisten bewusst, dass diese erfolgreiche junge Frau Jüdin war. Ihre Bücher wurden verboten. Doch „Das lyrische Stenogrammheft“ erlebte erstmals 1956 in einem Band zusammen mit „Das kleine Lesebuch für Große“ ein gelungenes Comeback. Und auch heute ist das Buch, welches immer noch viele Leser:innen berührt, weiterhin neu erhältlich.
Volker Weidermann beginnt sein Buch 1938 zu dem Zeitpunkt, wo die Familie Deutschland verlässt. Gleichzeitig geht er auch gleich auf den 31. Dezember 1955 ein, wo Mascha Kaleko noch einmal aufbricht, um in die entgegengesetzte Richtung zu reisen. Er blickt ein wenig auf ihr bisheriges Leben zurück. Aber das Hauptthema des Buches ist das Jahr 1956, in dem Mascha Kaleko erstmals wieder noch Deutschland zurückkommt. Der Rowohlt Verlag hatte sie bereits mehrmals gebeten zu kommen. Er will „Das lyrische Stenogrammheft“ neu herausgeben. Und dafür muss fiel Autorin durch Deutschland reisen. Da Mascha Kaleko großes Heimweh hatte, hat sie es tatsächlich gewagt. Ihren Mann und ihren Sohn lässt sie vorerst in New York zurück, ist aber in regem Briefkontakt mir Ihnen.
Der Autor erzählt nun sehr bildhaft und lebendig von dieser Reise. Er fängt die Gefühle der Autorin gut ein und ergänzt seinen Text immer wieder mit dem Abdruck aktueller Gedichte oder Zitaten aus den Briefen. Für die Autorin ist es ein sehr intensives Jahr. Sie sieht ein völlig verändertes Land. Einerseits ist noch vieles zerstört, andererseits vieles neu hinzugekommen. Die meisten Menschen feiern sie. Aber sie bekommt schon mit, dass sich die Menschen natürlich nicht alle geändert haben.
Mich hat begeistert, wie er die Autorin dargestellt hat. So quirlig und lebhaft. So offen und doch nicht blind für die Gegenwart. 1956 war ein aufregendes Jahr für Mascha Kaleko. Aber Deutschland ist nicht die letzte Station der Autorin.
Das Buch macht richtig viel Spaß. Wer die Gedichte von Mascha Kaleko noch nicht kennt, bekommt danach richtig Lust darauf. Oder auch darauf, mehr über ihr Leben zu lesen. Ich konnte mir Mascha Kaleko direkt vorstellen. Und ich hätte sie sehr gerne kennengelernt.
Beate E, Buchhändler*in
Das Buch ist wundervoll zu lesen. Das Leben einer starken Frau und Lyrikerin wurde gefühlvoll und berührend geschildert. Gleichzeitig erfährt der Leser viele Hintergründe, wie das Leben vor, während und nach dem Krieg war. Unbedingt lesen!!!
Christina M, Buchhändler*in
Wer etwas über das Leben und Wirken der Mascha Kaleko erfahren möchte, ist mit diesem Buch sehr gut bedient! Volker Weidermann hat wieder viel recherchiert und unterhaltsam niedergeschrieben. Aufgelockert wird der Text immer wieder durch Mascha Kalekos Gedichte! Klare Leseempfehlung!
Ich mag immer wieder sehr, wie behutsam und liebevoll sich Volker Weidermann den Personen seiner Bücher annähert, von daher war klar, dass ich nach "Mann vom Meer" auch dieses Buch würde lesen wollen, und ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil.
Wer Mascha Kaleko bis dahin noch nicht geliebt hat, wird sie spätestens nach diesem Buch lieben. Was für eine kluge, charmante Frau, voller Humor und - angesichts ihrer Geschichte fast unvorstellbar - ohne Groll oder Hass. Man lernt sie durch ihre Briefe und Gedichte und die Recherchen Volker Weidermanns kennen. Man sieht durch ihre Augen auf das Deutschland und die Menschen des Jahres 1956, man erlebt ihren Sommer voller Wunder - und dennoch wird die alte Heimat nicht die neue.
Große Leseempfehlung, nicht nur für Fans von Mascha Kaleko.
Dorothea P, Buchhändler*in
Mein Lieblingsbuch des Herbstes. Kenntnisreich, liebevoll und informativ hat sich Volker Weidermann der Lyrikerin Mascha Kaleko angenähert.
So viele HintergrundInformationen - und dabei immer ganz nah an der wunderbaren Dichterin.
Ich habe über Mascha Kaleko und ihre Zeit nach dem Krieg in Deutschland viel gelernt und bedanke mich beim Autoren Und Verlag!
Gedichte erreichen mich im seltensten Falle wirklich, meistens ist es für mich harte Arbeit, sie zu lesen. Eine der wenigen Ausnahmen ist Mascha Kaléko: Sie lese ich, verstehe ich, sie erschließt sich mir. Daher habe ich schon vor einiger Zeit gerne den Roman "Die Suche nach Heimat" über sie gelesen. Natürlich hat mich nun das Buch von Volker Weidermann auch sofort angesprochen. Er macht seine Arbeit wirklich gut, gründlich recherchiert, soweit ich das beurteilen kann, gefällig zu lesen, ein bisschen wie Florian Illies, wenn man einen Vergleich braucht. Feuilletonistisch, nicht zu intensiv, nicht zu belehrend, nicht zu komplex, trotzdem informativ. Da hat Weidermann ein schönes Denkmal für die gebeutelte Dichterin verfasst. Ich habe viel Neues über sie erfahren, viel auch über andere Wegbegleiter.
Empfehle ich sehr gerne weiter!
Buchhändler*in 640305
Gibt interessante und berührende Einblicke in die damalige Zeit und die Schicksale. Ich bin vom Leben der Mascha Kaleko überrascht.
Ihre Lebhaftigkeit , aber auch große Unruhe und ihren Mut und unerschütterliche Sehnsucht nach Anerkennung zu ihrer Zeit. Erschüttert
bin ich vom frühen Tod ihres Sohnes und ihrer Suche nach Heimat. Bin neugierig , ihre Gedichte mit neuem Hintergrund zu lesen.
Lesenswert mit einigen Längen zwischendurch.
Beke K, Buchhändler*in
Mit großer Begeisterung habe ich das Buch "gehört", werde es aber auch noch mal lesen, um die Gedichte und Gedanken noch mal besser nachlesen zu können! Das Buch lädt ein, noch mehr von Mascha Kaléko zu lesen und in Ihre Gedichte einzutauchen!
Neben aller Trauer, Dramatik und Not der damaligen Zeit, liegt da auch Humor, Lebenskraft und der Glaube an Wunder!
Ein großartiges Buch - eine klare Kaufempfehlung!
Buchhändler*in 406819
Was mit Mascha Kaleko und ihrem Leben zu tun hat, ist immer interessant. Und wenn Volker Weidermann über sie schreibt, ist das quasi Pflichtlektüre. Sehr feinfühlig rekonstruiert er ihr Jahr 1956 in Deutschland aus Briefen, die sie nach New York an ihren Mann schrieb. Man erfährt auch viele Details auch über die Verlagsbranche und Literaturszene dieser Zeit, was für uns Buchhändlerinnen natürlich sehr interessant ist.
Buchhändler*in 1112220
Ein biografischer Roman über Mascha Kaleko, die nach ihrer Flucht 1939 nach New York nach Deutschland 1956 zurückkehrt,
Fast täglich schreibt sie ihrem Mann Briefe, in dem sie über diese Reisen berichtet und aus denen Volker Weidemann den Roman über die große Lyrikerin komponiert hat.
Ihre darin beschriebene Energie, mit der sie versucht, eine Rückkehr der Familie nach Deutschland vorzubereiten ist bewundernswert und einzigartig.. Ebenso ihre Toleranz gegenüber Mitläufern und Tätern. Unfassbar, wie oft und mehr als ignorant ihre ausgestreckte Hand ausgeschlagen wurde.
Thomas G, Rezensent*in
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Wie ich das finde!
Also mit der Lyrik ist das ja immer so eine Sache - oft zu anspruchsvoll und unverständlich, manchmal sehr verkopft, bedarf häufig einer genaueren Interpretation. Ganz anders bei Mascha Kaléko. Ihr Stil zählt zur „Neuen Sachlichkeit“ und das merkt man. Einfache ungekünstelte Sprache, eindeutige Reime, viel Witz und noch mehr Humor. Das mag ich sehr. Und genau dieser Stil verhalf ihr zu großem Erfolg zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie lebte und liebte in Berlin - zuerst einen Jüdischlehrer, später einen Musiker, der zur Liebe ihres Lebens wurde. Sie verkehrte im Romanischen Café in Charlottenburg, kannte Hinz und vor allem Kunz und war überall beliebt durch ihre bezaubernde Art. Die Zeitspanne bis zu ihrer Flucht 1939 wird nur kurz angerissen in dem neuen Buch von Volker Weidermann. Der Schwerpunkt des Buches liegt vielmehr auf dem Jahr 1956 und der Zeit danach, in der Mascha Kaléko nach Deutschland zurückkehren und wieder Fuß fassen wollte. Weidermann hat Kalékos Briefe an ihren geliebten Mann Chemjo gelesen - die sie ihm fast täglich von Deutschland aus nach New York gesandt hat - und zusammen mit Fakten der Zeit zu einem amüsanten und realistischen Bericht über ihre Reise verarbeitet. Wir erfahren eine Menge über Mascha Kaléko: über ihre Lebenslust, über die Dramatik, die sie ein Leben lang begleitet, über das eigentliche Ziel jener Reise - nämlich ihren Mann davon zu überzeugen, wieder nach Berlin zurückzukehren - was ihr allerdings nicht gelingt. Während dieser Reise verliert sie dramatischerweise auch ihren Sohn, der nach langer, schwerer Krankheit, mit nur 31 Jahren in New York stirbt. All das und noch viel mehr halten die Spannung im Buch aufrecht und sorgen dafür, dass man wissen will, wie alles ausgeht.
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Mein Fazit!
Ganz ganz großartig fand ich dieses Buch:
Die Mischung macht’s. Die Vermengung von Fakten, Auszügen aus ihren Briefen und das ganze noch gekonnt gewürzt mit Gedichten Kalékos. Das alles vermengt sich zu einer einzigartigen Melange, die man von der ersten bis zur letzten Seite genießt. Ganz nebenbei erfahren wir von der Verzweiflung Kalékos zu jener Zeit. Sie musste erst einmal damit fertig werden, dass sie an ihren Erfolg von vor dem Krieg nicht mehr anknüpfen konnte. Sowohl Verlage als auch ihre Befürworter taten sich schwer mit dieser Künstlerin in den 60er-Jahren und einem Nachkriegs-Deutschland. Ob es mit ihrer Herkunft und ihren Wurzeln zu tun hatte, kann man nur vermuten - bestätigen wird das sicherlich keiner. Dabei wollte sie im Endeffekt eigentlich nur eines: überleben und vor allem leben! Das alles hat mir so super gefallen, dass es von mir 5 von 5 Punkten gibt und den Daumen ganz weit nach oben. Ich möchte euch an dieser Stelle übrigens sehr gerne das Hörbuch nahelegen. Gesprochen wird die Geschichte von Ulrich Matthes - die Gedichte werden von Maria Schrader rezitiert - das machen die beiden unglaublich toll - ein echtes Hörerlebnis. Ach und dann noch was: Im Buch wird immer wieder das »Lyrische Stenogrammheft« angesprochen - Kalékos erste Veröffentlichung - die nun auf meiner Wunschliste ganz oben steht und über die es sicherlich auch noch eine Rezensionen zu einem späteren Zeitpunkt geben wird. Und damit sind wir auch schon wieder am Ende angelangt.
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