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Buchcover für Zweifelssohn

Zweifelssohn

Roman

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Erscheinungstermin 15.08.2026 | Archivierungsdatum N/A


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Zum Inhalt

Der Protagonist Zweifelssohn – wie der jüdische Aufklärer Mendelssohn, aber mit Zweifel – reist von Wien über verschiedene deutsche Städte bis nach Rügen und ist dabei immer auch auf der Flucht vor einer Welt, die der eigenen Gewalt nicht mehr entkommen kann. »Zweifelssohn« ist der poetische, witzige und verzweifelt optimistische Debütroman von Max Czollek.

Zweifelssohn begleiten auf seiner Reise die Spuren einer Gewalt, egal ob in der Bahn, bei einem Abendessen mit Fremden, im Urlaub mit der Freundin oder einsam in Hotelzimmern. Das hat mit einem jüdischen Blick auf Deutschland zu tun, von dem Zweifelssohn nicht lassen kann, dem er zugleich ausgeliefert ist. Er ist versucht, sich bei seiner Reise Richtung Norden an die Oberflächen zu klammern – an Mode, Musik, Exzess. Aber immer lauter wird die Gewalt, drängt sich auf als wäre sie der Blick in eine nahende Zukunft, selbst wenn man versucht, die Augen davor zu verschließen. Ähnlich wie beim Propheten Jeremias, in dessen Leben Zweifelssohn sich selbst nicht finden möchte und doch wiedererkennt, dessen Untergangsvisionen er zurückweist und doch aktualisiert. Max Czollek ringt in seinem ersten Roman mit einer Gegenwart zwischen Popliteratur und Untergangsvision, wie es sonst wohl kaum jemand vermag. Emotional, voller bitterbösem Humor und hochgradig aktuell!

Der Protagonist Zweifelssohn – wie der jüdische Aufklärer Mendelssohn, aber mit Zweifel – reist von Wien über verschiedene deutsche Städte bis nach Rügen und ist dabei immer auch...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608502992
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 208

Auf NetGalley verfügbar

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Durchschnittliche Bewertung von 7 Mitgliedern


Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

5 stars
5 stars
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5 stars

"Zweifelssohn" ist ein witziger, fordernder, wütender, lakonischer, melancholischer, optimistischer und zu Teilen hoffnungsarmer Text.
Er beschreibt eine Suche nach dem Lebenssinn, eine Reise durch die Gegenwart und Vergangenheit Deutschlands und die Suche nach einem fassbaren Ziel für die konkrete wie ideelle Reise. Unternommen wird diese Exkursion in 50 knappen, wohlformulierten Kapiteln einer konstruierten Figur: dem Zweifelssohn. Wie Mendelssohn, aber mit Zweifeln. Einem Gläubigen oder Propheten, je nach Momentaufnahme.
Sprachlich ist der Roman ebenso fordernd wie auch inhaltlich. In knappen Worten und nur mäßig zugeordneten Personalpronomen folgt der Erzähler seinen mäandernden und sprunghaften Gedanken. Dadurch wird sowohl der Denkprozess als auch die Reisebewegung spürbar. Auch das gedankliche Springen zwischen den Zeiten erfolgt plötzlich und mitreißend, die unerkannten historischen Parallelen belasten den Lesenden ebenso wie den Erzählenden. Und neben all dieser Komplexität lassen sich Passagen des Textes mit viel Lachen lesen, aber häufig einem schmerzhaften Gefühl einer ernüchternden, hinter Sarkasmus verborgenen Wahrheit.
Dieser Roman ist in erster Linie ein gattungstechnisch freier Text, dessen Stärke in den Details und den Tonfällen zu finden ist, Damit gewissermaßen ein Essay, angelegt in einem Romanbaukasten.
Eine anspruchsvolle und dennoch rasch vorangehende Lektüre, welche den Blick auf die eigene Vergangenheit und Gegenwart werfen lässt - mit manchmal ernüchternden Erkenntnissen. Drastik und Sprachkunst treffen hier im besten Sinne als politische Literatur aufeinander- Ein wieder nachlesen lohnt sich aber in jedem Fall, da die Gedankendichte groß und die Informationsfülle immens ist.

5 stars
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4 stars
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4 stars

Hier ist der Titel tatsächlich Programm: Zweifelssohn ist ein Buch voller Zweifel, Widersprüche und einer ziemlich düsteren Sicht auf die Gegenwart – und trotzdem steckt darin immer wieder ein fast verzweifelter Optimismus.
Ich fand den Roman sehr lesenswert, auch wenn er mich stellenweise ziemlich gefordert hat. Die Sprache ist unglaublich dicht und teilweise auch anstrengend, sodass man das Buch nicht unbedingt einfach nebenbei lesen kann. Gerade deshalb lohnt es sich aber, dranzubleiben.
Besonders gut gefallen hat mir der Ton des Buches. Der bitterböse Humor passt perfekt zu dieser Vermischung im Buches und verhindert, dass die Geschichte trotz ihrer schweren Themen zu erdrückend wird.
Insgesamt definitiv ein anspruchsvolles Buch, das nicht immer leicht zugänglich ist, aber gerade deshalb noch eine Weile im Kopf bleibt.

4 stars
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4 stars
4 stars

Dieser Roman hat mich sofort gefesselt, weil er eine ungewöhnliche Mischung aus poetischer Selbstbefragung, politischer Gegenwart und existenzieller Unruhe bietet. Zweifelssohn ist eine Figur, die man nicht einfach begleitet man wird in seinen Blick hineingezogen. Er reist von Wien über deutsche Städte bis nach Rügen, doch eigentlich flieht er, vor einer Welt, die sich immer weniger ihrer eigenen Gewalt entziehen kann, und vor einem inneren Kompass, der ständig zwischen Hoffnung und Untergang schwankt. Besonders stark ist die Art, wie Max Czollek diese Reise erzählt. Zweifelssohn klammert sich an Oberflächen Mode, Musik, Exzess, als könnten sie die lauter werdenden Störgeräusche der Realität übertönen. Doch die Gewalt drängt sich immer wieder auf, in der Bahn, beim Abendessen, im Urlaub, in Hotelzimmern. Sie ist nicht spektakulär, sondern alltäglich, unterschwellig, unentrinnbar. Genau darin liegt die Wucht des Romans. Der jüdische Blick, den Zweifelssohn nicht ablegen kann, macht die Wahrnehmung schärfer, verletzlicher, aber auch hellsichtig. Die Parallelen zu Jeremias, dem Propheten, den er nicht sein möchte und doch immer wieder spiegelt, verleihen dem Buch eine fast mythische Dimension. Czollek gelingt ein Debüt, das gleichzeitig witzig, verzweifelt optimistisch und bitterböse ist. Für mich ist es ein hochaktueller Roman, der zeigt, wie schwer es ist, in einer Gegenwart zu leben, die zwischen Popkultur und Untergangsvisionen schwankt und wie notwendig es ist, trotzdem weiterzugehen.

4 stars
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5 stars

Ein Roman, der eigentlich keiner ist. Jedenfalls, wenn ich eine Story erwarte, einen Plot, Aktion, dass etwas geschieht. Eine Erzählung? Ein Langgedicht? Ein (fiktives) Memoir? Tatsächlich ist Max Czolleks Zweifelssohn viele Bücher und Genres in einem. Vielleicht ist das der Grund, warum die über 50 Kapitel jeweils mit “Das Buch Zweifelssohn.” überschrieben sind. Das klingt ein wenig erhaben, ein wenig groß(spurig). Andererseits – und hier verfalle ich gern in die jüdischen Diskurse, die auch meine Kindheit und Jugend prägten – ist der Talmud ja auch nichts anderes als eine Zusammenstellung diverser Geschichten, mit wiederkehrenden Personen, Verweisen auf Vergangenheiten und Versprechen auf Zukünfte.
Zweifelssohn ist schon älter, wie alt, das weiß die Leserin nicht. Manche seiner Erinnerungen decken sich mit meinen eigenen, manche scheinen autobiografisch, doch der Autor ist viel jünger als ich. Zweifelssohn reist durch Europa, durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, die sogenannten DACH-Staaten, auf der Suche nach – ja wonach eigentlich? Auf den Spuren der eigenen Vergangenheit, der deutschen Vergangenheit, der jüdischen Vergangenheit? Die Geschichte Judäas wird erzählt, aber auch die freundschaftliche Liebe zwischen Be und Zweifelssohn, der am Jeremiasyndrom leidet. Ob es das wirklich gibt? Eine Frage für Google, die ich mir für später bewahre.
Halten wir fest: Dieser Roman hat keinen Anfang, gleichwohl einen Beginn: “An seiner Cockpittür steht ein Engel und sagt: Diese Reise ist nur für dich. Das ist der Anfang der Geschichte.” Ein Ende hat sie ebenfalls nicht. Wir lernen, dass Zweifelssohn – „wie Mendelssohn, aber mit Zweifel“ – sich bereit macht fürs Draufzulaufen. Nicht mehr Fliehen, kein Weglaufen mehr, sondern sich den Dingen, Geschichten, Gefühlen (?) zuwenden, sich ihnen stellen.
Was mir gefällt, ist die Sprache. Schöne, gelegentlich auch sanft überzogene Formulierungen wie: “Bahnschienen sind gefallene Himmelsleitern, angelehnt an Regenwolken.” Oder die fast schon leicht ironisch anklingenden Worte: “Der Spätsommer zieht seine Wolken wie Rollkoffer über die asphaltgraue Gangway Brandenburgs.”
Zweifelssohn ist ein Buch, das ich nicht verschlingen mag, sondern häppchengleich genießen, Stück für Stück, Kapitelchen für Kapitelchen. Denn da es weder Anfang noch Ende hat, will ich auch keines suchen. Ist es wie ein Leben? Oder wie viele Leben? Wer weiß das schon? Möglicherweise Zweifelssohn am Ende der Reise. Oder auch nicht.

5 stars
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