Bitte melden Sie sich an, um Ihr wertvolles Feedback zu geben.
Jetzt anmelden oder registrieren.
Im Licht des neuen Tages
Roman
Loggen Sie sich ein oder erstellen Sie einen Account, um zu sehen, ob dieser Titel zum Anfragen verfügbar ist.
Bestellen oder kaufen Sie dieses Buch in der Verkaufsstelle Ihrer Wahl. Buchhandlung finden.
NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.
1
Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.
2
Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.
Erscheinungstermin 26.08.2026 | Archivierungsdatum 25.10.2026
Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #ImLichtdesneuenTages #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps
Zum Inhalt
Eine Reise in das Herz einer vergessenen Geschichte vom Kampf um weibliche Freiheit. Dieses Buch wird Sie zutiefst berühren.
Eine Schriftstellerin auf der Suche nach sich selbst. Tief im märchenhaften böhmischen Wald verschränken sich die Schicksale zweier mutiger Frauen.
Als Elli Hajek sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurückzieht, erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte: Viktorka, die junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im böhmischen Wald lebte. Als Elli erfährt, dass Viktorka wirklich existierte, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Elli will mehr erfahren – doch tief im Wald, zwischen leuchtendem Farn und reißendem Fluss, wartet eine andere Aufgabe auf sie: Bevor sie die Wahrheit über Viktorka erfährt, muss Elli sich ihrer eigenen verdrängten Geschichte stellen.
Eine große, leuchtende Geschichte um Gerechtigkeit und Vergangenheit, weibliche Geschichtsschreibung und den Mut zur Wahrheit. Nach »Marschlande« der neue Roman von Jarka Kubsova.
»Vielleicht war der Wald nicht bloß eine Zuflucht. Vielleicht war er ein Ort, an dem sie endlich frei sein konnte.«
Eine Reise in das Herz einer vergessenen Geschichte vom Kampf um weibliche Freiheit. Dieses Buch wird Sie zutiefst berühren.
Eine Schriftstellerin auf der Suche nach sich selbst. Tief im märchenhaften...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783103974973 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
| SEITEN | 304 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Lisa K, Buchhändler*in
Als Elli in ein abgelegenes Waldhaus zieht, um endlich ihren Roman fertig zu schreiben, tritt sie unabsichtlich etwas in sich selbst los, dass sich bald nicht mehr aufhalten lässt.
Was mit der Suche nach Viktorka, einer Figur aus einem tschechischen Märchen, beginnt, wird bald zur Suche nach der eigenen Vergangenheit und Elli befindet sich mehr und mehr zwischen Erzählung, Erinnerung und eigener Vorstellungskraft.
Die Grenzen zwischen ihr jetzt und Viktorka damals verschwimmen, bestehen bleibt die Frage, wo die Wahrheit liegt und wer sie schreibt. Denn wer erzählt, bestimmt darüber, was erzählt und erinnert wird, das erkennt Elli schon bald.
Ein Buch, das mich mit jeder Seite tiefer in die tschechische Märchenwelt und Ellis Biographie hinein gezogen hat. Ich habe mich gern mitreißen lassen!
Buchhändler*in 1167849
Endlich ein neuer Roman von Jarka Kubsova!! Ich habe sehnsüchtig gewartet, die Vorgänger sind Lieblingsbücher von mir.. Auch in diesem Buch schafft es Jarka Kubsova mich zu überzeugen. Wie immer intensiv recherchiert, eine historisch verbriefte Figur, die Einfluss auf die Gegenwart nimmt. Die Hauptfigur Elli ist Schriftstellerin, und zieht für eine Zeit in ein abgelegenes Haus, um ihr Buch zu schreiben. Sie ist als Kind aus Tschechien geflohen und ihre Vergangenheit holt sie ein. Sie erinnert sich an die Märchen, die ihre tschechische Großmutter ihr früher erzählt hat und hier vor allem an eine tragische junge Frau namens Viktorka. Sie entdeckt, dass es sie wirklich gegeben hat und will mehr erfahren, reist nach Tschechien. Es beginnt eine Reise auch in ihre eigene Vergangenheit. Eine tolle Geschichte über Gerechtigkeit, weibliche Freiheit und Selbstbestimmung und wie sehr die Gesellschaft Einfluß darauf hatte ( und auch heute noch hat!) Unbedingt lesen.
S R, Buchhändler*in
Wer kennt nicht 'Drei Nüsse für Aschenbrödel'....
In 'Im Licht des neuen Tages' erfahren wir viel über Bozena Nemcova, die hier eigentlich kaum bekannt ist.
Schriftstellerin Elli hat tschechische Wurzeln (die sie verdrängt) und eine Schreibblockade. Kurzentschlossen mietet sie sich in der alten 'Heimat' eine Unterkunft. Das Buch kommt nicht voran, doch sie erinnert sich an die Geschichten, die ihr die tschechische Großmutter erzählte und spürt deren Wahrheitsgehalt nach....
Diese teilweise etwas mystisch anmutende Geschichte hat mir richtig gut gefallen.
Claudia K, Buchhändler*in
Zeitlose Geschichte über Zugehörigkeit, Heimat und den richtigen Platz in der Welt.
Elli ist knapp dran mit ihrem neuen Manuskript. Um dieser Krise zu entkommen mietet die Autorin eine Hütte im Wald, um in der dortigen Ruhe konzentriert arbeiten zu können. Wider Erwarten hilft ihr der Ortswechsel jedoch nicht, ihre Disziplin wiederzufinden. Stattdessen drängen sich ihr Erinnerungen an die Märchen auf, die ihre Großmutter ihr früher erzählte, vor allem die Geschichte von Viktorka, einer "irren Kindsmörderin", wie es dort heisst.
Aber seit Ellis Familie einen Urlaub nutzte, aus Tschechien zu fliehen und in Österreich Asyl zu suchen, hat Elli alle Kraft genutzt, dieses Trauma zu verdrängen und sich ein neues Leben in Deutschland aufzubauen. Nun holen sie die Erinnerungen allmählich ein, und als sie erfährt, dass die Viktorka keinesfalls eine Erfindung der Autorin, sondern eine reale Person war, reist sie spontan nach Tschechien, um dieser tragischen Frau auf die Spur zu kommen. Dort angekommen trifft sie auf einem Spaziergang eine alte Frau, die sie mit der Frage "weisst Du denn, wer du bist?" unbewusst auf ihre eigenen bislang verdrängten Erinnerungen zurückführen- und zu einer erstaunlichen Lösung!
Märchenhaft, wunderschön, spannend und fesselnd erzählt Jarka Kubsova von einer jungen Frau auf der Suche nach ihrer Heimat, großartiger Lesegenuss!
Dieses Buch habe lesen wollen weil es von Jarka Kubsova ist. Es war mir völlig egal um was es geht, es ist schließlich von Jarka. Doch das, was ich dann lesen durfte lässt mich auch nach dem Auslesen nicht mehr los. Eine Geschichte, die so tiefgreifend und trotzdem so unglaublich märchenhaft erzählt wird. Eine Sprache die mich sofort in ihren Bann zog. Jarka Kubsova erzählt wieder eine Geschichte von Frauen und ihren Schicksalen. Frauen, die erst ihre Wurzeln, ihre Heimat finden und Frieden damit schließen müssen um weitermachen zu können.
Ich war in den Wäldern mit Viktorka unterwegs. Habe den Kindern beim Planschen in der Aupa zugesehen und schlussendlich habe ich Elli angefeuert die Geschichte zu schreiben, die ihr Herz heilt. Meines ist nach dieser Lektüre wieder heil❤️❤️❤️.
Danke dafür.
Im Licht der Leselampe bei Gewittergebrummel fertig gelesen und sehr gemocht! Die Schriftstellerin, die eine Schreibbarriere hat und in einem Waldhaus nach Inspiration sucht. Die findet sie nicht, dafür fliegt ihr ihr Leben um die Ohren, ihre Vergangenheit und ihre tschechischen Wurzeln holen sie ein, lassen sie auf den Spuren der tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová wandeln und deren Figur Viktorka.
Wirkt selbst märchenhaft, hat für mich gut gepasst. Mochte die Sprache, viele schöne Sätze.
Keinen Realitätsbezug suchen, sondern eintauchen 🌳🍄🟫.
Oda B, Buchhändler*in
Mir hat ihr Vorgängerbuch etwas besser, um nicht zu sagen sehr gut gefallen,
Aber auch dieses Buch ist wieder sehr schön geschrieben.
Vielleicht war meine Erwartungshaltung zu hoch.
Ich werde es aber meinen Kunden ans Herz legen
★★★★★
“Bewahre meine Geschichte. Und wenn der richtige Moment kommt, erzähle sie dem richtigen Menschen.“
Elli ist Schriftstellerin und mietet sich ein abgelegenes Haus im Wald, fest entschlossen, ihr nächstes Buch endlich fertigzustellen. Auf der Suche nach Inspiration begibt sie sich auf eine Reise in ihre Vergangenheit, die schon bald mit tschechischen Märchen verschmilzt und zu einer ganz eigenen Geschichte wird.
“Eine Schwebfliege stand scheinbar still in der Luft über einem der Heidekrautbüsche, als hinge sie an einem unsichtbaren Faden. Die gelb-schwarzen Streifen ließen sie wie eine Wespe aussehen - aber ich wusste, dass es eine Täuschung war. Mimikry.
Sie imitierte die Wespe nur, aus Selbstschutz. Sie besaß nicht einmal einen Stachel. Es war alles nur ein Schauspiel, um in Ruhe gelassen zu werden.
Sie gab sich als etwas anderes aus, als sie war. Um zu überleben. Die Lüge als Rettung.“
Elli erkennt, dass sie sich öffnen muss, dass ihre Geschichten mehr Herz brauchen und dass sie sich selbst besser verstehen muss. Wir begleiten sie auf einer magischen Reise durch alte Märchen, ihre Vergangenheit und ihre Heimat, immer auf der Suche nach einem Ort, der sich wie ein Zuhause anfühlt und an dem sie das Gefühl hat, dazuzugehören.
Im Licht des neuen Tages ist mein erstes Buch von Jarka Kubsova und hat mich vollkommen begeistert. Ihr Schreibstil besitzt eine ganz eigene Magie, die es mir fast unmöglich machte, das Buch aus der Hand zu legen. Die tschechischen Märchen und Traditionen, die wunderschöne Atmosphäre, die kunstvoll miteinander verflochtenen Zeitebenen, die Parallelen und die leisen Erkenntnisse ergeben zusammen eine wunderschöne Geschichte.
“Die Bäume sind meine Zeugen, sie kennen die richtige Geschichte. Sie haben sie aufbewahrt.”
Vielen Dank an NetGalley, S. Fischer und Jarka Kubsova für ein kostenloses Exemplar. Alle Meinungen sind meine eigenen.
Im Licht des neuen Tages ein Roman von Jarka Kubsova. Damals (2021) als sie Bergland herausgebracht hatte, war ich von ihrer Schreiberei sehr angetan und konnte die Berge fast riechen. Ich mochte ihre Figuren und das Buch hatte ich schnell fertig gelesen. Jetzt nun halte ich ihr neues Buch Im Licht des neuen Tages in den Händen und habe es verschlungen!
Elli Hajek ist Schriftstellerin und sie sucht einen ruhigen Platz zum Schreiben. Ihr letztes Werk war ein Bestseller und das Nächste Buch soll noch besser werden. Ihre Tochter Klara ist erwachsen und in die Großstadt gezogen. Klara mag sich nicht mehr bemuttern lassen, hält Abstand zu ihrer Mutter Elli. Entschlossen verlässt Elli ihren Geliebten Jan, obwohl dieser sich eine Zukunft mit ihr aufbauen möchte. Sie zieht aus der Stadt in den Wald, weit weg von der Zivilisation und hofft auf die nötige Ruhe. Ruhe um ihr nächstes Buch zu schreiben (oder vielleicht auch um sich selber zu hinterfragen?).
Es Frühling und alles ist im Aufbruch. Und dann sieht sie zwischen den Bäumen die Märchengestalt Viktorka. Eine Figur die man in dem Märchen von der Babička (Die Großmutter) von Božena Němcová finden kann. Etwas berührt die Schriftstellerin und sie versucht mehr über diese Viktorka herauszubekommen. Als Kind hat Elli in der Tschechei gelebt aber sie hat mit der Vergangenheit abgeschlossen, sie verdrängt. Also macht sich die Schriftstellerin auf die Spurensuche und fährt kurz entschlossen nach Tschechien in das Tal der Großmutter. Aber aus der Suche nach Viktorka, wird die Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit.
"Aber dann sagte das Großmütterchen überraschend klar: "Kennst du die Wahrheit über dich selbst? ... bevor man die Geheimnisse von anderen lüftet, sollte man doch vielleicht seine eigenen kennen, findest du nicht?""
Seite 76
Der ganze Roman kam mir wie ein Märchen vor. Immer wieder tauchten Geschichten aus Tschechien auf. Ausschnitte von Rübezahl oder vom Wassermann. Oder eine ähnliche Geschichte wie die vom Rumpelstilzchen. Magische Momente im Wald, Blätterrauschen oder Waldelfen, -Kobolde und Tieren. Ein wunderschön geschriebener Roman über das Sehnen und Hoffen, vom Leben und dem Enttäuscht werden, von Zurückweisungen und Verletzungen. (Seite 204). Jarka Kubsova hat eine tolle Art ihren Figuren Leben einzuhauchen. Sie nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise und öffnet damit Herzen. Am Ende hatte ich kurzfristig ein paar Tränen in den Augen.
"Ich sah ein Leben. Mein Leben. Und ich wusste, dass es an der Zeit war, zu verzeihen - mir selbst und allen anderen."
(Seite 143)
Märchen und Sagen
Ich hätte gerne noch viel mehr Zitate hier in der Rezension untergebracht, aber dann würde ich niemals fertig werden zu schreiben. Ich liebe Märchenbücher und habe schon als Kind die Bücher aus aller Welt verschlungen. Jarka Kubsova hätte gut eine Märchensammlerin sein können und im gewissen maße, ist sie das auch. Am Ende des Buches wird alles gut, aber vorher muss der Hauptcharakter erst noch einige Prüfungen bestehen, so wie es in einem guten Märchen eben Pflicht ist. Das neue Buch von Jarka Kubsova hat mich nicht enttäuscht, ich bin wirklich froh es gelesen zu haben. Weshalb Rubi und ich diesem Roman gerne 🐭🐭🐭🐭🐭 geben werden. Märchen oder Roman, das entscheide selber.
«„Es war die Geschichte eines Frauenlebens. Sie erzählte vom Sehnen und Hoffen, vom Lieben und Enttäuscht werden, von Zurückweisungen und Verletzungen. [...] Es war eine lange Geschichte. Eine alte Geschichte. Es war ihre – und die von vielen anderen.“»
Es gibt Bücher, die man zuschlägt und sofort wieder loslassen kann. Und es gibt Bücher wie Im Licht des neuen Tages, die sich still einen Platz im Herzen suchen und noch lange nachwirken.
Jarka Kubsova ist mit diesem Roman etwas Großartiges gelungen. Sie erzählt märchenhaft und zugleich so klar, dass sich Vergangenheit und Gegenwart, Erinnerung und Wirklichkeit wie feine Fäden miteinander verweben. Die Spurensuche nach Viktorka, jener Frau, die einst zur Legende wurde, ist weit mehr als die Suche nach einem vergangenen Leben. Sie wird für Elli zu einer Reise in die eigene Geschichte, zu ihren Wurzeln und schließlich zu sich selbst.
Mich hat besonders berührt, wie Kubsova von Frauen erzählt. Von ihren Sehnsüchten, ihrer Freiheit, ihren Verletzungen und ihrer Kraft. Viktorkas Geschichte steht dabei nie nur für sich allein. Sie wird zu einer Geschichte, die viele Frauen miteinander verbindet – gestern wie heute.
Selten habe ich einen außerdem den Schauplatz einer Geschichte so eindrücklich beschrieben erlebt. Man riecht das feuchte Moos, hört das Rauschen der Bäume und das Wasser der Aupa, spürt die Stille und zugleich die Lebendigkeit dieses Ortes. Der Wald ist nicht bloß Kulisse, sondern trägt die Geschichte in sich. Er bewahrt Erinnerungen, Geheimnisse und Antworten für diejenigen, die bereit sind, ihnen zuzuhören.
Jarka Kubsovas Sprache ist poetisch, ruhig und voller Bilder. Sie drängt sich nie in den Vordergrund und entfaltet gerade dadurch ihre ganze Kraft. Der Roman nimmt sich Zeit, und genau das macht ihn so besonders. Er lädt dazu ein, langsamer zu lesen, sich auf die Atmosphäre einzulassen und den Figuren auf ihrer Suche zu folgen.
Schon "Marschlande" war ein starkes Buch, mit "Im Licht des neuen Tages" hat Jarka Kurbsova ihren Vorgänger in den Schatten gestellt. Es ist ein Roman, der historische Recherche, tschechische Märchenwelt und persönliche Selbstfindung auf beeindruckende Weise miteinander verbindet.
Ein Buch über Frauen, über Heimat, Erinnerung und Identität. Vor allem aber ein Buch über die Geschichten, die viel zu lange ungehört geblieben sind. Für mich ein weiteres Jahreshighlight!
Sandra F, Rezensent*in
3.5 stars
Im Licht des neuen Tages verbindet Gegenwart, Familiengeschichte und tschechische Märchen zu einem Roman über Erinnerung, Herkunft und die Geschichten, die uns ein Leben lang begleiten. Besonders interessant fand ich den Gedanken, dass manche Erinnerungen und Erzählungen über Generationen weiterleben und unser Leben prägen, oft ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.
Der Roman wirft immer wieder die Frage auf, wem Geschichten eigentlich gehören und wie sehr unsere Vergangenheit davon beeinflusst wird, wer sie erzählt. Gerade dieser Aspekt hat mich neugierig gemacht und hebt das Buch für mich von vielen anderen Familienromanen ab.
Wer eine actionreiche Handlung erwartet, wird hier vermutlich nicht fündig. Wer sich jedoch auf eine ruhige, atmosphärische Geschichte einlassen möchte, die zum Nachdenken über Herkunft, Identität und Erinnerung anregt, findet hier einen lesenswerten Roman.
Christina M, Buchhändler*in
Ein wieder sehr gut lesbare Roman von der großartigen Jarka Kubsova. Als Leser tauchen wir tief ein in die tschechische Märchenwelt und erfahren viel über das Leben der böhmischen/tschechischen Bevölkerung. Einmal begonnen entwickelte der Roman eine ungeheure Sogwirkung und ich konnte ihn nicht mehr aus der Hand legen. Wieder eine sehr vielschichtige Erzählweise, einerseits das Leben der Autorin Elli und ihre Familiengeschichte und andererseits die märchenhafte Erzählung von Viktorka und andere märchenhafte Elemente. Klare Leseempfehlung!
Mit Im Licht des neuen Tages aus dem Fischer Verlag erzählt Jarka Kubsova eine eindringliche Geschichte über familiäre Wurzeln, verdrängte Erinnerungen und Frauen, deren Schicksale über Generationen hinweg nachwirken. Feinfühlig verbindet sie historische Ereignisse mit einer persönlichen Spurensuche und zeigt, wie sehr die Vergangenheit das Leben der Gegenwart prägen kann.
Im Mittelpunkt steht die Schriftstellerin Elli Hajek, die sich in ein abgelegenes Haus im böhmischen Waldgebiet zurückzieht, um endlich ihren Roman zu schreiben. Doch anstatt Ruhe zu finden, wird sie immer wieder von hartnäckigen Erinnerungen an ihre Kindheit eingeholt. Besonders die Erzählungen ihrer tschechischen Großmutter über Viktorka, eine junge Frau, die nach einem schweren Schicksalsschlag von den Menschen im Dorf ausgegrenzt und als wahnsinnig abgestempelt wurde, lassen sie nicht los. Als Elli erkennt, dass hinter dieser Geschichte eine reale Frau steckt, beginnt sie nach ihren Spuren zu suchen. Dabei stößt sie nicht nur auf lange verschwiegene Wahrheiten über Viktorkas Leben, sondern auch auf Geheimnisse innerhalb ihrer eigenen Familie. Nach und nach entsteht ein bewegendes Bild von Verlust, Schmerz, Heimat und der Kraft, trotz allem weiterzuleben.
Elli ist eine vielschichtige Protagonistin, die mir jedoch von ihrem Wesen her, unsympathisch und fremd war. Ihre Unsicherheit, Neugier und Sehnsucht nach Antworten sind jedoch jederzeit nachvollziehbar. Man begleitet sie gerne auf ihrer Reise und spürt, wie jede neue Erkenntnis sie verändert.
Besonders berührt hat mich jedoch Viktorkas Geschichte. Obwohl sie in einer längst vergangenen Zeit lebt, wirkt ihr Schicksal erschreckend zeitlos. Ihre Einsamkeit, die Ungerechtigkeit, die sie erfährt, und ihr Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben gehen unter die Haut. Auch Ellis Großmutter bleibt als warmherzige, liebevolle, fürsorgliche Person und Erzählerin in Erinnerung und bildet die emotionale Brücke zwischen den Generationen.
Der Schreibstil ist ruhig, atmosphärisch und voller eindrucksvoller Naturbeschreibungen. Die Wälder, Dörfer und Landschaften werden so lebendig geschildert, dass man das Gefühl hat, selbst durch diese stille, geschichtsträchtige Gegend zu wandern. Leisen Momente entfalten eine große emotionale Wirkung und machen deutlich, wie tief sich Erfahrungen und Traumata in Familien einschreiben können.
Etwas Geduld sollte man allerdings mitbringen, denn der Roman nimmt sich viel Zeit für seine Figuren und ihre Gedanken. Die Handlung lebt weniger von Spannung als von ihrer emotionalen Tiefe und den nach und nach enthüllten Zusammenhängen. An einigen Stellen hätte das Erzähltempo etwas straffer sein dürfen.
Im Licht des neuen Tages ist ein bewegender und nachdenklicher Roman, der historische Realität und persönliche Schicksale auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet. Die Geschichte macht betroffen, regt zum Nachdenken an und zeigt, wie wichtig es ist, den Stimmen der Vergangenheit zuzuhören. Ein einfühlsames Buch über Verlust, Hoffnung und die Suche nach der eigenen Identität.
Buchhändler*in 1477326
Der neue Roman von Jarka Kubsova vermischt in meister(-innen)hafter Weise Naturdarstellungen, ungewisse Erinnerungen, tragische Frauenschicksale und entzauberte bzw. entzaubernde Märchen- und Sagen. Die Erzählerin geht auf die Suche und findet in der Geschichte Viktorkas einen neuen Antrieb. Ihre Reise führt sie auf Umwegen in die eigene Vergangenheit und letztlich in die interne Realität des Romans, welchem ein gewisses Maß an autobiografischer Prägung sicher nicht abzusprechen ist. Soweit so typisch romantisch (literaturhistorisch gesprochen). Insbesondere der Abschluss mit dem ersten Satz des Romans ist da beinahe stereotypisch. Aber auch die Themen Nacht, Natur und Dunkelheit werden aus diesem Themenpool aufgegriffen und damit jeglicher Kitsch kategorisch ausgeklammert. Die Erzählerin Božena Němcová und ihre Babička sind ebenso wichtige narrative Pfeiler wie die eigene Familiengeschichte. Damit schließt die Autorin thematisch an ihre bisherigen Arbeiten an.
Sprachlich besonders interessant ist die plötzliche Verschiebung des Ichs und der Umgang mit einer großen Leerstelle zwischen Kapitel 4 und 5, welche erst im Nachgang aus Sicht der Betroffenen selbst geschlossen wird, Das erste Ich ist Viktorka, welche die Autorin Božena Němcová, die ihre Geschichte in falscher Weise kanonisiert hat, ein zu diesem Zeitpunkt unbestimmtes du, anklagt. Der Kosename Betty wird erst später ergänzt. Das zweite Ich ist die Erzählerin Elli, welche nach dem Auszug der erwachsenen Tochter die Orientierung verloren hat und diese - metaphorisch gekonnt umgesetzt - durch eine Suche in ihrer Vergangenheit und ihrer einstigen Heimat wieder findet. Das Schreiben bietet ihr hier den entscheidenden Ausweg,
"Im Licht des neuen Tages" verarbeitet so viele Themen, dass sie schwer aufzuzählen sind und fängt den Leser sprachlich bereits mit den ersten Sätzen ein. Flucht und Heimatverlust, Erinnerung und Schweigen, Erzählung und Wahrheit, Märchen und Geschichte sind hier nur einige der relevanten Stichworte. Ansonsten ist der Text schlicht literarisch großartig und im besten Sinne romantisch wie zugleich modern in der Betrachtung der verschiedenen Frauenschicksale und Frauengenerationen. Ein echter Lesegenuss - und eine Anregung in die tschechische Märchenwelt fernab des Aschenbrödels einzutauchen.
Benjamin M, Buchhändler*in
Ein beeindruckender, nicht leicht zu lesender Roman den ich gerne empfehlen werde. Es entführt einen im doppelten Sinn in eine Geschichte und das Thema Wald ist toll umgesetzt.
Inge H, Rezensent*in
Märchenhaft
Von der Schriftstellerin Jarka Kubsova habe ich schon Marschland faszinierend gefunden.
Der Roman „Im Licht des neuen Tages“ steht dem in Nichts nach.
In ihrer wunderbaren Sprache erzählt sie von der Schriftstellerin Elli, die in der Tschechei geboren wurde.
Als sie von der Sagengestallt Wiktorka erfährt, die vor fünfhundert Jahren in der Tschechei gelebt haben soll, fährt sie los, um mehr zu erfahren.
So entwickelt sich das zu einer fantasievollen Geschichte.
Das Buch hat mich wieder total gefesselt und gut unterhalten.
Insa B, Buchhändler*in
Wunderschön, wie die Autorin die Natur beschreibt. Man hat wirklich das Gefühl mit Elli in diesen beeindruckenden Wäldern unterwegs zu sein. Das Buch macht neugierig auf die tschechischen Märchen und Sagen.
Als ich die Szene gelesen habe, in der Elli und ihre Mutter Milch kaufen und sie aufgrund der Sprache als "anders" auffallen, musste ich an ein Buch denken, das bei Penguin erscheint. "Die Anderen" von Kobi Yamada hätte ich der kleinen Elli so gerne gegeben...
Buchhändler*in 1320767
Ein gutes Buch für Menschen, die Märchen mögen. Der Autorin gelingen hervorragende Beschreibungen des Waldes mit all seinen Bewohnerinnen und Bewohnern.
Buchhändler*in 1875808
Ich liebe einfach alles, was aus der Tastatur von Jarka Kubsova kommt.
Der Wald kann vieles bedeuten: Schutz, Verirrung, Furcht, Freiheit... In Jarka Kubsovas Roman hat der Wald eine Geschichte zu erzählen. Und endlich hat er eine Person gefunden, die bereit ist, zuzuhören.
Elli Hajek steht mit ihrem Roman kurz vor dem Abgabetermin und kommt einfach nicht weiter. Deshalb zieht sie sich in ein Haus im Wald zurück, um in Ruhe schreiben zu können. Dort im Wald fällt ihr eine Geschichte ein, die ihre Großmutter immer erzählte: Die Geschichte von Viktorka, einer Frau die im 18. Jahrhundert im Wald lebte, nachdem sie für wahnsinnig erklärt wurde. Elli begibt sich auf Spurensuche, nicht nur nach Viktorka, sondern auch in ihre eigene Vergangenheit in Tschechien.
Der Roman liest sich zum Teil wie ein Märchen. Besonders der Teil um Viktorka und die Suche nach der Wahrheit um diese Frau ist eindrücklich beschrieben. Wir erfahren aber auch viel über Elli. Elli hat ihre Vergangenheit verdrängt, in ihrer Familie wurde nie darüber gesprochen. Ellis Leben hat mich tief berührt, hat doch ihre Kindheit und Jugend und die Flucht aus Tschechien deutliche Spuren bei ihr hinterlassen. Erst langsam und in wunderbarer Sprache geschrieben, entfaltet sich nicht nur Ellis Vergangenheit sondern auch das Geheimnis um Viktorka. Der Böhmerwald und der Wald um Ellis Haus in Deutschland spielen in diesem Roman eine ganz besondere Rolle. Zum Teil liest sich der Roman wie ein Märchen und wird sehr überzeugend mit der realen Welt verknüpft. Wir begleiten nicht nur Elli auf ihrer Reise zu sich selbst, sondern auch Viktorka. Mystisch, spannend und auch geheimnisvoll in gelungener Mischung! Ein Roman, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat und Lust auf mehr von dieser Autorin macht. Die Sprache ist sanft, die Gefühle der beiden Frauen werden gut vermittelt. Die bildhafte Beschreibung des Waldes, der dort lebenden Tiere und der Atmosphäre tragen viel zum Leseerlebnis bei.
Ich kann diesen Roman auf jeden Fall weiterempfehlen und werde mir die Autorin merken und weitere Bücher von ihr lesen. Dieser Roman wird mir definitiv im Gedächtnis bleiben und hat die 5 Sterne auf jeden Fall verdient!
Julia F, Rezensent*in
Anfangs hatte ich ein paar Schwierigkeiten in das Buch reinzukommen, zu verwirrend erschienen mir die Sprünge zwischen Märchen und Realität. Doch irgendwann konnte ich mich darauf einlassen und habe angefangen mich in die Geschichte wohlzufühlen.
Schriftstellerin Elli zieht allein in eine kleine Waldhütte um an ihrem nächsten Werk zu schreiben. Dabei gleiten ihre Gedanken jedoch ab und so erfahren wir von der Flucht ihrer Eltern mit ihr und der Schwester aus Tschechien, die aus Eliška bei der Einbürgerung Elli wurde und wie damit ihre eigentliche Herkunft auf dem Papier verschwand. Zwischen Scham und Sehnsucht erzählt sie auch von ihrer Großmutter die sie erst viele Jahre nach der Flucht wieder sah, Briefe aus der alten Heimat unbeantwortet gar ungeöffnet lies, bis eines Tages der eine Brief mit schwarzem Rahmen eintraf und sie wusste das es nun zu spät zum antworten ist.
Dann ist da noch die sagenumwobene Geschichte rund um Victorka. Eine Frau die vor vielen hundert Jahren, nachdem Sie von Ihrer Familie mehr oder weniger verstoßen wurde, in einem Wald lebte.
So wird der Wald der Mittelpunkt des gesamten Buches, ein Ort der beide Frauen verbindet, an dem sich besonders Elli über vieles bewusst wird.
Jarka Kubsovas Schreibstil ist gerade im Bezug auf den Wald sehr bildhaft. Schließt man die Augen kann man fast meinen das Moos zu riechen und die Hirsche zu hören.
Dieses Buch hat mir wieder deutlich gezeigt das es sich lohnt dran zu bleiben. Am Ende bin froh das ich es nicht abgebrochen habe nur weil ich anfangs so meine Schwierigkeiten hatten.
Lehrende*r 491806
Jarka Kubsova verwebt in diesem Roman vermutlich autofiktional Teile ihrer eigenen Biografie, auf jeden Fall aber das Leben der ihr recht ähnlichen Protagonistin Eliška / Elli, einer deutschen Schriftstellerin mit tschechischen Wurzeln, mit dem Geschick von Figuren aus dem reichen tschechischen Märchen- und Sagenschatz, allen voran aus Božena Němcovás halb erdachter, halb autofiktionaler „Großmutter“. Dazu kommen offene und versteckte Anspielungen auf verschiedene Verarbeitungen des Faust-Stoffes, die mir beim Lesen viel Spaß gemacht haben. Da ich vorher schon Radka Denemarkovás „Schokoladenblut“ gelesen habe, das tief in die Geschicke der Božena Němcová eintaucht, und beide Romane meine Neugier auf die Originalversion der „Großmutter“ geweckt haben, sodass ich diese ebenso wie etliche tschechische Märchen auch unbedingt lesen musste, ist das Ganze nun als Gesamtpaket ein Highlight dieses Lesesommers geworden.
Doch zurück zum Roman von Jarka Kubsova. Die Schriftstellerin Elli, eigentlich Eliška, die an diversen Umbrüchen in ihrem Leben knabbert, gleichzeitig die Deadlines ihres Verlags im Nacken spürt und sich zum ungestörten Schreiben in ein einsames Haus im Wald zurückgezogen hat, fühlt sich dort, statt konzentriert arbeiten zu können, mit verschiedenen Erinnerungen und Traumata ihrer Kindheit konfrontiert. Nachdem sie diese lange verdrängt hatte, brechen sie bei einem Besuch in Božena Němcovás Heimattal endgültig aus ihr heraus und verbinden sich im Prozess ihrer Verarbeitung durch Elli fließend mit den Figuren aus Božena Němcovás erzählerischem Hauptwerk „Die Großmutter“. Dabei identifiziert sich Elli abwechselnd mit deren ältester Enkelin Barunka – verständig, verantwortungsvoll, aber auch hochsensibel und voller Sehnsucht nach einem weiteren Horizont – und der angeblich verrückten angeblichen Kindsmörderin Viktorka (oder deren realen, teils ganz anderen Vorbildern), grenzt sich von ihnen ab, denkt intensiv über sie nach und beginnt zu recherchieren. Insbesondere dem Schicksal jener Viktorka spürt die Protagonistin nach und verarbeitet dabei auch ihre eigenen Erfahrungen als eine Frau, die mutmaßlich ungewollt Mutter geworden ist. Aber auch die Kindheit der Protagonistin wird aufgearbeitet, das Leben hinter dem Eisernen Vorhang, die dramatische Flucht aus der Tschechoslowakei unter Zurücklassen der geliebten Großmutter, das schwierige Ankommen in Deutschland, das Zerrissensein zwischen zwei Ländern und vor allem eben der ungewollte Verrat an der Großmutter, der Parallelen zum realen Tod der „Großmutter“ aus Božena Němcovás Roman und der dortigen Rolle Barunkas zeigt, die i.d.R. als Božena Němcová selbst interpretiert wird. Auch deren schwierige Lebenswege als zu Lebzeiten kaum anerkannte und schlecht bezahlte Schriftstellerin ohne ein eigenes Zimmer zum Arbeiten, dafür voller kräftezehrender Care-Arbeit, werden immer wieder eingeflochten und mit dem schriftstellerischen wie privaten Auf und Ab der Protagonistin verglichen. Die Autorin spielt also gekonnt, einfühlsam und sprachschön mit vielen Ebenen der Überschneidung, Umdeutung und Versöhnung – mit der tschechischen Nationaldichterin und ihren Figuren, im Leben ihrer Protagonistin, vielleicht auch im eigenen. Daran hatte ich viel Freude, habe mit allen Figuren mitgefühlt, den echten wie den (mutmaßlich) erdachten, und das eine oder andere Tränchen vergossen. Eine Prise Magischen Realismus hat Jarka Kubsova auch noch eingestreut, und am Ende habe ich den Roman sehr zufrieden zugeklappt. Es ist meines Erachtens ihr bisher bester. Falls Elli / Eliška ihr Alter Ego ist, hat dieses sein im Buch anfangs formulierte Ziel erreicht. ;-)
Ich danke dem Verlag herzlich für das Rezensionsexemplar.
Carola L, Rezensent*in
Jarka Kubsova erzählt in ihrem neuesten Roman „Im Licht des neuen Tages" äußerst poetisch von drei Frauen, deren Schicksale über Jahrhunderte hinweg miteinander verbunden sind: Elli, Božena und Viktorka. Die Ich-Erzählerin Elli ist Schriftstellerin und zieht sich zum Schreiben in ein Haus im böhmischen Wald zurück. Dort erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte – Viktorka, eine junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im Wald lebte. Als Elli erfährt, dass es diese Viktorka wirklich gegeben hat, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Und dann ist da noch Božena Němcová, die tschechische Märchen- und Sagensammlerin, deren Roman *Die Großmutter* einer der meistgelesenen Klassiker der tschechischen Literatur ist . Viktorka ist bei ihr eine eher unbekanntere, stumm im Wald lebende Figur – ich wusste gar nicht, dass ihr eine real existierende Frau als Vorbild diente, die tatsächlich jahrzehntelang allein im Wald gelebt haben soll. Kubsova erzählt diese Geschichte mit viel Gefühl für die verschiedenen Zeitebenen und einem feinen Gespür dafür, wie schnell Klatsch und Gerücht in der Vergangenheit ganze Frauenleben zerstören konnten. Der ständige Wechsel der Perspektiven zwischen den drei Frauen hat mich sofort gepackt, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders berührt hat mich, wie einfühlsam Elli mit ihrer eigenen Fluchterfahrung umgeht – diese persönliche Ebene hat mich, obwohl ich selbst nie fliehen musste, sehr angesprochen und mitgenommen. Insgesamt ist es ein atmosphärisch dichter, klug erzählter Roman über Frauenschicksale in der Vergangenheit, ohne dabei belehrend oder plakativ zu wirken. Zusätzlich haben mir die tschechischen Wald- und Dorf-Vibes ausnehmend gut gefallen.
Gabriele K, Buchhändler*in
Mein erstes Buch von der Autorin , „ Marschlande „ ist mein Lieblingsbuch und auch dank der Empfehlung das meiner Kunden.
Um so mehr habe ich mich auf einen neuen Roman gefreut, der zudem in der literarischen Welt angesiedelt ist.
Elli Hajek ist Schriftstellerin und auf der Suche nach sich selbst. Um an ihrem neuen Buch ohne Ablenkungen arbeiten zu können zieht sie sich in ein einsames Haus am Waldrand zurück - ohne ihren Freund, der mit der ständigen Distanz in ihrer Beziehung nicht so gut umgehen kann.
Dort erinnert sie sich an eine Geschichte, die ihre tschechische Großmutter ihr als Kin in der alten Heimat erzählt hat. Es geht um Viktoria, eine junge Frau, die nach traumatisierenden Erlebnissen aus der Dorfgemeinschaft als wahnsinnig ausgegliedert wurde und fortan alleine in den böhmischen Wäldern lebt.
Elli erfährt durch Zufall, dass es kein Märchen, sondern eine wahre Geschichte ist. Sie unterbricht ihre Arbeit und reist in ihre alte Heimat , in die Tschechischoslowakei. Mit der Ankunft bricht in ihr das Erinnern aus, erst mit der fast vergessenen Sprache, dann mit den Problemen bei der Flucht ihrer Familie nach Deutschland.
Sie erforscht im böhmischen Wald die Ursprünge des Buches „die Großmutter „ von der Nationalautorin Bozena Nemcova, in welchem Viktoria zur Romanfigur weiterlebt. Aber der Tourismus und verkitschend der Handlung verfälschen viele Eindrücke. Während sich Elli auf die Suche nach der Wahrheit macht kommen viele Erinnerungen an ihre eigene Kindheit in diesem Land zu Tage. Sie muss sich auf mehreren Ebenen der Wahrheit stellen.
Ein Buch , für mich die schwierigen politischen Zustände in der Tschechischen Republik vor der Öffnung zum Westen sichtbar macht, die Enge im Alltag beim Leben in einem harten Regime. Es ist aber auch ein Buch über starke Frauen, die in allen Zeiten ihren Weg gehen.
Kein leichtes Sommerbuch durch die Dunkelheit der Wälder , in denen es sich häufig bewegt.
Auf jeden Fall ein Buch, das einen gefangen nimmt und einem vorab einen interessanten Einblick in das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse gibt
IM LICHT DES NEUEN TAGES
Jarka Kubsova
ET: 26.08.26
„Manchmal sehen wir uns ratlos an. Manchmal weinte sie kurz. Und ich schämte mich, so groß und alt zu sein, ich fühlte mich schuldig, ihr das nicht geben zu können, was sie sich so sehr zurückgewünscht hatte. Ich war nicht mehr ihr Glück, ich war ihr Schmerz.“ (S. 181)
Die Schriftstellerin Elli Hajek leidet unter der Trennung von ihrer Tochter, die zum Studium das mütterliche Nest verlässt. Eigentlich wollten Elli und ihr Lebensgefährte nun zusammenziehen. Doch plötzlich kann sie sich nicht mehr dazu durchringen, diesen Schritt zu gehen. Stattdessen mietet sie kurzerhand, ohne mit ihm darüber zu sprechen, ein Haus im böhmischen Wald. Dort möchte sie ihre Schreibblockade überwinden.
Doch auch hier kommt alles anders: Elli beginnt, sich intensiver mit ihrer eigenen Herkunft auseinanderzusetzen. Ihre Gedanken führen sie zurück in die Jahre, bevor sie mit ihren Eltern nach Deutschland floh und noch Eliška Hájková hieß. Ihre Eltern schämten sich ihrer tschechischen Herkunft und bemühten sich, ihren Akzent abzulegen und sich in Deutschland möglichst unauffällig einzufügen. Gleichzeitig erinnert sich Elli an die Erzählungen ihrer Großmutter über die Legende der Viktorka.
Kurzentschlossen begibt sie sich in Tschechien auf Spurensuche. Sie möchte mehr über Viktorka erfahren und entdeckt dabei, dass diese tatsächlich gelebt hat. Ihr Schicksal war jedoch ein völlig anderes, als es in den Büchern überliefert wurde.
Jarka Kubsova verbindet auf wunderbare Weise wichtige Themen wie Flucht, Herkunft, familiäre Prägung und Identität mit einer atmosphärischen Geschichte. Besonders schön fand ich, wie sich Ellis persönliche Geschichte und die Vergangenheit ihrer Familie miteinander verweben.
Ich hatte sehr hohe Erwartungen an das Buch, denn MARSCHLANDE war ein Highlight für mich. Die erste Hälfte konnte mich allerdings nicht durchgängig fesseln. Vor allem die Märchen und Erzählungen rund um Viktorka hatten für mich einige Längen. Doch dann nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf und entwickelt einen Sog, dem ich mich kaum noch entziehen konnte. Ab diesem Punkt wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Fazit:
Ein atmosphärischer Roman über Flucht, Herkunft, familiäre Prägung und die Suche nach der eigenen Identität, der mir insgesamt sehr gut gefallen hat, für mich jedoch nicht ganz an den starken Vorgänger MARSCHLANDE heranreicht.
4/5
Frauke S, Rezensent*in
Dies ist eines jener Bücher, wo es sich lohnt, dran zu bleiben. Ich wollte anfangs aufgeben, kam nur langsam in den Lesefluss. In „Im Licht des neuen Tages“ geht es um Autorin Elli, die so eigentlich gar nicht heißt. Denn sie musste als junges Mädchen mit ihren Eltern aus Tschechien fliehen. Erst langsam und Stück für Stück lernen wir Ellis Geschichte kennen und erfahren unter anderem, wie sie ihren Namen eindeutschte und Elli wurde. Ich konnte sie als Figur erst mit ihrer Geschichte richtig verstehen. Davor wirkte sie auf mich sehr zwanghaft. Ihre Gefühle hinsichtlich ihrer spontanen Recherchereise nach Tschechien begannen, erst dann Sinn für mich zu machen. Schließlich habe ich die Verwebung ihrer persönlichen Biografie mit tschechischen Märchen und dem Erleben von Wäldern jedoch sehr genossen.
Dieses Buch empfehle ich daher ausdauernden Märchenliebhabern, die lernen möchten, wie sich eine Flucht als Kind auf einen Menschen auswirken können
Wohlfühlbuch!
Die Autorin erzählt in diesem Roman von Elli, einer Schriftstellerin, die gerade unter einer Schreibblockade leidet. Während der Abgabetermin für ihr Manuskript immer näher rückt, erkrankt sie an einer chronischen Krankheit, die sie schon als Kind regelmäßig heimsuchte. Damals war sie noch Eliška und ihre Großmutter verkürzte ihr die Krankheitstage mit Märchenerzählungen. Erinnerungen daran lassen sie spontan nach Tschechien aufbrechen, dem Land, in dem sie geboren wurde. Sie will sich auf die Spur einer Frau begeben, die dort einst gelebt haben soll.
Herausgekommen ist ein teilweise mystisches Märchen, das sich nicht nur gut liest, sondern mich auch vom Thema her im wahrsten Sinne des Wortes beschlagnahmt hat. Zum einen lebte ich von 2001 bis 2005 in Tschechien, so dass mir Božena Němcovás „Babička“ ebenso vertraut ist, wie manche der hier erwähnten Orte. Aber auch die Suche der Autorin nach ihren Wurzeln und das Aufdecken vieler Einzelheiten aus ihrer Vergangenheit haben mich in die Geschichte über Elli hineingezogen, deren Familie Tschechien noch vor 1989 verlassen hat. Vieles davon erfuhr die Ich-Erzählerin erst, als sie sich auf eine Recherchereise über eine Frau begeben hatte, die in Božena Němcovás Buch vorkommt.
Für mich war Jarka Kubsovas Buch ein wahrer Leckerbissen. Ich tauchte tief ab und fühlte mich selbst wie in einer Märchenwelt. Viele Gedanken der Protagonistin waren mir sehr geläufig und ich konnte sie gut nachvollziehen. Während des Lesens erstanden lebendige Bilder vom Tal der Großmutter, in dem die tschechische Märchenerzählerin Božena Němcová gelebt haben soll. Nebenbei fand ich auch den Einblick der Autorin in ihre Arbeit als Schriftstellerin und die Probleme des Schreibens interessant. Die mystische Atmosphäre der beiden vorletzten Kapitel führte mich in eine Welt zwischen Realität und Traum; doch schon vorher war klar, dass dieses Buch künftig zu meinen Lieblingsbücher gehört.
Die folgenden Zitate voller Lebensweisheit sprachen mich extrem an:
„Aushalten ist manchmal das Einzige, das uns bleibt. Vor allem, wenn Ausweichen gar nicht möglich ist.“
„Wenn man ein Leben außerhalb des Herzens führt, dann bedeutet es, den Dingen nur noch zuzusehen, statt sie zu spüren. Und wenn man Dinge nicht mehr spürt, dann ist man auf eine gewisse Weise tot.“
Fazit: Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und konnte es kaum aus der Hand legen. Empfehlenswert für alle, die gerne mal Träumen und sich in anderen Sphären wohl fühlen.
Elli Hajek fühlt sich völlig ausgelaugt und kämpft mit einer Schreibblockade. Ihre Tochter Klara ist gerade ausgezogen und sie hat damit mehr zu kämpfen als gedacht. Kurzentschlossen mietet sie sich ein kleines Häuschen mitten im Wald um endlich ihr in Verzug geratenes Manuskript fertig zu schreiben. Dabei ahnt sie nicht, dass sie weiter in ihre Vergangenheit abtaucht als ihr lieb ist. Als Kind erzählte ihr ihre Großmutter die Märchen von Bozena Nemcova, eine Märchenerzählerin, die in Tschechien jedes Kind kennt. Ganz besonders die Geschichte von Viktorka hatte es Elli als Kind angetan. Kurz entschlossen reist sie nach Tschechien, das Land, dass sie als Kind mit ihren Eltern nach einer spektakulärer Flucht verlassen hat. Jetzt, nach dem Fall des eisernen Vorhangs wandelt sie auf den Spuren von Viktorka. Das Tal in dem sie gelebt haben soll ist ganz auf diese Geschichte ausgelegt. Es geschehen Ereignisse, die sich Elli nicht erklären kann. Nur langsam erkennt sie, dass sie loslassen muss um wieder ein normales Leben zu führen.
Das ist für mich das erste Buch der Autorin und weder mit ihrem Namen, noch mit dem Namen von Bozena Nemcova konnte ich etwas anfangen. Aber natürlich kenne ich Drei Nüsse für Aschenbrödel, das aus ihrer Feder stammt. Ellis Reise in die Vergangenheit hat auch in mir Kindheitserinnerungen geweckt. Auch wenn es manchmal etwas verworren war, hat mir die Geschichte ganz gut gefallen. Es gibt immer wieder Blicke in die Vergangenheit von Elli zu ihrer geliebten Großmutter. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Ein Märchen, das auch Erwachsene nicht loslässt
Tina N, Buchhändler*in
Die Story ist interessant und tiefgründig, der Schreibstil gewohnt sicher und gut, und ich denke es sind auch einige autobiografische Elemente der Autorin mit ihren tschechischen Wurzeln eingebaut. Jedoch haben sich manche Passagen für mich zu oft wiederholt (die Lichtung...) und daher war es oft ein wenig langatmig. Da hätte man einige Seiten kürzen können, um den Leser nicht zu verlieren. Deshalb kam es für mich nicht an Marschlande heran, aber es wird sicher LeserInnen finden, die den sprachlichen Stil sehr schätzen.
Babička und Victorka
Der neue Roman "Im Licht des neuen Tages" von Jarka Kubsova erscheint am 26. August 2026 im Fischer Verlag. Auf dem Cover steht im Morgenlicht eine Herde Rehe an einem Waldsee. Das Cover wirkt mystisch und passt, wie auch der Titel, zum Inhalt des Romans.
Als aus Eliška Hájková bei ihrer Einbürgerung Elli Hajek wird, fragt danach niemand mehr nach ihrer Herkunft. Von da an musste sie niemanden mehr von Tschechien, von der Flucht nach Deutschland, von den Erstaufnahmelagern und den Sozialwohnungen erzählen. Nur einmal tat sie es doch und sie hatte es anschließend bereut. Auch ihrer Tochter Klara und ihrem Lebensgefährten Jan gegenüber ist sie verschlossen.
Als Klara auszieht und sich die Möglichkeit bietet mit Jan zusammen zu ziehen, entscheidet sich Elli spontan ein abgelegenes Haus im Wald zu mieten. Kurz nach ihrem Einzug wird Elli krank und sie erinnert sich, dass ihre Großmutter ihr immer Märchen erzählt hatte, wenn sie als Kind krank war. Dabei erinnert sie sich auch wieder an die Erzählung "Babička" von Božena Němcová und an Victorka, eine Figur aus dieser Erzählung. Kurzerhand beschließt Elli den Spuren von Victorka zu folgen und nach Tschechien zu fahren. Dort stellt Elli fest, dass Victorka tatsächlich gelebt hat und dass ihr Leben anders als in der Erzählung verlaufen ist.
Jarka Kubsova beschreibt den Zwiespalt von Elli. Einerseits schämt sie sich ihrer Vergangenheit, andererseits vermisst sie ihre Heimat und ihre Großmutter. In ihrem Roman hat sie die Geschichten von Elli und von Victorka miteinander verwoben. Da mir der Name Božena Němcová und ihre Erzählung unbekannt waren, habe ich Ellis Reise nach Tschechien verfolgt und mir den Ort der Handlung angesehen. Das fand ich interessant und spannend. Das Kapitel mit Victorkas Erzählung war mir etwas zu lang, aber ansonsten liest sich der Roman flüssig und hat ein paar mysteriöse Wendungen parat.
Amy K, Rezensent*in
Zwischen Dichtung, Wahrheit und den eigenen Wurzeln
Im Licht des neuen Tages ist ein ruhiger und atmosphärischer Roman, der mich vor allem mit seinem wunderschönen Schreibstil überzeugen konnte. Die Geschichte braucht etwas Zeit, um sich zu entfalten, hat mich aber mit jeder Seite mehr in ihren Bann gezogen.
Im Mittelpunkt steht Elli, die sich eigentlich in ein abgelegenes Häuschen im Wald zurückzieht, um endlich mit ihrem Schreiben voranzukommen. Stattdessen beschäftigt sie immer mehr die Geschichte von Viktorka, die ihr ihre Großmutter früher erzählt hat. Eine Frau, die von der Dorfgemeinschaft ausgestoßen wurde und schließlich allein im Wald lebte. Als Elli herausfindet, dass hinter dieser Erzählung mehr steckt, beginnt für sie eine Suche nach der Wahrheit und gleichzeitig nach einem Teil ihrer eigenen Vergangenheit.
Besonders spannend fand ich die Frage, wie Geschichten überliefert werden und wie viel davon tatsächlich der Wahrheit entspricht. Wer entscheidet eigentlich, wie wir uns an einen Menschen erinnern? Und was passiert, wenn eine Geschichte immer wieder aus der Perspektive anderer erzählt wurde? Gerade Viktorkas Schicksal hat mich dadurch zunehmend beschäftigt.
Gleichzeitig hat mir Ellis persönliche Geschichte sehr gefallen. Ihre Nachforschungen führen sie zurück zu ihren tschechischen Wurzeln und wecken Erinnerungen an ihre Kindheit und vor allem an ihre Großmutter. Dadurch verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart immer stärker miteinander. Diese persönliche Ebene hat die Geschichte für mich besonders emotional gemacht.
Der Schreibstil ist ruhig, bildhaft und teilweise fast märchenhaft. Gerade die Natur und der Wald erzeugen eine ganz besondere Stimmung. Am Anfang musste ich mich allerdings erst einmal auf das langsame Erzähltempo einlassen. Die Geschichte entwickelt sich nicht rasant und lebt viel mehr von Erinnerungen, Gedanken und Atmosphäre. Dadurch gab es für mich zwischendurch auch kleinere Längen.
Je weiter ich gelesen habe, desto mehr haben mich jedoch sowohl Ellis als auch Viktorkas Geschichte berührt. Besonders schön fand ich, wie sich nach und nach einzelne Zusammenhänge ergeben und gleichzeitig die Grenzen zwischen Erinnerung, Erzählung und Wahrheit verschwimmen.
Im Licht des neuen Tages ist für mich kein Buch für zwischendurch, sondern eine Geschichte, auf die man sich ein wenig einlassen muss. Dafür bekommt man einen atmosphärischen und berührenden Roman über Herkunft, Erinnerung und darüber, dass eine Geschichte ganz anders aussehen kann, wenn endlich diejenige eine Stimme bekommt, um die es eigentlich geht.
Jasmin-Jessica G, Rezensent*in
Ich liebe die tschechischen Märchenfilme, umso mehr hat mir gefallen, mehr über die tschechische Märchenkultur in Romanform zu lesen. Generell mag ich Romane, bei denen ich auch etwas dazulerne und das war hier definitiv der Fall.
Der Roman beinhaltet quasi ein Märchen, das in die Geschichte der Protagonistin eingebaut ist. Das ist größtenteils auch sehr gut gelungen und die Verbindung von Moderne zu den alten Zeiten hat etwas Magisches, Zauberhaftes, ja Märchenhaftes an sich.
Manchmal wechseln die Perspektiven innerhalb eines Kapitels etwas zu oft und in der Mitte gab es ein paar Passagen, die sich zogen, aber alles in allem fand ich den Roman sehr gut und würde ihn weiterempfehlen.
Christiane B, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Wie schon bei „Bergland“ ist die Atmosphäre und die Sprache das, was einen durch den Roman trägt. Die Geschichte von Viktorka hat mich tief berührt. Ein tolles Buch. Leseempfehlung. 5 Sterne
Eva-Maria B, Buchhändler*in
Um mit ihrem aktuellen Buch voranzukommen, zieht die Schriftstellerin Elli in ein einsam gelegenes Häuschen im Wald. Doch auch dort wird sie von ihrer Schreibhemmung eingeholt. Statt an ihrem Buch zu arbeiten, blickt sie zurück auf eine Geschichte, die ihr ihre geliebte Großmutter in ihrer Kindheit in Tschechien erzählt hatte, in deren Mittelpunkt eine Frau namens Viktorka steht, die von ihrer Dorfgemeinschaft verstoßen worden war und fortan im Wald lebte. Elli, die kaum noch eine Verbindung zu ihren tschechischen Wurzeln hat, begibt sich auf eine Reise in den Böhmerwald, um mehr über Viktorka, die scheinbar auch eine historische Person war, und die Autorin, die ihre Geschichte aufgeschrieben hat, zu erfahren.
Während sie auf deren Spuren wandelt, erinnert sie sich immer mehr an ihre Großmutter, ihre Kindheit in Pilsen mit den ständigen Erkrankungen und die überraschende Flucht mit Eltern und Schwester über Österreich nach Deutschland. In Tschechien findet Elli heraus, dass sowohl die Geschichte der Autorin als auch die von Viktorka anders erzählt werden müsste. Wieder zurück in ihrem kleinen Waldhaus in Deutschland, begegnet ihr Viktorka auf einer Art magischen Reise und sie erfährt deren wahre Geschichte.
Im ersten Drittel des Buches hat mich vor allem der schöne Schreibstil der Autorin gefangen genommen und begeistert. So nach und nach zogen mich aber auch die Geschichte um Viktorka und die von Elli selbst in ihren Bann. Beide Geschichten haben mich sehr berührt.
Ich habe das Vorgängerbuch „Marschlande“ der Autorin nicht gelesen, werde dies nun aber nachholen, da mir ihrer Schreibstil außerordentlich gut gefällt.
Sarah B, Rezensent*in
Im Licht des neuen Tages ist ein gefühlvoller Roman über Hoffnung, Veränderungen und die Suche nach dem eigenen Weg. Mit liebevoll gezeichneten Charakteren und einer warmen Atmosphäre erzählt die Geschichte von Neuanfängen und der Kraft, nach schweren Zeiten wieder aufzustehen.
Bibliothekar*in 1785348
Mein erstes Buch, das ich von Jarka Kubsova lesen durfte. Wunderbare, bildhafte und lebendige Beschreibungen des Waldes, in den sich die Schriftstellerin Elli Hajek zur Inspirationsfindung und zum Verfassen eines neuen Romans zurückgezogen hat, sodass man sich unmittelbar in diese stille, von Geschichte geprägte Umgebung versetzt fühlt. Dabei wird die Protagonistin jedoch immer wieder von Kindheitserinnerungen eingeholt. Gerade die leisen Momente entwickeln dabei eine besondere emotionale Kraft und verdeutlichen, wie tief sich Erfahrungen und Traumata in Familien festsetzen und von einer Generation an die nächste weitergegeben werden können. Der Roman lebt insbesondere von der Introspektion seiner Figuren und deren emotionaler Entwicklung.
Fazit:
Ein außerordentliches Lesevergnügen, das gut in den Spätsommer bis nahenden Herbst passt. Es entfaltet sich eine einfühlsame Geschichte über Verlust, Hoffnung und die Suche nach der eigenen Identität.
Nadja S, Rezensent*in
Im Mittelpunkt des Romans steht Elli, eine Schriftstellerin, die, um Ruhe zum Schreiben findet, in den Wald zieht. Dort begegnen ihr Märchenfiguren aus ihrer Kindheit. Insbesondere die Geschichte von Viktorka, aus dem tschechischen Märchen Babuzka lässt Elli nicht los. Indem sie Viktorkas Geschichte rekonstruieren möchte, setzt sich Elli auch mit ihrer Vergangenheit auseinander und findet nach und nach zu sich selbst. Als Kind in Tschechien aufgewachsen, floh sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Dabei musste sie ihre geliebte Großmutter zurücklassen. Seither war sie zwischen 2 Welten daheim und als sich die Tschechei dem Westen öffnete, konnte Elli zwar ihre Oma wieder besuchen, doch erfüllte es sie nicht mit Glück.
Das Buch ist eine leise Erzählung, die Themen wie Identität, Zugehörigkeit und Herkunft aufgreift und in sanfter Erzählweise thematisiert. Mir war es stellenweise Zuviel von Viktorka und dann kamen wieder Stellen, die mich sehr berührt haben. Der Ausflug in die tschechische Märchenwelt war dabei richtig interessant. Gegen Ende wird Ellis Geschichte immer intensiver. Elli schwebt zwischen ihrer deutschen und ihrer tschechischen Heimat. Die Flucht ist daheim ein Tabuthema, was Ellis Schuldgefühle nur verstärkt. Sie muss erst ihr Innerstes verstehen, um andere nahe an sich heranzulassen. Vieles konnte ich dabei mitfühlen. Eine große Empfehlung fur Leser und Leserinnen, die gern über solche Themen lesen
Rezensent*in 786644
"Im Licht des neuen Tages" von Jarka Kubsova ist ein atmosphärischer und berührender Roman über weibliche Identität, Erinnerung und die Suche nach der eigenen Vergangenheit. Die Autorin verbindet historische und persönliche Schicksale zu einer eindrucksvollen Geschichte, die mit ihrer poetischen Sprache und den lebendigen Naturbeschreibungen überzeugt. Besonders gut gefallen hat mir die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart, die zum Nachdenken über Herkunft, Freiheit und Gerechtigkeit anregt.
Absolute Leseempfehlung - ein bewegendes Buch für alle, die ruhige, tiefgründige Romane mit starken Frauenfiguren schätzen.
Buchhändler*in 763451
Ein neues Buch von Jarka Kubsova - natürlich musste ich das lesen, weil ich bisher all ihre Bücher verschlungen habe. Und irgendwie ist Im Licht des neuen Tages von der Idee des Buches so wie Marschlande (zwei Protagonistinnen auf den Spuren zweier Frauen und deren Geschichte) und doch fand ich Marschlande deutlich stärker, intensiver und fesselnder. in dem neuen Buch geht eine Schriftstellerin auf die Suche nach sich selbst und findet die uralte Geschichte von Viktorka - einer junge Frau, die einst alleine im böhmischen Wald lebte und über die man sich viele (unwahre!?) Geschichten erzählte. Toll finde ich, wie viel man wieder über die Legende von Viktorka, der damaligen Zeit und den Menschen lernt und trotzdem konnte mich die Geschichte und auch die Hauptprotagonistin Elli mit ihren Problemen nicht so erreichen. Die Charaktere blieben mir fern und insbesondere Elli konnte mich emotional nicht erreichen. Trotzdem wieder ein gutes Buch, dass ich weiterempfehlen würde und ich freue mich schon auf das kommende Buch von Jarka Kubsova.
Rezensent*in 2117830
"In ihrem Gesicht war eine Geschichte eingeschrieben. Es war die Geschichte eines Frauenlebens. Sie erzählte vom Sehnen und Hoffen, vom Lieben und Enttäuschtwerden, von Zurückweisungen und Verletzungen. Von Gewinnen und Verlusten. Sie erzählte vom neuen Hoffen, vom Resignieren und vom Überleben. Es war eine lange Geschichte. Eine alte Geschichte. Es war ihre - und die von vielen anderen."
„Im Licht des neuen Tages“ erzählt eine Geschichte von Freiheit und weiblicher Selbstermächtigung, von Heimat und Fremdsein, vom Aufarbeiten der eigenen Vergangenheit, und von der Wahrheit, die im Geschichtenerzählen liegt.
Schriftstellerin Elli zieht sich in ein abgelegenes Haus im Wald zurück und begibt sich auf die Suche nach Viktorka, einer tschechischen Märchenfigur, und letztendlich auf die Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit. Dabei verschwimmen nach und nach die Grenzen zwischen Ellis Erinnerung, ihrer Vorstellungskraft sowie der Erzählung um Viktorka und deren Erschafferin Božena Němcová.
Der Schreibstil greift dieses Verschwimmen und die fließenden Übergänge perfekt auf: auch ich wusste häufig nicht mehr, ob ich mich gerade in einer Rückschau von Elli, einer Illusion von ihr, dem Märchen um Viktorka oder der Geschichte um Božena Němcová befinde. Auch hatte ich häufig das Gefühl, dass die Figur Elli autobiografisch inspiriert ist und Jarka Kubsova somit durch Elli direkt zu den Lesenden spricht, was mich neugierig macht, wie viel der Geschichte tatsächlich autobiografisch ist.
Die Beschreibungen des Waldes, der Natur sind atmosphärisch und bildhaft, häufig mystisch und märchenhaft: "Bald schon konnte ich mir nichts anderes vorstellen, als von Sonnenstrahlen geweckt zu werden, von den Lauten der Vögel. An jedem Morgen singen sie, als wär's der erste. Niemand auf der Welt schätzt und würdigt die Welt und das Leben so sehr wie sie. Und sie haben so recht. Jeder neue Morgen ist wie ein Wunder, immer wieder kehrt das Licht zu uns zurück. Auch nach der dunkelsten Nacht."
Neben dem einnehmenden Erzählstil haben mir – wie auch bei den beiden Vorgängerromanen – der historische Bezug sowie die kraftvollen Frauen im Zentrum der Geschichte besonders gut gefallen.
„Im Licht des neuen Tages“ ist ein berührender, ruhiger und kraftvoller Roman mit wertvollen Botschaften, die zum Nachdenken anregen.
ich habe schon marschlande geliebt.
und dieses buch hat mich genauso begeistert.
ich finde den schreibstil einfach faszinierend. so ruhig und gleichzeitig unglaublich packend. man liest langsam und möchte trotzdem immer wissen, wie es weitergeht.
im mittelpunkt stehen viktorka und elli.
viktorkas geschichte ist tragisch. sie lebt als ausgestoßene im wald und wird von den menschen um sie herum zur außenseiterin gemacht.
ellis geschichte hat mich genauso berührt. ihre tschechische herkunft und die fluchtgeschichte geben dem roman noch einmal eine ganz eigene tiefe.
beide erzählstränge greifen so schön ineinander und erzählen von ausgrenzung, herkunft, familie und davon, wie vergangenheit über generationen nachwirkt.
ich habe jede seite geliebt.
wenn euch marschlande gefallen hat, solltet ihr dieses buch unbedingt lesen.
[Unbezahlte Werbung | Rezensionsexemplar]
Heimat.
Vergangenheit.
Viktorka.
Ich bin extrem beeindruckt von diesem sensationellen Buch!
Mit Im Licht des neuen Tages ist Jarka Kubsova ein phänomenaler Roman geglückt, der mich absolut begeistert hat.
Das Buch lässt sich für mich in zwei Hälften teilen. Die eine ist sehr märchenhaft erzählt und die andere stark realitätsbezogen. Die Vielfalt der behandelten Themen ist gleichzeitig enorm. Diese Mischung ist ausgezeichnet und macht das Buch für mich zu etwas Besonderem.
Der Schreibstil hat etwas Märchenhaftes und Mystisches an sich und lässt die Grenzen zwischen Realität und Fiktion immer wieder verschwimmen. Der Roman lebt dabei aber vor allem von seinen starken Frauenfiguren.
Ich finde auch bemerkenswert, dass zwischen dem Leben der Protagonistin und dem der Autorin einige Parallelen zu finden sind.
Der Roman hat auch thematisch unglaublich viel zu bieten. Identität, Heimat, Flucht und Verlust finden darin ebenso ihren Platz wie Frauenrechte und Gesellschaftskritik. Emotional hat mich besonders die Selbstreflexion angesprochen. Es braucht viel Mut, um dem eigenen Leben ehrlich zu begegnen.
Ich habe das Buch gemeinsam mit Anja als Buddy-Read gelesen, wofür es sich hervorragend eignet. Es gibt unglaublich viel zu besprechen, zu diskutieren und auch zu reflektieren.
Mit Im Licht des neuen Tages, erschienen im S. Fischer Verlag, ist Jarka Kubsova ein wahres Schmuckstück gelungen. Für mich hat dieses Buch etwas ganz Besonderes und war ein absolutes Lesehighlight.
Eine ganz große Leseempfehlung von mir!
Vielen Dank an den S. Fischer Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
Zum Inhalt:
Elli zieht sich zum Schreiben zurück. Dort aber fällt ihr das Schreiben trotzdem schwer. Ihr fällt eine Buchfigur ein, von der ihre tschechische Großmutter immer erzählt hat. Als sie erfährt, dass die Frau wirklich existierte, reist sich zurück in ihr Heimatland, um mehr zu verfahren. Doch diese Reise wird anderes als sie dachte und sie muss sich auch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.
Meine Meinung:
Das ist so ein Buch, wo man sicherlich eine Art Vorstellung hatte, wie das Buch wohl sein wird und dann kommt alles völlig anders. Ich hätte niemals gedacht, wie sich das Buch entwickelt, wie Elli mit sich kämpfen muss, besonders bewegt hat mich, als Elli sich verlaufen hat und wie es sich dann danach dann darstellt. Das ist ein Buch, dass einen überrascht, aber auch berührt. Ich denke, das ist für mich ein Buch, dass ich nicht so schnell vergessen werde.
Fazit:
Tolles Buch
Eine Schriftstellerin zieht sich in ein abgelegenes Haus zurück, um ihren neuen Roman zu fertigzuschreiben. Doch der Wald hat andere Pläne.
Elli Hajek ist erfolgreiche Autorin – doch ihren Geschichten fehlt ein gewisses Etwas. Um mit ihrem neuesten Roman den Höhepunkt ihres Schaffens zu erreichen, hat Elli sich dazu entschieden, vollständig abseits in einer Waldhütte zu leben und zu arbeiten. Die verwachsene, verwilderte Waldkulisse soll ihr die notwendige Ruhe und das Gefühl der Einsamkeit bieten.
Zwei Bindungen buhlen um Ellis Gedanken – die Sorge um ihre erwachsene Tochter, die in ihrer Selbstständigkeit aufgeht und die Kontakte mit der Mutter minimieren möchte; und die Gefühle ihres Partners, der trotz alleine getroffener Entscheidung zum Umzug noch Nähe und Rückkoppelung zu Elli sucht.
Während Elli sich mühsam an ihr Ziel heranarbeitet, lässt der Wald Erinnerungen in ihr wach werden – denn in ihrem tiefsten Herzen schlummern andere Geschichten. Düster, intim und schmerzvoll ist die eigene Vergangenheit, von der Elli sich distanzieren möchte. Doch je tiefer sie sich in den Wald traut, desto unmöglicher gestaltet sich die Umkehr.
Sachlich betrachtet wird hier erneut nach gleichem Rezept gekocht: Die narrative Struktur erinnert in vielerlei Hinsicht an »Marschlande«, wenngleich Ort und Zeit andere sind. Das mindert die regelmäßige Schnappatmung während der neuen Lektüre allerdings nicht, sondern bereichert das Lesen um Rückblicke zu einem weiteren hervorragenden Buch von der Autorin.
Ich verbleibe begeisterter Stammgast an Jarka Kubsovas Tisch.
Die ausführliche Besprechung findest Du ab dem 3.9.26 auf meiner Blogseite literarische-abenteuer.de.
Magdalena L, Rezensent*in
Im Licht des neuen Tages von Jarka Kubsova ist nach Marschlande das zweite Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Das Cover passt sehr gut zum Inhalt, denn neben der tschechischen Sagenfigur Viktorka spielt der Wald die Hauptrolle in dem Roman.
Elli ist Schriftstellerin, die gerade in einer Leseflaute steckt. Ihre Tochter Klara ist gerade ausgezogen, und Elli kommt mit der Trennung nur schwer zurecht. Ellis Freund Jan hat das Gefühl, dass Elli ihm Wichtiges aus ihrem Leben vorenthält und ihn auf Distanz hält.
Elli stammt aus Pilsen in Tschechien, als Kind ist sie mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen. Sie denkt oft an ihre babička (Tschechisch: Großmutter) zurück, die ihr in Deutschland sehr gefehlt hatte. Bei späteren Besuchen bedauerte sie es sehr, dass ihr Tschechisch immer schlechter wurde. In Deutschland legten ihre Eltern großen Wert darauf, sich anzupassen. „Gutes Deutsch, gutes Kind. Gute Ausländer. Mein Tschechisch wurde unnütz. Eingemottet von der Scham meiner Eltern wanderte es in die hintersten Ecken meines Gedächtnisses, wo es allmählich verstaubte.“ (S. 55)
Das Buch Babička von Božena Němcová kennt in Tschechien jedes Kind, auch Ellis Mutter hatte ihr das Märchen vorgelesen. Elli beschließt, an den Ort zu fahren, wo Babička verfilmt wurde und die sagenumwobene Viktorka gelebt haben soll.
Elli verirrt sich im Wald und trifft eine alte Frau, die ihr Viktorkas Geschichte erzählt. Als junges Mädchen wurde Viktorka von ihren Eltern verstoßen, von da an lebte sie allein im Wald. Der Legende nach soll sie ihr Kind in den Fluss geworfen haben. Elli begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit über Viktorka.
Wow! Was für ein schönes Buch! In Tschechien kennt jeder die Märchen über Babička und Viktorka. Es hat mich fasziniert, wie Viktorka es geschafft hatte, ganz allein inmitten der böhmischen Wälder zu überleben. Tiere waren ihre einzigen Gefährten: Ein Rehkitz, ein Fuchs, eine Katze; Pilze, Kräuter und Beeren ihre Nahrung. Von Menschen hatte sie immer nur Grausamkeit erfahren. Die Darstellung des Lebens im Wald ist atmosphärisch und bildhaft.
Ich denke, dass das Buch einige autobiographische Elemente enthält, da die Autorin aus Tschechien stammt. In Elli konnte ich mich gut hineinversetzen, da auch ich meine Kindheit in einem kommunistischen Land verbracht habe. Auch ich habe meine Oma sehr vermisst, und meine Eltern haben alles getan, um sich in Deutschland anzupassen.
Von den Märchen der tschechischen Schriftstellerin Němcová ist in Deutschland „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ sehr bekannt, den Film schaue ich mir jedes Jahr in der Weihnachtszeit an. Jetzt kenne ich die Geschichte der Autorin und einer ihrer bekanntesten Figuren. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe fünf Sterne.
Neele W, Buchhändler*in
Ich liebe es, wenn in Büchern echte Menschen vorkommen. Das macht das ganze für mich nochmal spannender.
Ellipse will eigentlich nur ein neues Buch schreiben und kommt dabei ihrer Vergangenheit und der Vergangenheit von Viktorka sehr nahe.
Anja N, Buchhändler*in
Im Licht des neuen Tages
von Jarka Kubsova
Ein neues Buch von Jarka Kubsova, ich war ganz aufgeregt als ich angefangen hatte.
Frauen, die ihren Platz im Leben suchen, geprägt durch Zeit, äußere Umstände und die Gesellschaft. Tolle Frauen, denen man gerne durch die Seiten folgt.
Elli Hajek - Schriftstellerin die sich in einer Schreib- und Sinnkrise in ein Haus im Wald zurückzieht. Dort erinnert sie sich wieder an die Geschichten und Märchen erzählt von ihrer Großmutter. Elli musste als Kind ihre Heimat, die Tschechoslowakei und die geliebte Großmutter verlassen. All den damit verbundenen Schmerz hat sie jahrzehntelang verdrängt. Hier im Wald bricht alles durch. Sie findet auch die Geschichte der verrückten Viktorka wieder und ebenso das Leben deren Schriftstellerin Bozena.
Und da hätten wir unsere 3 außergewöhnlichen Frauenleben, den Wald, die Märchen und Geschichten, die Natur. Eine außergewöhnliche Stimmung beschwört Jarka Kubsova herauf - still und tief ist dieses Buch - wundervoll erfüllend!
„Ich hatte Viktorkas und Bozenas Geschichte gesucht und dabei auch meine eigene gefunden…“
Rezensent*in 1900875
Eine Geschichte, die nachwirkt
Ich bin eigentlich eine Schnellleserin und habe ein Buch normalerweise innerhalb weniger Tage gelesen. Bei Im Lichte des neuen Tages war das ganz anders: Ich habe ungewöhnlich lange gebraucht, immer nur ein Häppchen gelesen und zwischendurch sogar mehrmals darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen. Und doch hat mich die Geschichte gepackt – und dann tief berührt.
Jarka Kubsova erzählt mehrere tragische Frauenschicksale, die sie kunstvoll miteinander verwebt und dabei zugleich ein eindringliches Bild des tschechischen Lebens und der Vergangenheit zeichnet. Die Geschichten sind nicht leicht, aber gerade ihre Tragik regt zum Nachdenken an.
Für mich ist dieses Buch eines, das Geduld verlangt, dafür aber umso länger nachwirkt. Ich denke, dass mich die Schicksale und die Fragen, die der Roman aufwirft, noch eine ganze Weile begleiten werden. Ein besonderes, tiefgründiges Buch, das ich trotz – oder gerade wegen – seiner Langsamkeit sehr empfehlen kann.
<i>"Und deine Geschichten sind eben Geschichten, erfunden und erdichtet; sie sind Märchen. Es war einmal und war auch nicht."</i>
Elli Hajek ist Schriftstellerin und irgendwie inmitten einer Schreibblockade. Erst zieht sie allein in ein Häuschen in den Wald und dann verschlägt es sie kurzerhand in ihre tschechische Heimat. Im Wald hat sie nämlich Viktorka gesehen, eine Figur aus den Geschichten, die ihr ihre geliebte Oma immer erzählt hat. Viktorka war jedoch viel mehr als eine Figur in einem Buch: Sie hat wirklich existiert. Elli reist in Viktorkas Stadt und geht der Geschichte auf den Grund.
Ich mochte den thematischen Inhalt des Buches sehr. Es ist mystisch, es zeigt auf, wie es ist, wenn man die Heimat verlassen muss und nur schwer wieder Zugang zu ihr findet, wenn man nach langer Zeit wiederkehrt, einfach weil es so weh tut. Elli hat ihren richtigen Namen hinter sich gelassen, und damit ein ganzes Leben. Ich fand diesen Aspekt sehr gut und nachvollziehbar beschrieben, ich konnte sie in dieser Hinsicht wirklich gut verstehen. Während Elli sich selbst finden will, muss sie gleichzeitig loslassen, denn ihre Tochter Klara zieht aus und beginnt ihr eigenes Leben ohne Mutter.
Ein richtiger Lesesog hat sich für mich nicht entwickelt, das ist aber auch nicht schlimm. Es ist eher eine ruhig erzählte Geschichte, die sich langsam aufbaut und sich auch viel in Ellis innerer Gedankenwelt abspielt, mit vielen rhetorischen Fragen. Mir war es ein bisschen viel Zufall, ein bisschen zu viel durchschimmerndes Konstrukt. Die Handlung geht oft nicht von Elli aus, sie fällt ihr quasi vor die Füße. An manchen Stellen klangen die Dialoge in meinen Ohren auch etwas hölzern.
Nichtsdestotrotz schätze ich die Autorin und ihre Bücher sehr, ich würde auch dieses hier wieder empfehlen. Es hat definitiv ein tolles Setting, ist sehr "waldig" und märchenhaft. Und die Einblicke in die tschechische Kultur (besonders die Sprache) fand ich super!
3.75/5 Sterne
Rezensent*in 2131394
Auf der Suche, das trifft genau auf die Schriftstellerin Elli zu. Doch wonach sie genau sucht, weiß sie selbst nicht, als sie sich in ein kleines Waldhäuschen zum Schreiben einmietet, Doch die Geschichte möchte nicht voranschreiten und sie ertappt sich dabei, von einer historischen Gestalt gefesselt zu werden: Viktorka. Wer war sie und was ist ihre wahre Geschichte? Auf der Suche nach Antworten stolpert sie über ihre eigene Vergangenheit und muss sich einigen schmerzhaften Erkenntnissen stellen. Anfangs habe ich etwas gebraucht, bis das Buch mich gefesselt hat. Obwohl der Schreibstil mich von der ersten Seite an durch das Buch getragen hat und konstant die Bilder der Geschichte , vor allem des Waldes, gezeichnet hat, tat ich mir anfangs inhaltlich sehr schwer. Gerade anfangs konnte ich mich kaum in Elli einfühlen, sie wirkte auf mich wie ein Buch mit sieben Siegeln. Stück für Stück schaffte es die Autorin, dass ich mit Elli mitgefühlt habe und sie am Ende verstanden habe, dabei hat auch die Erzählperspektive aus der Ich- Form sehr geholfen, in der die Gedanken Ellis sehr deutlich als innerer Monolog zu lesen waren. Der mystische Aspekt war für mich etwas schwer, hier blieben für mich einige Fragen offen. Aufgrund der offenen Fragen und dem für mich sehr sperrigen Anfang bekommt das Buch 4 Sterne. Für Menschen mit Begeisterung für historische Anklänge und Tiefe, psychologische Reflexionen ist dieses Buch sehr empfehlenswert.
LeserInnen dieses Buches mochten auch:
Adalyn Grace
Fantasy & Science Fiction, Liebesromane