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Buchcover für Das Ende vom Lied

Das Ende vom Lied

Roman | »Das Ende vom Lied“ ist für mich wirklich eine literarische Offenbarung.« Denis Scheck

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Erscheinungstermin 14.02.2026 | Archivierungsdatum 06.03.2026


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Zum Inhalt

Fremde Welt Westberlin – und die Sehnsucht nach der Liebe und dem Leben

»Ich glaube, es wird hohe Zeit, dass wir Michael Wildenhain als Chronisten dieser Stadt so nennen, wie wir E.L. Doctorow oder DonDelillo als Chronisten von New York nennen. Das ist für mich wirklich eine literarische Offenbarung.« Denis Scheck

Mit 13 Jahren ist der Junge in diesem Alter: Das Leben hängt schief in den Angeln, der Alltag gerät zum Schwelbrand, die erste Liebe überwältigt ihn und lässt die Tage beben. 1969 steht die Zeit in Westberlin vielerorts noch still, und doch ändert sich für den Jungen alles. Von dieser Zerrissenheit erzählt Michael Wildenhain in seinem Roman so virtuos und episch, wie es nur einer kann, der dabei war.  

Weil der Vater eine neue Stelle antritt, muss auch der Sohn in die Belziger Straße ziehen, in eine Atmosphäre der Wut gegen die ganze Welt. Hier droht die von den Traumata des Krieges geprägte Familie – der versehrte Vater, die gezeichnete Mutter – zu zerfallen; dort lockt die Wirklichkeit der Straße, brutal und zärtlich, derb und schön, die den Jungen in eine Entscheidung von beträchtlicher Tragweite treibt. Was zählt: die Nähe zu Körschi, Bandenchef und bester Boxer der Belziger. Und Alina, die Angebetete, die Körschi als sein Eigentum betrachtet und von der der Junge dennoch nicht lassen kann. Manchmal, das erfährt er, musst du etwas riskieren, selten sogar das Leben.  »Das Ende vom Lied« erzählt von einem Westberlin jenseits der 68er Ereignisse, einer Stadt, wie es sie nie wieder geben wird, vom unstillbaren Durst nach der ungezähmten Realität und vom Licht, in dem wir träumen. 

Fremde Welt Westberlin – und die Sehnsucht nach der Liebe und dem Leben

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Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608989212
PREIS 26,00 € (EUR)
SEITEN 416

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Das von Besatzungsmächten dominierte Berlin des Jahres 1969 wird für Michael Wildenhains namenlosen Icherzähler eine turbulente Reihung von Umbrüchen bereithalten. Sein kriegsversehrter Vater nimmt einen beruflichen Abstieg und einen Umzug aus dem vertrauten Charlottenburg in Kauf, um der Familie eine größere städtische Wohnung zu beschaffen. Als Verächter der DGB-Gewerkschaften hatte er - ahnungslos - nicht realisiert, dass die Straßenbahn zugunsten des PKW-Verkehrs zurückgebaut werden und sein Arbeitsplatz im Depot bald überflüssig sein würde.

Der Dreizehnjährige sollte theoretisch die Wochen bis zu den Osterferien noch in einer ihm fremden Grundschule verbringen, ehe er zum Schuljahresbeginn nach Ostern in der 7. Klasse eines Gymnasiums neu beginnt. Da westdeutsche Schüler in einigen Bundeländern vor 1972 nach einer vierjährigen Grundschulzeit mit circa 10 Jahren in weiterführende Schulen wechseln konnten, musste ich zunächst häppchenwiese die Schulkarriere des Protagonisten nachvollziehen, der spät eingeschult wurde und nach der 6-jährigen Berliner Grundschule mit 13 in die 7. Klasse aufgenommen wird. Die überraschend freie Zeit bis zum Schulbeginn konfrontiert „den Jungen“ mit der Kriegsverletzung seines Vaters, sowie dessen Begeisterung für das Boxen und eine komplexe Einstellung zum Kalten Krieg. Der Vater vertritt eine sehr persönliche Hierarchie, in der Ost und West ihren festen Platz ebenso zugewiesen bekommen wie polnische Klänge von Familiennamen. Warum sollte z. B. Leschkowiak mehr Wert sein als Buschkowski?

Mit seiner schwangeren Mutter wirkt der Junge verknüpft durch die magische 13, da sie seit der „Befreiung“ 1945 durch die Russische Armee als Dreizehnjährige bis heute traumatisiert blieb. Der Junge genießt in der politischen Situation der geteilten Stadt für einen Dreizehnjährigen bemerkenswerte Freiräume vor einer Kulisse von Ruinen. Seine Erkundung reicht vom heimlichen Boxtraining, mit dem er doch noch die Träume seines Vaters lebt, über konkurrierende Jugendbanden, die erste Schwärmerei für eine Gleichaltrige bis zu einem heruntergekommen wirkenden Mann, der seine Mutter offenbar seit Jahren kennt. In einem Umfeld aus nur teilweise bewohnbaren zerbombten Häusern und Kellergängen, die ganze Karrees von Mietshäusern unterirdisch verbinden, gerät der Dreizehnjährige in gefährliche Abenteuer, deren Verbindung zu aktuellen politischen Ereignissen er nicht ahnen kann.

Fazit
Im „Kalten Krieg“ der deutschen Teilung waren die Beziehungen zwischen Westdeutschland, DDR, Ost- und West-Berlin eine Wissenschaft für sich, für die man die Begriffe Zwangsumtausch, Transitstrecke, Schikane, Aluchips, Reisepass und amtliche Desinfektion gebrauchter Kleidung beherrschen musste. In authentischer Sprache erzählt hier ein 1958 geborener Autor die Erlebnisse eines Protagonisten Jahrgang 1956 im Jahr der Mondlandung 1969. Die Verbindung aus Coming-of-Age, komplexer Vater-Sohn-Beziehung, Sport, Arbeitswelt, bröckelnden Lost Places, Kriegstraumatisierung und aktuellen politischen Ereignissen finde ich so komplex wie außerordentlich gelungen. Wer noch irgendeinen Koffer in Berlin hat, sollte hier zugreifen.

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Wenn das Erwachsenwerden früh beginnt
Westberlin 1969 aus Sicht eines Jungen, der zwischen Straße, Familie und ersten Gefühlen seinen eigenen Weg sucht.

Ein dreizehnjähriger Junge steht zwischen Kindheit und einer Welt, die ihn viel zu früh erwachsen macht. Westberlin im Jahr 1969 wirkt rau und eng, und doch liegt in jeder Straßenecke ein Versprechen von Freiheit. In der Belziger Straße lernt er schnell, dass Zugehörigkeit Schutz bedeutet und Liebe ein Wagnis sein kann.
Der Umzug in die neue Wohnung bringt keine Erleichterung. In den Zimmern liegt eine Schwere. Der Vater ist vom Krieg gezeichnet. Die Mutter wirkt müde und oft abwesend. Zwischen den Eltern steht vieles unausgesprochen im Raum. Der Junge spürt, dass zu Hause etwas zerbricht.
Draußen auf der Straße ist alles direkter. Dort gelten klare Regeln. Wer stark ist, wird respektiert. Die Nähe zu Körschi gibt ihm Halt. Gleichzeitig fühlt er sich zu Alina hingezogen. Diese ersten Gefühle sind neu und verwirrend. Man merkt, dass diese Zeit ihn verändert.
Der Roman zeigt ein Westberlin, das hart wirkt und zugleich lebendig ist. Straßen, Hinterhöfe und Wohnungen werden so beschrieben, dass sie greifbar werden. Nichts wird beschönigt. Es gibt Gewalt, aber auch Nähe. Beides steht dicht nebeneinander.
Die Geschichte bleibt nah bei dem Jungen. Vieles erklärt sich aus dem, was er erlebt. Dadurch wirkt alles echt. Die Spannung entsteht nicht nur durch das, was passiert, sondern durch das, was er entscheiden muss. Es geht darum, dazuzugehören und nicht allein zu sein.
Der Roman bleibt ehrlich und klar. Er zeigt ein Westberlin, das eng und rau ist und doch voller Leben steckt. Große Worte braucht es dafür nicht. Die Zeit wird nicht verklärt, sondern so gezeigt, wie sie für den Jungen war.
Seine Unsicherheit, sein Wunsch dazuzugehören und seine ersten starken Gefühle stehen im Mittelpunkt. Die Spannungen in der Familie, die Nähe zu Körschi und die Beziehung zu Alina führen Schritt für Schritt zu einer Entscheidung, die Folgen hat.
Am Ende bleibt das Bild einer Jugend, die früh Verantwortung tragen muss. Die Geschichte zeigt sich vor allem durch das, was der Junge erlebt und fühlt.
Mein Fazit:
Eine eindringliche Geschichte, die von einem Jungen im Westberlin der späten 60er Jahre erzählt. Wer klare, ehrliche und unaufgeregte Romane über das Erwachsenwerden mag, wird dieses Buch gern lesen. Die Geschichte bleibt im Gedächtnis und fühlt sich sehr nah und echt an.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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1969 steht die Zeit in Westberlin vielerorts noch still, und doch ändert sich für den 13 Jahre alten Junge alles. Von dieser Zerrissenheit erzählt Michael Wildenhain in diesem Roman, wie es nur einer kann, der dabei war. Dieses Buch hat mich auf eine Weise berührt, die ich kaum erwartet hatte. Als Leser fühlt es sich an wie ein Blick zurück in eine Welt, die zugleich fremd und seltsam vertraut ist. Mittendrin ein 13-jähriger Junge, der spürt, wie das Leben plötzlich aus allen Fugen gerät. Seine Unsicherheit, seine Wut, seine erste Liebe all das hat mich unmittelbar erreicht, weil es so ehrlich, so ungeschönt erzählt ist. Mich hat besonders bewegt die Atmosphäre in der Belziger Strasse. Eine Familie, die vom Krieg gezeichnet ist, ein Vater, der mehr schweigt als spricht, eine Mutter, die kaum noch Kraft hat. Diese Schwere legt sich über alles, und doch bricht immer wieder ein zartes Licht durch in den Blicken auf Alina, in den Momenten, in denen der Junge spürt, dass er mehr will als nur zu funktionieren. Die Strasse selbst wird zur zweiten Schule, brutal, verführerisch, voller Regeln, die niemand erklärt. Körschi, der Bandenchef, ist für den Jungen zugleich Bedrohung und Orientierung. Dass er sich ausgerechnet in Alina verliebt, die Körschi für sich beansprucht, macht seine innere Zerrissenheit fast körperlich spürbar. Michael Wildenhain schreibt mit einer epischen Ruhe, die dennoch brennt. Für mich ein stilles, kraftvolles Buch, das lange nachhallt. Sehr lesenswert.

4 stars
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