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Das Deutsche Demokratische Reich

Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört | SPIEGEL-Bestseller

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Erscheinungstermin 15.02.2025 | Archivierungsdatum 27.04.2025


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Zum Inhalt

Ein wegweisendes und dringend erforderliches Buch für alle Demokraten

100 Beste Bücher des Jahres der ZEIT

Platz 1 Sachbuchbestenliste Deutschlandfunk Kultur

In seinem hochaktuellen Buch bietet Volker Weiß eine tiefgehende und historisch fundierte Zeitdiagnose zur AfD und der extremen Rechten. Scharfsinnig enthüllt er, wie die extreme Rechte von dem Ziel getrieben ist, den westlichen Liberalismus zu überwinden und eine alternative Geschichtsdeutung durchzusetzen. Mit neuen beeindruckenden Details und einer Analyse der rechten Gegenerzählungen seziert der Autor die neurechte Szene.

Die extreme Rechte spricht von einem geistigen Bürgerkrieg, der in Deutschland tobe – und den sie gleichzeitig anheizt. In diesem Kampf geht es um nichts weniger als um die Deutungshoheit über Geschichte und Gegenwart, um Deutschland aus dem Westen herauszulösen. Die widersprüchlichen, verklärenden und oft schrillen Geschichtskonstruktionen der extremen Rechten weisen auf ein Ziel: ein »Deutsches Demokratisches Reich« als Synthese aus den autoritären Systemen der deutschen Vergangenheit. Mit seinem Buch knüpft Volker Weiß an seinen Bestseller »Die autoritäre Revolte« an und analysiert diese neuen Methoden der kulturellen Kriegsführung vor allem in den Feldern der Geschichts- und Geopolitik. Rechtzeitig zur anstehenden Bundestagswahl zeigt der Historiker die aktuelle Entwicklung des neuen rechten Denkens auf. Die wichtigsten Strömungen und Akteure werden hierbei untersucht, und immer wieder weitet der Autor den Blick hin auf vergleichbare Aktionen der rechten Milieus in Russland und den USA. Eine kluge wie schonungslose Darstellung der strategischen Umdeutung unserer Geschichte und der gezielten Zerstörung demokratischer Werte durch die extreme Rechte.

Ein wegweisendes und dringend erforderliches Buch für alle Demokraten

100 Beste Bücher des Jahres der ZEIT

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Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608966671
PREIS 25,00 € (EUR)
SEITEN 288

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Der Autor liefert hier einen, meiner Meinung nach, wichtigen Beitrag, indem er die theoretischen Muster hinter den politischen und meinungsbildenden Arbeiten der neuen Rechten aufzeigt und so Mittel an die Hand gibt, diese auch zu entlarven.
Mit vielen aktuellen Beispielen und einem ausführlichen Quellenverzeichnis versucht er dieses Thema vielen Menschen nahe zu bringen und so die Menschen für diese Muster zu sensibilisieren.
Einen kleinen Kritikpunkt sehe ich in der Verklausulierung der Sprache, die einige Sätze doch recht schwer verständlich werden lässt und so vielleicht auch einige Leser aussteigen.

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Eine Bevölkerung, die von der Heterosexualität abfällt? Migranten als Zwangsarbeiter? Tillschneider ruft in ein Mikrofon „Gott schütze die AfD“. Er bemängelt ebenfalls die Eröffnungsfeier von Olympia 2024 in Frankreich. Lobt aber diese wunderschönen Körper junger Männer und Frauen bei der Feier in Sotschi 2014. Was geht in den Köpfen von Männern und Frauen vor, die solche Aussagen vor Publikum treffen?

Klar ist doch, dass Fluchtbewegungen in Richtung Deutschland von Russland hervorgerufen wurden. Oder gibt es sie nicht, diese vielen Menschen, die sich vor den Bomben in Syrien und der Ukraine auf den Weg machten? Die Partei der Grünen trieben eine erforderliche Energiewende voran und wollten bald auf fossile Brennstoffe verzichten. Ist es überraschend, dass der Hass gegen diese Partei mit Wucht verbreitet wurde? Mit Falschmeldungen aus Russland? Ist es doch ein Land in dem Gas und Öl nur so sprudeln?

Und dann gab es noch eine Aussage von Franz-Josef Strauß. Meinte er doch tatsächlich, dass Hitler und Goebbels Marxisten waren. Nein, das sagte er nicht während der Herrschaft Hitlers und seiner Mannen. Das Zitat von ihm stammt aus dem Jahr 1980. Als er gegen Helmut Schmidt antrat. Wie gut, dass er den Wettstreit um das Kanzleramt verlor.

Diese und etliche weitere Fakten sind nachzulesen in dem Buch #DasDeutscheDemokratischeReich von Volker Weiß. Es liest sich sehr gut und kommt ohne ein Zuviel an Fremdwörtern aus. Jedes Kapitel ist mit einer Überschrift versehen. Auf den Seiten gibt es Zahlen. Zu jeder Ziffer gibt es im Anhang Nachweise und Belege zu den einzelnen Aussagen. Ein Buch, das ich gerne las und ohne Abstriche empfehle. #NetGalleyDE

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Vielen Dank für das Rezensionsexemplar! Klare Sprache, eine irre Fülle an Informationen, die kaum ohne entsprechendes Vorwissen zu erfassen ist - und selbst dann verirrte ich mich allzu oft im "wer war das jetzt noch mal?". Das Buch trägt keine Schuld, es ist ein fantastischer, tiefgehender Einblick in die Europäische Rechte und deren Ziele, aber vermutlich habe ich versucht, allzu oft einen Sinn hinter dem zu erkennen, wie Rechte sich die Wahrheit zurechtbiegen, damit sie zu ihrem Weltbild passt. Insofern bietet dieses Buch tiefe Erkenntnisse. Sehr wichtig und lesenswert!

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Volker Weiß hat mit "Das Deutsche Demokratische Reich" ein Werk geschaffen, das sowohl hochaktuell als auch von großer Bedeutung für alle Demokraten ist. Seine tiefgehende und historisch fundierte Analyse der AfD und der extremen Rechten beeindruckt durch großen Kenntnisreichtum und Differenziertheit.

Besonders aufschlussreich ist die Auseinandersetzung mit dem vermeintlichen "Sozialismus" der Nazis. Weiß enthüllt, wie die extreme Rechte den westlichen Liberalismus überwinden und eine alternative Geschichtsdeutung durchsetzen will. Seine scharfsinnige Analyse der rechten Gegenerzählungen zeigt die aktuellen Entwicklungen des neuen rechten Denkens auf.

Dieses Buch bietet eine dringend erforderliche Zeitdiagnose und regt sowohl zum Nachdenken als auch zur Diskussion an. Ein unverzichtbares Werk für alle, die sich mit der extremen Rechten und ihrer Ideologie auseinandersetzen möchten.

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Ein wichtiges Buch mit aktuelleren Themen denn je, leider fand ich es nur ein wenig zu zäh geschrieben. Der Lesefluss geht leicht verloren

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Wenige Bücher sind momentan so aktuell wie Volker Weiß' "Das Deutsche Demokratische Reich - Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört".

Volker Weiß analysiert und zeigt den Leser*innen anhand einiger exemplarischer Beispiele auf, wie die extreme Rechte Geschichte umdeutet.

Zunächst widmet sich Weiß dem Verhältnis der Rechtsextremisten zu Russland. Einerseits galt Russland lange als der "natürliche Feind" der extremen Rechten, die sich nach wie vor einen Sieg über Russland erhofft. Gleichzeitig bewundert die extreme Rechte das autoritär geführte Russland und sieht in ihm ein letztes Bollwerk und einen Verbündeten gegen den von ihr verhassten liberal-dekadenten und verweichlichten Westen. Die Hinwendung zu Putins Russland wird dank dessen Unterstützung extremistischer Organisationen und Parteien in Europa erleichtert.

Entsprechend ambivalent ist auch der Umgang der Rechten in Bezug auf den Ukraine-Krieg. Die einen sehen die Möglichkeit gekommen, endlich Russland zu besiegen, die andere Fraktion wiederum sieht die Ukraine auf dem Weg zu einem westlich-liberalen und somit falschen Weg und unterstützt Russland.

Ausführlich widmet sich Weiß auch der Umdeutung des Nationalsozialismus durch die extreme Rechte. Exemplarisch geht Weiß auf die Behauptung ein, die Nationalsozialisten seien eigentlich Linke gewesen. Weiß hat sich die Mühe gemacht und tief gegraben, um die vermeintliche Quelle aufzutun. Er arbeitet sehr anschaulich heraus, warum erstens die Quellenangabe falsch ist und zweitens die Bezeichnung der Nationalsozialisten als angebliche Linke komplett falsch ist. Falls also jemand mal Munition gegen diese steile Behauptung benötigt, lohnt ich schon allein deswegen der Kauf des Buches.

Sehr faszinierend ist auch der Abschnitt, in dem Weiß die Haltung der extremen Rechten zur DDR im Besonderen und Ostdeutschlands im Allgemeinen analysiert. Hier wird besonders deutlich, dass sie sich die Geschichte gerne so zurechtbiegt, wie es ihr gerade passt. Einerseits ist die DDR dank der Mauer sozusagen ein Hort reiner Deutscher, Ostdeutschland ein Sehnsuchtsort, weil nicht vom Westen und insbesondere den USA infiltriert, andererseits aber wird - hier ist die extreme Rechte ausgesprochen flexibel - die DDR gerne herabwürdigend genutzt, um zum Beispiel Angela Merkel als SED-Schergin zu diskreditieren.

Volker Weiß hat nicht den Anspruch zu erklären, warum die extreme Rechte dermaßen erfolgreich ist; das hätte wahrscheinlich den Rahmen des Buches gesprengt. Ansätze gibt es zwar, aber der Autor bleibt im Wesentlichen bei der Analyse der Geschichtsumschreibungen der extremen Rechten und deren Einordnung. Er zeigt die Widersprüche auf und auch, wie opportunistisch die extreme Rechte vorgeht, um (mehr) Macht zu erlangen.

Alles in allem ist "Das Deutsche Demokratische Reich" ein sehr lesenswertes Buch, das fundiert darlegt, warum und wie die extreme Rechte Geschichte umschreibt bzw. umzuschreiben versucht.

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Das Buch ist- ebenso wie die "Äutoritäre Revolte"- hervorragend recherchiert, sämtliche zitierten Artikel belegt und Volker Weiß geht auf die unterschiedlichsten Geschichtsfälschungen und umgedeuteten Formulierungen ein.
Sprachlich ist es für mich sehr langatmigbund es fehlt eine Zeitlinie. Außerdem wird einiges aus dem ersten Buch wiederholt. Vieĺ lieber hätte ich mehr über Akteure der Gegenwart gelesen

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In vielem hat das Buch meinen Blick weiten können. Volker Weiß schaut sich auch die internationalen Einflüsse auf die rechte Politik an. Für mich fand ich seine umfangreichen Ausführungen zu Aussagen der Rechten zum Thema NSDAP und Sozialismus interessant, Speziell zuletzt von Alice Weidel,die NSDAP sei eine sozialistische und bzw. sogar kommunistische Bewegung gewesen. "Damals, während des Dritten Reiches, gab es die Nationalsozialisten, und wie das Wort schon sagt, waren sie Sozialisten." sagte Frau Weidel im Januar bei einem Gespräch mit Elon Musk.
Gutes Buch mit fundiertem Wissen geschrieben.

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Wichtige Lektüre, um die geschichtliche Taschenspielertricks der Rechten zu verstehen. Es steht viel auf dem Spiel.
Seziert geschichtliche Taschenspielertricks der Rechten
Ihr habt euch schon mal gefragt, warum rechte Akteur*innen, dass DDR-Lied „Kleine weiße Friedenstaube“ genauso in ihren Kanon aufnehmen, wie NS-Entschuldungsstrategien und Russland-Verherrlichungen? Volker Weiß taucht tief ein in rechte Geschichtsnarrative und Begriffe analysiert scharfsinnig, ja seziert gar, welche Verrenkungen begangen werden, damit sie Anschluss an andere Denktraditionen nehmen.

Weiß benutzt bei der Analyse einer russischen Regierungssprecherin den Begriff „Crossover“, der generell sehr gut passt. Er analysiert hier noch länger, aber ich zeige das mal beispielhaft, weil seine Methode durchaus hilft, auch selbst solche Narrative besser zu hinterfragen, die argumentativ in jeweils ganz andere Richtungen gehen.

„Das wilde Crossover, in dem sich mit diesen Statements reaktionäre und scheinbar fortschrittliche Elemente vermischen, ist erstaunlich. Das Motiv des dekadenten Westens (…) ist von einem deutlichen Kulturpessimismus im Stil der 20er Jahre getragen. Die vorgebliche Parteinahme für ausgebeutete Migrantinnen und Migranten und der Bezug zur NS-Zwangsarbeit schlagen hingegen einen Menschenrechts- und Gewerkschaftston an.“
Die Strategie der freien Interpretation ist nicht neu: Schon die NSDAP deutete den Begriff des „Sozialismus“ um, weil man als Massenbewegung die Arbeiter*innenschaft nicht ausschließen konnte. Weiß zeichnet die Geschichte der Umdeutung nach und begibt sich dafür auch auf Spurensuche, wo ein Zitat, das in der Geschichtsklittung Goebbels zugeschrieben wird, tatsächlich herkommt.

Ich fand es durchaus packend und spannend – wenn auch gruselig – zu lesen, welche Taschenspielertricks und Verrenkungen angewendet werden, um heutiges rechtes Gedankengut angesichts der Geschichte in einem positiven Licht erscheinen zu lassen. Dabei kam in der Szene durchaus nach dem eskalierten Krieg gegen die Ukraine im Februar 2022 durchaus auch Verwirrung auf: Zu Putin halten, der sich als Kämpfer gegen „woken“ Mainstream und transatlantische NATO aufspielt? Oder für nationalistische Bewegungen? Weitgehend setzte sich ein pro-russischer Kurs durch, aber dennoch bleibt an vielen Stellen eine so große Flexibilität, dass man eben gleichzeitig an den NS und an die DDR-Nostalgie anschlussfähig bleibt. Dafür werden Begriffe umgedeutet und dafür Strategien genutzt, die ursprünglich von Linken für emanzipatorische Zwecke genutzt werden.

Auch, wenn ich mich mit rechten Strategien immer mal wieder beschäftigt habe, fand ich dieses Buch sehr hilfreich, weil Weiß hier stark in die Denk- und Propagandastrukturen einführt. Leider ist diese Beschäftigung mehr als notwendig und oftmals scheitern auch etablierte Medien daran, diese Narrative nicht einfach zu übernehmen, bei Putin ebenso wie bei AfD-Politiker*innen. Dabei steht einiges auf dem Spiel, wie Weiß am Ende seines Buches noch einmal betont:

„Mittlerweile steht in der Gegenwart viel auf dem Spiel, weshalb dieser »Krieg« um die Vergangenheit mit großer Intensität geführt wird. Dieses Buch soll dazu beitragen, seine Mechanismen zu durchschauen und eine seiner wirkungsvollsten Waffen zu entschärfen.“
Bei aller Begeisterung für das Buch, die Lektüre erfordert doch einiges an Konzentration. Das liegt nicht nur daran, dass Akteur*innen der rechten Szene aus mehr als 150 Jahren vorkommen. Die komplexe Inhalte präsentiert Weiß in sehr langen Sätzen und mit einigem an Fremd- und Fachwörtern, die nicht immer nötig gewesen wären (finde ich zumindest). Von einer „Messalliance“ habe ich hier vorher vielleicht nur ein einziges Mal in meinem Leben gelesen. Ich hoffe wirklich, dass sich Menschen ohne akademischen Hintergrund hier nicht abschrecken lassen, weil dieses Buch ist wirklich wichtig. Hier war ich wirklich froh, dass ich sowohl Buch wie Hörbuch zur Verfügung hatte, weil ich mich manchmal besser auf das Hörbuch und manchmal besser auf den Text konzentrieren konnte.

Heiko Grauels Stimme kennt ihr vermutlich auch, u.a. aus ZDF-Dokus. Grauel liest das Hörbuch auf seine nüchterne und doch eindringliche Art, das fand ich besonders hilfreich, wenn mir die rechten Tatsachenverdrehungen Knoten ins Gehirn machten. Das Buch löst diese Knoten dann aber wieder schnell auf.

Dieses Buch empfehle ich wirklich sehr. Da es aber sprachlich keine einfache Lektüre ist, gibt es statt den vollen 5 hier 4 Sterne.



PS: Zur weiteren Lektüre empfehle ich „Pop-Up-Propaganda – Epikrise der russischen Selbstvergiftung“ von Irina Rastorgueva, das dieses Buch wirklich gut ergänzt. Viele Strategien sind identisch bzw. ähnlich. In einer Diktatur wie in Russland kann vieles noch auf die Spitze getrieben werden.

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Schon das Inhaltsverzeichnis verrät die Komplexität des Themas:

Brücken im Ukraine-Krieg

Die deutsche Rechte im Ost-Dilemma

Alte Landkarten

Klasse statt "Rasse". Versuche zur Umdeutung des Nationalsozialismus

Das "Deutsche Demokratische Reich" als antikommunistische DDR-Nostalgie

Der Autor hat sich mit detektivischer Akribie daran gemacht, Hintergründe und Verläufe zu recherchieren. Zusammengefasst ist das sehr viel Information, die man ohne eigenes Hintergrundwissen manchmal schwer versteht. Doch es lohnt sich, manchen Abschnitt zweimal zu lesen. Denn man glaubt es kaum, dass Menschen sich Geschichte willkürlich ausdenken, verschieben und verdrehen, wie es ihnen in den Kram passt. Das passiert nicht erst seit kurzer Zeit. Schon lange rücken sich Politiker und rechte Kräfte Grenzlinien in Ländern aber auch in der Sprache zurecht.

Dass sich Geschichte, und zwar die reale Geschichte, leider in vielen Teilen wiederholt, ist in mehreren Kapiteln zu lesen. Manchmal sind es kleine Details, oft Worte und Aussagen und dann auch Taten, die darauf hinweisen. All das macht Angst und erschüttert. Lösungen gibt es offenbar keine. Denn Menschen lassen sich verführen und lenken, wenn sie selbst nicht genug Resilienz und Kraft haben, um der Realität ins Auge zu schauen oder sie einfach nur profitieren wollen.

Fazit: Dieses Buch ist schwer zu lesen. Nicht nur, weil es so vollgepackt ist mit Informationen, sondern auch weil die Inhalte so erschreckend sind.

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Volker Weiß' *Das Deutsche Demokratische Reich* ist eine scharfsinnige Analyse der Strategien, mit denen die extreme Rechte versucht, Geschichte umzudeuten und die Demokratie zu untergraben. Der Historiker zeigt auf, wie rechte Akteure widersprüchliche und oft verklärende Geschichtskonstruktionen nutzen, um ein autoritäres Gegenmodell zum westlichen Liberalismus zu propagieren. Besonders eindrucksvoll ist Weiß' Darstellung der kulturellen Kriegsführung, bei der Begriffe und Narrative gezielt manipuliert werden, um die Deutungshoheit über Vergangenheit und Gegenwart zu erlangen. Das Buch ist eine wichtige Lektüre für alle, die die ideologischen Hintergründe und Ziele der Neuen Rechten verstehen möchten.

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Eine dichte, kenntnisreiche Analyse rechtsextremer Bemühungen, Geschichte und Sprache umzudeuten. Wie sehr diese Umdeutungen unsere Debatten und das gesellschaftliche Klima beeinflussen, lässt sich in den letzten Jahren gut beobachten. Umso entscheidender ist es deshalb, die angewandten Strategien zu kennen, mit denen Rechtsextreme versuchen, die Grenzen des Sag- und Denkbaren zu verschieben. „Das deutsche demokratische Reich“ liefert einen unverzichtbaren Beitrag dazu!

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Ein anspruchsvolles, aber hochaktuelles Sachbuch über den Umgang mit Geschichte in der politischen Kommunikation. Der Autor zeigt, wie rechte Akteure historische Narrative gezielt umdeuten, um Deutungshoheit zu gewinnen. Obwohl einige Begriffe komplex und nicht ohne Vorkenntnisse verständlich sind, bietet das Buch viele Denkanstöße. Für politisch und historisch Interessierte absolut lesenswert – allerdings mit dem Hinweis: Man sollte sich Zeit für die Lektüre nehmen.

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Volker Weiß analysiert in diesem prägnanten Sachbuch, wie die extreme Rechte historische Narrative umdeutet, um ihre politischen Ziele zu legitimieren. Er beleuchtet, wie Begriffe wie „Nation“ und „Demokratie“ von rechten Akteuren instrumentalisiert werden, um autoritäre Ideologien zu stützen. Besonders eindrucksvoll ist die Entlarvung vermeintlicher Zitate, wie das fälschlich Goebbels zugeschriebene Statement, das die NSDAP als „deutsche Linke“ darstellt.  
Ein scharfsinniger Beitrag zur aktuellen Debatte über Geschichtspolitik und Demokratie.

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Eine scharfsinnige und detaillierte Analyse der rechten Szene, ihrer Quellen und ihres verdrehten Weltbildes. Pflichtlektüre, vor allem für die, die meinen, es ist doch alles nicht so schlimm.

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Das Buch macht deutlich, wie die extreme Rechte die Geschichte und Demokratie zerstört, in dem die Fakten zu falschen Zwecken umgeschrieben werden.

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Volker Weiß ist Historiker und befasst sich seit mittlerweile um die 20 Jahren mit der extremen Rechten. Sein 2017 erschienenes „Die autoritäre Revolte“ empfehle ich regelmäßig, es ist mittlerweile ein Standardwerk zur sogenannten „Neuen Rechten“. Nun hat er nachgelegt und knüpft mit „Das Deutsche Demokratische Reich“ (Rezensionsexemplar) auch an Inhalte an, die er schon 2017 aufwirft. Was ich, als ich „Die autoritäre Revolte“ um 2019 rum gelesen habe darin schon spannend fand, war nämlich die scheinbare Kehrtwende, mit der sich die deutschsprachige extreme Rechte seit einigen Jahren positiv auf Russland bezieht, obwohl doch gleichzeitig die Sowjetunion und der mit ihr verbundene Kommunismus das Feindbild Nummer 1 waren. Und genau diese extrem rechte Nähe zu Russland bildet nun einen der zentralen Inhalte des neuen Buchs und wird von Weiß insgesamt in die extrem rechte Strategie der Geschichts-Umschreibung eingebettet.

Weiß steigt ein mit der Nähe einiger AfD-PolitikerInnen zu Russland und arbeitet akribisch heraus, wie das Russland unter Putin mit seinem autoritären anti-queeren und antiwestlichen Kurs zu einem Sehnsuchtsort der deutschen radikalen Rechten wurde. Die Verbindung zur Geschichtspolitik ergibt sich dadurch, dass auch Putin selbst massive Geschichtsumdeutung betreibt, um „imperiale Sowjet-Nostalgie, Antikommunismus und monarchisch-nationalistische Traditionsbestände“ (S.25) zu verbinden und damit ganz explizit Verbündete im Ausland für seine Sache zu gewinnen. In diesem Zug ist es Putin sogar gelungen, die UdSSR von ihrem zumindest auf Papier antifaschistischen und linken Erbe zu befreien und den antiwestlichen Imperialismus als gemeinsame Identifikationsfläche zu betonen. Aber, auch das hat Weiß schon früher betont: Natürlich ist die Sache so eindimensional nicht. Denn nicht die gesamte extreme Rechte steht auf Seiten Russlands und diejenigen, die in altbewährter Tradition in Russland die „gelbe Gefahr“ sehen, versuchen teilweise, sich ukrainischen Ultranationalisten anzudienen.

Insgesamt ist die extreme Rechte, das macht Weiß deutlich, extrem hin- und hergerissen, auf wessen Seite man sich denn jetzt bitte schlagen sollte und betrachtet das alles natürlich trotzdem vor allem aus einer nationalistischen Perspektive mit Fokus auf den vermeintlich größten Nutzen für ihre Version eines künftigen Deutschlands. Und der bisherige Ausweg, im Zweifel antiamerikanisch (und unterfüttert von Antisemitismus) den USA die Schuld zu geben, ist angesichts des aktuellen Kurses der Trump-Regierung spannend. Denn wenn es ja am Ende der deutschsprachigen extremen Rechten vor allem um eine deutsche Wiedergeburt geht, die USA aber nicht mehr so ohne Weiteres zum Feindbild taugen, wird es sicher interessant werden zu sehen, wie sich hier künftig weiter ausgerichtet wird. Und was dabei in jedem Fall weiter eine Rolle spielen wird, ist die instrumentelle Bezugnahme auf Geschichte, durch die bestimmte Elemente herausgegriffen und zu einer zur jeweiligen Strategie passenden Tradition zusammengeschustert werden.

Das Verhältnis zu Russland ist nicht das einzige Feld, auf dem dies zu beobachten ist – weshalb Weiß die zweite Hälfte des Buchs extrem rechten Umdeutungen des Nationalsozialismus und antikommunistischen Bezugnahmen auf die DDR widmet. Dabei hat gerade das vierte Kapitel eine hohe Aktualität, denn Weiß dekonstruiert darin die aktuell so oft bemühte rechte Legende, wonach die Nazis eigentlich links gewesen seien. Er verdeutlicht, dass dies mit dem Versuch verbunden ist, sich von diesem belastenden Teil der Geschichte freizusprechen – eine metapolitische Strategie, die die extreme Rechte schon lange für sich nutzt, beispielsweise ja auch, indem sie sich auf Akteure der sogenannten Konservativen Revolution beruft und so tut, als seien diese erbittertste Gegner des NS gewesen. Im Zentrum dieses Buchteils steht bei Weiß das angebliche Goebbels-Zitat, das ich an dieser Stelle nicht wiedergebe. Deutlich macht Weiß aber, dass Goebbels das so nie geschrieben hat und dass auch der eigentliche Urheber dieses Zitats nationalbolschewistisch und antisemitisch argumentierte und den Fokus nicht auf Klassenkampf, sondern die Volksgemeinschaft legte.

Auch sonst bietet das Kapitel viele hilfreiche Einsichten in den „Sozialismus“ des NS und verdeutlicht, dass „links“ als Beschreibung hier sicher nicht passt. Was ich mir an dieser Stelle noch gewünscht hätte, was aber vielleicht auch den Rahmen sprengt, wäre ggf. doch noch etwas mehr Befassung mit Querfrontphänomenen einerseits und mit dem Begriff des Nationalsozialen andererseits. Ersteres, weil ich durchaus denke, dass man gerade im Nationalbolschewismus gerade die Art eines „dritten Weges“ oder einer Synthese von Nationalismus und Sozialismus erkennen kann, die den Faschismus auch für Arbeiter*innen so attraktiv gemacht hat und über eine bloße Instrumentalisierung des Sozialismusbegriffs hinausgeht. Auch wenn ich selbst keine Lösung dafür hätte, wie man das tatsächlich angemessen differenziert in einem so schmalen Buch behandeln kann, ohne umgekehrt in der Totalitarismustheorie zu landen. Und zweiteres, weil die Idee des National-Sozialen nicht erst aus den 1930ern stammt, sondern schon in den Ideen von 1914 und früher anklingt. Aber auch da, das ist vielleicht doch etwas zu nischig für ein Buch, das bei Klett-Cotta erscheint und für ein Nicht-Fachpublikum verständlich bleiben soll.


Und außerdem ist es ja auch das Anliegen des Buchs, neuere Entwicklungen mit einzubeziehen und dazu ist dann v.a. das letzte inhaltliche Kapitel nochmal sehr spannend. Darin geht es nämlich um die nur scheinbar widersprüchliche Tatsache, dass die DDR von der extremen Rechten zunehmend positiv besetzt wird. Das gelingt, indem die in vielen ostdeutschen Regionen noch vorhandene DDR-Nostalgie adressiert wird, dabei aber antikommunistisch ausgefüllt. Soll heißen: Es wird sich vor allem auf die autoritären Elemente bezogen, die in der DDR fortbestehende „preußische Tradition“ hochgehalten und der Ausruf „Wir sind das Volk“ gleichzeitig völkisch interpretiert. Gerade was Antiliberalismus, Ordnung und Tradition angeht, schafft die AfD in den ostdeutschen Bundesländern damit ein Identifikationsangebot, in dem der Osten zur antiwestlichen Marke wird. Die Tradition der zivilgesellschaftlichen Opposition gegen das DDR-Regime wird dann gleichzeitig politisch aufgeladen und wieder völkisch gedeutet.Es findet also eine gleichzeitig positive und negative Bezugnahme auf die DDR statt, die sowohl kulturell als auch politisch ist und genau das macht es, wie Weiß darstellt, so überzeugend. Wenn sich Höcke dann für den Wahlkampf auf der Simson ablichten lässt, verfängt das – ungeachtet dessen, dass er selbst aus Westdeutschland stammt.


„Das Deutsche Demokratische Reich“ ist wie bei Weiß nicht anders zu erwarten ein inhaltlich dichtes, dabei sehr gut verständliches, markig geschriebenes Buch, das ich euch dringend empfehlen möchte. Es gibt keine einfachen Antworten, sondern verbindet die Widerlegung extrem rechter Geschichtsmythen mit einer akribischen Analyse der Gefahren, die von zu eindeutigen Kohärenzerzählungen ausgehen – und zeigt gleichzeitig, dass die scheinbaren Widersprüche in extrem rechten metapolitischen Vorhaben sehr klare strategische und inhaltliche Kohärenzen auch dort haben können, wo man es nicht unbedingt vermutet. Dabei spart Weiß einerseits nicht mit Kritik an einer Linken, die angesichts dieser Allianzen immer noch an einem Russland festhält, das sie mit der gegen den NS kämpfenden Sowjetunion gleichsetzt und andererseits nicht an der Warnung, dass man all diese ideologischen Entwicklungen nicht rein rational begreifen kann, einfach weil Emotionen dabei ebenfalls eine so große Rolle spielen.

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