Die verlorene Zukunft von Pepperharrow

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Erscheinungstermin 14.10.2023 | Archivierungsdatum 18.01.2024

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Zum Inhalt

»Raffiniert, elegant und insgesamt überraschend.« New York Times

»Hellseher haben eine besondere Begabung im Umgang mit der Zeit — daher war es mehr als plausibel, dass Keita Mori ausgerechnet als Uhrmacher tätig war.« Leserinnen und Leser werden in »Die verlorene Zukunft von Pepperharrow« ins Japan der 1880er Jahre entführt, wo der Nationalismus auf dem Vormarsch ist und Geister durch die Straßen streifen.
Fünf Jahre, nachdem sich Thaniel Steepleton und Keita Mori in London kennengelernt haben, reisen sie, ein unscheinbarer Übersetzer, und ein Uhrmacher, der sich an die Zukunft erinnert, nach Japan, denn in Tokio gehen seltsame Dinge vor sich. Während Krieg mit Russland droht, tritt das Personal der britischen Gesandtschaft in den Streik, weil  in ihrem Gebäude Geister ihr Unwesen treiben. Thaniel soll herausfinden, was hinter dem Spuk steckt. Doch dann beginnt er selbst, Geister zu sehen. Mori fürchtet sich, will – oder kann – die Gründe dafür aber nicht nennen. Und dann verschwindet er spurlos. Thaniel ist überzeugt, dass die magischen Dinge, die im ganzen Land vorgehen, etwas mit Moris Verschwinden zu tun haben - und dass Mori in großer Gefahr ist. So wird er mit der erschreckenden Offenbarung konfrontiert, dass die Zeit des Uhrmachers abgelaufen sein könnte.

»Eine romantische, einfallsreiche und wunderbar fesselnde Lektüre.« Sunday Express

»So filigran wie eine Origami-Skulptur.« Spectator

»Entzückend, unerbittlich charmant und tief bewegend. Ein erstaunliches Buch.« Los Angeles Times

»Pulleys komplizierter Plot, die lebendige Kulisse, die faszinierende Magie und das dynamische Ensemble von Charakteren sorgen für eine historische Fantasy, die man nicht aus der Hand legen kann. Neue Leser werden in den Bann gezogen, und Fans der Serie werden von dieser Tour de Force begeistert sein.« Publisher's Weekly

»Raffiniert, elegant und insgesamt überraschend.« New York Times

»Hellseher haben eine besondere Begabung im Umgang mit der Zeit — daher war es mehr als plausibel, dass Keita Mori ausgerechnet als...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608987294
PREIS 26,00 € (EUR)
SEITEN 592

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

DIe verlorene Zukunft von Pepperharrow ist die Fortsetzung des ersten Buches "Der Buchmacher in der Filigree Street", was für mich zuerst nicht offensichtlich war. Man kann das Buch sicher auch einzeln lesen, doch ist es in der richtigen Reihenfolge einfach "runder" und baut aufeinander auf.

Das Buch spielt Ende des 19 Jahrhunderts und Thaniel Steepleton wird nach Tokio entsandt, um Geistervorkomnisse zu untersuchen. Auch der Uhrmacher Keita Mori folgt ihm nach Japan. Doch es sind verrückte Zeiten. Als Mori dann noch verschwindet, steht für Thaniel fest, dass etwas magisches verantwortlich ist.

Ich bin ein großer Fan der Autorin, die auch in diesem Buch mit ihrem Schreibstil überzeugt. Sie hat ein Händchen dafür historischen Ereignissen neue Perspektiven einzuhauchen und neue Bedeutungen zu geben. Die Geschichte ist atmosphärisch beeindruckend und nicht unkompliziert zu verfolgen. Man muss hier also schon aufpassen, um nicht den Faden zu verlieren.
Es gibt Emotionen, Spannung und viele Details, die einen begeistert durch diesen Titel bringen. Für mich absolut lesenswert, wenn man auf runde, detailreiche Stories steht.

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WOW, ich muss erst mal meine Emotionen zügeln. Die Geschichte hat mich bis in die Nacht hinein wach gehalten. Die Autorin erspart ihren Lesenden nichts.

Die Charaktere sind meisterhaft ausgearbeitet. Ich kann ihr Handeln nachvollziehen, auch wenn es fantastisch wird, und eigentlich klärt sich vieles fantastisch scheinendes real auf. Dazu ist die Viktorianische Epoche, mit ihrer ungebrochenen Technikeuphorie in ausgezeichnetes Setting.

Beim Lesen begegnet Mensch den Charakteren aus Natasha Pulleys erstem Buch wieder und verliebt sich neu in sie.

Die Geschichte ist hervorragend recherchiert und passt ausgezeichnet in die Zeit. In einem Nachwort klärt die Autorin noch über reale und fiktive Personen und Ereignisse auf und belegt damit ihre tiefgehenden Kenntnisse.

Ich empfehle dieses Buch allen, die die ausgetretenen Pfade der Fantasy verlassen wollen, um zu neuen Welten aufzubrechen.

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Japan in den 1880ern: Die russische Flotte positioniert sich vor Nagasaki und der neue Premierminister hat eigene Pläne. Für sie braucht er seinen ehemaligen Freund, den Hellseher Keite Mori. So lockt er ihn ins Land, zusammen mit dem Engländer Thaniel Steepelton. Japan ist anders, als Thaniel es sich erwartet hat: Mori scheint sich immer mehr von ihm zurückzuziehen, Geister gehen um und es herrscht eine angespannte Stimmung.

Ich kannte den Vorgängerband nicht, bin aber gut in die Geschichte gekommen. Sie wird aus dem Blickwinkel vieler Protagonisten erzählt – allerdings nie aus Sicht von Mori. Der Hellseher bleibt geheimnisvoll und unergründlich. Welche Pläne hat er wirklich? Was hat er vorausgesehen und wo läuft alles schief? Wie steht er eigentlich zu Thaniel? Als Leser ist man sich da ungewiss. Mori und Thaniel waren in London ein Paar – allerdings unter der gegebenen Geheimhaltung. In Japan muss Thaniel plötzlich erkennen, dass Mori verheiratet ist und immer verwirrter scheint. So zieht sich Thaniel immer mehr von ihm zurück. Mori scheint in ausgeklügelte Pläne verwickelt zu sein. Zum einen bringen ihn seine hellseherischen Fähigkeiten dazu, dass er die Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft gleichzeitig sieht und alles mit einkalkulieren muss. Irgendwie kann man sich schon denken, dass alles so geschieht, weil Mori weitreichende Einflüsse nehmen will. Allerdings deutet immer mehr daraufhin, dass er dafür auch Menschenleben in Kauf nimmt und man sich fragen muss, wie vertrauenswürdig er eigentlich ist. Ihm gegenüber steht der Premierminister, der Wissenschaftler um sich sammelt und mit Moris Frau zusammenarbeitet.

Die Geschichte entführt ins Japan der 1880er. Schon Japan allein schien mir sehr exotisch – der historische Hintergrund machte es noch interessanter. Dafür sorgt auch die Tatsache, dass Besonderheiten der japanischen Sprache und Kultur erklärt werden. Mysteriös sind hingegen die Geister, die sowohl auf Moris Anwesen als auch auf dem Gelände der englischen Botschaft – wo Thaniel arbeitet – auftauchen. Zudem spielt das Wetter verrückt: Die Luft ist vor Elektrizität geladen, Gewitter sind an der Tagesordnung. Es scheint nie gewiss, ob nicht der Vulkan Fuji dahintersteckt und alle in noch größerer Gefahr sind.

Fazit: Die Geschichte zusammenfassend zu erzählen ist gar nicht so einfach – wie Moris Fähigkeiten bleibt hier viel mysteriös und wird erst nach und nach aufgedeckt. Ich jedenfalls mochte das geheimnisvolle. Zudem wartete das Buch mit einigen sehr eigenen und umso interessanten Charakteren auf, die die Geschichte noch mehr aufgewertet haben.

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Auf diese Fortsetzung war ich schon sehr gespannt! Es hat ja leider etwas gedauert (2 Jahre), weshalb ich vom ersten Band nicht mehr allzu viele Details im Gedächtnis hatte. Dadurch hab ich sicher einige Zusammenhänge übersehen, aber dennoch hat mich die Geschichte komplett in den Bann gezogen.

Es ist wirklich sehr schwer zu beschreiben, denn die Autorin hat eine ganz spezielle Art, zu erzählen. Ich kann das selber kaum in Worte fassen, außer dass es mich total fasziniert und eine ganz besondere Atmosphäre schafft!

Wir befinden uns im Jahr 1888. Keita Mori, den wir als "den Uhrmacher" kennen und hellseherische Fähigkeiten hat, ist in politische Interessen verwickelt.
Thaniel, sein Lebensgefährte (mehr oder weniger) kämpft im Fabrik überfluteten London gegen seine Lungenkrankheit.
Auch Grace Carrow ist wieder mit von der Partie, zu ihrer Rolle möchte ich aber nicht spoilern.

Die Ereignisse zwingen Mori und Thaniel nach Tokyo zu reisen. Die ganzen Verwicklungen kommen erst nach und nach ans Licht, bei denen vor allem Moris Talente relevant sind. Während dem Lesen ist man immer wieder am rätseln, wie alles zusammenhängt und wie der große Plan dahinter wohl aussieht.
Vor allem die Forschungen zur Elektrizität, dem Äther und den damit verbundenen plötzlichen Geistererscheinungen fand ich extrem spannend. Die verschiedenen Perspektiven geben immer einen Überblick, halten aber auch vieles zurück, so dass die Spannung für mich konstant gehalten wurde. Nicht mit großen Actionszenen, sondern mit der unterschwelligen Dramatik, die immer zwischen den Zeilen mitschwingt.

Die Beziehung zwischen Thaniel und Mori war ja von Anfang an sehr undurchschaubar. Ich fand es hier wieder so schön, dass die Liebesgeschichte zwar vorhanden war, aber nicht aufdringlich sondern in kleinen Häppchen, die einem das Herz erschüttert oder erwärmt haben.
Die kleine Six - 9 Jahre alt - die Mori aus einem Arbeiterhaus geholt hat und jetzt als Adoptivtochter bei Thaniel lebt fand ich als Charakter auch sehr interessant! Durch ihre schlimmen Erfahrungen in ihrem bisherigen Leben ist sie außergewöhnlich und in ihrer Art nicht einfach. Dennoch muss man sie einfach ins Herz schließen, weil die Autorin so genial durchklingen lässt, wie Six in ihrer unnahbaren und eher gelehrigen Art so sehr mit ihren Gefühlen zu kämpfen hat.

Über Mori erfahren wir hier einiges, denn durch geschickt gesetzte Rückblicke entdeckt man, was es mit "Pepperharrow" auf sich hat und den Plänen, die schon vor vielen Jahren ihren Anfang nahmen.
Ebenso über die, ich nenne es mal "Adelsfamilie" von Mori und die vielen Gepflogenheiten in dem für Thaniel fremden Land kann man einiges lernen.

Die Atmosphäre empfinde ich in den Büchern von Natasha Pulley immer sehr intensiv. Ohne einen mit Details zu überhäufen schafft sie es trotzdem, viele Eindrücke einfließen zu lassen, damit man sich alles bildhaft vorstellen kann und die Geschichte sozusagen vor den Augen abläuft.
Das Thema Krieg ist hier sehr zentral, wird aber auch oft wieder in den Hintergrund gedrängt durch die ungewissen Motive von Mori, Thaniels Rolle darin sowie den Forschungen und Geistererscheinungen. Letzter wirken sehr real und glaubwürdig, ohne Nonsens aber auch nicht unbedingt in eine gruselige Richtung, sondern mit einem ganz leichten unheimlichen Beigeschmack.

Die Autorin erklärt im Nachwort auch, dass ihre Figuren zwar fiktiv sind (fast alle), aber das einige Ereignisse durchaus in der Realität verankert sind. Politische Themen scheint sie gerne in ihren Geschichten zu verarbeiten, sowie auch einen Hauch Magie, eine Handlung als Mysterium und großartige Charakterzeichnungen.
Ich bin jedenfalls wieder sehr begeistert!

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Von Geistern, Magie und Erinnerungen an die Zukunft…

„Die verlorene Zukunft von Pepperharrow“ ist der neue Roman von Autorin Natasha Pulley und gleichzeitig die Fortsetzung ihres Buches „Der Uhrmacher in der Filigree Street“, das im Jahr 2021 erschien. Die Geschichte spielt etwa fünf Jahre nach den letzten Geschehnissen.

Im Jahr 1888: Seit fünf Jahren verbindet den ehemaligen Telegrafisten Nathaniel „Thaniel“ Steepleton und dem geheimnisvollen Uhrmacher Keita Mori eine besondere Freundschaft. Nun reisen sie gemeinsam nach Japan, wo seit einiger Zeit rätselhafte Dinge vorgehen. Thaniel soll in der britischen Gesandtschaft in Tokyo einer rätselhaften Sache auf den Grund gehen: In dem Gebäude wurden Geister gesichtet, woraufhin immer mehr Angestellte kündigen. Doch nach einiger Zeit beginnt auch er, Geister zu sehen – und es werden immer mehr.
Währenddessen verhält sich Keita Mori, der die besondere Fähigkeit hat, sich an die Zukunft zu erinnern, merkwürdig – er scheint Angst zu haben und verschwindet dann plötzlich spurlos. Während die politischen Spannungen und ein drohender Krieg immer näher rücken und gleichzeitig auch die mysteriösen Ereignisse zunehmen, wird Thaniel bewusst, dass alles zusammenhängen muss. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…

„Der Gedanke liegt nahe, dass niemand in der Lage wäre, den Lauf der Welt so zu arrangieren, dass die einzelnen Ereignisse dem eigenen Wunsch gemäß wie in einem Uhrwerk ineinandergreifen. (…)
Nun haben Hellseher jedoch eine besondere Begabung im Umgang mit der Zeit – weshalb es einer gewissen Ironie nicht entbehrte, dass Keita Mori ausgerechnet als Uhrmacher tätig war.“ – Seite 8, eBook

…schon die ersten Sätze aus dem Prolog machen neugierig auf diese besondere Geschichte, die mit einem großartigen Schreibstil und starken Figuren überzeugt. Am Anfang geht es kurz zurück in die Filigree Street – in Moris Uhrmacherwerkstatt mit seinen mechanischen Wunderwerken, bevor es für Mori und Thaniel zusammen mit der neunjährigen Six nach Japan geht.

„Das Haus Nummer siebenundzwanzig war hell erleuchtet. (…)
Die Uhrwerkvögel im Schaufenster wirkten alle schläfrig, obwohl sie sonst als kleine silberne oder bronzene Blitze zwischen ihren Lieblingsplätzen hin und her flatterten. Stattdessen gaben sich nun die mechanischen Glühwürmchen ein Stelldichein. Sie zogen goldene Linien über die Zimmerdecke und auch zwischen den Vögeln hindurch, die sich manchmal in ihrem Licht regten.“ – Seite 50, eBook

Wie schon im Vorgänger sind auch hier die verschiedenen Schauplätze detailreich und bildgewaltig beschrieben – sowohl im viktorianischen London als auch die Orte und Städte in Japan, wo der Hauptteil der Geschichte spielt. Sehr faszinierend ist das weitläufige Anwesen Yoruji in Yokohama, das Keita Mori gehört – der geheimnisvolle Mann, der als Uhrmacher nicht nur mechanische Wunder erschaffen kann, sondern auch weitere besondere Fähigkeiten hat und zudem noch einem bedeutenden Samurai-Geschlecht angehört.
Ein Großteil der Geschichte ist aus der Sicht von Thaniel geschrieben, dessen Weg sich spannend verfolgen lässt. Auch seine Freundschaft mit Mori ist besonders, aber auch zerbrechlich. Nach und nach erfahren wir, was es mit den mysteriösen Geschehnissen und den Geistern auf sich hat.
Neben altbekannten Figuren und Wesen (auch Katsu, der kleine mechanische Oktopus ist wieder mit dabei) gibt es auch neue interessante Charaktere – wie etwa die Frau Takiko Pepperharrow, die noch eine zentrale Rolle spielen wird.

„Nichts von alldem wirkte, wie Moris Pläne normalerweise wirkten, wenn alles glattlief. Es gab zu viele Lücken und Bruchstücke.“ – Seite 363, eBook

Die Geschichte ist komplex, aber wunderbar konstruiert – historisches, gemischt mit etwas Mystery und natürlich Fantasy – es wird packend, magisch, unheimlich und auch bewegend. Man sollte sich aber etwas Zeit für dieses Buch nehmen, da sich hier die einzelnen Fäden erst nach und nach auf überraschende und auch etwas komplizierte Weise miteinander verbinden.

Natürlich ist es immer von Vorteil, wenn man den Vorgängerroman gelesen hat, da man dort die Hauptfiguren und ihre gemeinsame Geschichte sehr gut kennen lernt. Jedoch wird alles Wichtige erklärt, sodass der Roman meiner Meinung nach auch ohne Vorkenntnisse gut verständlich ist.
Sehr informativ sind auch die historischen Anmerkungen zum Schluss – es ist interessant zu lesen, welche Details auf historischen Fakten beruhen und was rein fiktiv ist.

Unbedingt erwähnenswert ist die wunderschöne Covergestaltung - mit einem besonderen magischen Detail, das auch im Roman vorkommt.

Mein Fazit: Ein historischer Fantasyroman mit einer außergewöhnlichen Note. Sehr komplex, aber wunderbar geschrieben – es wird spannend, magisch, mysteriös und besonders. Neben stark gezeichneten Figuren und gut eingesetzten Fantasyelementen sind auch die Schauplätze detailreich beschrieben. Man sollte sich etwas Zeit für dieses Buch nehmen – es lohnt sich auf jeden Fall. Sehr lesenswert!

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Natasha Pulley entwickelt sich mehr und mehr zu einem Garanten für recht intelligente fantasievolle Geschichten. Mit „Die verlorene Zukunft von Pepperharrow“ legt sie nun die Fortsetzung ihres Filigree-Uhrmachers vor.

In der Geschichte findet man sich im Japan des ausgehenden 19. Jhs. wieder, wohin Thaniel und Keita Mori gereist sind. Dort stehen alle Zeichen „auf Sturm“: Die russische Flotte fährt unweit der Küste Manöver, der Nationalismus erstarkt, Geister gehen um, und zwar nicht zuletzt im Gebäude der britischen Gesandtschaft. Und während Thaniel versucht, herauszufinden, was da vor sich geht, entfernen sich die Partner immer weiter voneinander, bis Keita plötzlich verschwunden ist, und Thaniel sieht sich in einem ihm fremden und von Krieg bedrohten Land mit fremder Kultur mit der Gefahr, Mori dauerhaft zu verlieren, konfrontiert.

Was aus dieser kurzen Handlungsskizze noch nicht herausscheinen mag, ist die Komplexität dieser historischen Fantasy-Geschichte, und zwar in mancherlei Hinsicht: Nicht nur, dass Pulley ihre Leser in die späte viktorianische Zeit entführt, nein, sie „jagt“ sie auch noch nach Japan. Damit basiert sie ihre Geschichte teils auf realen Gegebenheiten, was mir zuvor nicht bewusst war (dass es diesen Krieg gab – also wieder was gelernt und das mag ich ja, wenn das so „nebenbei“ passiert). Daneben war das Eintauchen in die japanische Geister- bzw. Mythenwelt neu und durchaus interessant, was Pulley mit Elektrizität, Vulkanen und potentiellen Erklärungen unterfüttert. „Garniert“ wird das mit der romantisch angehauchten Geschichte um Thaniel und Keito (das war mir teils etwas zu langwierig, vor allem, weil Keita beinah schon zu geheimnisvoll, nachgerade zwielichtig wirkte, weshalb die Beziehung für mich nicht ganz stimmig war). Doch das macht die Geschichte nicht aus, sondern Pulleys Schreibstil, der einen beim Lesen in Zeit und Raum zurückversetzt, Bilder vor dem geistigen Auge erscheinen lässt, wie sie die Geschichte subtil Stück für Stück über Rückblenden und Perspektivwechseln geradezu entfaltet. Ihre Geschichten lesen sich einfach schön … wen das begeistern kann: Lesen!

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In Natasha Pulleys zweitem Band um den „Uhrmacher“ Keita Mori, treffen Mori, sein britischer Freund Nathaniel/Thaniel Steepleton, der mechanische Oktopus Katsu und die Physikerin Dr. Grace Carrow in Japan aufeinander. Während Russland seine Pazifikflotte vor Nagasaki in Position bringt, wartet der mit Mori befreundete Premierminister Kiyotaka Kuroda auf eine Lieferung von Kriegsschiffen für Japan. Keita Mori ist formal angefordert worden, um ein Problem mit Geistern in der britischen Gesandtschaft in Tokyo zu lösen. Doch in Kriegszeiten ist für den alterslosen, unauffälligen Mann mit Hellseher-Talent sicher eine andere Verwendung geplant.

Für Thaniel kommt die Reise nach Japan wie gerufen, sie befreit ihn vom Londoner Nebel und verspricht Aufschub seines absehbaren Sterbens an Tuberkulose. Mori und Thaniel pflegen eine innige Beziehung („keine Versprechungen, keine Diskussionen“) zueinander; sie haben das neurodiverse Mädchen Six aus einem Arbeitshaus freigekauft und leben mit ihr als Familie.
Focus der Handlung in den 1880ern liegt u. a. auf Thaniel, der inzwischen offenbar perfekt Japanisch spricht, und die binationale Takiko Pepperharrow, die sich als harmlose Putzfrau in hochgeheime Gemäuer schleicht. Schauplätze sind u. a. das viktorianische London, St. Petersburg, Tokyo, Nagasaki, die Insel Hokkaido, der Wald von Aokihagara und der 500 Jahre alte Stammsitz der Familie Mori.

„Die verlorene Zukunft von Pepperharrow“ lässt wie der Vorgängerband seine Leser:innen lange im Dunkeln tappen, worum es überhaupt geht. Durch den Schauplatz und mit dem Wissen, dass Japan sich erst 1853 widerstrebend Fremden geöffnet hatte (Stichwort Matthew Calbraith Perry) konnte ich in diesem Band das sarkastische Geplänkel beim Clash der Kulturen schon früher genießen. Mori, der lange in England gelebt hat, und Thaniel, der mit einem Japaner zusammenlebt, wirken für europäische Leser wie Dolmetscher zwischen den Kulturen. Mit Japan und England treffen zwei streng hierarchische Kulturen aufeinander, in denen auf Ansehen/Gesicht und Status großer Wert gelegt wird, was durch entsprechende Verbeugungen/Akzente zu demonstrieren ist. Bildsprachen wie das Japanische leben von Doppeldeutigkeiten und Bedeutungen, die Menschen oder Begriffen durch die Übersetzung erst spottend „verpasst“ werden. Dass man Anspielungen durch verschiedene Schreibweisen folgen kann, wird im Gespräch vorausgesetzt – und Englischsprechende sind darin Gegenspieler auf Augenhöhe.

Wer sich auf das doppelbödige Spiel mit Japan- und England-Klischees einlassen kann und das Geplänkel zunächst auf sich wirken lässt, wird sich köstlich amüsieren. In ihrem hochinteressanten Nachwort verrät Natasha Pulley nicht nur, wie sie das Japan-Thema aufgriff, sondern dröselt auch auf, welche fiktiven Personen sie vor welchen realen historischen Hintergrund platziert hat.

Wer von Pulleys zweitem Band keinen glasklaren Fantasy- oder Steampunk-Roman erwartet, sondern sich auf ein von der Samurai-Ehre geprägtes Japan um 1890 einlassen kann, sollte hier wieder zugreifen.

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Die verlorene Zukunft von Pepperharrow von Natasha Pulley



Meine Meinung

Wenn Natasha Pulley einen Roman schreibt kann man das zweifellos nur als „filigran“ und „brilliant“ bezeichnen!

Zwei Jahre nach „Der Uhrmacher“ kehren wir zurück zu Thaniel und Mori. Wir befinden uns im Jahr 1888 in Japan. Lange lässt die Autorin ihre Leser*innen im Dunkeln tappen und sich fragen, worum es überhaupt geht. Der historische und kulturelle Hintergrund des Landes schafft eine einzigartige Atmosphäre.

Mysteriöse Ereignisse, wie ein verrückt spielendes Wetter, auftauchende Geister oder Gewitter scheinen an der Tagesordnung zu sein. Und so offenbart sich das geheimnisvolle erst nach und nach, was mit den restlichen Aspekten eine äußerst erstaunliche Mischung ergibt.

Die Charaktere sind weiterhin gezeichnet durch ihre Eigenheiten, was ebenfalls für interessante Momente sorgt. Das Thema Krieg steht zwar hier zentral im Vordergrund, rückte aber immer wieder durch die ungewissen Motive von Mori, Thaniels Rolle darin sowie den Forschungen und Geistererscheinungen, in den Hintergrund.

In ihrem Nachwort erklärt die Autorin, dass ihre Charaktere zwar durchaus fiktiv sind, aber Ereignisse durchaus in der Realität verankert sind.



Fazit

Mit einem Hauch Magie, einer Handlung voller Mysterien und eigensinnigen Charakterzeichnungen schafft Natasha Pulley erneut ein äußerst brillantes Werk, voll von Raffinesse, Eleganz und Überraschungen. Zutiefst bewegend und einfallsreich.

Von mir erhält „Die verlorene Zukunft von Pepperharrow“ 5 von 5 Sterne

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Eine sehr gelungene Fortsetzung auf die ich mich gefreut habe, seit ich den ersten Band gelesen habe. Theoretisch könnte man diesen Band auch ohne den ersten lesen, aber ich weiß nicht, ob die Charaktere einem dann so ans Herz wachsen und ob es gerade zu Anfang nicht zu langweilig ist.
Ich konnte jedenfalls kaum aufhören zu lesen und wollte unbedingt wissen, ob es gut ausgeht und habe mit Mori und Thaniel gebangt und gelitten. Wer also den ersten Band mochte, dürfte auch von diesem begeistert sein.

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Japan 1888: Es ereignen sich merkwürdige Dinge, in der britischen Botschaft kündigen die Angestellten wegen paranormaler Aktivitäten. Thaniel Steepleton wird vom Außenministerium aus London in geheimer Mission entsendet, um die Ursache zu ermitteln. Mitten in einer geopolitisch äußerst heiklen Lage, ein Aufflammen des Opiumkrieges schwebt in der Luft, reist er als Dolmetscher getarnt mit seinem Freund Keita Mori genau ins Auge des Sturms. Doch Baron Mori ist nicht nur ein besonders begabter Uhrmacher, sondern weit mehr: er kann Dinge sehen, bevor sie passieren. Dann gibt es mit einem Mal kein Lebenszeichen mehr von ihm.
Die Ereignisse überschlagen sich und Thaniel befürchetet das Schlimmste...

Natasha Pulley entführt uns in eine magische Welt voller Zauber, der den scheinbar unbedeutenden Dingen und Personen innewohnt. Man hält den Atem an und hofft bis zum Schluß, daß das Buch noch nicht zu Ende ist. Beautiful!

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Auf den ersten Blick sieht dieses Buch nicht wie ein zweiter Teil aus, ist es aber. Deshalb sollte der Leser meines Erachtens das erste Buch „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ kennen. Dort lernten sich Thaniel Steepleton und Keita Mori in London kennen und erlebten schon dort das ein oder andere Abenteuer. Nun, fünf Jahre später, reisen die beiden nach Tokio, wo seltsame Dinge vor sich gehen.

In der Handlung gibt es zwei Besonderheiten. Zum einen spielt der Roman in einer fiktiven Parallelwelt, in der eine sonderbare Physik gilt. Das galt zwar auch schon für den ersten Band, hier wird es aber nochmals offensichtlicher und seltsamer. Und ist die seltsame Physik nicht schon genug, gibt es noch immer Keita Mori, der sich an die Zukunft erinnert. Das klingt nicht nur komisch, sondern ist es auch. Und dann darf man sich schon fragen, ob es ein Paradoxon ist, wenn sich Mori an die Zukunft erinnert, in der er Zeitung liest, deren Inhalt nun in der Gegenwart kennt und diese dann nicht mehr lesen braucht, wenn die Zeit gekommen ist.

Der Roman spielt in den 1880er Jahren, wobei die Autorin Historisches mit Fiktivem mischt. Hinzukommt die sonderbare Physik, so dass ein Steam-Punk-Äther-Krimi entstanden ist. Natasha Pulley nimmt sich ihrem Roman sehr viel Zeit, um die Welt und die Ereignisse zu beschreiben. Durch Sprünge in der Zeit dröselt die Autorin nach und nach ihr Gespinst auf, wie die Forschungen rund um die Elektrizität bestimmte Ereignisse in Gang setzen. Zusätzlich wird es arg politisch, wenn die verschiedenen „Herrscher-Familien“ in Japan sich gegenseitig die Butter vom Brot nehmen. Ebenso interessant fand ich die Einblicke in die japanische Kultur, die mir sehr fremd ist. Die Autorin kann aber von ihren eigenen Erfahrungen zehren, da sie selbst für eineinhalb Jahre in Japan leben durfte.

Fazit
Wie schon im ersten Band wird der Leser in eine sehr sonderbare Welt entführt, in der es gewöhnungsbedürftig zugeht. Schon die Figur des Keita Mori ist sehr facettenreich, aber auch alle anderen Haupt- und Nebenfiguren ergeben ein sehr stimmiges Gesamtbild. Allerdings muss der Leser offen für sprachgewaltige Romane sein, um Gefallen an den Büchern von Natasha Pulley zu finden.

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Wie schon die ersten beiden Bücher der Autorin einfach wunderbare Fantasy. Mit Anspruch, ohne Romanze, trotzdem unterhaltsam und emotional. Ein komplexes Worldbuilding wird locker leicht zugänglich gemacht, die Charaktere sind vielschichtig, die Handlung fesselt. Ich habe immer immer langsamer gelesen, weil ich nicht wollte, dass es vorbei ist. Absolute Empfehlung für alle, die gerne Fantasy lesen. Und wer meint, er hat schon alles gelesen und es ist immer das gleiche: unbedingt lesen! Es ist anders und begeistert.

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„Die verlorene Zukunft von Pepperharrow“ hat einen Vorgänger „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ und man kann das Buch zwar ohne Vorkenntnisse lesen, da es immer wieder Rückblenden gibt, doch alle Zusammenhänge lassen sich besser verstehen, wenn man den ersten Band kennt.

Thaniel Steepleton und Keita Mori, die sich im ersten Teil kennenlernten, reisen zusammen mit ihrem Adoptivkind Six nach Japan; Keita, aus politischen Gründen, Thaniel wegen seiner Tuberkulose, die in der schlechten Luft Londons nicht besser wird. Dort erleben sie ein Abenteuer, dass sich zuerst nur ganz langsam anbahnt.

Die Handlung ist ungewöhnlich, nicht nur, dass sie in einem magischen Japan spielt, auch dass mystische Elemente wie Geister eine Rolle spielen und dass Mori sich an die Zukunft „erinnert“. Die Stimmung ist geheimnisvoll, unheimliche Wetterphänomene erschrecken die Menschen, Elektrizität liegt in der Luft und die russische Flotte vor Nagasaki. Alles in allem also beunruhigend genug, doch es kommt noch schlimmer…

Natasha Pulleys Schreibstil muss man mögen. Sie liebt ausführliche Szenen und Dialoge, die sie sorgfältig ausarbeitet und so braucht es einige Zeit, bis die Handlung an Fahrt gewinnt. Zudem sind Handlung und Figuren so komplex konstruiert, dass man das Buch nicht mal eben zwischendurch lesen sollte, will man alle Zusammenhänge verstehen. Wer durchhält, wird mit einer Mischung aus Steam-Punk, politischen Intrigen des japanischen Adels und einer subtilen Liebesgeschichte belohnt.

Ein wunderbares Buch, das es einem nicht immer einfach macht, alle Fäden zu durchschauen, doch das auf ganzer Linie mit seiner gut durchdachten Handlung, seinen präzise ausgearbeiteten Figuren und einer ungewöhnlichen Kulisse überzeugt.

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Ähnlich wie beim Vorgänger bin ich bei der Handlung nicht 100% durchgestiegen, vielleicht muss man es einfach öfter lesen um diese komplizierte Geschichte mit hellsehenden Menschen zu verstehen. Aber das sollte ja auch nicht wirklich Sinn eines spannenden Fantasyromans sein. So richtig hat sich auch keine Leselust bei mir entwickelt, ich habe über einen Monat für dieses Buch gebraucht. Trotzdem mag ich die Reihe um Mori und Thaniel sehr gerne, denn die Figuren sind einfach so wahnsinnig liebenswert und einzigartig. Vielleicht muss ich mich in einer entspannten Zeit mal hinsetzen und dem Buch eine zweite Chance geben...

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Thaniel Steepleton kenne ich schon aus Natasha Pulleys Erstlingswerk "Der Uhrmacher in der Filligree Street" und auch seinen Vermieter Keita Mori, den Uhrmacher.
Wieder kommen Sprache, Fantasie und Vision in hohem Maße hervor. Dieses Buch ist eine dermaßen fantastische Geschichte, dass ich überlegt hatte, es nicht zu besprechen, weil ich meinte, es nicht genügend gut beurteilen zu können. Das wäre schade gewesen.

Thaniel und Mori kamen nach Japan in Moris Heimat. Mori musste dorthin, weil er eine historische Aufgabe hatte, wie er aufgrund seiner hellseherischen Fähigkeiten meinte und Thaniel fuhr mit ihm, auch weil er im Smog von London um 1890 nicht mehr atmen konnte. Offiziell wurde er dorthin beordert, da er als Dolmetscher in der britischen Gesandtschaft arbeiten sollte.
Japan hatte gerade seine Türen zur restlichen Welt einen Spalt breit geöffnet. So spielt die Geschichte im Umfeld von Traditionen und aufsteigender Modernität.
Es ist schwer, den fantastischen Ideen von Natasha Pulley zu folgen, aber man liest sich in eine neue Welt, ob sie einem gefällt oder nicht, sie nimmt einen in ihren Bann.
Hohe schriftstellerische Kunst.

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Sehr dichte, interessante, aber auch anspruchsvolle Story

Thaniel Steepleton und Keita Mori haben sich vor einigen Jahren in London kennengelernt und viel zusammen erlebt. Nun reisen sie in den 1880er Jahren zusammen mit Steepletons' Stieftochter Six nach Japan um in Keitas' Heimat eine wichtige Mission zu erfüllen. Welche Mission das genau ist wissen beide allerdings nicht, aber Mori, der über besondere Fähigkeiten verfügt, weiß ganz genau, dass es unvermeidbar ist, diese Reise anzutreten, auch wenn es offensichtlich vor dem Hintergrund des aufkeimenden japanischen Nationalismus, der realen Bedrohung durch russische Kriegsschiffe und eines Machtwechsels in der japanischen Politik extrem gefährlich ist...


Es hat etwas gedauert bis ich mich in dieser Geschichte zurechtgefunden habe und bis zum Ende war es nicht ganz mein Genre. Aber handwerklich und sprachlich ist dieses Buch - gerade den Freunden und Fans der fantastischen Literatur - sehr zu empfeheln. Die ausgeklügelte Story, die neben der Hauptgeschichte auch Steam-Punk-Elemente und historische ostasiatische Ereignissen und Personen verbindet, ist - wenn auch manchmal etwas langatmig - ausgesprochen lesenswert.

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Band 2 war voller außergewöhnlicher Wendungen und so verworren, dass ich drohte den Überblick zu verlieren, bis der entscheidende AHA-Moment kam. Was ich meine verrate ich unten im Text.

Meine Meinung zum Cover:
Schon beim ersten Anblick des Covers fragte ich mich, was der Oktopus in der Glühbirne bedeutet. Zudem erinnerte er mich an Katsu. Nach dem Lesen des Buches wusste ich, warum das Motiv verwendet worden war. Abgesehen von ihr und den Schmetterlingen ist das Cover einfach gehalten. Das ist ein Gegensatz zu der umfangreichen und vor allem vielschichtigen Geschichte, weshalb ich es als passend empfand.

Meine Meinung zum Inhalt:
Bei diesem Buch fiel es mir schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen. Einerseits feierte ich die Komplexität der Erzählung. Andererseits hätte ich beinahe den Überblick verloren, weil mir alles so verworren vorkam. Doch das war es im Grunde nicht. Kurioserweise ging der rote Faden niemals verloren, auch wenn ich es einmal kurz dachte. Natasha Pulleys Schreibstil ist äußerst bildhaft und aussagekräftig. Mit wenigen Worten konnte sie in meinen Gedanken ein komplettes Bild entstehen lassen.

Die Geschichte um Thaniel und Mori fand in diesem Band seine Fortsetzung. Es kamen weitere bekannte Protagonisten aus dem ersten Band vor. Des Weiteren lernte ich in Japan viele neue Personen kennen. Unter anderem die titelgebende Mrs. Pepperharrow. Mit der Ankunft in Japan nahm die Geschichte kräftig an Komplexität zu. Die Handlungsstränge fächerten immer weiter aus und ich merkte bald, dass Moris Pläne weit umfangreicher waren, als ich zu Anfang gedacht hatte. Doch worauf lief das Ganze hinaus? Ich konnte mir lange Zeit keinen Reim darauf machen.

Die verschiedenen Geschehnisse schienen ein wichtiges Ziel zu haben. Doch welches? Offenbar standen viele Leben auf dem Spiel und ein Krieg drohte. Warum hatte Mori all diese Brotkrumen gestreut und so viele Ereignisse herbeigeführt? Es schien mir, als wäre dem Baron egal gewesen, dass er massiv darunter leiden würde. Was war so wichtig, dass er bereit dazu war sich selbst zu opfern? Ich erfuhr es kurz vor dem Ende und wurde überrascht.

Zuvor musste ich viele dramatische und heftige Wendungen durchstehen. Ich war über so manche Entdeckung schockiert oder ärgerte mich über die Skrupellosigkeit mancher Menschen. An einem Punkt drohte ich den Überblick zu verlieren, weil ich nicht mehr wusste, was für das Gesamtgeschehen wichtig war. Deshalb bin ich der Meinung, es wäre gut gewesen den ein oder anderen kleinen Handlungsstrang zu kürzen. Wichtig: Kürzen, nicht streichen.

Am Ende ergab jedes Detail seinen Sinn und ich war erfreut durchgehalten zu haben. Endlich kam der ersehnte AHA-Moment und ich erstarrte bei der Erkenntis, die ich dadurch hatte. Jetzt wusste ich, was Moris Beweggründe waren. Nur stellte sich mir die Frage, ob sich das alles gelohnt hatte. Waren es die vielen Verluste wert gewesen? Eines ist klar, du musst es selbst herausfinden und dir deine Meinung bilden.

Neben Mori und Thaniel stand Mrs. Pepperharrow im Mittelpunkt. Ihr Leben wurde mit Flashbacks in die Geschichte eingebaut und führte zurück in die Gegenwart. Die Begegnung mit Mori veränderte ihr Leben grundlegend. War es am Ende verloren? Auch das darf ich dir aus Spoilergründen nicht verraten.

Schlussendlich kam es zu einem Happy End, dass ich nicht mehr erwartet hatte. Am Ende war ich überwältigt, traurig und nachdenklich. Mori und Thaniel sind zwei ganz besondere Protagonisten. Genauso wie die kleine Six, die in ihren jungen Jahren schon so viel durchgemacht hatte.

Mein Fazit:
Das Buch bot mir eine Geschichte, die ich so schnell nicht vergessen werde. Die Komplexität sucht ihresgleichen und zeichnete sich durch einen gewaltigen roten Faden aus, der nicht verloren ging. Natasha Pulley schuf etwas, dem eine tiefreichende Planung zu Grunde lag und das sie mit Bravour umsetzte. Einige Stellen hätte man in meinen Augen etwas kürzen können, weil ich durch die umfangreiche Erzählung fast den Überblick verloren hatte. Am Ende ergaben die Details einen Sinn und ich verstand, was Mori die ganze Zeit geplant hatte. Ich war erstaunt darüber, wie tief das alles ging und wie viel er dafür hatte opfern müssen. Auf allen Seiten gab es Leid und Trauer, aber auch Glück und Freude. Am Ende kam es zu einem Happy End, das allerdings einen hohen Preis forderte.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!

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Eine Sache, die ich an ihrem Schreib-Stil liebe, ist, dass sie viele Dinge nicht explizit ausdrückt, sondern viel zwischen den Zeilen steht. Ihr Schreibstil spiegelt wider, wie Mori, der sich an die Zukunft erinnern kann, die Welt in Teilen erlebt, die je nach seinen eigenen Entscheidungen oder denen anderer Menschen in die eine oder andere Richtung verlaufen können, wobei er sich ständig verändert, oft in ruckartigen Bewegungen, und auf Dinge reagiert, bevor sie passiert sind.

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Ich habe lange auf den zweiten Teil gewartet und das Warten hat sich gelohnt. Ein außergewöhnlicher Mix aus historischen Fakten und fantastischen Elementen. Einzigartig und unbedingt lesenswert.

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