Wenn ich wiederkomme

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Erscheinungstermin 29.09.2021 | Archivierungsdatum 30.11.2021

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Zum Inhalt

Sie lassen die eigene Familie zurück, um sich um fremde Menschen zu kümmern – die Frauen aus Osteuropa. Daniela ist eine von ihnen. Sie arbeitet in Mailand, rund um die Uhr, ist zuverlässig und liebevoll als Pflegerin und als Kinderfrau. Doch je mehr sie fremden Familien hilft, desto heftiger vermisst sie die eigenen Kinder. Als ihrem heranwachsenden Sohn etwas zustößt, muss sie eine Entscheidung treffen.

Sie lassen die eigene Familie zurück, um sich um fremde Menschen zu kümmern – die Frauen aus Osteuropa. Daniela ist eine von ihnen. Sie arbeitet in Mailand, rund um die Uhr, ist zuverlässig und...


Eine Anmerkung des Verlags

Fürsorge hat viele Gesichter – ein Buch über all das, was wir aus Liebe tun.

Eine Lektüre, die den Blick auf die Welt verändert.

Vom Autor des ›Spiegel‹-Bestsellers ›Ich bleibe hier‹.

Fürsorge hat viele Gesichter – ein Buch über all das, was wir aus Liebe tun.

Eine Lektüre, die den Blick auf die Welt verändert.

Vom Autor des ›Spiegel‹-Bestsellers ›Ich bleibe hier‹.


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Verfügbare Ausgaben

ISBN 9783257071702
PREIS 22,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Was passiert mit den Kindern, deren Mütter aus den Ostblockländern in den reichen Westen gehen, um ihre Familie zu ernähren. Und wie verändern sich die Frauen, die diesen Schritt als einzige Möglichkeit sehen, ihre Familie zu unterstützen. In diesem Roman erzählt Bolzano davon, und er lässt sowohl die Kinder, als auch die Mutter zu Wort kommen. Sehr dicht und eindrucksvoll erlebt der Leser, welch großer Einschnitt das für die Betroffenen ist. Ich blieb nachdenklich zurück, wie leicht spricht man hier doch davon, im Pflegefall dann halt jemand aus dem Osten kommen zu lassen, ohne darüber nachzudenken, was diese Frauen dafür aufgeben müssen. Keine leichte Kost, und trotzdem absolut empfehlenswert.

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‚Dann holen wir uns halt bei Bedarf eine Pflegekraft aus dem Osten!‘ Wie leicht geht uns diese Aussage im reichen Westen über die Lippen! Und welche Konsequenzen hat das für diese Pflegekräfte? Und für ihre Familien? Anhand der Familie Matei, wohnhaft in Radeni, Rumänien, erfahren wir eine derartige Geschichte. In der Nach-Ceaușescu-Zeit galt: ‚Diese schreckliche Zeiten sind nun vorbei, aber was jetzt kommt wird noch schlimmer!‘ Und so fasste Mutter Daniela aufgrund der engen finanziellen Situation und ‚damit es den Kindern einmal besser geht‘, den Entschluss, nach Italien als Pflegekraft zu gehen. Heimlich schlich sie sich aus dem Haus und ließ nur einen Brief zurück. Im 1. Teil erfahren wir die Sicht des 12-jährigen Sohnes Manuel und wie er versucht, mit der ungewohnten Situation - samt Pubertät und Schule - klarzukommen. Im 2. Teil hält Mutter Daniela Rückschau auf die 4 Jahre in Italien (mit Sehnsucht nach der Heimat und Raubbau an ihrem Körper) und im 3. Teil lesen wir noch die Betrachtungsweise von Angelica, der 8 Jahre älteren Schwester von Manuel. Die Geschichte empfand ich als sehr aufwühlend, war mir doch die Reichweite solcher Entscheidungen in dieser Dimension gar nicht bewusst! Die Szenen sind sehr plastisch, und doch sehr gefühlvoll beschrieben, so dass ich mich bestens in die Personen einfühlen konnte. Und das Buch lässt mich grübelnd zurück, wie sich derartige Situationen vermeiden bzw. verbessern ließen. Bei 5 vergebenen Sternen spreche ich eine volle Leseempfehlung aus!

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Die Geschichte dreht sich um eine kleine Familie, wo die Mutter nach Italien fährt um für ihre Kinder Geld zu verdienen und auch für sich etwas Freiheit zu finden. Die zurückgelassenen Kinder sind fast auf sich allein gestellt und leiden unter der Einsamkeit so wie die Mutter es tut. Erst als eines der Kinder durch ein Unfall fast stirbt, kehrt die Mutter zurück um die Scherben aufzusammeln, die sie hinterlassen hat. In der Geschichte kommen die Mutter, der Sohn und die Tochter gleichermaßen zu Wort und erzählen über die eigenen Leben und wie sie versuchen zu überleben. Auch wenn sie solide erzählt war, hat es mich nicht so berührt, wie ich es erwartet hatte. Ich bin mir nicht so sicher, wie ich dieses Buch beurteilen soll. Einerseits finde ich es wichtig, dass diese Themen angesprochen und erzählt werden. Andererseits fand ich das Buch etwas "kalt": Irgendwie war es als würde man betäubt und fern über die Geschehnisse berichten ohne wirklich die Tatsachen und Gefühle anzusprechen. An manchen Stellen fühlte es sich dann leider klischeehaft und oberflächlich an. Vielleicht hatte ich auch falsche Erwartungen was das Buch angeht. Das Leben geht schließlich weiter und das Buch schafft es genau diese fließende Zeit des Lebens gut nachzuerzählen. Es geht um das Weiterleben trotz der Schmerzen, Tode und Niederlagen. Irgendwie hätte ich gerne mehr erfahren über die drei Charaktere und auch über diese Wanderung zwischen den ärmeren und reicheren Ländern. Insofern hatte das Buch auch Erfolg: Es hat geschafft, dass ich für eine Thematik Interesse entwickelt habe, die mir vorher unbekannt war.

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Dreistimmiger Familien Roman. Osteuropäische Frauen verlassen ihre Familien, um in Italien Geld zu verdienen. Sie kümmert sich um die Alten, sie lassen ihre Kinder zurück. Einer ausgewanderten Frau gelingt es meist die zurückgelassenen Kinder finanziell zu unterstützen, doch der Preis dafür ist hoch. Von einer dieser vielen Frauen erzählt Balzano in seinen neuen Roman. Dieser greift die Geschichte sprachlich wunderbar auf. Anders als seine bisherigen Bücher. Es ist ihm ein Meisterwerk gelungen. Leseempfehlung!

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Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte hat mich sehr berührt und mitgenommen. Habe ich sehr gerne gelesen.

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Das hat sie für uns getan Für mich war es schwierig in das Buch zu finden, denn es begann nicht mit der vermeintlichen Hauptperson, der Mutter, die ihre Familie in Rumänien zurückließ, um in Italien Geld zu verdienen, damit es den Daheimgebliebenen besser ging, sondern der Sohn Manuel bekam zuerst das Wort. Als dann die Mutter erzählen durfte sprang die Story häufig zwischen der berührenden Gegenwart und der Vergangenheit in Italien. Im dritten großen Abschnitt erhielt die Tochter Angelica eine Stimme. Der Klappentext hat mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Ich wollte etwas über eine Mutter erfahren, die wegen des Geldes ihre Familie heimlich verlassen hat, nur zu kurzen Besuchen heimkehrte und die versuchte, den Kontakt bzw. die Erziehung mittels Telefon aufrecht zu erhalten. Aber natürlich interessierte mich auch das Leben der zurückgebliebenen Familienteile, die in ihrer Situation in Rumänien nicht alleine sind, nein es gab in ihrem Umfeld mehr Mütter, die zum Arbeiten nach Italien sind. Für mich kam leider kein richtiger Lesefluß zustande und die Figuren blieben mir zu distanziert. Die Erzählweise hatte mir zu viele Längen, der Part der Mutter sprang mir zuviel hin und her und trotz der momentanen schwierigen Situation traut sich keiner die entscheidende Frage zu stellen. Sehr gut, aufschlußreich und interessant fand ich aber nach Nachwort des Autors und seine Beweggründe für diesen Roman samt der Erklärung des Italiensyndroms und der Eurowaisen. Das hat für mich mein Urteil etwas „herumgerissen“ und aus dem ganzen eine runde Sache gemacht. Nichtsdestotrotz bleibt für mich mein Lieblingsbuch des Autors „Ich bleibe hier“.

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Inhalt: Eines Tages verschwindet Daniela, die Mutter des sechzehnjährigen Manuel aus ihrer Heimat Radeni in Rumänien und lässt ihre Familie, ihn, seine ältere Schwester Angelica und ihren Mann zurück. Auf dem Schulweg offenbart ihm Angelica den Abschiedsbrief ihrer Mutter. Sie ist als Altenpflegerin nach Mailand gegangen, um ihnen ein Studium zu ermöglichen. Manuel ist geschockt und verzweifelt. (Originaltext: „Sag mal Angie, warum gehen wir an dem Tag, an dem wir Waisen geworden sind, überhaupt in die Schule?“ „Aber sie ist doch nicht unter den Zug gekommen!“ „Naja, einmal im Jahr sehen, das ist schon ein bisschen wie gestorben, finde ich“) Er wird bald auf das Gymnasium geschickt und die Schwester geht zum Studium nach Iasi. In der Folgezeit lebt er mit Vater und Großeltern und rebelliert bald gegen seinen Schmerz. Die weitere Entwicklung ist schicksalhaft und bietet für alle nach Jahren der Entbehrung eine neue Chance. Das Ende des Buches möchte ich nicht verraten, aber so viel sei durch Angelica gesagt: „Zum ersten Mal, seit Mama nach Rumänien zurückgekehrt und Manuel aus dem Koma erwacht war, empfand ich, dass wir vielleicht nicht nur Überlebende waren.“ Kritik Marco Balzano erzählt leidenschaftlich aus verschiedenen Blickwinkeln und lotet so das menschliche Leid, dass seine Protagonisten erleben, sehr sensibel aus. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven nämlich von Manuel, Daniela und Angelica geschildert. Dieser Perspektivwechsel konfrontiert den Leser mit der Härte des Lebens, die die jeweilige Person durch die Entscheidung Danielas zu tragen hat, die aus Gründen der Existenzsicherung Heimat und Familie zurücklässt und die Tristesse und Einsamkeit in der Fremde spürt und erträgt. Die Möglichkeit, dass man selbst einmal alt ist und gepflegt werden muss, hängt wie ein Damoklesschwert über diesem Buch und macht es sehr berührend. Grossartiges Buch.

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Das Buch fand ich rein von der Thematik sehr wichtig. Sehr oft wird unterschätzt, was die Globalisierung für Opfer hinterlässt. Marco Balzano schreibt leicht leserlich und bringt uns nach Rumänien und Mailand. Das Buch ist in 3 Teile eingeteilt. Im ersten Teil erzählt Manuel aus Sich des verlassenen Sohnes einer rumänischen Alterspflegerin, welche in Mailand Geld für die Familie verdient. Im 2. Teil erzählt die Mutter selbst, wie es ihr in Mailand ergangen ist. Und im 3. Teil erzählt die Tochter, bzw. Schwester wie es für sie war, die Rolle der Mutter zu übernehmen. Das Buch hat mir sehr gefallen und ich werde es gerne weiterempfehlen.

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Ein guter aber bedrückender Roman über prekäre Servicejobs. Daniela aus Rumänien verlässt ihre Familie in Richtung Italien um ihren Kindern einmal ein besseres Leben zu ermöglichen. Der Preis dafür ist hoch. Sie verliert sich selber, richtet sich gesundheitlich und psychisch zugrunde und ihre Familie zerbricht. Ihr Sohn Manuel zerbricht psychisch an der Situation und verliert seinen Lebenswillen. Ein wichtiges Thema wird in eine Familiengeschichte eingebunden und der Leser erfährt auf eindringliche Weise, was unser ausbeuterisches Wirtschaftssystem für Menschen aus ärmeren Ländern bedeutet. Für die Familien das Zerbrechen des Zusammenhalts und für das Land selbst Braindrain.

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Die beindruckende Erzählung einer "Badante", die von Rumänien nach Italien zieht, sich dort um fremde Menschen kümmert, damit ihre eigene Familie zuhause ein besseres Leben führen kann. Sehr empfehlenswert!

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Die Geschichte einer zerrissenen Familie Moma verschwindet über Nacht. Nur ihrer halbwüchsigen Tochter Angelica hinterlässt sie einen Brief. Der obliegt es nun, den Vater und den jüngeren Bruder zu informieren. Heimlich hat sich Daniela zum Bus geschlichen, der sie von einem rumänischen Dorf ins italienische Mailand bringt, um dort mit der Pflege Alter und Kranker Geld zu verdienen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Kindern durch eine bessere Bildung den Weg aus der Armut zu ermöglichen. Erzählt wird aus drei Perspektiven: Der zehnjährige Manuel kommt als erster zu Wort. Seine Verlassenheit und sein Unverständnis für die Mutter sind sehr nachvollziehbar herausgearbeitet. Im zweiten Teil begleiten wir Mutter Daniela durch ihren – alles andere als einfachen - Italienaufenthalt. Wegen eines Unfalls ist sie in die Heimat zurückgekehrt und legt ihre Version der Geschichte dar. Zum Schluss erzählt Tochter Angelica von ihren Erinnerungen und Zukunftsträumen. Der am 6.Juni 1978 in Mailand geborene Marco Bolzano hat mit diesem Roman ein wichtiges Thema aufgegriffen: die Arbeitsmigration in Europa, die osteuropäische Familien zerreißt, um uns in Westeuropa ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Er beschreibt ein Schicksal, in dem er zahlreiche Probleme vereinigt und stellt damit ein Bild zur Schau, das uns zu denken geben sollte. Gleichzeitig erschafft er den zahlreichen osteuropäischen Pflegerinnen ein würdiges Denkmal. Mich hat das Buch erschüttert und teilweise zu Tränen gerührt. Es fiel mir schwer, es aus der Hand zu legen. Denn auch ich habe bisher nur den Vorteil gesehen, den uns der Aufenthalt preiswerter Pflegekräfte ermöglicht. Meiner Meinung nach sollten es nicht nur diejenigen lesen, die selbst auf ausländische Hilfe angewiesen sind. Der Einblick in das Leben der Frauen in ihrer Heimat macht aus Arbeitskräften Menschen.

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Marco Balzano schafft es wieder, ganz nah an seinen Protagonisten eine spannende und berührende Familiengeschichte zu erzählen, die unter die Haut geht. Wir alle kennen Frauen aus Osteuropa, die unsere alten Familienangehörigen pflegen und unsere Häuser putzen. Im Hintergrund und für wenig Geld. Mit dieser Geschichte bekommen sie ein Gesicht. Und nicht nur die Frauen,, sondern ihre ganze Familie. Ich werde das Buch wegen seines relevanten Themas, seiner unterschiedlichen Perspektiven und seiner feinen Ausarbeitung gern empfehlen!

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"Wenn ich wiederkomme" kann ich uneingeschränkt empfehlen.. Ich hatte vorher von Marco Balzano "Ich bleibe hier" gelesen. Im Gegensatz zu in Italien spielenden Krimis, in denen im 20. Band die Kinder immer noch pubertieren und die Ehefrau immer noch schön ist, bekommt man es hier mit einer völlig neuen Geschichte zu tun. Erzählt wird, sowohl aus der Perspektive der daheimgelassenen Kinder, wie auch der Mutter, die fort geht, die Geschichte von Frauen, die aus purer wirtschaftlicher Not ihr Heimatland verlassen, um sich unter prekären Bedingungen als Pflegekräfte zu verdingen. Schön ist es auch, dass sowohl die illegale wie auch die legale Arbeit beschrieben wird. Beiden ist gemeinsam, dass zu Hause Familien zurückbleiben, Kinder und andere Angehörige und auch das nach Hause geschickte Geld den Verlust nicht wieder gut machen kann. ein absolut aktuelles Thema mit dem wir uns alle auseinandersetzen sollten. Lesenswert!

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ITALIENKRANKHEIT... Erster Satz: „Du hättest eigentlich gar nicht geboren werden dürfen.“ Wer schon einmal in der Situation war eine Entscheidung treffen zu müssen, wie ein pflegebedürftiger Angehöriger am besten versorgt werden kann, der wird sich auch mit der Thematik „Pflegerin aus dem Osten“ auseinandergesetzt haben. Kaum jemand jedoch wird in diesem Zusammenhang darüber nachdenken, wie es diesen Pflegerinnen bei ihrer Arbeit ergeht. Und was die Entscheidung, für diese im Verhältnis gut bezahlte Arbeit ihr Land und ihre eigene Familie zu verlassen, für die Frau und ihre Angehörigen eigentlich bedeutet. Marco Balzano hat sich mit diesem in vielen westlichen wie östlichen Ländern aktuellen Thema auseinandergesetzt, und sein neuester Roman liefert dazu ein bedrückendes und mahnendes Bild. „Wenn ich wiederkomme“ ist ein dreistimmiger Familienroman, der in drei Teile gegliedert ist und aus wechselnden Ich-Perspektiven erzählt wird. Als Erster kommt der anfangs 12jährige Manuel zu Wort, den das heimliche Verschwinden seiner Mutter ins ferne Mailand sehr trifft. Sein Vater Filip ist keine wirkliche Unterstützung, er war immer schon labil und unzuverlässig, und so wundert es kaum, dass er sich weder um seine Kinder noch um den Haushalt kümmert, sondern bald ebenfalls die Familie verlässt. Manuel schwankt zwischen großer Einsamkeit, Sehnsucht und Wut auf seine Mutter, die bald einsetzende Pubertät macht es nicht leichter. Weder seine acht Jahre ältere Schwester noch die Oma, die die Kinder versorgt, bieten dem Jungen den notwendigen Halt. Und als der Großvater stirbt, dem Manuel sich als Einzigem noch nahe fühlte, droht die Einsamkeit ihn zu überwältigen. „Als meinem Vater klar wurde, dass seine Frau sich davongemacht hatte, begann er, die Tür mit Tritten zu traktieren und mit den Fäusten gegen die Wand zu schlagen, während ich hinaus unter die Pergola ging und so laut ihren Namen schrie, dass es nach einer Weile sogar Papa zu viel wurde…“ Im zweiten Teil des Romans erfährt der Leser aus Sicht der Mutter Daniela die Gründe für ihr heimliches Verschwinden aus dem kleinen Dorf in Rumänien sowie einen Einblick in ihr Leben mit ihren wechselnden Stellen in Mailand, immerhin bereits vier Jahre lang. Daniela spart jeden Cent, um ihre daheim gebliebene Familie finanziell zu unterstützen. Außer Zigaretten gönnt sie sich nichts, und neben schwerer körperlicher Arbeit laugt das ständige Kreisen um die alternden Menschen am Ende ihres Lebens mit ihren diversen körperlichen und geistigen Gebrechen die junge Frau zunehmend aus. Durch regelmäßige Telefonate versucht Daniela, den Kontakt zu ihren Kindern zu halten, doch nur zu bald wird deutlich, dass das auf diese Entfernung kaum geht und dass man sich nicht mehr viel zu sagen hat. „Ich muss nur einen Weg finden, mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen, damit es ihm an nichts fehlt, aber die Wahrheit interessiert mich nicht (…) Die ganze Vergangenheit interessiert mich nicht. Wäre die Erinnerung ein Stück Holz, ich würde sie ins Feuer werfen. Und dann zuschauen, wie sie zu Asche verbrennt.“ Der dritte Teil widmet sich schließlich Danielas Tochter Angelica, von der die Mutter erwartet hat, dass diese nicht nur einen guten Schulabschluss macht und anschließend studiert, sondern dass sie sich als acht Jahre ältere Schwester auch um Manuel und den Haushalt kümmert. Eine zwangsläufige Überforderung, die mit Schuldgefühlen und Abwehr einhergeht, und trotz der Dankbarkeit Angelicas für die Möglichkeit eines Studiums und damit eines anderen Lebens als das der Mutter, bleiben auch Zorn, Unverständnis und Ablehnung. „Ich hätte so gern weniger Angst vor der Liebe, die mich mit ihr verbindet, vor dem Schicksal, das ihrem ähneln könnte. Ich hätte gern weniger Angst davor, dass ihr ausgemergeltes Gesicht mit der Zeit zu meinem wird.“ „Heimat und Entwurzelung“ – diesen Begriffen bleibt Marco Balzano auch in diesem Roman treu. Eindringlich schildert er anhand seiner fiktiven Figuren die psychischen wie sozialen Folgen dieser so besonderen Arbeits- und Lebenssituation. Ein Weiterleben mit und trotz der Entscheidungen anderer, die man selbst nicht gefällt hätte und die es schwer machen, seinen eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Distanziert aber dennoch gefühlvoll gewährt der Autor dem Leser Einblick in das Erleben der verschiedenen Familienmitglieder, der Schreibstil ist einfach aber eingängig und dabei oftmals wie kurz angebunden, was zur Verletzlichkeit der erzählenden Personen passt, die durch die spröde Art sich zu geben sich selbst zu schützen versuchen. Ein melancholischer Ton durchzieht die Seiten, spürbar die Einsamkeit und Trostlosigkeit – mich hat die Erzählung oftmals ergriffen. Familien, die auseinanderbrechen, Frauen, die sich entwurzelt fühlen, Kinder, die auf der Strecke bleiben. Dieses Ausmaß an „Kollateralschäden“ hätte ich so nicht vermutet. Und doch geht es noch schlimmer, wie der Autor in seinem aufschlussreichen Nachwort erläutert. Nicht wenige Kinder rumänischer Frauen, die sich gezwungen sehen, im Ausland für das Auskommen ihrer Familien zu sorgen, können nicht von Angehörigen zu Hause betreut und verpflegt werden, sondern landen als „Eurowaisen“ in staatlichen Heimen, denen es finanziell aber ebenfalls nicht gut geht. Dazu kommt noch oftmals eine Burnout-Problematik hinzu, die die Frauen fast zwangsläufig befällt, weil sie sich um fremde Menschen mit schweren Gebrechen in einem fremden Land mit einer fremden Sprache kümmern müssen und kaum noch ein eigenes Leben führen können, während die Mitglieder der eigenen Familie ihnen immer fremder werden und sie ihre Rolle als Mutter nicht länger erfüllen können. „Italienkrankheit“ nennen Balzano (und die Psychologen) das - seine Recherchen zu dem Roman hat der Autor im Wesentlichen auf rumänische Pflegerinnen in Italien fokussiert. „Wer eine Geschichte erzählen will, muss ihr zuhören können: Die Worte dieser Frauen, Kinder und Jugendlichen sind der Keim, aus dem dieses Buch geboren wurde. Es zu schreiben, war für mich ein Versuch der Wiedergutmachung.“ „Wiedergutmachung“ scheint allerdings ein hehres Ziel… In jedem Fall aber hat Marco Balzano mit seinem bedrückenden Roman diese sich einander so ähnelnden Schicksale der Familien sichtbar gemacht, deren Mütter sich aus finanzieller Not heraus entschließen, ganz unabhängig von ihrem bisherigen Leben und ihren eigentlichen Qualifikationen, als Pflegerin in Italien zu arbeiten. Ein Schicksal, das hier beispielhaft und eindringlich dargestellt wird und das den Leser nachdenklich zurücklässt. Unbedingt lesenswert! © Parden

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Marco Balzanos Roman "Wenn ich wiederkomme" ist reifer, aber auch härter als seine Vorgänger. Er erzeugt Bilder von starker Wirksamkeit, v.a. jenes des Bumerangs, den man zu werfen erlernen muss. Als Manuel vom Großvater lernt, wie man den Bumerang wirft, erklärt ihm dieser: „Bevor du wirfst, musst du dir etwas wünschen. Wenn du es schaffst ihn zu fangen, dann gibt es Chancen und Möglichkeiten. Und wenn ich es nicht schaffe? Wünschst du dir etwas anderes oder übst noch ein bisschen.“ Und mit diesem Bild schließt auch der Roman. „‘Er kommt zurück!‘ schrie Manuel. ‚Los Mama …‘ Und fast hätte sie ihn tatsächlich erwischt.“ Sprachlich nüchtern formuliert, ist „Wenn ich wiederkomme“ ein artikulierter Wunsch, der Leserinnen und Leser in die Handlung zieht, dessen Inhalt bewegt und auch erschüttert. Eine unbedingte Leseempfehlung im Herbst 2021.

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Wenn ich wiederkomme, der Titel des Buchs wirft die Fragen auf wo bist du hin, warum bist du gegangen und was ist dann? Der Autor erzählt die Geschichte einer Frau und Mutter die aus Rumänien nach Mailand geht, ihren Mann und die Kinder bei ihren Eltern lässt um als Pflegekraft Geld zu verdienen damit die Kinder weiterhin die Schule besuchen können. Er beschreibt wie die Kinder mit dem unerwarteten Verlust der Mutter umgehen. Wie der Mann noch weiter in die Antriebslosigkeit verfällt, wie Daniela auf vieles verzichtet und extreme Bedingungen aushält damit ihre Kinder es einmal besser haben. Auch hier in Deutschland arbeiten viele Frauen als Pflegekräfte in privaten Haushalten, sie sind günstiger als ein Heim und wir können unsere Angehörigen bei uns behalten und trotzdem unserem Beruf nachgehen. Eigentlich ein Gewinn für alle Seiten. Für die Frauen ein Gewinn mit vielen Schattenseiten. Sprachbarrieren, Einsamkeit und teilweise auch Überforderung. Ein wichtiges Thema, aber ist es für einen Roman geeignet? Meiner Meinung nach ja, denn so erreicht das Thema viele Leser die nicht unmittelbar davon betroffen sind. Andererseits habe ich mir von einem Roman mehr Emotionalität erwartet, so wie bei dem ersten Buch von diesem Autor das ich gelesen habe. Hier haben mich die Personen nicht mitgenommen auf ihre Reise, haben nur oberflächlich Zugang zu ihren Gefühlen und Gedanken gewährt. Ich wollte keine Tränen, Vorwürfe oder ähnliches. Ich hätte nur gern gehabt, das es für alle Beteiligten deutlicher wurde wie tief der Einschnitt ist, welche dauerhaften Folgen durch solche einsamen Entscheidungen entstehen, das Verständnis oder eben Unverständnis auf allen Seiten deutlicher beschrieben wurde.

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Die Familie der Geschwister Angelica und Manuel leben Radeni. Wie viele Familien in diesem Land sind sie bettelarm. Daniela hat für ihre Kinder nur einen Wunsch – sie sollen das beste Gymnasium besuchen und anschliessend studieren. Um dies ihren Kindern zu ermöglichen, entschliesst sie die Familie zu verlassen und in Italien als Altenpflegerin und Kindermädchen zu arbeiten. Was eigentlich nur für ein Jahr angedacht gewesen wäre, verlängert sich immer wieder um ein Jahr bis sich ihr Sohn lebensgefährlich verletzt und im Koma liegt. Marco Balzano will mit seinem Roman aufzeigen, dass Migration nicht ein männliches Problem ist. Da die Gesellschaft immer älter wird, sind helfende Hände von Frauen gesucht. Die Frauen geben quasi ihr Leben auf und übernehmen die Aufgaben, welche die Kranken und Alten nicht mehr erledigen können oder arbeiten als Haushaltsgehilfinnen. Häufig kehren sie völlig ausgelaugt und erschöpft zurück. In Osteuropa nennt man dies die „Italienkrankheit“ oder das „Italiensyndrom“. Marco Balazano gibt jedem Kind und der Mutter eine Stimme. Mit der Migration ist die Nabelschnur nun endgültig gekappt. Während Angelica pflichtbewusst die Erwartungen der Mutter erfüllt, bricht für Manuel eine Welt zusammen. Er kommt in der Schule nicht mehr mit. Das hat verschiedene Gründe. Der neue Roman von Marco Balazano zeigt für mich zwei Seiten auf. Die eine ist die weibliche Migration, die in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, weil sie im Hintergrund verrichtet wird. Die andere ist die Erwartungshaltung gegenüber den Kindern. „Sie sollen es besser haben als wir“ ohne nachzufragen, was sie sich für die Zukunft wünschen.

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Die EU-Osterweiterung brachte für viele Menschen Hoffnungen auf mehr Wohlstand, Geld für eine bessere Zukunft, für Bildungschancen für ihre Kinder, für Träume von einem Morgen, die die Opfer von heute erträglich machten. Doch vor allem im Fall der Elternpaare und Frauen, die ihre Kinder bei Verwandten zurückließen, hatte die Erfüllung dieses Traums einen hohen Preis. Von "Euro-Waisen" war die Rede. In seinem Buch "Wenn ich wiederkomme", beschreibt der italienische Autor Marco Balzano eine rumänische Familie und die Härten, die die Arbeit der Mutter als Pflegekraft in Italien für alle bedeutet. Daniela geht heimlich nach Mailand. Ihr Mann, der wenig Unterstützung leistete, bleibt ebenso zurück wie die beiden Kinder, die 16-jährige Tochter, fleißig und zuverlässig, die unversehens in die Rolle der Ersatzmutter geschubst wird, und den zehnjährigen Sohn, der die Mutter für den als Verrat empfundenen Aufbruch mit Liebesentzug und immer größer werdenden materiellen Forderungen straft. Stabilisierender Faktor sind die Großeltern, die sich um die Kinder zu kümmern versuchen, aber aus Alters- und Gesundheisgründen nur begrenzt dazu in der Lage sind. In dei Abschnitten erzählt Balzano aus der Perspektive von Sohn, Tochter und Mutter und gibt Einblick in die Herausforderungen der Situation für jeden von ihnen,: Der Sohn, der in der Dorfschule Bestnoten hatte, fällt im städtischen Privatgymnasium rapide ab, kapselt sich ein. Als die ältere Schwester ein Studium beginnt und die strenge Aufsicht zu Hause wegfällt, fängt er an zu trinken und zu kiffen. Dann stirbt auch noch der Großvater, die männliche Identifikationsfigur und das Vorbild des Jungen, der am liebsten Bauer werden und das aufgrund der Emigration sterbende Dorf retten will. Die Schwester dagegen will raus aus dem Dorf, hofft auf ein bißchen Freiheit, fühlt sich überfordert mit der Verantwortung, die ihr in jungen Jahren aufgeschultert wird. Die Mutter wiederum macht als Fremde demütigende Erfahungen, muss sich durchbeißen, kämpft mit Einsamkeit und Heimweh. Die Videogespräche mit der Familie werden zum Symbol der Entfremdung und auch die Heimatbesuche können die wachsende Distanz schwer überbrücken. Als der Sohn nach einem Motorradunfall im Koma liegt. zwingt die neue Krise zu Entscheidungen und Neuorientierungen. Im Nachwort schreibt Balzano, er habe vor dem Schreiben ausführlich zur Situation der Migrantinnen recherchiert, Experten zu den Problemen der zurückbleibenden Familien, gerade auch der Kinder und Jugendlichen befragt. Durch die verschiedenen Perspektiven gelingt es ihm, die jeweiligen Probleme und Sichtweisen auszuleuchten. Die Menschen, die sonst unter dem Begriff "ausländische Pflegekraft" gesichtslos und anonym bleiben, werden so greifbar, wobei Balzano auf Sozialkitsch verzichtet. Mit Sympathie, aber respektvollem Abstand gibt er gar nicht vor, alles über seine Protagonisten zu wissen. Eher am Rande skizziert sind diejenigen, die von den billigen Arbeiterinnen aus Ost- und Südosteuropa profitieren. Balzano schreibt mit Empathie und offenem Blick von Träumen, Aufbruch und Scheitern. Es wäre schön, wenn sein Buch auch bei solchen Lesern landet. die sich gerne über Wirtschaftsflüchtlinge ereifern. Und es zeigt, was Migration nicht nur für die bedeutet, die aufbrechen, sondern auch für diejenigen, die zurückbleiben.

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Dieser Balzano kann einen nicht kalt lassen. Meisterhaft und eindrücklich wird hier das Schicksal einer rumänischen Familie erzählt. Die Mutter sieht keinen anderen Weg mehr ihre Familie zu ernähren, nachdem ihr Mann seine Arbeit verloren hat und zu saufen angefangen hat, als sich wie viele Andere auch, auf den Weg nach Italien als Pflegekraft zu machen. Nachts schleicht sie sich heimlich davon und lässt ihren kleinen Jungen und dessen 8 Jahre ältere Schwester in der Obhut der Großeltern zurück. Von ihrem Mann erwartet sie nicht allzuviel, was sich leider auch bewahrheitet. Im ersten Teil wird aus Sicht des Jüngsten erzählt, im zweiten Teil schildert die Mutter ihre Zeit in Italien und im dritten Teil kommt die große Schwester zu Wort. Große Einsamkeit, Überforderung und Schicksalsergebenheit sind die Schlagwörter dieses Buches. Unbedingt lesen. Man macht sich zu wenig Gedanken über das Leben der Frauen und deren Familien, die unsere "Alten" pflegen.

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Klappentext: „Sie lassen die eigene Familie zurück, um sich um fremde Menschen zu kümmern – die Frauen aus Osteuropa. Daniela ist eine von ihnen. Sie arbeitet in Mailand, rund um die Uhr, ist zuverlässig und liebevoll als Pflegerin und als Kinderfrau. Doch je mehr sie fremden Familien hilft, desto heftiger vermisst sie die eigenen Kinder. Als ihrem heranwachsenden Sohn etwas zustößt, muss sie eine Entscheidung treffen.“ Ich muss gestehen, ich bin Marco Balzano’s Worten immer schon verfallen und so auch hier. In seiner aktuellen Geschichte greift er ein Thema auf, das so einige Menschen gern als Tabu- oder Grauzone bezeichnen würden, ich hingegen nenne sie „Menschen die helfen müssen, weil sie finanziell nicht anders können“. Die Geschichte hier rund um Daniela, die ihre Familie wegen der Arbeit verlässt, in ein anderes, fremdes Land mit fremden Kulturen geht um Geld zu verdienen, als Pflegerin, Kinderfrau arbeitet. Für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit das wir „Osteuropäer“ als Pflegekräfte anheuern, aber steckt doch hinter jedem dieser Menschen auch eine Geschichte und eine Seele die auch Leid erfährt, obwohl sie sich selbst tagtäglich um Leid kümmert, es versucht, dieses Leid ein wenig lebenswerter zu machen…..Marco Balzano hat hier mit seiner klaren und heftigen Sprache den Kern der Thematik getroffen. Er schreibt unverfroren ehrlich, gefühlvoll und äußerst emotional über Protagonistin Daniela, dass man komplett mit ihr mitfühlt und ja, auch leidet. Man kann als Leser die eine Seite der Medaille verstehen aber auch die andere, die, die gern vergessen und verdrängt wird….Dürfen wir uns einen Menschen für Geld „kaufen“, nur um das er uns bedingungslos hilft und dabei seine eigene Welt hinten anstellt oder gar verdrängen soll? Sie merken schon, diese Geschichte hier wirft nicht nur viele ethische Fragen auf, sondern hat auch sehr sehr viel Gesprächspotential und vor allem, spricht die Geschichte ein großes gesellschaftskritisches Thema an. Balzanos Wortspiel ist dabei nie wertend sondern mahnend und genau da liegt der feine Unterschied. Der aufmerksame Leser wird hier sogar noch mehr entdecken und bekommt, wie immer eigentlich bei Balzano, ein echtes Schmuckstück und Lesehighlight in der Literaturwelt! 5 von 5 Sterne!

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Was bewegt eine Mutter, ihre Kinder zu verlassen? Egoismus wird es selten sein, vielmehr die blanke Not, sich und die Familie finanziell über Wasser zu halten und den Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Glücklich können sich diejenigen schätzen, die sich dies nicht einmal vorstellen können. Eine wohlhabende Gesellschaft sollte jedoch darüber nachdenken, woher zum Beispiel die Migrantinnen kommen, die rund um die Uhr als private Altenpflegerinnen oder Kindermädchen arbeiten, und - noch wichtiger – aus welchen Gründen sie da sind und welche Geschichten sie zu erzählen haben. Der italienische Autor Marco Balzano gibt in seinem Roman „Wenn ich wiederkomme“ einer Frau und ihren Kindern aus Rumänien eine Stimme. Ein aufwühlender Roman. Manuel lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester auf dem Land nahe der Grenze zu Moldawien. Seine Großeltern wohnen nebenan. Die Gegend ist arm und es gibt keine Arbeit. Nachdem erst die Mutter ohne Vorankündigung mit dem Bus nach Italien abfährt um dort als Altenpflegerin zu arbeiten, verlassen Marco nach und nach auch die anderen Familienmitglieder: der Vater für einen Job im Ausland und die ältere Schwester, um in der Stadt zu studieren. Dann geschieht ein Unglück, das das Leben aller Familienmitglieder beeinflusst. Das Buch ist in drei Teile untergliedert: Sowohl die beiden Kinder als auch die Mutter erzählen jeweils in der Ich-Form die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Bemerkenswert ist der nüchterne Stil, der den Roman fast dokumentarisch erscheinen lässt. Dennoch ist gerade die Perspektive der Mutter sehr ergreifend. Denn nicht nur ihr Leben ist tragisch, sondern auch die alten Menschen, die sie in Italien pflegt, sind trotz der besseren finanziellen Situation bemitleidenswert. Der Roman thematisiert in erster Linie die erbärmliche Lage der weiblichen Pflegekräfte aus Osteuropa und ihrer zurückgelassenen Familien. In der Psychiatrie wird der häufig auftretende Burnout dieser Pflegerinnen und Kindermädchen als „Italienkrankheit“ und die zurückgelassenen Kinder als „Eurowaisen“ bezeichnet. Mit diesem Thema einher geht aber auch der oft entwürdigende Umgang der westlichen Wohlstandsgesellschaft mit alten Menschen und die emotionale Vernachlässigung der Kinder berufstätiger Eltern. Einziger Kritikpunkt: Die Perspektive von Manuel wirkt sprachlich und inhaltlich teilweise zu reif für den Jungen, der hier beschrieben ist. Insgesamt ist das Buch aber sehr lesenswert!

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Marco Balzano hat mit "Wenn ich wiederkomme" kein einfaches Buch geschrieben, aber ein eindrucksvolles, das mir noch lange hinterher hängt (und das im positiven Sinn). Mit viel Gespür für die kleinen Dinge und Details erzählt er eine Geschichte voller Trauer und Liebe, das sehr eindringlich unter die Haut geht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Entscheidungen Daniela lebt mit ihrer Familie in Rumänien in sehr ärmlichen Verhältnissen. Jobs gibt es kaum welche in ihrer Heimat und so entscheidet sich Daniela, nach Mailand als Pflegekraft für alte Menschen zu gehen. Über Nacht verlässt sie die Familie, worunter besonders ihr Sohn leidet. Die ältere Tochter Angelica versucht ihren Bruder Manuel zu unterstützen, was mehr schlecht als recht gelingt. Auch die Großeltern unterstützen wo sie können, doch letztendlich fehlt die Mutter, was sich immer wieder zeigt. Als plötzlich der Großvater stirbt, verliert Manuel seinen letzten Halt. Daniela kehrt zurück nach Rumänien und steht vor dem Scherbenhaufen einer Familie und muss sich nun den Problemen stellen. Balzano hat sich hier einem schwierigen Thema angenommen – den osteuropäischen Pflegekräften, die für einen Traum vom besseren Leben ihre Familie verlassen und diesen statt der eigenen Anwesenheit, Geld zukommen lassen. So scheint es zumindest, wenn man in den Medien über dieses Thema liest. Wie verzweifelt müssen die Frauen sein, um diesen Schritt zu gehen? Keine finanzielle Unterstützung vom Staat, kein Arbeitsplatz – dafür die Möglichkeit, den Kindern ein angenehmes Leben zu ermöglichen, zumindest materiell. Das Buch lässt mich etwas zwigespalten zurück. Nachdem wir selbst seit ungefähr zwei Jahren immer wieder rumänische Pflegekräfte haben, weiß ich sehr wohl, dass die Frauen nicht nur für den Nintendo der Kinder arbeiten sondern oftmals tatsächlich keine Chance haben, zuhause bei der Familie zu bleiben. Wobei wir einen 4-Wochen-Rhythmus haben und die Frauen sich abwechseln, um wieder ein paar Wochen zu Hause zu sein. Daniela schien ja dauerhaft in Mailand zu wohnen, das wäre bei uns gar nicht möglich. Aber gut, vielleicht gibt es hier auch unterschiedliche Modelle. Doch ich habe noch bei keiner Pflegerin erlebt, dass nicht die eigene Familie wichtiger gewesen wäre. Einen wirklichen Draht habe ich erst sehr spät zu Daniela gefunden, anfangs war sie mir mehr als unsympathisch. Das kenne ich normalerweise nicht bei Banzanos Charakteren. Vielleicht habe ich zu dem Thema einfach einen zu persönlichen Bezug, dass mich das Buch nicht zur Gänze überzeugen konnte. 3 Sterne

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Ein Knecht hat keine Freiheit und muss immer gehorchen, während ein Diener gehorcht, weil das sein Beruf ist, aber ansonsten ist er ein freier Mensch!“ Daniela liebt ihre beiden Kinder Manuel und Angelica sehr, doch das Leben ist nicht leicht in den ländlichen Gegenden Rumäniens. Sie entscheidet, als Pflegekraft nach Italien zu gehen, obwohl sie einst studiert hat und für die Arbeit gleichzeitig überqualifiziert und nicht ausgebildet ist. Manche der Alten sind nett zu ihr, andere grausam. Am schlimmsten sind aber die Kinder und Eltern derjenigen, um die sie sich kümmert. Manchmal ist es auch das Leben selbst. Sie lebt nur noch für ihre Arbeit, um ihrem Sohn ein Studium ermöglichen zu können. Der wiederum fühlt sich nur von seiner Mutter verlassen, nachdem schon der Vater ihn verließ. Trotzdem bleibt Daniela fern, es ist ihr einziger Weg. Bis Manuel eines Tages einen Unfall hat… Mit großer Empathie erzählt Marco Balzano hier von denen, die weggehen – und oft nicht wiederkommen, zumindest nicht vollständig mit ganzem Herzen. Er schafft es, dass man sowohl die Motive der Mutter als auch die des Rests der Familie versteht. Gerne verfolgte ich den Weg der Familienmitglieder, wenngleich ich nicht für alles Verständnis hatte. Ich fühlte den Schmerz eines verlassenen Sohnes und einer Mutter, die alles verloren hatte. Die meisten von uns kennen vermutlich jemanden, der im Alter „eine Polin“ hat, auch wenn es oft nichtmal Polinnen sind. Da wird über ihre schlechte Aussprache gemeckert, über Verhaltensweisen oder Kochkünste. Doch wer von uns weiß, was diese Frauen wirklich leisten? Dieses Buch erzählt die Geschichte von vielen von ihnen. Das ganze in einem Schreibstil, der Lust aufs Weiterlesen macht – das Buch hätte ruhig noch etwas länger und detaillierter sein dürfen für mich. Sehr lesenswert, 5/5

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Zum Inhalt: Daniela aus Rumänien ist mit ihrer Situation nicht zufrieden. Ihr Mann hilft ihr kaum, sie hat zwei heranwachsenden Kinder und einen wenig tollen Job. Deshalb verlässt sie eines Tages Rumänien um ihren Lieben ein besseres Leben zu ermöglichen. Der Roman befasst sich einerseits mit dem Leben von Daniela, auf der anderen Seite aber auch den zurück gebliebenen. Meine Meinung: Das ist mal wieder so ein großartiges Buch, die man meist nur bei diesem Verlag findet. Dieses Mal aber auch mit einem großen Autorennamen. Das Buch, die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt die Zerrissenheit aller Beteiligten, einerseits der fort gegangenen aber auch den zurück gebliebenen. Aber es bietet auch viel Einblick in die Gefühlswelt der Menschen um Daniela herum. Es ist mit sehr viel Gefühl und Herzlichkeit geschrieben und bietet tiefe Einblicke in die Seelen der Protagonisten. einfach ein tolles Buch. Fazit: Absolute Leseempfehlung

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Eine Familie in Rumänien, beide Eltern haben keine Arbeit, die Kinder Manuel und Angelica wenige Perspektiven. Da beschließt die Mutter Daniela, heimlich, zu gehen. Nach Italien, um dort als Altenpflegerin zu arbeiten. Bald verabschiedet sich auch der Vater. Manuel, der zu dieser Zeit ein pubertierender Jugendlicher ist, findet keinen Halt. Bis ein Unfall seine Mutter wieder zurück zur Familie führt. Marco Balzano spricht hier für viele Frauen, für viele Familien, die ein ähnliches Schicksal teilen wie Daniela und ihre Kinder. „Wenn ich wiederkomme“ hat ein wichtiges und notwendiges Thema zum Inhalt. Die Arbeitsmigration osteuropäischer Frauen hinterlässt eine Leere in den Familien. Sie selbst arbeiten und leben weiterhin in prekären Verhältnissen, oft schwarz, über- und unterqualifiziert gleichermaßen, von der Hand in den Mund, dem Wohlwollen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen ausgeliefert. In Italien hat sich offenbar sogar das Wort „Italienkrankheit“ etabliert, welches die physischen und psychischen Belastungen der Pflegerinnen zusammenfasst. Mehr dazu kann man auch im Nachwort des Autors zum Buch lesen. „…keiner kümmert sich um die, die sich kümmern…“ In diesem Roman erfahren wir von Manuel, Daniela und Angelica, wie sie mit diesem Leben zurechtkommen müssen. Daniela muss wohl so sein, nach außen hin abweisend, um ihre Schuldgefühle zu verbergen. Damit macht sie es aber der Leserin auch nicht leicht, mit ihr mitzufühlen. Mit ihrem Fortgehen sichert Daniela zwar finanziell die Zukunft ihrer Kinder ab, die emotionale Leere lässt sich dadurch nicht füllen. Entfremdet kehrt sie wieder, es ist ein schwieriger Annäherungsprozess, die Distanz und Sprachlosigkeit vorherrschend. Die Entfernung ist für die Leserin allzu deutlich, das mag mit ein Grund sein, warum ich zwar die Personen und ihr Handeln nachvollziehen kann, ich aber nicht berührt wurde.

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Tieftraurige, zutiefst bewegende Familiengeschichte um ein brisantes, hochaktuelles und wichtiges Thema: osteuropäische Arbeitskräfte in Westeuropa. Eine Familie auf dem Land in Rumänien. Weil ihr Mann arbeitslos ist, verlässt Daniela ihre Familie und geht als Pflegekraft nach Italien, um von dem Geld, das sie - zunächst illegal - mühsam verdienen muss, ihren beiden Kindern einen Universitätsabschluss und eine gute berufliche Zukunft zu ermöglichen. Die Familie zerbricht daran, die einzelnen Mitglieder entfremden sich, es ist ein Scherbenhaufen... Sehr interessant aus der jeweiligen Perspektive der drei Hauptfiguren erzählt: der Sohn Manuel, der seine Mutter vermisst, auf dem internationalen Gymnasium total unglücklich ist, schließlich sitzen bleibt, und von einem Leben auf dem Land leben will; von Daniela, die es in Italien alles andere als einfach hat, und erst als Pflegerin, dann als Kindermädchen und schließlich wieder als Pflegerin arbeitet, und von Angelica, der Tochter, die ihren Abschluss an der Uni schafft, aber traurig und enttäuscht ist, als ihre Mutter nicht zur Abschlussfeier kommt. Sie heiratet am Schluss und will mit ihrem Mann nach Berlin gehen, wo dieser einen Praktikumsplatz erhalten hat. Die Problematik des Themas und die enormen Schwierigkeiten, denen die Familie ausgesetzt ist, werden sehr überzeugend dargestellt. Ein wichtiges Buch, das sehr nachdenklich macht.

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Der Autor gibt einer wesentlichen Gruppe von Personen eine Stimme. In der großen Mehrheit sind das Frauen, welche sich in der Pflege von Menschen im Ausland den Lebensunterhalt verdienen. Für mich war vor allem interessant hinter das Bild zu schauen und den Aspekt der zurück im Herkunftsland verbliebenen Familienmitglieder aufgezeigt zu bekommen.

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Eine Familie zerbricht … Weil sie ihrer Familie ein angenehmeres Leben und ihren Kindern eine bessere Schulbildung ermöglichen will, verlässt Daniela heimlich ihr Zuhause in Rumänien. Sie fährt nach Mailand, um dort als Pflegerin alte Menschen in ihrer letzten Lebenszeit zu versorgen. Doch die Arbeit ist anstrengend und zehrt an der Gesundheit, und das Heimweh nach der Familie ist groß. Auch die Kinder leiden unter der Trennung, denn die abendlichen Telefongespräche und gelegentlichen Geschenke können die Mutter nicht ersetzen. Erst als daheim ein Unfall geschieht, kommt Daniela zurück … Der 1978 in Mailand geborene Marco Balzano ist derzeit einer der erfolgreichsten italienischen Autoren. Neben dem Schreiben von Romanen, für die er bereits einige Preise gewann, arbeitet er als Lehrer für Literatur an einem Mailänder Gymnasium. Er lebt mit seiner Familie in Mailand. Wer von uns kennt nicht mindestens eine Familie die eine ausländische Pflegekraft beschäftigt, damit Oma oder Opa weiter zu Hause gepflegt werden können und nicht ins Heim müssen – aber wer denkt schon an die daheimgebliebenen Familienmitglieder dieser meist aus östlichen Ländern stammenden Frauen? Die Pflegekräfte arbeiten größtenteils bis zur Erschöpfung, werden auch oft ausgenutzt und müssen Tag und Nacht für ihre Pfleglinge bereit sein, während ihre Kinder in der fernen Heimat ohne ihre Mütter zurechtkommen müssen. Balzano schreibt hier über die Verhältnisse in Italien, speziell in Mailand, und teilt das Buch in drei Teile auf, in denen je einer der Protagonisten als Ich-Erzähler zu Wort kommt. Zunächst erfahren wir, wie sehr der anfangs 12-jährige Manuel unter der Trennung von seiner Mutter leidet, wie seine Gefühle zwischen Sehnsucht und Erbitterung schwanken. Im zweiten Teil berichtet Mutter Daniela über ihre Motive die Familie heimlich zu verlassen und nach Mailand als Altenpflegerin zu gehen – und über die kräftezehrende Arbeit, die sie an den Rand körperlicher Erschöpfung bringt. Durch tägliche Telefonate versucht sie den Kontakt zu ihren Kindern aufrecht zu halten, doch bald hat man sich nichts mehr zu sagen. Im dritten Teil sind wir bei Angelica, der acht Jahre älteren Schwester Manuels, die mit ihrer plötzlich auftretenden Rolle als Hausfrau und als Mutterersatz neben ihren schulischen Verpflichtungen völlig überfordert ist. Sie ist zwar einerseits dankbar, dass ihr durch die Arbeit der Mutter ein Studium ermöglicht wird, andererseits jedoch wird sie oft von Hassgefühlen und Verbitterung überwältigt. Dann passiert ein schwerer Unfall und Mutter Daniela kommt nach Rumänien zurück. Wird das an den Gefühlen der Beteiligten etwas ändern? Der Schreibstil des Romans ist dem Geschehen sehr gut angepasst. Klar und sachlich, dennoch sehr eindringlich und empathisch, schildert der Autor die Gefühle der Betroffenen und geht auch auf die psychischen und sozialen Folgen dieser besonderen Umstände ein. Bemerkenswert ist besonders das Nachwort des Autors, das m.E. jedoch besser an den Anfang des Buches, zur Einführung in das Geschehen, gepasst hätte. Fazit: Ein außergewöhnlicher und einfühlsamer Roman, den ich sehr gerne weiter empfehle!

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Nach seinem tollen Südtirol-Roman "Ich bleibe hier" hat Marco Balzano wieder ein spannendes und aktuelles Thema zu einem sehr lesenswerten Roman verknüpft. Diesmal geht es um rumänische Frauen, die in Italien alte Menschen pflegen oder als Kindermädchen arbeiten. So verdienen sie zwar Geld, von dem sie den Großteil in die Heimat schicken, wo es auch dringend benötigt wird. Sie sind aber auch getrennt von der Familie und entfremden sich unweigerlich voneinander. Balzano lässt alle Seiten der rumänischen Seite zu Wort kommen und das ist auch wichtig. So können sowohl die Kinder als auch die Mutter ihre Gedankenwelt schildern und die Leser_innen an ihren Sorge und Nöten teilhaben lassen. Es ist auch ein Seitenhieb auf die Gesundheitssysteme der westeuropäischen Länder, deren Mangel erst die Notwendigkeit von privatem Pflegepersonal hervorbringt. Super zu lesen und auch eine gute Anregung sich mit diesem Thema eingehender zu beschäftigen. Denn auch Deutschland ist davon sehr betroffen, nur daß die Pflegerinnen meistens aus Polen oder Ungarn kommen.

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Daniela verlässt über Nacht ihre Familie um in Mailand eine Stelle als Pflegekraft anzutretten. Ihre in Rumänien lebenden Kinder leiden darunter sehr. Während Daniela sich um andere Familien kümmert, zerbricht ihre eigene. Aus den Blickwinkeln des Sohnes, der Mutter und der Tochter, wird dem Leser das Zurechtkommen mit dem Verlassen und Verlassen werden näher gebracht. Ein Roman der Einblick in das Leben dieser Frauen zeigt und zum Nachdenken anregt.

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Ein Roman, der beschreibt, wie eine Familie sich selbst zerlegt. Eine Familie, die nichts anderes will und braucht als Arbeit in der Umgebung. Balzano zeigt sehr eindrücklich die verhehrenden Folgen unserers defizitären Sozial- und Pfelegesystems auf, das nur notdürfig funktioniert auf Kosten vieler Arbeitsmigrantinnen. Ob Italien oder Deutschland spielt gar keine Rolle. Wahrscheinlich werden die Frauen nach solchen langjährigen Arbeitseinsätzen tatsächlich nur noch zu "grau und ausgehöhlten" Stereotypen, zu keiner Entwicklung mehr fähig. Dann triift Balzanos Schreibstil das ganz treffend. Durchaus erschreckend beeindruckend...

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Vom Zerbrechen einer Familie - ein aktuelles Problem aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet „Manchmal erscheint mir Liebe wie ein Luxus.“ Daniela ist Mutter und lebt in einfachen Verhältnissen in Rumänien. Um ihren Kindern Angelica und Manuel eine gute Ausbildung ermöglichen zu können, zieht sie nach Mailand, wo sie einen alten Mann rund um die Uhr pflegt. Ihren Verdienst schickt sie nach Hause. Doch in der alten Heimat gibt es große Probleme. Ihr Sohn Manuel, der in der Pubertät steckt, tut sich in der Schule sehr schwer. Als auch noch sein geliebter Großvater stirbt, verzweifelt er an der Situation und es kommt zu einem tragischen Unglück. Autor Marco Balzano schreibt klar und gut verständlich in der ersten Person. Er wechselt die Erzählperspektive, schildert das Geschehen zunächst aus der Sicht Manuels, dann aus Danielas und schließlich aus Angelicas. Es wird chronologisch erzählt, was aktuell passiert, aber immer wieder fließen auch Erinnerungen der Figuren in die Geschichte mit ein. Durch die unterschiedlichen Sichtweisen der Charaktere wird die Handlung im Verlauf um mehrere Aspekte erweitert. Eine Geschichte hat nie nur eine Seite, sondern stets mehrere und jeder Beteiligte wird sie anders erleben und erzählen. Das zeigt Marco Balzano mit seinem Roman sehr deutlich. Die drei Hauptfiguren werden vom Autor vor allem in Hinblick darauf, was Danielas Weggang für sie konkret heißt, dargestellt. Auch wenn der Autor in der Ich-Perspektive schreibt, werden seine Figuren recht sachlich beschrieben, sie „erreichten“ mich als Leserin nicht immer emotional. Daniela ist Mutter, sie ist für ihre Kinder verantwortlich. Verantwortung bedeutet für sie vor allem, seinen Kindern ein Leben ohne materielle Entbehrungen zu ermöglichen. Die Kinder sollen eine gute Ausbildung bekommen, sich nicht „arm“ fühlen müssen. Dafür arbeitet sie sehr hart, gönnt sich kaum eine Pause, ist für ihre Arbeitgeber immer verfügbar, „entwurzelt“ sich und riskiert, sich von ihren Kindern zum entfremden. Sohn Manuel „kämpft“ mit der Pubertät, zeigt sich emotional und impulsiv. Der Junge kommt ohne seine Mutter nur schlecht zurecht. Er verliert immer mehr Konstanten in seinem Leben, soll auf eine teure Schule gehen, obwohl er lieber die Landwirtschaftsschule besuchen würde. Er fühlt sich oft vollkommen alleine auf der Welt. Seine ältere Schwester Angelica „kapiert“ nach Manuels Ansicht „die Welt“, sie muss früh Verantwortung übernehmen, kommt zuverlässig ihren Pflichten nach, kümmert sich. Wie ein „Lastesel“ tut sie, was getan werden muss, ohne sich zu beschweren. Doch irgendwann muss auch der stärkste Mensch einmal schwach sein dürfen. Auf Danielas Mann Filip ist wenig Verlass. Aber Opa Mihal wird zum Fels in der Brandung, er sorgt sich um die Kinder und hat viele Lebensweisheiten in petto wie „Im Gehen löst man Probleme.“ Angelica erinnert sich an einen Satz von ihm: „Opa hat mal gesagt, wer sich wäscht und saubere Kleider trägt, der ist nie arm. Arm ist, wer den Dingen hinterherrennt, die alle wollen.“ Dass osteuropäische Frauen ihre Familien verlassen, um in Italien oder anderen Ländern ältere Leute zu Hause zu pflegen oder andere körperlich anstrengende Tätigkeiten zu verrichten, ist sehr traurig, aber leider gang und gäbe. Ich habe mir bisher nie Gedanken gemacht, was das für die betroffenen Frauen und ihre Kinder wirklich bedeutet. Marco Balzano macht mit „Wenn ich wiederkomme“ auf dieses Problem aufmerksam. Er erzählt umfassend, mit welchen Schwierigkeiten die Familien der Pflegerinnen konfrontiert sind und stellt dabei immer wieder die Frage, was Liebe und Glück ausmachen. Was ist ein „besseres“ Leben? Braucht es materielle Sicherheit, um lieben zu können oder ist Liebe und füreinander Dasein nicht die Voraussetzung für echtes Glück? Kann man aus der Ferne lieben? Balzanos Figuren würden diese Fragen aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen sehr unterschiedlich beantworten und auch die Leserinnen und Leser werden sehr gründlich darüber nachdenken, wenn sie die komplette Geschichte gelesen haben. Fest steht aber, Danielas Entscheidung hat dramatische Folgen, kostet einen hohen Preis und verändert Identitäten. „Niemand gibt uns die Zeit zurück, die wir woanders verbracht haben.“ Besonders deutlich wurde mir während des Lesens wieder einmal eines. Von außen betrachtet scheint es manchmal so einfach, über andere zu urteilen. Wer nicht selbst betroffen ist, kann viel leichter werten. Wichtig ist es aber, alle Seiten zu beleuchten, Verständnis für alle Beteiligten aufzubringen und hierfür leistet Balzano mit seinem bemerkenswerten Roman auf alle Fälle einen Beitrag. Diese Familiengeschichte musste genau so erzählt werden. Für mich ein lesenswertes und wichtiges Buch, das mich noch länger beschäftigen wird.

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Titel: Weibliche Gastarbeiter im Schatten der Gesellschaft... Nachdem ich "Ich bleibe hier" und "Das Leben wartet nicht" mit großer Begeisterung gelesen habe, war klar dass ich auch sein neustes Werk lesen wollen würde. In der Geschichte geht es um die Rumänin Daniela, die ihre Heimat verlässt, um ihren Kindern ein besseres Leben zu bieten. Sie geht einfach heimlich. Was hat das für Konsequenzen für die zurückgelassenen Kinder und auf die Partnerschaft? Und wie wird es ihr in der Ferne ergehen? Der Roman ist in drei Abschnitte gegliedert und man erlebt aus der Sicht von Daniela und ihren beiden Kindern wie sie das Weggehen empfinden. Im Fokus stand für mein Gefühl stets Daniela als die Flüchtige. Am meisten hat mich das Schicksal von Daniela berührt, wie roh die Arbeitgeber mit ihr umgehen, in welchen Klischees sie denken und was von ihr alles abgefordert wird. Beim Lesen hatte ich beinahe selbst seelische und körperliche Schmerzen, weil mir das Geschilderte so nahe ging. Vor allem glaubte ich zwischendrin, dass sie als Kindermädchen ihr Glück und ihre Zufriedenheit gefunden hat und dann kommt ihr das Leben dazwischen. Wie gewohnt ist der Erzählstil Balzanos eher unaufgeregt und nüchtern. Der Leser wird mehr durch die Geschehnisse als durch schöne Worte berührt. Mir gefällt diese Art, da die aktuellen Zeiten im echten Leben aufregend genug sind. Gut gefallen hat mir außerdem, dass man für jeden Protagonisten Partei ergreift. Zu Beginn konnte ich Tochter Angelica so gar nicht einschätzen und mochte sie nicht so wirklich, aber als sie zu Wort kommt, entwickelt man Verständnis und die bereits gebildete, eigene Meinung wendet sich nochmal. Fazit: Ein Thema, welches unbedingt offener und häufiger angesprochen gehört, denn der Gastarbeiter von heute ist eben nicht mehr nur der starke Mann vom Lande. Solide Unterhaltung, die bei mir noch lange nachwirken wird. Gern spreche ich eine Empfehlung aus.

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Fast schon ein Essay! Marco Balzano konfrontiert uns in seinem neuen Roman mit einem Teil der Wirklichkeit, den wir sehr gerne ausblenden: In den wirtschaftlich erfolgreichen, westlichen Industriestaaten schaffen Familien, in denen beide Partner für den Erfolg arbeiten, es nicht mehr, die Betreuung ihrer eigenen Kinder und die Versorgung der pflegebedürftig gewordenen Eltern zu übernehmen. Hierfür greifen wir - fast schon in einer Form modernen Sklaventums - auf Arbeitsmigrantinnen aus dem östlichen Europa und auch aus anderen Kontinenten zurück. Diese Geschichte erzählt Marco Balzano am Beispiel der zweifachen rumänischem Mutter Daniele, die in einer Nacht- und Nebelaktion ihre Heimat verlässt, um sich in Italien als Kindermädchen und Altenpflegerin zu verdingen und der zurückgelassenen Familie die so wichtige finanzielle Unterstützung zu geben. Als dann ihr Sohn Manuel nach einem Mopedunfall (Suizidversuch?) ins Koma fällt, verschärft sich für Daniela der Konflikt, weil sie weiß, dass sie auf den Vater der Kinder nicht zählen kann. Die Stärke des Romans ist, dass er ganz nahe an der Alltagswirklichkeit der Arbeitsemigrantinnen inszeniert ist und auf 'Psychologisierungen' weitgehend verzichtet. Eher eine etwas nüchterne, als eine stark emotional aufgeladene Geschichte - fast schon ein Essay. Leseempfehlung!

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Marco Balzano schreibt über das Leben einer osteuropäischen Frau, die ihre Familie zurück lässt um als Pflegerin im westlichen Ausland Geld zu verdienen. Wer bisher nicht wusste, wie es Menschen und deren Familien ergeht, die solche Arbeiten annehmen müssen,, findet in diesem Roman viele bedrückende Informationen.,In Europa ist dies ein Millionengeschäft auf Kosten der Ärmsten. Dieser Roman verdient und bekommt hoffentlich viele Leser:innen.

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Sehr gutes und aktuelles Thema das es verdient hat mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu bekommen. Leider fehlte mit ein bisschen die Tiefe und ich hätte es interessanter gefunden wenn die Hauptprotagonistin mehr zu Wort gekommen wäre. Mehr aus ihrer Gefühlswelt und über den doch grassen Unterschied im Lebensstiel.

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Ein Thema, mit dem viele irgendwann mehr oder weniger stark in Berührung kommen - eine fremde Pflegekraft auf dem Ausland kümmert sich um die Großeltern, Väter, Mütter. Die hier aufgezeigte Perspektive , aus der Sicht der Pflegerin und ihres Sohnes, der in der Heimat fast alleine zurecht kommen muss ist sehr bewegend und berührend. Toll geschrieben, man lebt und leidet mit. Das Buch bewegt nachhaltig.

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Ich Liebe die Bücher von Marco Balzano. Ich habe ungeduldig auf neues Buch von ihm gewartet und es ist wieder soo gut geschrieben! Perfekt recherchierter Roman über Migration, Entfremdung von der Familie und Arbeit im Ausland

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In drei Teile und somit in drei Perspektiven aufgeteilt, erzählt die Geschichte von Schuld, Wut, Sehnsucht und vielem mehr in einer rumänischen Familie, bei der die Mutter nach Italien zum Arbeiten gegangen ist und alle zurück lässt. Sprachlich gut umgesetzt und emotional passend.

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Wie geht es den Frauen, die ihre Familien zurücklassen? Wie geht es den Kindern, die auf ihre Mutter verzichten müssen? Marco Balzano wählt für seinen Roman drei Erzählperspektiven. So können wir uns in Daniela wie auch in ihren Sohn und ihre Tochter einfühlen. Ein eindrücklicher Roman, der einerseits das Schicksal einer Familie erzählt, andererseits aber auch wichtige gesellschaftliche Fragen aufwirft.

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Tolle Erzählkunst - Balzano schreibt so schön - man lebt und leidet mit. Vor allem, wenn man mit der Thematik Pflege von älteren Personen auch privat vertraut ist. So sieht man mal den Hintergrund der Pflegekräfte, was die alles zurück lassen müssen um anderen Leuten zu helfen.

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Wieder einmal beweist Marco Balzano sein sprachliches Können sowie das Geschick, ein aktuelles Thema, welches selten präsent ist, spannend und anschaulich zu erzählen. Der Erzählstrang bleibt bis zum Schluss spannend und ich empfehle das Werk gerne weiter.

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Daniela verlässt Rumänien und ihre Familie mit den beiden halbwüchsigen Kindern, um in Mailand zu arbeiten. Sie möchte ihren Kindern die Möglichkeit bieten, zu studieren und dafür benötigt sie Geld. Die Oma kocht für die Kinder, die fast erwachsene Tochter übernimmt zumindest in Teilen die Mutterrolle, der Sohn fühlt sich alleingelassen. Die Familienmitglieder schildern ihren Umgang mit der Situation, die sich dramatisch verändert, als der Sohn Manuel verunglückt und schwer verletzt wird. Trotz des interessanten Themas hat mich diese Geschichte leider nicht berührt, die Personen bleiben blass. Vielleicht war es der falsche Moment für diese Geschichte, aber leider wurde meine Erwartungshaltung nicht erfüllt.

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