Wenn ich wiederkomme

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Erscheinungstermin 29.09.2021 | Archivierungsdatum 15.10.2021

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Zum Inhalt

Sie lassen die eigene Familie zurück, um sich um fremde Menschen zu kümmern – die Frauen aus Osteuropa. Daniela ist eine von ihnen. Sie arbeitet in Mailand, rund um die Uhr, ist zuverlässig und liebevoll als Pflegerin und als Kinderfrau. Doch je mehr sie fremden Familien hilft, desto heftiger vermisst sie die eigenen Kinder. Als ihrem heranwachsenden Sohn etwas zustößt, muss sie eine Entscheidung treffen.

Sie lassen die eigene Familie zurück, um sich um fremde Menschen zu kümmern – die Frauen aus Osteuropa. Daniela ist eine von ihnen. Sie arbeitet in Mailand, rund um die Uhr, ist zuverlässig und...


Eine Anmerkung des Verlags

Fürsorge hat viele Gesichter – ein Buch über all das, was wir aus Liebe tun. Eine Lektüre, die den Blick auf die Welt verändert. Vom Autor des ›Spiegel‹-Bestsellers ›Ich bleibe hier‹.

Fürsorge hat viele Gesichter – ein Buch über all das, was wir aus Liebe tun. Eine Lektüre, die den Blick auf die Welt verändert. Vom Autor des ›Spiegel‹-Bestsellers ›Ich bleibe hier‹.


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Verfügbare Ausgaben

ISBN 9783257071702
PREIS 22,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Was passiert mit den Kindern, deren Mütter aus den Ostblockländern in den reichen Westen gehen, um ihre Familie zu ernähren. Und wie verändern sich die Frauen, die diesen Schritt als einzige Möglichkeit sehen, ihre Familie zu unterstützen. In diesem Roman erzählt Bolzano davon, und er lässt sowohl die Kinder, als auch die Mutter zu Wort kommen. Sehr dicht und eindrucksvoll erlebt der Leser, welch großer Einschnitt das für die Betroffenen ist. Ich blieb nachdenklich zurück, wie leicht spricht man hier doch davon, im Pflegefall dann halt jemand aus dem Osten kommen zu lassen, ohne darüber nachzudenken, was diese Frauen dafür aufgeben müssen. Keine leichte Kost, und trotzdem absolut empfehlenswert.

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‚Dann holen wir uns halt bei Bedarf eine Pflegekraft aus dem Osten!‘ Wie leicht geht uns diese Aussage im reichen Westen über die Lippen! Und welche Konsequenzen hat das für diese Pflegekräfte? Und für ihre Familien? Anhand der Familie Matei, wohnhaft in Radeni, Rumänien, erfahren wir eine derartige Geschichte. In der Nach-Ceaușescu-Zeit galt: ‚Diese schreckliche Zeiten sind nun vorbei, aber was jetzt kommt wird noch schlimmer!‘ Und so fasste Mutter Daniela aufgrund der engen finanziellen Situation und ‚damit es den Kindern einmal besser geht‘, den Entschluss, nach Italien als Pflegekraft zu gehen. Heimlich schlich sie sich aus dem Haus und ließ nur einen Brief zurück. Im 1. Teil erfahren wir die Sicht des 12-jährigen Sohnes Manuel und wie er versucht, mit der ungewohnten Situation - samt Pubertät und Schule - klarzukommen. Im 2. Teil hält Mutter Daniela Rückschau auf die 4 Jahre in Italien (mit Sehnsucht nach der Heimat und Raubbau an ihrem Körper) und im 3. Teil lesen wir noch die Betrachtungsweise von Angelica, der 8 Jahre älteren Schwester von Manuel. Die Geschichte empfand ich als sehr aufwühlend, war mir doch die Reichweite solcher Entscheidungen in dieser Dimension gar nicht bewusst! Die Szenen sind sehr plastisch, und doch sehr gefühlvoll beschrieben, so dass ich mich bestens in die Personen einfühlen konnte. Und das Buch lässt mich grübelnd zurück, wie sich derartige Situationen vermeiden bzw. verbessern ließen. Bei 5 vergebenen Sternen spreche ich eine volle Leseempfehlung aus!

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von der Familie getrennt Ein ansprechender Roman über eine Familie aus Osteuropa. Da ist der anfangs 12jährige Manuell, seine 8 Jahre ältere Schwester Angelica und seinVater Filip Matei. Die Mutter Daniela hat die Familie verlassen. Sie ist zum Arbeiten und Geld verdienen nach Mailand gegangen. So will sie ihren Kindern das Studieren ermöglichen. Im zweiten Teil des Romans wird aus ihrer Perspektive erzählt. Sie hat es als Migrantin nicht leicht und dann hat ihr Sohn auch noch einen schweren Unfall. Man leidet ls Leser sehr mit ihr mit, das schafft natürlich nur ein Buch, das einen packt. Man gewinnt einen Blick in das Leben einer Familie der unteren Mittelschicht und der Migration. Das ist sehr gut gemacht. Aber an Marco Balzanos bedeutenden letzten Roman „Ich bleibe hier“ reicht dieses Buch nicht ganz ran. Dennoch ist es natürlich ein wichtiges Thema und unbedingt lesenswert.

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Die Geschichte dreht sich um eine kleine Familie, wo die Mutter nach Italien fährt um für ihre Kinder Geld zu verdienen und auch für sich etwas Freiheit zu finden. Die zurückgelassenen Kinder sind fast auf sich allein gestellt und leiden unter der Einsamkeit so wie die Mutter es tut. Erst als eines der Kinder durch ein Unfall fast stirbt, kehrt die Mutter zurück um die Scherben aufzusammeln, die sie hinterlassen hat. In der Geschichte kommen die Mutter, der Sohn und die Tochter gleichermaßen zu Wort und erzählen über die eigenen Leben und wie sie versuchen zu überleben. Auch wenn sie solide erzählt war, hat es mich nicht so berührt, wie ich es erwartet hatte. Ich bin mir nicht so sicher, wie ich dieses Buch beurteilen soll. Einerseits finde ich es wichtig, dass diese Themen angesprochen und erzählt werden. Andererseits fand ich das Buch etwas "kalt": Irgendwie war es als würde man betäubt und fern über die Geschehnisse berichten ohne wirklich die Tatsachen und Gefühle anzusprechen. An manchen Stellen fühlte es sich dann leider klischeehaft und oberflächlich an. Vielleicht hatte ich auch falsche Erwartungen was das Buch angeht. Das Leben geht schließlich weiter und das Buch schafft es genau diese fließende Zeit des Lebens gut nachzuerzählen. Es geht um das Weiterleben trotz der Schmerzen, Tode und Niederlagen. Irgendwie hätte ich gerne mehr erfahren über die drei Charaktere und auch über diese Wanderung zwischen den ärmeren und reicheren Ländern. Insofern hatte das Buch auch Erfolg: Es hat geschafft, dass ich für eine Thematik Interesse entwickelt habe, die mir vorher unbekannt war.

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Dreistimmiger Familien Roman. Osteuropäische Frauen verlassen ihre Familien, um in Italien Geld zu verdienen. Sie kümmert sich um die Alten, sie lassen ihre Kinder zurück. Einer ausgewanderten Frau gelingt es meist die zurückgelassenen Kinder finanziell zu unterstützen, doch der Preis dafür ist hoch. Von einer dieser vielen Frauen erzählt Balzano in seinen neuen Roman. Dieser greift die Geschichte sprachlich wunderbar auf. Anders als seine bisherigen Bücher. Es ist ihm ein Meisterwerk gelungen. Leseempfehlung!

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Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte hat mich sehr berührt und mitgenommen. Habe ich sehr gerne gelesen.

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Das hat sie für uns getan Für mich war es schwierig in das Buch zu finden, denn es begann nicht mit der vermeintlichen Hauptperson, der Mutter, die ihre Familie in Rumänien zurückließ, um in Italien Geld zu verdienen, damit es den Daheimgebliebenen besser ging, sondern der Sohn Manuel bekam zuerst das Wort. Als dann die Mutter erzählen durfte sprang die Story häufig zwischen der berührenden Gegenwart und der Vergangenheit in Italien. Im dritten großen Abschnitt erhielt die Tochter Angelica eine Stimme. Der Klappentext hat mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Ich wollte etwas über eine Mutter erfahren, die wegen des Geldes ihre Familie heimlich verlassen hat, nur zu kurzen Besuchen heimkehrte und die versuchte, den Kontakt bzw. die Erziehung mittels Telefon aufrecht zu erhalten. Aber natürlich interessierte mich auch das Leben der zurückgebliebenen Familienteile, die in ihrer Situation in Rumänien nicht alleine sind, nein es gab in ihrem Umfeld mehr Mütter, die zum Arbeiten nach Italien sind. Für mich kam leider kein richtiger Lesefluß zustande und die Figuren blieben mir zu distanziert. Die Erzählweise hatte mir zu viele Längen, der Part der Mutter sprang mir zuviel hin und her und trotz der momentanen schwierigen Situation traut sich keiner die entscheidende Frage zu stellen. Sehr gut, aufschlußreich und interessant fand ich aber nach Nachwort des Autors und seine Beweggründe für diesen Roman samt der Erklärung des Italiensyndroms und der Eurowaisen. Das hat für mich mein Urteil etwas „herumgerissen“ und aus dem ganzen eine runde Sache gemacht. Nichtsdestotrotz bleibt für mich mein Lieblingsbuch des Autors „Ich bleibe hier“.

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Inhalt: Eines Tages verschwindet Daniela, die Mutter des sechzehnjährigen Manuel aus ihrer Heimat Radeni in Rumänien und lässt ihre Familie, ihn, seine ältere Schwester Angelica und ihren Mann zurück. Auf dem Schulweg offenbart ihm Angelica den Abschiedsbrief ihrer Mutter. Sie ist als Altenpflegerin nach Mailand gegangen, um ihnen ein Studium zu ermöglichen. Manuel ist geschockt und verzweifelt. (Originaltext: „Sag mal Angie, warum gehen wir an dem Tag, an dem wir Waisen geworden sind, überhaupt in die Schule?“ „Aber sie ist doch nicht unter den Zug gekommen!“ „Naja, einmal im Jahr sehen, das ist schon ein bisschen wie gestorben, finde ich“) Er wird bald auf das Gymnasium geschickt und die Schwester geht zum Studium nach Iasi. In der Folgezeit lebt er mit Vater und Großeltern und rebelliert bald gegen seinen Schmerz. Die weitere Entwicklung ist schicksalhaft und bietet für alle nach Jahren der Entbehrung eine neue Chance. Das Ende des Buches möchte ich nicht verraten, aber so viel sei durch Angelica gesagt: „Zum ersten Mal, seit Mama nach Rumänien zurückgekehrt und Manuel aus dem Koma erwacht war, empfand ich, dass wir vielleicht nicht nur Überlebende waren.“ Kritik Marco Balzano erzählt leidenschaftlich aus verschiedenen Blickwinkeln und lotet so das menschliche Leid, dass seine Protagonisten erleben, sehr sensibel aus. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven nämlich von Manuel, Daniela und Angelica geschildert. Dieser Perspektivwechsel konfrontiert den Leser mit der Härte des Lebens, die die jeweilige Person durch die Entscheidung Danielas zu tragen hat, die aus Gründen der Existenzsicherung Heimat und Familie zurücklässt und die Tristesse und Einsamkeit in der Fremde spürt und erträgt. Die Möglichkeit, dass man selbst einmal alt ist und gepflegt werden muss, hängt wie ein Damoklesschwert über diesem Buch und macht es sehr berührend. Grossartiges Buch.

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Das Buch fand ich rein von der Thematik sehr wichtig. Sehr oft wird unterschätzt, was die Globalisierung für Opfer hinterlässt. Marco Balzano schreibt leicht leserlich und bringt uns nach Rumänien und Mailand. Das Buch ist in 3 Teile eingeteilt. Im ersten Teil erzählt Manuel aus Sich des verlassenen Sohnes einer rumänischen Alterspflegerin, welche in Mailand Geld für die Familie verdient. Im 2. Teil erzählt die Mutter selbst, wie es ihr in Mailand ergangen ist. Und im 3. Teil erzählt die Tochter, bzw. Schwester wie es für sie war, die Rolle der Mutter zu übernehmen. Das Buch hat mir sehr gefallen und ich werde es gerne weiterempfehlen.

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Ein guter aber bedrückender Roman über prekäre Servicejobs. Daniela aus Rumänien verlässt ihre Familie in Richtung Italien um ihren Kindern einmal ein besseres Leben zu ermöglichen. Der Preis dafür ist hoch. Sie verliert sich selber, richtet sich gesundheitlich und psychisch zugrunde und ihre Familie zerbricht. Ihr Sohn Manuel zerbricht psychisch an der Situation und verliert seinen Lebenswillen. Ein wichtiges Thema wird in eine Familiengeschichte eingebunden und der Leser erfährt auf eindringliche Weise, was unser ausbeuterisches Wirtschaftssystem für Menschen aus ärmeren Ländern bedeutet. Für die Familien das Zerbrechen des Zusammenhalts und für das Land selbst Braindrain.

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Die beindruckende Erzählung einer "Badante", die von Rumänien nach Italien zieht, sich dort um fremde Menschen kümmert, damit ihre eigene Familie zuhause ein besseres Leben führen kann. Sehr empfehlenswert!

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Die Geschichte einer zerrissenen Familie Moma verschwindet über Nacht. Nur ihrer halbwüchsigen Tochter Angelica hinterlässt sie einen Brief. Der obliegt es nun, den Vater und den jüngeren Bruder zu informieren. Heimlich hat sich Daniela zum Bus geschlichen, der sie von einem rumänischen Dorf ins italienische Mailand bringt, um dort mit der Pflege Alter und Kranker Geld zu verdienen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Kindern durch eine bessere Bildung den Weg aus der Armut zu ermöglichen. Erzählt wird aus drei Perspektiven: Der zehnjährige Manuel kommt als erster zu Wort. Seine Verlassenheit und sein Unverständnis für die Mutter sind sehr nachvollziehbar herausgearbeitet. Im zweiten Teil begleiten wir Mutter Daniela durch ihren – alles andere als einfachen - Italienaufenthalt. Wegen eines Unfalls ist sie in die Heimat zurückgekehrt und legt ihre Version der Geschichte dar. Zum Schluss erzählt Tochter Angelica von ihren Erinnerungen und Zukunftsträumen. Der am 6.Juni 1978 in Mailand geborene Marco Bolzano hat mit diesem Roman ein wichtiges Thema aufgegriffen: die Arbeitsmigration in Europa, die osteuropäische Familien zerreißt, um uns in Westeuropa ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Er beschreibt ein Schicksal, in dem er zahlreiche Probleme vereinigt und stellt damit ein Bild zur Schau, das uns zu denken geben sollte. Gleichzeitig erschafft er den zahlreichen osteuropäischen Pflegerinnen ein würdiges Denkmal. Mich hat das Buch erschüttert und teilweise zu Tränen gerührt. Es fiel mir schwer, es aus der Hand zu legen. Denn auch ich habe bisher nur den Vorteil gesehen, den uns der Aufenthalt preiswerter Pflegekräfte ermöglicht. Meiner Meinung nach sollten es nicht nur diejenigen lesen, die selbst auf ausländische Hilfe angewiesen sind. Der Einblick in das Leben der Frauen in ihrer Heimat macht aus Arbeitskräften Menschen.

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Marco Balzano schafft es wieder, ganz nah an seinen Protagonisten eine spannende und berührende Familiengeschichte zu erzählen, die unter die Haut geht. Wir alle kennen Frauen aus Osteuropa, die unsere alten Familienangehörigen pflegen und unsere Häuser putzen. Im Hintergrund und für wenig Geld. Mit dieser Geschichte bekommen sie ein Gesicht. Und nicht nur die Frauen,, sondern ihre ganze Familie. Ich werde das Buch wegen seines relevanten Themas, seiner unterschiedlichen Perspektiven und seiner feinen Ausarbeitung gern empfehlen!

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"Wenn ich wiederkomme" kann ich uneingeschränkt empfehlen.. Ich hatte vorher von Marco Balzano "Ich bleibe hier" gelesen. Im Gegensatz zu in Italien spielenden Krimis, in denen im 20. Band die Kinder immer noch pubertieren und die Ehefrau immer noch schön ist, bekommt man es hier mit einer völlig neuen Geschichte zu tun. Erzählt wird, sowohl aus der Perspektive der daheimgelassenen Kinder, wie auch der Mutter, die fort geht, die Geschichte von Frauen, die aus purer wirtschaftlicher Not ihr Heimatland verlassen, um sich unter prekären Bedingungen als Pflegekräfte zu verdingen. Schön ist es auch, dass sowohl die illegale wie auch die legale Arbeit beschrieben wird. Beiden ist gemeinsam, dass zu Hause Familien zurückbleiben, Kinder und andere Angehörige und auch das nach Hause geschickte Geld den Verlust nicht wieder gut machen kann. ein absolut aktuelles Thema mit dem wir uns alle auseinandersetzen sollten. Lesenswert!

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ITALIENKRANKHEIT... Erster Satz: „Du hättest eigentlich gar nicht geboren werden dürfen.“ Wer schon einmal in der Situation war eine Entscheidung treffen zu müssen, wie ein pflegebedürftiger Angehöriger am besten versorgt werden kann, der wird sich auch mit der Thematik „Pflegerin aus dem Osten“ auseinandergesetzt haben. Kaum jemand jedoch wird in diesem Zusammenhang darüber nachdenken, wie es diesen Pflegerinnen bei ihrer Arbeit ergeht. Und was die Entscheidung, für diese im Verhältnis gut bezahlte Arbeit ihr Land und ihre eigene Familie zu verlassen, für die Frau und ihre Angehörigen eigentlich bedeutet. Marco Balzano hat sich mit diesem in vielen westlichen wie östlichen Ländern aktuellen Thema auseinandergesetzt, und sein neuester Roman liefert dazu ein bedrückendes und mahnendes Bild. „Wenn ich wiederkomme“ ist ein dreistimmiger Familienroman, der in drei Teile gegliedert ist und aus wechselnden Ich-Perspektiven erzählt wird. Als Erster kommt der anfangs 12jährige Manuel zu Wort, den das heimliche Verschwinden seiner Mutter ins ferne Mailand sehr trifft. Sein Vater Filip ist keine wirkliche Unterstützung, er war immer schon labil und unzuverlässig, und so wundert es kaum, dass er sich weder um seine Kinder noch um den Haushalt kümmert, sondern bald ebenfalls die Familie verlässt. Manuel schwankt zwischen großer Einsamkeit, Sehnsucht und Wut auf seine Mutter, die bald einsetzende Pubertät macht es nicht leichter. Weder seine acht Jahre ältere Schwester noch die Oma, die die Kinder versorgt, bieten dem Jungen den notwendigen Halt. Und als der Großvater stirbt, dem Manuel sich als Einzigem noch nahe fühlte, droht die Einsamkeit ihn zu überwältigen. „Als meinem Vater klar wurde, dass seine Frau sich davongemacht hatte, begann er, die Tür mit Tritten zu traktieren und mit den Fäusten gegen die Wand zu schlagen, während ich hinaus unter die Pergola ging und so laut ihren Namen schrie, dass es nach einer Weile sogar Papa zu viel wurde…“ Im zweiten Teil des Romans erfährt der Leser aus Sicht der Mutter Daniela die Gründe für ihr heimliches Verschwinden aus dem kleinen Dorf in Rumänien sowie einen Einblick in ihr Leben mit ihren wechselnden Stellen in Mailand, immerhin bereits vier Jahre lang. Daniela spart jeden Cent, um ihre daheim gebliebene Familie finanziell zu unterstützen. Außer Zigaretten gönnt sie sich nichts, und neben schwerer körperlicher Arbeit laugt das ständige Kreisen um die alternden Menschen am Ende ihres Lebens mit ihren diversen körperlichen und geistigen Gebrechen die junge Frau zunehmend aus. Durch regelmäßige Telefonate versucht Daniela, den Kontakt zu ihren Kindern zu halten, doch nur zu bald wird deutlich, dass das auf diese Entfernung kaum geht und dass man sich nicht mehr viel zu sagen hat. „Ich muss nur einen Weg finden, mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen, damit es ihm an nichts fehlt, aber die Wahrheit interessiert mich nicht (…) Die ganze Vergangenheit interessiert mich nicht. Wäre die Erinnerung ein Stück Holz, ich würde sie ins Feuer werfen. Und dann zuschauen, wie sie zu Asche verbrennt.“ Der dritte Teil widmet sich schließlich Danielas Tochter Angelica, von der die Mutter erwartet hat, dass diese nicht nur einen guten Schulabschluss macht und anschließend studiert, sondern dass sie sich als acht Jahre ältere Schwester auch um Manuel und den Haushalt kümmert. Eine zwangsläufige Überforderung, die mit Schuldgefühlen und Abwehr einhergeht, und trotz der Dankbarkeit Angelicas für die Möglichkeit eines Studiums und damit eines anderen Lebens als das der Mutter, bleiben auch Zorn, Unverständnis und Ablehnung. „Ich hätte so gern weniger Angst vor der Liebe, die mich mit ihr verbindet, vor dem Schicksal, das ihrem ähneln könnte. Ich hätte gern weniger Angst davor, dass ihr ausgemergeltes Gesicht mit der Zeit zu meinem wird.“ „Heimat und Entwurzelung“ – diesen Begriffen bleibt Marco Balzano auch in diesem Roman treu. Eindringlich schildert er anhand seiner fiktiven Figuren die psychischen wie sozialen Folgen dieser so besonderen Arbeits- und Lebenssituation. Ein Weiterleben mit und trotz der Entscheidungen anderer, die man selbst nicht gefällt hätte und die es schwer machen, seinen eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Distanziert aber dennoch gefühlvoll gewährt der Autor dem Leser Einblick in das Erleben der verschiedenen Familienmitglieder, der Schreibstil ist einfach aber eingängig und dabei oftmals wie kurz angebunden, was zur Verletzlichkeit der erzählenden Personen passt, die durch die spröde Art sich zu geben sich selbst zu schützen versuchen. Ein melancholischer Ton durchzieht die Seiten, spürbar die Einsamkeit und Trostlosigkeit – mich hat die Erzählung oftmals ergriffen. Familien, die auseinanderbrechen, Frauen, die sich entwurzelt fühlen, Kinder, die auf der Strecke bleiben. Dieses Ausmaß an „Kollateralschäden“ hätte ich so nicht vermutet. Und doch geht es noch schlimmer, wie der Autor in seinem aufschlussreichen Nachwort erläutert. Nicht wenige Kinder rumänischer Frauen, die sich gezwungen sehen, im Ausland für das Auskommen ihrer Familien zu sorgen, können nicht von Angehörigen zu Hause betreut und verpflegt werden, sondern landen als „Eurowaisen“ in staatlichen Heimen, denen es finanziell aber ebenfalls nicht gut geht. Dazu kommt noch oftmals eine Burnout-Problematik hinzu, die die Frauen fast zwangsläufig befällt, weil sie sich um fremde Menschen mit schweren Gebrechen in einem fremden Land mit einer fremden Sprache kümmern müssen und kaum noch ein eigenes Leben führen können, während die Mitglieder der eigenen Familie ihnen immer fremder werden und sie ihre Rolle als Mutter nicht länger erfüllen können. „Italienkrankheit“ nennen Balzano (und die Psychologen) das - seine Recherchen zu dem Roman hat der Autor im Wesentlichen auf rumänische Pflegerinnen in Italien fokussiert. „Wer eine Geschichte erzählen will, muss ihr zuhören können: Die Worte dieser Frauen, Kinder und Jugendlichen sind der Keim, aus dem dieses Buch geboren wurde. Es zu schreiben, war für mich ein Versuch der Wiedergutmachung.“ „Wiedergutmachung“ scheint allerdings ein hehres Ziel… In jedem Fall aber hat Marco Balzano mit seinem bedrückenden Roman diese sich einander so ähnelnden Schicksale der Familien sichtbar gemacht, deren Mütter sich aus finanzieller Not heraus entschließen, ganz unabhängig von ihrem bisherigen Leben und ihren eigentlichen Qualifikationen, als Pflegerin in Italien zu arbeiten. Ein Schicksal, das hier beispielhaft und eindringlich dargestellt wird und das den Leser nachdenklich zurücklässt. Unbedingt lesenswert! © Parden

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Marco Balzanos Roman "Wenn ich wiederkomme" ist reifer, aber auch härter als seine Vorgänger. Er erzeugt Bilder von starker Wirksamkeit, v.a. jenes des Bumerangs, den man zu werfen erlernen muss. Als Manuel vom Großvater lernt, wie man den Bumerang wirft, erklärt ihm dieser: „Bevor du wirfst, musst du dir etwas wünschen. Wenn du es schaffst ihn zu fangen, dann gibt es Chancen und Möglichkeiten. Und wenn ich es nicht schaffe? Wünschst du dir etwas anderes oder übst noch ein bisschen.“ Und mit diesem Bild schließt auch der Roman. „‘Er kommt zurück!‘ schrie Manuel. ‚Los Mama …‘ Und fast hätte sie ihn tatsächlich erwischt.“ Sprachlich nüchtern formuliert, ist „Wenn ich wiederkomme“ ein artikulierter Wunsch, der Leserinnen und Leser in die Handlung zieht, dessen Inhalt bewegt und auch erschüttert. Eine unbedingte Leseempfehlung im Herbst 2021.

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Wenn ich wiederkomme, der Titel des Buchs wirft die Fragen auf wo bist du hin, warum bist du gegangen und was ist dann? Der Autor erzählt die Geschichte einer Frau und Mutter die aus Rumänien nach Mailand geht, ihren Mann und die Kinder bei ihren Eltern lässt um als Pflegekraft Geld zu verdienen damit die Kinder weiterhin die Schule besuchen können. Er beschreibt wie die Kinder mit dem unerwarteten Verlust der Mutter umgehen. Wie der Mann noch weiter in die Antriebslosigkeit verfällt, wie Daniela auf vieles verzichtet und extreme Bedingungen aushält damit ihre Kinder es einmal besser haben. Auch hier in Deutschland arbeiten viele Frauen als Pflegekräfte in privaten Haushalten, sie sind günstiger als ein Heim und wir können unsere Angehörigen bei uns behalten und trotzdem unserem Beruf nachgehen. Eigentlich ein Gewinn für alle Seiten. Für die Frauen ein Gewinn mit vielen Schattenseiten. Sprachbarrieren, Einsamkeit und teilweise auch Überforderung. Ein wichtiges Thema, aber ist es für einen Roman geeignet? Meiner Meinung nach ja, denn so erreicht das Thema viele Leser die nicht unmittelbar davon betroffen sind. Andererseits habe ich mir von einem Roman mehr Emotionalität erwartet, so wie bei dem ersten Buch von diesem Autor das ich gelesen habe. Hier haben mich die Personen nicht mitgenommen auf ihre Reise, haben nur oberflächlich Zugang zu ihren Gefühlen und Gedanken gewährt. Ich wollte keine Tränen, Vorwürfe oder ähnliches. Ich hätte nur gern gehabt, das es für alle Beteiligten deutlicher wurde wie tief der Einschnitt ist, welche dauerhaften Folgen durch solche einsamen Entscheidungen entstehen, das Verständnis oder eben Unverständnis auf allen Seiten deutlicher beschrieben wurde.

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Die Familie der Geschwister Angelica und Manuel leben Radeni. Wie viele Familien in diesem Land sind sie bettelarm. Daniela hat für ihre Kinder nur einen Wunsch – sie sollen das beste Gymnasium besuchen und anschliessend studieren. Um dies ihren Kindern zu ermöglichen, entschliesst sie die Familie zu verlassen und in Italien als Altenpflegerin und Kindermädchen zu arbeiten. Was eigentlich nur für ein Jahr angedacht gewesen wäre, verlängert sich immer wieder um ein Jahr bis sich ihr Sohn lebensgefährlich verletzt und im Koma liegt. Marco Balzano will mit seinem Roman aufzeigen, dass Migration nicht ein männliches Problem ist. Da die Gesellschaft immer älter wird, sind helfende Hände von Frauen gesucht. Die Frauen geben quasi ihr Leben auf und übernehmen die Aufgaben, welche die Kranken und Alten nicht mehr erledigen können oder arbeiten als Haushaltsgehilfinnen. Häufig kehren sie völlig ausgelaugt und erschöpft zurück. In Osteuropa nennt man dies die „Italienkrankheit“ oder das „Italiensyndrom“. Marco Balazano gibt jedem Kind und der Mutter eine Stimme. Mit der Migration ist die Nabelschnur nun endgültig gekappt. Während Angelica pflichtbewusst die Erwartungen der Mutter erfüllt, bricht für Manuel eine Welt zusammen. Er kommt in der Schule nicht mehr mit. Das hat verschiedene Gründe. Der neue Roman von Marco Balazano zeigt für mich zwei Seiten auf. Die eine ist die weibliche Migration, die in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, weil sie im Hintergrund verrichtet wird. Die andere ist die Erwartungshaltung gegenüber den Kindern. „Sie sollen es besser haben als wir“ ohne nachzufragen, was sie sich für die Zukunft wünschen.

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Die EU-Osterweiterung brachte für viele Menschen Hoffnungen auf mehr Wohlstand, Geld für eine bessere Zukunft, für Bildungschancen für ihre Kinder, für Träume von einem Morgen, die die Opfer von heute erträglich machten. Doch vor allem im Fall der Elternpaare und Frauen, die ihre Kinder bei Verwandten zurückließen, hatte die Erfüllung dieses Traums einen hohen Preis. Von "Euro-Waisen" war die Rede. In seinem Buch "Wenn ich wiederkomme", beschreibt der italienische Autor Marco Balzano eine rumänische Familie und die Härten, die die Arbeit der Mutter als Pflegekraft in Italien für alle bedeutet. Daniela geht heimlich nach Mailand. Ihr Mann, der wenig Unterstützung leistete, bleibt ebenso zurück wie die beiden Kinder, die 16-jährige Tochter, fleißig und zuverlässig, die unversehens in die Rolle der Ersatzmutter geschubst wird, und den zehnjährigen Sohn, der die Mutter für den als Verrat empfundenen Aufbruch mit Liebesentzug und immer größer werdenden materiellen Forderungen straft. Stabilisierender Faktor sind die Großeltern, die sich um die Kinder zu kümmern versuchen, aber aus Alters- und Gesundheisgründen nur begrenzt dazu in der Lage sind. In dei Abschnitten erzählt Balzano aus der Perspektive von Sohn, Tochter und Mutter und gibt Einblick in die Herausforderungen der Situation für jeden von ihnen,: Der Sohn, der in der Dorfschule Bestnoten hatte, fällt im städtischen Privatgymnasium rapide ab, kapselt sich ein. Als die ältere Schwester ein Studium beginnt und die strenge Aufsicht zu Hause wegfällt, fängt er an zu trinken und zu kiffen. Dann stirbt auch noch der Großvater, die männliche Identifikationsfigur und das Vorbild des Jungen, der am liebsten Bauer werden und das aufgrund der Emigration sterbende Dorf retten will. Die Schwester dagegen will raus aus dem Dorf, hofft auf ein bißchen Freiheit, fühlt sich überfordert mit der Verantwortung, die ihr in jungen Jahren aufgeschultert wird. Die Mutter wiederum macht als Fremde demütigende Erfahungen, muss sich durchbeißen, kämpft mit Einsamkeit und Heimweh. Die Videogespräche mit der Familie werden zum Symbol der Entfremdung und auch die Heimatbesuche können die wachsende Distanz schwer überbrücken. Als der Sohn nach einem Motorradunfall im Koma liegt. zwingt die neue Krise zu Entscheidungen und Neuorientierungen. Im Nachwort schreibt Balzano, er habe vor dem Schreiben ausführlich zur Situation der Migrantinnen recherchiert, Experten zu den Problemen der zurückbleibenden Familien, gerade auch der Kinder und Jugendlichen befragt. Durch die verschiedenen Perspektiven gelingt es ihm, die jeweiligen Probleme und Sichtweisen auszuleuchten. Die Menschen, die sonst unter dem Begriff "ausländische Pflegekraft" gesichtslos und anonym bleiben, werden so greifbar, wobei Balzano auf Sozialkitsch verzichtet. Mit Sympathie, aber respektvollem Abstand gibt er gar nicht vor, alles über seine Protagonisten zu wissen. Eher am Rande skizziert sind diejenigen, die von den billigen Arbeiterinnen aus Ost- und Südosteuropa profitieren. Balzano schreibt mit Empathie und offenem Blick von Träumen, Aufbruch und Scheitern. Es wäre schön, wenn sein Buch auch bei solchen Lesern landet. die sich gerne über Wirtschaftsflüchtlinge ereifern. Und es zeigt, was Migration nicht nur für die bedeutet, die aufbrechen, sondern auch für diejenigen, die zurückbleiben.

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