W.

Roman

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Erscheinungstermin 19.05.2021 | Archivierungsdatum 18.08.2021

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Zum Inhalt

Vor 200 Jahren: Johann Woyzeck ermordet Johanna Woost Am 21. Juni 1821 ersticht Johann Christian Woyzeck die Witwe Johanna Woost. Ein Verbrechen aus Leidenschaft, dessen Umstände von Georg Büchner bis Werner Herzog Generationen von Künstlern in Bann schlug. In seinem neuen großen Roman spürt Steve Sem-Sandberg dem historisch verbürgten Fall nach und entwirft eindrucksvoll das Porträt eines Mannes, in dem sich das Vexierspiel von Wahnsinn und Schuld, von innerer Zerrissenheit und Liebe offenbart. Als W. 1790 beim Leipziger Perückenmacher Knobloch in die Lehre eintritt, ist er gerade mal zehn Jahre alt; die Mutter an der Schwindsucht gestorben, der Vater ein Trinker, der Rasiermesser und Schere nicht mehr sicher führen kann. Doch nicht immer kann W. sich nur auf seine Arbeit konzentrieren, denn manchmal kommt die Stieftochter des Perückenmachers zu Besuch, und als er sie heimlich beim Waschen belauert, packt ihn zum ersten Mal das Begehren. Die Lust am Herumschleichen und Hinterherspionieren wird ihn sein Leben lang nicht loslassen. Nicht während seiner Wanderjahre, in denen er sich in diversen Stellungen verdingt, und nicht als Soldat im Krieg, der ihn durch ein versehrtes Europa treibt. Als W. Jahre später in Leipzig die mittlerweile verwitwete Johanna Woost wiedertrifft, wird es ihm zum Verhängnis. Steve Sem-Sandberg geht in seinem spektakulären Roman dem wahren Woyzeck auf den Grund. Daraus entsteht der Roman eines schicksalhaften Lebens: Woyzeck als Getriebener, als Mensch, als einer von uns.

Vor 200 Jahren: Johann Woyzeck ermordet Johanna Woost Am 21. Juni 1821 ersticht Johann Christian Woyzeck die Witwe Johanna Woost. Ein Verbrechen aus Leidenschaft, dessen Umstände von Georg Büchner...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608981193
PREIS 25,70 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

W.- Steve Sem-Sandberg zum Inhalt Am 21. Juni 1821 ersticht Johann Christian Woyzeck die Witwe Johanna Woost. Ein Verbrechen aus Leidenschaft, dessen Umstände von Georg Büchner bis Werner Herzog Generationen von Künstlern in Bann schlug. In seinem neuen großen Roman spürt Steve Sem-Sandberg dem historisch verbürgten Fall nach und entwirft eindrucksvoll das Porträt eines Mannes, in dem sich das Vexierspiel von Wahnsinn und Schuld, von innerer Zerrissenheit und Liebe offenbart. Als W. 1790 beim Leipziger Perückenmacher Knobloch in die Lehre eintritt, ist er gerade mal zehn Jahre alt; die Mutter an der Schwindsucht gestorben, der Vater ein Trinker, der Rasiermesser und Schere nicht mehr sicher führen kann. Doch nicht immer kann W. sich nur auf seine Arbeit konzentrieren, denn manchmal kommt die Stieftochter des Perückenmachers zu Besuch, und als er sie heimlich beim Waschen belauert, packt ihn zum ersten Mal das Begehren. Die Lust am Herumschleichen und Hinterherspionieren wird ihn sein Leben lang nicht loslassen. Meinung Sem-Sandberg, hat die gut überlieferten, reichhaltigen Dokumente gelesen, Archivmaterialien gesichtet und all das für seinen neuen Roman „W.“ verwendet. Zu diesen Dokumenten gehören auch die Versuche der damaligen Verteidigung, Woyzecks Schuldfähigkeit in Zweifel zu ziehen und das Todesurteil in eine Haftstrafe umzuwandeln. Das Buch ist nicht mal so schnell gelesen, man muß sich darauf einlassen. Heute würde man sicher mildernde Umstände für Woyzeck finden und er bekäme eine Behandlung in der Psychiatrie. Ein historisches Buch, das man kaum aus der Hand legen mag, wenn man erstmal damit warm geworden ist.

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Woyzeck - neu und anders W., das ist Woyzeck, der den wir alle aus dem Deutschunterricht kennen - oder aus dem Theater. Der getriebene, gequälte einfache Soldat, der im Wahn und/oder aus Eifersucht seine Geliebte ermordet. Doch während das Schauspiel seine Geschichte kurz und knapp szenisch erzählt, kann sich der Roman "W." Zeit lassen. In Rückschauen erzählt Johann (nicht Franz, wie bei Büchner) den hohen Herren, die über ihn urteilen, aus seinem Leben: Lehre als Perückenmacher, Dienste bei verschiedenen Herren, Soldat im Feldzug gegen Napoleon ... Der Leser erlebt nicht nur das fortschreitende Abgleiten von W. in den Wahn mit, sondern erhält auch Einblick in das Leben der einfachen Menschen im 18. Jahrhundert - erschütternd, bedrückend, bewegend. Und dabei unglaublich packend und sehr gut (obwohl mit Sicherheit als literarisch einzuordnen) zu lesen.

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Steve Sem-Sandberg erzählt das Leben des berühmten Woyzeck ausführlich und mit psychologischem Tiefgang. Er nimmt uns mit in eine Zeit, in der Aussenseiter keinerlei Möglichkeit hatten, ihr Leben zu verbessern. Die Menschen, denen Woyzeck begegnet, gehen schlecht mit ihm um und behandeln ihn oft wie einen Sklaven. Auch die grossartigen Naturdarstellungen spiegeln die Innenwelten der Hauptfigur und vervollständigen den Roman. Ein Buch, das einen immer wieder fassungslos macht und dessen Geschichten man bis zum Schluss folgt um zu verstehen, welche Erlebnisse einen Menschen prägen.

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Steve Sem-Sandberg, der schwedische Schriftsteller und Nobelpreis-Juror, erzählt einen berühmten Stoff neu und dringt dabei in das Drumherum tiefer ein, als es je zuvor jemand getan hat. Der Autor hat alle wesentlichen Informationen zu W. zusammengetragen und erzählt uns von einem Mann, dem der Krieg und dessen Konsequenzen so extrem zugesetzt haben, dass seine Psyche dadurch ziemlich angeknackst ist. Womöglich hätte ihm eine intensive Therapie gut getan, doch es kam anders... Am 27. August 1824 wurde in Leipzig der damals 44-jährige Johann Christian Woyzeck wegen Mordes an Johanna Christiane Woost hingerichtet. Der Fall hatte schon zu vor der Hinrichtung für mächtig Aufsehen gesorgt. Man zweifelte an W's Zurechnungsfähigkeit. Fragte sich, ob vielleicht die Stimmen in seinem Kopf und die Halluzinationen ihn zum Mord trieben. Sandberg schöpft dabei aus historischen Quellen und fokussiert nicht die Tat von eins, sondern geht auf viele Aspekte, die ebenfalls einflossen, ein. Teils gesellschaftskritisch, teils pädagogisch wertvoll. Ein sehr interessantes Buch für alle, die sich für Woyzeck interessieren und verstehen möchten, wie ein Mensch zu einem Mörder werden kann.

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Habe nicht mit einem so sehr nervenaufreibenden Krimi gerechnet. Hat mir sehr gut gefallen und habe sehr gerne mitgefiebert.

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Johann Christian Woyzeck ist eine historisch verbürgte Person, dessen Schicksal sich bereits Georg Büchner angenommen hatte. 1821 erstach er die Witwe Woost und stellte sich kurz darauf der Polizei. Steve Sem-Sandberg beschäftigt sich in W. mit der Schuldfähigkeit des Deliquenten. Aus medizinischer Sicht wurde er als zurechnungsfähig begutachtet. Der Autor zeichnet der Lebenslauf von Johann Christian Woyzeck nach. Welches Schicksal muss ein Mensch erlitten haben, dass er so durchdreht? Johann Christian Woyzeck hat früh seine Eltern verloren. Er war früh auf sich gestellt. Sein Leben lang wird er veräppelt, gedemütigt und verachtet. Die Inquisition ist quellenmässig gut dokumentiert. Hingegen der Lebenslauf Woyzecks musste sich der Autor teilweise selbst zusammenreimen. Das wirkt sich auch auf den Schreibstil aus. Die Inquisition ist in alter Sprache geschrieben, die Lebensgeschichte in moderner. Ich liebe Bücher, die sich mit historischen Ereignissen oder Personen beschäftigen. Ich werde mir die vorherigen Bücher von Steve Sem-Sandberg auch noch genauer anschauen. Er schreibt eindringlich und lässt einen alles um sich vergessen. Woyzecks angenommen haben sich schon einige Schriftsteller Schicksal

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Woyzeck kennt man vielleicht schon aus der Schule oder vom Theater. Dieses Buch rollt den Charakter Woyzeck nochmal neu aus, analysiert genau und präzise seinen Charakter bis zum bitteren Schluss. Die Art und Weise wie er porträtiert wurde, fand ich spannend und unterhaltsam erzählt. Für mein Geschmack war das Porträt von Woyzeck vielleicht etwas zu lang, aber trotzdem hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen! Insbesondere für Leser zu empfehlen, die ein grundlegendes und detailliertes Porträt von kuriosen Charakteren mögen.

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