Muttertage
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Erscheinungstermin 03.08.2026 | Archivierungsdatum 09.08.2026
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Zum Inhalt
1961 reist die 18-jährige Ulrike zu einem Sprachkurs ins sommerliche Cannes - und kehrt schwanger zurück. Auf Drängen ihrer Eltern geht sie eine Scheinehe ein, die bald zerbricht. Für einen Neuanfang folgt sie dem sephardischen Geschäftsmann Adem nach Istanbul. Während die Kinder Barbara und Danyal dort Wurzeln schlagen, verliert Ulrike zunehmend den Halt und sucht Trost im Alkohol. Vierzig Jahre später erinnert sich Barbaras Tochter Charly an ein Leben zwischen Mutter und Großmutter, die bis zuletzt nicht mehr miteinander gesprochen haben. Auf der Suche nach dem verschwundenen Onkel Danyal beginnt sie zu begreifen, wie sehr die Konflikte der vorherigen Generationen in ihr fortwirken.
Ein eindrucksvolles Debüt über Mütter und Töchter - und die Frage, welche inneren Konflikte tatsächlich die eigenen sind und wessen Gefühle wir eigentlich in uns tragen.
Jennifer Segebrecht erzählt mit großer Sensibilität von drei Frauen, die aneinander leiden und wachsen.
»Geradezu zauberhaft erzählt dieses Buch von den kleinen Grausamkeiten, die Mütter und Töchter einander antun können: im heutigen Köln, am Bonner Rheinufer, am Bosporus, in der Voreifel. Jennifer Segebrecht zeigt uns die Doppelmoral einer zum Glück verschwundenen Bundesrepublik und ein Istanbul, das es nicht mehr gibt. Und hat wie nebenbei einen großartigen neuen Heimatroman geschrieben.«
David Wagner
1961 reist die 18-jährige Ulrike zu einem Sprachkurs ins sommerliche Cannes - und kehrt schwanger zurück. Auf Drängen ihrer Eltern geht sie eine Scheinehe ein, die bald zerbricht. Für einen Neuanfang...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783691310245 |
| PREIS | 22,00 € (EUR) |
| SEITEN | 272 |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 9 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Joulina W, Rezensent*in
Muttertage erzählt eindringlich von Mutterschaft, Erwartungen und den unsichtbaren Lasten, die Frauen oft tragen. Jennifer Segebrecht schreibt ehrlich, sensibel und ohne einfache Antworten – genau das macht dieses Buch so stark.
Mich hat vor allem die emotionale Wucht beeindruckt. Ein Roman, der lange nach dem Zuklappen im Kopf bleibt und wichtige Fragen stellt. 5 von 5 Sternen.
Rezensent*in 1111266
Bücher über Mutter-Tochter-Beziehungen gibt es viele. Doch dieses Debüt von Jennifer Segebrecht ist ein sehr besonderer Roman und sollte unbedingt gelesen werden, denn das Geschriebene wird neutral geschildert. Zu keinem Zeitpunkt ergreift man Partei für eine Figur. Jennifer Segebrecht stellt einfach nur objektiv dar und das gefällt mir. Auf 272 Seiten reisen wir durch über 60 Jahre Familiengeschichte der drei Frauen Ulrike, Barbara und Charly. 2018: Charlys Großmutter Ulrike ist verstorben. Die beiden hatten immer einen guten Draht zueinander. Ihre Mutter Barbara zu Ulrike hingegen nicht. Viele Jahrzehnte hatten die beiden keinen Kontakt. Die Ursachen liegen vor allen Dingen in Barbaras Kindheit, die nicht gradlinig verlief. Ulrike wurde mit 18 Jahren schwanger. Barbara ist ein Mitbringsel aus einem Sprachkurs in Frankreich. Von Beginn hat, hat Ulrike kein inniges Verhältnis zu ihrer Tochter aufbauen können. Ihr zweiter Mann Adem, ein türkischer Geschäftsmann aus Istanbul, nimmt Barbara an wie seine leibliche Tochter und sie verstehen sich gut. Oft fühlt Ulrike sich von ihm und Barbara hintergangen. Ulrikes ganze Liebe gilt ihrem Sohn Dany, der aus dieser Ehe mit Adem hervorgegangen ist. Nach ihrem gemeinsamen Wegzug aus Istanbul und einem Neuanfang in Deutschland, beginnt es in der Ehe zu kriseln. Adem verlässt die Familie und Ulrike geht es psychisch immer schlechter, das wirkt sich auf die Mutter-Kind-Beziehung aus. Schließlich kommt es zum Bruch und auch Dany geht seine eigenen Wege und bricht mit Mutter und Schwester. Charly nimmt Ulrikes Tod zum Anlass, ihre eigene Beziehung zu ihrer Mutter Barbara zu überdenken. Auch diese ist nicht ganz einfach und ist geprägt von gegenseitigen Erwartungen. Viel Ungesagtes kommt dabei hoch und ist es endlich der Zeitpunkt gekommen, ehrlich miteinander zu sein. Eine sehr berührende und realistische Geschichte und Jennifer Segebrecht führt uns langsam und mit viel Bedacht an diese bestehenden Generationskonflikte heran. In wechselnden Zeitebenen wird die Gefühlslage der drei Protagonistinnen sehr gut abgebildet. Verständnis mag man für alle drei aufbringen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, zumal sie mich ein wenig an Geschehnisse in der entfernten Familie erinnert. Ferner reflektiert man während des Lesens ganz automatisch die eigene Mutter-Tochter Beziehung. Die Auseinandersetzung damit, kann nie verkehrt sein. Jennifer Segebrecht schreibt flüssig und modern, so dass man schnell durch die Buchseiten fliegt. Dieser Roman macht wirklich Lust auf mehr Bücher von ihr und sehr gerne spreche ich für „Muttertage“ eine 5 Sterne Leseempfehlung aus.
Carmen V, Rezensent*in
“Muttertage” von Jennifer Segebrecht handelt von drei Frauen aus drei Generationen einer Familie. Ulrike wird mit 18 in Cannes geschwängert und muss eine unglückliche Scheinehe eingehen. Ihre Tochter Barbara, ein Leben lang von der Mutter ungeliebt, findet keinen Halt, nachdem sie als Kind aus der Türkei, in der sie aufwächst, nach Deutschland “verpflanzt” wird und will alles anders machen als ihre Mutter damals, Doch ihre Tochter Charly erträgt diese Enge nicht und fühlt sich nur von ihrer Großmutter verstanden. Als diese stirbt, beginnt die Suche nach ihrem Selbst und nach Barbaras Bruder Danyal, der jeden Kontakt zur Familie abgebrochen hat.
Der Autorin gelingt hier ein fesselndes Familienporträt dreier gebrochener Frauen, die aus verschiedensten Gründen nicht in der Lage sind, ihre Verletzungen in Worte zu fassen und familiären Halt zu finden. Die Rückblenden, die Ulrikes und Barbaras Geschichte beleuchten, sind mir an vielen Stellen zu kurz geraten, hier hätte ich mir ausführlichere Kapitel gewünscht, um der inneren Zerrissenheit der Figuren gerechter zu werden. Nichtsdestotrotz ein absolut lesenswertes Buch und sehr starkes Debüt, das die Auswirkungen der Leben unserer Ahn*innen auf unser eigenes Leben in den Fokus rückt und die Lesenden sprachlich mitnimmt, ohne voyeuristisch zu wirken.
Rezensent*in 2001989
Emotional & berührend
"Muttertage" von Jennifer Segebrecht ist eine fesselnde Familiengeschichte über 60 Jahre, die drei Frauen-Generarionen in den Vordergrund stellt. Diese Mutter-Tochter-Beziehungen mit den Konflikten durch unterschiedliche Erfahrungen, Sichtweisen & Erwartungen hat viele Emotionen ausgelöst & mich tief berührt. Für alle drei ist die innere Zerrissenheit, das Unverständnis & das Unvermögen, mit Gefühlen umzugehen, nachvollziehbar & verständlich. Es hat mich stellenweise an meine eigene Familiengeschichte erinnert und zum Nachdenken & Reflektieren gebracht. Neben der Geschichte überzeugt Jennifer Segebrecht auch mit ihrem einfühlsamen Schreibstil und mit Sätzen, die im Gedächtnis bleiben.
Ein intensives Leseerlebnis.