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Mädchen allein zu zweit
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Erscheinungstermin 16.07.2026 | Archivierungsdatum 30.11.2026
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Zum Inhalt
• Literarischer Roman der Freundschaft und Gesellschaftskritik verbindet
• Für junge Leserinnen ab 14 Jahren, junge Erwachsene und Fans von Daniela Dröscher
• Für Leserinnen mit Lust auf Gesellschaftskritik
Ein kluger und ehrlicher Roman über zwei Freundinnen und ihren Blick auf die Gesellschaft, in der sie leben – und die Frage, wie weit man füreinander gehen darf.
In klarer, präziser Sprache erzählt Daniela Dröscher von ökonomischer Ungleichheit, familiären Schieflagen und dem Zusammenhalt zweier Freundinnen in einer finanziellen Notlage. Humor und Schärfe...
Eine Anmerkung des Verlags
Bei allen digitalen Leseexemplaren gilt eine Sperrfrist für Rezensionen. Bitte veröffentlichen Sie außerhalb dieser Plattform keine Rezensionen vor dem ET (16.07.2026).
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783407790682 |
| PREIS | 18,00 € (EUR) |
| SEITEN | 192 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Daniela Dröscher hat das sehr gut eingefangen, wie es einem in der Pubertät geht.Die Erwachsenen sind eher Gegner als Vertraute und können einem sogar richtig schaden, wie die Mutter von Henrik, genannt SIR.
Es geht um Freundschaft, um Vertrauen und darum sich selbst treu zu bleiben.
Ich mochte die Geschichte sehr und werde sie gerne empfehlen.
Buchhändler*in 1450339
Das erste Jugendbuch von Daniela Dröscher hat mir richtig gut gefallen. Ich hatte ein wenig "Mareike-Fallwickl"-Vibes. Unbedingt lesenswert !
Anja N, Buchhändler*in
Mädchen allein zu zweit
Von Daniela Dröscher
Im Prinzip eine Freundschaftsgeschickte - und doch soviel mehr. Issa und Grace sind beste Freundinnen seit dem Kindergarten und gehören mit ein paar wenigen anderen zur Minderheit der Unterprivilegierten am Gymnasium der Rich Kids vor den Toren von Frankfurt.
Existensnöte gehören zum Alltag der Mädchen. Issa braucht Geld zum begleichen der Schulden für die Klassenfahrt und Grace braucht sehr viel Geld für eine Brustverkleinerungs-OP, die die Kasse nicht bezahlen will…
Themen, mit denen sich eigentlich die Eltern herumschlagen sollten. Eine ganz starke Story - meine wärmste Empfehlung!
Lina H, Buchhändler*in
Das Cover knallt farblich und die ungewohnte Perspektive, aus der die beiden Figuren dargestellt sind, ist so ungemein jugendbuchig. Das fühlt sich direkt nach einer super Sommerlektüre an, deshalb habe ich dieses Buch gewählt.
Die beiden Hauptfiguren haben die Geldknappheit zu einem Teil ihrer Persönlichkeit gemacht - etwas anderes bleibt ihnen auch nicht übrig, täglich sind sie umgeben von ihren reichen MitschülerInnen auf der Privatschule. Dabei sind sie beeindruckend starke Charaktere, jede für sich hat einen stabilen Umgang mit ihrer Lebenssituation und sie halten fest zusammen. Das müssen sie auch, denn die Erwachsenen haben ihre eigenen Probleme und stecken viel zu fest in der bestehenden Gesellschaftsstruktur.
Mich beeindruckt die jugendliche Perspektive auf unsere Gesellschaft, auf das was schief läuft, auf die frustrierenden Zustände, die die Erwachsenen nicht den Mut haben, zu verändern.
Eine starke Freundinnengeschichte, vielleicht mit Potential zur Schullektüre?
Issa, unsere Erzählerin, und ihre beste Freundin Grace sind unzertrennlich und teilen sich eigentlich alles. Sie gehen auf dieselbe Schule, mögen dieselben Lehrer. Bis auf die Geldsorgen der Mutter ist auch bis jetzt alles gut. Richtig dramatisch wird es, als Grace echte körperliche Probleme bekommt, die auch schmerzhaft sind. Grace ist sich sicher, nur durch eine Brustverkleinerung wird ihr geholfen, ihre Leben wieder schmerzfrei zu gestalten. Doch wer hilft ihr und woher bekommt sie das Geld für diese Operation. Issa versucht alles, ihrer Freundin zu helfen. Doch alles was sie tut, endet bei den beiden Freundinnen in Missverständnissen. Grace ist immer mehr frustriert und die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Jetzt nur nicht die falschen Entscheidungen treffen.
Die Autorin Daniela Dröscher schafft es in ihren Romanen, hier in einem Jugendroman, Probleme zu benennen, die durch unsere Gesellschaft durch Intoleranz unlösbar scheinen.
Yasmina D, Buchhändler*in
Ich fande das Cover sehr ansprechend, aber beim Inhalt bin ich mir leider nicht sicher. Es war grundsätzlich eine tolle Story. Zwei Jugendliche, beide jeweils mit ihren eigenen Sorgen und Wünschen. Ich konnte mich auch sehr teilweise mit Issa identifizieren, da ich ebenfalls eine jüngere Schwester habe. Vor allem den Amfang fand ich aber etwas komisch, man ist aber immer besser reingekommen.
Rezensent*in 487931
Zwischen Freundschaft, Liebe und dem eigenen Platz in der Welt
Empowerment für junge Mädchen, ein Must-Read für Jugendliche ab 14/15 Jahren mit viel Gesellschaftskritik und Charme!
Meine Meinung:
*Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Hörbuch Hamburg Verlag (Hörbuch) bzw. von der Beltz Verlagsgruppe (eBook) zur Verfügung gestellt, aber meine Bewertung ist unabhängig des erworbenen Rezensionsexemplars*
Ich war sehr neugierig auf das Buch, da mich der Klappentext angesprochen hat und die Thematik interessant klang. Von der Autorin habe ich bisher nichts gehört, wobei ich im Jugendbuch Genre eher Fantasy Romance Romane lese.
Schreibstil ist sehr angenehm und wird flüssig erzählt aus der Ich-Perspektive von Issa. Der Schreibstil klingt auch jugendlich und ich fühle mich mitten in Issas Gefühle und Gedankenwelt und selbst die Spitznamen für einige Charakter klingen natürlich und sind verständlich.
In der Geschichte geht es in erster Hinsicht um Issa und Grace und ihr Leben. Beide Mädchen sind 15 Jahre, gehen gemeinsam auf ein Gymnasium voller reicher Schüler:innen während beide Mädchen dagegen aus einkommensschwachen Familien und Geldsorgen haben. Beide haben ihre eigene Probleme: Issa braucht Geld, um die Rechnung ihres Schulausflugs von vor einem Jahr zu bezahlen. Grace dagegen hat große Schmerzen durch ihre große Brust und bräuchte das Geld, um eine Brustverkleinerungs-OP durchzuführen. Erwachsenen vertrauen sie nicht, aber glücklicherweise haben die beiden Freundinnen einander und schlagen sich zu zweit gegen diese ungerechte Welt.
Der Roman hat mich viel zum Nachdenken gebracht, wobei sich viele Probleme der Gesellschaft in Issas und Grace Umfeld aufgegriffen werden. Fridays For Future, die Nöten von alleinerziehenden Müttern, einkommensschwache Familien vs reiche Familien, Erwachsenwerden, Träumer vs Realist und dann kommen noch die Schule mit Gerüchten und sozialer Druck. Das Jugendbuch liest sich wie ein Gesellschaftskritik aber aus der Sicht von 15-Jährigen mit ihrer eigenen Ansicht und eigenen Problemen. Es war fasziniert die Geschichte der beiden zu verfolgen und ich habe immer mitgefiebert wie es ausgehen wird. Besonders die Erkenntnis am Ende, dass sie nicht nur allein, sondern Menschen haben, die sie sich anvertrauen können, war einleuchtend und erhellend. Empowerment von Feinsten und das extra angepasst an die junge Zielgruppe!
Die vorstellten Charaktere können nicht authentischer sein! Issa und Grace sind so hautnah und ihre Probleme sind nicht nur fiktiv, sondern fühlen dich sehr realistisch an. Ihr Zusammenhalt und Freundschaft ist stark, aber auch ein Geheimnis kann die Freundschaft schwer belasten. Dann sind da noch Nebencharaktere wie die Mütter der beiden Mädchen, der Fuchs als Vertrauenslehrer, Issas Schwester Livvie, der SIR oder die Cruella, die sehr realistisch wirken und die Geschichte nochmal abrunden.
Kritisieren würde ich nur das Ende, das sehr abrupt dargestellt wird und mir kein befriegendes Endergebnis liefert. Aber auch das gibt im Kontext des Themas nur Sinn, dass viele Streitigkeiten und Meinungsauseinandersetzungen Zeit, Geduld und viel Aufklärungsarbeit benötigen. Probleme verschwinden nicht von Tag 1 auf Tag 2 selbst wenn die Lösung schon bereitliegt. Ich sehe es also weniger als Nachteil, als einfach Teil der Geschichte, die sich sonst unnötig länger gezogen hätte.
Mein Fazit:
Alles in allem ist dies ein Jugendbuch, das mich sehr nachdenklich gemacht hat und mich gleichzeitig doch unterhalten hat. Sowohl die Charaktere, als auch die Thematik wird mir noch länger im Kopf bleiben. Ganz große Empfehlung an Mädchen ab 14 bzw. 15 Jahren!
Meine Bewertung: 5 Sterne 🌟 🌟 🌟 🌟🌟
Issa und Grace sind beide 15 und gehen aufs Gymnasium. Dort stoßen sie auf die Reichen und Superreichen, im Unterschied zu ihnen. Ihre beiden Mütter sind alleinerziehend und müssen jeden Cent zweimal umdrehen. Das fällt natürlich auf. Dann kommt noch Issas Problem mit ihren zu großen Brüsten dazu. Keiner will ihr helfen. Da versuchen sich die Mädchen selbst zu helfen.
Der Roman ist für Jugendliche geschrieben. Daher werden Themen wie Schönheitsdinge, soziale Ungerechtigkeit, Umgang mit Geld thematisiert, alles halt, was in diesem Alter an Themen aufkommt. Grace kann nicht mit ihrer Mutter so gut reden. Daher bleibt ihr Leiden mit den zu großen Brüsten lange unentdeckt bzw. sie versucht es zu verstecken. Mir hat gut gefallen, dass hier ein medizinisch notwendiger Eingriff thematisiert wurde, wenn auch nicht alle Folgen und Risiken so genau beschrieben wurden. Die Mädchen sind sehr charakterstark beschrieben worden. Sie halten fest zusammen und das macht eine gute Freundschaft aus. Aus Sicht eines Jugendlichen gelesen finde ich die Geschichte ganz gut. Aus Sicht eines Erwachsenen war das Ende etwas weit hergeholt und für mich sehr absurd. Insgesamt ein gutes Jugendbuch.
Wichtige Themen, Umsetzung für mich nur bedingt gelungen
„Mädchen allein zu weit“ ist der erste Jugendroman von Daniela Dröscher, deren Buch „Lügen über meine Mutter“ mir sehr gut gefallen hatte. Ich war sehr neugierig, wie sie nun für die jüngere Generation schreiben würde.
Erzählt wird hier die Geschichte der beiden Freundinnen Issa und Grace. Sie besuchen beide ein Gymnasium voller „Rich Kids“, während bei ihnen zuhause oft das Geld fehlt. Issas Mutter ist alleinerziehend, ihr Vater als Musiker immer unterwegs, und ihre kleine Schwester ist ein Sorgenkind. Da muss Issa mit vielem alleine klar kommen.
Auch ihre Freundin Grace hat ein großes Problem, über das sie nicht mit ihrer Mutter reden kann.
Zum Glück sind die beiden besten Freundinnen immer füreinander da.
Issas Gefühlswelt gerät ins Wanken, als sie sich in den superreichen „Sir“ verliebt. Und dass ihre Mutter das Schulgeld für einen Ausflug nicht bezahlen kann, belastet sie zusätzlich.
„ Ich hatte entschieden, selbst für das Schulgeld aufzukommen. [...]
Die Aussicht, all mein Geld hergeben zu müssen, war schmerzhaft, aber ich wollte auf keinen Fall länger, dass der Verein dafür aufkam. Diese Macht und Genugtuung würde ich denen nicht geben.
Ich hatte gewusst, dass der Fuchs wohltätigen Vereinigungen wie diesen bei allen Vorteilen, die sie bedeutetem, durchaus kritisch gegenüberstand, und jetzt wusste ich auch, warum genau. Schließlich erfuhren alle, die darin Mitglied waren, welche Schüler:innen als ‚bedürftig‘ galten. Und dieses Wissen gab den Beteiligten Macht. Ganz gleich, wie gut sie es meinten. Manchmal war das Gegenteil von gut eben gut gemeint. Eine Person, die sich nicht an die Regeln hielt, genügte, um einen ganzen eigentlich sinnvollen Verein in Misskredit zu bringen. Menschen, schien mir, waren einfach nicht gemacht für das Miteinander … selbst Oktopusse waren, was das anging, begabter.“
Sehr gut gefallen haben mir die beiden Protagonistinnen Issa und Grace: Starke, mutige Mädchen, die sich nicht unterkriegen lassen von sozialen Ungerechtigkeiten und (vermeintlich) mächtigeren Menschen; die für ihre Rechte und Träume einstehen.
Die Einbettung des Themas Brustoperationen – wenn auch medizinisch begründet – für die Altersklasse von Leser*innen ab 14 Jahren sehe ich sehr kritisch. Hier wurden die potenziellen Risiken und langfristigen Folgen derartiger Eingriffe nicht ausreichend thematisiert, was ich für junge Leserinnen für sehr bedenklich halte. Der Roman hätte seine starken Kernbotschaften über soziale Ungleichheit, Armut und familiäre Konflikte auch ohne diese Thematik transportieren können bzw. man hätte das auf andere Weise umsetzen können.
Wegen dieses Kritikpunktes ziehe ich einen Stern ab und vergebe final 3 von 5 Sternen.
Vielen Dank an den Beltz Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚
Anne S, Bibliothekar*in
Danke an Netgalley für das Bereitstellen eines Leseexemplares.
Dieses Buch wollte einfach zu viel. Es ging über Umwelt, Wirtschaft, Kapitalismus und Ungleichheit. Und dazu noch familiäre, medizinische, persönliche und psychische Probleme wie auch Zukunftsängste von zwei Mädchen. Und dann kommen noch Schwärmerei und die generellen Emotionen von 15-Jährigen dazu - auf 190 Seiten. Es war halt einfach zu viel und das meiste hätte mit einfacher Kommunikation behoben werden können. Und auch wenn es aus der Sicht pubertärer Teenager ist, finde ich das Erwachsenen Bashing doch zu viel. Auch der Schreibstil hat mich nicht ganz überzeugt, da mich vor allem diese Zwischenkapitel rausgenommen haben. Fand die Prämisse echt interessant und die Themen allein auch, jedoch hat mich der Mix einfach nicht abgeholt. Auch das Ende - wenn an sich gut - musst in meinen Augen nicht mit so einem Rums versehen werden. Das einzige, was ich wirklich sagen muss, ist, dass das Innenleben von Teenagern gut, wenngleich übertrieben, dargestellt wurde. Manchmal wirkte es belehrend, andere Male wurde die Meinung einfach zu oft und grundlos verändert. Vielleicht bin ich auch etwas zu alt für dieses Buch, aber auch wenn ich froh bin, es gelesen zu haben, weiß ich nicht, für welche Interessengruppe ich das Buch empfehlen kann.
Rezensent*in 427080
Das Alphabet des Gekdes
Mädchen allein zu zweit ist ein Jugendbuch, zu dem ich gegriffen habe, weil es von Daniela Dröscher geschrieben wurde. Das Buch hat nicht den autofiktionalen Charakter von Dröschers anderen Büchern, aber es besitzt trotzdem eine hohe Glaubwürdigkeit der emotionalen Lage der Protagonistin Issa.
Sie ist 16 Jahre alt.
Man erfährt von Issas Leben und von ihrer Freundin Grace. Beide gehen sie auf eine Schule, sind aber finanziell schlecht gestellt.
Dröscher baut geschickt ein paar Gedichte in den Text ein, die Issa viel bedeuten.
Das sind z.B. Gedichte von Sarah Kirsch, Inger Christensen, Christine Lavant.
Es ist bedrückend zu lesen, wie Issa Existenzängste hat, da die Mutter nicht viel Geld verdient. Auch ihre jüngere Schwester ist sensibel und fast verstummt.
Daniela Dröscher gelingt es, ihre Figuren auf einfühlsame Art zu gestalten, so dass die Leser leicht mit ihnen mitfühlen können.
Lehrende*r 1190115
„Mädchen allein zu zweit“ erzählt von den zwei Freundinnen Issa und Grace, die sich mit Themen auseinandersetzen müssen, mit denen Jugendliche eigentlich nicht allein gelassen werden sollten: Armut, Klassismus, gesundheitliche Ungleichheit und die Frage, wer sich in unserer Gesellschaft eigentlich ein gutes Leben leisten kann. Daneben geht es um die ganz typischen Adoleszenz-Themen: Identität, erste Liebe, Zugehörigkeit.
Besonders gut gefallen hat mir die Dynamik zwischen den beiden. Ihre Freundschaft wirkt authentisch, ihre Dialoge sind lebendig und ihre Entscheidungen nachvollziehbar. Gerade weil der Roman die Perspektive zweier Jugendlicher einnimmt, werden gesellschaftliche Ungerechtigkeiten sehr greifbar. Auch sprachlich hat mir der Roman gefallen. Der Schreibstil liest sich flüssig und authentisch und überrascht immer wieder mit originellen literarischen Einfällen.
Ein wenig zwiegespalten bin ich allerdings bei der Zielgruppe. Der Roman richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren, setzt stellenweise aber ein hohes Vorwissen voraus. Wenn ganz selbstverständlich auf philosophische Konzepte wie Rawls' „Schleier des Nichtwissens“ angespielt wird, habe ich mich gefragt, ob viele Leser:innen dieses Alters die Anspielungen überhaupt einordnen können und ob sie nicht genervt von den Belehrungen des Lehrers im Roman sein werden. Die Figur des Politiklehrers fand ich nämlich auch weniger gelungen. Über ihn werden immer wieder gesellschaftstheoretische Positionen vermittelt, allerdings auf eine Weise, die auf mich wenig glaubwürdig wirkte. Ein guter Politikunterricht lebt von kontroversen Perspektiven und eigener Urteilsbildung, ein echter Politiklehrer würde Jugendlichen seine persönliche Weltsicht nie so eindeutig vorgeben. Diese Passagen wirkten deshalb eher wie ein Sprachrohr für den Roman als wie authentische Unterrichtssituationen..
Trotz dieser Kritikpunkte hat mir „Mädchen allein zu zweit“ gut gefallen. Es ist ein anspruchsvoller Jugendroman über Freundschaft, soziale Ungleichheit und die Frage, welche Chancen Menschen eigentlich haben, wenn sie nicht mit den gleichen Voraussetzungen ins Leben starten. Ich habe Roman und Hörbuch ergänzend zueinander gelesen und fand auch das Hörbuch sehr angenehm.
Buchhändler*in 1297131
Ein flotter Gesellschaftsroman über zwei Freundinnen die die Ungerechtigkeiten des Lebens kennenlernen. Die Freundschaft der beiden Mädchen war authentisch und von Vertrauen geprägt. Die immer wieder eingeschobenen Kapitel von Grace‘s ABC haben mir besonders gut gefallen, da sie aktuell waren und gleichzeitig Einblicke in Grace‘s Gedanken gewährt haben.
Was mich an diesem Roman sofort berührte, ist seine stille Genauigkeit. Daniela Dröscher schreibt in einer Sprache, die so klar ist, dass sie fast schneidet und gerade dadurch trifft sie mitten ins Herz. Die Geschichte zweier Freundinnen, die in eine finanzielle Schieflage geraten, wirkt nie konstruiert, sondern erschreckend nah an der Realität vieler junger Frauen. Diese Mischung aus ökonomischem Druck, familiären Erwartungen und dem Wunsch, füreinander da zu sein, fühlt sich so wahr an, dass man beim Lesen unweigerlich an eigene Freundschaften denkt. Mir jedenfalls erging es so. Was mich besonders bewegt, ist die Art, wie Dröscher Ungleichheit beschreibt. Nicht als abstraktes gesellschaftliches Problem, sondern als etwas, das in Wohnungen, Kühlschränken, Gesprächen und Blicken sichtbar wird. Die Freundschaft der beiden Frauen wird dadurch nicht geschwächt, sondern auf eine Weise geprüft, die zeigt, wie tief Solidarität gehen kann und wie schmerzhaft es ist, wenn man an Grenzen stösst. Der Humor, der immer wieder aufblitzt, wirkt wie ein Atemzug zwischen all den harten Wahrheiten. Und doch bleibt die Schärfe bestehen. Die Frage, wie weit man gehen darf, um jemanden zu unterstützen, ohne sich selbst zu verlieren. Für mich ist dieser Roman ein leises, kluges Plädoyer dafür, hinzusehen auf die Welt, auf die Menschen, die man liebt, und auf die eigenen blinden Flecken. Für Leserinnen mit Lust auf Gesellschaftskritik Ein kluger und ehrlicher Roman über zwei Freundinnen und ihren Blick auf die Gesellschaft, in der sie leben – und die Frage, wie weit man füreinander gehen darf.
Jennifer T, Rezensent*in
Der Roman Mädchen allein zu zweit von Daniela Dröscher erschien am 16. Juli 2026 in der Beltz Verlagsgruppe. Auf 192 Seiten begleiten wir die beiden fünfzehnjährigen Freundinnen Issa und Grace, die in jeder Lebenslage fest zusammenhalten.
Beeindruckt hat mich vor allem, welchen Stellenwert Bildung für die beiden Mädchen hat. Sie träumen von einem finanziell besseren Leben als ihre alleinerziehenden Mütter, die trotz harter Arbeit kaum über die Runden kommen. Die Belastung der beiden Frauen wird eindrucksvoll dargestellt. Sie arbeiten Vollzeit, kümmern sich allein um ihre Kinder und müssen gleichzeitig ihre eigenen Wünsche und Träume zurückstellen. Dass sie daran zunehmend verzweifeln, konnte ich gut nachvollziehen.
Gleichzeitig übt der Roman deutliche Gesellschaftskritik. Immer wieder wird sichtbar, wie unterschiedlich Menschen je nach ihrer finanziellen Situation behandelt werden. Besonders eindrücklich fand ich die Szene, in der die wohlhabende Mutter eines Mitschülers glaubt, aufgrund ihres gesellschaftlichen Einflusses über Issas Zukunft entscheiden zu können. Sie droht mit einer Beschwerde und sogar einem Schulverweis. Der Moment macht deutlich, wie Macht und Geld soziale Ungleichheiten verstärken können.
Mädchen allein zu zweit vermittelt einen ehrlichen und berührenden Einblick in die Lebensrealität von Jugendlichen, die bei alleinerziehenden Müttern aufwachsen. Gleichzeitig zeigt der Roman, wie früh Issa und Grace Verantwortung übernehmen müssen und mit welcher Entschlossenheit sie für ihre Träume und ihre Zukunft kämpfen.
Ein nachdenklich stimmender Roman über Freundschaft, soziale Ungleichheit und den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben.
Marlene B, Buchhändler*in
Das ''Schattenspiel'' des Covers lässt Issas neue Frisur erst bei wissendem Blick erahnen. Gut gewählt, finde ich.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus Issas Perspektive erzählt. Mit wirtschaftlichen alphabethischen Schlagworten aus Graces Handbuch und Auszügen aus Livvies geheimen Tagebuch. Allerdings hat Issa eine sehr erwachsene, verständige Sicht auf das Innenleben, der sie umgebenden Menschen.
Ein gesellschaftskritisches Hörbuch, welches viele Problematiken offen anspricht. Zugleich die Abhängigkeiten und die Unvernunft junger Erwachsener. Umgang mit der ersten Liebe. Ansätze und Ideen für mehr Chancengleichheit und ein besseres Zusammen.
Buchhändler*in 1601478
Der Roman fasst ein weiteres Mal die Momentaufnahme der Leben von jungen Menschen ein, und das auf wunderbare Weise. Alle sind so vielschichtig und liebevoll beschrieben, die Autorin hat ein Auge für kleine Details und die Sprache ist so zärtlich, die Worte sind ineinander verschlungen. Ich liebe die vielen (kleinen) feministischen Gedanken, die Tagebucherwähnungen nach jedem Kapitel passen perfekt und sind sehr stimmig, geben dem Buch nocheinmal sehr viel Tiefe. Es ist schön, ein wichtiges Thema anzutreffen, welches leider nicht allzu häufig vorkommt: Brustschmerzen aufgrund hormoneller Veränderungen. Auch Geldprobleme, Familie, erste Liebe, die Klippe zwischen Reich, Mittelständig und Armut, Freundschaft sind zentrale Themen, die sehr stimmig beschrieben und eingebaut wurden.
Vielen Dank für dieses wundervolle Buch :)
Rezensent*in 1463827
Eine herbe Enttäuschung dieser eigentlich begabten Autorin
Ich mag Daniela Dröscher total gern und habe besonders „Lügen über meine Mutter“ geliebt. Umso herber ist meine Enttäuschung nach der Lektüre ihres Jugendromans. Auch ganz unabhängig meines Alters bin ich der Meinung, dass er weder ihr noch der Zielgruppe gerecht wird.
Los geht es eigentlich vielversprechend: gutes Tempo, mit Klassismus sowie plötzlichem Brustwachstum bei Mädchen als Themen und natürlich der zentralen Freundinnenschaft. Während ich im ersten Drittel noch Hoffnung hatte und über die kleinen Stolperer hinwegsehen konnte, hat sich das relativ schnell verschärft.
Hauptsächlich kritisieren muss ich die Figuren. Sie sind - völlig ungewöhnlich für die tolle Autorin - absolut flach. Ich blieb ihnen bis zum Ende ganz fremd und habe auch zwischen den Charakteren keine wirkliche Bindung verspüren können. Das betrifft sowohl die Freundinnenschaft als auch die spätere Liebesgeschichte - auf die ich übrigens auch hätte verzichten können, weil sie wie ein unglaubwürdiges Beiwerk wirkt.
Die Handlungen der einzelnen Figuren machten besonders in der zweiten Hälfte oft keinen Sinn für mich, Stringenz habe ich schmerzlich vermisst. Es kam mir fast vor, als wollte Dröscher hier thematisch viel zu viel auf die unter 200 Seiten bringen und das ist ihr nicht gelungen.
Dabei gehören Kapitalismuskritik und Klassismus unbedingt auch in Jugendliteratur! Aber bis auf einige Impulse habe ich die Umsetzung hier als aufgesetzt und unnatürlich empfunden.
Ich bin nahezu fassungslos, weil ich von Dröscher ein völlig anderes Niveau gewohnt bin. Und das lässt sich auch nicht mit der Zielgruppe begründen, weil es genügend großartige, politisch pointierte Jugendromane mit vielschichtigen Figuren gibt. Somit verbleibe ich mit dem deutlichen Urteil, dass ich Dröscher nur noch in ihrer Erwachsenenliteratur verfolgen werde und dieses Werk nicht empfehlen kann.
Tiefgründiger und berührender Coming-of-age Roman
Issa und Grace sind fünfzehn. Sie besuchen ein Gymnasium voller Kinder von Reichen, während ihre Eltern als so ziemlich einzige kein Geld haben. Issa leidet darunter, dass ihre Mutter mit Geld nicht umgehen kann. Grace hat fast über Nacht sehr grosse, schmerzhafte Brüste, die sie gerne operieren lassen würde. Präsent ist das Gefühl, dass sie mit niemandem darüber reden können und niemand sie versteht.
Daniela Dröscher hat mich mit diesem Coming-of-age Roman sehr beeindruckt. Sie kann sich gut in die Jugendlichen hineinfühlen, während die Themen stets auch tiefgründig bleiben. Die Charaktere entwickeln sich weiter und die Freunschaft bleibt eins der wichtigen Themen, sie stehen stets zueinander. Ich bin begeistert und kann diesen Roman für Jugendliche sehr empfehlen!
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Belletristik, Historische Romane
Alexandria Warwick
Fantasy & Science Fiction, New Adult