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Ein ganz normales Wunder
Roman | Deutschland liest ein Buch – sei dabei!
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Erscheinungstermin 03.09.2026 | Archivierungsdatum 28.02.2027
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Zum Inhalt
Dieser Roman ist eine Sensation!
Woody Brown schrieb Geschichte als erster nicht-sprechender autistischer Absolvent der University of California. Sein Roman ist ein literarisches Ereignis. Und ein großes Geschenk.
In einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung begegnen sich Schicksale, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist Carlos, der Pfleger mit dem unerschütterlichen Optimismus, und der junge Tom, der sich wortlos nach einer Liebe verzehrt, die unerreichbar scheint. Und da ist Walter, der nach einem schweren Schicksalsschlag versucht, die Scherben seines Lebens wieder zusammenzusetzen.
In der flirrenden Hitze Kaliforniens entfaltet sich eine Geschichte über die unsichtbaren Bande zwischen uns. Woody Brown schreibt mit einer solch feinsinnigen Beobachtungsgabe und einer Prise trockenem Humor über das Menschsein, dass man sich beim Lesen nicht nur in die Charaktere verliebt, sondern auch in das Leben selbst.
Dieser Roman ist eine Sensation!
Woody Brown schrieb Geschichte als erster nicht-sprechender autistischer Absolvent der University of California. Sein Roman ist ein literarisches Ereignis. Und ein...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783462016482 |
| PREIS | 22,00 € (EUR) |
| SEITEN | 224 |
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Falsch eingeschätzt
Zerebralparese - welch schreckliches Wort. Unbeweglich, doch bei vollem Versstand. Dazu Autismus und Nicht-Sprecher. Dank engagierter Mutter und Schulhelfern konnte Tom mit dieser Krankheit viel lernen, sich mit Täfelchen verständigen. Als er 18 wurde, fiel die Unterstützung weg, er kam in eine Tagesstätte. Er und die anderen Schützlinge wurden wie Kleinkinder behandelt. Ihre Verhaltensweisen und Besonderheiten werden beschrieben. Toms Gedanken werden geschildert, er schreibt meist in der Ich- Form über sich, in der dritten Person Sg. über seine Mitmenschen. Ein mitnehmender Bericht.
Die Betreuer sind unterschiedlich engagiert, jedoch erfährt man auch ihre Sicht der Dinge. Sogar die Wirkung auf Außenstehende wird aufgeführt.
Woody Brown gibt detaillierte Einblicke in die Gedanken verschiedener Seiten. Er legt offen, welchen Problemen autistische, nicht sprechende oder körperlich beeinträchtigte Erwachsene ausgesetzt sind. Nachvollziehbare Empfindungen, wenn Ausdrucksmöglichkeiten, die möglich wären, nicht genutzt werden können. Der undifferenzierte Umgang mit gehandicapten Menschen tut ein Übriges. Oft werden fälschlicherweise geistige Defizite angenommen.
Der Autor als erster nicht-sprechender autistischer Absolvent der University of California beweist eindrucksvoll, dass dem nicht so ist. Was für eine Leistung!
Emotional berührend, emphatisch geschrieben, sehr lesenswert!
Jonah R, Rezensent*in
Woody Brown, Jahrgang 1997, ist der erste nichtsprechende autistische Absolvent der University of California und verleiht mit seinem Debütroman 'Ein ganz normales Wunder' jenen eine Stimme, die oft übersehen werden und am Rand der Gesellschaft stehen.
Der Roman schafft ein eindringliches Porträt einer Tagesstätte für autistische Menschen sowie ihrer Bewohner*innen und Mitarbeitenden. Ihre Geschichten sind mal traurig, mal komisch, oft tragisch, vor allem aber berührend und menschlich. Sie gehen ans Herz, rütteln auf und eröffnen neue Perspektiven auf den Umgang mit Menschen im Autismus-Spektrum.
Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Inklusion, Teilhabe und ein offener Blick auf Menschen sind, die in unserer Gesellschaft noch immer zu selten wirklich gesehen werden. So entsteht ein Buch, das nicht nur bewegt, sondern auch die Augen öffnet. Es erzählt von Menschen, die auf den ersten Blick vielleicht anders wirken mögen – und macht zugleich deutlich, wie nah sie jedem von uns in ihren Hoffnungen, Sorgen und Gefühlen sind. Ein ganz besonderes Leseerlebnis!
Ich liebte das Buch schon nach den ersten Seiten, und das blieb bis zur letzten so.
Woody Brown hat ein Buch über Menschen mit Behinderung in der Tagesstätte "Upward Bound"geschrieben.Er schreibt von Walter, dessen Mutter ihren Sohn so gefördert hat,dass er in der Lage war,über eine Schreibtafel zu kommunizieren. So hat er einen Abschluss an der Highschool geschafft."Aber nach der Highschool gibt es für Leute wie uns nur einen Ort, und hier sind wir also." erzählt Walter im Kapitel "Der Ausreißer".Es geht um Jorge, ebenfalls ein nichtsprechender Autist.Walter erzählt in diesem Kapitel vom Leben eines Menschen mit Behinderung, die Außenwirkung auf nicht behinderte Menschen und deren Reaktionen.Woody Brown hat es geschafft, dass dies kein deprimierendes Buch wird( wenn man über die ganzen Probleme,Sorgen und Nöte von pflegenden Angehörigen und deren Kinder liest könnte man wirklich manchmal heulen), da er viel Humor in die Geschichte gepackt hat und die Sicht der anderen Angestellten von "Upward Bound" mit einfließen lässt.Z.B über Carlos, der sich mit unglaublichen Feingefühl um seine Schützlinge kümmert und vorher ein problematischer Jugendlicher war oder Ann,die in den Collegeferien in der Tagesstätte als Badeaufsicht Geld verdienen will und über sich selbst hinauswächst.
Das ganze Buch ist wirklich berührend und augenöffnend ohne seltsame Klischees( wie in Rainman).Der Autor weiß wovon er schreibt, da er selber im Autismusspektrum diagnostiziert ist.
Inge H, Rezensent*in
Die Nichtsprechenden
Wooody Brown bringt uns in seinem Roman “Ein ganz normales Wunder“ den Autismus nahe. Er ist selber betroffen, so das alles sehr identisch ist.
Ich habe vieles von dieser Krankheit nicht gewusst.
In dem Buch lernen wir eine Tagesstätte für Erwachsene Autisten kennen.
Der Autor zeigt die Gedanken der Betroffenen. Sie verstehen die Gespräche des Personals, können sich aber nicht äußern.
Der Autor lässt Walter seine Geschichte erzählen und wie er die anderen beobachtet.
Ich sehe das alles mit offenen Augen und bin froh, das ich das Buch gelesen habe. Wenn man nicht betroffen ist, macht man sich keine Gedanken.
Da ist es gut, mal in diesen Roman einzutauchen
Das Buch sollte gelesen werden.
Buchhändler*in 1004691
Berührende Geschichte aus dem Inneren von Menschen, die sich nicht so ohne weiters äußern können. Der Autor Woody Brown weiß wovon er schreibt, da er selber zu den nicht sprechenden Autisten zählt, ist auf die Übersetzungshilfe seiner Mutter angewiesen. Gut beobachtete Szenen beschreiben die zwischenmenschlichen Beziehungen mit etwas trockenem Humor dabei.
Beschäftigte*r in der Buchbranche 1861026
Ein tolles und emotionales Buch, welches ich sehr gerne gelesen habe. Es ist lustig, interessant, macht traurig und wütend zugleich und bietet einen guten Einblick in die Welt des "schweren" Autismus.
Da ich selber aus dem pädagogischen Bereich komme und auch mit Menschen mit Beeinträchtigungen arbeiten durfte, hat mich dieses Buch besonders interessiert. Due verschiedenen Blickwinkel der Charaktere zu den selben Situationen empfand ich als spannend und regten mich zum nachdenken an. Klare Empfehlung für Menschen, die sich mit dem Thema Inklusion beschäftigen wollen.
S R, Buchhändler*in
Der Hintergrund des Autors ist bemerkenswert und dadurch wird die Geschichte, die er erzählt nochmal bedeutsamer.
Diese findet statt im Kosmos einer Tagesstätte für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen.
Carlos ist ein empatischer Pfleger. Als er Unterstützung von einer jungen Frau erhält, die frische Ideen hat, ist die Gemeinschaft der Tagesstätte aus dem Häusschen..
Mal ein ganz anderer Roman, dazu mit 'Insiderwissen'.
Besonders.
Ursula R, Buchhändler*in
Ein ganz besonderes Buch, das mich tief berührt hat. Woody Brown schafft es, jeden, der dieses Buch liest, zum Nachdenken zu bewegen. Wie geht man selber mit dem Thema Behinderung um? Vielleicht entwickelt der eine oder andere einen neuen Blickwinkel zu diesem Thema. Die einzelnen Episoden geben den unterschiedlichsten Menschen eine Stimme, geschickt hat der Autor diese zu einem Roman zusammengefügt. Ich wünsche diesem Buch ganz viele Leser!
Leona B, Buchhändler*in
Dieser Roman verleitet zum Kauf, weil man neugierig ist, wie die Welt für einen Menschen mit neurodivergentem Spektrum ist und auch, wie das Umfeld darauf reagiert.
Die Geschichte wird aus der Sicht verschiedener Personen erzählt. Wunderbar feinfühlig geschrieben lässt es einen glücklich und gleichzeitig traurig zurück.
Einzig gestört hat mich, dass der Autor bei gewissen Personen die Gefühle und Gedanken beschreibt, obwohl diese Personen sie nicht äussern können. Hier handelt er genau so, wie er selbst nicht behandelt werden will: bevormundet. Dies aber nur als kleine Randbemerkung.
Das Buch ist wundervoll und bekommt bei mir keinen Bonus, wegen der Neurodivergenz des Autors.
Buchhändler*in 1748429
Wichtig, hochaktuell, tief berührend – das perfekte Buch für die Aktion „Deutschland liest ein Buch“
Der Roman schenkt uns einen tiefen, einfühlsamen Einblick in die komplexe Gedankenwelt von Autisten, die oft im Verborgenen bleibt. Gleichzeitig wirft er ein Schlaglicht auf den Alltag der Pflegekräfte, die sich trotz harter Arbeitsbedingungen und geringer Bezahlung mit ganzem Herzen für andere einsetzen.
Nicht nur das Buch selbst ist besonders, sondern auch sein Autor: Als nicht-sprechender autistischer Absolvent der University of California hat er nicht nur einen tief berührenden Roman geschrieben, sondern auch ein wichtiges Werk geschaffen, das ganz Deutschland lesen sollte.
Tatjana V, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Woody Brown hat mit seinem Buch ein echtes literarisches Geschenk geschaffen. Wer Geschichten mag, die im Kleinen anfangen und im Großen berühren, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben, wird dieses Buch lieben. Ein tiefgründiger, empathischer und erfrischend ehrlicher Roman über die Vielfalt des Lebens.
Monja S, Buchhändler*in
Dieser Roman wird Augen öffnen, wie es vorher wahrscheinlich keiner zum Thema Autismus/Kommunikationslosigkeit vermochte. Die Welt von Upward Bound, einer Tagesstätte für Menschen mit Autismus, wird durch das Erzählen aus einzigartigen Perspektiven zu einem Leseerlebnis, welches berührt, betroffen macht, aber auch schmunzeln lässt.
Benjamin M, Buchhändler*in
Eingangs möchte ich erwähnen, dass ich es beeindruckend finde, dass das Buch von einem Autisten geschrieben wurde. Aber natürlich möchte ich Ihnen diesen Roman nicht nur deswegen empfehlen. Es ist auch einfach toll und kurzweilig geschrieben … Sicherlich nicht so, dass es dafür den Literaturnobelpreis bekommt, oder dass ich bei jedem zweiten Wort dachte „WOW – was für eine Sprache. Aber die handelnden Personen (sowohl die Angestellten als auch die zu Betreuenden) sind sehr toll beschrieben und wurden im Vorfeld sehr feinsinnig beobachtet. Außerdem erhält man bei der Lektüre einen interessanten Einblick in das Leben in einer Tagesstätte – sozusagen direkt von innen. Aber … definitiv keine Betroffenheitsliteratur. Es ist im Gegenteil wirklich amüsant und lässt einen einfach empathischer zurück. Absolute Empfehlung!
Anja N, Buchhändler*in
Woody Brown
Ein ganz normales Wunder
Roman
Übersetzt von: Stefan Kleiner
Leseeindruck:
Ein absolut besonderes, außergewöhnliches Buch. Dies so formulieren zu müssen, zeigt eigentlich, wie wenig Menschen mit Beeinträchtigungen in der Mitte unserer Gesellschaft stehen. Woody Brown hat ein überaus beeindruckendes Buch geschrieben und das unabhängig davon, mit wieviel Mühen der Entstehungsprozess von statten gegangen sein muss. Die Seiten und den Blickwinkel zu wechseln ist eine einzigartige Gelegenheit für mehr Toleranz und Verständnis.
Die Protagonisten des Buches sind Schützlinge der Einrichtung Upward Bound, in der Erwachsene mit Beeinträchtigungen tagsüber betreut werden. Da gibt es Walter, ein
hochintelligenter, nichtsprechender Autist oder Jorge, der zu viel spricht. Carlos, ein Pfleger mit besonderem Blick für seine Schützlinge, aber auch Eltern bekommen eine Stimme. Die Geschichte ist so fein gesponnen, mit ganz scharfen Beobachtungen über das Menschsein, gewürzt mit tollem Humor. Ein Buch mit viel Sinn – wertvoll und bereichernd.
Infos zum Autor:
Woody Brown schrieb Geschichte als erster nicht-sprechender autistischer Absolvent der UCLA, wo er zudem mit Summa cum laude für sein Schreiben ausgezeichnet wurde. Seinen Master of Fine Arts im Bereich Creative Writing schloss er 2024 an der renommierten Columbia University ab. Er lebt in Los Angeles.
Maria M, Buchhändler*in
Mich hat "Ein ganz normales Wunder" sofort in seinen Bann gezogen.
Der interessante Schreibstil und die bewegende Geschichte nehmen einen sofort mit in das Leben der Protagonisten.
Die einzelnen Charaktere werden toll beschrieben und verknüpfen sich zu einer tollen Handlung.
Ein wunderbares Buch!
Dorothea P, Buchhändler*in
Beeindruckend, berührend, notwendig - und zugleich kaum auszuhalten diese Geschichten.
Ein nichtsprechender Autist hat das große "Glück" mit Unterstützung einer 1:1 Betreuung und eines speziellen Fördersystems als ersterAutist einen Universitätsabschluss an der University of California zu absolvieren und dieses Buch zu schreiben.
Ein Buch über Menschen mit sehr unterschiedlichen Störungen aus dem Autismus Spektrum. Jede:r ist anders und nicht vergleichbar. Zuyammen kommen sie in der Tagesstätte Upward Bound - unterfinanziert, schlecht ausgestattet sowohl mit Materialien als auch Personal, lieblos eingerichtet. Die meiyten Autist:innen hier leben in ihrer ganz eigenen Welt und können weder sprechen noch anderweitig eindeutig kommunizieren.
Woody Brown gibt vielen in diesem Haus eine literarische Stimme. Er vermittelt ihre Erlebniswelt, ihre Gefühle, Hoffnungen und Verzweiflungen: feinfühlig und humorvoll. Auch widmet er sich den Angehörigen und dem Pflrgepersonal, ihen Herausforderungen und (teils auch fehlenden) Bemühungen und Sorgen.
Für mich kein Buch das ich in einem Zuge durchlesen konnte (zu berührend) , aber immer wieder aufs Neue gespannt war auf die nächste Person.
Daher: unbedingt lesenswert
Beschäftigte*r in der Buchbranche 1164364
Ein Buch, das jede*r gelesen haben sollte. Es ist bewegend, regt zum Nachdenken an - aber es lässt einen auch etwas verloren zurück, weil all die Perspektiven, die aufgemacht wurden, vom Gefühl her nicht zuende erzählt werden. Das Buch lebt von den einzelnen Perspektiven, aber dadurch muss man sich immer wieder auf eine neue Geschichte in der Geschichte einlassen.
Tina N, Buchhändler*in
"Behindert zu sein, ist großer Mist" - schreibt Woody Brown so treffend in seinem Roman.
Trotzdem gelingt ihm das Unmögliche: Er erfüllt sich nach dem Uni-Abschluss seinen Traum, Romanautor zu werden. Die Gefühle, Ängste, Empfindungen und Wahrnehmungen der verschiedenen Charaktere seiner Mitbewohner in der Tagesbetreuungsstätte für AutistInnen kann nur ein Autist/eine Autistin in dieser Weise beschreiben.
Wie wird in der neurotypischen Welt mit ihnen umgesprungen? Wie werden sie bei Begegnungen mit Behörden behandelt? Viele Einblicke finden sich hier.
Der Roman ist jedoch nicht belehrend, sondern lehrreich, nicht deprimierend, sondern authentisch.
Er sollte zur Pflichtlektüre für BetreuerInnen, zuständige Beamte und PädagogInnen werden. Wie es am Umschlag steht: Dieser Roman ist ein Geschenk! Danke dafür, Woody Brown!
Das war ein richtig schönes Buch! Ich fand es total spannend, einen Einblick zu bekommen in die Welt eines autistischen Menschen. Auch wenn die Geschichte an sich, soweit ich das verstanden habe, fiktiv ist, hat Woody ja schon vieles aus seinen Erlebnissen einfließen lassen. Ein Buch, was einen nochmal anders auf das Thema Pflege und auch deren Wichtigkeit blicken lässt! Ganz klare Empfehlung!
Bärbel K, Rezensent*in
Dieses Buch hat mich nicht nur stark bewegt, ich empfand es streckenweise auch als Spiegel auf mich selbst. Nicht, dass ich eine Beeinträchtigung hätte. Als der Autor beschreibt, wie Fremde auf seine Tagesgruppe bei Ausflügen oder sonstigen Kontakten reagieren, habe ich an meine Reaktion bei solchen Begegnungen nachgedacht. Vermeintlich gut gemeint und doch aus Sicht der Betroffenen total oberflächlich und oft auch daneben.
Doch einer ist anders: Carlos. Eigentlich selbstsüchtig und interessenbetrieben, lernt er in der Tagesstätte Upward Bound langsam, dann aber immer intensiver in diese benachteiligten Menschen hineinzuhören. Auch oder gerade, weil die im eigenen Körper gefangen sind, sich nicht mitteilen können. Obwohl sie durchaus etwas zu sagen hätten. Woody Brown beschreibt es so: alles steht und fällt mit der Kommunikationsfähigkeit. Und doch versucht Betreuer Carlos auf Jorge, ebenfalls ein Nichtsprecher, zuzugehen, dessen inneren Aufruhr zu erspüren und gegenzusteuern. Was für ein positiver Schritt in Carlos eigener Persönlichkeitsentwicklung.
Es wird in den Kapiteln die Sichtweise von verschiedenen Personen geschildert, was in meinen Augen das Bild des Lebens in der Tagesgruppe recht umfassend und anschaulich schildert. Mal sind es Betroffene, mal Betreuer oder eine Verkäuferin. Oft musste ich beim Lesen eine Pause einlegen, da der Stoff mich doch sehr berührt hat. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung.
Ein ganz normales Wunder von Woody Brown war das erste Buch, in dem ich angefangen habe Stellen und Absätze zu markieren, die eine so hohe Bedeutung haben und zum Nachdenken angeregt haben. Dieses Buch war so vieles für mich: berührend, informativ, unterhaltend und letztendlich sicher für jeden von uns auch augenöffnend.
"Es ist, als würde man vor einer Monitorwand sitzen, und jeder einzelne Monitor zeigt etwas anderes, aber alle laufen auf voller Lautstärke." (Kapitel 1)
Der Autor selbst ist der erste nicht-sprechende autistische Absolvent der UCLA. In diesem Roman beschreibt er aus verschiedenen Sichten das Leben von Menschen mit Behinderungen. Dabei treffen wir zum Beispiel auf Walter, der ebenfalls nicht-sprechender Autist ist, Tom, der Zerebralparese hat, Carlos den Pfleger, Ann, eine aushelfende Studentin und auch auf Dave, den Leiter der Tagesstätte Upward Bound.
Dabei werden berührend die Hindernisse erwähnt, mit denen die Familien und auch die Tagesstätten konfrontiert sind. U.a. fehlende Unterstützung von Seiten des Staates teils während der Schulzeit als auch in der Collegezeit, als auch ein zu geringes Budget in den Tagesstätten für ausgebildetes Personal und Aktivitäten.
Die Familien sind größtenteils auf sich gestellt, um die Förderung zu gewährleisten, die ihre Kinder brauchen. In diesem Buch werden dabei auch die Unterschiede aufgezeigt, von Kindern, die eine längere Zeit auch Helfer in der Schule hatten, neben denen, die keinerlei Unterstützung bekommen haben, die aber teilweise auch nicht den familiären Support hatten.
Ein großer Teil waren aber auch einfach die Gedanken von z.B. Tom oder Walter, teils gelangweilt, teils frustriert, aber auch glücklich. Gerade diese Stellen fand ich total spannend und berührend, wenn ihre "Kriegermütter" erwähnt wurden oder ihre Träume.
In diesem Buch erlebt man eine ganze Reihe an Gefühlen und Stimmungen. Es ist ernst, traurig und berührend. Ein wunderbarer Roman, der einen nochmal wachrüttelt und das Bewusstsein für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe schärft. Es rückt Menschen ins Rampenlicht, die sonst oft unsichtbar bleiben. Ein Buch, das wirklich jeder lesen sollte!
Nina R, Bibliothekar*in
Ein ganz normales Wunder von Woody Brown ist in meinen Augen ein unglaublich wichtiges Buch. Dabei ist es auch noch absolut einzigartig - der erste Roman von einem nicht-sprechenden autistischen Autor.
Dieses Buch hat mich wahnsinnig berührt.
Kirsten O, Buchhändler*in
Eine außergewöhnliche, gut geschriebene und mitreißende Geschichte, die einen Einblick in das Denken und Fühlen von Autisten vermittelt. Schon die Entstehung des Buches und der Werdegang des Autoren flöten Respekt ein.
Anne-Kathrin O, Buchhändler*in
Dieses Buch hat sehr viele Schichten, die es zu entschlüsseln gilt. Die Figuren sind so vielschichtig und jedes Kapitel macht eine andere Tür auf, sodass es nicht langweilig wird. Sowohl sprachlich als auch auf der Handlungsebene hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Jedoch sehe ich nicht warum es sich für "Deutschland liest ein Buch" eignet.
Buchhändler*in 520729
Erzählt wird die Geschichte mehrerer Menschen in einer Tageseinrichtung für Menschen mit Handicap, fast alle mit schwerem Autismus. Wir begegnen: Pfleger/Betreuer Carlos, der manchmal mit seinem Optimismus den Tag rettet. Eine Sommeraushilfe, die dort die Schwimmstunde betreut. Tom, der still und leise in sie verliebt ist. Walter, der nach dem Tod seines Vaters und einem zuerst fast privilegiertem Leben als Autist mit Hochschulabschluss nun in dieser Einrichtung dahin vegetiert. Und einigen anderen.
Das besondere an diesem Buch: Woody Brown ist selbst Autist, der auf den ersten Blick nicht mit seiner Außenwelt kommunizieren kann. Seine Mutter hat aber in Indien eine Methode erlernt, wie sie mittels einfacher Buchstabentafeln und er deutet darauf, mit ihm kommunizieren kann. So war Woody auch der Besuch einer Schule, einer Universität und ein Abschluss in Literatur möglich. Und so ist auch dieses Buch entstanden.
Der Blick in den Alltag dieser Einrichtung nimmt emotional mit, eröffnet eine Welt, die man nicht annähernd kennt und lässt an dem bestehenden System (ver)zweifeln. Wie so oft bedeutet zu wenig Personal zu viel Stress und auch zu wenig Betreuung, Förderung, Wahrnehmung des einzelnen Menschen und oft genug leider auch Menschlichkeit. Darüber hinaus ist es auch spannend geschrieben. Empfehlenswert.
Herzlichen Glückwunsch zu der Wahl dieses Buches für die Aktion „Deutschland liest ein Buch“! Sehr gerne werde ich das Buch empfehlen und de verschiedenen Lesekreisen vor Ort ans Herz legen.
Wie Woody Brown mit feinem Humor die Leser durch die Welt des autistischen Lebens führt, ist großartig. Und dann tauchen zwischendurch immer wieder Sätze auf, bei denen ich schlucken musste und die mich sehr berührten.
Gebine S, Buchhändler*in
Ein wunderschönes ganz besonderes Buch!
Es schenkt uns Einblicke in eine Welt, die vielen - mir eingeschlossen - ganz fremd ist. Junge autistische Erwachsene und ihr Leben in einer Tagespflegeeinrichtung. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektive, verschiedene Beteiligte kommen zu Wort.
Und bevor Sie sagen "oh Gott": dieses Buch hat auch humorvolle, positive Seiten und berührt einen ganz tief.
Geschrieben wurde es übrigens von einem nicht sprechenden Autisten genau deswegen ist es so wertvoll.
Bianka M, Rezensent*in
Ein ganz normales Wunder – Woody Brown
Manchmal braucht es keine großen Worte, um einen Menschen wirklich zu verstehen.
Ein ganz normales Wunder ist ein Roman, der mich auf eine sehr besondere Weise berührt hat. Nicht, weil er ständig versucht, große Gefühle zu erzeugen, sondern weil er seine Figuren mit einer Aufmerksamkeit und Menschlichkeit betrachtet, die man beim Lesen spürt.
In einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung begegnen sich Menschen, deren Leben unterschiedlicher kaum sein könnten. Carlos, der Pfleger mit seinem unerschütterlichen Optimismus. Tom, der sich nach einer Liebe sehnt, die für ihn unerreichbar scheint. Und Walter, der nach einem schweren Schicksalsschlag versucht, sein Leben wieder zusammenzusetzen.
Was diese Menschen verbindet, ist nicht einfach nur der Ort, an dem sie sich begegnen. Es sind ihre Wünsche, ihre Ängste, ihre Verletzlichkeit und vor allem der Wunsch, gesehen und angenommen zu werden.
Besonders beeindruckt hat mich, wie selbstverständlich der Roman seine Figuren als vollständige Menschen zeigt. Nicht als Diagnosen, nicht als Schicksale, die lediglich Mitleid hervorrufen sollen, sondern als Persönlichkeiten mit eigenen Gedanken, Gefühlen, Bedürfnissen und Widersprüchen.
Gerade darin liegt für mich eine große Stärke dieses Buches.
Woody Brown erzählt mit einer feinen Beobachtungsgabe und einem sehr besonderen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen. Vieles geschieht nicht durch große Erklärungen, sondern in kleinen Gesten, Begegnungen und Momenten, die zunächst vielleicht unscheinbar wirken und gerade deshalb so viel auslösen können.
Dabei ist der Roman keineswegs nur schwer oder traurig. Es gibt Wärme, leise Komik und Momente, die einem ein Lächeln entlocken. Diese Mischung hat mir sehr gefallen, weil sie die ernsten Themen nicht abschwächt, sondern die Figuren umso lebendiger macht.
Was mir besonders wichtig war, dieses Buch erzählt nicht von Menschen, die „anders“ sind, sondern von Menschen, die genauso nach Nähe, Liebe, Sicherheit und einem erfüllten Leben suchen wie wir alle.
Es regt dazu an, die eigenen Vorstellungen zu hinterfragen. Wie schnell urteilen wir über andere? Wie viel nehmen wir tatsächlich wahr? Und wie oft übersehen wir, was in einem Menschen vorgeht, nur weil er sich nicht so ausdrücken kann, wie wir es gewohnt sind?
Auch die Perspektive des Autors verleiht dem Roman eine besondere Bedeutung. Woody Brown ist ein nichtsprechender autistischer Autor, der mithilfe einer Buchstabiertafel schreibt. Gerade deshalb fand ich es besonders eindrucksvoll, wie selbstverständlich und menschlich er seine Figuren zeichnet und wie viel Raum er ihren Gedanken, Wünschen und Gefühlen gibt.
Dieses Buch möchte nicht, dass man Mitleid empfindet. Es möchte, dass man genauer hinsieht.
Dass man Menschen nicht auf das reduziert, was von außen sichtbar ist. Und dass man versteht, wie viel in einem Menschen leben kann, auch wenn er es nicht auf die Weise ausdrücken kann, die andere erwarten.
Ein ganz normales Wunder ist für mich ein leiser, berührender und außergewöhnlicher Roman über Menschlichkeit, Zugehörigkeit und die vielen unterschiedlichen Arten, wie Menschen miteinander verbunden sind.
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, ohne belehrend zu wirken. Das berührt, ohne auf die Tränendrüse zu drücken. Und das einen noch eine Weile begleitet, nachdem man die letzte Seite gelesen hat.
Eine ganz klare Leseempfehlung von mir. ❤️
„Ein Debüt der Extraklasse“ – so wird der Roman auf der Rückseite von der New York Times angekündigt. Und tatsächlich ist schon die Geschichte hinter dem Autor bemerkenswert: Er ist der erste nichtsprechende Autist, der an der UCLA seinen Abschluss gemacht und anschließend einen Debütroman veröffentlicht hat. Er selbst kommuniziert mithilfe einer Buchstabentafel.
Mit diesem Hintergrund taucht man als Leserschaft in eine Tagesstätte für autistische Menschen in Los Angeles ein – einen Ort, der für viele der Bewohner*innen zur letzten Zuflucht geworden ist. Nach und nach lernen wir die unterschiedlichen Menschen kennen, erfahren ihre Perspektiven und bekommen zugleich Einblicke in die Arbeit der Betreuer*innen hinter den Kulissen.
Dabei sind es oft die kleinen, leisen Momentaufnahmen, die bei mir besonders nachgewirkt haben. Die Geschichte eröffnet unterschiedliche Perspektiven auf Menschen mit Autismus oder Zerebralparese und regt dazu an, die eigene Sichtweise zu hinterfragen.
Thematisch ist das Buch definitiv keine 08/15-Lektüre. Es geht um Inklusion, Kommunikation und Vorurteile – und vor allem darum, Menschen nicht auf eine Diagnose oder Behinderung zu reduzieren.
Ich finde, das Buch ist für die zweite Auswahl der Kampagne „Deutschland liest ein Buch“ sehr passend gewählt. Eine besondere und wichtige Lektüre, die neue Perspektiven eröffnet und zum Nachdenken anregt.
Ich empfehle das Buch daher sehr gern weiter.
Marie S, Rezensent*in
Woody Brown ist selbst nicht-sprechender Autist, und genau das macht dieses Buch so besonders. Er nimmt einen mit in die Gedankenwelt der Bewohner*innen einer Tagespflegeeinrichtung für Menschen mit Behinderung, auf eine Art, wie es wohl nur jemand kann, der diese Welt selbst kennt. Für mich als nicht autistische Person hat das Buch eine Tür aufgestoßen, durch die ich sonst nie geblickt hätte.
Das Besondere daran: Brown erzählt nicht nur aus der Perspektive der Bewohneri*nnen, sondern nimmt auch das gesamte Umfeld mit hinein. Da ist Ann, die den Sommerjob zunächst mit Distanz und Angst antritt und im Laufe der Geschichte lernt, wie sehr sie ihre anfängliche Sichtweise auf die Bewohner*innen selbst verachtet. Da ist Dave, der Leiter, dem seine Schützlinge im Grunde egal sind, solange sie ihm nicht im Weg stehen oder ihn gut dastehen lassen. Und es gibt noch weitere Menschen, die auf ihre eigene Weise mit den Bewohner*innen in Berührung kommen.
Im Zentrum steht Walter, nicht-sprechender Autist, der sich über eine Schreibtafel verständigen kann. Mit diesem Mittel hat er es sogar bis an die Volkshochschule geschafft. Sein eigentlicher Wunsch, an die Universität zu gehen, scheitert am Geld, und so bleibt auch er tagsüber in der Einrichtung.
Dieses Buch ist herzerwärmend und aufklärend zugleich, ein echtes Highlight, das lange nachwirkt. Und am Ende hat es mich unsagbar traurig gemacht und zu Tränen gerührt. Ich habe es an einem einzigen Tag verschlungen.
Mirja B, Rezensent*in
Der nicht-sprechende autistische Autor gibt uns wichtige Einblicke in das Leben von Menschen mit Behinderungen. Es wird deutlich, dass man den Menschen mehr Aufmerksamkeit widmen und sie nicht unterschätzen sollte. Wenn man sich sprachlich nicht ausdrücken kann, bedeutet dies nicht, dass man keine Gedanken und Gefühle hat.
In episodenhaften Kapiteln lernen wir die Tagesstätte für Menschen mit Behinderungen kennen. Pro Kapitel geht es schwerpunktmäßig um einen Menschen mit Behinderung oder einen Mitarbeitenden. Auf diese Weise lernt man beide Seiten kennen. Es wird deutlich, dass die Menschen mit Behinderungen teilweise daran gehindert werden, ihr Potential auszuschöpfen, weil es nicht genügend Unterstützungsmöglichkeiten gibt oder gar nicht genau hingesehen wird. Es macht einen großen Unterschied, wie man den Menschen begegnet: Sieht man sie wirklich an? Spricht man mit ihnen, auch wenn sie nicht verbal antworten können? Oder "verwahrt" man sie nur?
Ich fand die Einblicke sehr interessant, berührend und sie haben mich zum Nachdenken angeregt. Auch wenn der rote Faden sich nicht durch alle Kapitel zieht, habe ich das Buch sehr gern gelesen. Ich hoffe, dass viele Menschen es lesen und Anregungen mitnehmen.
Dieser Roman von Woody Brown hat mich berührt. Weil er zeigt, wie tief menschliche Verbundenheit gehen kann gerade dort, wo das Leben scheinbar am Rand stattfindet. Woody Brown erzählt von einer Tagesstätte, einem Ort, den viele übersehen würden, und macht ihn zu einem Mikrokosmos voller Sehnsucht, Schmerz und stiller Hoffnung. Für mich liegt darin etwas unglaublich Kostbares. Er richtet den Blick auf Menschen, die selten im Mittelpunkt stehen, und zeigt, wie reich ihre inneren Welten sind. Carlos, der Pfleger mit seinem unerschütterlichen Optimismus, wirkt wie ein leiser Anker. Einer, der nicht laut tröstet, sondern durch seine Haltung zeigt, dass man auch im Chaos freundlich bleiben kann. Tom dagegen, der wortlos nach einer Liebe verlangt, die unerreichbar scheint, hat mich besonders bewegt. Seine Stille ist nicht leer sie ist voller Gefühl, voller Mut, voller Verletzlichkeit. Und Walter, der versucht, die Scherben seines Lebens zu ordnen, trägt eine Traurigkeit in sich, die man sofort spürt, aber auch eine Kraft, die sich langsam wieder zeigt. In der flirrenden Hitze Kaliforniens entsteht eine Geschichte, die nicht nur von Behinderung erzählt, sondern vom Menschsein selbst. Von den unsichtbaren Fäden, die uns miteinander verbinden, auch wenn wir es nicht merken. Für mich ist dieser Roman ein Geschenk, weil er daran erinnert, dass Nähe oft dort entsteht, wo man sie am wenigsten erwartet und dass jedes Leben, egal wie still, voller Bedeutung ist.
Sandra R, Buchhändler*in
In einer Tagesstätte für Erwachsene mit Behinderung gilt: Wer nicht spricht, hat scheinbar nichts zu sagen. Ein hochintelligenter Mann kommuniziert nur über eine Buchstabentafel – und weigert sich, sich damit abzufinden. Ein junger Mann im Rollstuhl verliebt sich in eine Betreuerin, wissend, dass diese Liebe nie erwidert werden kann. Aus wechselnden Perspektiven entsteht ein Roman, der wütend macht und berührt – und der fragt, wer hier eigentlich „normal" ist. Für alle, die wissen wollen, wie viel Leben sich hinter dem Schweigen verbirgt.
Buchhändler*in 1323428
Dieses Buch hat mich ein Stück weit betroffen zurück gelassen. Der Autor ist ein nicht-sprechender Autist und erzählt in seinem Roman über eine Tagesstätte für Erwachsene mit derartigen Einschränkungen. Er erzählt von Walter, der sich nur mit Hilfe einer Buchstabiertafel ausdrücken kann.... oder von Jorge, der so gerne in die Spielwarenabteilung geht. Oft wird er wenig verstanden oder missverstanden, weil oft impliziert wird, man sei dann auch gleichzeitig dumm. Es gibt aber auch viele lustige Situationen und schöne Erlebnisse. Und so erzählt Walter von den verschiedensten "Schützlingen" und so ihren Befindlichkeite. Tolle Buch, das zum Nachdenken anregt..
Nicole W, Buchhändler*in
Das Debüt einen nicht sprechenden Autisten, der uns ganz intensive Einblicke in eine verborgene Welt gewährt. Der Roman öffnet einem die Augen und regt sehr zum Nachdenken an. Er behandelt Themen wie Inklusion, Vorurteile und Kommunikation. Ich habe mich oft gefragt, wie ich wohl reagiert hätte. Die Protagonisten sind authentisch und facettenreich geschildert. Es war spannend und emotional sie auf ihrem Weg zu begleiten und zu erfahren, wie sie und ihre Familien - zumindest in den meisten Fällen - das beste aus der Situation machen und dabei sogar sehr viel erreichen können, war extrem beeindruckend.Ein sehr beeindruckender Debütroman
Ramona O, Buchhändler*in
Wow! Der nicht sprechende Autist Woody Brown bringt uns hier seiner Welt in Worten näher, die voller Witz und Ehrlichkeit sind. Ein wichtiges Buch für Inklusion und Teilhabe und für alle, die trockenen Humor in der Erzählweise lieben!
Katharina D, Rezensent*in
Eine Geschichte, die den Blick verändert und mich emotional berührt hat
„Ein ganz normales Wunder“ von Woody Brown ist für mich ein ganz besonderes Buch. Ich wusste vorher ungefähr, worum es geht, aber nicht, wie sehr mich die Geschichte emotional mitnehmen würde. Es ist ein Buch, das ganz unterschiedliche Gefühle in mir ausgelöst hat: Ich war traurig, wütend, musste schmunzeln und habe mich an anderen Stellen einfach mit den Figuren gefreut. Manche Szenen haben mich tief berührt, andere haben mich richtig aufgeregt.
Besonders gefallen hat mir, dass die Figuren nicht auf ihre Behinderung oder ihre Einschränkungen reduziert werden. Sie sind Menschen mit ganz eigenen Wünschen, Ängsten, Hoffnungen und Bedürfnissen. Genau das macht die Geschichte für mich so authentisch. Man bekommt nicht das Gefühl, dass hier einfach eine Botschaft vermittelt werden soll, sondern lernt Menschen kennen, die einem mit ihren ganz unterschiedlichen Seiten ans Herz wachsen können.
Besonders beeindruckt hat mich, wie viel in diesem Buch zwischen den Zeilen steckt. Die unterschiedlichen Perspektiven haben mir immer wieder gezeigt, wie schnell man einen Menschen unterschätzt, nur weil er sich nicht auf die Weise ausdrücken kann, die wir gewohnt sind. Es hat mich daran erinnert, wie wichtig es ist, wirklich zuzuhören und Menschen nicht vorschnell nach ihrem Äußeren oder ihrer Art zu kommunizieren zu beurteilen. Dadurch hat mich das Buch zum Nachdenken gebracht.
Gleichzeitig ist das Buch nicht durchgehend schwer oder bedrückend. Woody Brown streut immer wieder einen trockenen, manchmal überraschenden Humor ein, der die Geschichte auflockert. Ich mochte außerdem den ruhigen und eher unaufgeregten Schreibstil. Brown beobachtet seine Figuren sehr genau, ohne sie ständig erklären oder in eine bestimmte Schublade stecken zu wollen.
Für mich ist „Ein ganz normales Wunder“ deshalb vor allem eines: zutiefst menschlich. Das Buch erzählt für mich gar nicht in erster Linie von Behinderung. Es erzählt von Menschen. Davon, gesehen und verstanden zu werden, seinen Platz in der Welt zu finden und nicht vorschnell über andere zu urteilen.
Mein Fazit: „Ein ganz normales Wunder“ ist ein leises, bewegendes, ehrliches und gleichzeitig überraschend leichtes Buch. Ich habe gelacht, war traurig und wütend und habe mich mit den Figuren gefreut. Ein ganz besonderes und zutiefst menschliches Buch, welches noch eine Weile im Herzen und im Kopf bleibt, ich sehr gerne weiterempfehle und viele Menschen lesen sollten!
Als Mutter einer mittlerweile 15jährigen Asperger-Autistin war das Buch „Ein ganz normales Wunder“ von Woody Brown für mich ein ganz besonderes Buch. Da ich nie Klappentexte lese, wusste ich zunächst nicht, worauf ich mich beim Lesen einlasse. Gefunden habe ich eine warmherzige, interessante, humorvolle und auch lehrreiche Geschichte über Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht neurotypisch sind. Durch meine enge Verknüpfung mit Menschen im Spektrum habe ich gedacht, dass mir viele Dinge geläufig sind. Dass das ganz und gar nicht der Fall ist, habe ich beim Lesen des Buches bemerkt. Ich war oft sehr traurig, insbesondere wenn die Protagonisten auf so umfangreiche Weise missverstanden oder ihr Verhalten so dermaßen falsch gedeutet wurde, wie Woody Brown es beschreibt. Eigentlich ist es ganz einfach: Kennst Du einen Autisten, kennst Du einen Autisten. Punkt! Ich möchte eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen – ob man nun mit dem Thema Berührungspunkte hat oder auch nicht.
Rezensent*in 940234
Wenn Sprechen der Kommunikationsstandard ist, bleiben viele Menschen ungehört
"Ein ganz normales Wunder“ von Woody Brown führt in den Alltag einer Tageseinrichtung für Menschen mit Autismus, die überwiegend nicht kommunizieren (können). Der Autor des Buches ist selbst nichtsprechender Autist und weiß genau, wovon er schreibt.
Durch den Roman begleitet uns unter anderem Walter als Erzähler. Er führt in die Handlung ein, beschreibt die teilweise erschütternden Rahmenbedingungen und kommt immer wieder selbst zu Wort. Möglich wird das durch seine schriftliche Kommunikation über Buchstabentafeln. Eine Fähigkeit, die bei ihm glücklicherweise entdeckt und gefördert wurde. In der Tageseinrichtung jedoch wird ihm diese Möglichkeit der Kontaktaufnahme verwehrt und er bleibt ein stiller, unterschätzter Beobachter.
Besonders erschütternd finde ich, dass die einzelnen Protagonisten stets Verständnis für ihr gesellschaftliches Umfeld aufbringen und gleichzeitig unter den einschränkenden Vorstellungen anderer leiden. Sie nehmen genau wahr, was man ihnen zutraut und was nicht. Gleichzeitig erfahren sie täglich, wie sehr diese Einschätzungen ihren Alltag und ihre Möglichkeiten einschränken. So entsteht ein kritischer Blick auf eine Lebenswelt, in der Menschen mit Einschränkungen zwar versorgt werden, aber kaum Einfluss darauf haben, wie selbstbestimmt sie in unserer Gesellschaft leben und dazugehören können.
Auch ihre Betreuungskräfte kommen zu Wort. Dabei wird deutlich, dass sie innerhalb der engen institutionellen Vorgaben oft selbst nur wenig Handlungsspielraum haben.
Da ich einige Jahre in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gearbeitet habe, sind mir die verschiedenen Erzählstränge besonders nahegegangen. Für mich macht gerade das einen guten Roman aus: Er ermöglicht einen Zugang zu Lebenswelten, die man im eigenen Alltag sonst kaum kennenlernen würde. Und hier werden diese Erfahrungen von jemandem erzählt, der selbst aus dieser Lebenswelt kommt.
Fazit: Ein Kaleidoskop aus Perspektiven und wachrüttelnden Betrachtungen, das zeigt, wie bunt und formenreich unsere Welt sein könnte, wenn wir selbst nicht nur "Malen nach Zahlen und Worten“ praktizieren würden.
Buchhändler*in 956792
Eine Erzählung aus dem Alltagsleben einer Tagesstätte für behinderte Menschen. Erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Inspiriert von den eigenen Erfahrungen Woody Browns.
Eine Geschichte die die Augen darüber öffnet, das Menschen mit Behinderungen nicht weniger intelligent sind. Wenn jemand nicht sprechen kann bedeutet das nicht, dasselbe nichts zu sagen hat.
Ein Buch zum Nachdenken, das Aufmerksamkeit verdient.