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Liefern
Roman
von Tomer Gardi
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Erscheinungstermin 14.02.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
»Prallvoll mit Überlebenslust, Herzwärme und Witz.« Pieke Biermann
Sie sind überall, wir sehen sie jeden Tag. Egal ob in Delhi, Tel Aviv, Buenos Aires, Istanbul oder Berlin, überall schwirren sie durch die Städte: Essenslieferanten. Tomer Gardi verbindet ihre Geschichten zu einem weltumspannenden Gegenwarts-Epos. »Liefern« erzählt von Rassismus und Ausbeutung, von Liebe, Familie und der großen Sehnsucht nach Verbundenheit. So gegenwärtig, so international, so politisch und leichtfüßig zugleich war lange kein deutscher Roman.
Filmon, der aus Eritrea nach Tel Aviv geflüchtet ist, arbeitet als Lieferant. Er will genug Geld sammeln, um seiner Frau und Tochter nach Berlin zu folgen. Sein Job ist immer in Gefahr, er hat keine Arbeitserlaubnis und fährt unter falschem Namen. Seine Frau und Tochter lernen Deutsch bei Nina im Bildungszentrum, die zu einem Austauschsemester nach Delhi reist, wo sie sich in den Argentinier Ramón verliebt. Der Erzähler fährt nach Istanbul, um nach einer Gaunerei bei einem Literaturpreis das Preisgeld zu verprassen. Und in Buenos Aires muss Ramóns Mutter mit der Abwesenheit ihres Sohnes fertig werden. »Liefern« ist eine literarische Weltreise in sechs Episoden und eine Feier der Erzählkunst, wie sie nur Tomer Gardi veranstalten kann: tiefgründig und humorvoll, mit politischer Sensibilität und literarischer Verve.
Der Roman entstand in Zusammenarbeit mit Anne Birkenhauer, die auch den Teil »Mimesis« aus dem Hebräischen übersetzt hat.
»Prallvoll mit Überlebenslust, Herzwärme und Witz.« Pieke Biermann ...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783608502633 |
| PREIS | 25,00 € (EUR) |
| SEITEN | 320 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Ulrike B, Buchhändler*in
In sechs Episoden erzählt Tomer Gardi (zusammen mit Anne Birkenhauer) von denen, die in unserem heutigen Stadtbild allgegenwärtig und doch weitestgehend ungesehen sind: Mitarbeiter von Lieferdiensten. "Liefern" macht diese Menschen sichtbar, wir begegnen ihnen in Berlin, Neu Delhi, Tel Aviv, Istanbul und Buenos Aires. Dabei werden wir mit der Ungleichheit der Lebensbedingungen konfrontiert und damit, wie sehr wir uns aber doch alle gleichen in unserem Streben nach Zusammenhalt, Selbstbestimmung, Glück. Unbedingt lesen!
Buchhändler*in 1048013
In Israel, in Indien, in Argentinien und Berlin, in Kenia und in Istanbul, überall sind sie unterwegs, die Essenslieferanten. Tomer Gardi verflicht ihre einzelnen Geschichten zu einer literarischen Weltreise. Filmon, der seine Frau und seine Tochter seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gesehen hat, Nina, die nach Delhi reist und dort Ramón kennenlernt, dessen Mutter Marta in Buenos Aires lebt. Der Erzähler, der mit dem erschwindelten Preisgeld eines Literaturwettbewerbs nach Istanbul reist, um sich einer Haartransplantation zu unterziehen und der dort auf einen angelnden Essenslieferanten trifft, der ihm von seinem Leben erzählt. Eine Mutter in Delhi, die mit ihrem Sohn im dichten Verkehr verunfallt und eine andere Mutter, die mit ihren Kindern auf das Essen wartet, das nie mehr ankommen wird.
Es sind sehr viele Schauplätze und unterschiedliche Personen, so dass ich nicht immer ganz folgen konnte, wie diese Geschichten verflochten werden. Eine Personenübersicht würde definitiv helfen, aber alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und die einzelnen Schicksale sind sehr authentisch und unterhaltend erzählt.
Lehrende*r 1528537
Witzig, originell und auch zum Nachdenken geeignet, dieser neue Gardi, das Lachen bleibt einem schnell im Halse stecken – es geht um die vielen unsichtbaren Essenslieferanten, die unseren Komfort erhöhen, zu jeder Zeit Essen vom Griechen, vom Inder, vom Chinesen zu uns nach Hause zu jeder erdenklichen Adresse und zu jeder erdenklichen Tages- oder auch Nachtzeit zu bestellen, ohne dass wir vor die Tür müssen und uns den Widrigkeiten des Alltags stellen müssten. Es geht um die Klienten und die Lieferanten, um die Menschen auf der Sonnenseite des Lebens und die anderen, um Chancen, Glück, Familie, Zukunft, Armut, Diskriminierung, Hilflosigkeit und Ungerechtigkeit. Nicht der Reiche ist per se glücklich, aber es ist natürlich viel einfacher, wenn man zwischen verschiedenen Angeboten wählen kann, wenn man mal eben zur Haartransplantation eine zwei-Tages-Tour all inclusive in die Türkei buchen kann, oder ob man für Frau und Kind die Flucht aus Eritrea mit Kurierdiensten organisieren und finanzieren muss.
Sehr virtuos schafft es Tomer Gardi, die Gesellschaftskritik mit Unterhaltung zu vermischen und wir merken gar nicht, wie sensibel und leise die Kritik am Procedere der Arbeit und an der Ausbeutung der besagten Arbeitsnehmenden gestaltet wird. Verschiedenen Familien, alleinerziehende Mütter, im Exil lebende Väter versuchen ihren Weg zu gehen und das Nötigste zum Überleben, für die Schulbildung und den Alltag zu erwirtschaften.
Sehr spannend ist die Kombination, das Zugehörigkeitsgefühl zwischen den einzelnen Ländern / Kontinenten in 6 verschiedenen Teilen des Romans, die Fluchtgeschichten, das Bleiben-Wollen, die Neugierde auf die neuen Möglichkeiten und Chancen. Wie eine Geschichte in der Geschichte entfaltet sich der Roman und die diversen Facetten des (Über-)Lebens werden aufgezeigt. Die Charaktere sind sympathisch, die Verhaltensweisen nachvollziehbar und vielleicht überdenken wir unsere eigenen Ansprüche und unser Verhalten bei unserer nächsten Bestellung...
Buchhändler*in 516281
Dieses Buch, das von Lieferanten handelt, von einer Sammlung verschiedener Dienstleister in ganz unterschiedlichen Städten bezeugt, dass sich viele ihrer Erfahrungen überschneiden.
Die unterschiedlichen Seiten, die der Besteller und die der Lieferer werden beleuchtet.
Der Autor, Tomer Gardi, schafft es vermittels Sürache und Inhalt Gesellschaftskritik unterhaltsam zu vermitteln.
Interessante, nicht alltägliche Beiträge, lose miteinander verbandelt
Das Cover zeigt einen Motorradfahrer mit einer Lieferkiste auf dem Rücken in orange markantem Symbol, wie in einem Hamsterrad gefangen wirkend. Bestandsaufnahmen zu extremen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen aus sechs verschiedenen Gegenden, teils verwoben mit Lieferdiensten, teils eingewandert in Deutschland, berühren mit ihren Geschichten einen bunten Themenkreis wie Fremdheitserfahrungen, Ausbeutung durch mafiöse Arbeitgeber weltweit, Rassismus, Luftverschmutzung bekämpft mit künstlichem Regen, Arbeitslosigkeit, Armut, Wohnungsnot und mehr. Die verschiedenen Episoden wirken sehr realistisch, vermitteln viel Informationsgehalt in nicht alltäglichen Begebenheiten wie Haartransplantation in Istanbul, mühelosem Kauf der systeminternen Kryptowährung Smooth Love Potion, Fanverhalten der Boca Juniors im Stadion La Bombonera in Buenos Aires oder wie internationaler Rosenvertrieb der Firma Naivasha Bloom in Kenia funktioniert. Mit Erich Auerbach, dem jüdischen Verfasser des Buches Nemesis, der über Istanbul vor den Nazis floh, wird auch deutsche Geschichte erwähnt.
Als Leser wandert man durch sehr verschiedene kulturelle Räume, sozialkritisch und literarisch gut aufbereitet. 4*
Buchhändler*in 1426524
Mit quadratischen Rücksäcken ausgestattet, liefern sie, meist auf Fahrrädern und Motorrädern, Essen aus und sind aus Großstädten kaum mehr wegzudenken. Seinen neuen Roman „Liefern“ widmet Tomer Gardi diesen Boten. Mittels der Leben verschiedener Menschen an sechs Orten der Welt, beleuchtet er die Schicksale der in oft ausbeuterischen Systemen gefangenen Essenslieferanten und verwebt ihre Geschichten auf geschickte Weise miteinander. Entstanden ist ein überaus gelungener und gut recherchierter Roman, der den Blick auf ein bisher selten behandeltes Thema richtet und bei inhaltlicher Tiefe durch eine sprachliche Leichtigkeit überzeugt.
Eine Art Dorfschreier, Zirkusdirektor lädt uns Leser*innen in das globale Dorf ein. Tomer Gardis „Liefern“ lebt vom rasanten Perspektivwechsel. Kaleidoskopartig sind Porträts auf der ganzen Welt miteinander verknüpft, in Istanbul, Buenos Aires, Tel Aviv, Delhi und Berlin.
Wir lernen Filmon kennen, einen Eritreer in Tel Aviv. Filmons Frau und 8-jährige Tochter (die er noch nie gesehen hat) sind von Eritrea nach Deutschland geflohen, er möchte ihnen folgen und versucht, jeden Cent zu sparen. Durch einen zwielichtigen Jobvermittler findet Filmon Arbeit als Rider bei einem Lieferdienst. Zwölf-Stunden-Tage auf E-Bikes sind die Regel.
Filmons Kampf in seiner durch Flucht, Einsamkeit, durch niemals endende Ausbeutung geprägten Realität ist herzzerreißend. „Liefern“ ist niederschmetternd schon in kurzen Nebensätzen, aber es ist nie ohne Hoffnung.
Da ist Sachin mit ihrem Sohn Vivaan, eine der wenigen Lieferantinnen in Delhi, stets bedroht durch sexistische Übergriffe und den wahnsinnigen Verkehr. Es geht um die Gemeinschaft unter der Liefernden, um Konkurrenzdruck, Polizeikontrollen, Arbeit ohne Arbeitsschutzgesetze und die andauernde Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Kapitalismus.
Die Welt wird zum Dorf, wenn Tomer Gardis Alter Ego in Berlin eine Rose kauft, geerntet auf einer Blumenfarm in Kenia von Akiny, die unter Belästigung und mit geringer Bezahlung der Knochenarbeit des Rosenschneidens nachgehen muss.
„Liefern“ ist ein warmherziger, ehrlicher Roman, der aufrüttelt und aufnahmefähig macht für die Lebenswege derjenigen, die den Planeten versorgen müssen. Wie Atlas tragen sie ihren „kubischen Globus“ auf dem Rücken.
„Filmon was here“ ritzt einer der Hauptcharaktere in die Rückwand einer Spülmaschine </3.
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