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Jenseits der See

Roman | SWR Bestenliste September 2025

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Erscheinungstermin 12.07.2025 | Archivierungsdatum 08.09.2025


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Zum Inhalt

SWR Bestenliste September 2025

»Ein exquisiter, minutiöser, kraftvoller Roman« David Mitchell

Vor der Küste Mexikos werden zwei Männer in ihrem Fischerboot in einem Sturm auf die offene See getrieben. Wie schon in »Das Lied des Propheten«, geht es in diesem Roman von Booker-Prize Gewinner Paul Lynch um alles. Um Überlebenswillen, Einsamkeit und die menschliche Existenz im Angesicht der Katastrophe. 
Der Fischer Bolivar lebt ein einfaches, unbeschwertes Leben. Im Gegensatz zu seinen Kollegen beginnt er seinen Tag meist erst mittags, raucht viel und trinkt Bier bei Rosa, der Frau, in die er verliebt ist. Er will gerade zu seinem Fang aufbrechen, als er von den Dorfbewohnern vor einem aufkommenden Sturm gewarnt wird. Aber Bolivar fährt entgegen jeder Vernunft an diesem Tag zur See. Er nimmt Hector mit, einen jungen Fischer, der das zusätzliche Geld gut gebrauchen kann, das Bolivar ihm für das Wagnis bietet. Obwohl er Angst vor dem Sturm hat, lässt er sich auf den Job ein. Als sie der Sturm aufs offenen Meer treibt, blicken sie gemeinsam – und doch jeder für sich – dem Untergang ins Auge. »Jenseits der See« zeichnet ein eindringliches Bild der menschlichen Psyche und geht der Frage nach, wie man es schafft, die Hoffnung in einer aussichtslosen Situation nicht zu verlieren.

SWR Bestenliste September 2025

»Ein exquisiter, minutiöser, kraftvoller Roman« ...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608966886
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 192

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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5 stars

Fantastisch

Paul Lynch, kenne ich von seinem Booker Preisbuch Das Lied des Propheten.

Den Roman, Jenseits der See, hat er schon vorher geschrieben, es wurde erst jetzt übersetzt.
Der Autor versteht es wunderbar die Charaktere der Personen zu erfassen.
Oliver Bolivar fährt trotz Sturmwarnung aufs Meer. Er nimmt den jungen Hektor mit.
Sie werden aufs offene Meer getrieben. Das Boot lässt sich nicht mehr steuern, so treiben sie Monate dahin.
Dabei erfährt man auch, was so alles im Meer schwimmt.
Paul Lynch streut immer wieder Zweifel ein, das ich nicht weiß, was Wirklichkeit ist, oder was der Phantasie Olivers entspringt.
Ich kann da nur eine gute Leseempfehlung geben.

5 stars
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Paul Lynch schreibt in seinem ganz eigenen Stil über Ausnahmesituationen. Das macht er so gut, dass er derzeit einer meiner favorisierten Autoren ist. Mit seinen Geschichten bewegt er sich an der absoluten Grenze des Ertragbaren, sie sind wie existentielle Blitzeinschläge.

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5 stars

Intensiv, poetisch, berauschend - es geht um das große Ganze, das nackte Überleben, der Mensch und die Natur, der Mensch und der Mensch, die Grenzen der Welt.
Für mich Booker-Preis würdig und -verdächtig. Erinnert von der Ausgangslage an Hemingway, sprachlich aber eher an Poesie, an Virginia Woolf oder Thomas Mann - hervorragend und eine klare Leseempfehlung.

5 stars
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4 stars

dem Autor gelingt es hier auf gefühlvolle Weise, Facetten der menschlichen Pysche in Extremsituationen zu zeichnen. die Geschichte mutet mit einer schon fast dystopischen Grundstimmung an und der Überlebenskampf hat mich sehr in seinen Bann gezogen. definitiv werde ich weitere Werke des Autors lesen!

4 stars
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Bolivar fuhr niemals ohne seinen zweiten Mann Angel zum Fischen. Als Angel an diesem Tag nicht zur Arbeit kommt, fährt Bolivar trotz ausdrücklicher Warnung seines Chefs vor dem nahenden Sturm mit dem unerfahrenen Hector hinaus. Hectors Vater war ein Vetter von Arturos zweitem Mann Ernesto, so ging das eben. Andere Boote bleiben im Hafen, Bolivar jedoch ist überzeugt, dass er als besserer Mann mit dem besseren Boot wie immer weiter hinaus fahren kann als andere Fischer. Weiter hinaus bedeutet, dass er in ein Fanggebiet fährt, in dem geschmuggelt und illegal Müll verklappt wird – und das so weit entfernt liegt, dass im Notfall niemand den Männern zur Rettung nachfahren wird. In diesem Niemandsland bleibt Bolivars Boot tatsächlich liegen – und der erfahrene wie der unerfahrene Fischer hat jeweils seinen unabwendbaren Tod vor Augen. Bolivar fischte aus einem Panga, einem offenen Motor-Boot für die Küstenfischerei, das nun in der Strömung treibt. Auch wenn sie hier draußen Regenwasser auffangen und Fische und Vögel mit der Hand fangen, können sie in dem Gewässer voller Haie keine Rettung erwarten. Wahn und Wirklichkeit verschwimmen, Luftspiegelungen gaukeln den Männern eine Fantasiewelt vor. Ihre unmittelbare Umgebung konfrontiert die Schiffbrüchigen mit den Folgen menschlichen Handelns: die gefangene Schildkröte hat den Magen voller Plastikpellets; eine schwimmende Styroporplatte ist zum Lebensraum von Muscheln geworden. Beide Männer grübeln über an Land zurückgelassene nahe Menschen; Hector über seine Freundin, der gealterte Bolivar über Partnerin und Tochter, die er im Streit verließ.

Fazit
„Jenseits der See“ lässt zunächst an einen alten Mann und seinen größten Fisch denken. Der zugleich wortkarge wie poetische Roman zeigt jedoch auch ein vom Menschen zerstörtes Ökosystem, das den nahenden Tod der Fischer beschleunigen wird …

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4 stars

,Der Ozean ist. Auch du bist. Aber der Ozean ist immer, er ist nie nicht" Zwei Fischer fahren trotz Sturmwarnung hinaus aufs Meer.
Bewusst gehen sie das Risiko ein und werden vom Sturm weit von der Küste abgetrieben. Der Kampf ums Überleben beginnt, noch ist Hoffnung auf Rettung. Sie fangen Fische, haben noch Trinkwasser aber die Tage werden zu Wochen, dann zu Monaten.
Die Novelle hat kurze, fast fragmentarische Sätze, sie sind ineinander verkantet, bieten keinen Spielraum für Andeutungen.
Dieses Boot auf der tiefen See und oben der unendliche Himmel.
Alles verschwimmt ineinander. Grenzen fließen, innen wie außen.
Hector der jüngere gibt sich früh auf. Bolivar kämpft vor allem mit sich und seiner Vergangenheit. Das ist schwer zu lesen, aber das ist für mich hohe Literatur. Mein Lesehorizont schrumpfte zusammen zu dem Boot mit den zwei Männern. Nichts außer den beiden sah ich vor mir. Ich fühlte mich, als ob ich dort mit ihnen im Boot sitze, sehe die Kerben der vergangenen Tage, die Hector in den Rumpf schnitzt . Spüre die Agonie, die Einsamkeit, die Hoffnungslosigkeit, die Erkenntnisse, die beide in dieser Situation über sich selbst erfahren. Ein Text, der mir einiges abverlangt hat, den ich aber nicht missen möchte.

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Bolivar ist Fischer. Er ist ein grober Mensch. Er trinkt gern. Er raucht gern. Er liebt seine Rosa. Und er lässt sich nichts sagen. So missachtet er auch Warnungen der Dorfbewohner. Ein Sturm komme auf. Er solle nicht aufbrechen, um zu fischen. Er tut es trotzdem. In Begleitung eines jungen Mannes bricht er auf, sticht trotz eindringlicher Mahnungen in See und gerät in das Abenteuer seines Lebens.

Bolivar und sein Begleiter werden auf das offene Meer hinausgetrieben. Sie begegnen der wilden ungezügelten Kraft der Natur, der unglaublichen und einsamen Stille des weiten Ozeans.

Paul Lynch versteht es mit Worten zu spielen. Seine Literatur berührt.

Auf knappe, fast lyrische Sätze folgen ausschweifend, wilde Worte, einem nachlassenden Sturm gleich beruhigt sich seine Sprache wieder, erfindet sich neu auf dem besänftigten, spiegelglatten Meer seiner Fantasie.

Wie feingeriffelte, vom Wind zart bewegte Wellen lesen sich seine Worte, dann wieder gleichen sie wild aufschäumend, triefend rollenden Wasserwogen.

Es sind schließlich jedoch nicht die Tiefen des unendlich weiten Ozeans, sondern die Abgründe der menschlichen Seele, die mich erstaunt und bewegt zurücklassen.

Ein große Stück Literatur. Bitte unbedingt lesen.

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EIN EXISTENTIALISTISCH-PHILOSOPHISCHES KAMMERSPIEL...

Auf einer wahren Begebenheit (José Salvador Alvarenga) beruht dieser Roman von Paul Lynch, den er bereits vor "Das Lied des Propheten" (Booker-Preis 2023) geschrieben hat, der aber erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde. "Unbequem, sperrig und poetisch" kontastierte ich nach der Lektüre des Propheten-Liedes, diesmal war es "philosophisch, poetisch, brutal".

Die Konstellation (2 Männer, ein Boot, die endlose See, das auf-sich-selbst-zurückgeworfen-Sein) erinnert unweigerlich an Klassiker wie "Der alte Mann und das Meer" von Ernest Hemingway. Paul Lynch schreibt aber eine ganz eigene Geschichte.

Die Handlung selbst ist schnell erzählt: der mexikanische Fischer Bolivar ist ein Mann, der von der Hand in den Mund lebt, dem Alkohol mehr als reichlich zuspricht, raucht wie ein Schlot und sich und sein Boot für unbesiegbar hält. Trotz der Sturmwarnung beschließt er, zum Fischen aufs Meer zu fahren, denn er braucht dringend das Geld. Mit von der Partie ist der junge Hector, ein anderer Helfer als gewöhnlich. Zwei Männer, die sich nicht kennen. Ein Sturm. Das manövrierunfähige Treiben auf hoher See. Der Blick in den Abgrund...

Was für ein eindringliches, atmosphärisches Leseerlebnis! Man erlebt die Phasen des Geschehens mit, die Gedanken, Empfindungen, Hoffnung, Zweifel, Einsamkeit, Überlebenswille, Rückblicke aufs Leben, Sinnfragen, Verbitterung, Verzweiflung, Wahnvorstellungen, Trotz und Pragmatismus, Verrohung und Mitmenschlichkeit, Akzeptanz und Aufbegehren - ein existentialistisch-philosophisches Kammerspiel.

In einer poetisch verdichteten Sprache präsentiert Paul Lynch hier zumeist düstere und auch ekelige Bilder, die sich im Kopf festsetzen und einen selbst in der Situation gefangen halten. Diese Intensität ist eine der großen Stärken des Buches, verlangt einem aber auch einiges ab. Vordergründig aufs Überleben ausgerichtet und darauf, die Hoffnung trotz aller Rückschläge nicht zu verlieren, streift der Roman noch viele andere Themen: menschliche Beziehungen, die Schönheiten und Grausamkeiten der Natur, Müll (leiser Killer von Lebenwesen, hier aber auch: oftmals die einzige Ressource zum Überleben), Glauben, Schuld und Läuterung, u.a.m.

Ein literarisch anspruchsvoller, bildhafter und sprachgewaltiger Roman, der mich nicht gleichgültig ließ und der mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird...


© Parden

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Bolivar, auch Porky genannt, will unbedingt trotz angekündigtem Sturm mit seinem Boot rausfahren, um Fische zu fangen. Da sein Partner Angel nirgends aufzutreiben ist, überredet er einen Jungen namens Hector ihm zu helfen. Sie überleben den Sturm, aber der Kampf ums Überleben auf offenem Meer beginnt. "Jenseits der See" kann man zwischen "Der alte Mann und das Meer" und "Schiffbruch mit Tiger" ansiedeln. Die poetische Sprache unterstreicht die Macht der Naturgewalten und die Essenz des Lebens, den Willen zu überleben, aber auch den klaffenden Abgrund in der menschlichen Seele. Obwohl das Buch keine 200 Seiten umfasst, hat es eine hohe inhaltliche Dichte und ist keine schnelle Lektüre für zwischendurch.

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Nach GRACE und DAS LIED DES PROPHETEN nun der dritte Roman, den ich von Paul Lynch gelesen habe.
Beide Romane waren Highlights für mich; obwohl Lynch den Leser in beiden Geschichten ganz unterschiedlich abgeholt hat, überzeugt er doch mit knallharter Poesie und einem lyrischen Stil, den er in die Gegenwartsliteratur überträgt. GRACE im Irland der Hungerjahre, mit mystischen Elementen - DAS LIED DES PROPHETEN in einem fiktiven Irland mit starken Menschen, die unter einer totalitären Regierung leiden und versuchen, Widerstand zu leisten.

In JENSEITS DER SEE greift Lynch nun ein Thema auf, welches man aus der Literatur bereits kennt und baut es in seiner kraftvollen und dabei recht anspruchsvollen Art zu schreiben, zu einem Roman aus, der einen nicht mehr loslässt.

Vor der Küste Mexikos geraten der alte Fischer Bolivar und seine Hilfskraft Hector in einen starken Sturm - ihr Boot gerät vom Kurs ab und ist nicht mehr manövrierfähig; auch das Funkgerät fällt aus. Die beiden treiben immer weiter auf die offene See.
Zunächst optimistisch, müssen sie bald erkennen, dass eine Rettung immer unwahrscheinlicher wird.

Hector ist verzweifelt, wollte er doch gar nicht mit in See stechen und hat sich von Bolivar, den er kaum kannte, überreden lassen.
Die beiden grundverschiedenen Männer raufen sich schließlich zusammen und versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Dabei nähern sie sich an, erzählen aus ihrem Leben und werden - in ihrer Notsituation - zu etwas wie Freunden. Doch nach langer Zeit auf See eskaliert die Situation schließlich - etwas furchtbares passiert…

Ein - wie ich finde - grandiose Hommage an Werke, wie DER ALTE MANN UND DAS MEER oder MOBY DICK; und das, ohne dass Lynch sich an etwas schon dagewesenem bedient. Nein, er schafft etwas Eigenes, etwas Neues in einem bekannten Rahmen.

»Dass der Ozean eine Färbung hat, ist eine Lüge unter Männern.«

»Er erinnert sich daran, was einer mal gesagt hat, dass ein gesendetes und nie empfangenes Funksignal auf immer die Erde umkreisen kann, ein verschollener Ruf der Toten.«

»Nachts hört Bolivar auch Hector weinen. Trauer ist etwas, das formlos zwischen ihnen sitzt.«

»Weißt du, Porky, du hast kein anderes Herz berührt. Also kann es auch keine Trauer geben.«

Die Geschichte zweier Männer, die sich kaum kennen, dann aber doch gegenseitig ihr Leben gestehen - eine Geschichte, die ich absolut empfehlen möchte!

Von mir 5/5

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"Der Teil von mir, der hier ist, ist nicht hier. Er ist dort. Also bin ich nicht. Aber der, der ich dort war, ist auch nicht. Wer ich jetzt nicht bin, ist ein anderer. Aber wer das ist, weiß ich nicht. [...] Der eine ist nicht der andere. Verstehst du, was ich meine? Ich weiß gar nicht, ob ich das selbst richtig versteh. Egal, wie ich das ansehen, ich bin nicht hier und auch nicht dort. Ich bin kein Nichts, aber irgendwas bin ich auch nicht. Ich bin also nicht-nicht. So fühl ich mich." (Paul Lynch: Jenseits der See, S. 42, 14/19)
"Jenseits der See" ist ein wirklich schnörkelloses Buch mit sowohl philosophischen Tendenzen als auch hoher Selbstreflexion seitens der Charaktere, welches auch gleichzeitig darstellt, wie man durch die unberechenbaren Einflüsse des Lebens oder der Welt an einen Punkt gelangt, an dem man sich nicht nur jenseits der See, sondern auch jenseits des eigenen Selbst befindet.
Der Autor legt gnadenlos das Dunkelste und Abgrundtiefste der menschlichen Seele offen und schildert abgrundtief ehrlich was von einem Menschen bleibt.
Eine wirklich eindrückliche und nachdrückliche Leseerfahrung, die noch lange nachhallen wird!

5 stars
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2 Fischer begeben sich zum Fischen aufs Meer. Trotz Sturm und aller Vernunft. Hector scheinbar eher unfreiwillig und Bolivar getrieben von steter Unruhe.

Diese Konstellation der Geschichte erfindet auf den ersten Blick die Literatur- und Filmwelt nicht neu, Paul Lynch schafft es dennoch mich mit diesem Roman wirklich abzuholen. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und mich mit den beiden Protagonisten über jeden noch so kleinen Lichtblick gefreut.

Das Buch ist der erste Roman des Autors für mich und wird definitiv nicht der Letzte gewesen sein. Mit wunderbarer Übersetzung beginnt dieses Kammerspiel scheinbar harmlos, entwickelt sich dann aber wirklich zu einem Überlebenskampf des Körpers, aber auch der Seele und des Geistes. Denn die Isolation führt bei beiden Personen zu zunehmend dunkleren Gedanken und die Grenze zwischen dem was wirklich ist und dem, was nur wirklich zu sein scheint verschwimmt.

Auch wenn das Buch sich hin und wieder etwas in die Länge gezogen hat (evtl auch so gewollt um die Monotonie spürbar zu machen), habe ich das Buch verschlungen und wollte bis zum Ende herausfinden wie es weiter geht. Für mich also eine klare Leseempfehlung. Danke!

4 stars
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Dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen, ich konnte es kaum mehr aus der Hand legen.
Ein bisschen Hemingway, sprachlich wahnsinnig schön und einfach unglaublich fesselnd.

5 stars
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Jenseits der See hat mich wirklich beeindruckt. Die Geschichte klingt auf den ersten Blick simpel: Zwei Männer treiben nach einem Sturm auf dem offenen Meer. Doch was Paul Lynch daraus macht, ist alles andere als simpel. Er verwandelt dieses kleine Boot in eine ganze Welt – eine Welt aus Verzweiflung, Hoffnung, Erinnerungen und stiller Menschlichkeit.

Ich fand es faszinierend, wie er mit so wenig Handlung so eine Wucht erzeugt. Man spürt beim Lesen fast körperlich die Hitze, die Erschöpfung, das endlose Schaukeln auf den Wellen. Die Sprache ist gleichzeitig roh und poetisch, manchmal schon fast hypnotisch. Genau dadurch wird das Buch so intensiv: Es zwingt einen, in dieser Ausweglosigkeit mit den Figuren auszuharren und ihre Gedanken und Gefühle mitzuerleben.

Klar, das Tempo ist ruhig, manchmal sogar zäh – aber gerade diese Langsamkeit macht das Buch so eindringlich. Es ist keine Abenteuergeschichte, sondern eher ein existenzielles Drama, das einem noch lange nachgeht.
Eine klare Empfehlung!

4 stars
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4 stars

„Jenseits der See“ ist eine dieser Geschichten, die mit ihrer Sprache die Lesenden in ihnen fesseln. Diese Geschichte ist eine vom Überleben, von den menschlichen Abgründen, eine zwischen Realität und Wahnsinn. Paul Lynch hat so manches in diesen kurzen Roman gepackt und es zugleich geschafft, all die Enden zusammenzuführen. Eine Geschichte, die gewiss nichts für zwischendurch ist und deren menschliche Abgründe auch nach dem Ende noch nachklingen.

4 stars
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Von Hoffnung jenseits der See…

Nach dem beeindruckenden Werk „Das Lied des Propheten“ für das Paul Lynch 2023 den Booker Prize erhalten hat, ist „Jenseits der See“ nun der neue Roman des Autors. Hier erzählt er mit einem eindringlichen Schreibstil, wie die Welt für zwei Männer aus den Fugen gerät.

Hauptfiguren hier sind die beiden Fischer Bolivar und Hector. Anders als seine Kollegen startet Boliver erst spät in den Tag, raucht und trinkt regelmäßig bei Rosa, in die er heimlich verliebt ist und lebt ein eher einfaches Leben.
Als er am späten Nachmittag zu einem Fang rausfahren möchte, wird er von mehreren Leuten gewarnt: Ein heftiger Sturm wird aufbrechen. Doch Bolivar ignoriert die Warnungen und heuert den jungen Fischer Hector an, der das zusätzliche Geld gut gebrauchen kann.
Schon bald wird deutlich, dass sie einen Fehler gemacht haben: Der vorausgesagte Sturm erwischt sie mit voller Wucht und treibt das kleine Boot auf das offene Meer hinaus.
Allein auf hoher See kämpfen die Männer nun gemeinsam – und auch jeder für sich- ums nackte Überleben…

„Es ist Viertel nach fünf, als Bolivar den Motor abstellt.
Die Welt fällt in endlose Stille. Nur das Geräusch des Meeres, das den Wind auf dem Rücken trägt.“ – Seite 18, eBook

Schon auf den ersten Seiten wird der besondere und eindringliche Schreibstil deutlich. Atmosphärisch dicht, beklemmend und gleichzeitig auch etwas poetisch schildert der Autor das Schicksal der beiden Fischer, die mitten in einen Sturm geraten.
Mit nur wenigen Worten werden wir mitten in den Sturm hineingeworfen und verfolgen die dramatischen Stunden von Bolivar und Hector.

„Es kommt flüsternd. Das Bewusstsein, dass er gegen das eigene Gefühl arbeitet. Dann ertönt im Wind etwas Tiefes. Er spürt sein Herz beben. Sein Kopf fasst in Worte, was er schon als Gefühl kennt: Dass das Geschehen noch nicht an seine Grenze gestoßen ist.“ – Seite 22, eBook

Am Anfang noch etwas bruchstückhaft, lernen wir in der Mitte des Romans die beiden Figuren etwas besser kennen und auch ihr Miteinander.

„Nachts hört Boliver auch Hector weinen.
Trauer ist etwas, das formlos zwischen ihnen sitzt.“ – Seite 56, eBook

Die beklemmende Atmosphäre, die sich durch den gesamten Roman zieht, ist hier sehr gut gelungen. Einige Momentaufnahmen werden gut und bildlich geschildert, andere wiederum etwas entrückt und nicht ganz greifbar, was aber wahrscheinlich genau so sein soll.

Wie beim letzten Roman gibt es auch hier keine Anführungszeichen bei den Dialogen, woran man sich aber schnell gewöhnt. Man muss sich darauf einlassen - es gibt ein paar Lücken und manchmal hätte ich mir mehr Details an einigen Stellen gewünscht. Da ich aber damit gerechnet habe, ist das nur eine kleine Kritik am Rande.

Dennoch ist diese Geschichte packend, etwas dystopisch und manchmal zwischen Realität und Illusion schwankend, wo auch oft das poetische noch deutlicher hervortritt. Gleichzeitig wird es oft rau, manchmal brutal und dramatisch. Eine außergewöhnliche Mischung, die gut umgesetzt wurde.

Mein Fazit: Ein atmosphärisch dichter Roman mit einem besonderen Erzählstil, der zugleich beklemmend und auch etwas poetisch ist. Eindringlich und zum Nachdenken anregend erzählt der Autor von einer mächtigen Naturgewalt und einer unberechenbaren See, von den Momenten zwischen Leben und Tod und auch einer unerschütterlichen Hoffnung auf Rettung - ein außergewöhnlicher und anspruchsvoller Roman, der ein sehr besonderes Leseerlebnis ist.
Ich vergebe 4,5 Sterne!

4 stars
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Inhalt: Der Fischer Bolivar lebt ein einfaches Leben. An einem Tag wird er vor einem Sturm gewarnt, fährt jedoch dennoch zum Fischen weit hinaus zur See. Mit ihm unterwegs ist Hector, ein junger Mann, der Geld braucht und daher mitkommt. Im Sturm verlieren sie den Kontakt zum Festland und treiben ohne Ziel auf dem Meer, was ihren Fokus ändert.

Meinung: Die Handlung beginnt zunächst wenig dramatisch, Bolivar wird vorgestellt und aus seiner Sichtweise auch Hector, den er als nicht besonders brauchbar einschätzt. Bolivar ist laut seiner Aussage einfach nur ein Fischer, der zur See fahren will, darüber definiert er sich. So fährt er auch an diesem Tag, trotz einer Sturmwarnung auf das Meer hinaus und gerät mit Hector in einen Sturm, in dem sie beinahe ihr Leben verlieren. Bolivar, der eigentlich mehr an sich selbst denkt, rettet Hector und ist in der nachfolgenden Zeit auf ihn angewiesen. Ab diesem Sturm gewinnt die Handlung an Tempo und die Spannung steigt: Werden die Männer überleben?
Für die beiden Fischer beginnt ein Kampf um das Überleben, wobei der Überlebenswille nicht immer da ist und der Überlebenskampf manchmal mehr für die andere Person stattfindet. Hector findet Halt im Glauben, wohingegen Bolivara pragmatischer ist. Beide sind geprägt durch Angst und wenden sich Themen zu, die sie eigentlich mit niemandem besprechen wollten. Im Angesicht des Todes setzen sie neue Prioritäten und versuchen herauszufinden, was ihrem Leben einen tatsächlichen Sinn geben würde bzw. was sie vom Leben und den Menschen erwarten. Ihre Irrfahrt ist geprägt von Einsamkeit und dem Wechsel zwischen Fantasie und Wirklichkeit, der nicht immer eindeutig erkennbar ist.
Die See rettet und quält die Männer im Wechsel, sie sind ihren Launen und Gaben ausgesetzt. Dabei erfährt man sowohl von natürlichen Gaben als auch jenen "Gaben", die von anderen Menschen zurückgelassen wurden und nun für Hector und Bolivar einen Nutzen haben. Auch das Wetter prägt die Fahrt und entscheidet über Leben und Sterben. Die Männer hadern mit diesem Ausgeliefertsein und gehen auf verschiedene Art und Weise damit um.
Wie "Das Lied des Propheten" ist auch "Jenseits der See hochliterarisch, philosophisch und unbedingt lesenswert!

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Der Fischer Bolivar hat schon einiges hinter sich: Er nimmt es mit der Arbeit nicht so genau, nutzt Frauen aus, trinkt und nun sind ihm auch noch Kriminelle auf den Fersen. Doch trotz Sturmwarnung fährt er hinaus aufs Meer. Statt seines gewohnten Partners begleitet ihn der 17-jährige Hector, der völlig unerfahren ist und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Als der Sturm mit voller Wucht losbricht, sind die beiden Männer dem Meer in einem Überlebenskampf ausgeliefert: Motor kaputt, Funk tot und das Boot manövrierunfähig.. Während Hector immer mehr verzweifelt und sich in seinen Glauben flüchtet, kämpft Bolivar ums Überleben. Er sammelt Regenwasser, fängt Nahrung, macht Mut und bleibt optimistisch.

Was folgt, ist ein intensives Kammerspiel auf hoher See: existenziell und rau. Die beiden Männer ringen nicht nur mit Hunger, Durst und Hitze, sondern auch mit ihren Erinnerungen und Schuldgefühlen. Realität und Fantasie beginnen zu verschwimmen. Lynch beschreibt das sprachlich so bildgewaltig und atmosphärisch dicht, dass man beim Lesen selbst fast die Wellen über einen hereinbrechen und die Sonne brennen spürt.

Auch Umweltzerstörung spielt eine Rolle: das Meer voller Plastik, das mal Bedrohung und mal Rettung wird. Mittendrin diese beiden Figuren, die sich in der Ausnahmesituation entwickeln und verändern.

Für mich ein absolut starkes Leseerlebnis! Lynch schafft es, die Härte des Überlebenskampfes mit poetischen Bildern zu verweben. Die erzeugte bedrückende Stimmung blieb noch lange hängen.

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Zwei Fischer fahren auf die See trotz Sturmwarnung und müssen sich mit dem Gedanken an das Ende konfrontieren. Die archaische Gewalt der See spiegelt sich sehr eindrücklich in der Sprache und dem Inhalt des Romans wieder und erinnert dabei an Hemingway. Große Literatur von einem großen Autor. Sehr empfehlenswert.

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In einem Atemzug gelesen und förmlich auf der Welle der Ereignisse mitgeritten, denn obwohl die Handlung nicht viel Spielraum lässt, entwickelt sich das Verhältnis der beiden Schiffbrüchigen, bedingt durch die Dramatik der extremen Situation, von Abhängigkeit und Ungleichgewicht zu Freundschaft und Achtung.
Wie stark muss der Selbsterhaltungstrieb sein, warum überlebt jemand eine solch lange Zeit auf dem Meer, trotz realer Schilderung für mich unvorstellbar.

5 stars
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