
Evil Eye
Roman | Feinsinniger Pageturner der palästinensisch-amerikanischen Bestsellerautorin
von Etaf Rum
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Erscheinungstermin 25.04.2025 | Archivierungsdatum 13.07.2025
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Zum Inhalt
Nach außen hin führt Yara ein perfektes Leben: Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen guten Job, erzieht parallel die beiden Töchter und bereitet das Abendessen vor, wenn ihr Mann nach langen Arbeitstagen nach Hause kommt. Doch wieso fühlt es sich nicht richtig an? Woher kommen ihre Unzufriedenheit, ihre Wutausbrüche, ihre zunehmende Verzweiflung? Als Yara nach einem Zwischenfall auf der Arbeit gezwungen wird, eine Auszeit und psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, kommt ein Stein ins Rollen und sie beginnt, sich ihren Gefühlen zu stellen. Evil Eye erzählt von der Bedeutung eines erfüllten Lebens und wie unsere unbewältigte Vergangenheit unsere Gegenwart beeinflusst.
Nach außen hin führt Yara ein perfektes Leben: Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen guten Job, erzieht parallel die beiden Töchter und bereitet das Abendessen vor, wenn ihr Mann nach langen...
Verfügbare Ausgaben
AUSGABE | Hardcover |
ISBN | 9783759600240 |
PREIS | 22,00 € (EUR) |
SEITEN | 432 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

“du kannst machen, was du willst, und ich soll das lächelnd akzeptieren. aber ich will mehr vom leben.”
evil eye erzählt eindringlich von selbstfindung, der überwindung transgenerationaler traumata und dem bewussten fokus auf mentale gesundheit. all diese aspekte werden meiner meinung nach sehr feinfühlig und überzeugend umgesetzt.
yara als protagonistin ist unglaublich vielschichtig, und ich konnte mich stark mit ihr identifizieren. das liegt sicherlich an der erfahrung, die viele frauen mit migrationsgeschichte teilen – insbesondere, wenn man ebenfalls in einem westlichen land geboren und aufgewachsen und zu teilen mit widersprüchlichen werten konfrontiert ist. dennoch bin ich überzeugt, dass viele frauen sich in yaras innerem konflikt und ihrer entwicklung wiederfinden können — unabhängig vom kulturellen hintergrund.
der schreibstil von etaf rum stellt den zwiespalt zwischen äußeren erwartungen und dem eigenen wunsch nach selbstbestimmung sehr eindrucksvoll dar. auch die freundschaften im roman wirken authentisch und nehmen eine richtung, die ich besonders gelungen fand.
5 stars

„Evil Eye“ ist ein aufwühlendes, ehrliches, tief menschliches Buch über das Ringen um Identität, um Freiheit und um die Kraft, sich selbst nicht aufzugeben. Ja, ich könnte kritisieren, dass es Ende alles etwas schnell geht, will ich aber nicht!
Ich denke nämlich immer noch oft an Yara. Weil sie mutig ist. Weil sie sich dem stellt, was viele verdrängen – auch wenn es Angst macht.
Eine klare Leseempfehlung – vor allem für alle, die Geschichten suchen, die unter die Haut gehen und im Herzen nachhallen.

Das Buch hat mich bereits mit seinem Cover und Titel sehr angesprochen. Ich wurde nicht enttäuscht, das Buch hat mich wirklich ergriffen und ich habe es sehr gerne gelesen.

Was löst dieses Cover bei euch aus?
In der arabischen Welt ist dieses blaue Auge ein magischer Schutz. Und auch für die Protagonistin hier ist ein solches Amulett der wertvollste Besitz.
Dieser Roman fordert!
Mich hat er nicht nur tief berührt und getroffen, er hat es auch geschafft die unterschiedlichsten Gefühle in mir wachzurufen, um ihn am Ende mit einem Seufzen und Befriedigung zu schließen.
Yara, eine junge Amerikanerin mit palästinensischen Wurzeln, hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann. Zwei süße kleine Töchter, einen Mann, der gut für alles sorgt und ihr sogar erlaubt hat zu studieren und jetzt zu arbeiten.
Doch da ist eine Wut in Yara und Stimmen, die ihr vorgaukeln, sie wäre unzulänglich und schlecht, weshalb sich ihre Wut immer wieder in unkontrollierten Aktionen entlädt. Nach einem Vorfall auf der Arbeit wird ihr nahegelegt, in Therapie zu gehen. Um ihre Stelle zu behalten, willigt Yara schließlich ein und beginnt in ihrer Kindheit zu graben. Ihre größte Angst war es immer so zu werden wie ihre Mutter.
"Ich wollte nicht, dass das Trauma der Vergangenheit ihre Zukunft beherrscht." (S.63)
"Was würden die Leute denken" (S.93)
"Was für ein Unsinn von Amerikanern, Traurigkeit zu einer Krankheit zu machen!" (S.132)
"Ich will auf keinen Fall meinen Job verlieren, nur Hausfrau und finanziell von einem Mann abhängig sein. So will ich nicht leben." (S.132)
Yara wird ständig vorgeworfen, sie wäre trotz ihres privilegierten Lebens unzufrieden. Doch sie sehnt sich nach Wertschätzung. Warum darf ihr Mann Fadi ständig reisen und ihr wird dieser Wunsch verwehrt?
Sukzessive bricht Yara aus dieser "menschlichen Konditionierung" aus. Mit Hilfe ihres besten Freundes Silas, der Liebe zur Kunst und Therapiestunden kämpft sie gegen die Traurigkeit an.
Warum fällt es ihr mit Silas so leicht sich zu öffnen, wogegen sie bei ihrem Mann nur verschlossene Türen einrennt.
Als Leser spüren wir, welcher nächste große Schritt kommen muss. Aber Yara tut sich schwer, den selbstbestimmten Weg zu wählen, wiegen die Konsequenzen zu schwer.
Dass es sich lohnt auf die eigenen Gefühle zu hören, Hilfe anzunehmen und den Wandel zuzulassen, das erleben wir zusammen mit Yara. Überhaupt steckt so viel in diesem Buch, dass ich es euch nur schlagwortartig aufzählen möchte. Die ganz großen Themen sind mentale Gesundheit und die nicht vorhandene Gleichstellung von Mann und Frau!!! Weiter haben wir Entwurzelung, Integrationsverweigerung wegen kulturellen Unterschiede, die daraus folgende Isolation, toxische Beziehungen zwischen Mann und Frau, Vater und Tochter. Ihr seht, das ist ein Buch mit vielen Triggern, die hinten im Buch aufgeführt werden.

Evil Eye ist ein emotional aufwühlender Roman über eine Frau, die in einer streng traditionellen, abergläubischen Familie aufwächst – geprägt von Kontrolle, Schuld und Angst. Besonders erschütternd ist das Verhältnis zur Mutter, die sie verflucht, und zur Schwiegermutter, die sie systematisch kleinmacht. Umso berührender sind die Rückblenden zur Großmutter und zur “Heimat”, die einen Kontrast zur Kälte ihres Alltags bilden.
Das Buch hat bei mir starke Emotionen ausgelöst – vor allem Wut. Wut über die patriarchalen Strukturen, über die verinnerlichte Schuld und darüber, wie lange es dauert, sich von all dem zu befreien. Etaf Rum zeigt eindrucksvoll, wie tief kulturelle Glaubenssätze wirken und wie schwer der Weg zur Selbstermächtigung ist.
Evil Eye ist kein leichtes Buch – aber ein wichtiges.

Yara führt gegen aussen eine perfekte Ehe. Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen guten Job, zwei Töchter und einen Mann. Scheint fast alles zu stimmen. Doch weshalb ist sie dann unzufrieden? Nach einem Zwischenfall im Job wird sie gezwungen eine Auszeit und psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ab jetzt muss sie sich ihren Gefühlen stellen. Etaf Rum schildert in diesem sehr guten Buch was es bedeutet ein erfülltes Leben zu führen. Yara beginnt bei der psychologischen Hilfe ihre Traumata aus der Kindheit, ihre psychischen Probleme aufzuarbeiten. Der Leser wird behutsam an die Geschichte herangeführt. Man begleitet sie auf ihrem Weg wie sie sich selbst kennenlernt. In dieser Geschichte werden dem Leser und mit Yara verschiedene Emotionen durchlaufen. Da sind Wut, Trauer, Hoffnung, oder sogar Freude und noch einiges mehr. Bald einmal musste ich erkennen, dass auch bei mir selbst einiges aufzuarbeiten ist. Beim Lesen konnte ich für mich und die Zukunft etwas mitnehmen. Ein Buch das ich empfehlen kann.

Yara ist eine Protagonistin, mit der man definitiv mitfühlen kann. Man spürt ihren Schmerz und wie aufgewühlt sie ist förmlich durch die Seiten hindurch. Einige Schilderungen ihrer familiären Situation haben mich fast zur Weißglut getrieben – umso begieriger war ich darauf, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen und zu erfahren, wie es mit Yara weitergeht. Sowohl die sympathischen als auch die absolut unsympathischen Charaktere sind so authentisch beschrieben, dass ich direkt in die Geschichte eintauchen konnte. Sie ist so aus dem Leben gegriffen, und leider sicherlich Realität für so viele Frauen, sodass es sich anfühlt, als würde eine Freundin von ihrem Leben erzählen: echt, authentisch und absolut greifbar.
Ich kann das Buch von Etaf Rum absolut empfehlen. Feminismus, (Alltags-)Rassismus und kulturelle Herausforderungen sind Themen und Probleme, mit denen sich heute eigentlich jeder Mensch auseinandersetzen sollte.

“Evil Eye” ist ein Roman, der sich mit patriarchalen Strukturen in der westlichen Welt, aber auch mit denen im Nahen Osten auseinandersetzt. Wir haben eine Protagonistin, die denkt, sich von ihrer Vergangenheit befreit zu haben, jedoch immer noch tief in den Strukturen gefangen ist - ohne es zu merken.
Neben diesem Konflikt gibt es einen weiteren: Die innere Zerrissenheit Yaras. Denn sie fühlt sich weder Palästina zugehörig - wie ihre Eltern und Großeltern -, noch den USA, wo sie geboren wurde.
Von diesen beiden inneren Konflikten weiß Yara zunächst gar nicht, bzw. sie will nichts davon wissen und verdrängt jegliche negative Gefühle lieber. Doch es kommt zu Wutausbrüchen und verzweifelten Überreaktionen. Als sie sich im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss, werden Traumata zutage gefördert, die tief in ihr verwurzelt waren.
Etaf Rum hat mit Yara eine Protagonistin geschaffen, mit der ich unglaublich gut mitfühlen konnte, obwohl wir nicht viel gemeinsam haben. Obwohl ich viele Probleme und Sorgen nicht kenne, fühlte es sich beim Lesen an, als seien es meine eigenen. Ich bin ihr also gerne durch die 400 Seiten des Romans gefolgt und habe bereitwillig ihre Perspektive eingenommen.
Außerdem fand ich es spannend, die Traditionen und Geschichten ihrer Vorfahrinnen kennenzulernen und zu sehen, welchen Einfluss sie auf Generationen von Frauen hatten. Interessant ist hierbei, dass Yara zwar einerseits als Cycle Breakerin fungieren möchte, andererseits lernen muss, ihre Vergangenheit und die der palästinensischen Kultur anzunehmen.
Es gibt also keine einfache, allgemeingültige Lösung, sondern eine individuelle, menschliche.
Sehr berührt haben mich auch die Beschreibungen, in denen Yara anfängt, sich in ihre eigene Mutter hineinzufühlen, von den Vorwürfen zu Verständnis wechselt und ihr verzeihen kann.
“Evil Eye” ist also ein Roman, der mir eine neue Perspektive ermöglicht hat. Ein Roman über Selbstermächtigung, den Ausbruch aus patriarchalen und traditionellen Strukturen und dem Versöhnen mit der Vergangenheit. ⭐️4/5⭐️
*Übersetzt von Heike Reissig

Yara lebt mit ihrem Mann und ihren 2 Töchtern in einer amerikanischen Kleinstadt. Vormittags arbeitet sie an der Uni, nachmittags kümmert sie sich um die Kinder, den Haushalt und das Glück ihrer Familie. Doch tief in Yara brodelt es und so wird sie eines Tages auf Arbeit sehr laut. Dies führt dazu, dass ihr Vorgesetzter sie zu einem Psychologen schickt. Yara empfindet dies als Affront. Doch der Schmerz in ihr wird immer größer!
"Evil Eye" war mein erster Roman von Etaf Rum und hat mich berührt, erschüttert und zum Weinen gebracht. Die Autorin zeigt eindringlich auf, wie tief Schuld, Schmerz, Flucht und Erwartungen einen Menschen prägen können. Hinzu kommt Rums emotional berührende, bildliche, plastische Sprache. Diese Mischung traf mich teils wie mit einem Hammer und ich musste das Buch mehrmals bei Seite legen um zu atmen und das Gelesene zu verarbeiten.
Die Hauptfigur Yara hat vieles durchmachen müssen. Als Kind palästinensischer Auswanderer in den USA steckte sie schon früh zwischen zwei Welten fest. Zudem lastete die Zufriedenheit der Familie bereits auf ihr, als sie noch zu jung war zu verstehen, warum ihre Brüder mehr durften als sie. Yaras Erlebnisse und ihre Schilderungen, wie schwer sie alles in Worte fassen kann, haben mich zutiefst erschüttert und berührt.
Etaf Rum spricht Depressionen, Kindheitstrauma, Schuldgefühle und Erwartungen an Frauen und ihre Rolle im Leben klar an. Sie zeigt, was diese Themen mit einem Menschen machen und fasst vor allem das Dunkle in Worte. Wer selbst eines der angesprochenen Themen erlebt hat und/oder grad bearbeitet, sollte diesen Roman mit Vorsicht genießen. Denn Rums Stil kann Wunden aufreißen, von denen man glaubte, sie geschlossen zu haben.
Für mich war die Lektüre manchmal hart, manchmal bewegend, aber immer wollte ich wissen, ob und wie Yara es schafft, diesem Käfig, den sie Leben nannte, zu entkommen.
Eine absolute Empfehlung!

Evil Eye erzählt von Yara, die mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Amerika lebt. Ihre Wurzeln liegen in Palästina und ihre Mutter ist mit ihnen in das Land der unbegrenzten Möglichkeit gezogen in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Aber weder sie noch ihre Tochter können frei leben oder eigenständig handeln. Ihr Leben wird von strengen Rollenbildern dominiert und von Männern, die entscheiden was sich gehört und was nicht.
Ich fand schnell in die Geschichte rein, vor allem die Auseinandersetzung mit ihrer Schwiegermutter am Anfang machte mich sprachlos. Es gab Tagebucheinträge, die ich sehr gelungen fand und zeigten, wie schwer Yara es in der Kindheit hatte. Hier spielte generationsübergreifendes Trauma eine große Rolle.
Ich litt mit Yara und die Geschichte ließ mich so viel fühlen, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Manchmal hätte ich sie am liebsten einfach schütteln oder in den Arm nehmen wollen.
Es war rund um ein gelungenes Buch und es konnte mich aus meiner Comfortzone locken, da mir die Geschichte eine andere Kultur näher brachte, sowie deren Aberglaube und dessen negativen Seiten.
1 Stern Abzug, da sich einiges oft wiederholte, aber alles in allem klare Empfehlung!

Nach außen scheint Yara ein perfektes Leben zu führen, doch tief in ihrem Inneren fühlt sie Unzufriedenheit, Zerrissenheit und Wut. Erst durch professionelle Hilfe beginnt sie, sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen und zu heilen.
Ein Buch, welches durch seinen poetischen Schreibstil, roh und voller Gefühl, einen intensiven Einblick in das Leben von Yara gewährt, die in zwei verschiedenen Kulturen aufwächst und mit häuslicher Gewalt, Traumata, toxischen Beziehungen, Diskriminierung und vielem weiteren zu kämpfen hatte und jetzt versucht, aus alten Mustern auszubrechen und lernt, Hilfe anzunehmen.

Ich habe dieses Buch mit großen Erwartungen gelesen – nicht nur wegen der Autorin, sondern auch wegen der Themen, die sie aufgreift: Identität, kulturelle Prägung und der Versuch, sich von generationsübergreifenden Zwängen zu befreien. Die Atmosphäre war intensiv und stellenweise sehr bedrückend, was mir aber gerade gefallen hat, weil es genau das ist, was das Buch auszeichnet: Es nimmt einen mit in innere Konflikte, ohne einfache Lösungen anzubieten.
Was mir besonders naheging, war der leise, aber stetige Widerstand der Hauptfigur – dieser langsame Prozess, sich selbst zu erkennen, war glaubwürdig und emotional nachvollziehbar. Sprachlich ist der Roman ruhig, fast zurückhaltend, aber genau das verleiht ihm eine ganz eigene Kraft. Ich hatte manchmal das Gefühl, zwischen den Zeilen mehr zu spüren als in den offensichtlichen Momenten.
Ein paar Passagen empfand ich als etwas langgezogen, dennoch hat mich die Geschichte nicht losgelassen. Die Darstellung von psychischer Gesundheit im Kontext kultureller Erwartungen war sensibel und differenziert.
⭐⭐⭐⭐☆ (4 von 5 Sternen)

Inhalt (spoilerfrei): „Evil Eye“ erzählt die Geschichte von Yara, einer amerikanisch-palästinensischen Frau, die äußerlich ein “gutes Leben” führt: Sie hat studiert, arbeitet, ist verheiratet und Mutter zweier Töchter. Doch innerlich ist sie zerrissen. Zwischen kulturellem Erbe, familiären Erwartungen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung kämpft Yara mit tief sitzender Wut, Schuld und dem Gefühl, nicht genug zu sein. Als sie durch einen Vorfall bei der Arbeit zur Therapie gezwungen wird, beginnt ein innerer Prozess der Konfrontation mit alten Traumata, familiären Verletzungen und gesellschaftlichen Rollenbildern.
Erzählweise und Stil: die Geschichte wird überwiegend aus Yaras Innensicht erzählt, was eine intime Atmosphäre schafft. Immer wieder gibt es Einschübe in Briefform, in denen sich Yara direkt an ihre verstorbene Mutter wendet. Diese Passagen wirken ganz am Anfang zunächst irritierend, entfalten später aber emotionale Tiefe und verstärken den Eindruck, dass Yara auf einer Reise zu sich selbst ist. Stellenweise war es ein bisschen repetitiv, was zwar authentisch zu Yaras Traumaerleben passt, aber auch den Lesefluss ein wenig hemmen kann. Viele Gedanken kreisen mehrfach um dieselben Erinnerungen und Gefühle. Das kann mühsam sein, wirkt aber psychologisch nachvollziehbar.
Figuren: Yara ist eine runde und glaubwürdige Figur mit starker Entwicklung. Ihre inneren Konflikte und ihre Überforderung sind sehr gut greifbar. Besonders ihre Wutausbrüche konnte ich nachempfinden, sodass ich das Buch manchmal zum Durchatmen zur Seite legen musste. Weniger überzeugend sind hingegen die Nebenfiguren, die Yara zur Reflexion bringen sollen: insbesondere ihr Kollege Silas sowie ihre Therapeut:innen. Ihre Reaktionen wirken distanziert, formelhaft und beinahe künstlich, wie generierte Standardantworten einer KI, denen jede emotionale Glaubwürdigkeit fehlt. Dadurch erscheinen sie flach und tragen wenig zur Tiefe der Geschichte bei. Yaras Ehemann ist manipulierend, abwertend, kontrollierend. Das Buch lässt erahnen, wie sich Missbrauch hinter dem Deckmantel kultureller Traditionen verbergen kann, ohne dass dieses Verhalten klar als psychischer Missbrauch benannt wird. Hier hätte vielleicht eine etwas klarere Distanzierung gut getan, um noch klarer zu machen, wie toxisch und zutiefst gestört Yaras Ehemann in seinem Verhalten ist.
Symbole und Motive: der Titel „Evil Eye“ verweist auf das Motiv des „bösen Blicks“; ein kulturell tief verwurzelter Aberglaube, der in diesem Roman sinnbildlich für Kontrolle, Angst und Scham steht. Man soll Fähigkeiten und Talente möglichst verdeckt halten, um keine Missgunst von anderen auf sich zu ziehen. Ist dies einmal geschehen, sei man für immer verflucht. Yaras Briefe an ihre Mutter fungieren als Versuch, das Unausgesprochene nachträglich zu verarbeiten, als Ausdruck des inneren Kindes, das bis heute nach Anerkennung und Sicherheit sucht.
Kurz und Knapp: ein intensiver, wütender, trauriger und nachdenklich machender Roman über kulturelle Prägung, unterdrückte Wut und die Suche nach Selbstbestimmung. Yara ist eine starke Hauptfigur mit nachvollziehbarer Entwicklung. Auch das Thema internalisierter Rassismus wird sehr feinfühlig behandelt; etwa durch beiläufige Bemerkungen anderer Figuren, die Yaras amerikanische Identität infrage stellen. Solche Momente zeigen, wie tief Diskriminierung im Alltag verankert ist. Besonders beeindruckend fand ich die kulturellen und kulinarischen Einblicke sowie die schonungslose Darstellung psychischer Gewalt hinter traditionellen Rollenbildern. Nicht immer leicht zu lesen, aber absolut lesenswert.

Das war sehr gut. Ich hatte wirklich das Gefühl, das Leben der Hauptfigur mit ihr zu erleben. Ich schätze die Auseinandersetzung mit generationenübergreifenden Traumata und dem Erlangen von Unabhängigkeit als Frau. Das Ende war vorhersehbar, aber insgesamt war es ein großartiges Buch.

Yara ist jung, verheiratet, hat zwei Töchter, die sie liebt, und einen Job an einer Uni. Sie müsste eigentlich glücklich und dankbar sein, redet sie sich ein. Die Gefühle, dass etwas nicht stimmt, dass ihr etwas fehlt, dass sie mehr will - mehr Freiheit, mehr Selbstbestimmung, mehr Erfüllung, ... -, lässt sie nicht los und bereitet ihr Gewissensbisse. Über mehr als 2/3 des Buches verfolgen wir, in meinen Augen den sehr authentischen inneren Kampf. zwischen dem was ist und dem, was Yara sich wünschen würde - und wie dieser Bruch sie in eine Depression versetzt, die schließlich in ihrem Job zu einem Wutausbruch und dann in einer ihr nahegelegten Therapie mündet.
Dank ihrem Therapeuten beginnt Yara, Tagebuch zu schreiben, und sich mit Themen auseinanderzusetzen, die sie sonst tief in die Verdrängung schiebt: ihre Familiengeschichte über 3 Generationen - wie ihre Großmutter in Palästina erst aus ihrem Zuhause gewaltsam vertrieben und dann eng beieinander mit anderen Geflüchteten aus ähnlichen Lebenssituationen leben musste, wie ihre Yaras Mutter und Vater schließlich ihre Heimat hinter sich ließen, mit Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA, hin zu Yara, die das selbstbestimmteste Leben der drei Frauen lebt. Und doch. Etwas fehlt.
Es ist sehr. bewegend, den inneren Kampf und die schmerzlichen Gedanken von Yara über ihr Leben, über die Lebensgeschichte ihrer Familie, und ihre gewaltvolle Beziehung zu ihren Eltern zu lesen. Die Geschichte hallt noch Tage nach dem Beenden des Buches nach. Definitiv lesens- und empfehlenswert!
Das einzige, was mir weniger gefiel, ist die Tatsache, dass nachdem die Autorin sich so lange Zeit ließ, den Schmerz von Yara wiederzugeben, ihren inneren Kampf zu beschreiben, so unrealistisch schnell hat sie das Ende und die Situation aus der Depression raus abgehandelt. Dennoch nimmt es der Story und dem Schreibstil nichts an Intensität und Qualität.
Vielen Dank an Netgalley.de und den pola Verlag für das digitale Rezensionsexemplar. Es hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Ein starkes Buch mit noch stärkeren Themen. Ich muss zugeben ich habe mir Zeit gelassen dieses Buch zu lesen aber aus diesem Grund weil mir die Geschichte der Protagonistin sehr nah und sehr bekannt ist. Das Thema einer unglücklichen Ehe, einer schwierigen Kindheit und dem Gefühl nie genug zu sein, das sind die belastenden Themen der Protagonistin Yara. Ihre Wurzeln in Palästina, geboren in Amerika. Ihre Eltern führen eine Ehe voller Gewalt, ihre Mutter gefangen in einem Leben, dass sie eiskalt gegenüber ihrer Kinder macht. Yara, die sich früh um ihre Brüder kümmern muss, erlebt die häusliche Gewalt ihrer Eltern und lernt selbst nie, als Kind geliebt und beschützt zu werden. Ihr Leben lang hat sie ein schlechtes Gewissen, und auch ihre arrangierte Ehe kann sie eines Tages nicht mehr ertragen. Als sie die Fassung auch in ihrem Job verliert und vorerst beurlaubt wird, gerät alles aus den Fugen. Doch manchmal ist dieses Chaos vielleicht auch der Beginn von Ordnung. Yara freundet sich mehr und mehr mit dem Kollegen Silas an und beginnt eine Therapie. Wie es weitergeht, müsst ihr selbst lesen.
Ich fand das Buch sehr emotional und berührend. Die Geschichte so wie die Gefühle von Yara haben auch mich zum Nachdenken gebracht. Wie weit bestimmt unsere Kindheit und unsere Wurzeln unser eigenes Empfinden und unser Leben? Können wir es schaffen die Fehler unserer Eltern zu vermeiden?

Das Cover von Etaf Rums „Evil Eye“ hat mich direkt angesprochen und absichtlich den Klappentext gelesen habe, wusste ich: ich muss dieses Buch lesen. Etaf Rum gelingt mit ihrem Buch ein eindrücklicher, emotional vielschichtiger Roman über Herkunft, Trauma und das Ringen um Selbstbestimmung.
Im Zentrum steht Yara, eine palästinensisch-amerikanische Frau, die auf den ersten Blick ein tolles, „stabiles“ Leben führt: sie ist verheiratet, hat Kinder, einen Job als College-Dozentin – aber dennoch spürt sie eine innere Unruhe. Sie erwartet mehr vom Leben und von ihrer Beziehung, aber niemand in ihrem Umfeld kann es so richtig nachvollziehen. Alte Wunden brechen auf, als Yaras Wut, ihre Sehnsucht nach Freiheit und ihre Unzufriedenheit von den traditionellen Rollenerwartungen nicht länger verdrängt werden kann. Dabei beschreibt Etaf Rum die emotionale Innenwelt von Yara mit großer Feinfühligkeit: Man spürt die Enge, das Schweigen, die aufgestaute Angst und den leisen Widerstand. Auch Yaras depressive Symptomatik fängt Rum sehr gut ein.
Ich finde, dass Rum besonders gut das subtile Aufzeigen der Traumavererbung gelungen ist – über Generationen hinweg, über Mutter-Tochter-Beziehungen, kulturelle Zwänge und nicht ausgesprochene Wahrheiten. Die Stimme Yaras bleibt dabei glaubhaft und nahbar, auch wenn man ihr nicht immer zustimmen mag.
Trotzdem konnte mich der Roman nicht hundertprozentig überzeugen. Mir fehlte ein wenig Tiefe, die die Geschichte unvergesslich gemacht hätte. Mich hat auch sehr gestört, dass Rum die „typische“ Familienkonstellation erzählt, von der in der Gesellschaft immer ausgegangen wird: schwierige Schwiegermutter, dominanter Vater, die Tochter, die keine eigene Meinung haben „darf“. Daher fand ich, dass manche Motive etwas unterentwickelt geblieben sind, manche Wendungen waren fast zu erwartbar. Ein anderes Ende hätte mir in diesem Zusammenhang besser gefallen, aber ich spoilere nicht.
Dennoch bleibt „Evil Eye“ ein berührender, wichtiger Roman – vor allem, weil er die Komplexität weiblicher Identität in patriarchalen Strukturen so präzise erfasst, die es so leider auch noch gibt.

Wow. Ich habe nicht erwartet; dass das Buch mich so flashed. Aber die Geschichte ist mir unter die Haut gegangen und ich habe dieses Buch verschlungen.
Die Thematik ist nicht ohne, aber unfassbar wichtig.
Ich finde es toll, dass ich in dem Buch so so viel gelernt habe und werde auf jeden Fall noch lange an das Buch denken.

Etaf Rums Roman ist kein lautes, kein reißerisches Buch, sondern ein leises, aufwühlendes. Es schreit nicht, es flüstert. Und dieses Flüstern hallt nach, als feine Gänsehaut auf der Haut,als jedes Härchen, dass sich beim Lesen aufstellt, als Echo einer Realität, die uns für einen Moment ganz nah kommt. Und warum so intensiv? Weil wir den Hauch der Realität eines anderen Menschen spüren, fühlen, erleben, der mit jedem Wort in unser Ohr gesprochen wird.
Ein Buch, das Augen öffnet.
Unfassbar gut umgesetzt und durchdacht
Ganz klare Leseempfehlung

Yara ist in Brooklyn aufgewachsen, hat ihr Kunststudium abgeschlossen, einen Ehemann und zwei tolle Mädchen. Sie möchte Beruf und Mutterschaft unter einen Hut bringen, wie jede moderne junge Mutter. Doch die Wurzeln und Traumata der palästinensischen (Ur-)Großeltern und Eltern, die ihre Heimat verlassen mussten und in Flüchtlingslagern geboren wurden, bestimmen auch ihr Leben.
„Wenn überhaupt, bewies die Tatsache, dass sie trotz ihres Abschlusses noch immer nicht als Künstlerin in Erscheinung trat, eigentlich nur, dass es ihr niemals gelingen würde, die Frau zu sein, die sie eigentlich sein wollte - kreativ, ausdrucksstark, frei -, und dass sie ihre Grenzen ganz und garnicht überwunden hatte.“
Besonders die Schwiegermutter sucht jeden kleinen Fehltritt um Yara zu beweisen, dass sie eben nicht beides haben kann, dass sie die Familie vernachlässigt, ihren Pflichten als Frau nicht nachkommt. Die kleinste Spinnwebe in der Ecke, das in ihren Augen nicht perfekt genug zubereitete Essen. Wie wenig sie sich einbringt in die kleine arabische Gemeinde in der Kleinstadt in North Carolina, in der sie mit ihrem Mann gelandet ist.
Ihr Mann Fadi unterstützt ihre beruflichen Ambitionen auch nur, wenn sie während der Schulstunden der Mädchen arbeiten geht und hinterfragt die traditionellen Vorstellungen seiner Eltern nie.
Und so unterrichtet Yara nur einen Einführungskurs für gelangweilte Erstsemester, obwohl sie viel mehr will. Als die Universität Begleitpersonen für eine Studienreise nach Skandinavien sucht, treten für Yara alte Träume wieder an die Oberfläche…
Als eine Kollegin sie rassistisch angeht, eskaliert die Situation sowohl an der Uni als auch familiär.
„Du hältst die Hände gen Himmel und rufst: Allah yighdab aleki! Und dann sagst du wieder und wieder die folgenden Worte, sie klingen wie eine düstere Melodie: Möge Gott dich verfluchen und dir ein schreckliches Leben geben, als Strafe dafür, dass do so eine schreckliche Tochter bist.“
Um ihren Job zu behalten erhält sie vom Dekan die Anweisung regelmäßig einen Psychologen aufzusuchen. Dieser rät Yara eine Art Tagebuch zu schreiben und wir tauchen damit ein in ihre traurige traumatische Kindheit und ihre Beziehung zur Mutter…
„Ihre palästinensische Nationalität war von Israel ausgelöscht worden, und hier, in Amerika, wurde ihre nahöstliche Identität ausgelöscht.“
Ich befürchte, Yara ist nur ein Beispiel für unzählige arabische Frauen, die männlich dominiert werden und zerrissen sind zwischen Moderne und Tradition. Ich maße mir nicht an zu sagen, ich könnte mich da hineinversetzen. Aber Yaras Träume und ihre Fesseln haben mich berührt, ihre Familie hat mich wütend gemacht.
Evil Eye ist der erste Titel des jungen und eher an eine jüngere Zielgruppe gerichteten Pola-Programms, der mich angesprochen hat und ich habe es gerne gelesen.

„Evil Eye“ erzählt die traurige, aber auch ermutigende Geschichte von Yara. Der Roman hat mich sehr bewegt in seiner Intensität. Die Autorin konnte mich von Anfang an fesseln.
Yaras Eltern wurden beide in Palästina geboren und sind noch vor ihrer Geburt in die USA ausgewandert, wo Yara und ihre Brüder geboren wurden.
Yara führt von Außen betrachtet ein gutes Leben. Sie hat den Sprung geschafft, der ihrer Mutter verwehrt blieb, hat studiert und ist berufstätig. Mit ihrem ebenfalls palästinensisch-amerikanischen Ehemann und ihren zwei Töchtern lebt sie scheinbar ruhig dahin.
Doch das Leben zwischen zwei Kulturen fordert seinen Preis. Schon von Jugend an fühlt Yara in sich so eine Unruhe, eine unbestimmte Wut, die immer wieder an ihr nagt und hin und wieder zum Ausbruch kommt. Dazu kommen Schuldgefühle und Erwartungen, die sie schier zu erdrücken drohen.
Es wird ein harter Weg, bis Yara sich den Geistern ihrer Kindheit, dem transgenerationalen Trauma in ihrer Familie und der Wahrheit über ihre Ehe zu stellen vermag.
„Evil Eye“ war für mich eine aufwühlende und bewegende Lektüre im besten Sinne.

Ich habe mich zu Beginn wirklich schwer getan in dieses Buch zu kommen.
Das mag vielleicht daran liegen, dass die Bücher zuvor diesem hier irgendwie ähnlich waren und ich es nach Not in love von Ali Hazelwood, welches ja was komplett anderes ist, gelesen habe.
Ich glaube ich brauchte einfach etwas leichteren Stoff. Etwas wo man auch lachen kann.
Ich hab aber durchgebissen und das klingt jetzt schlimmer als es ist und wird dem Buch gar nicht gerecht.
Als ich dann ab der Hälfte des Buches endlich drin war, in Yaras Game, da war ich dann aber auch definitiv drin und konnte ihre Wut fühlen und bei Gott… wir haben hier wieder eine sehr wütende Protagonistin.
Vererbtes Generationstrauma, kulturelle Erwartungen die an Frauen gestellt werden, nicht das tun und lassen was man möchte, nicht darüber frei entscheiden, wie das eigene Leben verlaufen soll, psychische Erkrankungen (bitte lest die Trigger).
Ab der Hälfte bis zum Ende habe ich dieses Buch wirklich weggeatmet.
Was macht Yara?
Was ist mit Fadi, ihrem Mann? Der war mir im Übrigen von Anfang nicht nicht Geheuer.
Was ist mit ihrer Mutter und ihrem Vater?
So viele Fragen die nach und nach beantwortet werden.
Sehr empfehlenswertes Buch.
Wirklich. Lest es!

Evil Eye ist ein intensiver, vielschichtiger Roman, der mich nachhaltig beschäftigt hat. Er erzählt die Geschichte von Yara, einer Frau, die auf den ersten Blick alles „richtig“ gemacht hat: abgeschlossenes Studium, stabiler Job, Familie, zwei Kinder – das perfekte Bild eines gelungenen Lebens. Und doch bröckelt hinter dieser Fassade einiges.
Yaras innere Unruhe, ihre plötzlichen Wutausbrüche und die wachsende Verzweiflung sind erschütternd realistisch beschrieben. Als sie nach einem Vorfall auf der Arbeit gezwungen wird, eine Pause einzulegen und psychologische Hilfe anzunehmen, beginnt sie – fast widerwillig – sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Und was dabei zutage tritt, ist nicht nur persönlich, sondern gesellschaftlich relevant: Es geht um familiäre Prägung, kulturelle Erwartungen, unterdrückte Traumata und den Preis des „Anpassens“.
Der Roman hat mich vor allem durch seine schonungslose Ehrlichkeit beeindruckt. Yara ist keine einfache Figur – aber genau das macht sie so glaubwürdig. Ihre Gedanken, ihre Widersprüche und ihre Wut sind nachvollziehbar, auch wenn sie manchmal schwer auszuhalten sind. Die Autorin schafft es, Themen wie Identität, Mutterschaft, psychische Gesundheit und kulturelle Schuld mit großer Tiefe und sprachlicher Klarheit zu verbinden.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Einige Abschnitte hätten für meinen Geschmack noch etwas subtiler erzählt sein können – manches wurde mir zu deutlich ausgesprochen, obwohl gerade das Unausgesprochene so kraftvoll war. Trotzdem hat mich Evil Eye absolut überzeugt.
Fazit: Evil Eye ist ein wichtiger, kluger und tief emotionaler Roman über eine Frau, die sich selbst wiederfinden muss – und über das, was unter der Oberfläche des Alltags verborgen liegt. Sehr lesenswert!

"Evil Eye" war der erste Roman von Etaf Rum, den ich gelesen habe. Es wird sicher nicht dabei bleiben!
Yara, die Hauptprotagonistin, ist in Amerika geboren, hat aber palästinensische Wurzeln. Sie hat ein abgeschlossenes Studium, arbeitet halbtags, kümmert sich um ihre beiden Kinder, versorgt den Haushalt und sorgt außerdem dafür, dass ihr Ehemann Fadi abends pünktlich im Bett vor dem Fernseher sein Abendessen bekommt. Das alles unter der ständigen Kritik ihrer Schwiegermutter, die sehr traditionell denkt. Als Yara in ihrem Beruf gegenüber einer Kollegin laut wird, wird ihr empfohlen, eine Therapie zu machen. Es dauert lange, bis Yara bereit ist, sich ihren Gefühlen und deren Ursachen zu stellen.
Yara's Geschichte, ihre Vergangenheit und ihr Leben haben mich sehr berührt. Etaf Rum beschreibt in sehr eindringlicher und wunderbarer Sprache ihren Weg zu sich selbst, aber auch die Ursachen ihrer Wutanfälle. Yara arbeitet mittels eines Tagebuchs ihre Kindheitstraumata auf, die sich auf ihr ganzes Leben auswirken. Sie beschreibt die toxische Beziehung zu Fadi, häusliche Gewalt und Depression. Empfindliche Personen sollten unbedingt die im Buch enthaltene Triggerwarnung beachten! Der Roman schildert Yara's Leben heute und wird immer wieder durch ihre Tagebucheinträge unterbrochen, Immer mehr verstehen die Leser:Innen Yara und ihre Persönlichkeit.
Ein lesenswertes Werk, eine Geschichte, die wütend und zugleich traurig macht. Ich bin froh, es gelesen zu haben! Es ist keine leichte Lektüre, es ist ein Buch, dass lange nachhallt. Ein Buch, das hoffentlich vielen Frauen in ähnlichen Situationen Mut macht, sich ihrer Vergangenheit und sich selbst zu stellen und nicht zu versuchen, alles alleine zu bewältigen.
Dieser Roman gehört sicher zu meinen Jahreshighlights und ich empfehle es sehr gerne weiter!

Du hast es doch gut!
-Rezensionsexemplar-
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Genre: Ein Roman mit palästinensisch-amerikanischen Prota, Kultur, Dilemma & ganz viel FamilienKonflikt. Deep, packend & auch feministisch.
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Setting: Yara postet ein Bild ihrer Mädchen. Sie hat es gut, einen Mann, 2 Mädchen, ein Studium & einen Job. Sie dachte sie wäre aus dem Hamsterrad ihrer kulturellen Vergangenheit ausgebrochen - doch während sie Essen zubereitet hat & jetzt neben ihrem Mann im Bett zum essen sitzt - ist da so ein Gefühl..
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Schnapp dir einen Kaffee & lass dich mitreißen

Yara lebt in einer kleinen Stadt in den südlichen USA, ist verheiratet, hat zwei Töchter, einen Job am College und scheinbar ein ziemlich perfektes Leben. Allerdings verliert sie bisweilen schnell und heftig die Beherrschung, wird am College seit Jahren vertröstet was ihren eigentlichen Wunsch- zu unterrichten statt im Büro zu arbeiten- angeht und kämpft mit den unbearbeiteten Erinnerungen an ihre Kindheit als Tochter palästinensischer Eltern mit einem gewalttätigen Vater und einer depressiven Mutter.
Aber nach und nach beginnt ihr mühsam erarbeitetes Leben aus den Fugen zu geraten, sie beginnt eine Therapie und gewinnt langsam die schmerzhafte Erkenntnis dass sie ebenso gegen Wände läuft wie ihre Mutter vor ihr. Mit kleinen Schritten, vielen Rückschläge und enttäuschten Hoffnungen gewinnt sie allmählich die Kontrolle über sich selbst und ihre Erwartungen.
Ein unglaublich spannender Roman über eine Frau in der Krise und ihren Versuch, ihr Leben ihrem Traum anzunähern- absolut nicht nur für Menschen mit Migrationsgeschichte, denn jede*r kann sich in ihren universellen Fragen und Wünschen wiederfinden. Großartig!

„Evil Eye“ von Etaf Rum ist ein tiefgründiger Roman, der das Leben einer jungen Mutter und ihren Kampf mit inneren Dämonen und familiären Traumata beschreibt. Die Autorin, geboren in Brooklyn als Tochter palästinensischer Einwanderer, hat mit ihrem Debütroman „A Woman is No Man“ bereits einen New-York-Times-Bestseller geschaffen. Mit „Evil Eye“, das von NPR als eines der besten Bücher des Jahres ausgezeichnet wurde, festigt Rum ihren Ruf als starke literarische Stimme, die Herkunft, Identität und individuelle Lebensgeschichten auf einzigartige Weise verbindet.
Worum geht’s genau?
Yara lebt nach außen hin ein scheinbar perfektes Leben: Sie ist gut ausgebildet, hat einen Job, zieht ihre zwei Töchter groß und kümmert sich um den Haushalt. Doch innerlich ist sie zerrissen. Ihre Unzufriedenheit, Wutausbrüche und Verzweiflung lassen sie nicht los. Nach einem Vorfall bei der Arbeit muss sie eine Pause einlegen und beginnt eine psychologische Therapie, die ihr hilft, die ungelösten Probleme aus ihrer Kindheit und die emotionalen Verletzungen, die sie von ihren Eltern übernommen hat, zu verstehen. Dabei wird deutlich, wie tief Kindheitstraumata in unser Erwachsenenleben eingreifen und sogar an die nächste Generation weitergegeben werden können.
Meine Meinung
„Evil Eye“ ist für mich ein außergewöhnliches Buch, das nicht nur die Oberfläche menschlicher Konflikte kratzt, sondern tief in die komplexe Psyche einer Frau eintaucht, die zwischen Anspruch und Realität zerbricht. Besonders beeindruckt hat mich, wie Etaf Rum das Thema Kindheitstrauma aufgreift und die intergenerationale Weitergabe von Schmerz und Konflikten zeigt. Ein zentrales Motiv ist dabei die Erkenntnis, dass unverarbeitete Erlebnisse aus der Kindheit das Verhalten im Erwachsenenalter stark beeinflussen können – wie Yaras Therapeutin Esther erklärt:
„Kindheitstraumata gehen so tief, dass man sie als Erwachsene sogar dann an die nächste Generation weitergeben kann, wenn man die besten Absichten hat“ (S. 316).
Diese Aussage bringt das Kernproblem des Romans auf den Punkt und macht deutlich, wie schwer es ist, aus diesem Kreislauf auszubrechen.
Die Figuren, allen voran Yara und ihr Ehemann Fadi, sind authentisch und vielschichtig dargestellt. Die toxische Dynamik zwischen den beiden wird eindringlich und zugleich schmerzhaft realistisch beschrieben. Fadi wirkt oft unsensibel und abwertend, was Yara zusätzlich isoliert und verletzt. Sein Satz:
„Du bist schon immer neben der Spur gewesen, daran bist nur du allein schuld“ (S. 310),
offenbart die emotionale Härte und Ablehnung, mit der Yara konfrontiert wird. Solche Szenen machen deutlich, wie belastend und zerstörerisch toxische Beziehungen sein können. Gleichzeitig zeigt der Roman auch, wie schwer es ist, sich aus solchen Verstrickungen zu lösen, wenn man sich selbst ständig hinterfragt –
„Und dann habe ich zum ersten Mal gedacht: Diese Stimme in meinem Kopf, das bin nicht ich. Und dann habe ich gedacht: Was, wenn diese Stimme sich irrt?“ (S. 343).
Dieses Zitat illustriert eindrucksvoll die innere Zerrissenheit Yaras und den Kampf mit Schuldgefühlen und Selbstzweifeln.
Das Buch thematisiert darüber hinaus wichtige soziale und psychische Probleme wie Depressionen, häusliche Gewalt und Suizidgedanken, weshalb es auch eine Triggerwarnung enthält. Etaf Rum gelingt es, diese schweren Themen mit viel Feingefühl und Empathie zu behandeln, ohne dass der Leser sich überwältigt fühlt. Stattdessen entsteht eine Hoffnung, dass Heilung möglich ist, wenn man den Mut hat, sich den eigenen Verletzungen zu stellen:
„Den wichtigsten Schritt haben Sie schon gemacht, indem Sie hierherkommen und mit jemandem reden“ (S. 316).
Dieser Satz steht sinnbildlich für den Weg der Selbstreflexion und Veränderung, den Yara beschreitet.
Besonders berührend fand ich auch die Rückblicke auf die Geschichte ihrer Familie und die palästinensische Nakba, die nicht nur eine historische Tragödie beschreibt, sondern als Metapher für den „Fluch der Vergangenheit“ dient, der die Familiengeschichte überschattet. Diese Einbettung in ein größeres historisches und kulturelles Narrativ verleiht dem Buch zusätzliche Tiefe.
Fazit
„Evil Eye“ ist ein bewegender, eindringlicher Roman, der mit sensibler Sprache und tiefen Einblicken in familiäre und psychische Konflikte überzeugt. Etaf Rum schafft es, komplexe Themen zugänglich und nachvollziehbar zu machen, ohne dabei zu belehren. Aufgrund der starken Figurenzeichnung und der authentischen Darstellung schwieriger Themen vergebe ich 4,5 von 5 Sternen.

„Warum wollte die Welt nicht anerkennen, dass Identität und Privilegien bloss Geburtszufälle waren? Wie viel mehr Empathie würden die Leute wohl besitzen, wenn sie begriffen, dass ihre Stellung im Leben nicht dadurch bestimmt wurde, ob sie Gutes taten oder Fehler begingen, sondern reine Glückssache war, ein Münzwurf?“
Ich habe etwas Zeit gebraucht, in die Geschichte hineinzufinden. Häufig empfand ich beim Lesen Wut und Fassungslosigkeit. Denn dies ist nicht nur eine fiktive Geschichte, sondern spiegelt die bittere Realität vieler Frauen wider.
Wir begegnen unter anderem einem manipulativen Ehemann, erleben Rassismus , Kindheitstraumata und eine übergriffige, kontrollierende Schwiegermutter. Diese Themen steigern sich im Verlauf der Handlung und werden realitätsnah dargestellt.
Yaras Entwicklung ist authentisch, denn sie macht nicht nur Fortschritte, sondern erlebt auch Rückschläge.
Zu Beginn bleiben viele Dinge offen, doch nach und nach bringen die eingebauten Tagebucheinträge Licht ins Dunkel. Anfangs haben sie mich etwas verwirrt, aber mit jedem weiteren Eintrag wurden die Zusammenhänge klarer. Durch diese Einblicke erhalten wir ein tieferes Verständnis für Yaras Kindheit.
Besonders beeindruckt hat mich die Darstellung der generationsübergreifenden Weitergabe von Traumata und wie Yara es nach ihrem inneren Kampf schafft, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Evil Eye von Etaf Rum ist ein eindringlicher, psychologisch fein gezeichneter Roman über eine Frau, die nach außen hin alles richtig gemacht hat, und sich dennoch innerlich leer und gefangen fühlt. Yara hat akademisch und beruflich viel erreicht, ist Mutter zweier Kinder und sorgt für ein strukturiertes Familienleben. Doch etwas in ihr rebelliert gegen dieses scheinbar perfekte Dasein.
Als ein Vorfall am Arbeitsplatz alles ins Wanken bringt, beginnt Yara, zunächst widerwillig,sich mit ihrer inneren Zerrissenheit auseinanderzusetzen. Alte Wunden aus ihrer Kindheit und ihrer konservativen Erziehung in einer palästinensisch-amerikanischen Familie drängen an die Oberfläche. Was folgt, ist eine schmerzhafte, aber notwendige Reise zu sich selbst.
Etaf Rum gelingt es auf bemerkenswerte Weise, kulturelle Prägungen, familiäre Erwartungshaltungen und das Schweigen über seelische Belastungen miteinander zu verweben. Yaras innere Konflikte sind nachvollziehbar, ihre Entwicklung authentisch und bewegend.
Ein kleiner Sternabzug, da sich manche Passagen etwas wiederholen und der Lesefluss dadurch stellenweise stockt. Dennoch: Ein kraftvolles, reflektiertes Buch über Selbstbestimmung, Generationentrauma und den Mut, alte Muster zu durchbrechen.
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