Die Stimme der Kraken
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Erscheinungstermin 20.04.2024 | Archivierungsdatum 29.06.2024
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Zum Inhalt
Es gibt außergewöhnliche Lebewesen in den tiefen Wassern vor der Insel Con Dao. Für die Einheimischen sind sie Monster. Für den Großkonzern, dem die Insel gehört, ein lukratives Geschäft. Für das Team der Wissenschaftler, unterstützt vom weltweit ersten Androiden: eine Offenbarung. Ihr Bewusstsein ist anders als unseres. Ihre Körper sind formbar, beweglich, immer in Veränderung. Sie beherrschen intelligente Kommunikation. Und sie wollen, dass wir verschwinden.
Der Technologiekonzern DIANIMA hat den abgelegenen Archipel Con Dao abgeriegelt. Eine Krakenart wurde entdeckt, die möglicherweise eine eigene Sprache und Kultur entwickelt hat. Die Meeresbiologin Dr. Ha Nguyen reist zu den Inseln, um mit der neuen Spezies Kontakt aufzunehmen. Mit in ihrem Team: eine kampferprobte Sicherheitsbeamtin und der erste Android der Welt. Doch es dauert nicht lange, bis Mächte auf den Plan treten, die mit den Kraken ganz andere Absichten verfolgen. Ein globaler Wettstreit um Ressourcen und Herrschaft beginnt, bei dem alles auf dem Spiel steht.
Was ist intelligentes Leben? Dieser Thriller stellt diese Frage auf nie dagewesene Weise. Ein atemberaubender Tauchgang zu den Abgründen der menschlichen Zivilisation und den Geheimnissen der Tiefsee.
»Spannend, absolut gegenwärtig und äußerst klug.« The New York Times
»So unterhaltsam wie durchdacht, diese Erkundung menschlichen und nichtmenschlichen Bewusstseins ist schlicht umwerfend.« Publishers Weekly
Es gibt außergewöhnliche Lebewesen in den tiefen Wassern vor der Insel Con Dao. Für die Einheimischen sind sie Monster. Für den Großkonzern, dem die Insel gehört, ein lukratives Geschäft. Für das...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783608500134 |
| PREIS | 26,00 € (EUR) |
| SEITEN | 464 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Erstmal gefällt mir das Cover sehr gut. In der Erstausgabe hat das Buch einen knalligen violetten Farbschnitt, was mir auch total gut gefällt. Die Geschichte selbst ist nicht so komplex, wie ich erwartet habe. Die Kapitel sind gut gegliedert und zwischen den Kapiteln befindet sich immer ein kurzer wissenschaftlicher Auszug aus den Forschungen der Protagonisten. Das Buch ist sehr gut zu lesen. Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen, eher als eine abenteuerliche Forschung zum Vergleich des Bewusstseins von Mensch, Krake und KI gesteuertem Androiden. Der Charakter der Meeresforschungen fehlt mir hier, obwohl sich der Roman auch zum Teil unter Wasser abspielt, aber dieser Aspekt ist für meinen Geschmack zu gering. Manchmal war ich verwirrt von den Spielorten der einzelnen Kapitel, die zwischen einem Fangschiff und der Forschungsstation auf der verlassenen Insel wechseln. Das Buch hat mich gut unterhalten, aber ich würde es nicht als Highlight bezeichnen, weil es mir zu seicht war.
Das Con-Dao-Archipel an der Südspitze Süd-Vietnams ist in der nahen Zukunft zum Spielball geworden zwischen Bewohnern, Umweltschützern und dem DIANIMA-Konzern, der hier eine Krakenart erforschen lassen will. Die offizielle Erklärung lautet, dass die für die Inseln geplante Kombination aus Naturschutz und Tourismus scheiterte, weil nicht genug Arbeitsplätze geschaffen wurden, um die Bewohner zu ernähren. Je nach dem, mit wem man spricht, heißt es, die Bewohner wären entschädigt und evakuiert worden – oder aus ihrer Heimat deportiert. Die Bezeichnung Autonome Handelszone Ho Chi Minh für die Region weist auf Veränderungen der Weltkarte seit der Gegenwart hin, die auch Istanbul und Tibet betreffen. Son, ein ehemaliger Fischer von Con Dao, arbeitet heute auf dem Fabriktrawler Sea Wolf, nachdem die Tauchschule seines Chefs nach einem spektakulären Tauchunfall dichtmachen musste. In der Fischindustrie werden statt salzwasserempfindlicher Roboter inzwischen wieder menschliche Arbeiter eingesetzt wie Eiko, den Menschenhändler direkt aus dem Bordell an Bord schafften, wo nach der Methode Vernichtung durch Arbeit gehandelt wird. Eiko wird eine besondere Rolle einnehmen durch seine Fähigkeit räumlich zu denken.
Der Tauchunfall in Lawrences kleiner Tauchschule war nur einer in einer Reihe von Vorfällen, die darauf hinweisen, dass sich im Revier um Con Dao eine Kraken-Population mit ungewöhnlicher Intelligenz entwickelt hat. Die Tiere leben wehrhaft als Familie und kommunizieren durch geometrische Elemente, die sie auf der Haut zeigen oder am Meeresboden auslegen. Kraken als Forschungsgegenstand sind besonders attraktiv, weil sie ihre Jungen hegen und aufziehen und auf diesem Weg die Evolution zu beschleunigen wäre. Höchst geheim soll die neu entdeckte Art von Dr. Ha Nguyen erforscht und dem Menschen nutzbar gemacht werden. Beteiligt an der spannenden Suche sind der Android Evrim, eine Simulation, die an ihren menschlichen Gefährten keine Ansprüche stellt, die KI Kamran, die per VR-Brille genutzt wird, und der Tartare Rustem, dem KI im Kleinstformat auf die Pelle rückt.
Fazit
Auch wenn der Kraken-Gehalt des Romans gemessen an seiner Vermarktung sehr gering ausfällt, ist Ray Nayler ein origineller Plot mit außergewöhnlichen Figuren gelungen. Von der VR-Technik, über KI und Drohnen im Wasser und in der Luft, sowie besonderen menschlichen Talenten/Skills wird einiges geboten. Die Figuren, ihre Biografien und die Abgrenzung, wie hoch ihr menschlicher und Maschinen-Anteil sein könnte, gaben mir manches Rätsel auf. Allerdings bleiben fast alle Figuren so unnahbar, dass ich nach Szenenwechseln am folgenden Kapitelanfang meist Probleme hatte, bis klar war, wer gerade wo mit wem kommuniziert. Ray Nayler vermittelt hochinteressante Themen: Sprache schafft Bewusstsein, werden (wenn in Dr. Has Zukunft alles Simulation ist) überhaupt noch Geschlechtsrollen gebraucht, welche Skills sind zur Kommunikation mit intelligenten Kopffüßern nötig, und welcher Menschentyp wäre am ehesten in der Lage dazu eingefahrene Denkmuster zu ändern. Ein anspruchsvoller, hochinteressanter Science Fiction Roman (Ökologie spielt eine geringere Rolle), der mir allerdings am Ende dadurch verleidet wird, dass Eiko mit der Schiffs-KI wie mit einer Person kommuniziert, was gerade er besser wissen sollte.
knappe 4 Sterne
Der Anfang war wirklich sehr mysteriös und ich weiß selbst gar nicht genau, mit welchen Worten ich meine Rezension einleiten soll - das Leseerlebnis war wirklich etwas ganz besonderes, einzigartiges sowie von der Handlung als auch vom Schreibstil.
Wir erleben einen Tauchunfall mit einer Leiche, dem etwas seltsames anhaftet und erfahren über die langjährigen Mythen aus dem Archipel und die Insel Con Dao, die aus dem Bereich der Märchen stammen könnten.
Ein Auftrag in einer russischen Bar, dessen Hintergründe noch ungreifbar sind, entwickelt sich zu einer gefährlichen Mission.
Entführte Sklaven auf einem illegalen Fischfänger erleben eine grausame Wahrheit und spüren die Profitgier tagtäglich am eigenen Leib.
"Menschen, die einen Weg beschritten hatten - die ihn immer weiter gegangen sind, bis sie nicht mehr nach Hause gefunden haben."
Zitat Pos 3421
Die Haupthandlung besteht allerdings aus der Beobachtung von Dr. Ha Nguyen. Sie reist nach Con Dao, wo eine neue Krakenart entdeckt wurde, die geschützt und erforscht werden soll. Ihr zur Seite steht der erste, menschliche Androide Evrim. Er ist das erste geglückte Experiment, sozusagen, als von Menschen erzeugte Maschine, die nicht als "Roboter" erkennbar ist.
Für den Schutz der Insel sorgt Altantsetseg (was für eine Name ^^), die mithilfe von Technik und Drohnen die Überwachung handhabt.
Das alles passiert in einer entfernten Zukunft, was man an den technischen Entwicklungen merkt, die hier nebenbei immer wieder einfließen. Und an den Umweltkonsequenzen, gerade was die Überfischung der Meere betrifft, dessen Artenvielfalt stark dezimiert ist.
Der Wechsel zwischen diesen Perspektiven hält die Spannung aufrecht - auch weil man anfangs nicht weiß, wie es zusammenhängt, auch wenn alles einen gemeinsamen Hintergrund hat.
Ich persönlich fand die Erforschung der Kraken besonders spannend. Mit diesen Meerestieren hab ich mich noch nicht wirklich viel beschäftigt, mir aber mittlerweile einige Videos angeschaut und ich finde diese Tiere wirklich faszinierend!
Vor allem die Verbindung zur Sprache, die der Autor hier zieht, hat mich total in den Bann gezogen. Ich hab noch nie darüber nachgedacht, dass die Entwicklung der Sprache von so vielen Faktoren abhängt! Angefangen von der Symbolik, die ja der Sprache zugrunde liegt und wie diese sich alleine aus den Sinneswahrnehmungen und dem Erleben des Lebensraums entwickelt.
Im Zusammenhang mit "Sprache" möchte ich erwähnen, dass ich das Spiel mit den Worten und wie Ray Nayler damit umgeht, absolut genial finde! Wie er Zustände beschreibt, Situationen und Gefühle - zum Zeit eigentlich sehr klar und fokussiert, aber oft auch mit so einer latenten Schwingung, die mich genau haben fühlen oder erkennen lassen, was er damit ausdrücken oder mir zeigen möchte, war schon sehr beeindruckend!
Letztendlich sind die Faktoren, die uns daran hindern, eine so fremdartige Spezies wie den Oktopus zu verstehen, dieselben, die uns daran hindern, einander wirklich zu verstehen: imperfekte Prognosen darüber, "was los ist" im Kopf eines anderen, Missverständnisse, die durch Annahmen verkompliziert werden, durch Voreingenommenheit und Ungenauigkeit. Und ein tiefes Misstrauen im Hinblick auf die Motive des "anderen", während wir uns bemühen, zu verstehen und verstanden zu werden.
Zitat Pos 4962
Dazu kommen die Gedanken über unser Zusammenleben, die Gesellschaft der Menschen, ihre Entwicklung und natürlich Kommunikation, die sehr im Vordergrund steht.
Aber auch die Einsamkeit und Isolation, die aus der umgreifenden Gleichgültigkeit erwächst! Dazu gab es einige bewegende Momente, die mit viel Feingefühl zum Nachdenken anregen und dem Bewusstwerden, dass wir alle, jeder Mensch, seine Geschichte hat. Seine Bedürfnisse, seine Familie, seine Freunde, seine Probleme, und das wir eine Gemeinschaft sind, die zusammen gehören und mit Freundlichkeit und Mitgefühl eine bessere Welt schaffen können.
Mich hat diese Geschichte zutiefst bewegt und auf ganz andere Ebenen geführt, was die genannten Themen betrifft.
"... und im Laufe der Zeit sind diese anderen Sinne immer weiter geschärft worden. Ich musste mir Dinge vorstellen, die andere Kinder mit Zugang zu besseren Systemen einfach vorgesetzt bekommen haben, und das hat dazu geführt, dass ich mich in immer komplexere Muster hineindenken konnte."
Zitat Pos 1769
Der Thriller hat mich sehr begeistert. Es geht um eine neue Art von Kraken, die entdeckt wurde und die man erforschen möchte, doch es gibt auch Mächte, die sie für ihre Belange einspannen möchten. Das Buch war originell und sehr, sehr spannend. Mir hat auch der Hintergrund der Meeresbiologie sehr gut gefallen. Die Figuren sind interessant angelegt und sympathisch. Das Cover passt. Ich empfehle das Buch deshalb sehr gerne weiter.
In diesem Buch werden wir vom Autor in eine düstere Dystopie entführt, in der eine Inselgruppe mit dem Namen Con Dao, vom Großkonzern Dianima aufgekauft, ein Fangverbot verhängt wurde.
Der Grund: eine außergewöhnliche Krake mit außergewöhnlichen evolutionären Entwicklungen, die der Konzern geheimhalten möchte.
Nur vier Leute haben Zugang zu dieser Insel. Unter ihnen der beste Android, der je gebaut wurde, eine skrupellose Sicherheitsbeamtin und die Meeresbiologin Dr. Ha Nguyen.
Die Geschichte wird in drei völlig unterschiedlichen Perspektiven erzählt, die sich am Ende immer näher annähern und man versteht, warum genau diese drei Perspektiven genutzt wurden.
"Die Stimme der Kraken" ist ein interessanter und lesenswerter Roman, der mit seinen gesellschaftskritischen Themen und der detaillierten Beschreibung der Unterwasserwelt überzeugt. Vorallem die einzelnen Fakten über Oktopoden fand ich sehr faszinierend.
Ursula K, Rezensent*in
Was für eine interessante Geschichte. Dr. Ha Nguyen wird auf ein abgelegenes und von dem Rest der Welt abgeschottetes Archipel gebracht. Eine wissenschaftliche Sensation erwartet sie dort. Während sie den heiligen Gral ihrer Forschung findet kämpft am anderen Ende des Ozeans ein Sklave um seine Freiheit und ein Hacker um den Zugang zu einem geschaffenen Wesen. Vier Figuren verknüpft in einer Geschichte.
Die Stimme der Kraken von Ray Nayler ist ein Buch mit gemischten Handlungen und Themen. Einerseits hat man die Wissenschaft dann die Frage nach dem menschlichen Sein und Bewusstsein und zuletzt den Wert des Lebens allgemein. Gut vermischt und verknüpft zu einer Geschichte die einen durchaus vor Augen führt das wir als Menschheit einiges zu überdenken haben.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, stellenweise aber etwas verschachtelt. Besonders die Auszüge aus dem wissenschaftlichen Buch der Protagonistin zwischen den einzelnen Kapiteln kommen manchmal etwas schwer rüber. Die Kapitellängen sind gut gewählt und die verschiedenen Erzählstränge passen zueinander auch wenn man durchaus länger darüber sinniert wie sie zusammenhängen. Die Handlungen der Figuren sind interessant und passend und zeigt deutlich auf wie "kaputt" Menschen sein können. Die titelgebenden Kraken nehmen leider nur einen kleinen Teil ein. Hier hätte ich mir viel mehr gewünscht verstehe aber, dass das durchaus dann zu sehr in die "Fiktion" abdriften könnte. So konzentriert sich die Handlung auf die Menschen und das Mensch sein.
Das Ende empfand ich als etwas abrupt und überhetzt aber nicht ganz so unpassend wie es hätte wirken können. Hier könnte man, wenn man will, irgendwann anknüpfen und eine Fortsetzung schreiben, nichts desto trotz hinterlässt das Buch, trotz des offenen Endes, das Gefühl eines Abschlusses.
Fazit: mich hat das Buch fasziniert und gefesselt auch wenn weniger Triller und mehr Fiktion drinnen stecken. Die Protagonisten haben mich berührt mit ihren Leben und Gedanken. Auch wenn ich liebend gerne mehr Kraken gehabt hätte wusste die Mischung allgemein zu überzeugen.
Buchhändler*in 1056065
Ein sehr starkes Buch über Naturschutz, künstliche Intelligenz und die Annahme, dass der Mensch tatsächlich weit entwickeltes intelligentes Leben auf der Erde finden würde.
Das Buch liest sich sehr fließend und spannend. Gleichzeitig wirft es immer wieder Fragen zu den oben genannten Themen auf. Wie weit sollte der Fortschritt der KI gehen? Wird die KI selbst irgendwann schützenswert? Und was sagen alle diese Fragen und Antworten eigentlich über uns als Spezies aus?
Ein Buch, dass nicht nur mit dieser Meta-Ebene überzeugen kann, sondern zugleich eine unvorhersehbare Geschichte erzählt, mit spannenden, gelungenen Wendungen! Klare Leseempfehlung!
Das Con-Dao-Archipel an der Südspitze Vietnams wird in naher Zukunft zum Schauplatz eines Konflikts zwischen Einwohnern, Umweltschützern und dem DIANIMA-Konzern, der eine neue Krakenart erforschen möchte
Son, ein ehemaliger Fischer von Con Dao, arbeitet nun auf dem Fabriktrawler Sea Wolf, nachdem die Tauchschule seines Chefs nach einem Unfall geschlossen wurde. In der Fischindustrie werden nun wieder menschliche Arbeiter wie Eiko eingesetzt, die direkt aus dem Bordell an Bord gebracht werden. Eiko spielt eine besondere Rolle aufgrund seiner räumlichen Denkfähigkeiten.
Der Unfall in der Tauchschule war einer von mehreren Vorfällen, die darauf hindeuten, dass sich eine intelligente Krakenpopulation in der Gegend entwickelt hat. Diese Kraken kommunizieren durch geometrische Muster und leben in Familienstrukturen. Dr. Ha Nguyen erforscht diese neue Art im Geheimen, um ihre Fähigkeiten für den Menschen nutzbar zu machen. Unterstützt wird sie dabei vom Androiden Evrim, der KI Kamran und dem Tartaren Rustem.
Ray Nayler bietet mit diesem Roman einen originellen und spannenden Plot, der sich durch außergewöhnliche Charaktere und interessante Themen auszeichnet. Die Integration von VR-Technik, Künstlicher Intelligenz, Drohnen und besonderen menschlichen Fähigkeiten wird eindrucksvoll umgesetzt. Obwohl die Charaktere oft distanziert wirken und die Orientierung erschweren, regt der Roman zu tiefgehenden Überlegungen über die Rolle von Sprache, Geschlechterrollen in einer simulierten Zukunft und die Kommunikation mit intelligenten Kopffüßern an. Ein anspruchsvoller und faszinierender Science-Fiction-Roman, der trotz seiner kleinen Schwächen im Gedächtnis bleibt.
Die Wissenschaftlerin Ha wird von einem großen Unternehmen eingeladen, um das Verhalten von Kraken direkt vor Ort zu studieren. Die Inseln im südvietnamesischen Meer stehen unter strengem Naturschutz und gehören zu den wenigen verbliebenen Reservaten für Meereslebewesen. Denn die Ozeane sind so gut wie leergefischt, seitdem KI-gesteuerte Riesencrawler durch die Weltmeere ziehen und jeden noch so kleinen Fischgrund aufstöbern. Ha baut derweil ganz vorsichtig eine Annäherung an die schlauen Oktopoden auf. Unterstützt wird sie dabei von einem Androiden, der als erster seiner Art mit der Frage hadert, ob er eigentlich selbst schon eine eigene, neue Spezies ist.
In seiner Dystopie „Die Stimme des Kraken“ erzählt Ray Nayler eine abgedrehte und doch vorstellbare Near-Future Story, die sich mit den Möglichkeiten der Kommunikation mit und der Annäherung an eine andere intelligente Spezies beschäftigt. Dabei geht u.a. um die Frage, wie wir überhaupt Kontakt mit andersartigen Lebewesen aufnehmen können. Das erinnert manchmal an Kinofilme wie „Arrival“. Ray Nayler geht aber auch der Frage nach, wie es sich wohl an anfühlt, wenn andere Spezies so mit Menschen umgehen, wie diese es mit ihnen tun - im besten Fall, sagen wir mal, beiläufig. Ein weiteres spannendes Thema ist sein Ausblick auf die weiteren Entwicklungen und Einsatzgebiete der KI. Wie umgehen mit einem Algorithmus, der ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelt? Dabei prangert er auch das fortgesetzte hochtechnisierte Überfischen der Weltmeere und die grenzenlose Ausnutzung aller Ressourcen an. So ist „Die Stimme der Kraken“ von Ray Nayler ein faszinierender Ausblick in eine eher düstere Zukunft.
Brigitta L, Buchhändler*in
"Die Stimme des Kraken" ist ein fantastisches Buch, aufregend, klug und verstörend zugleich. Ray Naylor ist wirklich mutig. Er schreibt - getarnt als SciFi-Roman - nicht nur eine geradezu wissenschaftliche Auseinandersetzung mit speziesübergreifender Kommunikation, sondern konfrontiert uns dabei zudem mit unseren abgrundtiefen Schwächen als Spezies und mutet uns zu, uns als das zu erkennen, was wir sind: Aggressiv bis in die Haarspitzen. Ich habe außer Arthur C. Clarkes Rama-Zyklus noch kein so schonungsloses Buch gelesen. Dennoch endet sein Buch beinahe versöhnlich. Besteht vielleicht doch noch Hoffnung?
Alexandra M, Buchhändler*in
Die Meeresbiologin Dr. Nguyen wird aufgrund seltsamer Vorkommnisse auf die abgeriegelte Insel Con Dao gerufen. Gemeinsam mit Evrim, dem weltweit ersten Androiden der Welt, soll sie den ungewöhnlichen neuen Verhaltensweisen der dort lebenden Kraken nachgehen. Ray Nayler führt uns in diesem Ökothriller klar vor Augen, wie die logische und erschreckende Weiterentwicklung unserer Gesellschaft aussehen könnte. Zwischen Megakonzernen, moderner Sklaverei, der Ausbeutung und fast vollendeten Auslöschung der Meereslebewesen, dem willkürlichen Umgang mit künstlicher Intelligenz und dem seelischen Wohlbefinden jedes einzelnen Individuums, stellt sich die Frage, ob eine Kontaktaufnahme zu einer fremdartigen Spezies überhaupt gelingen kann. Ein kluges und rasantes Buch, dessen Lektüre mehr als lohnenswert ist!
Bibliothekar*in 414950
Was für ein tolles Buch!
Ich bin eigentlich nicht der Typ, der in Büchern Markierungen anbringt, aber hier habe ich den (digitalen) Leuchtstift nur so geschwungen. Sprachlich ist es toll, das Konzept ist stark und die Sache mit der Überfischung und KI und allem könnte aktueller nicht sein.
Den gesamten linguistisch-philosophischen Ansatz fand ich toll - wie Sprache aussehen würde, wenn sie ein anderes Wesen als der Mensch entwickelt, wie wir mit "fremdem Bewusstsein" umgehen würden/könnten, all die kleinen Facts über die geopolitische Landschaft hat alles zu einem grossen Lesevergnügen gemacht. Ich würde wirklich gerne das Buch unserer Hauptfigur, "Wie Meere denken" lesen, es klingt faszinierend.
Den Cast fand ich sehr interessant, obwohl ich mir vom einen Teil (Altantsegtseg) mehr und vom anderen Teil (Rustem und Dr. Mínervudóttir-Chan) weniger gewünscht hätte. Schön fand ich, wie alles doch irgendwie verflochten war - die Diskussion über die Null-Komma-Eins in Rustems POV hat uns über eine Situation in Ha's POV aufgeklärt usw.
Rustems und Eikos POV waren jetzt nicht ultra-relevant für unseren Hauptplot (dem Teil mit der Stimme der Kraken), haben das Worldbuilding aber anschaulich vertieft und ich fand den ganzen Teil mit der Sea Wolf mega spannend.
Das Ende war etwas schwach, aber ich kann damit leben. Vor allem, da ich durch den Rest des Buches nur so geflogen bin. Definitiv eine Empfehlung und ein Titel, den ich allen Leuten andrehen werde, die etwas darüber hören wollen (und den anderen auch)
@NetGalley und Klett-Cotta: Vielen Dank für dieses Leseexemplar!
Ein Bio Umwelt Thriller. Können Kraken miteinander kommunizieren? In diesem Buch auf jeden Fall. Sehr spannende Thematik und coole Story. Die Wissenschaft ist noch lange nicht so weit, die ganze Welt verstehen zu können. Dies merken die Wissenschaftler im Buch ebenfalls. Es wird spannend, wer ist stärker der Mensch oder die Kraken. Lest dieses Buch..
Da Kraken eines meiner Lieblingstiere sind, hat mich das Cover sofort erwischt.
Wir befinden in dieser Geschichte in einer vielleicht nicht allzufernen Zukunft unseres Planeten. Die Meere werden leergefischt, die Menschen führen lieber mit digitalen Computerprogrammen Beziehungen und eine technologisch weitentwickelte Firma hat einen Androiden gebaut, dessen Menschlichkeit der Welt Angst macht.
Doch etwas geht in den Meeren vor sich … vor allem auf der Insel Con Dao passieren seltsames Dinge. Die Insel wurde von der Firma DIANIMA gekauft und die Bewohner umgesiedelt. Doch die seltsamen Geschichten von Geistern am Strand, die sogar Tote forderten, haben einen wahren Kern.
Dr. Ha Nguyen beginnt ihre Forschungsarbeiten auf Con Dao und arbeitet dort mit dem Androiden Evrim und der Sicherheits- und Waffenexpertin Altantsetseg zusammen. Ihre Arbeit ist streng geheim.
Die zu erforschende Spezies hat sich weit entwickelt und entwickelt sogar ein Sprache. Doch sie haben nicht gebeten, mit den Menschen in Kontakt zu treten.
Ich fand das Buch sehr spannend und interessant. Der Blick in diese fiktive Zukunft unserer Erde fand ich sehr interessant. Sie gab der ganzen Geschichte einen speziellen Touch, der mir gefiel. Neben der Erforschung der hochentwickelten Kraken empfand ich auch den Nebenschauplatz des Androiden Evrim gelungen. Zu menschlich programmiert, dass er den Menschen Angst macht. Seine Dynamik mit Ha hat mir gut gefallen.
Genialer Mix
Bei dem Buch habe ich lange mit mir gerungen, ob ich es lesen möchte. Ich bin persönlich kein Fan von Oktopoden und das Cover ist für diesen Fall eher abschreckend. Komisch finde ich auch die völlig abweichende Farbe des Farbschnitts. Aber never judge a book by its cover! Nie traf dieser Spruch mehr zu als bei diesem Thriller.
Die Kurzbeschreibung klang sehr gut und es erinnerte mich etwas an "Der Schwarm", was ich sehr faszinierend fand!
Und so ist auch "Die Stimme der Kraken" ein Buch, das sehr faszinieren kann. Es sprengt die Genregrenzen, es ist ein Thriller, es ist ein gesellschaftskritischer Roman und es hat auch ein bisschen Science Fiction. Außerdem gibt es (fiktive) Zitate aus Sachbüchern, die von den Protagonistinnen geschrieben wurden. Es ist unglaublich inhaltsreich und regt zum Nachdenken an.
Wer Kraken liebt, der sollte unbedingt zugreifen - aber wer sie nicht mag, der kann trotzdem bedenkenlos zugreifen, es lohnt sich und weckt sogar ein bisschen Verständnis für diese uns so fremden Wesen.
Oh und es ist kein billiger Abklatsch von Schätzings Schwarm, sondern geht schließlich in eine ganz andere Richtung, wenn es auch der Schätzing-Zielgruppe wahrscheinlich ganz besonders gefallen wird!
Marita R, Rezensent*in
außergewöhnlich
" Die Stimme des Kraken" ist kein einfaches Buch das man mal so nebenbei liest. Es erfordert die Konzentration des Lesers und man muss sich auf dieses Buch einlassen und auch Interesse an der Thematik haben.
Das Buch ist eine Dystopie, zusammengesetzt aus naturwissenschaftlichen, philosophischen, ethischen und technischen Elementen, die den Leser forden, mit sehr vielen klugen Gedankengängen aufwatet und mich vor allem sehr zum Nachdenken angeregt hat, warum wir menschen sehenden Auges in die Katastrophe rennen. Es ist ein Buch das sich mit dem Thema Bewusstsein auseinandersetzt und aufzeigt was KI im negantiven wie im positiven Sinne bewirken kann.
Auch die kommunikatiomn zwischen verschiedneen Spezies und wie diese gelingen kann , war sehr interessant zu lesen. Die Abhandlungen über Bewusstsein fand ich mehr als faszinierend.
Doch nun komme ich zu meinem Kritikpunkt. Leider konnte mich das Buch nicht richtig fesseln, da eigentlich kaum Spannung vorhanden war. Für mich war es eher eine sachliche, wissenschaftliche Abhandlung, als ein spannender Roman, was das Lesen teilweise sehr anstrengend und ermüdend werden ließ.
Ulrike H, Rezensent*in
Diese Geschichte ist nicht leicht zu fassen und bietet viele verschiedene, sehr interessante Aspekte. Kurz gefasst könnte das Buch so beschrieben werden: In einer dystopischen Zukunft setzt sich eine weiterentwickelte Kraken-Art gegen die Menschen zur Wehr, die ihren Lebensraum zerstören. Dies gibt aber mit Nichten wieder, wieviel hier geboten wird. Die Themen umfassen nicht nur die – auch schon ohne Weiterentwicklung - faszinierende Spezies der Kraken. Es werden Bewusstsein und Künstliche Intelligenz, Umweltzerstörung und Zukunftstechnologien behandelt, ebenso wie ethische und philosophische Fragen.
Der Einstieg in die Geschichte ist nicht leicht. Es treten viele verschiedene Figuren auf. Die Zeit, in der das Buch spielt ist unklar. Die Zukunftstechnik wird als gegeben hingenommen und wenig erklärt. Auch das weitere Lesen geht nicht leicht von der Hand. Obwohl alles spannend und mitreißend beschrieben ist, müssen die Lesenden viel mitdenken. Ich habe zwischendurch Fakten und weitere Informationen im Netz recherchiert. Auch die philosophischen Überlegungen und Dialoge sind keine leichte Kost. Ich habe entsprechend lange für das Buch gebraucht, aber es hat sich gelohnt. Das präsentierte Zukunftsszenario zeigt, was aus unbedachter Nutzung von Künstlicher Intelligenz und Zerstörung der Umwelt resultieren kann. Einzig der Handlungsbogen der Geschichte gerät bei den vielen übergeordneten Betrachtungen in den Hintergrund.
Ray Naylers Vision von einer möglichen Zukunft ist komplex, lehrreich und interessant, aber definitiv nichts zum schnellen Durchlesen.
Rezensent*in 1354499
Ich muss gestehen, ich ging mit gemischten Gefühlen an das Buch ran, ich lese nicht häufig Thriller und wenn dann meistens nur von sehr bekannten Autorin, wo nur eine geringe Chance besteht das ich enttäuscht werde, bsp. Sebastian Fitzek oder Stephen King.
Aber bei diesem Buch kannte ich den Autor noch nicht und hatte auch so noch nichts von dem Buch gehört.
Aber die Thematik hat mich interessiert und auch das Cover fande ich eye catching und schön.
Also hab ich dann gleich das Buch begonnen, und was soll ich sagen, ich wurde positiv überrascht, ich brauchte etwas um in das Buch rein zu kommen, aber nicht der Rede wert, die ersten 5-10% vom Buch.
Ab da war ich drinnen, das Buch ist nicht nur spannend sondern auch informativ, ich hab viele neue Fakten über das Meer und dessen Bewohner gelernt, was ich vorher nicht wusste.
Was ich auch cool fand zwischen jedem Kapitel war ein kurzer wissenschaftlicher Text von den Forschungen der Protagonisten.
Auch die Kombination von Ökothriller und Philosophie konnte mich begeistern, da ich sowas bis daher noch nicht gelesen habe.
Aber leider war das Buch nicht so komplex wie ich es mir vorgestellt hatte.
Ich gebe 4/5 ⭐️
Das Buch war für mich nicht einfach zu lesen. Es ist kein Buch, welches man mal eben nebenbei wegschmökert. Dafür ist es zu komplex, sowohl in der Handlung als auch durch die Figuren.
Es gibt drei Handlungsstränge, aus denen das Buch besteht und diese werden immer abwechselnd erzählt. In einem Handlungsstrang lernen wir die Wissenschaftlerin Ha, die KI Evrim und Altantsegser kennen. Alle drei befinden sich auf einer kleiner Insel, auf der eine seltsame Entdeckung gemacht wurde: Kraken, die scheinbar eine neue Entwicklungsstufe erreicht haben.
Ein zweiter Handlungsstrang erzählt von Eiko, der entführt wurde und auf einen KI-gesteuerten Fangschiff als Sklave gehalten wird.
Der dritte Handlungsstrang befasst sich mit Rustem, einem Hacker, der von einer undurchsichtigen Vereinigung den Auftrag hat, die KI Evrim zu hacken, damit sie manipuliert werden kann.
Am Ende fließen alle drei Stränge ineinander und vervollständigen das Bild.
Hier wird ein recht düsteres Bild von der Zukunft gezeichnet. Immer mal wieder lässt der Autor den Leser einen Blick in seine Welt erhaschen, auch wenn man kein vollständiges Bild von den herrschenden Zuständen erhält. Aber dennoch genug, um sich vorzustellen, dass das Leben alles andere als einfach ist.
Die Forschung von Ha auf der Insel der Kraken fand ich sehr interessant. Die Vorstellung, dass es außer dem Menschen eine weiterentwickelte Spezies mit einem Bewusstsein gibt, ist einerseits spannend, andererseits auch schon irgendwie beängstigend. Das bringt der Autor auch sehr gut zum Ausdruck.
KI ist auch ein vorherrschendes Thema im Buch. Evrim ist ein von Menschen geschaffener Android, würde ich sagen, der sehr, sehr menschlich wirkt. Insgesamt wird KI in der im Buch vorherrschenden Zeit schon sehr viel genutzt und das wahrlich nicht immer zum Guten.
Ich würde den Roman einerseits als Dystopie, vielleicht auch als Sci-Fi verstehen, andererseits hat er auch philosophische Einschläge. Was ist Bewusstsein? Wie definiert man ein bewusstes Lebewesen? Ab wann spricht man von einer intelligenten Spezies, die dem Menschen zumindest ebenbürtig ist? Und wie wertvoll ist eigentlich ein Menschenleben?
Insgesamt ein sehr interessantes und vielschichtiges Buch, welches auf jeden Fall in mir nachhallt.
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