Ich bin nicht da

Roman

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Erscheinungstermin 27.07.2022 | Archivierungsdatum 27.09.2022

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Zum Inhalt

Nach ihrem aufsehenerregenden Debüt »Und es schmilzt« ist Lize Spits zweiter Roman noch nervenzerreißender, noch emotionaler und noch persönlicher.

Leo ist seit zehn Jahren mit Simon zusammen. Er ist der wichtigste Mensch in ihrem Leben, und viele andere sind da auch nicht. Eines Nachts kommt Simon wie ausgewechselt nach Hause, völlig überdreht, mit neuer Tätowierung, neuen Freunden, neuen Zukunftsplänen. Er schläft immer weniger und wird zunehmend paranoid. Eine manische Episode hat Leos große Liebe fest im Griff. Als sie begreift, wozu Simon jetzt fähig ist, ist es vielleicht zu spät. Zu lange hat Leo alles für ihn aufs Spiel gesetzt. Nun bleiben ihr genau elf Minuten, um eine Tragödie zu verhindern, die nicht nur ihr Leben für immer verändern würde.

Ein Roman über eine junge Frau, die zusehen muss, wie ihre große Liebe von einer psychischen Krankheit geradezu verschlungen wird. 

»Lize Spit kennt keine Angst. Wir, die Leser, sind die, die zitternd zurückbleiben.« Leila Slimani über »Und es schmilzt«

»In ihrem einzigartigen Stil erreicht Lize Spit eine emotionale Tiefe, die man in der Literatur nicht oft findet.« Friesch Dagblad

»Ein großer Roman über die Liebe, Schmerz und den Wunsch, gesehen zu werden.« JAN

»Es ist schlicht nicht möglich, dieses Buch aus der Hand zu legen.« NCR Handelsblad

Nach ihrem aufsehenerregenden Debüt »Und es schmilzt« ist Lize Spits zweiter Roman noch nervenzerreißender, noch emotionaler und noch persönlicher.

Leo ist seit zehn Jahren mit Simon zusammen. Er ist...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783103971248
PREIS 26,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Lize Spit - Ich bin nicht da

Meinung
Die Geschichte handelt von Leo, einer jungen Frau, die mit ihrem Freund Simon in Brüssel lebt.
Eines Tages verändert sich Simon, er ist nicht mehr der Freund, der er einmal war.
Das Buch ist ausgesprochen gut geschrieben.
Die Protagonisten sind bis in die Details ausgearbeitet,
Die Geschichte hat mich von den ersten Seiten an gepackt.
Die Autorin weiß, wie man eine Geschichte erzählt und sie zum Leben erweckt.
Ich musste einfach weiterlesen, ich musste wissen, wie es ausgeht, was um Himmels willen Simon getan hat...
Großartig

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Leo und Simon leben ein halbwegs glückliches und zufriedenes Leben in Brüssel.
Bis sich Simon eines Tages zu verändern beginnt...

Das Thema finde ich, da auch persönlich betroffen, unheimlich interessant. Psychische Krankheiten- in diesem Buch aber aus Sicht der Angehörigen, die mit der Situation ebenso zu kämpfen hat und die es letztlich genauso krank macht.
Eindrucksvoll schildert Spit, wie Simon und die Beziehung der beiden sich komplett verändert.
Der Schreibstil ist flüssig, aber auch teilweise sehr detailliert.

Eine absolut erschreckende, aber zugleich völlig authentische Story, die die Hilflosigkeit des Umfelds einer psychisch kranken Person und dessen völlig abnorme Handlungen wiedergibt.
Sehr informativ und spannend, wenn auch mit einigen Längen. Nichtsdestotrotz absolut lesenswert.

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Nach ihrem außergewöhnlichen Debüt „Und es schmilzt“ ist „Ich bin nicht da“ der zweite Roman von der Autorin Lize Spit. Auch hier sticht der detailliere und eindringliche Schreibstil wieder hervor, der ihr sehr gelungen ist.

Auch wenn es anders ist als ihr Debüt, ist dieses Buch auch erschütternd, aufrüttelnd und lässt einen nicht so schnell los: Leo und Simon sind seit zehn Jahren ein glückliches Paar. Beide habe in ihrer Jugend trauriges erlebt und beide haben früh ihre Mutter verloren. Umso stärker ist ihre Liebe.
Doch plötzlich ändert sich alles: Simon kommt spätnachts nach Hause – völlig aufgedreht und mit einem Tattoo. Doch das ist noch nicht alles: Er kündigt seinen langjährigen Job als Grafikdesigner und wirft sämtliche gemeinsamen Zukunftspläne über den Haufen. Er ist fest davon überzeugt, dass seine neue Geschäftsidee ihn schon bald sehr erfolgreich machen wird.
Leo, die ihren Simon plötzlich völlig verändert erlebt, ist besorgt – über viele Wochen versucht sie, ihm zu helfen und das geht nicht spurlos an sie vorüber.

„Hoffnung ist die Luft, die man unter die Tatsachen mischt, um sie etwas leichter und erträglicher zu machen, damit man weiteratmen kann, und sie ist genau das, was sehr schnell in sich zusammenfallen kann.“ – Seite 119, eBook


Dann plötzlich nimmt Simons Veränderung gefährliche Ausmaße an und Leo muss handeln.
Doch danach ist längt nicht wieder alles gut – plötzlich steht alles auf dem Spiel…

Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht der jungen Frau Leo geschrieben, dessen Leben durch Simons Erkrankung ebenso aus den Fugen gerät, wie Simons Leben selbst. Die Handlung wechselt regelmäßig zwischen der Vergangenheit (von dem Kennenlernen von Leo und Simon und dem Beginn von Simons Veränderung vor gut einem Jahr) und den aktuellen Geschehnissen. Hier erhält Leo einen panischen Anruf und hat nur elf Minuten Zeit, Schreckliches zu verhindern. Nach und nach setzt sich aus Vergangenheit und Gegenwart ein komplettes Bild zusammen und es wird klar, wie es aktuell um Simon steht und wie es zur aktuellen Situation kam. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…

„Wieder landete ich auf der Voicemail. Ich erschrecke, als ich die vertraute, sanfte Stimme höre, das „Ich bin nicht da“. In meinen Augenwinkeln brennt es. Er klingt so nah, doch so unerreichbar wie jetzt habe ich ihn nie erlebt.“ (Leo) – Seite 141, eBook


Der Schreibstil ist detailliert, fesselnd und gleichzeitig auch sehr direkt – die Charaktere sind stark gezeichnet – selbst kleinste Gesten und Handlungen der Personen bekommen hier Platz. Mit jeder Seite wird es erschütternder und trauriger und zeigt, wie eine schwere psychische Krankheit aussieht, bzw. aussehen kann – mit sämtlichen Details. Sowohl Simons Weg und seine schleichende Veränderung (durch Leos Sichtweise), als auch Leos eigener Weg sind hier sehr genau zu verfolgen. Besonders Leos Gedanken und Sorgen werden klar sichtbar – und auch ihre Hilflosigkeit wird deutlich. Momentaufnahmen werden geschildert, die plötzlich vieles ändern:

„Das alles dauerte nicht lange, höchstens fünf Sekunden, aber es war genug, um Schaden anzurichten, ein Bruch in der Zeit, eine Markierung in davor und danach.“ – Seite 161, eBook


Mein Fazit: Ein sehr bewegender Roman, der einen so schnell nicht loslässt. Mit ihrem detaillierten und intensiven Schreibstil schildert Lize Spit die Geschichte eines Paares, dessen Leben durch eine schwere psychische Krankheit aus den Fugen gerät. Berührend, traurig und gleichzeitig fesselnd. Ein wichtiges Buch, das nicht einfach ist und noch lange nachhallt – sehr lesenswert.

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Was passiert mit der Liebe, wenn der eine Teil der Beziehung sich stark verändert, oder ganz zu verschwinden scheint? Wer sind wir noch, wenn der Mensch, der uns am meisten liebt, nicht mehr er selbst ist? Was macht uns dann noch aus? Bleiben wir die Person, die wir waren? Diese Fragen muss sich Leo stellen, als ihr liebster Simon von jetzt auf gleich seinen Job kündigt, sich und seine Fähigkeiten mehr und mehr überschätzt und in Freunden plötzlich Feinde sieht. Sie spürt, wie er ihr immer weiter zu entgleiten droht, bis sie sich selbst eingestehen muss, dass dieser Mensch nicht mehr der Simon ist, in den sie sich einst verliebt hat und er dringend Hilfe braucht.

Lize Spit hat es wieder geschafft. Kaum hatte ich ihren neuen Roman "Ich bin nicht da" begonnen, schon konnte ich ihn nicht mehr aus der Hand legen. Wie in einem Psychothriller hielten mich die Kapitel in Atem, gleichzeitig brachen sie mir das Herz. Die Autorin spielt mit den Gefühlen ihrer Leserschaft; sie lässt uns zittern, hoffen, verzweifelt die Hände vor den Augen schließen, nur um dann doch einen kleinen Spalt zwischen den Fingern zu lassen, weil unsere Neugier obsiegt. Auch wenn ich nicht jede ihrer Entscheidungen nachvollziehen konnte, sympathisierte ich stark mit Leo. Sie ist eine verkopfte Protagonistin, die zum Katastrophisieren neigt und mit ihren verzweifelten Versuchen, ihre Liebe zu retten, vieles nur noch schlimmer macht. Genau deswegen bildet sie aber auch ein Paradebeispiel für die menschliche Hilflosigkeit bei der Konfrontation mit psychischen Störungen. Denn ja – für alle, die es bereits geahnt haben – im Mittelpunkt des Buches steht Simons bipolare Störung und deren Schrecken.

"Ich bin nicht da" hat mich wirklich aufgewühlt zurückgelassen, dennoch habe ich das Gefühl, dass das Buch für die breite Masse zugänglicher ist als "Und es schmilzt". Das liegt einerseits an dem wachsenden Interesse und Verständnis unserer Gesellschaft für psychische Störungen, aber auch an den Entscheidungen der Autorin, die sie für ihre Protagonist*innen getroffen hat. Wirkte ihr Debüt noch vollkommen hoffnungslos auf mich, so lässt sie hier doch jedenfalls einen Silberstreif am Horizont, den ich in Anbetracht des Themas auch für sehr wertvoll halte. Eine Triggerwarnung möchte ich trotzdem aussprechen, da in der Mitte des Buches etwas passiert, was auch für mich kaum aushaltbar war. Ich möchte es hier gekürzt „explizite Beschreibung von blutiger Gewalt“ nennen, ohne zu viel zu verraten.

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Das war schon hart zu lesen. Leo und Simon führen eine harmonische Beziehung. Simon, erfolgreicher Grafiker, Leo, Schriftstellerin, die gerade in einem Laden für Umstandskleidung jobbt. Dann fängt Simon an, sich zu verändern. Es beginnt mit einem Tattoo hinter dem Ohr. Dann kündigt er seinen Job, behauptet, sein Freund und Kollege wäre ein ehemaliger Schulkamerad, der ihn in der Grundschule gemobbt hätte. Die Auffälligkeiten vermehren sich, und bald kommt Leo nicht mehr an ihn ran. Noch gibt ihr ihre Freundin Lotte aus der Boutique halt.
Simon will sich nicht helfen lassen. Es dauert, bis Leo es gelingt, ihn in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Dort bekommt er Medikamente, die ihn stark verändern. Nach seiner Entlassung geht es ihm anders, aber nicht besser. Inzwischen schreibt Leo unter Pseudonym Kolumnen über ihre Beziehung zu Simon und seiner Psychose. Die Situation spitzt sich zu als Simon das erfährt. Nach wie vor leidet er unter Verfolgungswahn.
Ein absolut interessantes und spannendes Buch. Es hat mich sehr erschüttert, wie diese Krankheit das Leben der beiden verändert hat. Der Schreibstil ist gut,und der Aufbau lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen. Spit wechselt gekonnt die beiden Erzählebenen.
Sehr lesenswert.

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Auch in ihrem 2. Roman mit dem Titel „Ich bin nicht da“ erzählt Lize Spit in ihrer brillanten und dabei schonungslosen Art eine beklemmende und emotional nahe gehende Geschichte.
Im Mittelpunkt steht ein junges Paar um die 30. Leo und Simon sind seit 10 Jahren zusammen und in ihrer Beziehung aufeinander fixiert. Beide haben früh ihre Mütter verloren und wenig bis gar keinen Kontakt zu ihren Vätern, ihr Freundeskreis beschränkt sich auf einige Kollegen. Ihre enge Bindung gerät ins Wanken, als Simon eines Nachts aufgedreht nach Hause kommt, sein neues Tattoo präsentiert und von neuen Freunden inspiriert seinen festen Job als Grafikdesigner kündigt, um sich selbständig zu machen.
Er stürzt sich manisch in dieses neue Projekt, bewegt sich unruhig durch die Wohnung und lässt Leo ratlos zurück, die sich von Simon immer mehr ausgegrenzt fühlt und in seiner neuen Persönlichkeit wenig des Simons wieder findet, den sie liebt. Zur gleichen Zeit wird Leos Freundin Lotte schwanger, ausgerechnet von Simons ehemaligem Chef Coen, in dem er mehr und mehr seinen größten Feind sieht. Lotte und Coen sind in diesem Roman der Gegenpol zu Leo und Simon, ein strahlendes Paar, das auf fast kitschige Weise glücklich und erfolgreich ist, während Leo und Simon in ihren Karrieren keine Fortschritte erreichen und sich privat einander entfremden.
Der Leser erlebt die Ereignisse aus Leos Sicht, die schonungslos die Veränderungen in ihrer Beziehung zu Simon und in beider Persönlichkeiten schildert. Es schmerzt, Leos Verzweiflung und Hilflosigkeit mitzuerleben, während Rückblenden in die Vergangenheit ihre frühere innige Verbundenheit und Unbeschwertheit aufzeigen. Lize Spit schafft mit ihrer präzisen Sprache Bilder im Kopf, die manchmal schon zu detailliert sind und an die Grenze des Erträglichen gehen. Andererseits macht das die Authentizität der Geschichte aus, man spürt beider Hilflosigkeit sowohl in Simons manischen als auch in seinen depressiven Phasen.
Der Roman überzeugt mit seiner Intensität und der phantasievollen Sprache, die teils poetisch wirkt. Mit den wiederholten Schilderungen entwickelt er jedoch Längen, die auch mit den eingeschobenen Kapiteln der Eskalation aus der Gegenwart nicht aufgefangen werden können, da die Spannung hier eher aufgezwungen wirkt, statt sich aus der Geschichte zu entwickeln.

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Dieses Buch ist unglaublich. So gern man sich in das Liebesnest von Leo und Simon eingeschmuggelt hätte, so unwohl fühlt man sich, sobald Simon einmal nachts und frisch tattowiert nach Hause kommt. Die Sprache ist überwältigend, es gibt sehr originelle und kraftvolle Bilder. Ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann.

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Aufwühlend und bewegend

Leo und Simon sind schon ganze zehn Jahre ein Paar, als Simon sich plötzlich radikal verändert. Leo muss praktisch hilflos zusehen, wie der von ihr so geliebte Mensch sein – und letztendlich auch ihr – ganzes Leben auf den Kopf stellt.
Lize Spit beschreibt in einem einzigartigen und sehr detailreichen Stil die beklemmende Situation einer Frau, deren Lebensgefährte immer mehr in einen psychischen Abgrund abrutscht. Die Geschichte lässt kaum positive Gefühle aufkommen und ist damit sicherlich nichts für jeden. Lässt man sich aber darauf ein, wird man förmlich mitgerissen.
Besonders erschreckend aber auch gleichzeitig faszinierend fand ich den Umstand, dass Leo mehr und mehr an ihrem eigenen Verstand zweifelt, je weiter Simon sich verändert. Als Leser ist man hier gefühlt sehr nah dran, so dass die Geschichte einen nur schwer loslässt.
Alles in allem war „Ich bin nicht da“ für mich ein sehr aufwühlender und bewegender Roman, der bis zum Schluss spannend bleibt und auch thematisch etwas Besonderes ist. Allerdings hätte ich mir eine Triggerwarnung für Gewalt gegen Tiere gewünscht, da ein bestimmtes Ereignis wirklich nicht auszublenden war.

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Von Lize Spit habe ich bereits »Und es schmilzt« gelesen. Ein Roman, der mich eiskalt erwischt hatte und mir nachhaltig in Erinnerung bliebt. Umso neugieriger war ich auf ihr neuestes Werk.

Seit vielen Jahren sind Leo und Simon ein Paar und leben gemeinsam in einer kleinen Wohnung in Brüssel. Womöglich halten sie aneinander fest, weil sie ähnliche Schicksalsschläge zu verarbeiten haben und daher verstehen können, was der andere durchgemacht hat. Sie haben eine ganz besondere Verbindung zueinander, das spürt man auch zwischen den Zeilen.

Diese vertraute Zweisamkeit bekommt Risse, als Simon eines Tages nach Hause kommt - tätowiert, überdreht und irgendwie anders als sonst. Leo macht sein Verhalten zurecht Angst, denn sie spürt, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Als Simon ihr auch noch erklärt, sich selbstständig machen zu wollen, versteht Leo die Welt nicht mehr. Simon und selbstständig? Simon, der sonst gar nicht diese Energie und Kraft hat? Simon, dem sie ein Fels in der Brandung sein musste? Das passt hinten und vorne nicht. Hilflos realisiert Leo, dass sich Simon da in etwas verrannt hat, was ihn zerstören wird, wenn sie es nicht schafft, ihn zu bremsen. Und als Leserin habe ich so unglaublich mitgelitten. Bin aufgestiegen und gefallen. Habe Licht gesehen und auch Schatten. Ein wirklich blödes Gefühl, wenn man zusehen muss, wie die Dinge aus dem Ruder laufen. Das ist kein leichter Tobak.

Der Stil der Autorin ist außergewöhnlich, fast schon einzigartig, denn ich habe bisher nichts Vergleichbares gelesen. Sie lässt eine derart emotionale Tiefe entstehen, dass es weh tut, einen quält und vorantreibt.

Für mich ist »Ich bin nicht da« ein absolutes Meisterwerk und gefiel mir sogar noch besser als »Und es schmilzt«. Wahnsinn! Müsst ihr unbedingt selbst lesen!

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Meine Meinung:

Die Autorin dieses Romans hat mich schon einmal in meinem Leseleben sehr überrascht. :thumleft: Ich spreche von dem Buch "Und es schmilzt" - der Schock saß damals tief.

Auch diesmal fand ich recht schnell einen Einstieg in die Geschichte. Es wird erzählt über das Leben und die Beziehung eines jungen Paars. Die beiden sind schon über 10 Jahre zusammen, als eine gewisse Veränderung im Umgang miteinander stattfindet. Und nicht nur das, der Partner von Leo beginnt sich anders als gewohnt zu verhalten. Alles fängt an einem frühen Morgen an. Simon verblieb die ganze Nacht woanders, ohne Bescheid zu sagen, was ungewöhnlich ist, als er nach Hause kommt, hat er ein neues Tattoo und redet in einer Art, die der Leo nicht bekannt ist. Lange Zeit versteht sie nicht, was mit ihrem Partner los ist. Und was noch auf die beiden zukommt, erfährt man aus dem spannenden Roman von Lize Spit.

Als Leser kann man relativ schnell dahinter schauen, was mit dem Hauptcharakter nicht stimmen sollte. Es ist eine Geschichte der bipolaren Störung, einer Psychose, mit all den Gefahren, die so eine Erkrankung in sich birgt. Die Story entwickelt sich nach und nach. Der Spannungsbogen dabei steigt kontinuierlich und bleibt auch auf dem hohen Niveau.

Was ich auch sehr positiv fand, ist die Tatsache, dass die Autorin tiefe Einblicke in den Alltag des Paares, in die Beziehung untereinander, in ihr Umgang miteinander, ermöglicht. Diese Untersuchung der Zustände, ob Protagonisten oder der Handlung, ermöglichen dem Leser einen unbeschönigten und detaillierten Einblick in so ein mögliches Szenario.

Jedoch muss man als Leser unbedingt vor Augen halten, dass jede psychische Erkrankung sehr individuell ist, auch wenn es womöglich Parallelen gibt, so ist doch jedes Individuum anders, somit auch andere Reaktionen und Handlungen.

Eine dramatische Geschichte mit Tiefgang erschütternd und mitnehmend. Tabus brechen, scheint die Spezialität der Autorin zu sein. Ich finde es gut. :thumleft:

Würde den Roman nicht nur Angehörigen oder Betroffenen (wobei man an Trigger denken sollte) empfehlen, sondern auch allgemein Lesern, die sich mit dem Thema bipolare Störungen und Psychosen auseinandersetzen wollen. Außerdem ist es ein recht spannender Roman.

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