Die Hebamme

Roman

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Erscheinungstermin 25.08.2021 | Archivierungsdatum N/A

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Zum Inhalt

Marta Kristine Andersdatter Nesje, die Ururgroßmutter des Autors, ging 1821 zu Fuß 600 km von der Westküste Norwegens nach Christiania, um Hebamme zu werden. Danach übte sie ihren Beruf fünfzig Jahre lang am Romsdalfjord aus und verfolgte beharrlich ihr Ziel, Frauen zu helfen - wobei sie lange gegen Misstrauen und Armut ankämpfen musste.

Edvard Hoem lässt Marta Kristine mit enormer dichterischer Kraft hervortreten. Er erzählt feinfühlig von ihrer tiefen Liebe zu Hans, ihrem Lebensalltag mit elf Kindern und von den unzähligen Hebammenfahrten über den Fjord. Das Bild einer ganzen Epoche, einer Landschaft - und insbesondere des Hebammenberufs vor 200 Jahren - tritt atmosphärisch und detailgetreu hervor. Das Einfache dieses Lebens und die Zuversicht der Charaktere vermögen uns gerade heute besonders zu berühren.

Marta Kristine Andersdatter Nesje, die Ururgroßmutter des Autors, ging 1821 zu Fuß 600 km von der Westküste Norwegens nach Christiania, um Hebamme zu werden. Danach übte sie ihren Beruf fünfzig Jahre...


Eine Anmerkung des Verlags

- Preisgekrönter norwegischer Autor! 60.000 verkaufte Exemplare in Norwegen - Berührende Geschichte einer tiefen Liebe. - Genau recherchierte historische Fakten. - Lebendige und poetische Schilderung. Edvard Hoem, geboren 1949 in der Nähe von Molde, ist einer der führenden norwegischen Schriftsteller. Seit fünf Jahrzehnten veröffentlicht er Romane, Dramen, Gedichte und Übersetzungen, für die er u.a. mit dem Brage-Preis (2019), dem norwegischen Kritiker-Preis und dem Ibsen-Preis ausgezeichnet wurde. 2020 wurde er für seine Verdienste um die norwegische Literatur zum Kommandeur des Sankt-Olav-Ordens ernannt und avancierte in den letzten Jahren mit seinen historischen Romanen zum Bestsellerautor.

- Preisgekrönter norwegischer Autor! 60.000 verkaufte Exemplare in Norwegen - Berührende Geschichte einer tiefen Liebe. - Genau recherchierte historische Fakten. - Lebendige und poetische...


Verfügbare Ausgaben

ISBN 9783825152369
PREIS 22,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Norwegen Anfang des 19. Jahrhunderts Der norwegische Schriftsteller Edvard Hoem schreibt eindrucksvoll über seine Heimat und seine Vorfahren. Der Roman „Die Hebamme“ ist eine tolle Recherchearbeit über seine Ururgroßmutter. Da ich selber in Archieven nach meinen Vorfahren geforscht habe, bewundere ich wie der Autor, alles in realistischer und lesenswertem Stil verpackt hat. Marta Kristine ist die älteste Tochter eines Schuhmachers. Sie begleitet und hilft ihm früh bei seiner Arbeit. In der Schule gefällt ihr Hans der Sohn eines Großbauern schnell. Aber der ist ziemlich langsam, eh er sich erklärt. Durch den Pastor, kommt sie auf die Idee, Hebamme zu werden. Es ist interessant, wie sie sich aus einem Buch schon sehr gut informiert. Dann sind die Probleme intensiv erzählt, die sie erlebt um Patienten zu bekommen. Warum soll man eine Hebamme bezahlen, wenn man genug Familienangehörige hat die der Mutter helfen. Edvard Hoem schreibt wunderbar, er bringt uns die Personen nahe und lässt uns an deren Erlebnissen teilnehmen. Die Geschichte über die Not des einfachen Volkes ist große Klasse.

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Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite) Marta Kristine Andersdatter Nesje, die Ururgroßmutter des Autors, ging 1821 zu Fuß 600 km von der Westküste Norwegens nach Christiania, um Hebamme zu werden. Danach übte sie ihren Beruf fünfzig Jahre lang am Romsdalfjord aus und verfolgte beharrlich ihr Ziel, Frauen zu helfen – wobei sie lange gegen Misstrauen und Armut ankämpfen musste. Edvard Hoem lässt Marta Kristine mit enormer dichterischer Kraft hervortreten. Er erzählt feinfühlig von ihrer tiefen Liebe zu Hans, ihrem Lebensalltag mit elf Kindern und von den unzähligen Hebammenfahrten über den Fjord. Das Bild einer ganzen Epoche, einer Landschaft – und insbesondere des Hebammenberufs vor 200 Jahren – tritt atmosphärisch und detailgetreu hervor. Das Einfache dieses Lebens und die Zuversicht der Charaktere vermögen uns gerade heute besonders zu berühren. Autor (Quelle: Verlagsseite) Edvard Hoem geboren 1949 in der Nähe von Molde, ist einer der führenden norwegischen Schriftsteller. Seit fünf Jahrzehnten veröffentlicht er Romane, Dramen, Gedichte und Übersetzungen, für die er u.a. mit dem Brage-Preis (2019), dem norwegischen Kritiker-Preis und dem Ibsen-Preis ausgezeichnet wurde. 2020 wurde er für seine Verdienste um die norwegische Literatur zum Kommandeur des Sankt-Olav-Ordens ernannt und avancierte in den letzten Jahren mit seinen historischen Romanen zum Bestsellerautor. Allgemeines Titel der Originalausgabe:“Jordmor på jorda „ , ins Deutsche übersetzt von Antje Subey-Cramer Erschienen am 25.08.2021 im Verlag Urachhaus als HC mit 300 Seiten Gliederung: Vorwort - Roman in drei Teilen mit insgesamt zwölf langen Kapiteln – Nachwort – Erklärung zu den Fußnoten Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive der Protagonistin Marta Kristine Andersdatter Nesje Handlungsort und -zeit: Romsdalfjord, Norwegen, in den Jahren 1800 bis 1877 Inhalt Wie in seinem Buch „Die Geschichte von Mutter und Vater“ widmet sich der Autor auch hier seiner Familiengeschichte, er begibt sich zurück in das frühe 19. Jahrhundert und schildert das Leben seiner Ur-Urgroßmutter Marta Kristine Andersdatter Nesje (1793 – 1877), einer Frau, die ihrer Zeit voraus ist und es entgegen aller widrigen Umstände durchsetzt, Hebamme zu werden. Dieser Wunsch geht nicht nur auf das Bestreben, Frauen bei der Geburt sachgerecht zu unterstützen, sondern auch auf die Notwendigkeit, Geld zu verdienen, zurück. Als Häuslertochter stammt Marta Kristine aus einfachen Verhältnissen, ihr Vater ist Schuhmacher. Sie heiratet Hans Nesje, der aus einer besser gestellten Familie kommt, aber seit seinen Erlebnissen als Soldat traumatisiert ist. Zudem ist er auch noch von der „Schwermut“ betroffen, die in seiner Familie schon seit Generationen auftritt. Hans kann den Lebensunterhalt der wachsenden Familie – sie bekommen ein Kind nach dem anderen – nicht sichern, er verdient ein wenig durch Fischfang oder Aushilfsarbeiten, meist ist er nicht fähig zu arbeiten und macht überall Schulden. Die Familie ist dringend auf den Verdienst der Mutter angewiesen, doch der Beginn ihrer Tätigkeit, den sie nach dem Besuch der Hebammenschule in Christiania aufnimmt, gestaltet sich schwierig. Viele Bauernfamilien, deren Frauen einander seit Jahrhunderten gegenseitig beim Gebären unterstützen, sehen es nicht ein, eine Hebamme zu rufen und für die Geburtshilfe zahlen zu müssen. Marta Kristine prozessiert gegen die Familien und setzt durch, dass die Pflicht zur Zuziehung einer Hebamme gesetzlich verankert wird. Marta Kristine übernimmt auch die Pockenimpfungen in ihrer Gemeinde, doch trotz ihrer Einkünfte käme die Familie ohne die Hilfe ihres Vaters und ihrer ältesten, unehelichen Tochter Ingeborg kaum über die Runden. Beurteilung Überaus eindrucksvoll beschreibt Edvard Hoem die Lebensgeschichte seiner Ur-Urgroßmutter vor dem Hintergrund des 19.Jahrhunderts, wobei am Rande auch wichtige Meilensteine der norwegischen Geschichte gestreift werden. Im Mittelpunkt steht jedoch das karge, arbeitsreiche Leben der Bewohner des Romsdalfjordes, das nicht selten von Hunger geprägt ist. Trotz der Armut der Bevölkerung legen die Menschen Wert auf eine Schulausbildung der Kinder und diese lernen Lesen und Schreiben, auch die Verwaltung und Gerichtsbarkeit sind entwickelt. Die geburtshelferische Tätigkeit der Hebamme wird nicht so stark in den Mittelpunkt gerückt, wie man es angesichts des Titels erwarten könnte. Die Charaktere der Hauptfiguren Marta Kristine und Hans sind sehr detailliert und glaubwürdig ausgearbeitet, wobei der Autor sicherlich Einzelheiten selbst ausgestaltet, da die Quellen aus Kirchenbüchern und anderen Archiven hauptsächlich faktenorientiert sind. Marta Kristine wirkt nicht immer sympathisch, sie kann äußerst hart und entschlossen vorgehen, wenn es um die Wahrung ihrer Interessen geht. Für ihre Kinder kann sie nicht genug Zeit aufbringen, aber sie ist ihrem psychisch kranken Ehemann gegenüber sehr verständnisvoll – in einer Zeit, in der man noch nicht viel von posttraumatischen Belastungsstörungen und Depressionen versteht. Der Erzählstil des biographischen Romans ist relativ nüchtern und wenig emotional, er passt aber gerade aufgrund dieser Faktenorientierung sehr gut zu den Schilderungen des einfachen Lebensstils im Norwegen des 19. Jahrhunderts sowie zur Persönlichkeit der Marta Kristine, die gerade durch die etwas „karge“ Erzählweise für den Leser sehr plastisch erlebbar wird. Sehr anschaulich sind auch die Landschaftsbeschreibungen, die Fjordbewohner leben relativ isoliert, an andere Orte gelangt man mit dem Ruderboot oder zu Fuß. Fazit Ein stellenweise bedrückender, sehr eindrucksvoller biographischer Roman über das Leben einer starken Persönlichkeit, ein Buch, das lange im Gedächtnis haftet!

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Mit sieben Jahren zieht Marta Kristine mit ihren Eltern nach Flovik. Ihr Vater, der als Schuster und Schlachter für den Lebensunterhalt sorgt, hat dort einen Häusler Hof gepachtet. Mehr schlecht als recht bringt er damit seine Familie durch. Bereits in diesem Alter steht für Marta Kristine fest: sie will Hebamme werden. Ihr Ziel verliert sie nie aus den Augen, auch wenn dieser Weg für sie sehr steinig wird… Mir hat es gefallen, wie der Autor hier die Kargheit dieser Gegend beschrieben hat, wie auch die Sitten und Bräuche der damaligen Zeit in Norwegen hat einfließen lassen. Besonders interessant fand ich die Beschreibungen zur Wanderschule, die nur für 4 Monate im Jahr stattfand. Hebammen-Stina (so wurde Marta Kristine von allen genannt) hat mich beeindruckt. Trotz erfolgreich abgeschlossener Hebammenausbildung suchten die Frauen bei nahender Geburt sie nicht auf. Der Grund: eine Hebamme musste bezahlt werden, während es nachbarschaftliche Hilfe ohne Lohn gab. Dabei stand das Gesetz auf Stines Seite So macht sich Stina stark, und kämpft sogar vor Gericht für ihr Recht. Geld ist immer knapp in ihrem Haushalt, nicht zuletzt, weil die Anzahl ihrer eigenen Kinder, die sie von Hans, ihrem Ehemann bekommt, fast jährlich steigt. Hans ist ihr im Leben selten eine Stütze. Er hat oftmals hochtrabende Ideen, für deren Umsetzung ihm aber stets das Kapital fehlt, was ihn aber nicht davon abhält es mit geborgtem Geld zu versuchen. Gewinnbringend ist keiner seiner Versuche. Zudem leidet er mit zunehmendem Alter an Schwermut, zieht sich immer mehr in sich selbst zurück, so dass selbst Marta Kristine, die immer hinter ihm steht und ihn noch immer liebt, nicht mehr erreichen kann. Ich fand das Buch sehr interessant und unterhaltsam. Nicht zuletzt die Ausführungen zu der Errechnung der Erbmasse, der Zwangsversteigerung der Erbmasse – davon habe ich noch nie gehört. Aber gerade dieser Abschnitt hat auch gezeigt, welch hohe Achtung sich Stina durch ihre Arbeit in den Jahren zuvor erworben hat. Achtung, die auch ich dieser Frau gegenüber empfinde. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Edvard Hoem - Die Hebamme zum Inhalt Marta Kristine Andersdatter Nesje, die Ururgroßmutter des Autors, ging 1821 zu Fuß 600 km von der Westküste Norwegens nach Christiania, um Hebamme zu werden. Danach übte sie ihren Beruf fünfzig Jahre lang am Romsdalfjord aus und verfolgte beharrlich ihr Ziel, Frauen zu helfen - wobei sie lange gegen Misstrauen und Armut ankämpfen musste. Meinung Dies war ein sehr interessanter historischer Roman. Ich wusste wirklich nichts über Hebammen in Norwegen in den 1800er Jahren und hier habe ich eine Menge gelernt. Edvard Hoem erzählt von seiner Ur-Ur-Großmutter Marie Kristine, die 1793 an der Küste von Møre og Romsdal in Norwegen geboren wurde. Er zeichnet ein fantastisches und fesselndes Porträt einer starken, stolzen und unabhängigen Frau, die schon als Kind beschloss, Hebamme zu werden. Marie Kristine reist weit weg, in die Hauptstadt Christiania, um sich zur Hebamme ausbilden zu lassen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begegnet man den Hebammen mit Skepsis. Der Autor schafft faszinierende Charaktere und schildert malerisch ländliche Landschaften. Einige Verweise auf Kirchenbücher, hier und da, sowie auf historische Ereignisse, wie den Krieg gegen die Schweden. Ich habe den Romans gerne gelesen. und empfehle ihn gerne Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

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Marta Kristine Andersdatter Nesje (1793-1877) arbeitete im norwegischen Romsdal als Hebamme. Der größte Ort ist dort heute Ålesund. Für ihre Zeitgenossen wird es unvergesslich sein, wie Hebammen-Stina mit ihrer Instrumententasche zu ihren Gebärenden selbst über den Fjord ruderte oder von kräftigen Knechten gerudert wurde. Marta wuchs mit einer Schwester auf, geprägt von ihrem fleißigen Vater Anders Knudsen, der als Schlachter und Schuster arbeitete. Das Gerben der Häute und das Anfertigen der Schuhe blieb so in einer Hand. Da sich die Leute am Fjord gute Schuhe nur selten leisten konnten, nahm Vater Anders jede Gelegenheit wahr, etwas zu verdienen. Direkt am Fjord ein Altenteilerhaus zu pachten und dem Besitzer dafür Hand- und Spanndienste zu leisten, war eine der schlauen Ideen des Anders Knudsen. Martas Vater brachte seinen Töchtern Lesen bei, für einen Kleinbauern&Handwerker war das um 1800 sicher nicht selbstverständlich. Stina will weder Magd noch Hausfrau werden und ist sich schon früh bewusst, wie hoch damals das Risiko Gebärender war, die Geburt nicht zu überleben. Als Stina beschließt, an einem 6-wöchigen Hebammen-Kurs teilzunehmen, ist sie selbst bereits schwanger. Sie profitiert nicht nur von der Förderung durch ihren vielseitigen Vater, sondern auch vom Engagement eines engagierten Bezirksarztes, der vor Beginn des Kurses ein Lehrbuch für sie liefern lässt, von ihrer ungewöhnlichen Ehe, in der sie 10 Kinder zur Welt bringt und nicht zuletzt davon, dass ihre älteste Tochter Ingeborg sich opfert, die kleinen Geschwister aufzieht und damit die klassiche Rolle einer „alten Jungfer“ übernimmt. Marta Kristine ist die Ururgroßmutter des Erzählers, der das Gerüst nackter Fakten, wer wann wo lebte und getauft wurde, mit einem bewegenden Porträt der Familie Nesje füllt. Eindrucksvoll ist Edvard Hoehms Familiengeschichte allein dadurch, dass im Romsdal meist noch Schnee lag, wenn die Obstbäume blühten und zur Erntezeit schon wieder Schnee lag. Ein Blick in den Fjord verdeutlicht, unter welchen Bedingungen Marta arbeitete und wie stark Gebärende auf die Hilfe weiser Nachbarinnen angewiesen waren, da man bei Komplikationen keinen Arzt rufen konnte. Unvergessliche Figuren sind auch Martas Vater, der seine Tochter noch in hohem Alter unterstützt, Tochter Ingeborg als Ersatzmutter ihrer Geschwister und Hans Nesjes Bruder Ola, der den elterlichen Hof bewirtschaftet. Der Roman „auf der Grundlage dokumentierter Fakten“ hat einige Längen; die standesrechtlichen Streitereien zwischen Marta, der Gemeinde und den örtlichen Bauernfamilien sind aus heutiger Perspektive nicht sofort nachzuvollziehen und die eigentliche Hebammentätigkeit steht im mittleren Teil weit hinter der Familiengeschichte zurück. Welche Persönlichkeiten im 19.Jahrhundert im entlegenen Romsdal überleben konnten und welche sich damit schwertaten, das verknüpft Edvard Hoem zu einem eindringlichen Lebensbild.

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Ich habe das Buch schon sehnlichst erwartet. Es ist der neue Roman von dem norwegischen Bestseller- Autor Edvard Hoem. Vielen Dank auch an den Urachhaus Verlag, dass ich dieses Buch lesen und rezensieren darf. Wir gehen zurück in die Zeit zu Beginn des 18. Jahrunderts, dort sah das Leben noch ganz anders aus, als wir es heute noch kennen. Besonders in der kargen Gegend Norgwegens. Das Leben war gerpägt von eine Härte und einem Überlebenskampf. Wir folgen der Geschichte einer Familie, eines Dorfes, eine Volks. Es sind auch biografische Details vorhanden, denn es ist die Ururgroßmutter des Autors selbst, die hier portätiert wird. Es ist eine unfassbare Geschichte, denn Marta Kristine ging 1821 , fast 600 km zu Fuß von der Westküste Norwegens in das Dorf Christiania (heute als Hippie Ort bekannt). Dort arbeitete sie als Hebamme. Es wird der Überlebenskampf geschildert, denn damals, anders wie heute starben relativ viele Frauen bei der Geburt. Man kann also Marta Kristine als Pionierin sehen, die mit wenigen Mitteln, medizinisch Großes leistete. Edvard Hoem Beschreibungen über Marta Kristine hat enormer Erzählkraft und lässt sie charakterlich stark hervortreten. Er erzählt feinfühlig von ihrer tiefen Liebe zu Hans, den sie bereits im Kindesalter kennenlernte. Auch schildert er von ihrem Lebensalltag mit elf Kindern und den immer widerkehrenden finanziellen Nöten. Ich bin schon total gespannt über die Geschichten gleicher/anderer Hebammen, denn Edvard Hoem hat bereits zuvor Bücher über dieses Thema veröffentlicht. Auch erzielte der Autor für seine Art, wie er Zeitzeugen- Poträts erschaffen hat, wichtige Auszeichnungen für seine Werke. Mir gefällt der Einblick in das raue Leben, wie es damals vor fast zweihundert Jahren war. Ein entbehrungsreiches Leben und starkes Frauenprofil, was hier vom Autor präsentiert wird. Das Cover mit der Bindung wirkt sehr hochwertig, das sollte es auch sein bei diesem wertvollen Stoff. 5 Sterne!

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Bei diesem Roman bin ich etwas gespalten. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Der Roman gibt sehr Autentische Einblicke in das Leben der Armen Menschen in Norwegen des Neunzehnten Jahrhunderts. Das Leben am Fjord und mit den Jahreszeiten, die vielen Kinder, die harte Feldarbeit. Genauso interessant sind die Beschreibungen des Alltags einer Hebamme. Gerade in dieser abgelegenen Gegend waren die Menschen misstrauisch. Hebammen waren hier noch unbekannt und man half sich lieber Gegenseitig. Marta Kristines Leben war hart und entbehrungsreich. Aber sie war gewitzt und ehrgeizig. Sie hat Fragen gestellt und sich nicht unterkriegen lassen. Ihr in ihrem Leben zu folgen war für mich eine schöne Erfahrung, da ich noch nicht viele Romane gelesen habe, die in Norwegen spielen. Ein wenig gestört hat mich die Erzählweise. Leider fand ich diese teilweise nicht flüssig genug und es war mehr so, als ob man ein Sachbuch liest und keinen Roman. Allerdings muss man dazu sagen, das der Roman auf wahren Ereignissen beruht. Marta Kristine war die Ururgroßmutter des Autors und auch viele andere Personen haben wirklich gelebt. Anhand von Einträgen aus einem Thingbuch und den Aufzeichnungen der Hebammenschule hat der Autor das Leben der Hebamme rekonstruiert und eine Geschichte aus den wenigen Fakten entworfen. Fans historischer Romane die sich auch gerne einmal in eine einsame wenig bekannte Gegend entführen lassen und auf echte Menschen treffen wollen, werden mit Der Hebamme auf ihre Kosten kommen.

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Je länger ich lese, umso mehr werde ich ins Buch hineingezogen. Eine sehr informative und bewegende Erzählung über das norwegische Landleben in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts. Die Beschreibung der Hebamme Marta Kristina und ihres Mannes Hans ist tiefgründig, sehr gelungen!

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Edvard Hoem ist in Norwegen ist er ein vielfach preisgekrönter Bestseller-Autor, in Deutschland ist er nicht wirklich bekannt. Ich habe mich auf seinen Roman „Die Hebamme“ sehr gefreut, denn er schreibt über zwei Themen, die ich sehr gerne mag: Norwegen und Geschichte. Die Hauptperson ist Marta Kristine Andersdatter Nesje, die Ururgroßmutter des Autors. Zum ersten Mal befasste er sich mit ihrer Geschichte schon 2008 zum 100jährigen Bestehen der norwegischen Hebammenvereinigung, denn Marta Kristine, genannt Stina, war über 50 Jahre lang Hebamme und half über 1000 Kindern auf die Welt, sie selbst bekam elf Kinder. Es ist ein Buch über eine starke, unangepasste Frau, aber keineswegs ein „Frauenbuch“. „Ich weiß nicht, was aus ihr werden soll“, erwiderte der Vater, „sie sagt, sie wäre lieber ein Kerl geworden als ein Frauenzimmer.“ – dieser Satz charakterisiert Stina sehr gut, gegen Ende des Buchs trägt sie unter ihrem Rock tatsächlich Hosen! Sie konnte zupacken und hart arbeiten, war fleißig, ausdauernd und hatte immer ihren eigenen Kopf. Und das war in den harten Zeiten, in denen sie lebte, überlebenswichtig. Die napoleonischen Kriege gingen auch an Norwegen nicht spurlos vorbei, vor allem die britischen Marineblockaden waren der Grund für große Not in der Bevölkerung. Als Tochter eines Schuhmachers und Schlachters hatte Stina wenige Chancen, etwas aus sich zu machen. Heiraten, ein paar Felder bewirtschaften und Kinder bekommen – so hätte ihr Leben am ehesten aussehen können. In gewisser Weise sah es auch so aus, aber der zupackenden Stina war das nicht genug. Der Pfarrer erwähnte einmal die Hebammenausbildung und diese Idee ließ sie nicht mehr los. Schon zu Schulzeiten verliebte sie sich in Hans, einen drei Jahre älteren Mitschüler. Und auch er war ihr zugetan, über Umwege kamen sie zusammen, obwohl sie ein uneheliches Kind mit in die Ehe brachte. 1817 ging sie als 24Jährige nach Molde, um die Geburtshilfe in einem sechswöchigen Kurs zu lernen. Aber Hebammen waren zu der Zeit nicht gut angesehen, viele werdende Mütter sparten sich lieber die Hebammen-Gebühren. Daher beschloss Stina 1821, die fast 600 Kilometer nach Christiania (das war bis 1924 der Name des heutigen Oslo) zu Fuß zu gehen, um sich dort ein Jahr lang „richtig“ zur Hebamme ausbilden zu lassen. Nach dem Ende der Ausbildung ging sie zurück und arbeitete fast 50 Jahre lang weiter. So viel ist Fakt, die wenigen Aufzeichnungen aus der Zeit stammen hauptsächlich aus Kirchenbüchern. Daher ist das Buch ein fiktiver Roman auf der Grundlage dokumentierter Fakten. Aber eben diese fiktive Ausgestaltung macht den Roman so besonders. Aus den Fakten, die so karg sind wie das Land, in der die Geschichte spielt, strickt der Autor eine packende und lebendige Erzählung über eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus war. Allerdings hatte sie wohl immer den Rückhalt ihrer Familie, Eltern und Mann legen ihr (zumindest in der Geschichte) keine Steine in den Weg zum Glück. Schicksalsschläge wie Tod, Not und Schulden werden in der für die Zeit und die Lebensumstände typischen Ruhe hingenommen, trotz des harten und arbeitsreichen Lebens scheint Stina zufrieden. Ob es so war, weiß keiner. Aber es hätte so sein können. Das Bild, das der Autor von Personen und Zeit zeichnet, ist glaubwürdig und realistisch. Für mich war das Buch ein echtes Highlight, die deutsche Fassung ist der Übersetzerin hervorragend gelungen. Es ist eine dichte und packende Geschichte über Liebe, Familie, Hebammenberuf, Trauma, Not, Überlebenskampf, Mut und eine bemerkenswerte und starke Frau. Edvard Hoem baut seiner Urururgroßmutter ein Denkmal, verfällt aber nicht in Klischees oder Lobhudelei. Ich habe mir jetzt die anderen Teile seiner Familiensaga im Original besorgt, denn ich habe mich in seinen klaren, sachlichen und doch poetischen Stil verliebt. Für dieses Buch gibt es von mir ganz klar fünf Sterne.

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Spannender historischer Roman, der zeigt wie schwer es Frauen damals hatten und was das leben als Bauer ausmachte. Sehr leichter Schreibstil des Autors, absolut verständliche und detailgetreue Beschreibungen. Lese-Empfehlung erteilt.

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Die Hebamme, Edvard Hoem Der Autor Edvard Hoem wird auf seine Ururgroßmutter Marta Kristine Andersdatter Nesje aufmerksam und recherchiert intensiv ihre Lebensgeschichte. Dabei beschreibt er in Romanform die Lebensgeschichte einer mutigen und nicht immer einfachen Frau. Schon als Kind hat sie den Wunsch Hebamme zu werden. Zu dieser Zeit sehr ungewöhnlich. Geburten werden von Nachbarinnen bzw. den Frauen des eigenen Haushaltes begleitet. Hebammen kosten Geld und werden deshalb mißtrauisch betrachet. Die junge Marta nimmt für ihren Berufswunsch einiges in Kauf. 1821 machte sie sich zu Fuß auf den 600 km langen Weg nach Christiania, um Hebamme zu werden. Sie ist da schon verheiratet und ist selbst schon Mutter. Ihr Mann und ihre Schwester kümmert sich in der Zeit um die Kinder. Wieder zurück hat sie zwar die Berufsausbildung abgeschlossen muss aber hart darum kämpfen die Tätigkeit ausüben zu können. Die Einheimischen finden immer Ausreden um die Hebamme nicht zu rufen. Teilweise setzte sie ihre Anwesenheit vor Gericht durch. Ganz langsam erkennen die Frauen wie wertvoll die Hilfe einer Hebamme sein können. Sie übt ihren Beruf fünfzig Jahre lang am Romsdalfjord aus. Sie selbst bekommt insgesammt 11 Kinder und hat es auch im Privatleben nicht leicht. Ihre große Liebe Hans leidet unter Depressionen und der Lebensalltag einer Hebamme vor 200 Jahren ist hart und entbehrungsreich. Dem Autor gelingt es die Lebensgeschichte seiner Ururgroßmutter mit viel Einfühlungsvermögen zu erzählen und er beschreibt dabei ein realistisches Bild der Zeit vor 200 Jahren.

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#DieHebamme beruht auf Tatsachen, welche das Leben von Marta Kristine Andersdatter Nedje beschreibt. Sie war die Ururgroßmutter von Edvard Hoem, dem Autor des Buches. Als eine der ersten Frauen, die sich für den Beruf der Hebamme interessierte, wanderte sie im Jahr 1821 über 600km zum Ausbildungsort. Ihr Wunsch war es stets, den Frauen zu helfen, die Säuglingssterblichkeit zu reduzieren und auch das Leben der Mütter zu schützen. Obwohl ihr Argwohn und sogar Feindschaft entgegenschlug, sie ließ sich nie entmutigen. Armut war für die Familie der Hebamme alltäglich. Der Ehemann Hans kam krank aus dem Krieg zurück und es waren immerhin 11 Kinder, die versorgt werden mussten. Das beeindruckende an dieser Frau war ihre große und unverrückbare Liebe zum Hans. Aber auch die Geduld sowie das Durchhaltevermögen ihren Beruf zum Wohle der Mütter und Kinder auszuüben, ist bemerkenswert. #DieHebamme wurde in Norwegen über 60000 mal verkauft. Das ist beachtlich und zeigt, wie gefragt die Historie ist. Der Autor beschreibt die karge Landschaft und das mühselige Leben der Menschen so klar, dass diese „Bilder im Kopf“ beim Lesen wie von selbst entstehen. Die Erzählungen aus Sicht der Hebamme sind schlicht und zuweilen ein wenig einfältig. Sie kam mir vor als sei sie entrückt und stehe nicht mit beiden Beinen auf der Erde. Dabei stimmt das absolut nicht. Sie ließ sich wohl immer mal wieder von ihrem Mann beeinflussen, der ein Träumer war. Nein, die Pille gab es damals noch nicht und selbst Hebammen kannten sich mit effektiver Verhütung wohl nicht aus. 11 Kinder zu gebären, das war nicht selten und oft starben die Frauen früh. Nicht so die Hebamme Marta. Sie überlebte ihren Ehemann viele Jahre und arbeitete bis ins hohe Alter als Geburtshelferin. Die Wege, welche sie zurücklegte waren mitunter gefährlich, da sie häufig über den stürmischen Fjord führten. Ein lesenswertes Buch, das die harte Zeit im 19. Jahrhundert gut vor Augen führt. #NetGalleyDE

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Von der ersten Seite bis zur letzten war ich fasziniert, gespannt, gerührt von dieser Lebensgeschichte, dieser Frau, dieser Liebesgeschichte. Wie sorgfältig und behutsam der Autor das Leben seiner Ururgroßmutter aus der Vergangenheit ans Licht hebt ist auch eine Form von Geburtshilfe. So präzise beschreibt er die lebensumstände, die Menschen zu diesen harten Zeiten, ich sah die Bilder direkt vor mir. Ein wundervolles, berührendes Werk, das "ganz normalen kleinen Leuten" eine bleibende Stimme gibt und sie mit Würde und Respekt in die Gegenwart holt. Eine meiner Lieblingsempfehlungen!

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Der norwegische Autor Edvard Hoem erzählt in diesem Buch die Lebensgeschichte seiner Ururgroßmutter Marta Kristine Andersdatter, die 1821 aus ihrem Heimatdorf an der Westküste Norwegens aufbricht, um in Christiana eine Ausbildung als Hebamme zu machen. Wir lernen Marta Kristine und ihren harten Alltag kennen. Die Menschen leben ein einfaches Leben, die kargen Böden können sie kaum ernähren. Der Fischfang bietet sowohl Nahrung als auch Einkommen. Mit einprägsamen Worten schildert Hoem die Mühen, über die Runden zu kommen. Ich habe viele interessante Details zu Norwegens Geschichte gelernt. Die Auswirkungen der Napoleonischen Krieg sind mir bekannt, aber dass zur Senkung der Säuglings- und Müttersterblichkeit ein Gesetz erlassen wurde, dass bei einer Geburt eine ausgebildete Hebamme verpflichtend vorgeschrieben wurde, war mir neu. Viele Frauen verstoßen gegen dieses Gesetz, weil sie sich schlichtweg die Gebühren nicht aufbringen konnten (oder wollten). Interessant, dass Marta Kristine sogar vor Gericht gehen muss, um ihre Forderungen einzutreiben. Das verhilft ihr zwar zu den ihr zustehenden Einnahmen, verbessert aber ihren Standpunkt nicht wirklich. Feinfühlig erzählt Edvard Hoem Marta Kristines Beziehung zu ihrem Mann Hans und den Alltag mit ihren elf Kindern. Fazit: Ein einfühlsamer biografischer Roman, der nicht nur die Person Marta Kristin, sondern auch das Leben in Norwegen vor 250 Jahren beschreibt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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Die Hebamme, Roman von Edvard Hoem, EBook, 300 Seiten, erschienen im Verlag Urachhaus. Die Lebensgeschichte der Ururgroßmutter des Autors, Marta Kristina Andersdatter Nesje, die auf historischer Grundlage beruht. Ein Bild das Edvard Hoem hier gezeichnet hat, dass viel mehr beinhaltet als eine Biografie, es ist gleichzeitig ein Bild einer ganzen Epoche, einer Landschaft wild und rau und insbesondere eine Schilderung des Hebammenberufs, wie er vor 200 Jahren war. Das Werk besteht aus drei Teilen, die sich in 12 Kapitel gliedern, die mit Überschriften versehen sind, die zum Inhalt passen. Der Text enthält Fußnoten die im Anhang erklärt werden. Besondere fremdsprachliche Ausdrücke vor allem dänische und norwegische, sowie Bibelstellen, Gebete und Lieder erscheinen kursiv. Ich habe „Die Hebamme“ in einem Stück ausgelesen, so faszinierend und ergreifend fand ich den Roman, nüchtern erzählt und dennoch voller Poesie, die bildhaften Schilderungen der wilden Landschaft im norwegischen Fjord, das wilde Wetter, die majestätischen Berge, all das hatte ich bei der Lektüre vor Augen. Der raue Art der Menschen so tief charakterisiert und beschrieben, da ist jede Handlung authentisch. Auch das Berufsbild der Hebamme, im frühen 19. Jahrhundert ist so gut beschrieben, dass man jeden Handgriff oder den Stand der damaligen Medizin gut nachvollziehen kann. Besonders bemerkenswert fand ich die Tatsache, dass Marta Kristina, auch für die Pockenimpfung verantwortlich war, Parallelen zur aktuellen Pandemie-Impfung konnte ich immer wieder vorfinden. Meine Lieblingsperson, natürlich die Protagonistin, eine absolut bewundernswerte und starke Frau, die Zeit ihres Lebens über tausend Kindern ans Licht der Welt geholfen, dabei aber selbst 11 Kinder geboren hat. Schon früh und durch ein traumatisches Erlebnis hat sie sich entschlossen diesen Weg zu gehen. Einige wichtige Männer, darunter Pastor Stubben, der Dorfschuster ihr Vater, ihr Lehrer Dr. Wolf und natürlich Hans ihr Ehemann, haben sie auf ihren Weg gebracht und begleitet. Mit dem Ruderboot über den Fjord, auf den Weg zur Hebammenausbildung nach Christiania. Kein Hindernis zu groß konnte sie von ihrem Weg abbringen, dabei hat sie in ihrem Leben selbst viele Schicksalsschläge einstecken müssen. Hebamme - eine so bedeutende Tätigkeit, von der zwei Menschenleben abhängen, oder … Stubben wies sie an zum Lesen weder morgens noch abends Licht zu sparen, denn wenn die Menschen kein Wissen erlangten, würden ihre Seelen auf immer im Dunklen verbleiben. Solche und ähnliche Sätze haben mich tief berührt. Eine wunderbare Unterhaltung und interessante Information. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wächst Marta Kristine Andersdatter Nesje an der Westküste Norwegens auf. Ihr Leben ist geprägt von den schwierigen Lebensbedingungen und der Armut der ländlichen Bevölkerung. Nach Jahren der Ungewissheit sucht sie später Erfüllung im Beruf der Hebamme, stößt damit im Ort jedoch zunächst nur auf Ablehnung und muss lange Zeit darum kämpfen, das tun zu dürfen, worin sie ihre Lebensaufgabe sieht. Das Buch ist eine Mischung aus Roman und Biographie, denn Marta Kristine war die Ururgroßmutter des Autors und auch viele der anderen Figuren haben nachweislich zu ihren Lebzeiten real gelebt. Dennoch liest sich das Buch eher wie ein Roman, wenn auch gelegentlich Daten und Fakten Einzug finden, die das Geschehen historisch belegen. Das hat mir sehr gut gefallen, weil man einen umfassenden Einblick in die tatsächlichen Lebensumstände der Landbevölkerung an der Küste Norwegens zu Beginn des 19. Jarhunderts erhält, dennoch aber aber nie das Gefühl hat, ein trockenes Sachbuch zu lesen. Das Verhältnis zwischen Realem und Hinzugedachtem erschien mir sehr ausgewogen und glaubwürdig und ich habe Marta Kristines Geschichte mit großem Interesse verfolgt. Wir begleiten die Protagonistin auf ihrem Lebensweg von frühester Kindheit an, als sie mit ihren Eltern neu in die Gegend gezogen ist, über ihre jungen Erwachsenenjahre und ihre Zeit als Hebamme und Mutter, bis hin ins hohe Alter. Von Anfang an wird deutlich, dass sie eine starke Frau ist, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz nicht unterkriegen lässt und sich ihren eigenen Weg durchs Leben schafft. Dass sie dabei oft auch auf Dinge verzichten muss, geliebte Menschen verliert und ihr Tun immer wieder verteidigen muss, hält sie nicht auf. Es gelingt ihr, einen Beruf auszuübern, der damals in Norwegen kaum ein hohes Ansehen genoss - denn wer braucht schon eine Hebamme, die vielleicht auch noch mehrere Dörfer entfernt lebt, wenn man doch Nachbarinnen, Mütter und Töchter seit jeher als Geburtshelferinnen um sich hatte? Und warum sollte man dafür dann auch noch Geld bezahlen, wo das doch ohnehin meist viel zu knapp ist? So wird schnell klar, dass Marta Kristine es gerade in ihrer Anfangszeit als Hebamme nicht leicht hatte. Hinzu kommen ein Ehemann, der zusehends mehr in ein Leben zwischen Melancholie und Schwermut abdriftet und dessen Einnahmequellen unzuverlässig sind, und, wie damals üblich, jede Menge Kinder, die es zu versorgen gilt. Dass es ihr trotz allem irgendwie gelingt, die Balance dabei zu halten, verdankt sie ihrem familiären Umfeld und nicht zuletzt auch ihrem starken Willen. Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen, und obwohl sich im Mittelteil des Buches vielleicht die ein oder andere Länge ergibt, wird es doch nie zu trocken oder zu langweilig. Ich habe das Lesen sehr genossen und bin positiv überrascht von dieser Romanbiographie, die gekonnt das Leben einer bemerkenswerten Frau porträtiert. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

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Zum Inhalt: Die Ururgroßmutter des Autors ist eine starke Frau, die alles möglich auf sich nahm um Hebamme zu werden. Sie übte ihren Beruf mit Leidenschaft aus und hatte als Ziel, Frauen zu helfen. Die Geschichte zeigt aber auch, wie Hebammen arbeiteten, wie die Ururgroßmutter lebte und wie viel Frauen früher leisten mussten und dennoch kaum anerkannt wurden. Meine Meinung: Was muss das für eine starke Frau gewesen sein, die so für ihre Leidenschaft kämpfte! Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich finde der Autor hat seiner Ururgroßmutter schon eine Art Denkmal gesetzt, denn er hat einen Roman, eine Hommage über eine starke Frau geschrieben. Der Schreibstil hat mir auch gut gefallen. Was ich ein wenig bemängeln würde, ist das Cover. Es passt zwar zur Geschichte, würde mich aber in einer Buchhandlung niemals anspringen und das wird dem Buch einfach nicht gerecht. Fazit: Tolles Zeitzeugnis

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Hat mir gut gefallen, die Einblicke in die damalige Zeit, das tun und handeln. Gute Beschreibungen und angenehm zu lesen

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!ein Lesehighlight 2021! Klappentext: „Marta Kristine Andersdatter Nesje, die Ururgroßmutter des Autors, ging 1821 zu Fuß 600 km von der Westküste Norwegens nach Christiania, um Hebamme zu werden. Danach übte sie ihren Beruf fünfzig Jahre lang am Romsdalfjord aus und verfolgte beharrlich ihr Ziel, Frauen zu helfen – wobei sie lange gegen Misstrauen und Armut ankämpfen musste. Edvard Hoem lässt Marta Kristine mit enormer dichterischer Kraft hervortreten. Er erzählt feinfühlig von ihrer tiefen Liebe zu Hans, ihrem Lebensalltag mit elf Kindern und von den unzähligen Hebammenfahrten über den Fjord. Das Bild einer ganzen Epoche, einer Landschaft – und insbesondere des Hebammenberufs vor 200 Jahren – tritt atmosphärisch und detailgetreu hervor. Das Einfache dieses Lebens und die Zuversicht der Charaktere vermögen uns gerade heute besonders zu berühren.“ Dieses Buch entführt einen bewusst unbewusst in eine andere Zeit, in ein anderes Land zu völlig fremden Personen, die man aber dennoch versteht und die für ihren großen Traum kämpfen. Die Geschichte rund um Marta Kristine ist so extrem bildhaft beschrieben und so gut in die passenden Worte verpackt, dass ich dieses Buch in einem Rutsch gelesen habe. Die starken bildhaften Beschreibungen bieten eine enorme Atmosphäre und Kraft, das man als Leser komplett abtaucht. Die Landschaftsbeschreibungen sind ein Traum aber auch die zarte Beschreibungen der Seele von Marta Kristine, die doch nach außen so resolut und entscheidungsfreudig rüberkommen muss. Ihr Traum, der Berufung der Hebamme nachzukommen, sitzt so fest, das sie selbst eine sehr lange Strecke zu Fuß zurück legt um ihren Traum Form zu geben. Aber nicht nur das - mit ihrer Art gewinnt sie das Vertrauen der Frauen und sieht Dinge, die manchmal besser im Dunklen geblieben wären….Die Zeit ist keine leichte, schon gar nicht für eine Frau. Man schließt dieses Buch und ist so dermaßen erstaunt, was damals alles bereits möglich war, wie leicht aber auch einfach die Leute lebten und vergleicht mit dem Leben von heute. Diese Buch hallt mit enormer Stärke nach und muss erstmal verdaut werden. Ich hätte nie gedacht, das so eine besondere Geschichte hier drin verborgen ist. Ein echtes Lesehighlight 2021, das 5 von 5 Sterne verdient.

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Die Ururgroßmutter von Edvard Hoem war „Die Hebamme“ Marta Kristine Andersdatter Nesje. Alle Personen, über die hier zu lesen ist, haben tatsächlich gelebt, der Roman wurde auf Grundlage dokumentierter Fakten niedergeschrieben. Los geht es im Jahre 1800 - da war Marta Kristine sieben Jahre alt - mit einer stürmischen Bootsfahrt hinüber nach Nesje auf die andere Seite des Romsdalsfjords. Hier hatte ihr Vater ein Altenteilerhaus gekauft, das von nun an ihr Zuhause sein wird. So viel lieber ein Kerl wollte sie sein und Kinder möchte sie auch nie haben, es gibt so viele, die sterben, wenn sie ein Kind bekommen. So denkt die kleine Marta und doch wird sie mit ihrem Hans eine Stube voller Kinder bekommen. Marta ist nur eine Häuslertochter und für so eine stehen die Türen nicht offen. Hebamme möchte sie sein und so macht sie eine Ausbildung in Molde. Die Leute brauchen sie aber nicht, eine richtige Hebamme wäre sie erst, wenn sie sich in Christiania ausbilden lässt, also geht sie die 600 km zu Fuß, erfolgreich kehrt sie Monate später zurück um feststellen zu müssen, dass es trotzdem nicht leicht sein wird, die Frauen zu überzeugen. Die alten, festgefahrenen Rituale mischen immer mit, der Aberglaube tut ein Übriges, Zauberei und Hausmittelchen existieren Seite an Seite mit neuen Fortschritten der Geburtshilfe. Außerdem sind die meisten nicht mit Reichtümern gesegnet, viele können oder wollen sich eine Hebamme nicht leisten. Mit ganz großen Erwartungen habe ich angefangen das Buch zu lesen und bin nicht enttäuscht worden, es hat mich regelrecht hineingesaugt in diese Geschichte. Der Autor erzählt von Marta Kristine als siebenjährige und endet mit der Hebammen-Stina als alte Frau. Ein gelebtes Leben mit vielen Tiefen, aber auch glücklichen Momenten und Zeiten machen dieses Buch zu etwas ganz besonderem. Ein ausdrucksstarkes Porträt einer bemerkenswerten Frau, die nie aufgab, sich so vieles erkämpfen musste. Der eigentlich nüchterne Erzählstil fesselt dennoch ungemein. Einblicke in den kargen, arbeitsreichen Alltag, ihre Sorgen und Nöte sind sehr anschaulich geschildert. Nicht immer wurden alle satt, aber irgendwie war es immer zu schaffen. Zutiefst bewegt lege ich das Buch weg: Ein beschwerliches Leben im Norwegen vor 200 Jahren, das doch so reich war, voller Hindernisse aber auch voller Liebe. „Die Rechnung des Lebens geht nie ganz auf.“ Wie wahr! Ein so eindringliches Bild über das Leben am Fjord, der so beeindruckenden Landschaft und dazu der noch nicht etablierte Beruf einer Hebamme, inmitten einer kinderreichen Familie, sind es wert, gelesen zu werden.

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... und wenn's köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen Weitab von allem Hebammen-Kitsch und Erzählungen aus der vermeintlich guten alten Zeit lasst Edvard Hoem hier das Leben seiner Ururgroßmutter Marta Kristine lebendig werden. 1793 in ärmlichen Verhältnissen am norwegischen Romsdalsfjord geboren und aufgewachsen macht das aufgeweckte Mädchen später eine Ausbildung zur Hebamme. Doch ihr Beruf ist wenig anerkannt und ihre Dienste in der ländlichen Umgebung oft kaum gefragt. Und so kann ihr Verdienst letztlich nur wenig zum Unterhalt ihrer eigenen großen Familie beitragen und ihr Leben ist von harter Arbeit, vielen Entbehrungen und Schicksalsschlägen geprägt. Und doch ist es letztlich ein langes und gutes Leben, auf das Marta Kristine zurück blicken darf, in einer schwierigen Zeit. Es ist das Verdienst des Autors, dass er das harte Leben unserer Ururgroßeltern so realistisch und ungeschönt zum Leben erweckt: Kriege und das Fehlen der Männer zu Hause, die harte Arbeit im Rhythmus der Jahreszeiten und der ständige Überlebenskampf, kinderreiche Familien, die Bedrohung durch Krankheiten, und der Tod, dem vor allem schwangere Frauen und Gebärende oft näher waren als dem Leben. Und doch gab es Liebe, auch zwischen Ehepartnern, Fürsorge und Hilfe in der Familie, Freude an der Natur und das Glücksgefühl bei der Geburt eines gesunden Kindes. Ein Buch, das die Leser*innen durch seine schlichte und eindrückliche Erzählweise fesselt und lange nachwirkt.

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Sorgfältig recherchiert, lebendig erzählt, nahe an den historischen Figuren, aber ohne ihnen „heutige“ Denkweisen oder Gefühlswelten überzustülpen – das macht die Stärke dieses Romans aus. Der norwegische Autor Edvard Hoem hat in diesem Buch seiner Ururgroßmutter Marta Kristine Andersdatter Nesje (1793-1877) ein bewegendes und berührendes Denkmal gesetzt. “Hebammen-Stina”, wie sie genannt wurde, stammte aus einer einfachen Häusler-Familie. Doch ihr Vater, der Dorfschuster, schätzte seine unabhängige und willensstarke Tochter und unterstützte ihren Wissensdurst. Später besuchte sie sogar eine Hebammenschule und gehörte einer der ersten medizinisch ausgebildeten Generation von Frauen in diesem Beruf an, der lange noch mit Aberglauben und halbmagischen Praktiken verbunden war. Ihren Platz musste sie erst mühsam behaupten. In einem zweiten Erzählstrang geht es um ihre Liebe zu Hans, dem Mann, den sie sich schon als Kind erwählt hatte. Als traumatisierter Kriegsheimkehrer verfällt er immer wieder in Schwermut – doch “Hebammen-Stina” gründet mit ihm eine Familie und hält die 11 Kinder auch in bitterarmen Zeiten über Wasser. Die Geschichte einer starken Frau, die zupacken kann und mit großem Lebensmut alle Herausforderungen meistert, zugleich ein bilderreich gestaltetes und anhand historischer Quellen sehr gut ergründetes Stück Zeit- und Sozialgeschichte.

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Der Autor, Edvard Hoem, hat einen interessanten, flüssigen und spannenden Schreibstil. Die Protagonisten sowie die Umgebung sind gut dargestellt und bildhaft beschrieben. Man könnte meinen man steht daneben und erlebt alles hautnah mit. Im Jahr 1821, Marta Kristine Andersdatter Nesje geht von der Westküste Norwegens nach Christiania, sie möchte Hebamme werden. Sie verfolgt beharrlich ihr Ziel, schafft den Abschluss und kehrt in ihre Heimatstadt Romsdalfjord zurück und jetzt hilft sie dort den Frauen. Sie verliebt sich in Hans und bekommt 11 Kinder, sie kämpfen die Armut aber auch gegen Misstrauen. Um zu helfen befährt sie unzählige male den Fjord. Die körperlichen Strapazen von damals kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Die seelischen Leiden der Menschen genausowenig. Man musste damit auskommen was man hatte, aber irgendwie waren sie Menschen auch glücklich. Ein hartes Leben mit klaren Regeln, für alle, auch die Kinder mussten damals schon in jungen Jahren arbeiten, wenn man überleben wollte. Vor allem für die selbstbewusst und selbstständige Marta war es nicht leicht, aber sie hat es irgendwie geschafft über diesen steinigen Weg zu gehen. Aber der Beruf, Hebamme, er zeigt die Veränderung der Wissenschaft und Tradition, der Kampf zwischen wissen und glauben. Ein beeindruckender und biographischer Roman mit einer klaren Leseempfehlung.

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Dieses Buch ist eine Perle im großen Büchermeer. Edvard Hoern erzählt in klarer anschaulicher Sprache die Geschichte seiner Ahnin. Marta Kristine ist eine eigenwillige, starke und doch liebevolle und treusorgende Frau. In diesem Buch wird ihre Geschichte von der Häuslertochter zur angesehenen Hebamme erzählt. Sie ist eine Frau die trotz vieler Schicksalsschläge mit Würde durchs Leben geht. In diesem Buch bekommt man nicht nur Einblicke in Marta Kristines entbehrungsreiches Leben sondern auch die politische und wirtschaftliche Lage Norwegens am Anfang des 19. Jahrhunderts. Mich hat diese Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen und viel Stoff zum Nachdenken beschert.

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