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Buchcover für Aus anderem Holz

Aus anderem Holz

Roman | Longlist Deutscher Buchpreis 2026

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Erscheinungstermin 07.07.2026 | Archivierungsdatum N/A


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Zum Inhalt

Gegen Ende der Achtzigerjahre stürzt in einem italienischen Küstenort ein Friedhof ins Meer. Eine Urne, die an den Strand gespült wird, gibt ein Geheimnis preis: Der fünfundzwanzigjährige Pinò erfährt, dass sein Vater vor ihm schon einen anderen Sohn hatte. Als Pinò bewusst wird, dass er immer nur als Ersatz gedacht war, beginnt er die verschwiegene Vergangenheit seines Vaters zu erforschen. Doch dabei riskiert er, dass auch sein eigenes Geheimnis aufgedeckt wird. Die rätselhaften Merkmale seines Körpers drohen ihn zu verraten: Sein Bauchnabel fehlt, seine Stimme erzeugt keinen Widerhall, sein Atem hinterlässt in der Kälte keine Spur. Denn Pinò war nicht immer ein Mensch.

In »Aus anderem Holz« interpretiert Giuliano Musio den Pinocchio-Stoff neu. Aus der Puppe ist ein junger Mann geworden, aber das Menschsein ist ihm fremd geblieben. Ein Roman über die Last der Herkunft und die Sehnsucht nach Selbstbestimmung.

Gegen Ende der Achtzigerjahre stürzt in einem italienischen Küstenort ein Friedhof ins Meer. Eine Urne, die an den Strand gespült wird, gibt ein Geheimnis preis: Der fünfundzwanzigjährige Pinò...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783903422797
PREIS 26,00 € (EUR)
SEITEN 277

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Interessante Interpretation der Pinocchio-Geschichte
Als in einem kleinen italienischen Küstenort der Friedhof bei einem Erdrutsch ins Meer stürzt, löst dies eine Flut von Ereignissen aus, die das Leben von Pino auf den Kopf stellen. Er erfährt, dass sein Vater schon vor ihm einen Sohn hatte, der aber ums Leben kam. Pino fühlt sich als nicht genügender Ersatz, insbesondere weil er ein besonderes Geheimnis in sich trägt. Pino war eine Holzpuppe, die der Vater nach dem Abbild des ersten Sohnes geschnitzt hatte und die zu Leben erwacht ist. Um mehr aus der Vergangenheit zu erfahren, reist Pino mit seinem Vater in dessen alte Heimat, doch riskiert er dabei auch, dass sein Geheimnis ans Licht kommt.
Diese Neuinterpretation des Pinocchio-Stoffs ist sehr gelungen. Der Roman beschreibt sehr gut, die Gefühlswelt von Pino, der sich nach Liebe sehnt und danach in eine Gemeinschaft aufgenommen zu werden, der aber gleichzeitig an sich als Mensch zweifelt und Angst vor der Entdeckung hat. Aber auch die Atmosphäre in diesem Dorf ist sehr anschaulich beschrieben, der Zusammenhalt in dieser Gruppe, aber gleichzeitig auch das Misstrauen und die Ablehnung gegenüber allem, was neu und unbekannt ist.
Es ist ein wunderbares Buch darüber, was einen Menschen ausmacht und wie die Herkunft und die Erwartungen an einen den Lebensweg bestimmen können. Diese faszinierende Neuinterpretation beziehungsweise Weitererzählung der bekannten Geschichte von Carlo Collodi ist absolut zu empfehlen.

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Diese Neuerzählung des Kinderbuchklassikers "Pinocchio" begleitet die Mensch und erwachsen gewordene Marionette. "Pino" kehrt mit seinem alternden Vater Geppetto in dessen Heimatort zurück in der Hoffnung, seine Lebensgeister noch einmal zu wecken. Hier stößt er jedoch schnell auf Ungereimtheiten und vermutet, dass Geppetto Geheimnisse vor ihm hat. Ist Pino die Puppe ursprünglich nur ins Leben gerufen worden, um den Holzbauer über einen anderen Verlust hinwegzutrösten?
Und was soll Pino aus dem Leben machen, das ihm geschenkt wurde? Wie kann er den neugierigen Dorfbewohnern Geppettos Abwesenheit erklären?
Giusiano Musio geht ein spannendes Gedankenexperiment ein und holt den Kinderbuch-Star in den Roman für Erwachsene. Fragen zu Schuld, Wahrheit und dem Mensch-Sein werden in dieser Geschichte aufgeworfen.

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Sein drittes Leben

Mit Aus anderem Holz vom Luftschachtverlag hat es ein ungewöhnlicher Roman auf der Longlist des Deutschen Buchpreis 2026 geschafft. Es erzählt die Pinocchio-Geschichte neu bzw. fort.
Der aus Holz geschaffene Pino ist ein junger Mann, sein Vater Geppetto ist schwer krank, ein Pflegefall.
Pino findet heraus, dass sein Vater schon mal einen Sohn gehabt hat und macht sich auf die Suche. Dabei nimmt er praktisch die Rolle des anderen ein. Doch er bleibt lange orientierungslos und muss seine wahre Identität verstecken. Das belastet z.B. die Beziehung zu Carla, die die Kinderfreundin des Pinuccio war und Pino für ihn hält.
Es scheint auch weitere Geheimnisse der Vergangenheit zu geben.

Die Handlung ist in den Achtziger Jahren angesiedelt und zusammen mit dem italienischen Schauplatz ergibt das einen für mich ganz ungewohnten Erzählton.
Der Leser ist stets dicht an Pino und dessen Gedanken. Eine leichte Melancholie durchzieht das sorgfältig gemachte Buch.

Manches bleibt mir rätselhaft, zum Beispiel der symbolhafte Schluß.
Die Chancen für die Shortlist mögen nicht hoch sein, aber vielleicht gibt es eine Überraschung.

4 stars
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Es wäre eine Sensation, wenn der Mini-Indieverlag Luftschacht aus Wien, der mehr oder weniger aus einer einzigen Person besteht, sich den Deutschen Buchpreis 2026 unter den Gürtel schnallen würde.

„Aus anderem Holz“ nimmt eine der berühmtesten italienischen Märchenerzählungen als Ausgangspunkt, „Pinocchio“. Carlo Collodi, Autor dieses ausgesprochen weirden pädagogischen Entwicklungsromans, dessen Hauptfigur wirklich jede*r kennt, wurde vor 200 Jahren geboren. Giuliano Musio, selbst schweizerisch-italienischer Herkunft, erzählt von der Zeit nach der Menschwerdung der hölzernen Puppe. „Aus anderem Holz“ würde ich moderner als Coming-Age-Roman bezeichnen und als eine Befreiung von der Schwarzen Pädagogik.

Eine toskanische Kleinstadt im Jahr 1988: ein Friedhof rutscht von einer Klippe, ein alter Mann springt hinterher. Giuseppe „Geppetto“ Fabbri kann gerettet werden, aber er ist ein Pflegefall. Geppetto spricht nicht mehr, sitzt vor dem Fernseher, während sein 25-jähriger Sohn Pinò für ihn sorgt.

Geppetto bewahrt seine Geheimnisse. Aber manche kommen trotzdem ans Licht: so taucht die Urne seines ersten Sohnes Pino mit ihm im Meer auf. Dadurch erfährt Pinò zum ersten Mal von seinem Bruder. Und kann nicht anders, als sich ständig mit ihn zu vergleichen. Pinó, dessen hölzerner Körper vor 13 Jahren durch die Gnade einer katholischen Heiligen zu einem aus Fleisch wurde, fühlt sich steif, hat Schmerzen, hat Angst, diesen menschlichen Körper wieder zu verlieren.

Der Sohn packt seinen Vater ein und zieht mit ihm in den Norden, in das kleine Dorf Faragno in der Nähe von Bergamo. Dort lebte Geppetto einst mit seiner Frau und seinem ersten Sohn. Im Dorf wird Pinò für seinen verstorbenen Bruder gehalten. Äußerlich gleicht er Pinuccio, doch muss er ungewöhnliche Merkmale verbergen, nachdem sein Versuch, die Wahrheit zu sagen, missverstanden wird: Pinòs Stimme erzeugt kein Echo und ihm fehlt ein Bauchnabel. Auch die Dorfbewohner verbergen einige Dinge, während Pinò mit sehr menschlichen Gefühlen ringt: Scham, Selbstekel, Lust.

An Musios Neuerzählung ist nicht viel märchenhaftes: dies ist die Geschichte einer Befreiung, vieler Befreiungen. Wie alle jungen Menschen muss sich Pinò beim Erwachsenwerden mit mächtigen Kräften auseinandersetzen: einem gewalttätigen Vater, den seinem katholischen Glauben inherenten Schuldgefühlen, mit Körperdysmorphie, dem italienischen Faschismus und den Roten Brigaden.

Einige Schwerpunkte, einige Figuren in „Aus anderem Holz" hätte ich mir anders gewichtet gewünscht (die für mich unnötige Misogynie der Rolle der Roberta, die Betonung des Terrorismus von links in einer zutiefst faschistischen Umgebung).

Nach einem fulminanten Einstieg und einer sehr langsam erzählten ersten Hälfte, war ich vom zweiten Teil des Buches, der fast ein bisschen wie ein Mystery-Thriller daherkommt, absolut gefesselt.

„'Ich bin nicht Pinuccio.'“

4 stars
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Pinò pflegt und betreut seinen betagten Vater, der nach einem "Unfall" nicht mehr derselbe ist. Pinò entdeckt nach und nach, dass sein Vater Geheimnisse vor ihm hat und geht denen auf die Spur. Pinò selbst ist auch ein Geheimnis, ihm fehlt der Bauchnabel und er fürchtet, dass die ganz kalten Wintertage ihn verraten...

Von der ersten Seite an hat mich die Story gepackt. Ich wollte unbedingt wissen, was der Vater dem Pinò alles verheimlicht. Zwischenzeitlich fast ein bisschen "Thriller". Speziell gefallen hat mir auch die Entwicklung des Poesie Albums. Einfach genial von Anfang bis Ende!

5 stars
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