Wir werden Wind ernten
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Erscheinungstermin 13.07.2026 | Archivierungsdatum 02.08.2026
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Zum Inhalt
Staalesens bewegender und kompromissloser 17. Roman mit dem Privatdetektiv Varg Veum spielt im Jahr 1998 in Bergen, Norwegen. Varg Veum sitzt am Krankenbett von Karin Bjørge, die er kürzlich um...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Paperback |
| ISBN | 9783910918528 |
| PREIS | 17,00 € (EUR) |
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Der norwegische Privatermittler Varg Veum wird von seiner langjährigen Lebensgefährtin Karin Bjørge um Ermittlungen im Vermisstenfall Mons Mæla gebeten. Er und Karin kennen sich seit Veums Tätigkeit beim Jugendamt, wurden jedoch erst viel später ein Paar. Mons, Bauunternehmer und der Ehemann von Karins Freundin, war aktuell mit dem Konflikt um eine geplante Windparkanlage befasst, die sein Unternehmen errichten sollte. Durch die Suche nach Mons unmittelbar vor der Entscheidung über das Projekt wird das Verschwinden seiner ersten Frau vor Jahren erneut Gesprächsthema. Pikanterweise ist in den Konflikt auch ein pensionierter Polizeikommissar verwickelt, der die für das Projekt entscheidenden Grundstücksverkäufe mit beurkundet hat. Im dörflichen Milieu der Insel, wo offenbar jeder mit jedem verwandt oder verbunden ist, verbeißt Veum sich in denkbare Motive. Er fragt sich, wer Geld hat, wer Geld benötigt, wer das Bauprojekt unterstützt, wer es ablehnt und wie Mons zweite (Patchwork-) Ehe funktioniert hat. Spannung erzeugt Gunnar Staalesen mit eingeworfenen düsteren Andeutungen, bei denen man sich als Leser fragt, ob der Detektiv mit knapp 60 Jahren den Herausforderungen des Falls überhaupt noch gewachsen ist. Veum, der sich unbeirrt herumprügelt, ist circa in Staalesens Alter, sein exaktes Alter wird erst zum Ende des Romans enthüllt.
Fazit
Der Roman illustriert das zeitlose, norwegentypische Thema, dass man Landschaft nicht zugleich ausbeuten und als Erholungsraum für Menschen genießen kann. Damit ist der 17. von 20 Varg-Veum-Bänden ein sozialkritischer Krimi–Klassiker (erschienen 2010) mit alterndem Ermittler, in dem es neben dem ungelösten Cold Case darum geht, in wessen Tasche am Ende das Geld klingen wird.
4 1/2 Sterne
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Serieninfo: Band 17 von 20
Dieser Roman ist ein stiller Schlag in die Magengrube: Die Mischung aus persönlicher Schuld, drohender Katastrophe und kleinstädtischer Verstrickung macht die Geschichte unmittelbar und beklemmend. Varg Veum sitzt am Krankenbett von Karin Bjørge, die er kürzlich um ihre Hand gebeten hat. Die beiden lernten sich 1971 kennen, als Karins 14-jährige Schwester verschwand. 1987 wurden sie ein Paar. Karin schwebt nun in Lebensgefahr und Varg gibt sich die Schuld daran. Karin bat Varg einer Freundin bei der Suche nach ihrem verschollenen Ehemann Mons Mæland zu helfen. Mons, ein Bauunternehmer, verschwand wenige Tage vor einer Machbarkeitsstudie für einen Windpark auf der Insel Brennøy. Wenn aus der Suche nach einem verschwundenen Bauunternehmer ein Geflecht aus Umweltkonflikten, religiösem Fanatismus und schmutziger Geschäftspraxis wird, zeigt Staalesen sein Gespür für die dunklen Risse moderner Gesellschaften. Besonders eindrücklich ist, wie er grosse Themen Ökologie, Gier, Ideologie in intime, menschliche Schicksale übersetzt; das macht die Bedrohung greifbar. Die Rückblenden sind geschickt gesetzt, die Figuren bleiben trotz des komplexen Geflechts klar konturiert, und die Szene, in der die erste Leiche auftaucht, ist tatsächlich eine der stärksten, die man im skandinavischen Krimi lesen kann. Für mich ein Roman über Liebe, Rache und die Sehnsucht nach Gerechtigkeit.
Meike S, Rezensent*in
Die Spuren so weitgestreut
Varg Veum der eigensinnige Privatermittler wird von seiner Freundin Karin um Hilfe gebeten. Der Mann einer Freundin ist verschwunden und Varg soll helfen ihn zu finden. Mons der erfolgreiche Unternehmer und Windkraftbefürworter ist nicht unumstritten. Er hat Neider, Feinde und viele Gegner, die ihm und seinem Unternehmen schaden könnten. Keine leichte Suche für Veum, er gerät zwischen die Fronten, eckt mit seiner Art an und wird selbst bedroht. Doch er ermittelt unerschrocken weiter, ohne Gnade und immer der Wahrheit auf der Spur.
Der unnachgiebige und clevere Varg Veum hat so seine eigenen Methoden. Er ist akribisch, penetrant und lässt niemals locker. Er schert sich um keine Verbote und macht sogar manchmal der Polizei etwas vor. Davon lebt diese Krimireihe und die Geschichte kann durch Spannung, eine kluge facettenreiche Handlung und die charakterstarken, so gegensätzlichen Protagonisten durchaus überzeugen.