Giftige Blüten
Der Capri-Krimi
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Erscheinungstermin 25.03.2026 | Archivierungsdatum 08.05.2026
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Zum Inhalt
Die junge Lina Verde sucht an den rauen, steilen Hängen von Capri nach einer seltenen Orchidee. Kurz darauf findet Fischer Zeno ihren leblosen Körper. Er behauptet, Lina und er seien ein Paar gewesen, kennt aber nicht einmal ihre Adresse. Hat er sie getötet? Zeno ist ein notorischer Lügner, bei Touristinnen gibt er den Capri-Fischer zum Anfassen. Rizzi und Cirillo trauen ihm alles zu, doch ein Parfumeur bringt sie auf eine neue Spur. Hat Lina wirklich nur eine Blume gesucht?
Die junge Lina Verde sucht an den rauen, steilen Hängen von Capri nach einer seltenen Orchidee. Kurz darauf findet Fischer Zeno ihren leblosen Körper. Er behauptet, Lina und er seien ein Paar...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783257301175 |
| PREIS | 18,00 € (EUR) |
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Durchschnittliche Bewertung von 21 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Regine F, Buchhändler*in
Eine junge Lina Verde wird auf Capri von ihrem Verlobten ins Krankenhaus gebracht. Er behauptet, sie leblos im Wald gefunden zu haben. Da sie oft nach Blüten zur Parfumherstellung auf der Suche war, sieht es nach einem Unfall aus.
Aber für die örtlichen Polizisten Rizzi und Cirillo gibt es zu viele Unstimmigkeiten und sie bestehen auf weiteren Abklärungen. Diese führen sie zu einer bekannten Parfumherstellerin, bei der Lina in Ausbildung war. Aber war Lina vielleicht einer Sensation auf der Spur und musste daher ausgeschaltet werden?
Ein neuer, spannender Fall für Rizzi und seine Kollegin Cirillo, bei dem man diesmal viel über Parfumherstellung lernen kann. Wer, so wie ich, Capri nicht kennt, kann es hier erleben!
Auch dieser Band enttäuscht nicht, es ist die perfekte Lektüre für die Frühlingszeit. Man fühlt sich sofort auf Capri und mir gefällt insbesondere, wie quasi beiläufig Land, Leute und Küche einfließen. Dieser Fall hängt mit einer jungen Frau zusammen, die eine spezielle Begabung für Gerüche hat. Sie möchte bei einer berühmten Parfümdesignerin in die Lehre gehen und ihren, "den einen" Duft kreieren.
Wie immer werden die Charaktere vortrefflich beschrieben, man sieht sie fast lebendig vor dem eigenen Auge. Es ist einfach schöne Unterhaltung, ich bin Fan.
Buchhändler*in 516281
Obwohl es schon der 7. Band dieser Reihe ist, war es für mich das erste Buch mit den beiden Polizisten Rizzi und Cirillo.
Der Schreibstil von Luca Ventura hat mir ausgezeichnet gefallen und auch die Art, wie er den Fall aufrollt und löst.
Es ist ein ruhiger Krimi mit schönen Landschaftsbeschreibungen und Personen, bei dem man gut miträtseln kann.
Und wieder hat mich Luca Ventura überzeugt
Ich habe mich schon sehr auf das neue Buch gefreut und war schon sehr gespannt, womit sich die beiden Polizisten Rizzi und Cirillo dieses Mal beschäftigen werden. Und so beginnt auch dieser siebte Teil der Reihe wieder sehr spannend. Die junge Lina ist Praktikantin als Parfümeurin in dem weltbekannten Unternehmen der Elena Moretti, die das einzigartige Parfüm „Unisex“ herausgebracht hat. Sie wandert weit abseits im Parcours Astarita, auf der Spur einer seltenen Orchidee. Und hier geschieht das Unfassbare, sie kommt zu Tode. Genickbruch wird diagnostiziert und Rizzi und Cirillo fangen an zu ermitteln, denn ins Krankenhaus wurde sie von Zeno auf den Händen tragend gebracht. Dieser teilt mit er sei ihr Verlobter, unfassbar, denn Zeno und sein Bruder sind undurchsichtig und passen so gar nicht zu Lina, u.a. als drogenhandelnd bekannt und Touristenführer mit ihrem Schiff. Die beiden Polizisten werden also hellhörig.
Und so beginnt Luca Ventura den Krimi zu entfalten. Spuren gibt es wieder sehr viele und in ganz unterschiedliche Richtungen. Auch geht es wieder nach Neapel zur dortigen Polizei, ebenso wie in die Welt der Parfümeure. Auch die Herstellung von Parfüm wird ein wenig erklärt, was ich sehr faszinierend fand. Aber ebenso haben mich neben den schönen Beschreibungen der Insel mit ihrer wundervollen Natur und der Stadt auch wieder die persönlichen Seiten der beiden Polizisten interessiert. Dieses Mal wird ein wenig mehr von Rizzi und seiner Familie erzählt, was toll war. Zudem mag ich Rizzi‘s Charakter und die Unterstützung seiner Frau in der Politik. Da kann ich nur sagen: weiter so Rizzi und Gina. Insgesamt ein toller Fall, der durch seine vielseitigen Spuren und Verstrickungen, nicht nur spannend, sondern auch Spaß beim Miträtseln gemacht hat. Auf den Täter bin ich nicht gekommen und die Auflösung hat mich zufrieden den Roman beenden lassen. Ich kann auch den neuen Fall von Luca Ventura sehr empfehlen, insbesondere an Leser, die neben schönen Landschafts- und Personenbeschreibungen auch einen Krimi, der spannend, aber eher in einem langsameren Tempo, jedoch immer fortschreitend daher kommt, lesen möchten.
Marion S, Journalist*in
Eine junge Frau, die auf Capri ein Praktikum als Parfümeurin macht, wird tot aufgefunden. Die Todesursache ist unklar. Aber Rizzi und seine Kollegin Cirillo ermitteln trotz der Einwände ihres Vorgesetzten. Der angebliche Verlobte des Opfers ist ein inselbekanntes Rauhbein, die Chefin der jungen Lina eine ziemlich undurchsichtige Person. Auch privat tut sich bei den Protagonisten einiges. Die Lebensgefährtin von Rizzi will in die Lokalpolitik und Cirillo versucht immer noch, ihr Verhältnis zu ihrem Sohn zu beleben und auf der Insel heimisch zu werden.,
Das gute Essen und die frühlingshafte Atmosphäre auf Capri machen zwar gute Laune, aber die Krimihandlung schleppt sich recht mühselig und langsam dahin.
Buchhändler*in 404907
Ich freue mich immer auf meinen alljährlichen Luca Ventura und er hat mir auch diesmal wieder gut gefallen. Der Autor hat erneut einen interessanten Fall spannend inszeniert, diesmal in der Welt der Düfte, eine knifflige Herausforderung für Rizzi und Cirillo, die mal wieder ohne offiziellem Auftrag ihres Chefs Lombardi einfach losermitteln. Der Rest lässt sich ja später irgendwie klären.
Die frühlingshafte Atmosphäre von Capri, in die der Autor einen fast spürbar eintauchen lässt, tut einfach gut. Der angenehme Schreibstil genau wie die gut getroffenen lebendigen Charaktere lassen einen durch die Seiten fliegen bis zum überraschenden Ende. Ich habe es genossen.
Zum Inhalt:
Fischer Zeno findet den leblosen Körper der jungen Kina, die auf der Suche nach einer seltenen Orchidee war. Er behauptet, er und Lina seien ein Paar gewesen, allerdings weiß er nicht mal, wo sie überhaupt gewohnt hat. Doch hat er sie auch getötet? Er gilt als begnadeter Lügner, gerade bei Touristen mimt er den Capri-Fischer. Rizzi und Cirillo trauen ihm alles zu, Doch dann gibt es einen weiteren Hinweis.
Meine Meinung:
Ich glaube, das war mein erster Roman um das Duo Rizzi und Cirillo, aber bestimmt nicht mein letzter, denn der Krimi hat mir richtig gut gefallen. Der Schreibstil war sehr angenehm und gut lesbar und die Story hat eine schöne Spannungskurve und sorgte auch für die ein oder andere Wendung, die ich nicht so habe kommen sehen. Interessant fand ich auch die Geschichte rund um die Entwicklung von Düften. Die Charaktere fand ich gut ausgearbeitet und auch die Landschaft gut vorstellbar.
Fazit:
Hat mir gut gefallen
Cornelia L, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Ich kann auch den neuen Fall von Luca Ventura sehr empfehlen, insbesondere an Leser, die neben schönen Landschafts- und Personenbeschreibungen auch einen Krimi, der spannend, aber eher in einem langsameren Tempo, jedoch immer fortschreitend daher kommt, lesen möchten.
Die junge Lina Verde begibt sich auf Capri auf die Suche nach einer seltenen Orchidee und wird wenig später tot aufgefunden. Ein Fischer namens Zeno gerät schnell unter Verdacht, wirkt jedoch wenig glaubwürdig. Während der Ermittlungen stoßen Enrico Rizzi und Antonia Cirillo auf neue Hinweise, die zeigen, dass hinter Linas Aufenthalt mehr steckte als nur die Suche nach einer Blume.
„Giftige Blüten“ von Luca Ventura ist ein rundum gelungener Kriminalroman, der Spannung, Atmosphäre und mediterranes Flair auf wunderbare Weise miteinander verbindet. Von der ersten Seite an zieht die Geschichte seine Leser*innen in ihren Bann und entführt sie auf die malerische Insel Capri, deren Schönheit und Geheimnisse hier eindrucksvoll eingefangen werden.
Der Fall rund um die junge Lina Verde ist packend konstruiert und lebt von geschickten Wendungen sowie einer stetig steigenden Spannung. Besonders reizvoll ist dabei das Spiel mit Verdächtigen und falschen Fährten – nichts ist so, wie es zunächst scheint. Die Ermittlungen von Enrico Rizzi und Antonia Cirillo sind dabei nicht nur spannend, sondern auch menschlich und nahbar erzählt. Die beiden sind ein Ermittlerteam, das mir besonders gut gefällt. Während Rizzi mit seiner ruhigen, bodenständigen Art und seiner tiefen Verbundenheit zur Insel überzeugt, punktet Cirillo mit Scharfsinn, Energie und einer angenehmen Hartnäckigkeit. Ihr Zusammenspiel wirkt authentisch und lebendig, und auch ihre persönlichen Facetten verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Darüber hinaus begeistert der Roman mit seiner detailreichen und bildhaften Sprache. Die Beschreibungen der Landschaft, der Düfte und der besonderen Atmosphäre Capris machen das Lesen zu einem kleinen Kurzurlaub. Gleichzeitig gelingt es dem Autor, ernste Themen wie Gier, Täuschung und menschliche Abgründe sensibel einzubinden.
„Giftige Blüten“ ist der bereits siebte Fall für Rizzi und Cirillo und weit mehr als ein klassischer Krimi – es ist eine atmosphärische Reise, ein klug erzählter Spannungsroman und ein liebevoll gezeichnetes Inselporträt. Absolut empfehlenswert für alle, die atmosphärische Krimis mit besonderem Setting schätzen.
Maria H, Rezensent*in
Giftige Blüten“ von Luca Ventura ist ein sehr gut gelungener Kriminalroman. Der Roman ist von Anfang an spannend und der Erzählstil ist sehr bildhaft. Als Leser kann ich mir die malerische Insel Capri gut vorstellen. Insgesamt ein Krimi voller Spannung und guter Unterhaltung, den ich sehr gerne gelesen habe und auch gerne weiterempfehle.
Jacqueline M, Buchhändler*in
Im neuen Fall der Krimireihe von Luca Ventura geht es um besondere Blüten und und ihre Düfte. Aus einer seltenen Orchidee auf Capri benötigt die junge Lina den Duft für ein außergewöhnliches Parfüm. Doch es wird ihr nie gelingen, denn sie wird tot aufgefunden. Ein Mord?
Ritzi und Cirillo verfolgen verschiedene Spuren und lassen uns dabei gleichzeitig teilhaben an der Insel-Atmosphäre. Am Leben der Menschen, am Essen, an einer Fahrt mit der Fähre nach Neapel und wieder zurück. Es ist also gleichzeitig wie ein kleiner Trip auf diese wundervolle italienische Insel. Ich werde nie aufhören, die Capri-Krimis von Luca Ventura zu lesen! Schon jetzt freue ich mich auf den nächsten Fall, wenn Ritzi und Cirillo erneut ermitteln.
M C, Buchhändler*in
Ein feiner Capri-Krimi mit bewährten Protagonisten. Auch diesmal ist Luca Ventura ein schöner Sommerkrimi gelungen, der einen tief eintauchen lässt in Stimmung und Natur auf Capri, gewürzt mit einem interessanten und spannenden Fall - hat Spaß gemacht!
Buchhändler*in 920508
Auf Capri wächst eine einzigartige Orchidee, und auf der Suche danach als Zugabe zu einer ganz besonderen Duftkompsition, stirbt eine aufstrebende junge Parfumeurin.. Rizzi erwischt einen jungen Fischer mit ihrer Leiche, er behauptet ihr Verlobter zu sein und sie gefunden zu haben. Aber er ist bekannt als Lügner und Phantast. Bis sich die Fäden zusammenfügen entsteht ein toller Capri Krimi zum Mitfiebern.
Buchhändler*in 1980467
Sehr gelungene Darstellung der Insel Capri; bringt "Urlaubsfeeling".
Handlung ist im stetigen Aufbau geschrieben, Inhalt setzt mehr auf Spannung als Action.
Sehr guter Urlaubs- Krimi.
Bibliothekar*in 580026
Wieder ein leichter Krimi von der schönen Insel Capri. Man spürt den Sommer, die Hitze, das Temperament der Italiener - und verfolgt mit Kommissar Rizzi und seiner Kollegin Cirillo verschieden Spuren bei der Lösung ihres neuen Falles. Denn diesmal geht es um Mord.
Spannend und unterhaltsam, perkeft für den Urlaub!
Buchhändler*in 1024790
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es von Anfang an spannend und packend war. Die Geschichte rund um den geheimnisvollen Tod von Lina Verde hat sofort meine Neugier geweckt. Besonders interessant fand ich die vielen offenen Fragen und Verdächtigungen rund um Zeno. Beim Lesen wollte ich immer wissen, wie es weitergeht und wer wirklich die Wahrheit sagt. Die Handlung bleibt spannend und sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Auch die Atmosphäre auf Capri wurde sehr lebendig beschrieben und macht die Geschichte noch interessanter. Die verschiedenen Wendungen haben mich überrascht und die Spannung bis zum Schluss erhalten. Besonders gefallen hat mir, dass immer neue Hinweise auftauchen und man miträtseln kann. Das Buch macht richtig Lust am Lesen und bleibt durchgehend interessant. Insgesamt ist es ein sehr gelungener und spannender Krimi.
Sommerzeit – Reisezeit – Lesezeit. In meiner literarischen Sommerserie stelle ich Ihnen jede Woche einen spannenden Krimi vor, der Sie an einen besonderen Ort entführt. Dabei erleben Sie Regionen, die wir sonst nur als Touristen kennen, aus der Perspektive der Einheimischen. Sechs Wochen, sechs Bücher, sechs Reiseziele – vom Mittelmeer bis an den Atlantik, von der einsamen Insel bis in den touristischen Hotspot. Heute geht es nach Capri. Hier ermittelt bereits zum siebten Mal Enrico Rizzi, Agente di Polizia auf Capri und ein echter Caprese. Er kennt alle und jeden auf der Insel, spielt Trompete in der Insel-Blaskapelle und hilft seinem Vater Vito in der kleinen Landwirtschaft. Für die Aussensicht auf das Inselleben sorgt sein Sidekick, Antonia Cirillo, die aus Bergamo zum Polizeiposten auf Capri strafversetzt wurde. Die kühle Norditalienerin tappt in der siebten Folge nicht mehr ganz so häufig ins Fettnäpfchen auf Capri, ermöglicht aber immer noch die Aussenperspektive auf die Insulaner. Diesmal dreht sich der Krimi um einen Mord an einer angehenden Parfümeurin: Lina Verde, die hochbegabte Schülerin in der berühmten Parfüm-Manufaktur, bricht in einer einsamen Bucht zusammen. Das bietet Luca Ventura die Gelegenheit, uns in die Gerüche und Düfte von Capri einzuführen. In meinem 312. Buchtipp sage ich Ihnen, warum sich die literarische Reise nach Capri lohnt.
Die Insel Capri im Golf von Neapel ist einer der Sehnsuchtsorte der Weltliteratur: Goethe, Rilke, Thomas Mann – alle waren sie auf Capri und haben in den höchsten Tönen von der Insel geschwärmt. Rilke soll sogar gesagt haben, wenn er nicht auf Capri gewesen wäre, hätte er die Insel erfinden müssen. Kaiser Tiberius regierte von Capri aus elf Jahre lang das Römische Reich (26–37 n. Chr.). Die Villa Jovis auf dem Gipfel erinnert bis heute daran. Luca Ventura kehrt dieser Glanzseite der Insel den Rücken: Er zeigt Capri aus der Perspektive der Einheimischen, der Fischer, der Polizisten, der Landwirte. 13’000 Bewohner hat die Insel, sie empfangen in der Sommersaison jeden Tag über 30’000 Tagestouristen.
In der neusten Folge seiner Krimi-Reihe geht es um den Tod einer Parfumeurin. Wenn Sie jetzt an «Das Parfum» von Patrick Süskind denken, den berühmtesten Parfüm-Kriminalroman der Literaturgeschichte, liegen Sie völlig falsch. Bei Süskind tötet Grenouille, der Parfümeur, um in den Besitz von Düften zu gelangen. In «Giftige Blüten» von Luca Ventura ist es genau umgekehrt: Die Parfümeurin ist das Opfer, weil sie dem perfekten Duft auf der Spur ist. Nur in einem Punkt ähneln sich die beiden Romane: Ein Parfüm wird zum Mordmotiv. Beide Bücher verneigen sich vor der olfaktorischen Magie der Düfte.
Der Roman beginnt damit, dass Lina Verde bei Sonnenaufgang durch das Maquis von Capri klettert. Sie ist Parfümschülerin und trainiert ihren Geruchssinn systematisch mit Salz, Magnesium, Myrte, Thymian, Salbei und Eukalyptus. Ihre Lehrerin, die Parfümeurin Elena Moretti, hat ihr beigebracht, dass sie sich eine Blume als Musikinstrument vorstellen soll. Der Duft der Blüte sei wie der Klang eines Instruments. Je mehr Instrumente und Klänge eine Komponistin kenne, umso brillanter würde ihre Symphonie werden. Genauso verhalte es sich mit Düften und Parfümkompositionen. Lina sucht deshalb nach der seltenen Orchideenart, die nur kurz im Frühjahr blüht. Sie klettert in eine einsame Bucht hinunter, als ein Schatten auf ihr Gesicht fällt …
Wenig später trägt Zeno Basile, ein bekannter Aussenseiter und Lügner, die bewusstlose Lina Verde auf den Armen durch die Innenstadt zum Krankenhaus Capilupi. Sie stirbt kurz darauf. Zeno behauptet, sie sei seine Verlobte gewesen und habe leblos in der Bucht von Lo Capo gelegen. Er kennt jedoch nicht einmal ihre Adresse.
Enrico Rizzi arbeitet an seinem freien Tag im Garten seines Vaters: Er jätet Bambus. Eine anstrengende Arbeit. Er ist mit der dreirädrigen Ape auf dem Rückweg, als der Verkehr plötzlich stoppt.
[[Zuerst dachte er, am Kreisverkehr würde eine Filmszene gedreht, wie es ab und zu vorkam. Ein Mann ging breitbeinig wie ein Sheriff, umringt von Menschen, die Straße hinunter, die zum Krankenhaus Capilupi führte. Die Aufregung schien mit der Frau zu tun zu haben, die der Mann auf dem Arm trug, wie ein Bräutigam seine Braut, und dabei aussah, als wäre er der Messias persönlich. Vielleicht lag es an dem bunten Tuch, das er um seinen Kopf geschlungen hatte, oder an seiner heroischen Haltung oder an der Menschentraube um ihn herum oder an allem zusammen, dass die Szene etwas beinahe Biblisches hatte.
Der Messias war niemand anderes als Zeno Basile. Rizzi hätte es sich denken können. Wo immer Zeno oder sein Bruder Lello auftauchte, gab es früher oder später Ärger: Vandalismus, Diebstahl und auch Schlägereien, ohne dass sich hinterher immer ermitteln ließ, was eigentlich genau zu diesen Gewaltausbrüchen geführt hatte.
Das Gesicht der Frau auf Zenos Armen war nicht zu erkennen. Menschen mit Handykameras drängten sich davor und versperrten Rizzi die Sicht.
«Entschuldigung», sagte er immer wieder, aber ohne Uniform besaß er wenig Autorität. «Machen Sie bitte Platz.»
Als er es endlich geschafft hatte und bis auf wenige Meter herangekommen war, glaubte er zu verstehen, was die Menschen so faszinierte: Das Kleid war von der Schulter gerutscht, die nackte Brust entblößt und das Bild verrucht. Hatte die Frau zu viel Alkohol getrunken oder Drogen genommen? Oder hatte Zeno ihr irgendein Zeug verabreicht? Ohne daran zu denken, dass Substanzen in einer Menge, die für ihn bewusstseinserweiternd wirken mochten, andere Menschen bewusstlos machten? Ihre Arme hingen leblos herab, und ihr Kopf wackelte bei jedem Schritt, den Zeno mit ihr auf dem Arm machte. Sein Gesicht war dunkelrot vor Anstrengung, und bei den Tropfen, die über seine Wangen rannen und in seinen Bartstoppeln glitzerten, handelte es sich nicht nur um Schweiß. Rizzi konnte fast nicht glauben, was er sah: Der Mann, der sonst ohne Mitleid immer kräftig austeilte und glaubte, nichts und niemand könne ihm etwas anhaben, weinte und zeigte eine Seite, die Rizzi so noch nie an ihm gesehen hatte.|18]]
Die Szene illustriert die Schreibweise von Luca Ventura: Er nimmt die subjektive Perspektive von Enrico Rizzi ein – manchmal auch die von Antonia Cirillo – und erzählt fast filmisch präzise. Man merkt dabei, dass er Capri, die Inselwelt und ihre Bewohner, gut kennt. Sein Capri sieht nicht einfach gut aus wie auf einer Postkarte, es riecht und schmeckt auf jeder Seite des Buchs nach der Insel.
Weil im Zentrum des neuen Romans eine Parfümeurin steht, gilt das diesmal ganz besonders. Es riecht nach Myrte und Thymian, nach Cappuccino und mit Puderzucker bestäubtem Cornetto, nach feuchter Erde und gebratenem Knoblauch, nach würziger Tomatensauce, nach frisch gebackenem Brotteig und nach geschmolzenem Käse. Es ist deshalb keine Überraschung, dass es ein Duft ist, der die beiden Polizisten auf die richtige Spur bringt.
Die Hauptrolle im Krimi spielt aber die Insel Capri. Luca Ventura vermittelt uns die Insel in doppelter Perspektive: Antonia Cirillo sieht Capri mit den Augen der Norditalienerin, quasi von aussen:
[[Cirillo betrat einen Wohnraum, der sich entlang einer Glasfront über die gesamte Breite des Hauses erstreckte. Die Schiebetüren standen offen, und ein weißer Vorhang bauschte sich im Luftzug. In das Geräusch der Brandung mischten sich die Klänge von Klavier und Streichern, klassische Musik, die sich schwermütig anhörte. Cirillo ging auf quietschenden Sohlen über bunte Fliesen, magisch angezogen von dem Blick, der ihr fast den Atem raubte.
In milchiger Ferne ragten die Faraglioni-Felsen aus dem Wasser, die in ihrer stillen Erhabenheit unwirklich schienen, ein Kunstwerk der Natur, und Cirillo dachte, wenn sie das Glück und Privileg hätte, hier zu wohnen, in diesem Haus, mit einem solchen Blick, würde sie wahrscheinlich immer nur auf diese Felsen starren und denken, dass man es im Leben zu nichts Besserem mehr bringen konnte.|153]]
Enrico Rizzi sieht Capri mit den Augen des Einheimischen. Klar liebt auch er die Faraglioni-Felsen und den Anblick des türkisblauen Meeres. Noch lieber sind ihm aber seine Zitronen, Orangen und Pfirsiche:
[[Rizzi schaute dem Auspuff und der blauen Wolke hinterher und ließ seinen Blick weiter über die Gemüsebeete wandern, die frisch aufgeworfene Erde und die Weinreben, die begannen auszutreiben. In der Ferne, zwischen den Wipfeln der Pfirsich- und Orangenbäume, glitzerte das Meer, und Rizzi durchströmte ein Glücksgefühl. Es war nicht nur die Schönheit dieses Ortes, die ihn berührte, sondern auch die Tatsache, dass er hier in den Gärten Seite an Seite mit seinem Vater unter Zitronen- und Orangenbäumen arbeitete, die teilweise noch von seinem Groß- und Urgroßvater gepflanzt worden waren und deren Früchte sie heute noch ernteten. Wie auch sein Nachkomme sie hoffentlich noch ernten würde – wenn ihm irgendwann noch einer geschenkt wurde.|11]]
Capri ist als Austragungsort für einen Krimi nicht nur pittoresk, sondern bietet einen ähnlich geschlossenen Raum, wie er in den Krimis von Agatha Christie anzutreffen ist: Wo Hercule Poirot den Mörder in einem Haus oder einem Zug sucht, macht sich Enrico Rizzi auf seiner Insel ans Werk. Auf Capri kennen alle jeden. Rizzi weiss, wer wo wohnt, wie der Taxifahrer heisst, wann der Kreisverkehr frei ist. Dieses Wissen macht er sich beim Ermitteln auf spannende Weise zu Nutzen.
Uns Leserinnen und Lesern ermöglicht Luca Ventura mit diesem Krimi, eine neue Art, Capri zu entdecken: mit der Nase nämlich. Selten versammelt ein Buch so viele Gerüche wie dieses. Sein neuster Krimi ermöglicht es uns deshalb, eine Nase voll Capri zu nehmen, die man nicht so rasch wieder vergisst.
Ein unterhaltsamer Krimi über eine aufstrebende Parfumeurin, die auf Capri nach einer seltenen Orchideenart sucht und kurz darauf tot aufgefunden wird.
Spannend und lebendig geschrieben, mit einem liebenswerten Polizistenduo und ganz viel italienischem Flair.
Die perfekte Lektüre für Krimi- und Italien-Fans, die die einmalige Atmosphäre der mondänen Mittelmeerinsel lieben.
Mareike K, Rezensent*in
Der Capri-Krimi Band 7
Es fängt an mit Bambus und es endet mit Bambus. Dazwischen wird jemand ermordet, es geht um eine seltene wilde Orchidee und auf einmal soll Rizzi nach Neapel. Wie immer nicht superspannend, aber einfach schön zu lesen. Auf nach Capri.
Azra G, Buchhändler*in
Giftige Blüten ist ein stimmungsvoller Capri-Krimi, der mit mediterranem Flair, einer interessanten Handlung und sympathischen Ermittlern überzeugt. Die Geschichte verbindet die faszinierende Welt der Parfümherstellung mit einem spannenden Mordfall und sorgt bis zum Schluss für unerwartete Wendungen. Besonders gelungen sind die atmosphärischen Beschreibungen der Insel Capri, die beim Lesen echtes Urlaubsgefühl vermitteln. Wer ruhige, gut erzählte Krimis mit italienischem Charme mag, wird an diesem Buch viel Freude haben.
Artur B, Rezensent*in
Es ist schon Band 7 dieser Reihe, und mit jedem Buch wird der Lesegenuss noch größer. Das liegt natürlich am besonderen Setting, aber auch an den Protagonisten. Wenn sie zwischen Capri und Neapel unterwegs sind, bringt das immer wieder Frische und Lebendigkeit in die Geschichte.
Nun kommen nicht nur Süßkind-Fans auf ihre Kosten, sondern auch alle, die gerne wandern, Orchideen lieben und Krimis lesen. Der Hauptstrang und auch die Nebengeschichten sind spannend, und das Ende ist doch überraschend.
Eine wunderbare Urlaubslektüre – auch dann, wenn man den Sommer in der Stadt verbringt.
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Belletristik, Historische Romane
Susanne Abel
Große Gefühle, Historische Romane, Literatur