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Contrapposto
Roman
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Erscheinungstermin 09.07.2026 | Archivierungsdatum 31.01.2027
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Zum Inhalt
Dave Eggers beweist mit »Contrapposto«, dass er einer der größten amerikanischen Autoren unserer Zeit ist. Dieser Roman ist eine ebenso unvergleichliche wie unvergessliche Geschichte zweier Leben, die nur gemeinsam erzählt hell leuchten.
Als Cricket herausfindet, dass er zeichnen kann, ist es Olympia, die sein Talent entfesselt. Mit einer ersten gemeinsamen Mutprobe beginnt eine lebenslange Verbindung, die alles überdauert: Kunsthochschulen, den absurden Hype des globalen Kunstmarkts, Kriege, Triumphe und tragische Verluste. Während Cricket in Olympia seine Bestimmung sieht, sucht sie stets nach dem nächsten Horizont – und dem nächsten Liebhaber. Doch in einer Welt voller Scharlatane und vergänglicher Trends bleiben sie die einzige Konstante des jeweils anderen. »Contrapposto« ist eine bewegende, humorvolle Liebeserklärung an die Freundschaft und das radikale Wagnis, ein Leben der Kunst zu widmen.
Dave Eggers beweist mit »Contrapposto«, dass er einer der größten amerikanischen Autoren unserer Zeit ist. Dieser Roman ist eine ebenso unvergleichliche wie unvergessliche Geschichte zweier Leben...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783462055689 |
| PREIS | 25,00 € (EUR) |
| SEITEN | 496 |
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Buchhändler*in 578886
contrapposto „Gegensatz, -stück") ist ein Gestaltungsmittel in der Bildhauerei. Er bezeichnet das Nebeneinander von Stand- und Spielbein einer menschlichen Figur zum Ausgleich der Gewichtsverhältnisse.
Romane über Kunst sind für mich sehr anziehend, denn meist verlasse ich die Lektüre um einiges schlauer. Dave Eggers hat eigene Zeichnungen aus seiner Studienzeit im Buch verwendet, an dem er über 20 Jahre geschrieben hat. Was macht den Charme dieses Buches aus, das leichtfüßig und schillernd in meinem Gedächtnis bleiben wird ? Die lebenslange Liebe zwischen Cricket und Olympia ? Die Herausforderungen als Künstler mit der Kunst und von der Kunst zu leben ? Der Affenzirkus des Kunstbetriebs? Wie Licht und Schatten auf den Bildern und im Leben das Leben bestimmen ? Das Handwerk der Malerei erstreckt sich auch darauf wie wir mit dem Talent umgehen unser Schicksal in die Hand zu nehmen. Mit offenen Augen und offenem Herzen dieses Leben anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Davon handelt die Geschichte und das ist mehr als ich erwartet hätte. Für mich eines der besten Bücher der letzten Zeit.
Chapeau Herr Eggers. Seine Figuren erwachen zum Leben im dreifachen Sinn auf der Leinwand, im Text und im Herz.
Buchhändler*in 1454805
Dave Eggers Roman "Contrapposto" ist ein Pageturner über die Kunstwelt.
Cricket, ein junger, talentierter Zeichner lernt die exzentrische Olympia kennen und lieben. Sie wird zu seiner Organisatorin und zu seinem Motor.
Über die Jahre verlieren sie sich immer wieder aus den Augen, kommen aber nicht voneinander los.
Die Handlung zieht sich über mehrere Jahrzehnte und der Leser begleitet Cricket durch die Höhen und Tiefen eines Künstlerlebens und die Abgründe der Branche.
Vera N, Buchhändler*in
Ein toller Roman über die Kunst und Kunstschaffenden - und eine Liebe bzw. Freundschaft, die Jahrzehnte überdauert. Ich muss sagen, dass mir die erste Hälfte des Buches besser gefallen hat als die zweite Hälfte - es wurde dann doch ein bisschen lang. Dafür war das Ende wieder sehr rührend, sodass Contrapposto definitiv eine Empfehlung von mir bekommt :)
Karin M, Buchhändler*in
Wunderschöne Liebes- und Lebensgeschichte für alle kunstinteressierte LeserInnen.
Spannender Einblick in die Kunstszene mit ihren Fallstricken und wirtschaftlichen Interessen.
Gleichzeitig sehr einfühlsam.
Buchhändler*in 1106554
Die Kombination "witziger, erotischer Künstlerroman" ist selten, dadurch um so unterrhaltsamer. Die Figurenzeichnung ist äußerst plastisch - der Autor lässt die beiden Hauptpersonen tiefe Täler durchschreiten und himmlische Glücksmomente erleben, wobei der Kontrast zwischen schriller Kunst-Beraterin und introvertiertem Malergenie erzählerisch sehr ergiebig und effektvoll ist.. Ihre lebenslange Freundschaft, weltumspannende Arbeitsbeziehung und episodenhafte Liaison beginnt auf der Highschool in der amerikanischen Provinz und gipfelt in einem Happy End in einem Atelier in Paris. Unglaublicher Lesesog ins malerische Abendrot! - Der Titel "Contraposto" bezeichnet eine klassische Haltung im Aktzeichnen mit Standbein und Spielbein und wird im Roman mit keinem Wort erwähnt.- Schreit nach einer Verfilmung! - Für Leser von John Irving und Murakami.
Buchhändler*in 2098669
Dave Eggers’ „Contrapposto“ ist ein Roman über die Kunst, der sich zunächst verdächtig leicht als Roman über Künstler lesen lässt. Da ist Cricket, eigentlich Robert Dibb, ein Junge aus schwierigen Verhältnissen im amerikanischen Mittleren Westen, der früh entdeckt, dass er zeichnen kann. Und da ist Olympia, älter nur um ein Jahr, aber in allem anderen schon weiter: wacher, unberechenbarer, selbstbewusster. Sie ist es, die Crickets Talent gewissermaßen aus seinem Versteck holt. Was als jugendliche Mutprobe beginnt, wird zu einer lebenslangen Verbindung, in der Freundschaft, Begehren, Konkurrenz, Bewunderung und eine eigentümliche Form von Treue immer wieder ihre Plätze tauschen.
Der Titel bezeichnet eine Haltung der antiken und Renaissance-Skulptur: Das Gewicht ruht auf einem Bein, das andere ist entlastet, der Körper findet seine Spannung gerade aus der Ungleichheit. Eggers macht daraus nicht bloß eine hübsche kunsthistorische Metapher. Sein ganzer Roman ist nach diesem Prinzip gebaut. Cricket und Olympia sind Stand- und Spielbein füreinander, mal der eine, mal die andere. Der eine bleibt, während die andere aufbricht; der eine sucht seine Bestimmung in der Arbeit, die andere in der Bewegung. Und doch wäre es zu einfach, Cricket den stillen Idealisten und Olympia die rastlose Lebenskünstlerin zu nennen. Eggers hat genug Sinn für die Widersprüche seiner Figuren, um aus ihrer Beziehung keine moralische Parabel zu machen.
Das ist umso bemerkenswerter, als „Contrapposto“ ein Roman mit ausgesprochenen Überzeugungen ist. Eggers glaubt an die Kunst. Er glaubt an das Handwerk, an Aufmerksamkeit, an das langsame Sehen und daran, dass ein Mensch sein Leben nicht notwendig nach den Maßstäben des Erfolgs ordnen muss. In einer Gegenwart, in der beinahe alles nach Reichweite, Sichtbarkeit und Verwertbarkeit bemessen wird, besitzt diese Haltung beinahe etwas Anachronistisches. Der Zeichner Cricket will nicht unbedingt berühmt werden; er will zeichnen. Darin liegt seine Würde, aber auch seine Weltfremdheit. Die Kunst ist für ihn kein Karrieremodell, sondern eine Form der Existenz.
Eggers führt seine beiden Figuren über Jahrzehnte durch Kunsthochschulen, Ateliers und den internationalen Kunstbetrieb, durch Kriege, persönliche Verluste und die wechselnden Moden eines Marktes, der aus beinahe allem eine Ware machen kann. Die Satire auf diese Welt ist deutlich, aber sie ist nicht verbittert. Eggers verspottet die Scharlatane, die Verkaufsstrategen und die aufgeblasene Sprache des Kunstbetriebs, ohne deshalb den Gedanken preiszugeben, dass Kunst tatsächlich etwas bedeuten kann. Gerade diese Unterscheidung macht den Roman sympathischer, als sein gelegentlich programmatischer Ton vermuten lässt. Die Kritik am Kunstmarkt ist nie eine Kritik an der Kunst selbst.
Seine eigentliche Stärke liegt ohnehin anderswo: in der Freundschaft zwischen Cricket und Olympia. Eggers interessiert sich für jene Beziehungen, die sich den üblichen Kategorien entziehen. Die beiden sind einander näher als viele Liebende, aber ihre Geschichte lässt sich nicht auf eine unerfüllte Liebesgeschichte reduzieren. Sie kennen einander zu lange und zu genau. Was zwischen ihnen besteht, ist weniger romantische Erfüllung als eine lebenslange Anerkennung des anderen als jener Mensch, der man selbst nicht geworden ist. Olympia ist für Cricket die Möglichkeit eines anderen Lebens; Cricket für Olympia die Erinnerung an etwas, das sich nicht ohne weiteres dem nächsten Horizont unterwerfen lässt.
Das Buch hat dabei eine bemerkenswerte Wärme. Nach den dystopischen und technikkritischen Romanen, mit denen Eggers in den vergangenen Jahren die Gegenwart vermessen hat, wirkt „Contrapposto“ beinahe wie eine bewusste Verlangsamung. Die Kunst des Zeichnens wird zur Schule der Aufmerksamkeit: Wer zeichnet, muss hinsehen, und zwar länger, als die Gegenwart es gewöhnlich erlaubt. In diesem Sinn ist der Roman auch eine stille Gegenrede zur digitalen Beschleunigung. Er verteidigt das Unmittelbare gegen das Vermittelbare, die Hand gegen den Algorithmus, das einzelne Gesicht gegen die endlose Bilderproduktion.
Man kann das altmodisch finden. Tatsächlich ist „Contrapposto“ in vielem ein ausgesprochen altmodischer Roman. Er hat Vertrauen in Figuren, in Lebensläufe, in Entwicklung; er lässt Menschen älter werden und ihre Überzeugungen nicht bei jedem gesellschaftlichen Wetterwechsel austauschen. Das wirkt heute fast schon subversiv. Allerdings bezahlt Eggers für diese Konsequenz bisweilen einen Preis. Manche Nebenfiguren geraten schematischer, als man es von einem Autor seines Ranges erwarten dürfte, und auch die Kunstwelt erscheint gelegentlich so bereitwillig als Ansammlung von Eitelkeiten, dass der satirische Effekt seine eigene Botschaft überdeckt.
Auch die Gegenwart, gegen die der Roman sich stellt, bleibt merkwürdig blass. Ausgerechnet ein Buch über Kunst hätte reichlich Gelegenheit geboten, die Veränderungen durch künstliche Intelligenz, soziale Medien oder die neue Ökonomie der Aufmerksamkeit einzubeziehen. Eggers entscheidet sich dagegen. Das ist einerseits eine Schwäche: Der Roman scheint manchmal, als sei er in einer Welt entstanden, in der die Neunzigerjahre noch nicht ganz vergangen sind. Andererseits ist gerade diese Verweigerung Teil seines ästhetischen Programms. Eggers möchte offenbar nicht darüber schreiben, wie die Gegenwart den Menschen verändert. Er möchte daran erinnern, dass nicht alles, was sich verändert, deshalb auch wichtiger wird.
Das Schönste an „Contrapposto“ ist deshalb vielleicht seine Beharrlichkeit. Eggers lässt Cricket bei der Kunst bleiben, obwohl sie ihm weder Ruhm noch ein besonders bequemes Leben garantiert. Er lässt Olympia immer wieder fortgehen, ohne die Verbindung der beiden preiszugeben. Und er erzählt eine lange Zeitspanne, ohne das Alter als bloßen Verlust zu behandeln. Das Leben ist hier kein Projekt, das irgendwann erfolgreich abgeschlossen werden müsste. Es ist eine Folge von Entscheidungen, Abzweigungen und Rückkehrmöglichkeiten.
Manches daran ist rührend, manches bewusst sentimental, manches sogar ein wenig zu schön, um wahr zu sein. Aber Eggers besitzt die seltene Fähigkeit, zu seiner Sentimentalität zu stehen, ohne sich dafür zu entschuldigen. Er schreibt nicht zynisch über Idealismus, sondern nimmt ihn ernst. Das ist in der Literatur inzwischen beinahe ebenso ungewöhnlich wie im Leben.
„Contrapposto“ ist daher vielleicht nicht Eggers’ radikalster oder gegenwartsdiagnostisch schärfster Roman. Dafür ist er etwas anderes: ein Buch über die Möglichkeit, einem Leben eine Form zu geben, ohne es in eine Karriere verwandeln zu müssen. Über zwei Menschen, die einander verlieren und wiederfinden, ohne je wirklich voneinander loszukommen. Und über die Kunst als eine Tätigkeit, die ihren Sinn gerade darin bewahren kann, dass sie sich dem schnellen Nutzen entzieht. Wenn Eggers damit gelegentlich gegen die eigene Zeit schreibt, dann ist das weniger ein Mangel als das eigentliche Wagnis dieses ungewöhnlich warmherzigen Romans.
Buchhändler*in 406819
Dieser Künstler- und Liebesroman erzählt ein ganzes Leben. Man durchleidet mit den Hauptfiguren die Höhen und Tiefen, die Zweifel , Krisen und Verirrungen. Auch eine kritische Betrachtung des Kunstbetriebs. Hat ein paar Längen aber insgesamt eine sehr lohnende Lektüre.
Buchhändler*in 2014546
Sehr lesenswert, sprachlich , inhaltlich klare Leseempfehlung !!
Um nichts vorweg zu nehmen, es geht um die Kunst , um die Liebe und ja
wie der Titel bereits impliziert, natürlich auch wie immer im Leben -Glück und Unglück
der Protagonisten alles nur allzumenschlich.
Mit „Contrapposto“ erzählt Dave Eggers die Geschichte zweier Menschen, deren Leben auf ungewöhnliche Weise miteinander verbunden bleiben. Es ist ein Roman über Kunst, Freundschaft, Liebe und die Frage, was es bedeutet, ein Leben ganz der eigenen Leidenschaft zu widmen. Vor allem aber ist es die Geschichte von Cricket und Olympia – zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich dennoch immer wieder finden.
Cricket wächst als schüchterner Junge im amerikanischen Mittleren Westen auf. Sein familiäres Umfeld ist schwierig, und schon früh wird deutlich, dass er sich in der Kunst einen eigenen Raum erschafft. Im Zeichnen findet er Ausdruck, Zuflucht und schließlich seine Bestimmung. Dann begegnet er Olympia, die sein außergewöhnliches Talent sofort erkennt und ihn dazu bringt, seine Begabung ernst zu nehmen. Aus einer kindlichen Mutprobe entwickelt sich eine Verbindung, die ein ganzes Leben überdauern wird.
Cricket und Olympia sind dabei ein faszinierendes Gegensatzpaar. Cricket ist introvertiert, beharrlich und ganz auf seine Kunst konzentriert. Olympia dagegen ist unangepasst, leidenschaftlich, voller Energie und immer auf der Suche nach etwas Neuem. Sie zieht es zum nächsten Horizont, zur nächsten Idee und zum nächsten Liebhaber, während Cricket in ihr eine Konstante findet. Gerade diese Gegensätzlichkeit macht ihre Beziehung so spannend.
Die beiden verlieren sich immer wieder aus den Augen, gehen eigene Wege und erleben Höhen und Tiefen. Doch über Jahrzehnte hinweg kreuzen sich ihre Lebenswege erneut – nicht zuletzt durch die Kunst. Dabei führt Eggers seine Leser*innen mitten hinein in die Welt des Kunstbetriebs: in Kunsthochschulen, Galerien und Ateliers, aber auch in die Absurditäten eines Marktes, in dem Talent, Kommerz, Hype und Selbstdarstellung manchmal nur schwer voneinander zu trennen sind.
Besonders gut gefallen haben mir die Passagen, in denen es ganz unmittelbar um das Zeichnen und Malen geht. Eggers vermittelt die Faszination des künstlerischen Schaffens mit einer solchen Lebendigkeit, dass man Cricket beim Arbeiten beinahe über die Schulter schauen möchte. Kunst ist für ihn nicht einfach ein Beruf, sondern eine Möglichkeit, die Welt wahrzunehmen und ihr etwas entgegenzusetzen. Sie wird zum Lebensinhalt, zur Rettung und manchmal auch zur Belastung.
Auch der Titel „Contrapposto“ ist wunderbar gewählt. In der Kunst bezeichnet der Begriff die Haltung einer Figur, bei der das Gewicht auf einem Bein ruht, während das andere entspannt bleibt. Dadurch entsteht ein spannungsvolles Gleichgewicht zwischen Stand und Bewegung. Genau dieses Prinzip lässt sich auf Cricket und Olympia übertragen: Sie sind Gegensätze, die sich nicht angleichen müssen, um miteinander verbunden zu sein. Während der eine Halt sucht, drängt die andere ständig weiter. Und trotzdem bilden sie über all die Jahre eine Art Gleichgewicht.
Eggers erzählt diese jahrzehntelange Geschichte mit viel Humor, Wärme und einem ausgesprochenen Gespür für seine Figuren. Besonders Olympia ist eine Figur, die sich nicht einfach festlegen lässt. Sie ist widersprüchlich, manchmal anstrengend, faszinierend, verletzlich und voller Lebenslust. Cricket wiederum entwickelt sich vom zurückhaltenden Jungen zu einem Künstler, der seinen eigenen Weg finden muss. Beide Figuren wirken dadurch erstaunlich lebendig.
Allerdings hatte der Roman für mich auch einige Längen. Vor allem in der zweiten Hälfte verlor die Geschichte zeitweise etwas von ihrem anfänglichen Sog. Die erste Hälfte hat mich stärker gefesselt, während sich später manche Episoden etwas gezogen haben. Das Ende hat mich dafür wieder versöhnt und emotional berührt.
Was letztlich bleibt, ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte – wobei „Liebe“ hier viel weiter gefasst ist als eine romantische Beziehung. Es geht um eine lebenslange Freundschaft, gegenseitige Inspiration und um zwei Menschen, die trotz aller Veränderungen nie ganz voneinander loskommen. Gleichzeitig ist „Contrapposto“ eine Hommage an die Kunst und an den Mut, sich ihr mit Haut und Haaren zu verschreiben. Mich hat besonders der Gedanke beschäftigt, dass Talent allein nicht genügt. Man muss auch den Mut haben, etwas daraus zu machen, Rückschläge auszuhalten und sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Genau darin liegt für mich die eigentliche Stärke dieses Romans.
„Contrapposto“ ist ein kluger, humorvoller und berührender Künstlerroman über zwei außergewöhnliche Menschen, die einander über Jahrzehnte hinweg Halt, Inspiration und vielleicht auch ein Stück Heimat geben. Für Kunstinteressierte ist das Buch ohnehin eine Entdeckung, aber auch wer einfach eine große, ungewöhnliche Lebens- und Freundschaftsgeschichte sucht, dürfte Cricket und Olympia gerne ein Stück ihres Weges begleiten.
Für mich ein Roman, der nachhallt – wie ein gutes Bild, dessen einzelne Details man auch nach dem Schließen des Buches noch vor Augen hat. Eine klare Leseempfehlung!
Aus dem Englischen von Andrea O’Brien.
Rob nennt sich später Cricket, und wir begleiten ihn durch seine Kindheit und Jugend bis ins Erwachsenenalter. Fast immer an seiner Seite: Olympia. Während Cricket eher still ist, wunderbar gegenständlich zeichnen und malen kann, sein Studium abgebrochen hat und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, ist Olympia ein Wirbelwind. Sie hat ungebändigte Energie, sie scheut nicht davor zurück, anzuecken, und sie macht Kunst als etwas Lautes, Projektartiges, Documenta-Style.
Freundschaft und Liebe verbindet diese beiden so ungleichen Charaktere, mal driften sie über ein paar Jahre auseinander, dann finden sie sich wieder.
So ganz nebenbei lernen wir viel über die Kunst, über das Aktzeichnen und über den Kunstbetrieb. Es ist eine eigene Welt, in die wir da eintauchen dürfen, als wir zum Beispiel Kyle besuchen, einen alten Studienkameraden der beiden Protagonisten, der aus der Kunst mittlerweile ein riesiges Geschäft gemacht hat wie einst Andy Warhol, mit einer regelrechten Fabrik in einem Gewerbegebiet, wo viele talentierte Menschen seine Ideen ausarbeiten, die er dann für Millionen verkaufen kann.
Über allem schwebt die Frage: Was ist eigentlich Kunst? Und wer ist Künstler? Ist es jemand, der sein Handwerk beherrscht wie die alten Meister oder ist es jemand, der möglichst provokante Ideen hat? Welche Rolle spielen Galerien, welche die Uni, welche reiche Gönner?
Übrigens eine tolle Idee: Im Buch sind einige Zeichnungen zu sehen, damit wir wissen, was Cricket da eigentlich so macht.
Contrapposto macht Lust auf Kunst, auf Zeichnen, darauf, mal wieder ins Museum zu gehen. Es begleitet zwei Menschen durchs Leben, die mal Freunde, mal Geliebte sind - und weil eigentlich nicht alles definiert werden muss.
Manuela H, Buchhändler*in
Eggers neuer Roman entführt uns in die Welt der Kunst und ihre skurrile Szene. Während Cricket seine Weg als Künstler machen will, sucht seine Freundin Olympia ihr Glück im Kunsthandel und der Betreuung von sensiblen Künstlern. Sie erfindet sich ständig neu, was Crickets Liebe zu ihr keinen Abbruch tut. Sie versucht ihm immer wieder auszuweichen, aber am Ende…..Unbedingt selber lesen, vier Sterne von mir!
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