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Wer bist du?

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Buch 21 von Illustrierte Lieblingsbücher

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Erscheinungstermin 12.02.2026 | Archivierungsdatum 31.07.2026


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Zum Inhalt

Wunderschön und abgründig – In Monika Helfers Novelle erzählen zwei Frauen um ihr Leben. Denn wer erzählt, hat Macht.

Monika Helfers meisterhafte Geschichte über die Begegnung zwischen zwei Frauen erzählt von Nähe und Einsamkeit, Liebe und Lebenslügen, von Angst – und von der Macht des Erzählens selbst.

Eines Tages steht ein Mädchen vor der Tür der Erzählerin, mit einem 1000-Schilling-Schein in der Hand und einer unglaubwürdigen Geschichte dazu. Als das Mädchen wenig später vermisst wird, sucht die Erzählerin vergeblich nach ihr. Jahre später taucht eine junge Frau auf, die behauptet, das Mädchen von damals zu sein, und die sich in ihr Leben drängt. Die Beziehung der beiden Frauen wird zu einem lauernden Tanz, bei dem jede die andere belügt – oder nicht? Wer erzählt wem was? Wer ist wer?

Monika Helfers Geschichte ist ein doppelbödiges Spiel, spannend und abgründig bis zum Schluss. Kat Menschik hat sie mit beunruhigend schwebenden, irisierenden Bildern versehen. Ein großes Lesevergnügen! 

Wunderschön und abgründig – In Monika Helfers Novelle erzählen zwei Frauen um ihr Leben. Denn wer erzählt, hat Macht.

Monika Helfers meisterhafte Geschichte über die Begegnung zwischen zwei Frauen...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783869713212
PREIS 23,00 € (EUR)
SEITEN 96

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

4 stars
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4 stars

Spezielle Geschichte mit sehr tollen Illustrationen... passen wie Deckel auf Eimer. Dieses Buch lässt sehr viel Raum für eigene Gedanken... Interpretationen. Hat mir gut gefallen und hallt irgendwie sehr nach.

4 stars
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Die Puppe

Monika Helfers Bücher sind meistens ziemlich kurz. In diesem Fall würde ich eher von Erzählung sprechen. Eine Erzählung, die von Kat Menschiks hellen, farbigen Illustrationen ergänzt ist. Eine gelungene Kollaboration, schon die zweite zwischen der Autorin und der Künstlerin.
Monika Helfer hat oft autobiografisch über ihre Familie geschrieben (Die Bagage, Vati, Löwenherz). In dieser Erzählung gibt sie aber vorgeblich das wieder, was ihr eine Frau erzählt hat. Es ist die Geschichte einer Begegnung und einer Wiederbegnung viele Jahre später. Es ist eine rätselhafte Geschichte, die offensichtliche Lücken hat, da die Erzählerin nicht ganz glaubhaft ist.
Monika Helfer hat das geschickt gemacht. So denkt man noch lange an diese Geschichte.

5 stars
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4 stars

Abgründige Kurzgeschichte: Was ist wahr?


Bei der Ich-Erzählerin, die seit dem Tod ihres Mannes alleine lebt, steht eines Tages ein Mädchen vor der Tür, mit einem 1000-Schilling-Schein in der Hand und einer fadenscheinigen Geschichte. Die beiden verbringen einen Nachmittag miteinander:

„‘Magst du eine heiße Schokolade?’, fragte ich. ‘Wir trinken eine heiße Schokolade, und dann überlegen wir, was zu tun ist.’
Zögernd ging sie mir nach.
In der Küche fragte sie: ‘Was ist eine heiße Schokolade? Ist das so etwas wie Kakao, nur ein anderes Wort?’
‘O nein’, sagte ich. ‘Es ist tatsächlich etwas Ähnliches, aber doch etwas ganz anderes.’
‘Wie soll das stimmen können’, sagte sie, und ich schämte mich.
Ich schämte mich doppelt. Erstens wegen meiner kokett umständlichen Ausdrucksweise – ‘etwas Ähnliches, aber doch etwas ganz anderes’ –, zweitens schämte ich mich, weil ich auf einmal die Unterlegene war. Ich muss das präziser sagen: Auf einmal war sie die Erwachsene und ich das Kind. Als wollte sie zu mir sagen: Drück dich gefälligst verständlich aus! Ich bemühte mich, vor ihr einen guten Eindruck zu machen. Sie bemühte sich nicht. Ist Ihnen das schon einmal passiert? Dass Sie vor einem Kind einen guten Eindruck machen wollten? Wie wenn man von jemandem etwas erwartet. Was erwartete ich von diesem Kind? Doch nichts.“

Sie schickt das Mädchen schließlich nach Hause mit dem Versprechen, das Geld für sie im Garten unter einem Stein zu deponieren.
Kurz darauf wird das Mädchen vermisst und nie gefunden. Die Erzählerin sucht genauso vergeblich nach ihr wie die Polizei; vergessen kann sie das Kind nicht: „Man hat sie nie gefunden. Ich habe immer an sie gedacht: Jetzt müsste sie zehn sein, jetzt fünfzehn, jetzt zwanzig …“

Aber:
„Dann geschah das Unglaubliche. Eine junge Frau, genaues Alter ungewiss, Mitte zwanzig oder so, dunkle Haare, schattige Augen, etwas übergewichtig, klingelte an meiner Tür. Sie schlüpfte an mir vorbei ins Haus, stand im Dunkeln, weil bei mir alle Fenster und Türen hin zum Hellen geschlossen und mit dicken Vorhängen bedeckt sind.
»Erinnern Sie sich?«, fragte sie und fasste mich am Arm: »Ich bin es. Ein kurzer Besuch. Darf ich? Nur ein kurzer Besuch. Die Freundschaft.«
Sie war es. Es war meine Michaela »Michi« Beer! Die Haare hatte sie dunkel gefärbt. Aber die rote Strähne war da.“

Die Frau zieht bei der Ich-Erzählerin ein, doch nach und nach kommen ihr Zweifel, ob es sich bei der Frau wirklich um das Mädchen von damals handelt ...

Ich hatte bisher noch nichts von Monika Helfer gelesen. Sprachlich hat mir diese kurze, abgründige Erzählung sehr gut gefallen. Es bleiben am Ende einige Fragen offen uns lassen viel Raum für eigene Interpretationen.

„Von dem, was einer ist. Nicht viel mehr sieht jeder im andern, als er selber ist. Ich war die Dumme und habe in ihr die Dumme gesehen. Nun sehe ich in ihr die Lügnerin.
Ich glaubte ihr kein Wort. Das ist eine Redewendung. Kann doch nie die volle Wahrheit sein, denkt der Mensch.“

Eine interessante Leseerfahrung - Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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4 stars

Die Geschichte von Walli, die offenbar später zurückkommt um dann raffgierig alles an sich zu reißen und die Erzählerin aus ihrem eigenen Haus zu werfen, mutet merkwürdig an. Erst auf den letzten Seiten des Buches wird ein Erklärungsversuch gegeben.
Letztlich weiß ich nicht, ob ich nun die Geschichte einer psychisch instabilen Person, oder über den Niedergang eines Kindes, das leider keine guten Startbedingungen hatte.
Doch gerade diese Ambivalenz macht das Buch interessant

4 stars
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5 stars

Wer bist Du ist eine leise, eindringliche Novelle über die Macht des Erzählens und die subjektive Wahrnehmung von Leben und Wahrheit. Monika Helfers Sprache ist präzise und abgründig, die schwebend-schönen Illustrationen von Kat Menschik verstärken die Atmosphäre auf eindrucksvolle Weise – ein kurzes, intensives Leseerlebnis.

5 stars
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