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Die glücklichste Familie der Welt
Roman | Eine junge Frau, eine jüdische Familie und eine unendlich kurze Reise nach Berlin
von Anna Brynhildsen
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Erscheinungstermin 26.01.2026 | Archivierungsdatum 27.03.2026
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Zum Inhalt
Wovor hast du Angst, wenn du nach deinen Wurzeln suchst? Eine berührende, moderne jüdische Familiengeschichte aus der Sicht einer jungen Frau. Behutsam und mit Humor erzählt Anna Brynhildsen von Geheimnissen, Lügen und den komplizierten Familienbanden, die ihre Figuren zusammenhalten. Eine ergreifende, existenzielle Geschichte über ein Wochenende, das auf seine Weise das ganze Leben umfasst.
Sara ist schwanger und weiß nicht, wie es weitergehen wird. Ausgerechnet jetzt will ihr Onkel Mats mit ihr und ihrer geliebten jungen Cousine Evi nach Berlin fahren – um den Stolperstein zu besuchen, der ihren Familiennamen trägt. Saras und Evis Großmutter war mit einem Kindertransport aus Berlin nach Schweden gerettet worden; ihre Aufzeichnungen möchte Mats nun dem Jüdischen Museum übergeben. Unverbrüchlich in ihrer Zusammengehörigkeit wissen Sara, Evi und Mats zugleich, dass sie sich auf dünnerem Eis bewegen als andere Familien. Und jeder von ihnen hat seine eigene Zukunftsagenda im Gepäck.
»Anna Brynhildsen schreibt modern, bewegend und lang nachhallend über die Wirkung von Familiengeschichte auf die nachfolgenden Generationen.« Trude Teige
Mit Präzision und Einfühlungsvermögen navigiert Anna Brynhildsen zwischen der allgegenwärtigen menschlichen Erfahrung, dass die Entscheidungen früherer Generationen das Leben der heutigen beeinflussen, und den Besonderheiten der jüdischen Familienerfahrung.
Die Entdeckung aus Schweden.
Wovor hast du Angst, wenn du nach deinen Wurzeln suchst? Eine berührende, moderne jüdische Familiengeschichte aus der Sicht einer jungen Frau. Behutsam und mit Humor erzählt Anna Brynhildsen von...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783758700347 |
| PREIS | 23,00 € (EUR) |
| SEITEN | 336 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Merve U, Rezensent*in
Anna Brynhildsens Buch "Die glücklichste Familie der Welt" erzählt die Geschichte von Sara, ihren Onkel Mats und ihre Cousine Evi, die gemeinsam nach Berlin reisen, um die Spuren ihrer jüdischen Vergangenheit zu suchen...
Es geht zwar eigentlich um die Suche nach den Wurzeln der jüdischen Großmutter, aber eigentlich geht es auch um die Spannungen im Hier und Jetzt.
Das Buch ist angenehm unaufgeregt geschrieben. Es gibt keine künstlichen Dramen.
Man muss sich allerdings auf das Tempo einlassen. Es passiert äußerlich nicht extrem viel, der Fortschritt der Geschichte findet eher in den Köpfen der Charaktere statt.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.
Anna Brynhildsen erzählt eine leise, zugleich tief bewegende Familiengeschichte, die sich über nur ein Wochenende erstreckt und dennoch ein ganzes Jahrhundert an Erinnerungen, Traumata und Hoffnungen umfasst. Der Roman wirkt wie ein feines Mosaik aus Gegenwart und Vergangenheit, getragen von drei Figuren, die einander lieben, brauchen und doch jeweils ihre eigenen Brüche mit sich tragen. Im Zentrum stehen Sara, schwanger und voller Unsicherheit, Mats, liebevoll, eigenwillig und von der Vergangenheit getrieben und Evi, die jüngste der drei, bringt eine Mischung aus jugendlicher Offenheit und verletzlicher Sehnsucht mit. Eigentlich geht es um etwas Intimeres, um die Frage, wie man mit einem Erbe lebt, das man nicht gewählt hat, um die Angst, sich selbst im Spiegel der Vergangenheit zu verlieren, und um die fragile, aber unerschütterliche Bindung zwischen Menschen, die ein gemeinsames Trauma verbindet. Für mich als Leser ein sehr aufschlussreicher Roman, sehr real und authentisch geschildert. Die Dialoge wirken authentisch, die Figuren sind voller Widersprüche, und gerade das macht sie glaubwürdig. Besonders eindrucksvoll ist, wie der Roman zeigt, dass Familien nicht trotz ihrer Geheimnisse zusammenhalten, sondern manchmal gerade wegen ihnen. Ein Buch das ich empfehlen kann.
Kate R, Rezensent*in
Sara soll ihren Onkel Mats und seine Tochter Evie von Malmö nach Berlin begleiten, wo er die Briefe seiner Eltern , die seit der Reichsprogromnacht als Juden verfolgt wurden, an das jüdische Museum übergeben will. Seine Mutter Irmi und ihre Schwester Nina waren als junge Mädchen noch rechtszeitig nach Schweden verschickt worden, um der Verfolgung zu entgehen. Berlin scheint nun der Inbegriff der Naziverfolgung und Familientraumata, aber auch des versöhnlichen Abschlusses zu sein.
In dieser jüdischen Familiengeschichte geht jeder anders mit der Situation um. Evie kommt nur widerwillig auf die Reise mit, Mats treibt die Sorge um, wie er ihr die bevorstehende Trennung von seiner Frau Anne beibringen soll und Sara, die in ihm einen Vaterersatz sieht, ist enttäuscht und hat das Gefühl, ihn gar nicht zu kennen. Zudem ist sie ungeplant schwanger und muss sich für oder gegen eine eigene Familie entscheiden.
Das Thema Familie zieht sich also in ganz verschiedener Gestalt durch diesen Roman, der unterbrochen wird durch Schilderungen von Irmi Wolff in der Zeit des Nationalsozialismus und des beginnenden zweiten Weltkriegs. Diese Multiperspektivität verdeutlicht , wie unterschiedlich Familie und Heimat wahrgenommen werden, wie sich Teenagerrebellion mit Vertreibung und Verfolgung zu einer Heimatlosigkeit steigern, die selbst in der Enkelin, deren Gedanken um Freundinnen und Schule kreisen, noch Verzweiflung hervorrufen kann. Sie verdeutlicht, dass jede Familie anders ist, die Bande aber auch nach Verlust oder willentlicher Trennung nicht so einfach zu kappen, zu lösen oder zu vergessen sind. Übergriffigkeiten, Bevormundung und Missverständnisse prägen das Zusammenleben der Menschen, die trotz der über allem schwebenden und begleitenden Schoah-Bewältigung in Berlin, nicht bereit sind, für immer zusammen zu bleiben. Individualität kontrastiert kollektives Leid und stellt die Frage nach der Relevanz und Wahrnehmung des generationenübergreifenden Traumas.
Eine stilistisch sehr gut getroffene, psychlogisch vielschichtige Heldreise in ein irgendwie ungastliches Berlin, die ich gerne weiterempfehle.
Aus dem Schwedischen von Franziska Hüther, Fischer 2026
Eine schwedisch jüdische Familiengeschichte, mit deutschen Wurzeln, über die ich erstmal eine Weile nachdenken musste. Denn hier war es so, dass ich mir den Erzählstrang, der zur Zeit des 2. Weltkrieges in Deutschland spielt, ausführlicher gewünscht hätte. Die Geschichte um das jüdische Mädchen Irma, das letztlich von den Eltern, zusammen mit der jüngeren Schwester, nach Schweden geschickt wird, um dem Schicksal der Verfolgung zu entgehen, hat mich sehr berührt. Diese aber wird von Anna Brynhildsen sehr verknappt und nur im Wesentlichen erzählt. Das Hauptaugenmerk liegt auf den beiden folgenden Generationen: Irmas Sohn Max und der Enkelin Sara. Diese fahren zusammen mit Evi, Max Tochter, für ein Wochenende nach Berlin, um den Stolperstein vor dem Haus der Großmutter in Augenschein zu nehmen und deren Briefe dem jüdischen Museum als Zeitzeugnis zu übergeben. Dieser kurze Besuch bringt so viel zusammen, übereinander und dann auch wieder nicht, dass ich mich schon nach dem Sinn dieser Komposition gefragt habe. Daher mein Grübeln. Saras Schwangerschaft, Evi psychische Erkrankung, Max Eingeständnis, das seine Ehe vor dem Aus steht, all das scheint zunächst so gar nichts mit Irmas Schicksal zu tun zu haben. Oder doch? Brynhildsen erzählt die Geschichte nach der Geschichte. Sie erzählt, wie es den nachfolgenden Generationen geht, die mit der Erinnerung leben müssen. In ihrem suchenden, fragenden Stil, der sich an die Befindlichkeiten der Protagonisten herantastet, gelingt ihr dabei ein sehr fragiles und zerbrechliches Bild einer Familie mit Schicksalsschlägen. Etwas ungewöhnlich, aber durchaus lesenswert!
Buchhändler*in 920656
In diesem feinfühligen und nachdenklichem Roman geht es um Zugehörigkeit und Erinnerung. Wie schwer wiegt der Holocaust in der eigenen Familie, wenn das Leben in der Gegenwart seine ganz eigenen Herausforderungen.
Sara lebt in Malmö zusammen mit ihrem Freund Elias. Sie gehören der dortigen jüdischen Gemeinde. Zusammen mit ihrem Onkel Mats und ihrer heißgeliebten Cousine Evi fährt Sara nach Berlin.Von dort wurde ihre Großmutter und deren Schwester mit einem Kindertransport nach Schweden gebracht.
In diesen vier Tagen wachsen Sara und Evi noch einmal mehr zusammen und die Frage, was Familie bedeutet, stellt sich auf einmal mit neuer Wucht .
Ein Roman, der faszinierend einfühlsam Gegenwart und Vergangenes in einer Familie sichtbar macht, die versucht, ohne ihre Wurzeln im Leben Fuß zu fassen.
Monika F, Buchhändler*in
Darf man glücklich sein?
Die Autorin Anna Brynhildsen ist ebenso wie ihre Hauptpersonen in dem Roman „Die glücklichste Familie der Welt“ eine Nachfahrin einer jüdischen Familie aus Deutschland. Ihre Großmutter hatte das Glück, dass sie mit einem Kindertransport nach Schweden gekommen ist und dort später eine eigene Familie gegründet hat. Über ihre Zeit in Deutschland und über ihre Familie, die sie nie wieder sehen konnte, hat sie nie gesprochen. Dieses Thema war der Grund, weshalb Anna Brynhildsen diesen Roman geschrieben hat.
Im Nachhinein finde ich, dass der Klappentext uns Lesenden in die Irre führt, denn die Geschichte der Familie, die von Pyritz nach Berlin über mehr als ein Jahrhundert dauert, nimmt nur einen sehr kleinen Teil der Geschichte ein. Den Hauptteil der Geschichte nehmen die Cousinen Sara und Evi, sowie Evis Vater Mats ein. Sie wollen nach dem Tod von Mats Mutter für ein Wochenende nach Berlin fahren, um die Briefe der Großmutter dem Jüdischen Museum zu übergeben. Doch das eigentliche Thema des Romans ist das „Glück“. Können Mats, Sara und Evi als Juden, deren Vorfahren von den Nationalsozialisten ermordet wurden, überhaupt glücklich sein? Haben sie das Recht dazu?
Sara ist in ihren späten Zwanzigern, lebt mit ihrem Freund zusammen. Es ist eine stabile Beziehung, ohne große Leidenschaft, sondern gleichmäßig dahinplätschernd. Sie leben in Malmö, wie auch Mats und Evi. Sara studiert noch und hadert irgendwie mit ihrem Leben. Sie weiß nicht wirklich, was sie will. Mats hat sich neu verliebt und weiß nicht, wie er es seiner Tochter Evi erzählen soll, denn Evi ist ein sehr sensibler Mensch mit psychischen Problemen. Die einzige, die wirklich an Evi rankommt, ist ihre Cousine Sara, die aber gut 10 Jahre älter ist.
Evi meint, dass ihr Vater kein Recht hat, die Briefe seiner Mutter dem Jüdischen Museum in Berlin zu übergeben. Diese Briefe sind nicht nur das Erbe von ihm und seinem Bruder, sondern auch das Erbe deren Kinder.
An dem Wochenende in Berlin kommen viele totgeschwiegen Probleme an die Oberfläche.
Ich hatte mir eine ganz andere Geschichte vorgestellt. Ich dachte, dass die Reise nach Berlin nur der Rahmen für die Geschichte der Familie in Deutschland ist, von der nur eine Person überlebt hat. Stattdessen geht es sehr viel um die Gefühle der beiden jungen Frauen. Warum kann Sara sich nicht entscheiden? Warum beendet sie ihr Studium nicht? Und warum lebt sie in jungen Jahren schon in einer Beziehung, die eigentlich normal ist für Ehepaare, die schon ewig zusammen leben? Und warum nimmt Evi alles in ihrem Leben so schwer? Warum erscheint es gerade in diesem Zusammenhang als so besonders problematisch, dass Mats sich von seiner Frau trennen und mit seiner neuen Liebe, einer Nicht-Jüdin, ein jedes Leben gewinnen will?
Für mich stellt sich hierbei die Frage, ob Grund für diese Probleme ist, dass sie alle Nachkommen der einzigen Überlebenden der Familie sind. Die Großmutter hatte sicher Zeit ihres Lebens mit Schuldgefühlen zu kämpfen. Warum hat sie ihre Eltern und Großeltern in Deutschland zurückgelassen? Warum sind sie nicht mitbekommen? Habe ihre Kinder und Enkel nun das Gefühl, dass sie kein Recht auf Glück haben? Oder haben sie Angst, dass ihnen das Glück immer wieder genommen werden kann, weil sie Juden sind?
Ich finde diesen Themenkomplex ausgesprochen interessant. Allerdings bietet dieses Buch hierzu keine Antworten. Mir fehlt jetzt jemand, der mir diese Fragen beantworten könnte, bzw. mitgemacht ich diese Thematik ansprechen könnte
Ich fand dieses Buch trotzdem sehr interessant und gut zu lesen. Und vielleicht ist es das richtige Buch, über das man in einer Gruppe diskutieren kann!?