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Buchcover für Das gute Leben

Das gute Leben

Roman

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Erscheinungstermin 25.02.2026 | Archivierungsdatum 26.04.2026


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Zum Inhalt

Nadine Schneiders Roman »Das gute Leben« ist eine große Mütter-Töchter-Geschichte über vier Generationen, ein Buch von Abschied, Neuanfang und der Arbeit des Lebens.

Es ist Spätsommer, und im Garten sind die Trauben reif, als Christina das Haus ihrer Großmutter Anni erbt. Hier, in einem kleinen Dorf bei Nürnberg, ist sie bei Anni aufgewachsen: Anni, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien nach Deutschland flieht. Anni, die ganz allein ihr Kind und ihr Enkelkind aufzieht und beim Quelle-Versand Pakete packt, die ins Wirtschaftswunderland verschickt werden. Die gegen Einsamkeit, Armut und Fremdsein kämpft, mit Zähigkeit, Kraft und Pflichtbewusstsein. War das das Leben, von dem sie geträumt hat? Oder hat sie beim Leben das Leben verpasst?
Zögernd verabschiedet sich Christina von Anni und ihrem Haus. In der stillen Wärme der letzten Sommertage versinkt sie immer tiefer in ihren Erinnerungen, stößt auf überraschende Fundstücke und fährt auch zu dem inzwischen verlassenen Gelände des Quelle-Versandzentrums. Ihren eigentlich geplanten Urlaub hat sie abgesagt, und von ihrer Arbeit dringen nur gelegentliche Mails zu ihr. Und allmählich erkennt sie, was sie ihrer Großmutter wirklich verdankt: die Freiheit, loszulassen und selbst den Ort zu finden, wo das gute Leben zu Hause ist.

»Dieser Sprache gelingt etwas: atemlos und gleichzeitig voller Ruhe zu erzählen.«
Zsuzsa Bánk

Nadine Schneiders Roman »Das gute Leben« ist eine große Mütter-Töchter-Geschichte über vier Generationen, ein Buch von Abschied, Neuanfang und der Arbeit des Lebens.

Es ist Spätsommer, und im Garten...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783103977134
PREIS 25,00 € (EUR)
SEITEN 304

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Einsames und schweres Leben einer Frau

Nadine Schneider schreibt in ihrem Roman, Das gute Leben, den Abschied nach dem Tod.
Christine erbt von ihrer Großmutter deren Hau. Die Großmutter Anne kam aus Rumänien und hat ihre Tochter und dann auch noch ihre Enkelin großgezogen.
Sie arbeitet als Packerin bei Quelle. Das war richtig nostalgisch, denn der Quellversand war führend.
Nach Annes Tod begreift Christine erst , was sie Anne alles verdankt.
Anne hatte es ziemlich schwer, als alleinerziehende Mutter, alles unter einen Hut zu bekommen.
So lange die Urgroßmutter in Rumänien noch lebte fuhren sie jedes Jahr zu ihr. Das ist so richtig schön plastisch beschrieben.
Die Autorin hat diese Geschichte realistisch mit wunderbarem Klang dargestellt.
Ich war von dem Roman total gefangen genommen und gebe eine gute Leseempfehlung.

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diese Geschichte umspannt vier Generationen von Urgroßmüttern, Großmüttern, Müttern und Töchtern. im Fokus stehen Anni und ihre Enkelin Chrissy.
Anni wächst in Rumänien auf und verlässt ihr Heimatland Richtung Deutschland, als sie jung schwanger wird. Anni tut trotz begrenzter Möglichkeiten ihr Bestes, um für ihre Tochter Helene zu sorgen. bestimmt wird ihr Leben durch ihre Arbeit bei dem Versandhändler Quelle (Frau Schickedanz) und ihrer Enkelin Chrissy, die sie großzieht. durch diverse Rückblenden lesen wir von Annis Vergangenheit und erfahren auch durch Chrissys Erzählungen - die nach Annis Tod das von ihr geerbte Haus leer räumen muss - aus ihrer Kindheit mehr über Anni.
diese Geschichte wird getragen von Annis Kampfgeist, ihrem Lebenswillen, ihrer Aufopferung ihrer Enkelin gegenüber, aber auch von den zerrütteteren Mutter-Tochter-Verhältnissen, die in dieser generationenübergreifenden Lebensgeschichte beleuchtet werden.

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Christinas Großmutter Anni, bei der sie aufgewachsen ist, hat ihr ein Häuschen im Raum Nürnberg vererbt. Für Christina kam Annis Tod überraschend, sie hatte – aus der Distanz ihres Lebens in Berlin - die Mitte 70-Jährige für geistig und körperlich noch fit gehalten. Am Ende des Sommers wirkt der Garten schon nach kurzer Vernachlässigung verdorrt. Ihn Annis Ansprüchen wieder anzugleichen, wäre eine Mordsarbeit. Anni stammt aus einer deutschen Familie im Banat. Gartenarbeit war dort Pflicht, Lebensgrundlage und Mittel zur Abgrenzung gegenüber anderen Volksgruppen. Eine Wahl, keine Lust zu haben oder sich die Arbeit erleichtern zu wollen, existierte nicht. Zum Leben mit Garten gehörten die Sommerküche außerhalb des Hauses ebenso, wie das gegrillte Gemüse für Sakuska und die Trauben, die natürlich nur hier im Klima Rumäniens in dieser Qualität wuchsen. Christina wird sich in Annis Haus (das die Großmutter von ihrem Onkel geerbt hatte) mit ihrer Mutter Helene treffen. In der Zwischenzeit rekapituliert sie ihr Aufwachsen bei Anni und realisiert, dass ihre Großmutter das Banat mit nach Deutschland brachte und sich damit einen eigenen Kerker schuf.

Als Anni circa in den 1960ern ungeplant schwanger wird, überlistet sie raffiniert das korrupte System, in dem stets jemand die Hand aufhält, und flüchtet mit offizieller Reiseerlaubnis zu ihrem Bruder in die Region Nürnberg/Fürth. Nachdem Onkel und Patentante ihr deutlich die Tür gewiesen haben, bleibt Anni nur, beim Bruder unterzuschlüpfen, der äußerst bescheiden lebt. Sie wird bis zur Insolvenz des Versandhauses & Reisebüros Quelle 2009 dort arbeiten und sich - nach einer persönlichen Begegnung mit der Inhaberin Grete Schickedanz - mit der Firma überidentifizieren. Annis Tochter Helene lebt seit langem in den USA und hat offenbar Christina bei der berufstätigen und in einfachen Verhältnissen lebenden Anni zurückgelassen. Die Familienbeziehungen, die ich gern mit einer Ahnentafel im Blick behalten hätte, und die besondere Art der Hoffmanns, um die Dinge herumzureden, lassen ahnen, dass in dieser Familie nichts einfach sein wird. „Wir verkleiden unsere Worte gern“. Wenn "da" auch "hier" bedeutet und man sich über die Bewegung von da nach hier streitet, kann das die Probleme nur verschlimmern.

Nadine Schneider erzählt das Schicksal der vier Frauen (Annis Mutter, die nicht mit nach Deutschland aussiedeln wollte, Annie, Helene und Christina), von denen die beiden älteren Frauen Banater Traditionen verinnerlicht haben, mit denen die deutsche Minderheit sich von anderen Nationalitäten im Vielvölkerstaat abgrenzte. Enkelin Christina wechselt in Ichform zwischen Gegenwart, Kindheitserinnerungen, Träumen, Dokumenten und einem vom Onkel gedrehten Video der „alten Heimat“. Über Anni in mehreren Lebensabschnitten erfahren wir aus der Perspektive einer neutralen Erzählstimme, die indirekt durch Annis Erleben auch von ihrer Mutter berichtet. Konflikte zwischen den Frauen werden überlagert durch die seit der Kränkung durch die staatliche Enteignung landwirtschaftlichen Besitzes 1945 andauernde Willkürherrschaft, in der man stets damit rechnen musste, dass einem etwas genommen wird, das andere Menschen begehren. Annis Schicksal steht stellvertretend für Erlebnisse weiterer geflüchteter oder ausgesiedelter Volksgruppen, die mit einem neuen Garten die Sehnsucht nach der alten Heimat lebendig halten. Wer hätte in einer Familie mit Schicksalen Geflüchteter nicht über Generationen von Vaters besonderem Apfelbaum erzählt, vom Dorfteich, in dem man Schwimmen lernte, oder eben den besonderen Trauben, für die ein letztes Mal ein Trieb von Großmutters Rebstock geholt wird …

Fazit
Ein berührender Roman, der einige Geduld erfordert, wenn Helenes Geschichte durch das Erzählen über Anni allmählich Gestalt annimmt. Die Autorin erzählt einfühlsam vom Leben in zwei Ländern, vom Zurücklassen beider Leben und wirft dabei einen Blick. auf deutsche Wirtschaftsgeschichte nach 1945.

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Das gute Leben, das Anni für sich, ihre Tochter und später auch Enkelin schaffen und schließlich um jeden Preis festhalten möchte, gleitet ihr dabei selbst ein wenig durch die Hände; und es ist schmerzhaft, ihr dabei zuzusehen und zuzuhören. Das zeigt, dass Nadine Schneider feinfühlig differenzierte, mehrdimensionale Charaktere angelegt hat, die die Geschichte authentisch und einnehmend erzählen. Ich hab mich gern im Lesen verloren, mich dem Erzählten hingegeben und mich über eine weitere migrantische Perspektive, die Wissen und Erleben erweitert, gefreut.

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Ein wunderbarer Roman, der vier Frauengenerationen und deren wechselseitige Einflussnahme umfasst.

Generationen

Anni ist tot und Christina, ihre Enkelin, steht vor dem Erbe, einem Haus in der Nähe von Nürnberg. Aber anstatt dass sie rasch alles ausräumt und Ordnung schafft für den Verkauf, schweifen ihre Gedanken zur Oma, bei der sie aufgewachsen ist und lässt deren Leben Revue passieren – Annis Neuanfang in Deutschland, nachdem sie Rumänien verlassen hat, ein fordernder Job bei der Quelle und ein kleines Kind, das sie alleine aufziehen hat müssen.

Voller Poesie und doch so nah an der harten Realität schreibt Nadine Schneider, bildhaft und gefühlvoll fließen die Szenen aus ihrer Feder und verschwimmen fern jeglicher Chronologie zu diesem wunderbaren Roman. Vier Generationen haben teil am Geschehen, manche nur am Rande, Anni deutlicher und Christina als Ich-Figur muss schlussendlich die Scherben aufsammeln und aus der Geschichte ihrer Vorfahren ihr eigenes Leben zurechtzimmern. Aus den unterschiedlichen Blickwinkeln von Anni und Christina wird das Leben von vier Frauengenerationen betrachtet und besonders der Einfluss der Altvorderen auf ihre Nachkommen dargestellt. Was erwarten die Älteren, wie fühlen die Jüngeren, hat jemand Schuld am Lebensfluss der anderen in der Familie? Wer darf Vorhaltungen aussprechen und wer hält sich für zu minder? Warum flieht man aus der aktuellen Konstellation und was gibt man an seine Kinder und Enkel weiter? Ein schier unendliches Kaleidoskop aus unterschiedlichsten Gefühlen dreht sich im Kreis und reißt den Leser mit, lässt in der Rückschau erkennen, dass alle ihre berechtigten Perspektiven und Vorstellungen vom Leben haben und dass es so viel mehr gibt als Schwarz und Weiß.

Ein großartiger Roman mit viel Realitätssinn und Blick auf die Wahrheit, die für jeden eine andere ist – absolut lesenswert!


Titel Das gute Leben
Autor Nadine Schneider
ASIN B0FW7VS9G5
Sprache Deutsch
Ausgabe ebook, ebenfalls erhältlich als Taschenbuch (304 Seiten) und Hörbuch
Erscheinungsdatum 25. Februar 2026
Verlag S. Fischer

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Das "gute Leben", das Anni sich wünscht, als sie Rumänien schwanger verlässt und nach Deutschland reist, will sich nie so richtig einstellen. Anni kann sich nur begrenzt um ihre Tochter Helene kümmern und kann ihr auch nie so richtig ihre Liebe zeigen, zumal sie das selbst nie erfahren hat. In Rumänien hatte sie zu funktionieren und zurück kann sie auch nicht. Sie fängt an als Packerin bei "der Quelle" zu arbeiten, bewundert die Geschäftsführerin Schickedanz, die sie zeit ihres Lebens bewundert. Als sie dann ihre Enkelin Christine aufzieht, weil ihre Tochter in die USA auswandert, versucht sie an ihr einiges gut zu machen. Nun ist Anni tot und Christine erbt das Haus und die Erinnerungen brechen über sie herein.
Die Beziehungen der Frauen zu ihren Müttern sind durchgängig schwierig, Anni ist geprägt davon funktionieren zu müssen und fühlt sich nie ganz zugehörig in Deutschland. Auch die Ängste und Sorgen aus Rumänien lassen sie nie ganz los. Gegen Ende ihres Lebens lässt Anni hin und wieder den Gedanken zu, dass sie möglicherweise kein so glückliches Leben führte, aber meist verwirft sie derlei Gedanken schnell wieder, bevor sie sie vollends aus der Fassung bringen.
Das Buch hat mir gut gefallen, Nadine Schneider gelingt es sehr gut, die Spannungen in den Beziehungen herauszuarbeiten. Auch spürt man, dass es zwar Bemühungen gibt, die Verhältnisse untereinander zu ändern, aber alle in alte Verhaltensmuster zurückfallen und es am Ende nicht schaffen.
Hin und wieder gibt es Längen, da fand ich das Lesen etwas zäh, grundsätzlich hat mir die Story aber gut gefallen.

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Das gute Leben von Nadine Schneider
Ein besonderer Mütter-Töchter- Roman über vier Generationen.
Spannend geschrieben, man möchte danach in der eigenen Familie nachforschen in der Vergangenheit.

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"Das gute Leben" von Nadine Schneider ist ein wunderschönes Buch über die Entscheidungen im Leben, die Suche nach dem Glück und Selbstfindung.
In unglaublicher Leichtigkeit und doch in einer Intensität erzählt, die es einem schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen.
Erzählt wird die Handlung aus Sicht von Anni, die aus Rumänien flieht und ihr Glück in Deutschland sucht.
Und aus Sicht von Christina, Annis Enkelin, die bei ihrer Großmutter aufwächst und nach deren Tod Annis Haus erbt.
Nadine Schneiders Charaktere sind sympathisch, mit all ihren Schwächen, ihren Hoffnungen und der Suche nach dem Glück.
Bei der Lektüre hatte ich manchmal das Gefühl, in Annis Garten zu stehen und den Duft der Blumen zu riechen.
"Das gute Leben" ist ein Buch, das sich zwar leicht liest, mit Sicherheit aber Eindruck hinterlässt und einem zum Nachdenken veranlasst.
Ein Hingucker ist zudem das wunderschöne Cover, das meiner Meinung nach hervorragend zum Buch passt.

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Ein sehr berührendes, melancholisches und ganz besonderes Buch.

Christina erbt das Haus ihrer verstorbenen Großmutter Anni. Anni, die in den sechziger Jahren aus Rumänien nach Deutschland ausgewandert ist, um dort ein besseres Leben aufzubauen und der Armut zu entkommen. Helene, die Tochter von Anni und Mutter von Christina, die diesem Leben mit ihrer Mutter wiederum entkommen will und sich ein neues Leben in Florida aufbaut. Und Anni‘s Mutter, die sich bis zu ihrem Tod ein Leben außerhalb Rumäniens nicht vorstellen kann.

Nadine Schneider schreibt in „Das Gute Leben“ eine Geschichte über die Frage, was das gute Leben ist. Und eine Geschichte über das Auswandern, das Neu-Ankommen, das Fremdsein und das Arbeiten, um sich doch genau dieses gute Leben erschaffen zu können. Die Sprache ist dabei so berührend, dass ich stets mit Anni mitfühlen konnte, wie es ist, einsam zu sein, allein zu sein, nur zu arbeiten, um sich und das Kind durchzubringen und sich dabei zu fragen, ob das wirklich das gute Leben sein kann, das sie sich doch erhofft hat in Deutschland.

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„Die stillen Tage sind in der Überzahl“

Einen unbekannten Autor zu entdecken ist wie in ein fremdes Land reisen. Man hofft, dass die Erzählungen anderer stimmen, dass es dort schön, aufregend und interessant ist. Erst wenn man wieder zu Hause ist, wird man selbst urteilen. Über Nadine Schneider wusste ich vor der Lektüre von „Ein gutes Leben“ nur das, was ich als Werbetext und kurze Biografie gelesen hatte. Wochenlang lag das Buch in meinem Reader, zweimal begonnen, und war ich nicht über die ersten 20 Seiten hinausgekommen. Als wäre ich in einem fremden Land, aber kurz hinter der Grenze gestrandet. Der dritte Anlauf ist mir dann gelungen und plötzlich war ich mittendrin, konnte nicht mehr zurück und nicht mehr aufhören zu lesen.
Es gibt bereits zwei Romane von Nadine Schneider, 2021 erschien „Wohin ich immer gehe“ und erst 2025 „Drei Kilometer“. Beide habe ich noch nicht gelesen, aus den Klappentexten weiß ich aber, auch diese spielen wie der neueste Roman in Rumänien, handeln von Rumäniendeutschen, von Flucht, Auswanderung nach Deutschland, Überlebenskämpfen. Ich erinnerte mich z. B. an die Romane „ë“ von Jehona Kicaj oder an „Onigiri“ von Yuko Kuhn, oft geht es in heutigen Romanen um die Probleme von nach Deutschland eingewanderter Frauen, die mit unterschiedlichsten Schwierigkeiten konfrontiert und auch in unterschiedlichsten Milieus zu Hause sind. Das lässt mich auch zurückdenken an meine Mutter und Großmutter, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostdeutschland einen Neuanfang nach der Flucht wagen mussten.
Dieser Roman bildet ein ganzes Familienleben ab, beginnend mit Christinas Urgroßmutter, ihren Vornamen fand ich nicht im Buch, dann Anni, die Großmutter, die beinahe eine Mutter für Christina war, und Helene, Christinas Mutter, die nach Florida auswanderte, ja, eher flüchtete vor der Enge eines geregelten Mutter-Kind-Daseins. Obwohl es Christina ist, die diese Familiengeschichte erzählt, sie zusammensetzt aus Rückblicken, aus selbst Erlebtem, aus Erdachtem und Erträumten, ist Anni der Mittelpunkt dieses Romans.
Anni stirbt nach einer Herz-OP viel zu früh, jedenfalls für Christina ist es zu früh, denn sie erbt das Häuschen von Anni, in dem sie aufgewachsen ist. Das folgende Zitat steht für mich für den ganzen Roman, es zeugt von Liebe und Herzensbildung: „Wir hatten noch Zeit, da war ich mir sicher, wir hatten Zeit, und ich würde sie fragen können, ich würde einmal an irgendeinem guten Tag meinen Mut zusammennehmen und sie alles fragen, und ich würde mich diesmal nicht abwimmeln, mich nicht mit Floskeln abspeisen lassen und mit der wegwerfenden Handbewegung, dem Ausstoßen der Luft, ich würde diesmal nicht zulassen, dass Anni ihre Vergangenheit mit nur einer Geste aus unserem Sprechen verbannte, dass sie mich mit nur einer Geste um etwas betrog, um das Wissen, wer sie war und wer sie ist.“ Christina setzt ihr mit dem im Roman Erzählten einen Gedenkstein, der nicht schöner und größer sein könnt.
Die Kontaktaufnahme zu Helene, ihrer nicht nur räumlich sehr fernen Mutter, gestaltet sich schwierig. So geht man mit Christina zurück in der Zeit, zu ersten kindlichen Erinnerungen an die rumänische Urgroßmutter, das alte Haus, die sengend heißen Sommertage. Dann wieder erlebt man Anni, die Rumänien verlassen will für ein freies selbstbestimmtes Leben in Deutschland, die ihre Heimat noch heimlich verlassen muss und schwanger ist, die bei ihrem Bruder Unterschlupf und später bei „der Quelle“ eine Arbeit findet. „Die Quelle“ und Frau Schickedanz, das sind Annis lebhafteste Erinnerungen, die sie der Enkelin und wie auch der Tochter immer wieder ins Gedächtnis bringt. Man könnte darüber lachen, aber Anni war das sehr ernst, eigentlich zu Hause fühlte sie sich bei der Arbeit, erst in ihrem eigenen Häuschen, das sie erbte, wird sie doch etwas heimisch.
Das gute Leben, danach hat sich Anni immer gesehnt, nach ihrem Tod bleibt bei Christina und Helene die Erkenntnis „Sie war mit dem Erreichen so beschäftigt, dass sie von dem, was sie erreicht hat, schon gar nichts mehr mitgekriegt hat.“
Jede Generation in diesem Roman hat eigene Erfahrungen, zieht eigene Schlussfolgerungen, so wie das im Leben normal ist. Nachträglich ändert man ein Leben nicht mehr. Aber man kann, wie Christina, an jedem beliebigen Ort der Erde Neues beginnen, das Alte muss man deshalb nicht vergessen.
Fazit: Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, geschrieben mit leichter Feder, die so viel Schweres bewältigen kann. Das Zitat „Die stillen Tage sind in der Überzahl.“ drückt für mich Annis Lebensgeschichte und Christinas Nacherleben aus. Das wunderschöne Cover wird dieses Buch zusätzlich auf dem Ladentisch glänzen lassen.

Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.

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Das gute Leben ist eine Mütter-Töchter Geschichte über vier Generationen.
Ein Buch von Abschied, Neuanfang und Arbeit des Lebens. Anni kommt aus Rumänien nach Deutschland erzieht hier ihre Tochter und Enkelin. Sie arbeitet bei Quelle und verpackt den neuen Wohlstand. Sehr Pflichtbewusst erledigt sie ihre Aufgaben um jedem zu genügen und vergisst sich selbst dabei. Nach Anni's Tod erbt Christina das Haus in dem sie mit Anni lebte und lässt die Familiengeschichte Revue passieren.
Sehr gut geschrieben und sehr lesenswert

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Das war mal ein Wohlfühlbuch vom feinsten, ein Buch über Generationen die wirklich stark waren.

Ich habe es sehr genossen diese Geschichte zu lesen. Ich konnte einfach mal abschalten und es genießen, binnen ein paar Stunden habe ich es gelesen und für toll empfunden.

es war voller Gefühle und Emotionen, mit viel Tiefgang aber auch Humorvollen Unterhaltungen.

sehr ehrlich, authentisch und warmherzig

Ganz klare Leseempfehlung

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Das gute Leben
Von Nadine Schneider

Wer wünscht sich das nicht - ein gutes Leben und ein besseres für die Tochter. Anni kommt in den sechziger Jahren aus Rumänien nach Deutschland um hier das bessere Leben zu finden. Sie kommt in Fürth bei Quelle unter und rackert für ihre Tochter Helene ab.
Die nächste Generation möchte es wieder besser machen. Christina, Tochter von Helene, baut sich ein neues Leben in Florida auf. Und dann wäre da noch die Urgroßmutter, die Rumänien nie verlassen hat…

Vier Frauen, vier Generationen und alle auf der Suche…kommen sie jemals wo an? Im Zentrum stand für mich Anni, ich konnte mich sehr gut in die Schicksale und Beweggründe einfühlen.

Ein warmherziges Buch!

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Christina ist bei ihrer Großmutter Anni aufgewachsen.
Jetzt kehrt sie ins kleine Haus der verstorbenen Großmutter in der Nähe von Nürnberg zurück, naja eigentlich um dort alles aufzulösen. Es ist Sommer, heiß und drückend. Eine bleierne Stille umgibt das Haus und Christinas Gedanken gehen zurück in die Vergangenheit. Anni kam aus Rumänien um in Deutschland ihr Kind Helene allein aufzuziehen, fand Arbeit in den Wirtschaftswunderjahren bei Quelle und war doch nie in Deutschland richtig heimisch. Eine Arbeit zu haben, eine gute Mutter sein und ihren Pflichten nachzugehen das war für Anni ihr Leben. In Rückblenden, die nicht ganz chronologisch sind werden die Leben der drei Frauen beschrieben. Es sind allerdings oft kleine, markante Szenen, die die drei Frauen und deren Gemütszustand sehr gut beschreiben. Sie sind still, präzise diese Szenen, ein bisschen analytisch. Es liegt ein heller, Schleier über allem, in der Hitze flirrend, Anni ist das wichtigste Gestirn um das sich alles dreht. Ein schöner, atmosphärischer Roman der mit sehr gut gefallen hat. Eine Geschichte über eine Frau, die ihren Platz in der Welt sucht.

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