Miss Kim weiß Bescheid

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Erscheinungstermin 06.10.2022 | Archivierungsdatum 01.04.2023

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Zum Inhalt

Nach ihrem feministischen Weltbestseller »Kim Jiyoung, geboren 1982« widmet sich die koreanische Autorin Cho Nam-Joo weiterhin dem Schicksal von Frauen in ihrem Land, die unter den patriarchalen Strukturen leiden. Acht Frauenleben werden beleuchtet und wieder gelingt es der Autorin, dass sich Frauen weltweit angesprochen fühlen. 

»Miss Kim weiß Bescheid« versammelt die Leben von acht koreanischen Frauen im Alter von 10 und 80 Jahren. Jede einzelne dieser stellvertretenden Frauenbiografien wird vor einem aktuellen gesellschaftlichen Thema in Korea verhandelt: das heimliche Filmen von Frauen in der Öffentlichkeit, Hatespeech und Cybermobbing auf Social-Media-Plattformen, häusliche Gewalt, Gaslighting, weibliche Identität im Alter und die Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz. Auch sich selbst, die plötzlich weltbekannte Autorin, nimmt sie ins Visier. Ihr Erfolg ermöglicht ihr einerseits, ihr Leben als Schriftstellerin komfortabel zu führen, andererseits lässt sie der Hass, der ihr vor allem im Netz begegnet, nicht kalt. Cho Nam-Joos meisterhaftes Können besteht in der glasklaren Sprache, in der sie ihre Prosa verfasst und gleichzeitig in dem genauen Blick auf die Ungerechtigkeiten Koreas, den sie mit nichts verschleiert, sondern im Gegenteil messerscharf zu Papier bringt. Wie schon bei »Kim Jiyoung, geboren 1982« sind auch die Schicksale dieser acht Frauen nicht annähernd so weit von uns weg, wie wir meinen und hoffen. 

Nach ihrem feministischen Weltbestseller »Kim Jiyoung, geboren 1982« widmet sich die koreanische Autorin Cho Nam-Joo weiterhin dem Schicksal von Frauen in ihrem Land, die unter den patriarchalen...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462003499
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 304

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Interessant und unterhaltsam;
In acht Kurzgeschichten, die aus der Perspektive von Mädchen und Frauen erzählt werden, lernt man deren Leben und Alltag in Korea kennen. Man bekommt Einblicke ins koreanische Leben und die Anforderungen an Frauen ganz nebenher vermittelt, da die Geschichten sehr interessant und unterhaltsam sind. Ich konnte mich in viele der Personen hineinversetzen, da es die Autorin schafft, Gefühle und Gedanken universell zu vermitteln. Die Frauen versuchen, sich selbst inmitten von Konkurrenz, Pflichten, Selbstaufgabe nicht zu verlieren und ihre Freundschaften und Lebensträume zu bewahren. Das Ganze war für mich sehr leicht nachzuvollziehen und besonders gut hat mir das Kapitel mit dem „Abschiedsbrief“ an den kontrollsüchtigen Verlobten gefallen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und ich hatte viel Spaß beim Lesen und fühlte mich sehr gut unterhalten.

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Cho Nam-Joo nimmt uns in ihrem neuen Roman "Miss Kim weiß Bescheid" mit in das Korea unserer Zeit. Acht Frauenschicksale, von der Zehn- bis zur Achtzigjährigen, erzählen vom Leben in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft, in der sie ihren Platz, ebenso wie ihr Glück, finden müssen. Psychische Gewalt, Unterdrückung, Cybermobbing, sowie Corona und das Altern spielen eine Rolle. Obwohl die Autorin in einer klaren, fast distanzierten Sprache erzählt, rücken die Frauen mit ihren ganz persönlichen Schicksalen, stellvertretend für viele andere, nahe an einen heran. Für einen kurzen Moment ist man Zeuge ihres Lebens, ihrer Gedanken und Gefühle und fühlt sich mit ihnen verbunden. Für mich ein wertvolles Leseerlebnis, das ich anderen Leserinnen gerne ans Herz legen möchte.

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Schockierend, verstörend und sehr real.
Ein höchst interessanter Einblick in die südkoreanische Lebensweise. Definitiv lesenswert

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Neue grandiose Literatur aus der Feder von Choo Nam Joo. Bereits der Vorgänger Roman hat mir gut gefallen gehabt, aber dieses Buch hier ist nochmal um Längen besser geschrieben und interessanter meiner Meinung nach.

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Ich mag das Cover ziemlich gerne, vielleicht auch weil es ziemlich plakativ ist. Die Frau auf dem Cover ist nur schemenhaft dargestellt und dadurch können die Geschichten alle Frauen in Korea betreffen, manchmal vielleicht nur in fragmentarischen Ausschnitten, manchmal vielleicht mit einer nahezu identischen Geschichte.

In dem Buch werden 8 Kurzgeschichten dargestellt, die alle verschiedene Geschichten von Frauen in unterschiedlichen Situationen erzählen. Es geht um die weibliche Identität im Alter, die (Un-)Selbständigkeit koreanischer Frauen, die Emanzipation von der Familie, aber auch um Hasskommentare, Gaslighting und Ungleichbehandlung im Job.

Ich mochte Kim-Jiyoung, geboren 1982 unglaublich gerne und war überrascht, wie sehr mich die Geschichte überzeugt und gefesselt hat, obwohl es um eine Thematik ging, mit der ich zuvor in der Ausprägung gar nicht beschäftigt hatte. Aus diesem Grund war ich auch sehr gespannt, was ich von diesem Buch halten würde und wurde zum Glück nicht enttäuscht, obwohl ich mir auch hier nicht sicher war, was genau ich zu erwarten hatte. Doch schon der Schreibstil sorgt dafür, dass ich direkt in die jeweiligen Geschichten eintauchen konnte. Er ist leicht und eher leise, doch schafft es dennoch eine gewaltige Aussagekraft zu verbreiten.

Ich mochte auch, dass es sich hierbei um Kurzgeschichten handelt. Ich hatte schon Bücher, wo diese wie einfach nicht fertiggestellte Ideen für Bücher wirkten, aber dies ist hier überhaupt nicht der Fall. Jede einzelne der Geschichten ist perfekt ausgearbeitet und zeigt eine Facette des Lebens als Frau und Korea. Ich fand es super spannend zu sehen, wie wenig gleichberechtigt sie in vielen Dingen sind und wie selbstverständlich Männer annehmen, dass das so vollkommen in Ordnung ist. Mich hat das an manchen Stellen extrem wütend gemacht, weil es so ungerecht ist und es oft keine wirkliche Lösung für das Problem gibt, zumindest keine einfache. Zudem lässt sich vieles nicht nur auf die koreanische Gesellschaft anwenden, sondern es gibt einige Situationen, die wahrscheinlich den meisten Frauen bekannt vorkommen. Das und die Betrachtung der verschiedensten Generationen macht das Buch so wichtig, so beachtenswert, weil es zum einen zeigt, dass sich einige Ansichten auch über die Zeit nicht geändert, sondern lediglich die Erscheinungsform angepasst haben. Oft haben die Geschichten kein wirkliches Happy End, manchmal nicht eine Auflösung, aber das hat mich so gar nicht gestört, weil sie dadurch noch mehr ihre Aussage verdeutlichen und wirklich wie Erzählungen aus dem Alltag wirken.

Alles in allem ist das Buch wirklich sehr lesenswert, weil man immer wieder kleine Eindrücke aus dem Alltag verschiedenster Frauen bekommt, die mit Mobbing, Hassnachrichten, Benachteiligungen in der Familie, aber auch Armut und Gewalt zu kämpfen haben. Man denkt über viele eigene Erlebnisse noch einmal anders nach und obwohl es oft frustrierend ist, dass es hier keine wirklich gute Lösung zu geben scheint, ist das leider die Realität, die dadurch nur glaubwürdiger dargestellt wird.

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Diese Sammlung von Kurzgeschichten von Cho Nam-Joo stellt in ihrem sehr angenehmen, klaren Erzählstil dar, in welchen Lebenssituationen sich Frauen verschiedener Altersgruppen im heutigen Korea (und eventuell auch allen anderen Ländern der industrialisierten Welt) befinden, welche Probleme ihnen begegnen und wie sie ihr Leben wahrnehmen. Diesen Vergleich sowohl zwischen den Generationen als auch möglicherweise zwischen den Kulturen finde ich sehr spannend. Die einzelnen Geschichten stehen jede für sich, so wie keine Frau genau die gleichen Erfahrungen macht wie eine andere, verweben sich aber miteinander und ergeben gemeinsam ein Mosaikbild, das der gesichtslosen Frau auf dem Cover verschiedene Züge verleiht.

Allgemein lese ich lieber längere Geschichten, die mehr Raum für Charakter- und Weltaufbau sowie Handlungsentwicklung bieten, insofern haben es Kurzgeschichten bei mir als Leserin etwas schwerer. Vielleicht hat mir deshalb auch „Die Nacht der Polarlichter“, die längste Geschichte der Sammlung, inhaltlich und mit ihren Figurenbeschreibungen am besten gefallen. Die restlichen Geschichten fand ich zwar konzeptionell, als Ausformungen jeweils eines bestimmten gesellschaftlich aktuellen Themas, interessant, leider haben mich aber nicht alle gleichermaßen berührt oder bewegt. Vielleicht liegt dies aber auch in der anderen kulturellen Mentalität begründet, in die ich mich nicht hineinversetzen kann, wodurch gewisse Nuancen nicht anklingen konnten.

Auch wenn vielleicht nicht jede einzelne Geschichte jede*n Lesende*n anspricht, ergibt sich aus ihnen ein facettenreiches Gesamtbild der Frau in der koreanischen Kultur.

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In „Miss Kim weiß Bescheid“ erzählt die Autorin Cho Nam-Joo acht Geschichten von koreanischen Frauen aller Altersklassen. In diesen sehr unterschiedlichen Erzählungen werden aktuelle gesellschaftliche Themen in Korea behandelt. Mal ist es die Schwester, Frau, Mutter, Tochter oder auch Schwiegertochter deren Leben beleuchtet wird.

Mir hat jede einzelne Geschichte sehr gut gefallen. Jede war auf ihre Art einzigartig und wunderbar erzählt. Mal war die Botschaft sehr deutlich, ein anderes Mal musste man eher zwischen den Zeilen lesen. Aber immer wieder war es sehr bewegend und stimmte einen nachdenklich.
Die Protagonistinnen werden authentisch dargestellt, sodass man zu jeder Person eine Bindung aufbauen kann. Mit einer sehr ruhigen Erzählweise schafft es die Autorin, dass man mit den Frauen mitfühlen kann und für kurze Zeit einen Einblick in deren Leben erhält.

Sehr spannend und eindrucksvoll erzählt und daher eine klare Leseempfehlung meinerseits!

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Mit seinen zahlreichen Zahlenangaben und Quellenhinweisen wirkte Cho Nam-Joos Roman „Kim Jiyoung, geboren 1982“ streckenweise wie eine sozialwissenschaftliche Arbeit zur Lage koreanischer Frauen. Daher war ich sehr neugierig, ob auch ihre Kurzgeschichten im Fakten-Fiktion-Mix verfasst sein würden. Handwerklich ausgefeilt zeigt die Autorin jedoch nach allen Regeln der Kunst in jeder Story einen Ausschnitt aus dem Alltag von Mädchen und Frauen zwischen 10 und 80 Jahren, erzählt in der Ichform.

In „Unter dem Pflaumenbaum“ treffen wir Dongju, die noch nicht einmal einen eigenen Vornamen wert war, sondern als „letzte Tochter“ dem Aberglauben ihrer Mutter zu dienen hatte, die später prompt zwei Söhne gebar. Nachdem sie als Jugendliche ihre Geschwister aufgezogen hatte, ertrug sie das Joch ihre enttäuschenden Ehe, unterstützte ihre Schwester und betreute schließlich ihr Enkelkind. Schicksale wie Dongjus, das Joch der Pflichten von ihrer Mutter nach unten durchgereicht zu bekommen und auch im Alter daran gekettet zu bleiben, ziehen sich durch alle 8 Kurzgeschichten. Die Hauptfiguren sind nicht etwa klassische Hausfrauen, unter deren Dach erwachsene Söhne wieder zu Kindern werden, da Männer ja nicht aufräumen und putzen können, sondern auch junge, berufstätige Frauen.

In „Trotz“ lernen wir eine erfolgreiche Autorin kennen, die mit einer ehemaligen Lehrerin einen juristischen Streit um eine Roman-Idee auszufechten hatte. Heute ist sie als Mutter aller Feministinnen verschrien und Ziel von Hasskommentaren in den sozialen Medien - weil sie über Frauen in patriarchalischen Strukturen schreibt. In „Weggelaufen“ hebt ein 72jähriger Familienvater, der im Arbeitsleben nicht einen Tag gefehlt hatte, sein gesamtes Vermögen ab und verschwindet. Endlich will er tun, was ihn interessiert. Er lässt eine lebensuntüchtige Frau zurück, die sich ihm in allen Fragen unterworfen hatte, freiwillig, wie er behaupten würde. Miss Kim aus der titelgebenden Erzählung ähnelt verblüffend Figuren, die in hierarchischen Strukturen zwar nicht für ihre Bedürfnisse einstehen können, aber mit der „Rache des Archivars“ bei ihrem Abgang ein heilloses Durcheinander hinterlassen, das Chefs und Kollegen so bald nicht vergessen werden.

In „Lieber Hyunnan“ kämpft sich die Erzählerin aus der toxischen Beziehung mit einem Kontrollfreak, dem sie leichtsinnig sämtliche Entscheidungen über ihr Leben überlassen hatte. „Nacht der Polarlichter“ stellt uns eine fast 60-Jährige und ihre Schwiegermutter vor, die gegen das Tabu verstoßen, dass eine Koreanerin nicht mit ihrer Schwiegermutter befreundet sein darf - und vor allem nicht ihr Alter frei von Care-Arbeit genießen. „Große Mädchen“ zeigt die Probleme einer Tochter auf, deren Mutter ihr Leben lang für Frauenrechte aktiv war und im hohen Alter doch in die Falle der Care-Arbeit tappt, die heruntergereicht wird, bis es keinen Widerspruch mehr gibt.

Wir erleben nicht nur Korea-typischen Konflikte, sondern sie sind „nicht annähernd so weit von uns weg, wie wir meinen und hoffen“, stellt die Autorin im Nachwort treffend fest. Cho Nam-Joo zeigt beispielhaft, wie in den Industriestaaten gerade der Generationenvertrag gekündigt wird, indem die Care-Arbeit (z. B. durch unzureichende staatliche Kinderbetreuung) wieder als privates Problem definiert wird. Gestresste Väter sind ohnehin nicht verfügbar, Mütter hetzen sich zwischen Kita und weiteren Babysittern ab. Die Frauen jedoch, die am Ende einspringen, werden im Alter niemanden mehr haben, der sie pflegt. Patriarchalische Strukturen und toxische Beziehungen breiten sich aus, wo Frauen ihnen Raum bieten, das wird in diesen Geschichten deutlich

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Acht Geschichten, acht unterschiedliche Leben und acht Erfahrungen mit Diskriminierung im Alltag. Jede der Frauen ist unterschiedlich und dennoch könnte jede eine von uns sein.

Nachdem ich im letzten Jahr bereits von „Kim Jiyoung, geboren 1982“ begeistert war, war ich dementsprechend sehr auf Cho Nam-Joo’s zweiten Roman gespannt.
Im Gegensatz zu ihrem Debütroman handelt es sich hierbei nicht um eine einzelne Geschichte, sondern um 8 Kurzgeschichten.

In jeder der Geschichten tauchen wir in das Leben einer koreanischen Frau ein. Diese Frauen führen komplett unterschiedliche Leben, befinden sich in unterschiedlichen Altersgruppen, Gesellschaftsformen und Lebensphasen. Dennoch sind all diese Frauen darin vereint, negative Erfahrungen mit Alltagsdiskriminierung, -sexualisierung, so wie mit vorgeschriebenen Ansprüchen an sich selbst gemacht zu haben. Eine der Geschichten zeigt sogar autobiografische Züge.
Auch in diesem Buch spielt der Name „Kim“ wieder eine große Rolle, denn es gibt sehr viele Charaktere mit diesem Namen in den Geschichten. Jener Name ist sehr verbreitet in Südkorea und verdeutlicht dadurch noch einmal, dass solche Schicksale jede Frau betreffen können.

Obwohl alle Geschichten sehr unterschiedlich sind und in Südkorea spielen, fällt es als Leser einfach, sich in Situationen der verschiedenen Geschichten wiederzufinden. Zudem regen die Geschichten auch dazu an, über Situationen nachzudenken, über die man zuvor eventuell nicht viel nachgedacht hatte.
Darin, den Leser zum Nachdenken anzuregen, sehe ich auch die größte Stärke von dem Buch. Denn, wenn man die Geschichten für sich alleine betrachtet, so sind diese von sehr durchwachsener Qualität. Manche empfand ich durchweg sehr gut, anderen hatte jedoch einfach ein Höhepunkt gefehlt. Dadurch wirken manche Geschichten insgesamt doch etwas langweilig oder man bekam am Ende einer Erzählung das Gefühl, ganz plötzlich aus einer unvollendeten Geschichte rausgeschmissen zu werden.
Aus diesem Grund hatte mir „Kim Jiyoung, geboren 1982“ wesentlich besser gefallen, als die Sammlung der Kurzgeschichten. Trotzdem empfand ich das Buch insgesamt als lesenswert.

Fazit:
Die einzelnen Geschichten lassen den Leser sehr über die diskriminierung von Frauen im Alltag nachdenken. Wer sich dafür interessiert, wird definitiv Gefallen an diesem Buch finden. Jedoch würde ich das Lesen von „Kim Jiyoung, geboren 1982“ eher empfehlen, falls man von der Autorin noch nichts gelesen haben sollte.

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Ein Vater verlässt eines Tages seine Familie; die Tochter verfolgt anhand seiner Kreditkartenabrechnungen die Spuren. Wird er je zurückkehren? Eine junge Frau schreibt einen Brief an ihren Freund, den sie gerade für immer verlässt. Ständig hat er sie herabgesetzt und bevormundet, nun ist sie bereit für ein neues Leben. Eine Frau träumt davon, einmal im Leben die Polarlichter zu sehen. Zuhause ist sie ständig mit den Erwartungen ihrer Tochter konfrontiert und soll am liebsten dauerhaft den Enkel betreuen. Spontan bricht sie gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter nach Kanada auf – eine Reise, die das Leben beider Frauen für immer verändern wird.

In „Miss Kim weiß Bescheid“ versammelt Cho Nam-Joo Kurzgeschichten aus der Perspektive von insgesamt acht verschiedenen koreanischen Frauen, von der Schülerin bis zur Greisin. Sie alle sind in der Ich-Perspektive verfasst – vielleicht, um die Identifikation mit den Figuren einfacher zu machen – und beschäftigen sich mit relevanten Themen der koreanischen Gesellschaft. Sexuelle Belästigung und Hasskommentare in den sozialen Medien sind ebenso Gegenstand, wie die Stellung der Frau in Beruf, Beziehung und Familie. In einer Geschichte erzählt die Autorin sogar von sich selbst.

Schmunzeln musste ich über die Titel gebende Geschichte. Miss Kim arbeitet sich von einer kleinen Bürokraft zu einer unersetzlichen Angestellten hoch, die sich quasi um alles kümmert und jeden kennt. Die Geschäftsführung fühlt sich von ihr bedroht und kündigt ihr, woraufhin die junge Ich-Erzählerin ihre Nachfolge antritt. Doch immer wieder verschwinden nun Dinge aus dem Büro, Listen werden durcheinandergebracht und Kontaktadressen stimmen nicht mehr. Hat Miss Kim hier ihre Finger im Spiel?

Berührt haben mich vor allem zwei Geschichten: Einmal der Brief der jungen Frau, die ihren Partner nach Jahren der Unterdrückung endlich verlässt. Ihre Schilderung könnte im Lexikon neben dem Begriff „Gaslighting“ stehen. Und dann noch die gemeinsame Reise von Schwiegermutter und Schwiegertochter, welche die beiden nach dem Tod des Sohnes bzw. Ehemanns zusammenschweißt und beflügelt. Eine tolle Sammlung!

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Ein umwerfendes Buch!!!
8 Frauen in unterschiedlichen Szenen ihres Lebens in der Südkoreanischen Gesellschaft.
Authentisch, tiefgründig, kalt und real.
Das Leben, wie es ist und wo nur wir alleine die Macht haben etwas zu verändern.
Die koreanische Literatur ist für mich ein ganz besonderes Leseerlebnis.

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Wie schon "Kim Ji-Young, geboren 1982" ist auch dieses Buch einfach großartig.
Sachlich und dennoch packend und gut lesbar geschrieben erzählt Cho Nam-Joo in acht Kurzgeschichten die Geschichten von acht Frauen in Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Themen in Korea. Unter anderem behandelt sie Themen wie das heimliche filmen von Frauen in der Öffentlichkeit, Cybermobbing in sozialen Medien, häusliche Gewalt oder die weibliche Identität im Alter.
Während des Lesens fesseln die Protagonistinnen und ihre Geschichten einen und man beginnt sich in sie hineinzuversetzen und sich mit ihnen zu identifizieren.

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Sehr, sehr spannend! Eine tolle Autorin und eine sehr spannende Geschichte. Klare Leseempfehlung! Konnte gar nicht mehr aufhören...

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In gewohnt nüchtener Manier erzählt die Autorin Lebensausschnitte verschiedener Frauen. Sei es in der Rolle der Schwester, Tochter oder als Arbeitnehmerin und Autorin.
In vielen der Geschichten geht es im Grunde um Familie und Familienstrukturen. Leider haben mich einige Geschichten enttäuscht, weil sie fast alle dieselbe Struktur aufweisen: etwas in der Gegenwart lässt die Erzählerin Erinnerungen an verschiedenste Dinge abrufen. 'Lieber Hyunnam' hat mir am besten gefallen, hier lässt die Erzählerin eine toxische Beziehung Revue passieren, und 'Die Nacht der Polarlichter' kann aufgrund ihrer Länge und somit besser ausgearbeiteter Figuren punkten.
3,5 Sterne.

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Nach "Kim Jiyoung, geboren 1982" war ich sehr gespannt auf das neue Buch von Nam-Joo Cho! Wie bei ihrem Vorgänger werden ähnliche Themen verhandelt: Sexismus, unrealistische und veraltete Erwartungen an (koreanische) Frauen, die als Angestellte, Schülerin, Tochter, Ehefrau und Mutter funktionieren müssen. Interessant ist bei diesen Stories, dass die Erzählerinnen/Protagonistinnen unterschiedlichen Altersgruppen angehören, von ca. 10 bis 80. Das ermöglicht die Betrachtung verschiedener Problematiken, ob in der Schule (Corona-Pandemie, sexuelle Belästigung), am Arbeitsplatz (ungerechte Bezahlung, Gaslighting) oder in der Familie (Pflege von Angehörigen, eigene Probleme mit dem Älterwerden, schwierige Beziehungen zu Eltern, Geschwistern oder den eigenen Kindern).

Besonders stark fand ich die titelgebende Kurzgeschichte "Miss Kim weiß Bescheid" und "Lieber Hyunnam". Letztere ist in Form eines Abschiedsbriefs verfasst, durch den sich die Erzählerin von ihrem langjährigen Lebensgefährten und ihrer toxischen Beziehung losreißt. Emanzipiert, stark und mitreißend! Diese Lektüre hat mich wirklich gepackt!

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Realistische Schicksale

Nachdem ich das letzte Buch der Autorin geliebt habe, war ich richtig neugierig, was für Geschichten sie noch zu erzählen hat.
Durch die verschiedenen Kurzgeschichten erhält man einen guten Überblick über das Leben verschiedener koreanischer Frauen, in dem man trotz der Kürze, alle relevanten Informationen bekommt, um daraus etwas mitnehmen zu können.
Sämtliche Geschichten handeln von der Rolle der Frau in der koreanischen Gesellschaft und erzählen von realistischen Schicksalen, die auf mich sehr lebensnahe wirken. Aus einzelnen Geschichten hätte man auch leicht ein ganzes Buch schreiben können.
Die unterschiedlichen Geschichten waren teilweise sehr ergreifend und trotz der kulturellen Unterschiede in den meisten Fällen nachvollziehbar. Manche waren phänomenal und ich habe sie gleich mehrmals gelesen, andere haben mich nicht wirklich angesprochen und eine Geschichte habe ich tatsächlich nicht wirklich verstanden. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass mir die Kultur noch etwas fremd ist.
Der Schreibstil und die Wortwahl sind sehr elegant, die Themen wichtig und aktuell, und die Personen wirken authentisch.
Ich habe das Lesen sehr genossen.

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Nicht nur Frau Kim weiß Bescheid, leider wissen oft zu viele Bescheid und keiner macht was.
Nam-Joo erzählt sieben Geschichte über Frauen bzw. lässt die Frauen erzählen in unterschiedlichen Lebenssituationen meist bestimmt durch Gesellschaftsstrukturen oder gesellschaftlichen Zwängen. Man springt direkt in die Geschichte hinein und lernt die jeweilige Frau und ihre Situation kennen - das ist spannend auch wenn viele Probleme Frauen weltweit gleich treffen ist doch die koreanische Welt eine andere als die europäische und da gibt es viele Feinheiten zu entdecken.
Vieles ist nur zwischen den Zeilen verständlich und dann ist die koreanische Gesellschaft mit anderen Tabus belegt als unsere.
Es werden viele Aspekte von Frauenleben aufgezeigt, die überall Realität sind.
Meine Lieblingsgeschichte war die mit den Polarlichter Schwiegermutter und -tochter, so kann es funktionieren wenn keine Männer da sind :-)

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Über das erste Buch von Cho Nam-Joo habe ich praktisch nur Gutes gehört, sodass ich als ich von ihrer Neuerscheinung gehört habe, einfach zugreifen musste. Im Moment habe ich zudem große Freude daran feministische Geschichten, auch gerne aus anderen Kulturen, zu lesen – „Miss Kim weiß Bescheid“ passt also wirklich perfekt.

Es handelte sich wie im ersten Buch der Autorin wieder um acht Frauengeschichten, die auf meinem E-Reader alle ungefähr 20 Seiten lang sind. Wir lernen jede Frau aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln kennen, alle sind sehr verschieden, alle haben ein anderes Thema, was in ihrer Kurzgeschichte im Fokus steht.

Der Schreibstil der Autorin ist schlicht, aber genau auf dem Punkt, sodass beim Leser alle Gefühle ankommen. Ihre Botschaften liegen oft zwischen den Zeilen, sodass ich einige Geschichten zweimal gelesen habe um wirklich das Gefühl zu haben, ich habe genau verstanden, was sie sagen wollte. Alle Lebensgeschichte haben mich auf ganz unterschiedliche Art berührt. Einige haben mich traurig gemacht, andere haben mich lächeln lassen und einige haben leicht Wut in mir geweckt.

Besonders gut gefallen hat mir außerdem, wie ehrlich und echt die Autorin Menschen in ihrem Buch beschreibt. In der ersten Geschichte besucht eine ca. 70 Jahre alte Frau ihre Schwester im Krankenhaus, wobei sie fast schon sachlich beschreibt, wie sehr das Alter dieser zugesetzt hat, aber trotzdem spürt man in jedem Satz und jeder Handlung ihre Liebe für ihre Schwester. Insgesamt hat Cho Nam-Joo ein sehr feines Gefühl für menschliche Beziehungen. Beindruckt hat mich da beispielsweise auch eine Erzählung über die stille Verständigung zwischen einer Frau und ihrem Vater, der die Familie verlassen hat oder eine Geschichte über die erste große Liebe.

FAZIT:
Letztendlich habe ich genau das bekommen, was ich wollte. Wunderschön geschriebene, feministische Kurzgeschichten mit wichtigen gesellschaftlichen Themen – ein Buch, dass ich sicherlich immer wieder aufschlagen werde.
5/5 Sternen

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In diesem Sammelband sind Kurzgeschichten versammelt, die sich um das Leben von acht koreanischen Frauen und Mädchen drehen. Die jüngste Protagonistin ist erst 10 Jahre alt, die älteste 80. Es geht um verschiedenste Themen: Hass im Internet – eine Erfahrung, die die Autorin nach ihrem erfolgreichen Debütroman „Kim Jiyoung, geboren 1982“ selbst machen musste –, Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz, psychische und physische Gewalt in der Familie / Beziehung, die Aufteilung von Care-Arbeit. Alle Geschichten können unabhängig voneinander gelesen werden und rücken die jeweiligen Protagonistinnen in den Vordergrund. Wie finden sie sich in ihren Situationen zurecht?

Meine Meinung
Ich habe den Debütroman von Cho Nam-Joo noch nicht gelesen – und auch kein anderes Buch von einer koreanischen Autorin oder einem koreanischen Autor. So hatte ich zunächst leise befürchtet, die Geschichten in diesem Buch könnten vielleicht so kulturspezifisch sein, dass ich nicht alle relevanten Aspekte davon erfassen kann.

Nun, vielleicht konnte ich das tatsächlich nicht, das ist natürlich schwer zu überprüfen – aber beim Lesen stellte ich schnell fest, dass die geschilderten Probleme der Protagonistinnen sicher nicht nur Frauen in Korea, sondern weltweit betreffen. Außer in der letzten Geschichte erzählen zudem alle Protagonistinnen in der Ich-Form, was eine Identifikation ebenfalls erleichterte.

Besonderen Eindruck machten auf mich die Geschichte der Frau, die sich mit einer Reise zu den Polarlichtern in Kanada einen Lebenstraum erfüllt und sich nicht um ihren Enkel kümmern möchte – Schuldgefühle gegenüber dessen Mutter, ihrer Tochter, inklusive -, sowie die in Briefform verfasste Abrechnung einer Frau mit ihrem Ex-Freund, der sie in einer toxischen Beziehung klein hielt und systematisch unterdrückte.

Diese beiden Geschichten waren für mich klare Highlights, während die meisten anderen für mein Empfinden eher dahin plätscherten und hier und da auch etwas abrupt abbrachen. Manchmal schien mir hier eine Pointe zu fehlen – was aber auch an mir liegen kann, denn in einigen Geschichten hatte ich am Ende doch das Gefühl, möglicherweise nicht alles verstanden zu haben, was gesagt werden sollte. Das mag ein sprachliches oder eben doch ein kulturelles Problem gewesen sein, auch wenn ich den Eindruck hatte, eine sehr gelungene Übersetzung zu lesen. Dennoch ließen sich die einzelnen Geschichten gut und flüssig lesen und regten mich definitiv zum Nachdenken an – auch und gerade zu Themen, die mich und mein Leben aktuell nicht direkt betreffen.

Fazit
Dass mich nicht alle Storys gleichermaßen ansprachen, liegt bei einer Kurzgeschichtensammlung in der Natur der Sache. Insgesamt waren die Geschichten in „Miss Kim weiß Bescheid“ für mich aber ein interessanter Ausflug in eine mir bislang fremde Kultur, die mir trotz aller gesellschaftlichen Unterschiede nun insbesondere in Bezug auf feministische Themen keineswegs mehr allzu weit entfernt scheint.

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Die Autorin konnte mich mit ihrem zweiten Roman hellauf begeistern.
Besonders nahe ist mir eine Geschichte gegangen in der die sie sehr direkt auf ihre eigenen Elebniss bezüglich ihrer Buchveröffentlichung eingeht. Sie muss eine Menge an Hassreden und Missgunst einstecken.
Umso wichtiger ist es, dass sie dranbleibt und uns weiterhin von den gesellschaftlichen Missständen Koreas berichtet.
Sie erfährt Hochachtung meinerseits.

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Die Autorin Cho Nam-Joo weiß eindeutig wie man eindringliche, zugängliche Geschichten schreibt, die subtil die Problematik von Frauen in der koreanischen Gesellschaft einstreuen. Die Probleme werden auf dem ersten Blick nicht sofort sichtbar, erst mit den zunehmenden Seiten wird einem bewusst, wie die Frauen unter dem sozialen Druck und ihrer Stellung in der Gesellschaft leiden und untergehen. In diesen Kurzgeschichten kommen sehr viele verschiedene Frauen im unterschiedlichen Alter zu Wort, die ihre jeweilige Situation ehrlich darstellen. In manchen Geschichten wissen die Frauen wie man sich zur Wehr setzt, trotzdem fühlt es sich wie ein bittersüßer Sieg an. Wer ihr anderes Buch "Kim Ji Young, born 1982" zu schwer fand, wird hier einen leichteren Einstieg finden. Normalerweise bin ich nicht so begeistert von Kurzgeschichten, aber hier hatte ich das Gefühl, dass jede Geschichte passend ausgesucht und keine als Platzhalter verschwendet wurde.

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Eine alte Frau blickt auf ihr Leben zurück; die Autorin selbst wird mit Hasskommentaren konfrontiert; eine junge Frau sucht ihren Vater, der aus seinem Leben ausgebrochen ist; eine langjährige Mitarbeiterin kennt sich aus wie kein anderer und wird doch nicht geschätzt; eine Frau rechnet mit ihrer Beziehung ab; eine weitere erfüllt sich einen Lebenstraum und merkt, dass sich dadurch nicht alles zum Guten ändert; Generationen von Frauen beschäftigen sich mit dem Thema sexuelle Belästigung; und ein junges Mädchen macht erste Erfahrungen mit der Liebe.

In diesem Kurzgeschichtenband begleitet der Leser acht koreanische Frauen zwischen zehn und achtzig Jahren ein kurzes Stück auf ihrem Lebensweg. Dabei betrachten sie ihre Stellung in der Gesellschaft, ihre Beziehungen und/oder ihr Familien- und Arbeitsleben. Aktuelle Themen werden angesprochen, die nicht nur die koreanische Gesellschaft betreffen: Wie lässt sich Familie und Beruf vereinbaren; wann gilt ein Leben als lebenswert; wie bricht man aus starren Strukturen aus; wie bekommt man Anerkennung im Job; wie geht man mit Leistungsdruck um; wie überwindet man toxische Beziehungen; wie kann man häusliche Gewalt stoppen; wie gestaltet man lebenswertes Leben im Alter? Trotz der Kürze der Geschichten werden viele Fragen aufgeworfen und immer wieder auch Kritik an der Gesellschaft geübt. Nicht umsonst stehen hier die Frauen im Mittelpunkt, sind es doch meist sie, die an den Ungerechtigkeiten leiden.

Obwohl einige der Themen international sind, sind es doch die Besonderheiten der koreanische Gesellschaft, die mir ins Auge gefallen sind. Der Leistungsdruck in Bezug auf Ausbildung und Beruf erschien mir größer, als ich ihn bei uns wahrnehme. Ebenso stachen mir die Familienkonstellationen ins Auge. Einige der Traditionen werden hier beleuchtet: Mehrere Generationen leben zusammen, z.B. als Familie mit Kindern bei den Schwiegereltern. Wenn die Männer sterben, leben auch mal verschwägerte Frauen zusammen. Mithilfe bei Kinderbetreuung durch die Älteren wird erwartet. Ebenso eine bestimmte Unterordnung der Frauen unter die Männer. Junge Frauen sollten erst bei ihrer Hochzeit von zu Hause ausziehen.
All das sind Situationen, die zum Teil noch erwartet werden, immer wieder aber durch eine modernere Sicht auf die Dinge aufgebrochen werden. Nicht immer haben die Frauen dabei Glück.

Fazit: Nachdem ich so viel Lob für das Buch „Kim Jiyoung, geboren 1982“ gelesen habe, war ich sehr gespannt auf diesen Kurzgeschichtenband. Obwohl ich das Buch auf Grund der Thematiken in kleinen Dosen genossen habe, haben mich alle Geschichten angesprochen. Die Idee, Frauen unterschiedlichster Generationen das Wort zu übergeben, fand ich ansprechend und die angesprochen Themen wichtig.

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In "Miss Kim weiß Bescheid" erzählen sieben koreanische Frauen verschiedenen Alters ihre Geschichten. Es wird vor allem die patriarchalen Struktur der Gesellschaft kritisiert.

Durch die sehr unterschiedlichen Geschichten wird sehr gut gezeigt, wie unterdrückend ein von Männern geprägtes und kontrolliertes System ist. Dabei muss nicht immer eine Frau halb zu Tode geprügelt werden. Es sind die kleinen Ungerechtigkeiten im Alltag, die schon zur Verzweiflung führen können.

Mir hat sehr der feine, authentische Erzählstil gefallen. Die Stimmen der Vorleserinnen passen richtig gut zum zurückhaltenden, südkoreanischen Stil.

Die sieben Geschichten sind wirklich sehr unterschiedlich und jede ist auf ihre Art interessant und lehrreich.

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Cho Nam-Joo schafft es wieder einmal ein literarisch äußerst gelungenes Werk zu veröffentlichen.
Obwohl ich eigentlich nicht der große Fan von Kurzgeschichten bin, da mir meist die Tiefe der Charaktere fehlt, fand ich dieses Buch toll.
Die Frauen haben mit verschiedenen Themen zu kämpfen, die jedoch alle Bezug zu aktuell vorherrschenden Problemen der koreanischen Kultur haben. Die Ungleichbehandlung von Mann und Frau im Job, Mobbing auf Social-Media und häusliche Gewalt sind nur einige davon. Da diese Thematiken auch in der westlichen Welt zu finden sind, fehlte es mir als Leserin keineswegs an Verständnis für die Protagonistinnen.
Natürlich hat mich nicht jede Geschichte gleich stark angesprochen, aber das muss es auch gar nicht! Da hier acht Frauen und ihre Geschichten skizziert werden, ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei, was ihn besonders berührt, bewegt, schockiert oder zum Grübeln bringt.

Danke an die Autorin für ihren Mut über solch wichtige Themen zu schreiben, obwohl sie in ihrem Land wieder einmal ordentlich Gegenwind und sogar Hass erfährt. Unsere Welt braucht mehr mutige, starke Frauen wie Cho Nam-Joo!

Von mir eine klare Empfehlung - und das nicht nur für Frauen. Es würde mich freuen, wenn auch Männer dieses Buch zur Hand nehmen und dadurch vielleicht sogar zum Nachdenken angeregt werden könnten.

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Cho Nam-Joo hat mit ihrem neuen Buch "Miss Kim weiss Bescheid" nicht nur ein absolut starkes Buch für alle Frauen herausgebracht ,nein, sie zeigt auch ihren Leserinnen, dass auch in einem so modernen und fortschrittlichen Land wie Korea die Gleichberechtigung auf der Strecke geblieben ist. Alle acht Kurzgeschichten sind in ihrer schlichten, glasklaren Sprache ein wunderbarer, nachdenklich stimmender Lesegenuss.
Karin Kersten

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Wie schon in "Kim Ji-Young, geboren 1982" erzählt die Autorin nüchtern und sachlich von alltäglichen Frauen in Südkorea. Und sie erzählt dabei von Frauen überall. Leise schleicht sich ein Erkennen, ein Augenöffnen ein. Beeindruckend.

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Acht Frauen, die durch verschiedene gesellschaftlichen Problemen leiden, erzählen nun Ihre Geschichte.

Auch der zweite Roman von Choo Namjoo scheut sich nicht vor ernsthaften Themen und erzählt die Geschichte von acht unterschiedlichen Frauen. Diese Frauen leiden unter zahlreichen Problemen, von Cybermobbing bis hin zu Filmen von Frauen in der Öffentlichkeit und auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Choo Namjoo ist bekannt für Ihre vorgeblich feministische Schreibweise und nimmt kein Blatt vor dem Mund, wenn es um die Unannehmlichkeiten von Frauen in der heutigen Gesellschaft handelt. Ihr direkter und gleichzeitig emotional Schreibstil lässt die Leser mitfühlen und wundern, was mit den Charakteren nach Ende der Handlung passiert. Schaffen sie es durch den Schmerz sich weiterzuentwickeln oder behalten sie ihr Leben so wie es ist bei?

Eine wichtige Lektüre, die nicht nur in Korea, sondern auch in Europa ankommt und auf Missstände in der Gesellschaft weist.

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Vor zwei Jahren habe ich „Kim Jiyoung, geboren 1982“ von Nam-Joo Cho gelesen. Und das, so verrät mir ein Blick auf meine damalige Rezension, durchaus nicht ungern, immerhin vier von fünf Sternen, aber mit Einschränkungen. Der Stil (oder die Übersetzung?) hatte mich gestört, die dramaturgische Entwicklung nicht überzeugt. Außerdem musste ich feststellen, dass mir zwei Jahre später absolut nichts davon im Gedächtnis geblieben ist, weder Inhalt noch einzelne Bilder oder Gefühle. Genug Gründe, um zu zögern, bevor ich zu einem weiteren ihrer Bücher gegriffen habe.

Ohne es zu bereuen. Auch in „Miss Kim weiß Bescheid“ greift Cho wieder die Rolle der Frau in ihrem Heimatland Südkorea auf, stellt sich aber thematisch noch mal breiter auf. In acht Geschichten begegnen wir acht Frauen unterschiedlichsten Alters und einem Themenspektrum, das unter anderem das Älterwerden (und trotzdem noch Wünsche für sich selbst haben), Hass im Internet, Gaslighting, Übergriffigkeit in der Schule und erste Liebe zu Zeiten von Corona umfasst. Mit einem ganz entscheidenden Unterschied: Chos Frauen sind keine bloßen Opfer mehr. Sie erdulden und zerbrechen nicht, sondern sie beginnen, ihre Positionen zu verteidigen und zum Gegenschlag auszuholen, werden durchaus auch in gewisser Weise zu Tätern.

Auch meinen Kritikpunkt zur sprachlichen Umsetzung kann ich dieses Mal fast komplett fallen lassen. Vielleicht liegt es daran, dass dieser Erzählband eine andere Übersetzerin hatte, als der Roman, aber es gab nur ein oder zwei Stellen, an denen mich eine Formulierung aus dem Lesefluss geholt hat, weil ich sie überraschend schlecht gelungen fand. Ansonsten konnte ich Chos nach wie vor klarem und nüchtern schilderndem Ton viel abgewinnen. Als Leser hat man viel Freiraum, sich seine Urteile selbst zu bilden, zu entscheiden, wie Recht und Unrecht verteilt, oder überhaupt gerechtfertigte Begriffe sind.

Somit ist „Miss Kim weiß Bescheid“ für mich ein gelungener Erzählband, der wieder beides schafft, sowohl einen Einblick in die südkoreanische Kultur zu gestatten, als auch Themen aufzugreifen, die uns alle angehen und nach wie vor nichts an ihrer Aktualität und Dringlichkeit verloren haben. Eine komplett uneingeschränkte Leseempfehlung von mir und Cho wandert von „könnte ich vielleicht noch etwas von lesen“ in die „von ihr möchte ich alles lesen“ Kategorie.

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Cho Nam-Joo hat eine Gabe: uns Leser:Innen mit klarer, minimalistischer Sprache Frauen aus einem anderen und oft gänzlich fremden Kulturkreis so nahe zu bringen, dass ich mich für ihre Schicksale interessiert habe. Das war schon in Kim Jiyoung,... so, und auch in diesen Erzählungen gelingt es der Autorin wieder. Wir lernen Frauen unterschiedlichen Alters in verschiedenen Lebenssituationen und -herausforderungen kennen (vom Leben im hohen Alter bis hin zu Cybermobbing und der ersten Liebe in Pandemiezeiten), und jede individuelle Geschichte erscheint wie eine Art Fallstudie aktueller gesellschaftlicher Themen (nicht nur in Südkorea). Passend zur Covergestaltung scheinen die Individuen austauschbar und können von uns Lesenden ausgefüllt werden - wahrscheinlich mit ein Grund, warum Cho Nam-Joo so erfolgreich ist.

Zuneigung zu und Mitgefühl mit Nam-Joos Protagonistinnen entwickelt wohl (hoffentlich) jede:r, der das Buch liest... zwei wichtige Eigenschaften gerade in der heutigen Zeit. Eine fremde Welt, die unserer gar nicht mehr so weit entfernt scheint - Lesen verbindet eben, und lässt uns für kurze Zeit in den Schuhen anderer laufen und einen anderen Blickwinkel annehmen, besonders bei "Die Nacht der Polarlichter" fühlte ich mich da sehr gut aufgehoben.

Eine klare Leseempfehlung für alle, die über den eigenen Tellerrand hinausschauen und -lesen möchten... und natürlich alle, die vom Vorgänger-Buch begeistert waren.

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Miss Kim weiß Bescheid erzählt die Geschichten von mehreren koreanischen Frauen und Mädchen unterschiedlichen Alters. Die Frauen haben alle ihre eigenen Probleme, die alle auf strukturelle Diskriminierung von Frauen in der Gesellschaft hinweisen oder sich mit generellen gesellschaftlichen Problemen befassen.
Der Schreibstil ist "typisch koreanisch". Das mag man, oder eben nicht. Ich finde ihn ganz angenehm und besonders. Die Probleme, die in den einzelnen Geschichten behandelt werden, kommen westlichen Menschen vermutlich zum Teil seltsam vor, weil die Kulturen sich doch ziemlich stark unterscheiden. Ich finde die Geschichten sehr interessant, da sie eine andere Welt zeigen, allerdings fehlt mit oftmals ein "richtiger" Abschluss der jeweiligen Geschichten. Sie alle enden an einer Stelle, an der man als Leser eigentlich gerne mehr erfahren würde. Das ist nicht Jedermanns Sache. Ansonsten ist das Buch allerdings durchaus sehr lesenswert.

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