Planet ohne Visum

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Erscheinungstermin 05.09.2022 | Archivierungsdatum N/A

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Zum Inhalt

Das vergessene Meisterwerk der französischen Exilliteratur – nach 75 Jahren endlich auf Deutsch

Marseille 1942, einige Monate vor der endgültigen Besetzung der Freien Zone durch die Deutschen. Der große Mittelmeerhafen quillt über von Menschen, die vor dem Krieg fliehen und auf die Überfahrt nach Amerika, in eine ungewisse Zukunft hoffen. Die Stadt ist wie eine Reuse, in der die Unerwünschten und vom Vichy-Regime Verfolgten zappeln und täglich versuchen, den Spitzeln und Denunzianten zu entwischen.
Fast dreißig Romanfiguren, deren Schicksale auf mehr oder weniger verhängnisvolle Weise miteinander verstrickt sind, lässt Malaquais auftreten: Flüchtlinge, Aktivisten der Résistance, Vertreter internationaler Hilfsorganisationen, Legionäre, Devisenschieber, Spitzel und Mitläufer aller Art. Zum Teil sind sie angelehnt an historische Figuren wie Victor Serge, Walter Benjamin und Varian Fry, der zahlreichen Verfolgten zur Ausreise verholfen hat – darunter Jean Malaquais selbst – und dem der Roman in der Figur des Aldous Smith ein Denkmal setzt.

Planet ohne Visum ist zugleich Agententhriller und Milieustudie, ein packendes Epos der Menschen ohne Papiere, dessen elegante Sprache und stilistischen Reichtum Nadine Püschel meisterhaft ins Deutsche übertragen hat. 1947 in Frankreich erschienen, liegt der Roman damit erstmals in deutscher Übersetzung vor.

Jean Malaquais
, 1908 als Wladimir Malacki in eine säkulare jüdische Familie in Warschau geboren, war Autor und Übersetzer, Kosmopolit und Marxist. Seit den 1920er Jahren in Frankreich, schrieb er auf Französisch und erhielt für seinen Debütroman »Les Javanais« 1939 den Prix Renaudot. Im 2. Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft, schließlich Flucht über Marseille in die USA. Jean Malaquais war u.a. befreundet mit André Gide, André Breton, Max Ernst, Victor Serge, Heinrich Mann, Walter Benjamin und Norman Mailer, dessen Roman »Die Nackten und die Toten« er übersetzte. In den 1990er Jahren begleitete Malaquais die Neuausgaben seiner Werke in Frankreich; er starb 1998 in Genf.

Nadine Püschel, geboren in Starnberg, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und Lebensart in Lyon, London und Istanbul. Seit 2004 lebt und arbeitet sie als Übersetzerin für Englisch und Französisch in Berlin.

Das vergessene Meisterwerk der französischen Exilliteratur – nach 75 Jahren endlich auf Deutsch

Marseille 1942, einige Monate vor der endgültigen Besetzung der Freien Zone durch die Deutschen. Der...


Vorab-Besprechungen

»Dieser Roman war seiner Zeit fünfzig Jahre voraus. Es ist Zeit, ihn zu lesen.« Norman Mailer

»1947 erschienen, bis zu dessen Tod 1998 in Genf vom Autor immer wieder überarbeitet, gehört das Meisterwerk von Wladimir Malacki alias Jean Malaquais wieder und wieder mit Genuss gelesen. Wenige Werke beschreiben derart gut das Frankreich unter der Besatzung, seine Feigheit, seine Spitzel, seine drückende Atmosphäre des Misstrauens. (...) Als amerikanischer Staatsbürger beherrschte dieser mit Herz und Seele Staatenlose die französische Sprache mit der Brillanz eines Rabelais der Straße. Doch leider beachtete Frankreich sein Talent erst kurz vor seinem Tod, eigentlich aber erst danach. (…) Jean Malaquais hatte nicht nur Talent, sondern Genie.« Echo Magazine, Genf, 2010

»Zu den Schriftstellern, die große Weltenwanderer waren – Conrad, Traven, Cendrars –, sollten wir einen weniger bekannten Namen hinzufügen: den von Jean Malaquais. Ein Pole, der sich selbst Französisch beibrachte und 1939 den renommierten Prix Renaudot für seinen außerordentlichen autobiografischen Roman Les Javanais erhielt, in den Himmel gelobt von keinen geringeren als Trotzki, André Gide und Pierre Herbart.« The Independent, Nachruf auf Jean Malaquais, 1999

»Dieser Roman war seiner Zeit fünfzig Jahre voraus. Es ist Zeit, ihn zu lesen.« Norman Mailer

»1947 erschienen, bis zu dessen Tod 1998 in Genf vom Autor immer wieder überarbeitet, gehört das...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783960542940
PREIS 32,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ein literarisches Denkmal für Marseille, damals einziges Fluchttor aus Europa, und für den zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Fluchthelfer des ERC (Emergency Rescue Center) Varian Fry in der Figur des Aldous Smith. ( Wer tiefer einsteigen möchte, dem empfehle ich Fry, Varian, Auslieferung auf Verlangen)
Das ERC wurde Ende Juni 1940 in New York von deutschen und amerikanischen Intellektuellen und Wissenschaftlern gegründet, um verfolgten Künstlern,Wissenschaftlern und Politikern die Flucht in die USA zu ermöglichen. Anlass war das Waffenstillstandsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich, das Frankreich verpflichtete, jeden von Deutschland namentlich genannten Deutschen auszuliefern. Damit war auch der noch unbesetzte Teil Frankreichs zur Falle geworden.
Der Autor, gebürtiger Pole und staatenloser Rebell mit einem bewegten Leben, der sich selbst Französisch beibrachte, und selbst auch zu den von Varian Fry Geretteten zählt, beschreibt die beklemmende Atmosphäre des Jahres 1942 in Marseille. Die internationalen Menschen ohne Pass und ohne Papiere auf der Flucht vor den Nazis und der Vichy Regierung, die unter äußerst beengten und teils erbärmlichen Zuständen auf ihre Ausreisepapiere hoffen, immer in Angst vor Entdeckung und Verrat.
Das Werk erschien 1947 unter Pseudonym.
Dieses komplexe Epos verlangt dem Leser einiges ab. Es herrscht eine Fülle von Personen, die irgendwie miteinander verwoben sind, mit zum Teil realen Vorbildern, dazu Perspektivwechsel und nahtloser Übergang von aktiver Rede in Gedanken, was nicht als solche gekennzeichnet ist.
Fazit: hervorragend, nicht einfach, aber lesenswert!

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