Hundepark

Roman

Sie müssen sich anmelden, um zu sehen, ob dieser Titel für Anfragen zur Verfügung steht.
Erscheinungstermin 13.01.2022 | Archivierungsdatum 01.08.2022

Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #Hundepark #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps


Zum Inhalt

»Ein rasanter Thriller über die Machtverhältnisse der Fruchtbarkeitsindustrie im Osten.« Aftonbladet.

Die preisgekrönte finnische Bestsellerautorin Sofi Oksanen führt uns in die Welt reicher Europäerinnen, die auf Kosten ärmerer Frauen aus dem Osten oder in den Entwicklungsländern, die in ihrer Not keine Wahl haben, ihren Kinderwunsch erfüllen. Ein Roman von großer politischer und moralischer Brisanz und literarischer Brillanz. Helsinki, 2016. Olenka sitzt auf einer Parkbank und beobachtet eine Familie: Mutter, Vater, zwei Kinder. Als sich eine Frau neben sie setzt, erschrickt sie; sie würde diese Frau überall wiedererkennen, denn Olenka hat ihr Leben zerstört. Und gewiss ist sie gekommen, um Rache zu nehmen. Für einen kurzen Moment sind sie hier zusammen – und schauen ihren eigenen Kindern, die nichts von ihrer Existenz ahnen, beim Spielen zu.

Der Roman, der sich zwischen dem heutigen Finnland und der Ukraine nach dem Zusammenbruch der UdSSR bewegt, ist ein scharf beobachteter, temporeicher Text, der an der Schnittstelle zwischen Ost und West spielt und sich um ein Netz von Ausbeutung und die Kommerzialisierung des weiblichen Körpers dreht. Sofi Oksanen erzählt mit psychologischer Schärfe die fesselnde Geschichte einer Frau, die der Sehnsucht nach ihrem verlorenen Kind nicht entkommen kann, und über die rücksichtslosen Mächte, die sie erbarmungslos jagen.

Für Rezensionen dieses Buchs außerhalb von Netgalley (Buchhandelsplattformen, Blogs, Social Media, Communities) gilt eine Sperrfrist bis zum 13.1.22.

Vielen herzlichen Dank für die Beachtung und Ihr Engagement!

»Ein rasanter Thriller über die Machtverhältnisse der Fruchtbarkeitsindustrie im Osten.« Aftonbladet.

Die preisgekrönte finnische Bestsellerautorin Sofi Oksanen führt uns in die Welt reicher...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462000115
PREIS 23,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley Bücherregal App (EPUB)
An Kindle senden (MOBI)
Download (EPUB)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Fesselnder Roman über die Machtverhältnisse der Fruchtbarkeitsindustrie im Osten. Setzt einen Kontrast zwischen dem Leben in der postsowjetischen Ukraine und demLeben im heutigen Finnland, faszinierende Lektüre!

War diese Rezension hilfreich?

Eine Frau sitzt einen einem Park in Helsinki und beobachtet eine Familie beim Gassigehen. Sie ist den Kindern sehr nah und gehört doch nicht dazu. Sie hat mal bessere Zeiten gesehen, vor einigen Jahren in einem anderen Land... Sofi Oksanen schreibt klar, warm und einfühlsam und dabei doch auch drastisch und schockierend. Die Armut in Osteuropa wird uns ebenso deutlich vor Augen geführt wie der gnadenlose Kampf darum, auch ein Stück von Glück und Wohlstand, die im Westen vermeintlich warten, abzubekommen. Dabei ist die Modellwelt nicht weniger hart als das System, das hinter Eizellspenderinnen und Leihmüttern steht und diese nicht als Individuen, sondern als Waren betrachtet und vermarktet. Man begleitet als Leser den Weg einer jungen Frau von ihrem Beginn als Spenderin, ihrem Aufstieg in der Hierarchie und schließlich ihrer Flucht. Durch die vielen Zeitsprünge vor und zurück ist es nicht immer leicht der Geschichte zu folgen und diese büßt etwas Spannung ein. Trotzdem ein lesenswertes Buch, das noch eine Weile nachhallt.

War diese Rezension hilfreich?

Natürlich kommen von Sofi Oksanen keine netten Unterhaltungsromane - und "Hundepark" trifft tatsächlich von hinten durch die Brust ins Auge. Hier entwickelt sich ein roter Faden, der sich in Zeitsprüngen durch ukrainische Geschichte zu aktuellen gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen Themen windet. Ich hatte keine Ahnung, welch große Rolle der Handel mit Eizellen und Leihmutterschaft in der Ukraine spielt, aber auch die Produktion von Rohopium. Die Hauptfigur erzählt im Imperfekt wie in einem Brief an ihren Geliebten von ihrem Leben, ihrem Trauma, den familiären Bindungen und Verpflichtungen und öffnet so den Blick auf eine fremde befremdliche Wirklichkeit, die aber so gar nicht weit von uns hier stattfindet. Ich war zutiefst berührt von solchen Schicksalen, Härten und einer Aussichtslosigkeit, die einen sehr nachdenklich zurücklässt. Ein sehr wichtiger und gewichtiger Roman!

War diese Rezension hilfreich?

Im Hundepark in Helsinki sieht sie sie zum ersten Mal nach vielen Jahren wieder. Olenka dachte fernab der Heimat in Sicherheit zu sein, nicht gefunden zu werden, doch jetzt ist Daria aufgetaucht und das kann nichts Gutes bedeuten. Sie blicken auf die glückliche Familie mit den beiden Kindern. Ihren Kindern. Die jedoch nichts davon wissen, wer ihre leiblichen Eltern sind und wie sie gezeugt wurden. Und schon gar nichts wissen sie von den rücksichtslosen Machenschaften in der Ukraine, an denen Olenka selbst beteiligt war und bei denen die prekäre Lage junger, mittelloser Frauen ausgenutzt wurde. Doch nun holt sie die Vergangenheit und das, was sie getan hat, ein und sich muss sich ihren Taten stellen. Die finnisch-estnische Schriftstellerin Sofi Oksanen thematisiert immer wieder politisch und gesellschaftlich brisante Themen in ihren Romanen und lässt dabei ihre eigene Biografie als Kind einer Einwanderin mit einfließen. Sowohl ihr Debüt „Stalins Kühe“ sowie auch „Als die Tauben verschwanden“ konnten mich bereits begeistern. „Hundepark“ ist jedoch deutlich ausgereifter und ein Text von psychologischer Tiefe, der nachhallt. Die Handlung hat mehrere Erzählstränge. Zum einen erleben wir Olenka in der finnischen Gegenwart, wo sie sich mit Darias plötzlichem Auftauchen auseinandersetzen muss und offenbar große Angst vor dieser bzw. dem, was sie mit sich bringt, hat. Das Warum erklärt sich durch die Rückblenden, die an mehreren Zeitpunkten in der ukrainischen Vergangenheit ansetzen. Als Model wollte sie einst in Paris große Karriere machen und der Armut entfliehen, doch sie war zu störrisch, um die Tipps anzunehmen, und so fand sie sich bald wieder in der Einöde des Donbass. Ihr Vater war schon viele Jahre zuvor in einer illegalen Mine verunglückt – zumindest ist das die offizielle Version der Familie. Aber es gibt viele Versionen ihres Lebens. Es entfaltet sich eine Geschichte, von der man weiß, dass sie in der Realität so geschehen kann und vor der man doch lieber die Augen verschließen möchte. Menschenhandel, Organhandel oder wie auch hier, junge Frauen zu Leihmüttern für jene machen, in der Regel aus dem Westen, die es sich leisten können. Nicht nur die finanzielle Not, sondern auch politischen Verstrickungen sind es, die dem Roman auch Spannung verleihen und die komplexe Realität nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und den Ländern zwischen Ost und West greifbar machen. Die Dichotomie von Täter und Opfer ist schwierig hier, denn man kann den Wunsch nach einem besseren Leben, nach einem kleinen Stückchen vom Kuchen des Glücks, gut nachvollziehen. Und es ist ebenso offenkundig, dass man entweder mitspielt und selbst zum Täter wird oder eben auf der Seite der Ausgebeuteten landet. Moral und Ethik haben es schwer in einem solchen Umfeld. Ein erzählerisch starker Roman, der langsam in einem hineinkriecht und nicht mehr loslässt.

War diese Rezension hilfreich?

Olenka ist mit falschen Papieren in Helsinki untergetaucht und arbeitet dort seit einigen Jahren als Putzfrau. Während sie regelmäßig die Gewohnheiten einer Familie im Park beobachtet, braucht Olenka eine plausible Beschäftigung, um nicht aufzufallen. Wer nicht mit Kindern, Hund oder Snack in den Park kommt, sollte besser eine Tätigkeit vortäuschen. Darum liest Olenka auf einer Parkbank. Als sie ausgerechnet hier eine Frau aus ihrem ukrainischen Dorf trifft, bringt das ihre bisher umsichtige Planung ins Wanken. Olenka hatte sich zuvor erfolglos als Model versucht, damit ihre Familie nicht länger Mohn für Drogenhändler anbauen musste. Ihre Sprachbegabung war nach einer kurzen Episode als Eizellspenderin schließlich Tor zur Karriere als Betreuerin wohlhabender Ausländer, die zur Eizellspende oder die Anbahnung einer Leihmutterschaft in die Ukraine reisten. Da Menschen offenbar betrogen sein wollen, glaubten Klienten der Agentur, ausgerechnet in einer Bergwerksgegend eine Auslese junger, hellhäutiger, angeblich besonders gesund aufgewachsener Frauen zu finden. Olenkas Chefin bot alles aus einer Hand: Spenderinnen aus dem Katalog, Behandlung, Unterkunft und Leihmütter. Als Olenkas Mutter sie darum bittet, auch Daria aus ihrem Dorf in der florierenden Branche einen Job zu verschaffen, setzt das Daria nicht nur in lebenslange Abhängigkeit von Olenka, sondern führt auch zum Treffen der Frauen auf einer Parkbank in Helsinki. Wer einen Rundum-Service wie Olenkas Chefin bietet, muss seinen Klienten Vertraulichkeit zusichern können und kann sich keinen Fehler leisten. Dass Daria die untergetauchte Olenka in Helsinki erkennt, gefährdet die Vermittlung „assistierter Anschaffung von Kindern“ in der Ukraine, aber auch die beiden Frauen selbst. Olenka als Icherzählerin berichtet von ihrem Weg in die lukrative Reproduktionsmedizin der Ukraine und erzählt rückblickend die Geschichte ihrer Eltern, die in jeweils unterschiedliche Regionen verbannt und dadurch zu Unpersonen in der zerfallenden Sowjetunion geworden waren. So wie Olenka in der Erinnerung zwischen Paris, Helsinki und ihrem kleinen Dorf unterwegs ist, springt auch ihre Erzählung zwischen der Gegenwart von 2016 und der Vorgeschichte 10 Jahre zuvor. Olenka richtet sich an ein „Du“, das mir recht lange verborgen blieb, weil der Vorhang vor den Ereignissen extrem langsam gelüftet wird. Ein ernüchternder Bericht über junge Frauen, die dringend Geld brauchen und ihre Gesundheit für reiche Ausländer riskieren. Sofie Oksanen gibt dabei Einblick in die komplizierten Emotionen leiblicher und sozialer Mütter, die lebenslang aneinander gekettet bleiben werden …

War diese Rezension hilfreich?

2006 in der ländlichen Ukraine: Die junge Olenka kehrt zurück in das ärmliche Haus, unter dessen Dach sie mit Mutter und Tante zusammen leben muss. Ihre Karriere als Fotomodell ist gescheitert, sie ist verzweifelt auf der Suche nach einem Job. Doch ihre Chancen stehen schlecht: Opiumanbau, Prostituion, Organspende, bestenfalls die Ehe mit einem gut verdienenden Mann aus dem Westen. Und dann ist da noch die "Fruchtbarkeitsindustrie": Leihmutterschaft und Eizellenspende, eine Chance für gesunde junge Frauen mit guten Genen. Olenka arbeitet sich hoch zur Büroleiterin, der Markt boomt und sie verdient gut, indem sie ukrainische Spenderinnen an kinderlose Paare aus dem Ausland vermittelt. Als Olenka dann noch die Liebe findet, glaubt sie sich schon fast auf der Sonnenseite des Lebens angelangt. Zehn Jahre später sitzt Olenka in Helsinki in einem Park und beobachtet das Leben einer gut situierten und glücklichen jungen Familie mit zwei Kindern. Olenka ist arm, völlig vereinsamt und eigentlich illegal im Land, nach Hause kann sie nie wieder zurück. Einige Schicksalsschläge hat sie verkraften müssen und nun kann sie die Augen nicht von diesem fremden Familienglück wenden. Oder ist es gar nicht so fremd? Und wer ist die Frau, die sich neben ihr auf der Bank niederlässt und es ihr gleich tut? Wird Olenka von ihrer Vergangenheit eingeholt, hier in Helsinki, wo sie sich sicher und unerkannt glaubte? Zwischen der Ukraine und Finnland in einem Zeitraum von zehn Jahren entspinnt sich der Bogen des Romans, Stück für Stück nähern sich die Leser von beiden Enden dem Kern der Geschichte, doch nicht auf alle Fragen gibt es auch eine Antwort. Sofi Oksanen schafft es, die Einzelschicksale der Frauen des Romans abzubilden auf dem Hintergrund der ukrainischen Lebenswirklichkeit und der jüngeren Geschichte des Landes. Immer neue Fragen und Verwicklungen tun sich auf und halten den Spannungsbogen aufrecht. Fast scheint es die Heldin Olenka durch ihren kometenhaften Aufstieg in die Welt des Wohlstands und des Glücks geschafft zu haben und trotz aller Vorbehalte gegen die skrupellose und ausbeuterische "Babyindustrie", die ihr das ermöglicht, gönnt man ihr den Erfolg irgendwie. Doch dann folgt ihr tiefen Fall, fast wie in einer griechischen Tragödie. in der die Götter diejenigen strafen, die in ihrer Vermessenheit und ihrem Übermut die göttlichen Gesetze mißachtet haben. Ein packender Roman, der viel erzählt über die jüngere Geschichte und heutige Lage der Ukraine. Und der uns gleichzeitig Einblicke in eine Welt des käuflichen Glücks vermittelt, in der wohlsituierte Paare sich problemlos Material für genetisch makellosen Nachwuchs besorgen können, ohne sich mit dem Leid der Spenderinnen abgeben zu müssen. Eine spannende Lektüre, die unter die Haut und lang nicht mehr aus dem Kopf geht: Überaus empfehlenswert!

War diese Rezension hilfreich?

als gebundene Ausgabe: 23.- Euro, gebraucht ab: 20,69 Euro, 480 Seiten, erschienen am 13.01.22 bei Kiepenheuer & Witsch als Kindle Ausgabe: 19,99 Euro, 463 Seiten, erschienen am 13.01.22 bei Kiepenheuer & Witsch eBooks Ich habe dieses Buch als digitales Leseexemplar vom Verlag erhalten und bedanke mich ganz herzlich bei Kiepenheuer & Witsch sowie bei Netgalley. Sofi Oksanen ist eine finnisch-estnische Schriftstellerin, die in Helsinki lebt. Ihr Roman "Fegefeuer" wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet und machte Sofi Oksanen in vielen Ländern bekannt, so auch in Deutschland. Sofi Oksanen schreibt gesellschaftskritische Gegenwartsliteratur. In diesem Buch erzählt uns Sofi Oksanen von zwei Frauen aus der Ukraine. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion herrscht bittere Armut im Donbass und gerade bei den jungen Menschen spiegelt sich Perspektivlosigkeit wieder. Das öffnet Tür und Tor für kriminelle Machenschaften wie Organhandel, Menschenhandel und illegalen Bergbau. Aber auch Eizellspende und Leihmutterschaft bietet den jungen Frauen die Möglichkeit an Geld zu kommen. Die Ukraine ist eines der wenigen Länder, in denen kommerzielle Leihmutterschaft legal ist. Viele europäische Paare, die es sich leisten können, greifen auf ukrainische Leihmütter zurück. Olenka treffen wir 2016 in einem Hundepark in Helsinki. Dort beobachtet sie eine Familie mit zwei Kindern. Eines Tages gesellt sich eine zweite Frau dazu, Daria. Sehr schnell wird dem Leser klar, dass Olenka und Daria sich aus der Ukraine kennen und beide mit den Kindern der Familie untrennbar verbunden sind. Wir erfahren aber auch, warum Olenka in Helsinki untergetaucht ist und sehr erschrocken ist als Daria plötzlich auftaucht. Aber das müsst ihr natürlich selbst entdecken. Sofi Oksanen ist hier wieder ein gesellschaftskritischer und emotional sehr starker Roman gelungen. Sie beschreibt sehr gut, in welche emotionalen Abgründe die Frauen, die sich als Eizellspenderinnen oder Leihmütter verdingen, begeben. Den Schreibstil fand ich sehr gut und leicht verständlich und auch die Rückblenden in die Vergangenheit von Olenka und Daria fand ich schlüssig und spannend. Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich mir jetzt unbedingt noch das Buch "Fegefeuer" zulegen werde, denn ich möchte unbedingt mehr von Sofi Oksanen lesen. 5*/5*

War diese Rezension hilfreich?

LeserInnen dieses Buches mochten auch: