Hundepark

Roman

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Erscheinungstermin 13.01.2022 | Archivierungsdatum 01.08.2022

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Zum Inhalt

»Ein rasanter Thriller über die Machtverhältnisse der Fruchtbarkeitsindustrie im Osten.« Aftonbladet.

Die preisgekrönte finnische Bestsellerautorin Sofi Oksanen führt uns in die Welt reicher Europäerinnen, die auf Kosten ärmerer Frauen aus dem Osten oder in den Entwicklungsländern, die in ihrer Not keine Wahl haben, ihren Kinderwunsch erfüllen. Ein Roman von großer politischer und moralischer Brisanz und literarischer Brillanz. Helsinki, 2016. Olenka sitzt auf einer Parkbank und beobachtet eine Familie: Mutter, Vater, zwei Kinder. Als sich eine Frau neben sie setzt, erschrickt sie; sie würde diese Frau überall wiedererkennen, denn Olenka hat ihr Leben zerstört. Und gewiss ist sie gekommen, um Rache zu nehmen. Für einen kurzen Moment sind sie hier zusammen – und schauen ihren eigenen Kindern, die nichts von ihrer Existenz ahnen, beim Spielen zu.

Der Roman, der sich zwischen dem heutigen Finnland und der Ukraine nach dem Zusammenbruch der UdSSR bewegt, ist ein scharf beobachteter, temporeicher Text, der an der Schnittstelle zwischen Ost und West spielt und sich um ein Netz von Ausbeutung und die Kommerzialisierung des weiblichen Körpers dreht. Sofi Oksanen erzählt mit psychologischer Schärfe die fesselnde Geschichte einer Frau, die der Sehnsucht nach ihrem verlorenen Kind nicht entkommen kann, und über die rücksichtslosen Mächte, die sie erbarmungslos jagen.

Für Rezensionen dieses Buchs außerhalb von Netgalley (Buchhandelsplattformen, Blogs, Social Media, Communities) gilt eine Sperrfrist bis zum 13.1.22.

Vielen herzlichen Dank für die Beachtung und Ihr Engagement!

»Ein rasanter Thriller über die Machtverhältnisse der Fruchtbarkeitsindustrie im Osten.« Aftonbladet.

Die preisgekrönte finnische Bestsellerautorin Sofi Oksanen führt uns in die Welt reicher...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462000115
PREIS 23,00 € (EUR)
SEITEN 480

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Fesselnder Roman über die Machtverhältnisse der Fruchtbarkeitsindustrie im Osten. Setzt einen Kontrast zwischen dem Leben in der postsowjetischen Ukraine und demLeben im heutigen Finnland, faszinierende Lektüre!

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Eine Frau sitzt einen einem Park in Helsinki und beobachtet eine Familie beim Gassigehen. Sie ist den Kindern sehr nah und gehört doch nicht dazu. Sie hat mal bessere Zeiten gesehen, vor einigen Jahren in einem anderen Land...

Sofi Oksanen schreibt klar, warm und einfühlsam und dabei doch auch drastisch und schockierend.
Die Armut in Osteuropa wird uns ebenso deutlich vor Augen geführt wie der gnadenlose Kampf darum, auch ein Stück von Glück und Wohlstand, die im Westen vermeintlich warten, abzubekommen.
Dabei ist die Modellwelt nicht weniger hart als das System, das hinter Eizellspenderinnen und Leihmüttern steht und diese nicht als Individuen, sondern als Waren betrachtet und vermarktet.
Man begleitet als Leser den Weg einer jungen Frau von ihrem Beginn als Spenderin, ihrem Aufstieg in der Hierarchie und schließlich ihrer Flucht.
Durch die vielen Zeitsprünge vor und zurück ist es nicht immer leicht der Geschichte zu folgen und diese büßt etwas Spannung ein.
Trotzdem ein lesenswertes Buch, das noch eine Weile nachhallt.

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Natürlich kommen von Sofi Oksanen keine netten Unterhaltungsromane - und "Hundepark" trifft tatsächlich von hinten durch die Brust ins Auge. Hier entwickelt sich ein roter Faden, der sich in Zeitsprüngen durch ukrainische Geschichte zu aktuellen gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen Themen windet. Ich hatte keine Ahnung, welch große Rolle der Handel mit Eizellen und Leihmutterschaft in der Ukraine spielt, aber auch die Produktion von Rohopium. Die Hauptfigur erzählt im Imperfekt wie in einem Brief an ihren Geliebten von ihrem Leben, ihrem Trauma, den familiären Bindungen und Verpflichtungen und öffnet so den Blick auf eine fremde befremdliche Wirklichkeit, die aber so gar nicht weit von uns hier stattfindet.
Ich war zutiefst berührt von solchen Schicksalen, Härten und einer Aussichtslosigkeit, die einen sehr nachdenklich zurücklässt. Ein sehr wichtiger und gewichtiger Roman!

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Im Hundepark in Helsinki sieht sie sie zum ersten Mal nach vielen Jahren wieder. Olenka dachte fernab der Heimat in Sicherheit zu sein, nicht gefunden zu werden, doch jetzt ist Daria aufgetaucht und das kann nichts Gutes bedeuten. Sie blicken auf die glückliche Familie mit den beiden Kindern. Ihren Kindern. Die jedoch nichts davon wissen, wer ihre leiblichen Eltern sind und wie sie gezeugt wurden. Und schon gar nichts wissen sie von den rücksichtslosen Machenschaften in der Ukraine, an denen Olenka selbst beteiligt war und bei denen die prekäre Lage junger, mittelloser Frauen ausgenutzt wurde. Doch nun holt sie die Vergangenheit und das, was sie getan hat, ein und sich muss sich ihren Taten stellen.

Die finnisch-estnische Schriftstellerin Sofi Oksanen thematisiert immer wieder politisch und gesellschaftlich brisante Themen in ihren Romanen und lässt dabei ihre eigene Biografie als Kind einer Einwanderin mit einfließen. Sowohl ihr Debüt „Stalins Kühe“ sowie auch „Als die Tauben verschwanden“ konnten mich bereits begeistern. „Hundepark“ ist jedoch deutlich ausgereifter und ein Text von psychologischer Tiefe, der nachhallt.

Die Handlung hat mehrere Erzählstränge. Zum einen erleben wir Olenka in der finnischen Gegenwart, wo sie sich mit Darias plötzlichem Auftauchen auseinandersetzen muss und offenbar große Angst vor dieser bzw. dem, was sie mit sich bringt, hat. Das Warum erklärt sich durch die Rückblenden, die an mehreren Zeitpunkten in der ukrainischen Vergangenheit ansetzen. Als Model wollte sie einst in Paris große Karriere machen und der Armut entfliehen, doch sie war zu störrisch, um die Tipps anzunehmen, und so fand sie sich bald wieder in der Einöde des Donbass. Ihr Vater war schon viele Jahre zuvor in einer illegalen Mine verunglückt – zumindest ist das die offizielle Version der Familie. Aber es gibt viele Versionen ihres Lebens.

Es entfaltet sich eine Geschichte, von der man weiß, dass sie in der Realität so geschehen kann und vor der man doch lieber die Augen verschließen möchte. Menschenhandel, Organhandel oder wie auch hier, junge Frauen zu Leihmüttern für jene machen, in der Regel aus dem Westen, die es sich leisten können. Nicht nur die finanzielle Not, sondern auch politischen Verstrickungen sind es, die dem Roman auch Spannung verleihen und die komplexe Realität nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und den Ländern zwischen Ost und West greifbar machen.

Die Dichotomie von Täter und Opfer ist schwierig hier, denn man kann den Wunsch nach einem besseren Leben, nach einem kleinen Stückchen vom Kuchen des Glücks, gut nachvollziehen. Und es ist ebenso offenkundig, dass man entweder mitspielt und selbst zum Täter wird oder eben auf der Seite der Ausgebeuteten landet. Moral und Ethik haben es schwer in einem solchen Umfeld.

Ein erzählerisch starker Roman, der langsam in einem hineinkriecht und nicht mehr loslässt.

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Olenka ist mit falschen Papieren in Helsinki untergetaucht und arbeitet dort seit einigen Jahren als Putzfrau. Während sie regelmäßig die Gewohnheiten einer Familie im Park beobachtet, braucht Olenka eine plausible Beschäftigung, um nicht aufzufallen. Wer nicht mit Kindern, Hund oder Snack in den Park kommt, sollte besser eine Tätigkeit vortäuschen. Darum liest Olenka auf einer Parkbank. Als sie ausgerechnet hier eine Frau aus ihrem ukrainischen Dorf trifft, bringt das ihre bisher umsichtige Planung ins Wanken. Olenka hatte sich zuvor erfolglos als Model versucht, damit ihre Familie nicht länger Mohn für Drogenhändler anbauen musste. Ihre Sprachbegabung war nach einer kurzen Episode als Eizellspenderin schließlich Tor zur Karriere als Betreuerin wohlhabender Ausländer, die zur Eizellspende oder die Anbahnung einer Leihmutterschaft in die Ukraine reisten. Da Menschen offenbar betrogen sein wollen, glaubten Klienten der Agentur, ausgerechnet in einer Bergwerksgegend eine Auslese junger, hellhäutiger, angeblich besonders gesund aufgewachsener Frauen zu finden. Olenkas Chefin bot alles aus einer Hand: Spenderinnen aus dem Katalog, Behandlung, Unterkunft und Leihmütter. Als Olenkas Mutter sie darum bittet, auch Daria aus ihrem Dorf in der florierenden Branche einen Job zu verschaffen, setzt das Daria nicht nur in lebenslange Abhängigkeit von Olenka, sondern führt auch zum Treffen der Frauen auf einer Parkbank in Helsinki. Wer einen Rundum-Service wie Olenkas Chefin bietet, muss seinen Klienten Vertraulichkeit zusichern können und kann sich keinen Fehler leisten. Dass Daria die untergetauchte Olenka in Helsinki erkennt, gefährdet die Vermittlung „assistierter Anschaffung von Kindern“ in der Ukraine, aber auch die beiden Frauen selbst.

Olenka als Icherzählerin berichtet von ihrem Weg in die lukrative Reproduktionsmedizin der Ukraine und erzählt rückblickend die Geschichte ihrer Eltern, die in jeweils unterschiedliche Regionen verbannt und dadurch zu Unpersonen in der zerfallenden Sowjetunion geworden waren. So wie Olenka in der Erinnerung zwischen Paris, Helsinki und ihrem kleinen Dorf unterwegs ist, springt auch ihre Erzählung zwischen der Gegenwart von 2016 und der Vorgeschichte 10 Jahre zuvor. Olenka richtet sich an ein „Du“, das mir recht lange verborgen blieb, weil der Vorhang vor den Ereignissen extrem langsam gelüftet wird. Ein ernüchternder Bericht über junge Frauen, die dringend Geld brauchen und ihre Gesundheit für reiche Ausländer riskieren. Sofie Oksanen gibt dabei Einblick in die komplizierten Emotionen leiblicher und sozialer Mütter, die lebenslang aneinander gekettet bleiben werden …

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als gebundene Ausgabe: 23.- Euro, gebraucht ab: 20,69 Euro, 480 Seiten, erschienen am 13.01.22 bei Kiepenheuer & Witsch

als Kindle Ausgabe: 19,99 Euro, 463 Seiten, erschienen am 13.01.22 bei Kiepenheuer & Witsch eBooks

Ich habe dieses Buch als digitales Leseexemplar vom Verlag erhalten und bedanke mich ganz herzlich bei Kiepenheuer & Witsch sowie bei Netgalley.

Sofi Oksanen ist eine finnisch-estnische Schriftstellerin, die in Helsinki lebt. Ihr Roman "Fegefeuer" wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet und machte Sofi Oksanen in vielen Ländern bekannt, so auch in Deutschland. Sofi Oksanen schreibt gesellschaftskritische Gegenwartsliteratur.

In diesem Buch erzählt uns Sofi Oksanen von zwei Frauen aus der Ukraine.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion herrscht bittere Armut im Donbass und gerade bei den jungen Menschen spiegelt sich Perspektivlosigkeit wieder. Das öffnet Tür und Tor für kriminelle Machenschaften wie Organhandel, Menschenhandel und illegalen Bergbau.

Aber auch Eizellspende und Leihmutterschaft bietet den jungen Frauen die Möglichkeit an Geld zu kommen. Die Ukraine ist eines der wenigen Länder, in denen kommerzielle Leihmutterschaft legal ist. Viele europäische Paare, die es sich leisten können, greifen auf ukrainische Leihmütter zurück.

Olenka treffen wir 2016 in einem Hundepark in Helsinki. Dort beobachtet sie eine Familie mit zwei Kindern. Eines Tages gesellt sich eine zweite Frau dazu, Daria. Sehr schnell wird dem Leser klar, dass Olenka und Daria sich aus der Ukraine kennen und beide mit den Kindern der Familie untrennbar verbunden sind. Wir erfahren aber auch, warum Olenka in Helsinki untergetaucht ist und sehr erschrocken ist als Daria plötzlich auftaucht. Aber das müsst ihr natürlich selbst entdecken.

Sofi Oksanen ist hier wieder ein gesellschaftskritischer und emotional sehr starker Roman gelungen. Sie beschreibt sehr gut, in welche emotionalen Abgründe die Frauen, die sich als Eizellspenderinnen oder Leihmütter verdingen, begeben.
Den Schreibstil fand ich sehr gut und leicht verständlich und auch die Rückblenden in die Vergangenheit von Olenka und Daria fand ich schlüssig und spannend.
Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich mir jetzt unbedingt noch das Buch "Fegefeuer" zulegen werde, denn ich möchte unbedingt mehr von Sofi Oksanen lesen.

5*/5*

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Sofi Oksanen schafft es in ihren atmosphärisch dichten Büchern immer wieder Themen aufzugreifen, die am Puls der Zeit sind. Spannend erzählt, informativ und erschütternd zugleich.

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Helsinki, 2016. An diesem Nachmittag, an dem die Protagonistin Olenka am liebsten im Hundepark auf der Bank sitzend in Ruhe ihr Buch gelesen hätte, holt ihre Vergangenheit sie ein. Die sich neben sie gesellende junge Frau ist ihr nämlich alles andere als fremd…

Oksanen wählt in „Hundepark“ auch kompositorisch eine ähnliche Route, wie sie es bereits in „Fegefeuer“ (und „Als die Tauben verschwanden“) getan hat; die charakteristische nichtlineare Komposition wird in diesem Roman jedoch um einiges verdichtet.

Die Handlung beginnt zeitlich in der Ukraine in den 1990er Jahren und mündet im heutigen Finnland. Der Roman löst zwar mit jedem neuen Zeitsprung bereits geknüpfte Spannungsknoten, jedoch beinhalten folgende Kapitel immer entsetzlichere Geheimnisse bezüglich der Vergangenheit von Olenka und Daria, der unerklärlichen Tode gefährlicher und wohlhabender Geschäftsmänner – und der beruflichen Beziehungen ihrer Väter.

Im Kern erforscht und durchleuchtet der Roman die weibliche Kommerzialisierung in Osteuropa, genauer die Geschäfte mit ungeborenen Kindern, der Fruchtbarkeit von jungen Mädchen, der Illusion des mütterlichen Glücks und dem Warenwert eines weiblichen Körpers.

Oksanen zeigt in dieser fesselnden Geschichte, wie junge Mädchen von Vermittlungsagenturen für kinderlose Familien mit Versprechen von einem besseren Leben – für sich selbst und ihre Familien – physisch und psychisch ausgebeutet werden.

Für diejenigen Leser:innen, die an osteuropäischer Geschichte und Romanen mit komplexen soziokulturellen Nuancen, vielschichtigen Figurendynamiken, düsteren Machenschaften und stilistischen Meisterleistungen interessiert sind, spreche ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus.

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Ja, ich weiß, das ist sehr früh, aber ich lege mich schon jetzt fest: Das Buch ist eins meiner Lesehighlights des Jahres 2022. Eine unfassbar vielschichtige Erzählung über ein Land (Ukraine), seine Geschichte, seine Gesellschaft und vor allem seine Frauen. Das ist spannend, dicht und atmosphärisch, erfordert aber auch viel Arbeit, da es sowohl inhaltlich als auch strukturell einige Herausforderungen bietet. Aber es lohnt sich sehr, dem Buch volle Konzentration zu schenken und ein paar grundlegende Infos zur Ukraine zu googlen, was aufgrund des andauernden und möglicherweise weiter eskalierenden Konflikts in der Osturkaine ja auch gleich für den aktuellen Diskurs hilft. Das Buch wird mich jedenfalls noch eine Weile beschäftigen, hat bei mit einen ganz starken Eindruck hinterlassen.

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Ich habe Hundepark angefragt, weil ich interessant fand mit welchem Thema sich der Roman beschäftigt. Nämlich mit Leihmutterschaft und Eizellenspende. Themen mit denen ich mich nie beschäftigt haben, die aber vorallem weil sie für viele Frauen eine Möglichkeit darstellen viel Geld zu verdienen.

Leider konnte mich die Handlung aber nicht packen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass auf der Stelle getreten wird. Vorallem weil so viel zwischen verschiedenen Zeiten gesprungen wird. Auf Dauer langweilt mich dies leider. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass dieser Schreibstil für bestimmte Leser absolut genial ist, nur leider nicht für mich.

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Auf den ersten Blick ist Olena eine ganz normale Frau mit einem Putzjob in Helsinki, die ihre Feierabende lesend auf einer Bank in einem Park verbringt. Doch niemand ahnt, dass sie dabei stets ein junges Familienglück beobachtet und dieses eng mit ihrem eigenen Schicksal verbunden ist. Ihr Geheimnis droht aufzufliegen, als eines Tages eine andere Frau neben ihr Platz nimmt, die Olena noch aus ihrer Vergangenheit kennt…

„Hundepark“ ist der erste Thriller, den ich von der finnischen Autorin Sofi Oksanen lese, aber bestimmt nicht der letzte. Denn sie hat auf einige sehr typische Elemente des Genres verzichtet und dadurch eine sehr eigene Atmosphäre geschaffen, was mich sehr gefesselt hat. Beispielsweise kommt kein Ermittler, Psychologie, Forensiker oder ähnliches als Hauptfigur vor, der Blickwinkel von Olena auf die Ereignisse reicht vollkommen aus, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Besonders interessant ist, dass sie nicht nur aus der Ich-Perspektive erzählt, sondern der Text als eine Art Brief oder Geständnis an eine andere Person gerichtet ist. Natürlich klärt sich später auf, welche Person da direkt angesprochen wird, der Leser kann dadurch aber auf sehr intensive Art zu dem Charakter eine Bindung aufbauen. Allerdings wirken manche Satzkonstruktionen oder die Wortwahl auch recht sperrig, sodass der Lesefluss an diesen Stellen ins Stocken kommt.

Der Aufbau der Handlung ist komplex und ungewöhnlich, sie wird in kleineren Teilen aus verschiedenen Zeitebenen zusammengesetzt – fast schon bruchstückhaft. Das ist beim Lesen durchaus anspruchsvoll, da man die verschiedenen Teile erst einmal zusammensetzen muss und nicht alle Bezüge direkt klar sind. Doch es lohnt sich, denn dadurch baut sich eine Spannung auf, die sich aus verschiedenen Geheimnissen und unbekannten Variablen zusammensetzt. Und auch das Thema ist hervorragend, brisant und eindringlich, die Vermarktung des weiblichen Körpers, eine ganze Industrie, die sich um den Kinderwunsch reicher Westeuropäer dreht – erschreckend, wie glaubwürdig und intensiv das wirkt.

„Hundepark“ ist kein gewöhnlicher Thriller, sondern schon wegen des ungewöhnlichen, nicht chronologischen Ablaufs. Auch der Erzählstil in Brief- oder Berichtform an einen anderen Menschen gefällt mir gut, auch wenn Satzbau und Wortwahl manchmal etwas sperrig wirken. Das packende, gesellschaftskritische Thema und die markanten Figuren lassen den Thriller sehr intensiv wirken, was mich sehr beeindruckt hat.

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Hundepark ist ein sehr spannender Roman von Sofi Oksanen. Er spielt in Finnland, Estland und im Donbass. Genau dort, wo jetzt (nicht tun ersten Mal) Krieg herrscht. Es geht um Frauen, die verzweifelt versuchen Geld zu verdienen und dabei viel riskieren. Es geht um Frauen auf der Flucht, allerdings in diesem Fall nicht vor dem Krieg. Es geht wieder im Geschäfte, bei denen viel Geld im Spiel ist und bei dem nur wenige Skrupellose reich werden. Das Buch ist sehr gut konstruiert. Verschiedene Zeitebenen werden miteinander verknüpft. Da musste ich schon mitdenken um alles in meinem Kopf chronologisch ordnen zu können. Eine ausführliche Rezension gibt es auf dem Blog leckerekekese.de

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Klang sehr interessant...und ich dachte auch, daß es nicht schaden könnte, etwas mehr über die Ukraine zu erfahren. Aber trotz langen Atems beim Lesen...das war mir zu langatmig erzählt. Dabei ist das Thema der Leihmutterschaft in der Ukraine ja eigentlich sehr brisant. Wäre der Roman nur etwa halb so umfangreich, hätte ich ihn sicherlich ganz gelesen. So habe ich mich ab der Hälfte nur noch sporadisch durch den Text bewegt, weil ich schon auf den Schluss gespannt war. Gut geschrieben ist er ja schon. Aber irgendwie hat mich das Ganze dann doch nicht so richtig gepackt. Schade!

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Wieder einmal ein großartiger Titel von Sofi Oksanen! Ähnlich wie in "Stalins Kühe" bekommt man auch hier einen historischen und aktuellen Einblick um gesellschaftliche und politische Themen in den ehemaligen Sowjetunion Ländern. In Hundepark geht es um die legale Leihmutterschaft in der Ukraine aus der Sicht einer "Insiderin" und wie ihre eigene Biografie und ihre Machenschaften damit zusammenhängen.

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Helsinki, 2016. Immer wieder sitzt sie auf derselben Bank im „Hundepark“ und beobachtet die Leute. Nun, nicht irgendwelche Leute, sondern stets diese eine Familie, die dort ihren Hund ausführt. Die adrette Mutter. Den engagierten Vater. Die entzückenden Kinder. Sie: Das ist Olenka, eine einst schöne, einst erfolgreiche junge Ukrainerin. Einst glaubte sie an eine glückliche Zukunft ohne Geldsorgen und mit einem geliebten Mann an ihrer Seite. Jetzt ist sie sichtlich vom Leben gezeichnet, auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, in Angst um ihr Leben. Und es soll noch schlimmer kommen, denn eines Tages sitzt Olenka nicht mehr allein auf ihrer Bank. Unvermittelt taucht Dana auf, genauso abgezehrt und heruntergekommen wie sie selbst. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass es Olenka war, die Dana ins Unglück stürzte. Und die scheint nun auf Rache aus zu sein …

„Hundepark“ mutet anfänglich wie ein Thriller an – und es gelingt Sofi Oksanen vortrefflich, die Spannung subtil aufrechtzuerhalten –, doch der Roman ist weit mehr als das. In Rückblenden zeichnet die Ich-Erzählerin Olenka ihr Leben bis zu dem schicksalhaften Wiedersehen mit Dana nach: ihre Kindheit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, die Versuche der Menschen, sich in der plötzlich veränderten politischen und gesellschaftlichen Ordnung zurechtzufinden, die alten Seilschaften und Mentalitäten, die sich nicht mit einem Handstreich wegwischen lassen – und die neuen „Geschäftsmodelle“, die sich unvermutet daraus ergeben.

Und damit eröffnet sich der eigentliche Themenkomplex des Romans, denn in ein solches „Geschäftsmodell“ gerät unversehens Olenka, das erfolglose Model, das zwar keine nennenswerte Ausbildung besitzt, dafür aber über etwas anderes verfügt: gesunde Eizellen. Ein Gut, für das wohlhabende europäische Paare, deren Kinderwunsch bislang unerfüllt blieb, bereit sind, sehr viel Geld zu zahlen. Und das ansonsten chancenlosen jungen Frauen eine vermeintliche Perspektive bietet. Doch wo große Umsätze locken, ist gemeinhin die Ausbeutung nicht fern, wird aus der Medizin eine Industrie. Mit Gewinnern auf der einen – und Verliererinnen auf der anderen Seite.

Bis ich „Hundepark“ von Sofi Oksanen (aus dem Finnischen von Angela Plöger) vor einigen Wochen las, war mir nicht bekannt, dass die Ukraine eines der wenigen Länder ist, in denen eine kommerzielle Leihmutterschaft gesetzlich erlaubt ist. Noch hätte ich vermutet, was diese Kommerzialisierung für die Leihmütter mitunter bedeuten kann. Und am allerwenigsten hätte ich geahnt, wie grundlegend und dramatisch sich die Situation in der Ukraine kurz nach meiner Lektüre ändern sollte. Ein brutaleres Zusammentreffen von Fiktion und Realität ist kaum vorstellbar, denn natürlich sind auch die ukrainischen Leihmütter von Putins Angriffskrieg betroffen (in den Medien finden sich wiederholt Beiträge und Berichte zu ihrer Situation).

Eine Leseempfehlung ist in diesem Kontext für mich nur schwer uneingeschränkt auszusprechen, doch möchte ich betonen, dass das ausschließlich an der grausamen Lebenswirklichkeit liegt, und keineswegs an dem Roman. Der ist in ganz besonderem Maße lesenswert!

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Die ersten Seiten dieses Romans erinnern an einen Agententhriller und auch in der weiteren Handlung hat man immer wieder das Gefühl, einen Thriller zu lesen. Die zentrale Figur des Romans sitzt auf einer Parkbank und beobachtet ihre Umgebung. „Dank meiner mit Büchern prall gefüllten Tasche wirkten meine Abstecher in den Park ganz natürlich. Wenn mich mal jemand fragte, erzählte ich, dass ich Tiere sehr mochte und ihr Treiben gerne beobachte, aber wegen einer Allergie selbst kein Haustier halten konnte. Einen Hund hatte auch die Frau nicht, die sich neben mich gesetzt hatte, das war mir klar." Eine weitere Frau setzt sich auf diese Bank und gibt sich bald als alte Bekannte zu erkennen. Vor Jahren haben die beiden Frauen in der Ukraine aus der sie stammen zusammengearbeitet; im boomenden Wirtschaftszweig der Leihmutterschaft.
In Rückblenden erzählt, erfährt man wie Olenka, die Hauptfigur des Romans, in dieses korrupte System gekommen ist. Sie kommt aus armen Verhältnissen, aus einer Gegend, in der es nicht viele Möglichkeiten Geld zu verdienen gibt. Während Männer in illegalen Bergwerken arbeiten, verdienen die Frauen Geld mit ihrem Körper: als Model, als Spenderin von Eizellen oder als Leihmutter. Olenka ist eine von ihnen. Später wirbt sie selbst andere Frauen an und wird eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Ein Todesfall beendet ihre Karriere, und sie flieht nach Finnland als unscheinbare Putzfrau, deren Herkunft für Kunden nur von Belang ist, wenn die Ukraine in den Nachrichten vorkommt. Die Frau aus ihrer Vergangenheit droht Olenkas sichere Existenz in Helsinki zu gefährden.
„Hundepark“ ist ein sehr realitätsnaher Roman, der die ukrainische Gesellschaft kritisch beleuchtet. Eine Gesellschaft, in der Biografien neu erfunden werden und Vieles nur eine Frage des Geldes ist. Ich habe den Roman nicht fertiggelesen. Nicht weil er dramaturgisch schlecht ist oder die Figuren nicht gut charakterisiert waren, sondern im Gegenteil: weil die Handlung in wirklichkeitsnahe Bilder verpackt war, die mich zu sehr belastet haben.

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„Wort für Wort schlug sie einen Stein nach dem anderen aus den Fundamenten meines sorgfältig aufgebauten Lebens. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass das geschehen würde.“ (Zitat Pos.233)

Inhalt
2006 ist Olenka als aufstrebendes Model in Paris gescheitert und sie lebt wieder bei Mutter und Tante in einem kleinen Dorf in der Oblast Mykolajiw im Süden der Ukraine. Sie fühlt sich verantwortlich und braucht Geld, um für die beiden Frauen zu sorgen. Durch Zufall entdeckt sie eine Anzeige und nach einem Vorstellungsgespräch erhält sie den Job. Sie macht rasch Karriere. Dann verliebt sie sich zur falschen Zeit in den falschen Mann. Sie muss untertauchen, beginnt in Helsinki ein neues Leben, doch 2016 holt sie ihre Vergangenheit ein und jetzt geht es um mehr, als nur um ihr eigenes Leben.

Thema und Genre
In diesem Roman geht es um die Ausbeutung junger Frauen aus ärmsten Verhältnissen, die auf eine bessere Zukunft hoffen. Skrupellose Organisationen im eigenen Land, hier geht es konkret um die Ukraine, werben die Frauen als Leihmütter und Eizellenspenderinnen für reiche kinderlose Ehepaare aus Ost und West an. Es sind international tätige, weit verzweigte und sehr lukrative Geschäftszweige. Wichtige Themen sind Politik, Wirtschaft, Kinderwunsch und moderne Medizin, die ukrainische Mafia, die Familie, und prägende Ereignisse in der Vergangenheit.

Charaktere
Olenka ist zielstrebig, hartnäckig, übernimmt die Verantwortung, ihre Mutter und Tante zu unterstützen. In ihrer Tätigkeit muss sie skrupellos handeln, macht Fehler, trifft falsche Entscheidungen, doch man fühlt und hofft mit ihr. Es sind unterschiedliche Figuren, denen wir in diesem Roman begegnen, authentisch bis ins Detail, und ihre Handlungen sind nachvollziehbar.

Handlung und Schreibstil
Die aktuellen Ereignisse finden im Jahr 2016 statt und beginnen auf einer Parkbank in Helsinki. Geschildert werden sie von der Ich-Erzählerin Olenka. Gleichzeitig unterbricht Olenka diesen Handlungsstrang immer wieder und erzählt in Gedanken ihre eigene Geschichte, ihre Kindheit, die Geschichte ihrer Familie. Diese Abschnitte, ergänzt durch Schilderungen von besonders prägenden Erlebnissen und Situationen, verlaufen nicht chronologisch, sondern ergeben sich aus einem Stichwort, einer spontanen Erinnerung in der Gegenwart, die ihre Gedanken spontan zurück in die Vergangenheit führen, zu dem Mann, den sie immer noch liebt und auf dessen Verständnis sie immer noch hofft. Diese Art des Erzählens, die Stück um Stück, Detail um Detail mehr von den Zusammenhängen aufdeckt, garantiert in Verbindung mit den Themen eines Kriminalromans ein sehr spannenden Leseerlebnis. Die Autorin schreibt schonungslos und offen, klagt jedoch nicht an, sondern folgt ihren Figuren mit Empathie, die sich auf uns Lesende überträgt.

Fazit
Dieser Roman, erschienen im Jahr 2019, überzeugt durch fundierte, kenntnisreiche Einblicke in die Situation in der Ukraine und erhält durch die heutige Situation zusätzliche Aktualität. Eine besondere Form des Erzählens, authentische, nachvollziehbar handelnde Figuren, eine facettenreichen Sprache von poetisch, einfühlsam, bis rasant und packend, und brisante Themen ergeben eine eindringliche, sehr spannende Geschichte.

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Meine Kollegin hat es bereits gelesen und ist sehr begeistert.Es ist schon erschreckend,wie aktuell der Roman von Sofia Oksanen plötzlich geworden ist.

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Sofi Oksanen hat mich hier leider nicht überzeugt. Ihre Schreibweise und Wortwahl ist nicht ganz mein Fall und ich hatte Mühe in die Geschichte reinzukommen und alle Zusammenhänge zu erfassen. Vom Thema her hat es mich eigentlich sehr interessiert, Vielleicht fehlten mir aber auch einfach einige historische Fakten für das bessere Verständnis. Die Frauen in der Geschichte haben mich zusehends genervt, darum habe ich dann etwa in der Hälfte abgebrochen.

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Ein harmloser Titel für ein Werk mit ernstem, hintergründigem Inhalt.
Die Armut mancher Ukrainer lässt junge Frauen aus Verzweiflung einen düsteren Weg einschlagen, wenn die Modelkarriere scheitert. Sie wenden sich an spezielle Institutionen, um für schnelles Geld ihre Eizellen zu spenden und damit ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen. Oft leider auf Kosten ihrer Gesundheit und ihrer eigenen Zukunft,
Verpackt ist das ganze in eine Geschichte um eine junge Frau, die sich auf ebendiesem dunklen Pfad eine Karriere als Vermittlerin in einem Büro für elternlose Paare mit Kinderwunsch aufbaut, in eine Verschwörung gerät und alles zu verlieren droht.

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Die Modelkarriere ist gescheitert und Olenka kehrt zurück in ihren Heimatort in der Ukraine. Auf der Suche nach Arbeit stolpert sie über eine Anzeige, die viel Geld verspricht. Merkwürdig nur, dass sie dafür Fotos von ihrer Familie zum Bewerbungsgespräch mitbringen muss. Doch Olenka entpuppt sich als perfekte Bewerberin – genau das, was der westliche Markt sucht, wenn es um das Traumbaby für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch geht. Jahre später hat die junge Frau alles verloren. In Finnland sitzt sie auf einer Bank in einem Park, trauert Geld, Karriere und der verlorenen Liebe nach und hält Ausschau nach einer finnischen Familie – und ihrem Kind. Bis sich Daria neben sie setzt und die Vergangenheit erneut zur Bedrohung wird, denn einst hat Olenka Darias Leben zerstört.

“Hundepark” ist das erste Buch, welches ich von der finnisch-estnischen Autorin Sofi Oksanen gelesen habe. Anfangs hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzukommen. Die Handlung ist mit ihren Zeitsprüngen und kryptischen Andeutungen zeitweise etwas verwirrend und man muss ein bisschen raten, worum es eigentlich geht, was genau passiert sein könnte und wo alles hinführt. Auch das Ende ist dann ähnlich unbefriedigend.

Im Großen und Ganzen konnte mich der rasante Schreibstil und vor allem die vielschichtige Geschichte fesseln. Oksanen schafft in “Hundepark” ein lebendiges Bild vom Leben in der Ukraine, einem Land, das zwischen Moderne und Vergangenheit seinen Weg sucht. Die bittere Armut vieler Menschen steht im Gegensatz zum Reichtum krimineller Geschäftemacher, die diese Not skrupellos ausnutzen. Längere Zeit ging ich davon aus, dass es sich thematisch um das Thema Leihmutterschaft dreht, lernte dann aber dann das ertragreiche Geschäft mit Eizellspenden kennen. Doch auch andere Geschäfte mit der Ausbeutung und Kommerzialisierung des weiblichen Körpers werden nicht unerwähnt gelassen.

Besonders spannend fand ich Olenkas Familiengeschichte, die erst relativ spät erzählt wird und beschreibt, was der Zusammenbruch der Sowjetunion für Veränderungen mit sich brachte und wie schnell Gewinner und Verlierer des Umbruchs feststanden. An ihrer Familiengeschichte damals wie in der Gegenwart wird deutlich, wie sehr die Menschen zwischen Hoffnung, Moral und Kriminalität nicht nur nach dem Glück streben, sondern ums Überleben kämpfen.

Mit “Hundepark” ist Sofi Oksanen ein intensiver, gesellschaftskritischer Roman über ungleiche Machtverhältnisse, Ausbeutung und das ukrainische Geschäft mit dem Kinderwunsch gelungen. Bruchstückhaft, doch gut choreografiert, ergibt sich zum Schluss ein ganzheitliches Bild. Das Buch ist anspruchsvoll, fordert den Leser heraus und regt zum Nachdenken an.

© Tintenhain

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