Moos

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Erscheinungstermin 15.04.2021 | Archivierungsdatum 01.12.2021

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Zum Inhalt

Klaus Modicks Debüt mit Kultstatus – heute aktueller denn je.

Von erstaunlicher Aktualität – Klaus Modicks »Moos« ist ein faszinierendes Stück »Nature Writing« über unsere von Sehnsucht und Missverständnissen geprägte Verbindung zur Natur.

Als Lukas Ohlburg begreift, dass er nicht mehr lange leben wird, zieht sich der emeritierte Biologieprofessor in das Landhaus seiner Familie zurück. Hier will er seine letzten Tage verbringen, sich Erinnerungen und Träumen hingeben und vor allem noch einmal die Nähe der Natur spüren. Denn schon lange hegt Ohlburg den Verdacht, dass ihn die wissenschaftliche Untersuchung der Bäume, Gräser und Moose nicht zu einem tieferen Verständnis der Natur und ihrer Geheimnisse geführt hat, sondern, im Gegenteil, zu einer Entfremdung. Als Körper und Geist inmitten der entlegenen Idylle zu ungewohnter Ruhe kommen, erwacht der Strom der Erinnerungen und entfaltet einen unheimlichen Sog. Auf einmal ist alles wieder da. Die Flucht der Familie vor den Nationalsozialisten, der alles kontrollierende Vater, die erste Liebe und, vor allem, der unfassbare sinnliche Zauber der Natur.

So zart wie mitreißend erzählt Klaus Modick in »Moos« von der Wiederannäherung eines Menschen an die Natur, vom ewigen Kreislauf des Lebens und nicht zuletzt von einer wunderbaren Verwandlung.

Klaus Modicks Debüt mit Kultstatus – heute aktueller denn je.

Von erstaunlicher Aktualität – Klaus Modicks »Moos« ist ein faszinierendes Stück »Nature Writing« über unsere von Sehnsucht und...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462000887
PREIS 10,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Sensationell! Dieses Buch "nimmt der Zeit die Dauer, Tage verlieren ihr Datum, Gedanken ihre wichtigtuerische Dringlichkeit, ihre Fratze der Hast". Moos wird nach der Lektüre von Modicks Erstling für immer ein anderes Gesicht für einen haben. Wundervoll und unbedingt lesenswert!

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Bei dieser Neuauflage handelt es sich um Klaus Modicks Debüt-Novelle aus dem Jahr 1984. Es geht um die seltsame Metamorphose des Naturwissenschaftlers und Botanikers Prof. Dr. Lukas Ohlberg. Nach seinem Tod werden Aufzeichnungen dazu von seinem Assistenten veröffentlicht. Ich liebe solche Konstrukte und bin gleich Feuer und Flamme. Doch das Buch ist nicht ganz einfach zu lesen, es gibt mit vielen Fachbegriffen durchsetzte Passagen - stilistisch ist das gut, es stärkt die 'Glaubwürdigkeit' des herausgegebenen Manuskripts, erschwert aber auch den Lesefluss. Gegen Ende seines Lebens erkennt der Professor die falsche Herangehensweise seiner Forschung, denn durch die abgehobene und wertende lateinische Nomenklatur kommt es zu einer Entfremdung von den Pflanzen. Und "die Vermehrung des Wissens vermindert nicht die Rätsel, sondern vermehrt sie….". In einer Art freien Assoziation erklärt Ohlberg nicht nur die Änderung seiner wissenschaftlichen Sichtweise, er reminisziert auch Kindheit und Ausbildung: der strikte Vater, die Flucht nach England, Schule und Freundschaften. Aber wirklich wichtig ist das alles nicht mehr, der Forscher nimmt zunehmend einen Zug nach unten wahr - hin zum Moos, zur Erde drängt es ihn. Moos macht sich auch in seinem Haus breit, ja es wächst sogar in seinem Bart. Und manchmal weiß er nicht mehr, was ist Traum und was ist Wirklichkeit. Er notiert: " Da kommt es mir vor, als schriebe nicht ich, sondern …. als ließe ein Anderes in mir und durch mich schreiben". In kurzen Kapiteln beschreibt Klaus Modick diese wunderliche Lebensveränderung - die Sprache dabei oft poetisch, der Inhalt philosophisch. Diese ruhige Novelle ist lesenswert und regt zur Selbstreflexion an. Denn "das was immer war und ist und sein wird" – ist das Moos, nicht der Mensch.

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Eine kleine Warnung direkt vorab. Dieses Buch ist nicht für jedermann geschrieben und wird auch nicht die breite Masse ansprechen. “Moos” ist kein Buch für den Massenmarkt, sondern für Leser, die gerne Texte lesen, die einem zum Nachdenken anregen. Die Rahmenhandlung des Buchs ist denkbar einfach. Der (für alle, die den Namen im echten Leben finden möchten) fiktive Botaniker Lukas Ohlburg zieht sich in das Landhaus seiner Familie zurück und verbringt dort seinen Lebensabend. Dabei verfasst er einige Notizen, die der Leser nun in den Händen hält. Diese beginnen recht sonderbar mit der Auseinandersetzung zur wissenschaftlichen Terminologie, der er kritisch gegenüber steht. Aber auch dies ist nur der Aufhänger, um sich zu erinnern. Die Erinnerungen reichen zurück in die Jugend und Kindheit des (bekanntlich immer noch fiktiven) Autors und schlagen einen Bogen in die Gegenwart und bilden so eine Art Kreislauf, in dem das Moos immer wieder eine zentrale Rolle einnimmt. Zusammenhänge sind in diesem Buch sehr schwer auszumachen und erst am Ende nimmt der Leser den roten Faden auf, der zu Beginn ausgelegt wurde und sieht die Methamorphose des Autors bis zu seiner Verschmelzung mit dem Moos. Fazit Ein sehr ungewöhnliches Buch, das sich nur sehr schwer einordnen lässt. Ich wüsste noch nicht mal, wem ich ein solches Buch empfehlen könnte. Auf jeden Fall dem experimentierfreudigen Leser, der gerne abseits des Mainstreams offen für ungewöhnliche Texte ist und keine Probleme damit hat, auch mal um die Ecke zu denken.

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Inhalt Der emeritierte Biologieprofessur Lukas Ohlburg zieht sich auf das Landhaus seiner Familie zurück. Dort lebt er ohne Pflichten und Termine und, von ein paar Familienbesuchen abgesehen, allein von einem Tag in den anderen hinein. Achtsam und mit allen Sinnen erlebt er die Natur um sich herum - und beginnt, sie mit völlig neuen Augen zu sehen. Vor allem die Moose, diese primitivsten aller Pflanzen, die scheinbar in der Evolution stecken geblieben sind, faszinieren ihn dabei. In seiner beruflichen Laufbahn hat er sich vor allem mit botanischer Terminologie und Nomenklatur beschäftigt. Nun aber scheinen ihm Zweifel an dieser Praktik und der Naturwissenschaft als Ganzes zu kommen. Ist diese nicht völlig seelenlos und unverständig? Es gelingt ihr nicht, das Wesen der Natur zu begreifen. Die Nomenklatur und Terminologie möchte zwar die Natur organisieren, sie benennen und kategorisieren, aber auf einmal erscheint es ihm, als ob sie damit die Dinge nur noch mehr verschleiert und sich von ihrem Subjekt - der Natur - entfremdet. Statt mit den Augen eines Wissenschaftlers sieht Ohlburg die Natur um sich herum auf seine alten Tage mit denen eines staundenden Kindes. Er erlebt sie, ohne sie erklären und erforschen zu wollen. Auch die alten Märchen und Sagen aus seiner Kindheit, der Zauber der Literatur, bringt ihn näher an die Natur. Überhapt kommen so einige Erinnerungen hoch, während er dort im Landhaus sitzt, die Natur durchstreift und seine Gedanken in grüner Tinte niederschreibt: Erinnerungen an die Kindheit, an Ferien auf dem Landhaus, an die Flucht aus Nazi-Deutschland, das alte Kindermädchen von damals und die erste Liebe zu einer schottischen Austausch-Studentin. Meine Meinung Klaus Modicks Debüt beginnt mit einem interessanten Kniff, der sofort mein Interesse weckte: Lukas Ohlburgs Erlebnisse sind eine Geschichte in der Geschichte. Das Buch tut so als würde der Text, den der Protagonist im Landhaus mit grüner Tinte schrieb, nach seinem Tod gefunden und neu herausgegeben. Nach diesem interessanten Einstieg, verlor mich die Geschichte jedoch wieder. Ohlburgs Gedankengänge waren mir all zu abgehoben, metaphysisch, philosophisch, verworren, ich weiß auch nicht. Ich konnte und wollte nicht immer folgen. Zwischendurch gab es jedoch "Lichtblicke", von wirklich schönen Sätzen und Ideen, die mich dann doch immer wieder mit dem Text versöhnten und bei der Stange hielten. Stellen wie diese: "Die prächtige alte Kiefer, deren Zweige bei Wind gegen das obere Fenster schlagen, kann ich bis auf ihre Molekularstruktur begrifflich zerlegen und "richtig" benennen. Aber für die Sprache, in der sie in ihrem Klopfen ans Fenster zu mir spricht, fehlt mir jedes Wort." Gut gefallen haben mir diese Stellen, in denen die Schönheit der Sprache und der beschriebenen Natur zu Tage treten. Auch die Grundidee des emeritierten Professors, der dort auf dem Land sein Forschungsobjekt auf ganz neue Weise kennenlernt und am Ende seines Lebens dem Moos immer ähnlicher werden will, fand ich klasse. In der Umsetzung haperte es für mich, weil ich einige Überlegungen in dem Bewusstseinsstrom unseres Erzählers als zu umständlich und gezwungen über-intellektuell empfand. Auch hätte dieser Bewusstseinsstrom öfter von interessanter Handlung abgelöst werden können. Zwischenzeitlich war es daher definitiv ein Drei-Sterne-Buch, aber insgesamt habe ich mich entschieden (vielleicht großzügige) vier Sterne zu vergeben. Ich erhielt dieses Buch als Rezensionsexemplar über NetGalley.

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naturwissenschaftliches erzählen Erzählt wird anhand von nachgelassenen Notizen eines Botanikers. Es sind naturwissenschaftliche Aufzeichnungen, aber auch noch mehr. Das Leben des Verfassers Lukas Ohlburg bis tief in die Vergangenheit spielt auch eine große Rolle und man lernt diese Figur dadurch gut kennen. Außergewöhnlich ist seine Faszination von Moos. Die Sprache ist nicht nur wissenschaftlich sondern auch erzählerisch und wird so Literatur. Es gibt zum Teil bemerkenswerte Beschreibungen von Natur, insbesondere Moos. Das wird sehr dicht. Das trägt dazu bei, dass der Text als Novelle funktioniert. Eine gut Idee, ein schon älteres, lange nicht mehr lieferbares Buch von Relevanz neu aufzulegen. Das Buch hat ein Nachwort vom Autor.

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Moos ist ein teilweise verstörendes, teilweise erhebenes Stück Literatur, das einen sterbenden Botaniker, trotz aller Klassifizierung und Terminologie, am Ende seines Lebens Sprachlosigkeit erfahren lässt. Diese Sprachlosigkeit wird aber verstanden als ein Annähern an die Dinge und ihre wahre Bedeutung. Ein poetisches Sprachfeuerwerk, das Geschichte mit individuellem Erleben mischt und Sterben als einen Prozess des Verwachsens mit der Welt beschreibt.

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Kennen Sie Moos? Dieses Gewächs, das so manchen Gartenrasen verdrängt? Nicht unbedingt ein spannender Titel, oder? Falsch, Klaus Modick entwickelt rund um diese Pflanzen und um einen emeritierten Professor eine faszinierende... ja, was eigentlich? Geschichte? Soziogram? Metapher? Vermutlich wird jeder Leser seine eigene Entdeckung dabei machen, denn dieser Roman ist so klug komponiert, stellt geschickt so manches gesellschaftliches Idiom in Frage. Und das Ganze ist dabei äußerst vergnüglich zu lesen. Ohne Moos nix los? So ist es, aber das finden Sie besser selbst heraus, beim Lesen...

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