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Wie man seinen Onkel loswird
mit Olivia Kuderewski (Übersetzer*in)
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Erscheinungstermin 06.10.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Dieser Roman beginnt mit einem Geständnis. Die Schwestern Georgie Ayyar und Agatha Krishna haben ihren Onkel getötet. Aber keine Sorge, sie hatten einen guten Grund. Und Schuld sind sowieso die Briten.
Die Schwestern Georgie Ayyar und Agatha Krishna wachsen behütet im ländlichen Wyoming auf, bis eines Tages ihr indischer Onkel mit seiner Familie vor der Tür steht. Von nun an werden sie alle zusammenleben, egal, wie beengt der Raum ist – denn so machen es Familien eben. Bis die Schwestern beschließen: Onkel Vinny muss weg. Als die Nachbarskatze tot aufgefunden wird, gestorben an einer Überdosis Frostschutzmittel, beginnt ihr Plan, langsam Gestalt anzunehmen …
Teils Murder Mystery, teils Teenie-Magazin-Quiz, teils Liebeserklärung an die 1980er Jahre, ist Nina McConigleys Debüt vor allem eins: eine kraftvolle Geschichte über Macht, Ohnmacht und Selbstermächtigung und über das Glück, eine Schwester zu haben.
»Ich habe jahrelang auf Nina McConigleys Debütroman gewartet, und er ist sogar noch besser, als ich es mir hätte vorstellen können.« – Celeste Ng
»Herzerwärmend und herzzerreißend – wie es nur die Wahrheit sein kann.« – Tayari Jones
»Zart, trotzig und formal gewagt […] Ich habe mich von der ersten Seite an in McConigleys wilde, ironische Erzählerin Georgie Ayyar verliebt und konnte nicht aufhören zu lesen.« – Jessamine Chan
Dieser Roman beginnt mit einem Geständnis. Die Schwestern Georgie Ayyar und Agatha Krishna haben ihren Onkel getötet. Aber keine Sorge, sie hatten einen guten Grund. Und Schuld sind sowieso die...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | E-Book |
| ISBN | 9783841241818 |
| PREIS | 16,99 € (EUR) |
| SEITEN | 208 |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 2 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Sie haben ihren Onkel getötet. Aber warum?
Wenn mir ein Roman gleich zu Beginn verrät, dass zwei Schwestern ihren Onkel getötet haben, müsste die Spannung eigentlich vorbei sein. Hier war das Gegenteil der Fall. Denn ziemlich schnell wollte ich nicht mehr wissen, wer es getan hat, sondern warum Georgie und Agatha so weit gegangen sind.Gerade diese beiden Schwestern haben mich durch die Geschichte getragen. Sie wachsen im ländlichen Wyoming der 1980er Jahre auf, und plötzlich zieht die indische Verwandtschaft mit ins Haus. Zwei Kulturen, unterschiedliche Vorstellungen von Familie und kaum Möglichkeiten, einander aus dem Weg zu gehen. All das sorgt zunächst für Situationen, über die ich durchaus schmunzeln konnte. Doch nach und nach bekommt die Geschichte eine deutlich dunklere Seite. Mir gefällt, dass das Buch sich nicht so recht in eine Schublade stecken lässt. Familienroman, Coming-of-Age, schwarzhumorige Murder Mystery und gleichzeitig eine Geschichte über Macht und Ohnmacht. Manchmal wechselt der Ton überraschend schnell. Auch die 1980er Jahre haben bei mir einiges ausgelöst. Ich bin selbst in diesem Jahrzehnt aufgewachsen, wenn auch in einer völlig anderen Welt in der DDR. Gerade deshalb fand ich den Blick auf das amerikanische Wyoming interessant. Manche Erinnerungen an diese Zeit fühlen sich völlig fremd an, andere erstaunlich vertraut. Hinter dem teilweise ziemlich schwarzen Humor steckt allerdings eine ernste Frage: Was tun Menschen, wenn sie sich ausgeliefert fühlen und Erwachsene, die eigentlich schützen sollten, es nicht tun? Und dann sind da Georgie und Agatha. Bei allem, was geschieht, halten sie zusammen. Vielleicht ist das für mich sogar der stärkste Teil der Geschichte.
Ob sie wirklich einen „guten Grund“ hatten, ihren Onkel zu töten? Diese Entscheidung überlässt der Roman glücklicherweise seinen Lesern. Einfach gemacht hat er sie mir nicht.
Bianka M, Rezensent*in
Ein Mordgeständnis auf der ersten Seite und die Erklärung, dass eigentlich die Briten schuld sind? Okay, spätestens da war ich neugierig. 😂 Wie man seinen Onkel loswird ist definitiv kein Buch, bei dem man bekommt, was man vielleicht zunächst erwartet. Und genau das hat mir so gut gefallen.
Georgie und Agatha sind zwei indisch-amerikanische Schwestern, die 1986 im ländlichen Wyoming leben. Ihr Alltag ist schon nicht unbedingt einfach, aber als ihr Onkel Vinny mit seiner Familie aus Indien bei ihnen einzieht, wird die Situation zunehmend unerträglich. Vinny entpuppt sich als Haustyrann, der das Leben der Familie bestimmt und die Schwestern immer weiter in die Enge treibt. Irgendwann ist für die beiden klar, dass sich etwas ändern muss. Nur fällt ihre Lösung vielleicht ein bisschen drastischer aus als üblich.
Was sich zunächst nach einem ziemlich schrägen Krimi anhört, entwickelt sich zu einer Geschichte, die sich nur schwer in eine bestimmte Schublade stecken lässt. Hier geht es nämlich gar nicht darum, herauszufinden, wer einen Mord begangen hat. Das wissen wir schließlich von Anfang an. Viel interessanter ist die Frage, wie es überhaupt so weit kommen konnte und was die beiden Schwestern dazu gebracht hat, diesen Weg einzuschlagen.
Besonders Georgie als Erzählerin hat es mir angetan. Ihre bissige, manchmal ziemlich respektlose Art und ihr trockener Humor passen einfach wunderbar zu dieser Geschichte. Selbst in den düsteren Momenten gibt es immer wieder Stellen, bei denen ich schmunzeln musste. Dieser schwarze Humor ist für mich einer der großen Pluspunkte des Buches. Er macht die Geschichte herrlich unterhaltsam, ohne dass die ernsten Themen dahinter verloren gehen.
Auch die Erzählweise fand ich richtig gelungen. Die kurzen Kapitel, Listen und Fragebögen lockern das Ganze auf und geben immer wieder neue Einblicke in die Gedankenwelt der Schwestern. Dazu kommt die Kulisse der 80er-Jahre mit Teenie-Magazinen und Popkultur. Das ist nicht einfach nur Dekoration, sondern passt wunderbar zur Erzählstimme und verleiht dem Roman seinen ganz eigenen Charakter. Ich mochte diese Mischung aus ungewöhnlichen Einfällen, bissigen Kommentaren und einer Geschichte, die unter ihrer teilweise fast schon absurden Oberfläche ziemlich viel Ernsthaftigkeit verbirgt.
Denn so unterhaltsam das Ganze stellenweise ist, so bedrückend ist auch die Situation, in der sich die beiden Mädchen befinden. Es geht um Macht, Unterdrückung und darum, was passiert, wenn Menschen in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher und frei sein können. Gerade dieser Kontrast zwischen dem Humor und dem, was eigentlich dahintersteckt, hat für mich einen großen Teil des Reizes ausgemacht. Die Geschichte nimmt ihre Figuren ernst, auch wenn sie sich selbst nicht immer besonders ernst nehmen.
Und dann ist da natürlich noch die Beziehung zwischen Georgie und Agatha. Ihr Zusammenhalt hat mir richtig gut gefallen. Die beiden müssen mit einer Situation umgehen, die sie eigentlich nicht allein bewältigen sollten, und entwickeln dabei ihre ganz eigene Art, sich zur Wehr zu setzen. Sie sind nicht einfach nur zwei Schwestern, die gemeinsam ein Problem lösen wollen. Man spürt, wie wichtig sie füreinander sind, und genau das macht ihre Geschichte für mich auch emotional.
Mit gerade einmal 207 Seiten ist der Roman außerdem angenehm kurzweilig. Die Geschichte kommt ohne unnötige Längen aus, und durch die besondere Erzählweise liest sich das Buch einfach flott weg. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass es nur um schnelle Unterhaltung geht. Dafür stecken zu viele Gedanken und ernste Themen zwischen den Zeilen.
Mein Fazit:
Ich liebe Bücher, die etwas anders machen und sich nicht an die üblichen Regeln halten müssen, um zu funktionieren. Genau das ist Nina McConigley hier gelungen. Der Roman ist schräg, bissig, schwarzhumorig und gleichzeitig deutlich tiefgründiger, als man nach dem ersten Eindruck vielleicht vermuten würde. Für mich war es eine richtig gelungene Mischung, die mich bestens unterhalten hat und gerade durch ihre ungewöhnliche Art im Gedächtnis bleibt.
Ein klassischer Krimi ist das hier ganz sicher nicht. Muss es aber auch überhaupt nicht sein. Ich hatte richtig viel Freude mit diesem Buch und vergebe sehr gerne 5 Sterne. ⭐⭐⭐⭐⭐