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Red
mit Inka Löwendorf (Sprecher*in)
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Erscheinungstermin 24.09.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Lang ersehnt – die neue Geschichte der irischen Bestsellerautorin Louise Kennedy
Es sind die 1980er-Jahre. Die 15-jährige Außenseiterin Róisín und ihre Ma leben in einem bescheidenen, nasskalten Haus am Rande eines kleinen irischen Städtchens. Seit ihr Vater sie verlassen hat, ist es dort still geworden. Róisín fühlt sich zu Red hingezogen, als sie ihn zum ersten Mal trifft. Seine Cargo-Jacke, die er über den Schulblazer gezogen hat, seine ungewöhnlich förmliche, sarkastische Art zu sprechen, die vielen Anspielungen auf Bücher und Musik. Er ist anders auf die Weise, wie sie selbst auch anders ist.
Als ihre Bindung tiefer wird, verflechten sich ihre beiden Leben immer stärker. Red und Róisín gehören zu jener Auswanderungswelle in das Vereinigte Königreich, die aus einem Irland aufbricht, das ihnen wenig zu bieten scheint. Während Róisín versucht, anzukommen und sich ein eigenes Leben aufzubauen, gerät Red in den Strudel eines selbstzerstörerischen Abstiegs.
Louise Kennedy erzählt eine kraftvolle Geschichte von der Unmöglichkeit, andere Menschen zu retten, und der zerstörerischen Macht unausgesprochener Wahrheiten. Mit eindringlicher Präzision und emotionaler Wucht entwirft sie das Porträt einer Frau, die zwischen zwei Ländern, zwei Zeiten und ihren eigenen Dämonen gefangen ist – und die verstehen muss, dass manche Verluste nie zu verwinden sind.
Lang ersehnt – die neue Geschichte der irischen Bestsellerautorin Louise Kennedy
Es sind die 1980er-Jahre. Die 15-jährige Außenseiterin Róisín und ihre Ma leben in einem bescheidenen, nasskalten Haus...
Eine Anmerkung des Verlags
Wir freuen uns auf deine Meinung und darüber, wenn du deine Freude am Hören mit anderen teilen möchtest, indem du deine Rezension oder Bewertung auf den gängigen Hörbuch-Plattformen (wie BookBeat...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Hörbuch, Ungekürzt |
| ISBN | 9783844947748 |
| PREIS | 20,95 € (EUR) |
| DAUER | 9 Stunden, 51 Minuten |
Links
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 26 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Werbung | Rezensionsexemplar
• Freundschaft
• Sucht
• Verlust
Was für ein tolles Hörbuch!
Mit „Red“ ist Louise Kennedy ein berührender und gleichzeitig melancholischer Roman über Freundschaft, Liebe, Verlust, Wiederfinden und die verschlungenen und steinigen Wege, die das Leben manchmal nimmt, gelungen.
Róisín und Red lernen sich bereits sehr jung kennen. Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft und Verbundenheit, die irgendwo zwischen Freundschaft und Liebe liegt und auf einem tiefen Verständnis füreinander beruht. Ihre Beziehung ist geprägt von Finden, Verlieren und Wiederfinden. Ihre Lebenswege verlaufen alles andere als geradlinig. Alkohol und Drogen spielen dabei eine große Rolle.
Ich liebe Charaktere mit Ecken und Kanten und da bin ich bei Róisín und Red genau richtig. Sie treffen nicht immer die richtigen Entscheidungen und wirken dadurch sehr authentisch und unglaublich menschlich. Die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden hat mich sehr berührt. Auch wenn sie zeitweise nicht Teil des Lebens des anderen waren, blieben sie in den Gedanken des jeweils anderen immer präsent.
Ein großes Kompliment möchte ich auch der Hörbuchsprecherin Inka Löwendorf machen, die das beim Hörbuch Hamburg Verlag erschienene Hörbuch wirklich großartig eingesprochen hat.
„Red“ ist für mich eine berührende und melancholische Geschichte über Freundschaft, Liebe, tiefe Verbundenheit und Verlust. Für mich ist es ein wirklich tolles Hörbuch! Von mir gibt es eine ganz klare Hörempfehlung.
Herzlichen Dank an den Hörbuch Hamburg Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
💭 Kennt ihr das Gefühl, dass ein Mensch gedanklich immer präsent ist, auch wenn man sich gerade nicht sieht?
Joyce K, Rezensent*in
Ein Hörbuch über Nähe, Abhängigkeit und Loslassen
Die Sprecherin Inka Löwendorf passt ausgezeichnet, sie versteht es meisterhaft die Atmosphäre einzufangen.
Belfast in den 1980er-Jahren: Róisín ist belesen, klug, arm und schlagfertig. Sie wächst in einer Zeit auf, in der Irland von Armut, Politik und tiefen Glaubenskonflikten geprägt ist. Gleichzeitig entdeckt sie die feministische Literatur für sich – Bücher werden für sie zu einem Ort, an dem sie über das eigene Leben, über Freiheit und über die Möglichkeiten eines anderen Lebens nachdenken kann.
Dann ist da Red.
Red ist der Mädchenschwarm: lässig, geheimnisvoll und gutaussehend. Gleichzeitig umgibt ihn etwas Dunkles. Sein Vater ist wohlhabend und grausam, und auch Red selbst trägt eine Schwermut in sich, die immer stärker zum Mittelpunkt ihrer Beziehung wird. Was genau zwischen Róisín und Red entsteht, lässt sich lange nicht eindeutig benennen. Ist es Freundschaft? Nähe? Verlangen? Vielleicht von allem etwas – und gerade diese Unbestimmtheit macht ihre Verbindung so eindringlich.
„Manchmal fühlte sie sich in seiner Gesellschaft so wohl, dass sie sich selbst vergaß, furzte, laut vor sich hin brummelte, und wenn sie sich seiner Anwesenheit bewusst wurde, war sie vollkommen erstaunt , ihn zu sehen .“ (Zitat S.60)
Louise Kennedy erzählt die Geschichte chronologisch und begleitet Róisín bis ins Jahr 2007. Dabei entsteht weniger eine klassische Handlung als eine tief ausgearbeitete Charakterstudie. Róisíns Entwicklung, ihre Entscheidungen und ihre innere Zerrissenheit stehen im Mittelpunkt. Besonders beeindruckend fand ich, wie glaubwürdig sie gezeichnet ist: klug und reflektiert, aber keineswegs frei von Widersprüchen und Fehlern.
Die Atmosphäre des Romans ist schäbig, düster und bedrückend – und gerade deshalb unglaublich wahrhaftig. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, selbst vor Ort zu sein: in Belfast, in diesen Straßen, Häusern und Räumen, zwischen Armut, politischer Spannung und religiösen Konflikten. Besonders die Szene um das besetzte Haus in London auf Seite 108 ist mir dabei im Gedächtnis geblieben.
„Manchmal ließ er sie allein in dem besetzten Haus, angeblich, um Besorgungen zu machen, doch oft kam er mit leeren Händen zurück.Ohne ihn fühlte sich das Haus heruntergekommen an und eisig kalt. Eine Kälte, von der einem ständig die Nase lief, bei der man beim Pinkeln glaubte, kochend heißes Wasser zu lassen. Eine Kälte, die einen zuerst hellwach machte und dann, weil sie nicht weichen wollte, das Einzige war, woran man denken konnte.“
Auffällig ist, dass Kennedy auf wörtliche Rede verzichtet. Das verlangt beim Lesen Aufmerksamkeit, gibt dem Roman aber zugleich eine ganz eigene Intensität. Die Dialoge, die tatsächlich geführt werden, sind dafür umso stärker und glaubwürdiger. Man spürt in ihnen die Figuren, ihre unausgesprochenen Gedanken und das, was zwischen den Worten liegt.
Am meisten beschäftigt hat mich Róisíns Verhältnis zu Red. Sie möchte ihm helfen, möchte ihn auffangen und vor sich selbst schützen. Gleichzeitig muss sie aufpassen, nicht gemeinsam mit ihm in diesen Abgrund gezogen zu werden. Reds Schwermut, sein Alkohol- und Drogenkonsum ziehen Róisín zunehmend wie ein Strudel mit sich. Und immer wieder scheint es ihre Aufgabe zu sein, ihn – und letztlich auch sich selbst – aufzufangen und abzufedern.
Gerade darin liegt für mich die große Stärke des Romans: Róisín ist nicht einfach diejenige, die Red rettet. Sie muss lernen, wo ihre Verantwortung endet und wo sie beginnt, sich selbst zu verlieren. Die Beziehung zwischen den beiden bleibt dabei schmerzhaft ambivalent – zwischen Freundschaft, Nähe, Begehren, Loyalität und dem Bedürfnis, den anderen nicht aufzugeben.
„Red“ ist für mich deshalb nicht nur ein Roman über eine besondere Freundschaft oder eine komplizierte Liebe. Es ist auch ein Roman über das Aufwachsen in einer von Konflikten geprägten Gesellschaft, über soziale Herkunft, weibliche Selbstbestimmung und die Frage, wie viel Verantwortung wir für einen Menschen übernehmen können, den wir lieben.
Ein düsteres, intensives und unglaublich wahrhaftiges Hörbuch, das hervorragend in die kalte Jahreszeit passt!