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Buchcover für Die Zukunft der Männer. Eine Generation zwischen Wut und Utopie

Die Zukunft der Männer. Eine Generation zwischen Wut und Utopie

Über die Krise der Männlichkeit, Identitätspolitik und den Weg zur Mutual Liberation

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Erscheinungstermin 02.09.2026 | Archivierungsdatum 05.10.2026


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Zum Inhalt

Die Neuerfindung männlicher Identität in einer zerrissenen Gesellschaft

Sie sollen empathisch sein und muskulös aussehen, kochen können, Hemden bügeln und wissen, wie man eine Klospülung repariert. Männer stehen unter massivem Druck, viele sind verunsichert und auf der Suche nach ihrem Platz, einem neuen Rollenbild. Für die Gesellschaft sind perspektivlose junge Männer gefährlich. Denn viele flüchten sich, wenn sie sich isoliert und von Frauen in Bildung und Karriere überholt fühlen, in Hass, rechte Ideologien oder Gewalt.
Zukunftsforscher Tristan Horx analysiert diese männliche Identitätskrise und das Scheitern alter Rollenbilder. Seine Vision ist die »Mutual Liberation« – eine gemeinsame Befreiung aus digitalen Blasen und Konflikten.

Die Neuerfindung männlicher Identität in einer zerrissenen Gesellschaft

Sie sollen empathisch sein und muskulös aussehen, kochen können, Hemden...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783150115701
PREIS 18,00 € (EUR)
SEITEN 180

Auf NetGalley verfügbar

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Durchschnittliche Bewertung von 9 Mitgliedern


Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Was heißt es heute eigentlich, ein Mann zu sein?

Ich bin Jahrgang 1971 und mit einem Männerbild groß geworden, in dem Stärke oft bedeutete, zu funktionieren, durchzuhalten und Gefühle eher für sich zu behalten. Heute sehe ich vieles davon anders.
Als Vater von vier Söhnen und einer Tochter habe ich dann selbst erlebt, wie sich Rollenbilder verändern. Was wollte ich meinen Söhnen eigentlich davon mitgeben, was ich selbst gelernt hatte? Und was lieber nicht? Rückblickend habe ich darauf längst nicht immer die richtigen Antworten. Deshalb konnte ich die von Tristan Horx beschriebene Verunsicherung durchaus nachvollziehen. Alte Vorstellungen vom Mann funktionieren nicht mehr, gleichzeitig sind die neuen Erwartungen manchmal widersprüchlich. Problematisch wird es für mich dort, wo aus dieser Orientierungslosigkeit Wut entsteht und einfache Feindbilder plötzlich attraktiv werden.
Nicht jeder Analyse von Horx würde ich folgen, manches ist mir zu zugespitzt. Seine Idee der „Mutual Liberation“ gefällt mir dagegen: Männer und Frauen müssen nicht gegeneinander um ihren Platz kämpfen. Vielleicht geht es vielmehr darum, gemeinsam Erwartungen loszulassen, die uns einengen.
Dieses Buch hat mich weniger über „die Männer“ nachdenken lassen als über mich selbst, als Mann, Vater und inzwischen Großvater. Und darüber, welches Männerbild ich weitergegeben habe und welches ich heute gerne weitergeben würde.

5 stars
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Vor 12.000 Jahren begann das Patriachat, heute bröckelt es, da Männer schlechtere Schulabschlüsse machen und Frauen ihnen gegenüber den Vorteil der Empathie haben. Und auch im Miteinander der Geschlechter werden Ansprüche laut, die keine Partei scheinbar gewillt ist, zu erfüllen und es scheint, als könnten Frauen ganz gut ohne Männer leben, was diese massiv unter Druck setzt. Dadurch flüchten sich immer mehr Männer in Hass, rechte Ideologien oder Gewalt und werden dadurch unattraktiver, während Frauen immer liberaler werden – ein Teufelskreis!
Zukunftsforscher Tristan Horx analysiert diese männliche Identitätskrise und das Scheitern alter Rollenbilder. Seine Vision ist die »Mutual Liberation« – eine gemeinsame Befreiung aus digitalen Blasen und Konflikten.

Die Schreibweise ist sehr leicht verständlich und teilweise dadurch schon etwas grob. Es stellt sich mir die Frage, ob das bewusst einem bestimmten Publikum angepasst sein soll.

Das Buch unterteilt sich in die Abschnitte Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Hier werden viele wichtige Punkte kurz auf den Punkt gebracht und manch andere ausgespart. Auch bei anderen Aspekten hatte ich manchmal Fragezeichen im Kopf, denn beispielsweise fehlte mir der oft angesprochene Zyklus bei der Rollenverteilung. Im Gegensatz dazu werden auch weitere wichtige gesellschaftliche Themen angesprochen, denn durch die sich perfektionierende KI lernt der Mensch immer weniger Widersprüche auszuhalten und Kompromisse einzugehen, was den ganzen Prozess noch schwieriger macht. Schon das Tierreich zeigt, dass Kooperation das A und O ist. Aber auch andere Themen, wie beispielsweise Daytrading, werden kurz und knapp erklärt.

Für mich besonders interessant (da von einem Zukunftsforscher geschrieben) empfand ich den Zukunftsteil. Hier werden verschiedene Szenarien vorgestellt und das aus Sicht des Autors beste Szenario wird mit Tipps untermalt, wie dieses zu erreichen ist.

Erinnert haben mich hier einige Passagen an ein Buch von Alice Schwarzer „Die Antwort“, die eben auch die biologischen Unterschiede von Männern und Frauen darstellt und wie man aus ihnen ein gutes Miteinander schaffen kann – auch sie kommt darin zu dem Schluss, dass dogmatische Tabus aufgelöst werden müssen.

Insgesamt ein gutes und prägnantes Buch, was aus meiner Sicht an einigen Stellen aber ein bisschen zu eindringlich ist.

4 stars
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Die Zukunft der Männer. Eine Generation zwischen Wut und Utopie von Tristan Horx

Bei diesem Buch war ich schon beim Titel skeptisch. Ein Mann schreibt über die Zukunft der Männer, ihre Verunsicherung und darüber, dass Frauen sie in Bildung und Karriere teilweise überholen. Da gehen bei mir erst einmal sämtliche feministischen Alarmglocken an.

Denn natürlich glaube ich, dass wir darüber reden müssen, was mit Männern passiert, wenn das alte Bild vom Mann als Ernährer, Familienoberhaupt und vermeintlich „starkem Geschlecht“ nicht mehr trägt. Und wir müssen auch darüber reden, warum sich gerade junge Männer rechten Ideologien, Frauenhass und teilweise auch Gewalt zuwenden.

Womit ich allerdings ein Problem habe, ist die Vorstellung, Frauen würden Männer irgendwie zurücklassen. Frauen haben sich Rechte, Bildung, finanzielle Unabhängigkeit und gesellschaftliche Teilhabe über Generationen erkämpft. Wenn Männer damit Schwierigkeiten haben, dass Frauen ihnen nicht mehr automatisch untergeordnet sind, dann ist für mich nicht die Emanzipation der Frauen das Problem.

Gleichzeitig finde ich die Frage wichtig, was wir Männern stattdessen anbieten. Denn auch patriarchale Rollenbilder schränken Männer ein. Nicht weinen, keine Schwäche zeigen, erfolgreich sein, Geld verdienen, stark sein, möglichst männlich aussehen und bloß nichts tun, was als weiblich gilt. Natürlich gehört auch das abgeschafft.

Nur bedeutet die Befreiung von diesen Erwartungen für mich nicht, Männer und Frauen plötzlich als zwei gleichermaßen vom Patriarchat benachteiligte Gruppen zu betrachten. Das Patriarchat kann Männern schaden und ihnen gleichzeitig gesellschaftliche Macht und Privilegien verschaffen. Beides kann gleichzeitig wahr sein.

Horx spricht von „Mutual Liberation“, also einer gemeinsamen Befreiung. Den Gedanken finde ich grundsätzlich interessant. Ich bin aber skeptisch, sobald aus feministischen Kämpfen und einer männlichen Identitätskrise zwei Seiten desselben Problems gemacht werden. Frauen brauchen schließlich keine männliche Emanzipation, damit ihre Gleichberechtigung vollständig wird. Männer müssen sich von einem Männerbild lösen, das ihnen selbst schadet und gleichzeitig auf der Abwertung von allem basiert, was als weiblich gilt.

Und vielleicht liegt genau dort für mich die entscheidende Frage dieses Buches: Wie reden wir über Männer, die ihren Platz in einer sich verändernden Gesellschaft suchen, ohne Frauen dafür verantwortlich zu machen, dass der alte Platz nicht mehr existiert?

★★☆☆☆ (2 von 5 Sternen)

2 stars
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Ich hatte mir von diesem Buch einiges erhofft: eine genauere Analyse des Geschlechterkampfs, vor allem aber eine Antwort auf die Frage, was junge Männer eigentlich antreibt, wenn sie in die Incel- und Manosphere-Ecke abrutschen. Das Thema kommt vor, keine Frage. Nur bleibt jedes Unterkapitel so an der Oberfläche, dass mich das Buch an kaum einer Stelle abgeholt hat.

Argumentiert wird überwiegend anekdotisch, mit Prominentenbeispielen, Social Media Reaktionen und Zeitungsüberschriften, die ich in den letzten Jahren selbst gelesen habe. Studien tauchen selten auf. Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, ob überhaupt wissenschaftlich recherchiert wurde, da die Wissensgrundlage des Buchs wie bloße Allgemeinbildung wirkte. Für ein Sachbuch ist mir das zu wenig: Wenn ich Thesen über eine ganze Generation lese, möchte ich sie belegt bekommen und nicht als persönliche Überzeugung des Autors serviert.

Der Aufbau folgt Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Der historische Teil ist sehr kurz. Der Gegenwartsteil sammelt ein, was gerade zwischen Männern und Frauen los ist, springt dabei aber einerseits vom Hundertsten ins Tausendste und liefert in meinen Augen trotzdem an keiner Stelle tiefgehende Erkenntnisse. Ein eigenes Kapitel widmet sich der Beobachtung, dass Männer angeblich ständig ans Römische Reich denken. Das war ein TikTok-Trend vor zwei Jahren, und es passiert damit im Buch schlicht nichts: keine Einordnung, kein größeres Narrativ, das daraus entstünde.
Auf den Zukunftsteil hatte ich mich gefreut, weil er das eigentliche Fach des Autors ist. Er entwirft dort drei Szenarien, wie es zwischen Männern und Frauen in Zukunft weitergehen könnte. Einerseits eine interessante Idee, andererseits
fand ich hier einige Aussagen nicht in Ordnung. Frauen wird dort nahegelegt, Verantwortung für die Tendenz zu übernehmen, sich als schöne Opfer zu inszenieren. Hergeleitet oder belegt wird das an keiner Stelle des Buches, und in dieser Pauschalität finde ich es problematisch. An anderer Stelle läuft die Lösung darauf hinaus, dass Frauen Männer an die Hand nehmen und ihnen den Weg zeigen sollen. Warum es die Aufgabe von Frauen sein soll, Männer zu reparieren, erschließt sich mir nicht. Und wenn es um fehlende männliche Vorbilder geht, ist das erste Beispiel ausgerechnet Arnold Schwarzenegger, dessen jahrelang verschwiegenes Kind mit der Haushälterin seine Ehe beendet hat. Als Vorbild hätte ich da anders gewählt. Insgesamt geraten mir die Lösungen in diesem Teil deutlich zu banal.

Zwei Dinge fand ich trotzdem interessant: den Einblick, wie ein Zukunftsforscher überhaupt arbeitet, und den Anfang des Buches.
Unterm Strich ein Sachbuch, das mir zu sehr auf Meinung und Bauchgefühl basiert und dessen Botschaften zwischen oberflächlich und problematisch schwanken. Wer sich mit dem Thema schon beschäftigt hat, wird hier wenig Neues finden.

2 stars
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