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Die Zeit der Alchemisten
Wie die moderne Chemie erfunden wurde
mit Hans-Peter Remmler (Übersetzer*in)
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Erscheinungstermin 16.09.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Die wahren Ursprünge der Chemie
Was haben sri-lankische Stahlschmiede, ein giftmordender Papst, deutsche Bergbauarbeiter und ein urinkochender Hamburger Apotheker gemeinsam? Sie alle haben zur Entstehung der Chemie als Wissenschaft beigetragen – einer Geschichte, die bisher kaum erzählt ist. Denn anders als meist dargestellt, wurde die moderne Chemie nicht in der Aufklärung von weißen Männern mit gepuderten Perücken „erfunden“. Sie entwickelte sich über Jahrtausende hinweg in unterschiedlichen Kulturen und Weltregionen.
Die alchemistischen Pioniere mag die Suche nach Unsterblichkeit, Gold, dem Stein der Weisen oder einem Allheilmittel angetrieben haben – Kid Chapman beweist eindrucksvoll, dass es dennoch verfehlt ist, Alchemie als Scharlatanerie oder magisches Denken abzutun. Mit unvergleichlichem Witz und einer Fülle kurioser Details erzählt er eine weltumspannende Wissenschaftsgeschichte und zeigt, wie Alchemie und Chemie, wie Magie und Wissenschaft miteinander verschmolzen.
Die wahren Ursprünge der Chemie
Was haben sri-lankische Stahlschmiede, ein giftmordender Papst, deutsche Bergbauarbeiter und ein urinkochender Hamburger Apotheker gemeinsam? Sie alle haben zur...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | E-Book |
| ISBN | 9783841241504 |
| PREIS | 19,99 € (EUR) |
| SEITEN | 384 |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 5 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Eine faszinierende Reise zu den ungewöhnlichen Wurzeln der Chemie
Dieses Buch hat mich überrascht. Ich hatte Alchemie immer eher mit Goldmachern, Mystik und dem Stein der Weisen verbunden. Aber hier wird deutlich wie viel daraus tatsächlich in die moderne Chemie eingeflossen ist. Besonders spannend fand ich, dass die Geschichte nicht einfach bei den bekannten europäischen Wissenschaftlern beginnt, sondern verschiedene Kulturen und ganz unterschiedliche Menschen einbezieht. Und dann diese kuriosen Geschichten, wo es um giftmordende Päpste, Bergleute und sogar einen Apotheker geht, der mit Urin experimentiert. Es ist unterhaltsam, lehrreich und voller überraschender Aha-Momente. Für mich ist es eine Wissenschaftsgeschichte, die richtig Spaß macht.
Chemie kann wie Magie wirken, da sie durch Reaktionen neuer Stoffe überraschende Effekte erzeugt, die oft unerklärlich scheinen. Doch Chemie ist keine neue Erfindung und wie viel Magie steckt wirklich in ihr? Welche Irrungen und Wirrungen gab es in der Geschichte der Menschen im Umgang mit magischen Reaktionen und deren Produkten? "Die Zeit der Alchimisten" beschäftigt sich mit den bekannten ältesten Überresten der Alchemie und wie viel mehr diese zu bieten hatte als Aberglaube und Scharlatanerie.
Handelt es sich hier um ein Chemiebuch, ein Geschichtsbuch, eine Reiseerzählung oder gar etwas komplett anderes? Ich würde behaupten, dass „Die Zeit der Alchimisten“ all das verbindet - und doch viel mehr ist. Die Schreibweise ist humorvoll, überraschend und lehrreich zugleich. Manche Zusammenhänge hätte ich in der Form niemals kommen sehen.
Der Autor Kit Chapman nimmt uns Lesende mit auf eine Reise durch Zeit und Raum. Dabei reist er an die Schauplätze, an denen viel Alchemie praktiziert wurde und stellt damit rein plastisch schon die Widersprüchlichkeit des Menschen dar, denn heute sehen diese berühmten oder zumindest wichtigen Orte ganz anders aus, als zu ihren alchemistischen Prunkzeiten.
Kernelement der umfassenden Kapitel sind einzelne Menschen ihrer Zeit – natürlich interpretieren und sehen wir heute die Dinge anders, aber wir leben auch mit vollkommen anderen Hintergründen und Möglichkeiten. Dies macht diese Wissensreise für mich noch viel eindrücklicher, denn es stehen echte Menschen hinter den Vorgängen, die in ihrer Zeit oder Umgebung oft weiter waren und dafür nicht immer, aber immerhin öfter geschätzt wurden und sich perfekt an ihre Lebensumstände angepasst hatten. Ich empfinde zugleich Demut und Ärger gegenüber Geschehnissen, die (oft aus nachvollziehbaren Gründen) geschahen, die aber viel Wissen verloren gingen ließen.
Interessanterweise zeigt sich, dass Alchemie keine rein männliche Wissenschaft war und viele Frauen einen großen Anteil an ihrer Weiterentwicklung hatten. Sie wurden respektiert und als Gleichberechtigte behandelt.
Mir fällt es schwer, Highlights aus dem Buch zu nennen, da es in sich ein komplettes Highlight ist. Selten wollte ich so viele Passagen teilen, um sie zu besprechen - oder einfach nur das Wissen zu teilen. Auch, wenn ich den Spruch albern finde, passt er hier: Lauft nicht, rennt zur nächsten Buchhandlung und holt euch dieses Buch! Lest es, verschenkt es und habt einfach Freude daran!
Leuchtender Urin
Alchemisten waren Scharlatane, die den Fürsten früherer Jahrhunderte versprachen, Gold aus billigeren Zutaten herzustellen. So ähnlich haben wir es alle mal im Geschichts-Unterricht gelernt. Aber kann man das wirklich so vereinfacht sagen? Oder steckt mehr dahinter.
Kit Chapman geht in diesem Buch der Geschichte der Chemie auf den Grund. In diesen Ursprüngen spielt Alchemie natürlich eine wichtige Rolle. In mancher Hinsicht allerdings ganz anders, als man zunächst denken könnte. Die Grundlagen entstanden natürlich aber schon lange, bevor der Begriff Alchemie überhaupt auftauchte. Chemische Prozesse wurden von den Menschen eigentlich schon immer genutzt – natürlich ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Ehrlich gesagt hätte ich so einiges, was der Autor hier erzählt, überhaupt nicht mit Chemie in Verbindung gebracht. Und Alchemisten haben durchaus auch ernsthafte Forschung betrieben, wobei man das Word Forschungen allerdings nicht unbedingt im engeren Sinn der heutigen Definition betrachten darf. All diese Entwicklungen geht dieses Buch halbwegs chronologisch nach und spannt dabei den Bogen von der Feuernutzung durch den Urmenschen bis hin zu Mendelejews Periodensystem. Keine Angst, chemische Formeln tauchen dabei kein einziges Mal auf, nennenswertes chemisches Wissen ist nicht erforderlich. Der Schwerpunkt liegt eher auf der Wissenschaftsgeschichte. Wer sich für diese interessiert, findet hier so manche unterhaltsame Information.
Der Autor erzählt alles in einem stets unterhaltsamen Stil. Bedauerlich ist lediglich, dass der Übersetzer an vielen Stellen Gender-Aufzählungen in den ursprünglich englischen Text hineininterpretiert hat.
Fazit:
Ein unterhaltsamer Ausflug in die geschichtliche Entwicklung dessen, was wir heute Chemie nennen.
Alle meine Rezensionen auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: www.rezicenter.blog
Dem Eisenacher Rezi-Center kann man jetzt auch auf Facebook folgen.
Die weitere Verteilung erfolgt am Veröffentlichungstag.
Buchhändler*in 2004501
Hätte jemand in meiner Schulzeit mir (oder meinen Chemielehrern) gegenüber behauptet, dass ich einmal mit Gewinn und großer Freude ein Buch über Chemie lesen würde, hätte das wohl allgemein für Amüsement gesorgt.
Allerdings hatte von den mit der Vermittlung dieser Naturwissenschaft Beauftragten auch niemand annähernd das Talent von Kit Chapman die Geschichte der Alchemie und Chemie anschaulich und interessant darzustellen.
Abseits der reinen Experimente, auch Geschichten zu erzählen, die von Wissenschaftlern, Hochstaplern, Handwerkern und Priestern handeln, von gescheiterten Versuchen und zufälligen Entdeckungen, von dem Wunsch, die Welt zu erklären und zu verändern, der von der Steinzeit bis in unsere Gegenwart reicht und Menschen auf der ganzen Welt verbindet.
Wissenschaftsjournalist Kit Chapman kommen sein Masterabschluss in Pharmazie sowie seine Doktortitel in Geschichte und Philosophie spürbar zunutze, um seine LeserInnen mit auf eine spannende Reise zu den Ursprüngen der menschlichen Neugier zu nehmen.Diese Reise findet im Wortsinn durch mehrere Jahrtausende und über sechs Kontinente statt.Sie verbindet persönlichen Reisebericht, Wissenschaftsreportage und humorvolles gut lesbar geschriebenes Geschichtsbuch zu einem hoch unterhaltsamen lehrreichen Sachbuch.
Sehr zu empfehlen.
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