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Buchcover für Arbeiter der Nacht

Arbeiter der Nacht

Erinnerungen eines Aufständischen

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Erscheinungstermin 28.05.2026 | Archivierungsdatum 30.06.2026


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Zum Inhalt

Nicht erst seit dem spektakulären Diebstahl Mitte Oktober 2025, bei dem Maskierte Schmuck von unschätzbarem Wert aus dem Pariser Louvre klauten, sind Diebe in aller Munde. Bereits ab Anfang des 20. Jahrhunderts verbreiteten sich Geschichten von eleganten Draufgängern, von kaltblütigen Gangstern, die sich nahmen, was ihnen vorenthalten wurde, und von modernen Robin Hoods, die die Reichen bestahlen, um den Armen zu geben. Zu Letzteren zählte auch Alexandre Marius Jacob, der sich mit seiner Diebesbande, den »Travailleurs de la nuit«, die Umverteilung zur Aufgabe gemacht hatte – weniger durch revolutionäre, gesamtgesellschaftliche Enteignung als durch eine allnächtliche Abschöpfung von Werten. Der dabei zur Anwendung gebrachte Humor und Einfallsreichtum inspirierte angeblich sogar Maurice Leblanc zu seinem Meisterdieb Arsène Lupin. Er bewahrte Jacob jedoch nicht vor einer langjährigen Haftstrafe, während der er seine Erinnerungen niederschrieb. Mit einem Vorwort von Andreas Gehrlach und um weitere Texte ergänzt, gewähren diese Einblick in das illegale Milieu der »Belle Epoque« und offenbaren zugleich das widerständige Denken eines Aufständischen, der seinen Überzeugungen bis zuletzt treu blieb.

Nicht erst seit dem spektakulären Diebstahl Mitte Oktober 2025, bei dem Maskierte Schmuck von unschätzbarem Wert aus dem Pariser Louvre klauten, sind Diebe in aller Munde. Bereits ab Anfang des 20...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783751810739
PREIS 24,00 € (EUR)
SEITEN 260

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Arbeiter der Nacht ist kein gewöhnlicher Erinnerungsband über einen berühmten Kriminellen, sondern das faszinierende Selbstzeugnis eines Mannes, der Einbruch, Diebstahl und Sabotage als politische Praxis verstand. Der bei Matthes & Seitz Berlin erschienene Band versammelt Texte des französischen Anarchisten Alexandre Marius Jacob, der Anfang des 20. Jahrhunderts mit seiner Bande der „Travailleurs de la nuit“ europaweit Aufsehen erregte und als mögliches Vorbild für Arsène Lupin gilt (obwohl jener das immer dementierte). Jacob schreibt mit einer Mischung aus Witz, Trotz und analytischer Schärfe. Seine Erinnerungen sind weder reumütige Beichte noch romantische Räubergeschichte. Vielmehr begegnet man einem politischen Außenseiter, der die bestehende Gesellschaftsordnung als organisierte Ungerechtigkeit begreift und den Einbruch als Form der Umverteilung rechtfertigt. Gerade diese konsequente Perspektive macht das Buch so spannend: Der Leser wird gezwungen, vertraute Kategorien von Recht, Eigentum und Moral neu zu betrachten. Besonders eindrucksvoll ist die Atmosphäre der französischen Belle Époque, die hier nicht als glanzvolle Epoche des Fortschritts erscheint, sondern als Welt sozialer Gegensätze, staatlicher Repression und prekärer Existenzen. Jacob schildert das kriminelle Milieu mit großer Anschaulichkeit und einem Humor, der selbst in den dunkelsten Momenten nicht verschwindet.
Die editorische Aufbereitung durch den Verlag erweist sich dabei als großer Gewinn. Das Vorwort und die ergänzenden Texte helfen, Jacobs Leben und Denken historisch einzuordnen, ohne den eigensinnigen Ton der Originaltexte zu überdecken. Dadurch entsteht nicht nur das Porträt eines legendären Einbrechers, sondern auch ein Stück Sozial- und Ideengeschichte des europäischen Anarchismus.
Keine klassische Autobiografie, aber Ausschnitte eines durchaus interessanten Lebens zu einer interessanten Zeit.
Wer Arsène Lupin mag, der sollte Alexandre Marius Jacob lesen. Der eine fiktiv, der andere real, irgendwie ähnlich, und doch anders.

4 stars
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