Kein Bild von mir
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Erscheinungstermin 30.06.2026 | Archivierungsdatum 28.06.2026
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Zum Inhalt
Jip liegt auf dem Bett und starrt an die Decke, statt sich endlich an die Hausaufgabe in Kunst zu machen: ein Selbstporträt zu zeichnen. Die Gedanken wandern zu dem neuen Jungen in der Klasse, zu den...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Hardcover |
| ISBN | 9783836963800 |
| PREIS | 18,00 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 1208581
Das Selbstporträt
-Ich muss gestehen, als Autistin mit einem Spezialinteresse an Insekten hat mich alleine das Buchcover schon richtig geködert und ich bin echt dankbar dafür, denn sonst wäre ich nicht auf dieses wunderbare Buch gestoßen.-
Der Schreibstil ist außergewöhnlich und für einige sicher gewöhnungsbedürftig. Was mir besonders gefallen hat, ist, dass man das Buch aus zwei verschiedenen Perspektiven lesen kann. Protagonist Jip richtet sich im Stil von Tagebucheinträgen in der Du-Form an den neuen Schüler. Diese kann man nun entweder als der geheime Beobachter oder als der Schüler selbst wahrnehmen, was den Verlauf der Geschichte noch intimer macht. Der Autor nutzt das Thema Insekten auf kreative und humorvolle Weise und verwebt Entomology mit Jips poetischer und einzigartiger Sichtweise auf das Leben. Was mir auch sehr gefallen hat, waren die zahlreichen Zeichnungen von Jip, welche die Buchseiten zwischen den Kapiteln zieren, besonders die letzte hat mich emotional gemacht. Es gab einen Twist, der das Thema der Geschichte in ein komplett anderes Licht gerückt hat.
Jip ist ein Protagonist, in dem ich so viel von mir selbst gesehen habe. Es wurde zwar nie explizit erwähnt, aber ich bin mir sehr sicher, dass Jip neurodivergent ist. Die Liebe zu Insekten und sich darüber Wissen anzueignen und anderen davon zu erzählen, auch wenn es niemanden zu interessieren scheint. Die kleinen Details wahrzunehmen und sie auch wertschätzen zu können. Das sind Eigenschaften, die mir Jip sofort sympathisch gemacht haben. Viele von Jips Gedankengängen regen zum Sinnieren an, und obwohl manche Kapitel sehr kurz sind, habe ich mich immer wieder dabei ertappt, über sie zu schwelgen, bevor ich weiter gelesen habe.
Fazit: Kein Bild von mir ist eine Geschichte, die ich all jenen ans Herz legen möchte, die sich schon einmal nicht ganz sicher waren, wer sie sind und vor allem, wie sie gesehen werden möchten. Ich wünschte mir, ich hätte dieses Buch in meiner Jugend lesen können, denn ich fühlte mich in meinem Wesen erkannt.
Ich finde es sehr schade, dass das Buch erst am Ende des „Pride Month“ erscheint, ab heute hätte man ihm eine größeren Auftritt bieten können.
Das Buch ist großartig! Der Autor schafft es, Jips unsichere Gefühle, ob sie sich als Mädchen oder Junge fühlt, auf Leser/Leserin zu übertragen und Unsicherheiten zu erschaffen. Jips Beobachtungen sind wahre Schätze und das bezieht sich nicht nur auf das genaue Hinsehen bei Insekten. Und das alles wird noch „garniert“ mit Gedanken, die das Zeichnen betreffen. Wie schön, dass das Buch schon einen Preis gewonnen hat!
Buchhändler*in 1601478
Ein weiteres Buch, welches ziemlich schwer zu beschreiben ist, denn der Schreibfluss und die Wortwahl fühlen sich so luftig und beinahe magisch an, es trifft direkt ins Herz. Jip ist eine junge Person, die sich viel mit sich selbst und dem eigenen Erscheinungsbild beschäftigt. Ob queer oder nicht, für jede:n Jugendliche:n ist das früher oder später ein Thema und es berührt tief innen, ähnliche oder gleiche Gedanken zu hören. Der Schreibstil ist so sanft und behutsam, man spürt die Fragilität und Menschlichkeit von jeder Emotion. Lange Zeit wusste ich selbst nicht ganz, wer Jip ist oder was Jip möchte, oder nicht möchte. Man rätselt die ganze Zeit mit, und diese Ungewissheit muss wohl der gleiche Ungewissheit von Jips Situation entsprechen. Absolut getroffen, ein Goldschatz!
Rezensent*in 1194264
Wer bist Du?
Ich folgte einfach dem Pfad der Geschichte, lauschte den Worten des Guides, ließ den inneren Blick schweifen, kleine Insekten fielen mir ins Auge und ab und zu tut sich plötzlich ein toller Ausblick auf.
Ich habe erst auf den letzten Seiten verstanden, weshalb das Zeichnen eines Selbstporträts so schwierig für Jip ist. Denn alles andere zu zeichnen, macht keine Probleme, aber über sich selber klar zu werden, ist sehr kompliziert. Bis dahin, hat es viel Spaß gemacht, der Geschichte zu folgen. Der Schreibstil ist sehr bildlich, mit einer Spur Humor, und selbst den kleinen Dingen und Details, wird Beachtung geschenkt, ohne zu ausführlich oder langweilig zu werden. Auch wenn das, wer bin ich, sehr komplex ist und Jip es schwer damit hat, sich zu finden, bleibt es unterhaltsam. Selbst wenn Jip sich zu sehr in der Insektologie verliert und in seinen Gedanken, so regt der Fluss der Geschichte, den Leser dazu an, sein eigenes Bild zu entwerfen und darüber zu sinnieren. Jip ist mir sehr sympathisch und ich bin der Selbstfindung gerne gefolgt, auch wenn es nur ein Stückchen ist. Eine schöne, ruhige Geschichte für alle, die auf der Suche sind, oder die sich schon gefunden haben, für jeden. Die mit tollen Worten Bilder malt und schönen Bildern, die zwar tiefsinnig, aber auch leicht daherkommt. Für mich ein Lesevergnügen und auch zu Recht so gelobt.