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Buchcover für Ungesunde Verhältnisse

Ungesunde Verhältnisse

Wie Klasse unser Leben bestimmt

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Erscheinungstermin 19.05.2026 | Archivierungsdatum 21.06.2026


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Zum Inhalt

DIE GEWOLLTE KLASSENGESELLSCHAFT Wie soziale Ungleichheit entsteht, wie sie politisch untermauert wird – und warum wir sie nicht schulterzuckend hinnehmen dürfen Soziale Ungleichheit lässt sich messen. Sie zeigt sich in Statistiken zur Einkommens- und Vermögensverteilung ebenso wie in Zahlen zur Überschuldung oder zum Eigenheimbesitz. Sie spiegelt sich darin, wer sein Bildungskapital an die nächste Generation weitergeben kann und wer keine Aussicht auf ein Erbe hat. Neoliberale Leitideen wie Eigenverantwortung und Leistung, verbunden mit konkreten politischen Entscheidungen, prägen dabei maßgeblich die Handlungsspielräume und Lebensmöglichkeiten der Menschen. Besonders sichtbar wird die Klassengesellschaft, wenn der Blick auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung fällt: Während in der untersten Einkommensgruppe 18,5 % der Menschen an Depressionen leiden, sind es in der reichsten nur 3 %. Klassenkampf = Entfaltungsmöglichkeiten und Gesundheit für ALLE Aber: Gesundheit bedeutet mehr als das Fehlen von Krankheit. Sie umfasst auch Lebenszufriedenheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Gerechtigkeitsfragen sind nicht bloß abstrakte Forderungen, sondern das Fundament jeder gut funktionierenden und solidarischen Gemeinschaft. Und in einer Gesellschaft, die von Ungleichheiten geprägt ist, ist auch die körperliche und soziale Verwundbarkeit ungleich verteilt. Genau hier setzen die Autorinnen Betina Aumair und Brigitte Theißl an. Sie rücken Gesundheit und die Bedingungen für ein selbstbestimmtes Leben ins Zentrum und erzählen sachlich fundiert und zugleich einfühlsam Geschichten aus der österreichischen Klassengesellschaft. It’s not enough! Betina Aumair und Brigitte Theißl beleuchten soziale Ungleichheiten nicht nur im Gesundheitssystem, sondern ebenso im Justizwesen, in der Bildung, auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt. Denn wer in prekären Wohnverhältnissen lebt, trägt oft gesundheitliche Folgen; ausbeuterische oder psychisch belastende Arbeitsbedingungen machen ebenso krank wie dauerhafter Stress durch fehlende soziale Anerkennung und Beschämung. Die Autorinnen zeigen deutlich, dass soziale Gerechtigkeit kein fernes Ideal sein darf, sondern eines der dringendsten Ziele unserer Zeit ist.

DIE GEWOLLTE KLASSENGESELLSCHAFT Wie soziale Ungleichheit entsteht, wie sie politisch untermauert wird – und warum wir sie nicht schulterzuckend hinnehmen dürfen Soziale Ungleichheit lässt sich...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783709982471
PREIS 22,90 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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In einer Zeit, in der Gesundheit zunehmend zum neoliberalen Selbstoptimierungsprojekt stilisiert wird, brechen Betina Aumair und Brigitte Theißl in ihrem wegweisenden Buch “Ungesunde Verhältnisse” mit einem gefährlichen Mythos. Sie legen schonungslos offen, dass ein langes, gesundes Leben eben kein reines Resultat individueller Anstrengung ist, sondern zutiefst von der sozialen Klassenzugehörigkeit geformt wird.

​Die besondere Stärke dieses Werkes liegt in seiner konsequent intersektionalen Perspektive. Die Autorinnen verharren nicht in einer eindimensionalen Betrachtung von Einkommensstatistiken, sondern zeigen eindrucksvoll auf, wie verschiedene Ungleichheitsdimensionen wie Klasse, Geschlecht, Migrationshintergrund, Behinderung etc. ineinandergreifen und sich gegenseitig verschärfen. Deutlich wird dies unter anderem am Beispiel von Frauen mit Behinderungen, die durch ableistische Strukturen, geschlechtsspezifische Diskriminierung und ökonomische Prekarität mehrfache institutionelle Ausschlüsse erfahren.

Auch die Verbindung von Herkunft und Ausbeutung in körperlich harten, schlecht bezahlten Branchen, die Unsichtbarkeit wohnungsloser Frauen oder die verheerenden psychischen Belastungen durch chronische Armut machen deutlich, dass Ungleichheit sich nicht isoliert betrachten lässt.
​Indem das Buch die Gesundheitsfrage als zentrale Klammer wählt, holt es die oft abstrakte Debatte über Klassismus mitten in die Lebensrealität der Menschen. Gesundheit und Krankheit werden als das entlarvt, was sie auch sind: zutiefst soziale Phänomene.
Wer in feuchten Wohnungen leben muss, wessen Knochen durch jahrzehntelange prekäre Erwerbsarbeit verschlissen sind und wer sich mangels Ressourcen den Zugang zu schneller, adäquater medizinischer oder psychotherapeutischer Versorgung nicht kaufen kann, dem wird ein grundlegendes Menschenrecht verwehrt.

​Aumair und Theißl lassen viele Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis sowie Betroffene selbst zu Wort kommen. Sie verbinden dabei strukturelle Analysen des österreichischen Bildungs-, Justiz-, Wohn- und Gesundheitssystems mit berührenden, realen Lebensgeschichten. Vieles lässt sich so auch auf andere Länder wie Deutschland übertragen.

​”Ungesunde Verhältnisse“ ist ein überaus augenöffnendes, wichtiges und auch wütend machendes Buch. Es nimmt den Betroffenen die lähmende Scham des vermeintlich persönlichen Versagens und gibt ihnen eine Sprache für ihre Erfahrungen.

Ein absolutes Must-Read für alle. Damit endlich Verständnis dafür geschaffen wird, dass soziale Gerechtigkeit die wirksamste Medizin für eine gesunde Gesellschaft ist!

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Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialer Ungleichheit


Betina Aumair und Brigitte Theißl haben in ihrem Buch „Ungesunde Verhältnisse: Wie Klasse unser Leben bestimmt“ Gesundheit als übergeordnetes Thema aller Kapitel definiert.
Die Autorinnen decken schonungslos auf, inwiefern Gesundheit von der sozialen Klassenzugehörigkeit/Herkunft/Status bestimmt wird. Hierfür verknüpfen sie wissenschaftliche Fakten mit über realen Erfahrungsberichten. Es wird aufgezeigt, welche Ursachen soziale Ungleichheit hat, z.B. Geschlecht, Migrationshintergrund, Behinderungen, Obdachlosigkeit oder schlechte Wohnverhältnisse, soziale Klasse und Armut. Auch der Zusammenhang zwischen körperlich harter, schlecht bezahlter Arbeit und Krankheit wird deutlich gemacht.
Die Autorinnen betonen dabei, dass Gesundheit mehr bedeutet als das Fehlen von Krankheit: Es geht auch um Lebenszufriedenheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Hierbei gehen sie auch auf die Aspekte Zeitarmut und Zeitwohlstand ein.

Der Mythos, dass jeder durch eigene Leistung und „Selbstoptimierung“ ein gesundes und langes Leben (Stichworte „Longevity“ und „Healthismus“) erreichen kann, wird hier eindrucksvoll demontiert.

„„Healthismus“, dieser Begriff umfasst die Überzeugung, der eigene Körper sei beliebig formbar und die Gesundheit eine Frage des individuellen Verhaltens. Dass diese neoli¬berale Ideologie einen rasanten Aufstieg erlebt, ist eng ver¬bunden mit der zunehmenden Ungleichheit und Prekari¬tät westlicher Wohlfahrtsstaaten, analysiert der Soziologe Friedrich Schorb: „Umso weniger Einfluss Menschen auf globale politische, ökonomische und technische Entwick¬lungen haben, die für ihre Chancen auf den gesellschaftli¬chen Märkten entscheidend sind, umso stärker konzentrier¬ten sie sich auf die Optimierung ihrer Körper als das letzte Refugium, von dem sie glauben, dass sie es noch eigenstän¬dig kontrollieren können.“ Das Prinzip Eigenverantwortung befeuert längst eine ganze Industrie: Fitnessstudios und Wellnessangebote aller Art boomen, immer mehr Menschen greifen zu Nahrungs¬ergänzungsmitteln.“

„Das neoliberale Konzept der Eigenverantwortung sieht auch die Tiroler Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss in der Frage von Gesundheit und Krankheit besonders dras¬tisch realisiert. „Ernährst du dich gut und biologisch voll¬wertig? Machst du Sport? Baust du Meditationseinheiten ein, um den Stress abzubauen? Wir sind selbst dafür verant¬wortlich, unsere Gesundheit zu managen, unseren Arbeits¬platz zu erhalten und unsere ‚Beschäftigungsfähigkeit‘. Dass es sich dabei um eine Klassenfrage handelt, dass Ressourcen ganz unterschiedlich verteilt sind, das interessiert nicht“, bringt es Weiss auf den Punkt.“

Das Buch bezieht sich auf die Verhältnisse in Österreich, lässt sich meiner Meinung nach aber mehr oder weniger 1:1 auch auf Deutschland (und andere Länder) übertragen.

„Am Anfang jeder sozialen Frage steht eine grundlegendere:
Welchen Wert hat ein Mensch in unserer Gesellschaft? Ist dieser Wert bedingungslos oder wird er daran gemessen, wie leistungsfähig, angepasst und ökonomisch verwertbar jemand erscheint? Soziale Ungerechtigkeit beginnt nicht erst bei offenem Ausschluss, sondern dort, wo Gesellschaft bestimmten Menschen systematisch weniger Würde, weni¬ger Sicherheit und weniger Zukunft zugesteht.“

”Ungesunde Verhältnisse“ ist ein wirklich wichtiges, augenöffnendes Buch, das aufzeigt, dass soziale Gerechtigkeit nötig ist, um ein gesundes Leben für ALLE möglich zu machen.

Vielen Dank an den Haymon Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Ein weiteres superwichtiges Buch, dass sich mit dem Konzept "Klasse" auseinandersetzt welche Auswirkungen sie auf die Menschen hat.

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