Enshittification
Wie Tech-Konzerne uns ausbeuten und was wir dagegen tun können
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Erscheinungstermin 13.05.2026 | Archivierungsdatum 21.09.2026
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Zum Inhalt
Das Internet wird immer schlimmer, und das ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine gezielte Strategie der Konzerne: Cory Doctorow, Bestsellerautor und Aktivist, zeigt, wie atemberaubend schnell und skrupellos Plattformen wie Facebook, Amazon oder Uber ihre Nutzer und Geschäftspartner schädigen. Und zwar in allen lebensnotwenigen Bereichen – vom Gesundheitswesen über Bildung bis zur Infrastruktur. Erst machen sie das Leben leichter, dann beuten sie User aus, danach Geschäftspartner – bis nur noch sie selbst profitieren. Doctorow nennt diese Entwicklung »Enshittification«. In seinem Buch erklärt er, warum sie kein Naturgesetz ist und wie wir sie umkehren können: für Systeme, die Menschen dienen, nicht Monopolen.
Das Internet wird immer schlimmer, und das ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine gezielte Strategie der Konzerne: Cory Doctorow, Bestsellerautor und Aktivist, zeigt, wie atemberaubend schnell und...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | E-Book |
| ISBN | 9783841240170 |
| PREIS | 16,99 € (EUR) |
| SEITEN | 336 |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 11 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Manche mögen nicht wissen, was Enshittification ist, aber wir alle sehen und spüren sie jeden Tag.
Auf Social Media und Websites, die so mit Werbung zugeballert sind, dass man sie kaum noch benutzen kann. Auf großen Shoppingplattformen, die völlig überteuerten Schrott auf die erste Seite schmeißen und da große Banner draufpappen. Und wenn man Apps mit allen Funktionen anständig nutzen will, muss man monatlich zahlen. Wäre ja doof, wenn wir ein Produkt nur einmal kaufen, also für die CEOs. Besser: Man überweist monatlich! Und wenn die Gier immer größer wird, zieht man die Preise an, siehe Netflix. Die Leute bleiben trotzdem dabei.
Dieses Buch bietet eine umfangreiche, übersichtliche Aufarbeitung der Enshittification, wie sie funktioniert, welche Symptome es gibt, wer darunter leidet (nicht nur wir, sondern auch alle Firmen, die Werbung schalten, Ware verkaufen wollen, Artikel posten etc.) und warum es sie überhaupt gibt.
Anhand von konkreten Beispielen wie Amazon, Google, Apple, Uber usw, können wir als Lesende nachvollziehen, warum uns das Internet keinen Spaß mehr macht… und wie böse die Machenschaften tatsächlich sind. Klar, man weiß das so ungefähr. Aber nochmal genau zu lesen, was da abgeht, hat mich ziemlich umgehauen.
Zum Glück hat der Autor Humor, sonst wäre das alles ja nur zum Verzweifeln.
“Ich führe Musks Patzer nicht auf, um ihn als dumm und inkompetent hinzustellen (auch wenn ich ihn, um das klarzustellen, für sehr dumm und sehr inkompetent halte).” - Seite 65
Es geht natürlich auch um Arbeitsrecht, Ausbeutung und unmenschliche Bedingungen, was ich wichtig finde.
“(...) derjenige, der die eigentliche Arbeit verrichtet, bekommt das kleinste Stück vom Kuchen ab.” - Seite 243
Der Autor bleibt dabei größtenteils in den USA, nimmt aber auch immer mal wieder die EU mit rein.
Im letzten Teil zeigt er uns dann auf, wie man all den Mist wieder ändern könnte. Allerdings sieht er durch die aktuelle US Regierung momentan wenig Gutes, sondern weitere Verschlechterungen. Er bleibt aber auch ein wenig hoffnungsvoll.
Es kostet uns einiges, die Giganten nicht mehr zu nutzen (auch das erklärt und begründet der Autor gut). Aber wir sind diejenigen, die wirklich was bewegen können, wenn wir irgendwann gar keinen Bock mehr haben. Bis dahin machen wir vielleicht kleine Schritte.
Céline J, Rezensent*in
"Enshittification" von Cory Doctorow ist auf Deutsch 2026 im aufbau Verlag erschienen. Ich habe das E-Book als Rezensionsexemplar auf einer Bücherplattform erhalten, vielen Dank dafür.
Aufmerksam geworden bin ich auf "Enshittification" einerseits weil mir das Cover ins Auge gestochen ist (obwohl es nicht rasend orginiell ist, ist es sehr "catchy" finde ich), und andererseits weil ich vermutlich schon mal über den Begriff gestolpert bin und eine Vorstellung hatte, was das Thema des Buche sein wird. Ein Blick in die Kurzbeschreibung hat mit meine Vermutung bestätigt und mein Interesse so richtig geweckt.
Der Titel des Buches - so wie ich verstehe ist das eine eigene Wortschöpfung des Autors - beschreibt in der Tat sehr eingängig, womit der Autor sich auch auseinandersetzt, nämlich die digitale Vermüllung der Welt. Anhand mehrerer weltweit bekannter Beispiele wie Amazon oder Facebook beschreibt Doctorow, wie sich diese Plattformen von irgendwie idealistischen - oder zumindest einfach mal ergebnisoffenen - Projekten aus der "alles ist aufregend und möglich"-Anfangszeit des Internets in gigantische Monopole unvorstellbaren Ausmasses verwandelt haben, und damit auch der Fokus nicht mehr darauf liegt, dem Nutzer ein gutes Produkt anzubieten, sondern mehr darauf, die Zitrone bis zum letzten Tropfen auszupressen.
Doctorows grosse Leistung in diesem Buch besteht für mich darin, dem Leser eine schleichende Entwicklung, die sich über die letzen 20 bis 30 Jahre ergeben hat bewusst zu machen, und mit fundierter Kritik dazu zu bringen, eigene Überzeugungen zu hinterfragen: Plötzlich erinnert man sich einmal wieder bewusst daran, wie Amazon zu Beginn der Nullerjahre war; wie spannend und neu Online-Shopping war; wie Google einem dabei geholfen hat echte, gute Informationen zu finden; oder wie unterhaltsam es war, auf Facebook die Posts echter Menschen, echter Freunde zu sehen. Wir haben uns heute mit einer unerklärlichen Schicksalsergebenheit so sehr an die Abhängigkeit von Monopolen gewöhnt, und an ihre "digitale Jauche" , die uns regelmässig über den Kopf gegossen wird, dass wir sie gar nicht mehr hinterfragen (kleine Ecken des Internets wie Bücherplattformen, in welchen Menschen noch echte Rezensionen echter Bücher schreiben kommen mir da grad wie eine winzige Widerstandsbewegung vor, wie ein Zeichen des Glaubens, dass da noch was anderes ist, was es zu bewahren lohnt). Diese Reflektion bringt auch Menschen, die wie ich eigentlich an den Kapitalismus glauben zum Nachdenken, was alles falsch gelaufen ist, und welche Überzeugungen vielleicht schlicht über Bord geworfen gehören.
"Enshitticiation" ist für mich ein Plädoyer für Märkte, und für Kapitalismus - aber in einer gesunden Version, in einer Version die mit griffigen Regeln Menschen - Konsumenten und zahlende Kunden - schützt und für Wettberwerb sorgt, anstatt sich zum Diener der Giganten zu machen und diese dabei zu unterstützen, uns irgendwie geistig und finanziell komplett zu schröpfen.
Rein sprachlich hätte man in diesem Buch sicherlich einiges noch besser gestalten können, es gibt (zu) viele Zeitsprünge hin und zurück; an einigen Stellen ist es recht repetitiv (der Autor scheint wirklich für das Thema zu brennen), und man hätte auch mit einigen Seiten weniger auskommen und dieselbe Wirkung erreichen können. Nichtsdestotrotz ist das Buch meines Erachtens sehr lesenswert, und ich emfpfehle es allen, die sich für Wirtschaft sowie die Entwicklung der digitalen Welt interessieren.
Kerstin M, Rezensent*in
Enshittification von Cory Doctorow habe ich mir ausgesucht, weil ich einerseits schon öfter von dem Begriff in Bezug auf Soziale Medien gehört habe und andererseits weil ich selbst immer genervter von Plattformen wie Instagram bin, es aber auch nicht schaffe mich komplett davon zu lösen. Genau darum dreht sich der erste Teil des Buches , in dem anhand von 4 Beispielen (Facebook, Amazon, Twitter und Apple) erläutert wird wie sich verschiedene Internet Plattformen oder Produkte mit der Zeit verschlechtern und zwar nicht zufällig, sondern ganz bewusst, hervorgerufen durch die Gier der Plattform Betreiber und ihrem Streben nach Gewinnmaximierung, dem sie alles unterordnen (dabei hatte das Beispiel Amazon für mich tatsächlich noch einige neue Erkenntnisse zu bieten). Das Ganze liest sich super kurzweilig, vor allem für ein Sachbuch.
In späteren Kapiteln lernt man mehr Details über das amerikanische Kartellrecht, über Regulierungsversuche gegenüber der Tech-Konzerne, über die politischen Ursachen dafür dass Konzerne immer Mehr Macht erhalten und immer mehr Möglichkeiten finden ihre Produkte teurer und gleichzeitig schlechter zu machen.
In den letzten Kapiteln zeigt Cory Doctorow aus seiner Sicht Lösungsmöglichkeiten auf, an die zu glauben meiner Meinung nach aber wirklich sehr viel Optimismus braucht. Trotzdem finde ich das Buch für mehr Hintergrundinfos absolut empfehlenswert und wichtig.
Simone S, Buchhändler*in
Super wichtige Informationen, super deprimierend.
Leider zu viele Informationen für meinen Geschmack, ein bisschen Visualisierungshilfe wäre willkommen gewesen.
Darum 1 stern Abzug.
Bianca E, Buchhändler*in
Cory Doctorow hat mit seinem Konzept der „Enshittification“ (der Plattform-Verlumpung) den perfekten Begriff für das wohl frustrierendste Phänomen unserer digitalen Gegenwart geprägt. Dieses Buch ist extrem wichtig und ein absoluter Augenöffner für jeden, der sich fragt, warum die einst so geliebten Onlinedienste – von Google über Amazon bis hin zu Social-Media-Plattformen – gefühlt immer unbrauchbarer, werbeüberladener und nutzerunfreundlicher werden.
Doctorow hat eine sehr klare Meinung zu den Monopolen der Big-Tech-Konzerne, und diese kommuniziert er gewohnt scharfzüngig, präzise und absolut kompromisslos. Er seziert gnadenlos die wirtschaftlichen Mechanismen dahinter: Wie Plattformen erst Nutzer anlocken, dann Werbekunden einsperren und am Ende beide Gruppen ausbeuten, um den maximalen Profit für ihre Shareholder abzugreifen. Seine Analysen sind messerscharf und die Argumentation sitzt.
Genau dieser kompromisslose Stil sorgt allerdings auch dafür, dass das Buch polarisiert. Doctorow nimmt kein Blatt vor den Mund und wählt einen fast schon aktivistischen, streitbaren Ton. Er teilt in alle Richtungen aus und bietet wenig Raum für Grautöne. Wer eine rein akademische, distanzierte oder vorsichtige Abhandlung sucht, wird sich an seiner Direktheit und seinen radikalen Lösungsvorschlägen (wie der Zerschlagung von Monopolen und strikten Interoperabilitäts-Gesetzen) vielleicht reiben.
Doch gerade diese Polarisierung macht das Buch so stark. Es will aufrütteln, es will wütend machen – und das schafft es auch. Ein Pflichtbuch für alle, die verstehen wollen, wie die Tech-Giganten unser Internet kaputtmachen und wie wir es uns zurückholen können.
Doctorow erklärt, warum das Internet kaputt ist – und zwar nicht durch irgendwelche großen historischen Kräfte, sondern durch ganz konkrete Entscheidungen von Leuten, die es besser hätten wissen müssen. Facebook, Amazon, Google – er nennt Namen und macht deutlich, wie Plattformen erst ihre Nutzer mit sich locken, dann die Unternehmen die auf ihnen aufgebaut haben, und schließlich alle ausquetschen, weil keiner mehr weg kann. Das meiste davon weiß man irgendwie schon, aber wenn man es so zusammenhängend liest, wird es nochmal deutlich schlimmer als gedacht. Der Teil mit den Lösungsvorschlägen ist etwas schwächer – die Antworten bleiben vage – aber das Buch als Ganzes ist trotzdem Pflichtlektüre für jeden, der verstehen will, warum sich das Netz jeden Tag ein bisschen mehr wie Arbeit anfühlt.
Hält seiner Leserschaft den Spiegel vor
Vor Jahren oder besser Jahrzehnten war das Internet noch anders: Man nutzte (verschiedene) Suchmaschinen, die einem Ergebnisse lieferten, nach denen man gesucht hatte. Doch das änderte sich und so lief es fast überall. Nur ein Gefühl oder Tatsache? Dieser Frage geht Cory Doctorow in „Enshittification“ nach.
Nach einer kurzen Einleitung, worum es bei dem Buch gehen soll, widmet sich dessen Autor dem ersten Teil, dem natürlichen Krankheitsverlauf. Dieser Teil ist immer gleich aufgebaut und geht der Reihe nach verschiedene große Portale durch. Im zweiten Teil geht es um die „Pathologie“, also welche Formen der Disziplinierung es gebe. Im dritten Teil geht es um die Epidemiologie (begonnen beim Ende des Wettbewerbs über Diskriminierungen bis zu Gewerkschaften), all das vorgestellt an diversen Apps und im vierten Teil geht es um die Heilung (hier geht es weitgehend um Regulierungen, Gesetze usw.). Im Fazit geht es schließlich noch um die Frage, ob Enshittification letztlich nur Kapitalismus sei. Die Erläuterungen im Anhang verleihen dem Buch einen wissenschaftlichen Anstrich.
Auch wenn es oben hieß, dass es im Buch um die Frage gehe, ob das Internet schlechter werde, ist festzuhalten, dass Doctorow faktisch die These aufstellt und das belegt, verglichen mit dem sehr treffenden Bild von Krankheiten, deren Verlauf sowie weiteren „Folgen“. Mit seinen Analysen belegt er, dass es eben nicht nur „so ein Gefühl“ ist, dass sich die Machtverhältnisse im Internet verschoben haben. Er erläutert zugleich aber auch, dass jeder Nutzer großer monopolistischer Portale Teil des Problems ist und einen Beitrag zur Problemlösung leisten kann. Damit erhält man nicht nur die Analyse, sondern auch Lösungsansätze. Ob seine Idee eines durch verändertes Verhalten wieder besseres Internet als blauäugig zu bezeichnen ist, sei dahingestellt (dass die Masse quasi anlasslos ihr Verhalten verändert, darf wohl bezweifelt werden, zumal sie gerade der nächsten heiligen Kuh hinterherrennt) und ob bei einer Rückkehr zur „guten alten Zeit“ alles besser wäre, ebenso. Dennoch hält Doctorow uns einen Spiegel vor und das ist gut. Ganz im Stile angloamerikanischer Populärwissenschaftsliteratur liest sich das Buch leicht, ist gar unterhaltsam (wer mit dem Ausdruck „Sch…“ nicht klarkommt, sollte das Buch jedoch meiden). Lesen sollte „Enshittfification“ jede(r), der das Gefühl hat, dass Internetkonzerne sich die Welt gestalten, wie es ihnen gefällt.
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