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Zähe Hunde
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Erscheinungstermin 15.04.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Eine der aufregendsten neuen Stimmen der niederländischen Literatur.
Ada und ihr Bruder Broos wachsen im Wohnmobil ihres Vaters auf, eines verbitterten Gärtners, der bei den Kindern gerade rücken will, was die Mutter bei der Erziehung verbockt hat. Er bringt ihnen etwa das Schwimmen bei, in dem er sie ins Wasser wirft. Das hat sich als Lebenslektion tief in Ada eingegraben, ebenso wie die obsessive Arbeitsmoral ihres Vaters. Aber Ada entfernt sich von ihrem Umfeld und beginnt ein Kunststudium, bald zieht sie sich jedoch davon desillusioniert in eine Hütte im Wald in Galizien zurück. Dort in der rauen Natur beginnt ihre Vergangenheit sie einzuholen.
Falun Ellie Koos schleudert all den Schmerz und das Elend erst mit Präzision gegen die Wand, um es dann mit Liebe und Mitgefühl wieder aufzulesen.
Nominiert für die Shortlist des niederländischen Libris-Literaturpreis.
»Wunderschön geschriebene Szenen. […] Verschlägt einem den Atem.« Limburgs Dagblad
Eine der aufregendsten neuen Stimmen der niederländischen Literatur.
Ada und ihr Bruder Broos wachsen im Wohnmobil ihres Vaters auf, eines verbitterten Gärtners, der bei den Kindern gerade rücken...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | E-Book |
| ISBN | 9783841240514 |
| PREIS | 17,99 € (EUR) |
| SEITEN | 240 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Heulen ist eine Entscheidung: Roman über eine schwere Kindheit
Ada wächst zusammen mit ihrem Bruder Broos bei ihrem Vater in einem Trailerpark auf. Die Eltern leben getrennt, die Mutter stirbt früh bei einem tragischen Unfall. Das Weltbild des Vaters ist von einer obsessiven Arbeitsmoral und Verachtung gegenüber der Mutter geprägt. Er glaubt, ihre Erziehungsarbeit "geraderücken" zu müssen. Diese Lektionen in Härte und Ausdauer prägen Ada tief, während ihr Bruder an der harten Erziehung zerbricht und einer Einrichtung landet.
„Als wir gingen, rannte uns ein Begleiter nach, er fragte, ob mein Vater bitte noch mal darüber nachdenken könne. ‚Der Junge hat sich auch nicht selbst erschaffen‘, sagte er.
Und ich sagte nichts, aber es machte mich sauer: Wir haben uns doch alle nicht selbst erschaffen, dachte ich. Wenn wir so anfangen, ist keiner mehr für seinen Lebenslauf verantwortlich, dann ist alles schnurzpiepegal. Man hat sich nicht selbst erschaffen, aber man muss schon sein Leben selbst schaffen. Man muss sich doch wirklich selbst seinen Platz in die Welt hacken.“
„Heulen ist eine Entscheidung. So, wie alles eine Entscheidung ist. Wenn du etwas tust, hast du selbst beschlossen, es zu tun. Nichts bringt dich zum Heulen. Nein, das machst du immer selbst. Klar, spürte ich manchmal den Drang zu heulen, als sie gerade tot war. Ich weiß, wie sich das anfühlt: irgendwo hinten im Hals, dick und heiß. Es drängt sich über die Wangen und dann die Jochbeine hinauf und drückt gegen die Augen. Wasser, das blind macht. Aber die Tränen laufen lassen ist eine Entscheidung. Du kannst sie festhalten und zurückdrängen: Hat das Wasser deine Augen schon erreicht, ist es vor allem wichtig, nicht zu blinzeln, denn sonst gibt es kein Halten mehr. Halt die Augen auf jeden Fall offen. Beiß auf die Innenseite deiner Wangen. Sag nichts. Die Stimme zu benutzen ist fatal. Nein, halt den Mund. Ball die Hände zu Fäusten und grab die Fingernägel in deine Handinnenflächen. Spann alle Muskeln an, und halt die Augen weiterhin offen. Wenn du durchhältst, sinkt das Wasser. Wenn es sich aus deinen Augen zurückgezogen hat, ist das Schlimmste vorbei. Du schluckst die Tränen hinunter, zurück in deinen Körper, sie gehören dir. Man hat immer eine Wahl.“
Ada geht weg vom Trailerpark. Sie beginnt ein Kunststudium, zieht sich jedoch bald davon desillusioniert in eine einsame Hütte im Wald in Galizien zurück. In der rauen Natur beginnt ihre Vergangenheit sie einzuholen.
„Dir würde diese wortlose Welt gefallen. Und Pa übrigens auch. Die Sprachwasserfälle anderer haben euch so schnell überwältigt: Autoritätspersonen, Beamte der Schulbehörde, Steuerprüfer, Jugendsozialarbeiter.
Und nie sagten sie, was sie wirklich von dir wollten: dein Geld, deine Zeit, deine Freiheit.“
„Zähe Hunde“ von Falun Ellie Koos ist keine leichte Kost, definitiv kein Wohlfühlroman. Die Grundstimmung bleibt von Anfang bis Ende düster und bedrückend, getragen von einer rohen, gewaltigen Sprache. Besonders die Szenen aus der Kindheit tun weh beim Lesen.
Doch genau hier liegt meine Ambivalenz: Sprachlich ist das Werk sehr stark, wirklich schmerzhaft gut. Inhaltlich hat mich dagegen eine gewisse Leere zurückgelassen; ein kleiner Lichtblick hätte dem Ganzen gutgetan. Wegen der großen sprachlichen Qualität bewerte ich mit 4 Sternn.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚
Rezensent*in 1518830
Zähe Hunde ist kein leichtes Buch — aber eines, das mich sprachlich und emotional komplett überrascht hat.
Ada und ihr Bruder wachsen unter extremen Bedingungen auf: in einem Wohnmobil, mit einem Vater, dessen Erziehung zwischen Härte, Kontrolle und völliger emotionaler Überforderung schwankt. Seine absurden „Lektionen fürs Leben“ — etwa die Kinder durch Erschöpfung „unertrinkbar“ machen zu wollen — zeigen früh, wie sehr Gewalt hier als Fürsorge getarnt wird.
Besonders stark fand ich, wie schonungslos der Roman Kindheitstraumata beschreibt, ohne dabei voyeuristisch zu wirken. Man spürt auf jeder Seite, wie tief sich diese Erfahrungen in Ada eingebrannt haben — und wie schwer es ist, sich von familiären Mustern wirklich zu lösen.
Als Ada später ein Kunststudium beginnt und sich schließlich in eine abgelegene Hütte in Galizien zurückzieht, verändert sich der Roman nochmal. Es geht dann weniger um das bloße Überleben und mehr um die Frage, wie man mit dem weiterlebt, was einem widerfahren ist. Und genau dieser Teil hat mich besonders berührt.
Die Sprache ist roh, direkt und gleichzeitig unglaublich präzise. Manche Szenen tun beim Lesen fast körperlich weh, weil sie so intensiv sind. Trotzdem gibt es zwischen all der Härte immer wieder Momente von Zärtlichkeit und Mitgefühl — und genau das macht das Buch so besonders.
Das ist definitiv kein Wohlfühlroman und stellenweise wirklich schwer auszuhalten. Aber es ist auch ein beeindruckendes Debüt über Trauma, Familie und das mühsame Ringen um ein eigenes Leben.
Roh, schmerzhaft und gleichzeitig voller Menschlichkeit.
In „Zähe Hunde“ geht es um Ada und ihren Bruder Broos, die mit einem sehr strengen Vater aufwachsen. Er glaubt, dass Kinder nur durch Härte stark werden, und behandelt die beiden deshalb oft ohne Liebe und Verständnis. Während Broos immer mehr unter den Folgen der Vergangenheit leidet, versucht Ada, sich von ihrem alten Leben zu lösen und ihren eigenen Weg zu finden.
Das Buch zeigt eindrücklich, wie sehr Gewalt und Angst Menschen prägen können, aber auch, dass es möglich ist, trotz schwieriger Erfahrungen weiterzumachen. Besonders die schwere Kindheit der Geschwister hat mich beim Lesen sehr berührt und teilweise auch schockiert. Man spürt deutlich, wie sehr die Figuren unter ihrer Vergangenheit leiden.
Die Geschichte ist emotional und intensiv geschrieben. Die Sprache der Autorin wirkt ehrlich und schafft es, die Gefühle und Gedanken der Charaktere lebendig darzustellen. Trotz der schweren Themen bleibt die Botschaft positiv: Es geht darum, Stärke zu finden und seinen eigenen Weg zu gehen. Das Buch hat mich sehr beschäftigt und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.
„Zähe Hunde“ von Falun Ellie Koos ist ein unglaublich emotionales Buch, das mich tief berührt hat und mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Mit seiner eindringlichen und bildhaften Schreibweise erzählt der Autor die Geschichte zweier Geschwister, die nach dem Tod ihrer Mutter bei ihrem Vater in einem Trailerpark aufwachsen. Die Schicksale der beiden haben mich so bewegt, dass ich beim Lesen mehr als einmal Tränen in den Augen hatte.
Ada und Broos verlieren ihre Mutter bei einem tragischen Unfall und wachsen fortan bei ihrem Vater auf – in einem viel zu kleinen Trailer, der ihr neues Zuhause wird.
Während Ada ihren Vater bewundert und ihn zu ihrem großen Vorbild macht, leidet Broos unter dessen harter Art. Sein Vater hält ihn für verweichlicht, und auch in der Schule hat Broos keinen leichten Stand. Wegen seines Übergewichts wird er gemobbt, was ihn zusätzlich belastet.
Als bei ihm eine Lernschwäche festgestellt wird, kommt er in eine spezielle Einrichtung. Ada bleibt allein bei ihrem Vater zurück und wird mit der Zeit immer mehr wie er – ein „zäher Hund“.
Später führt sie ihr Weg als Baumfällerin nach Spanien. Dort findet sie nicht nur eine neue Aufgabe, sondern auch Menschen und Tiere, die ihr ans Herz wachsen – allen voran der eigenwillige Molina sowie die Hunde Bella und Lutien.
Dieses Buch war für mich ein absolutes Highlight. Besonders beeindruckt hat mich, wie gelungen der Autor Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft. Dadurch entfaltet die Geschichte eine besondere Tiefe und emotionale Kraft.
Ein kleines Detail hat bei mir ganz persönliche Erinnerungen geweckt: Das Brot mit Schokostreuseln am Morgen hat mich direkt in meine Kindheit zurückversetzt – damals mein absolutes Lieblingsfrühstück.
Ein bewegender Roman, der nachdenklich macht und noch lange nachwirkt. Für mich eine absolute Leseempfehlung.
Von Falun Ellie Koos, Roman war ich ab Beginn gefesselt. Die Geschichte schiebt sich tief unter die Haut. Ada wächst in einer Welt auf, die von Härte, Entbehrung und der verbissenen Lebensphilosophie ihres Vaters geprägt ist. Das Wohnmobil, die unsteten Wege, die «Erziehung» durch Überforderung all das formt sie zu jemandem, der früh lernt, zu überleben, aber nicht unbedingt zu leben. Besonders eindringlich ist die Szene, in der der Vater sie ins Wasser wirft, um ihr das Schwimmen beizubringen. Diese brutale Lektion wird zum Sinnbild für Adas gesamtes Leben. Die Mischung aus Schmerz, Härte und unfreiwilliger Stärke begleitet sie bis ins Erwachsenenalter. Dass Ada sich schliesslich von dieser Welt löst und ein Kunststudium beginnt, wirkt wie ein Aufbegehren gegen die Enge ihrer Herkunft. Was mich an diesem Roman besonders beeindruckt, ist die Sprache. Für mich ist es ein intensiver, atmosphärischer Roman über Herkunft, Verletzung und die Suche nach einem eigenen Weg. Ein Buch, das wehtut und gerade deshalb so wahrhaftig wirkt.
"Was soll das heißen, zähe Hunde?", fragte ich und schaute auf seine Hände, die geübt und sorgfältig die Zwiebeln zudeckten.
"Anpacker eben. Leute, die allein zurechtkommen." Er kniff mit zwei Fingern in meine Schulter, während er aufstand. "So wie du."
In der Gegenwart befindet sich Ada in einer Hütte in Galizien. Hierhin hat sich sich zurückgezogen, desillusioniert von ihrem Kunststudium. Sie arbeitet mit Molina zusammen, einem eigensinnigen und wortkargen Einheimischen, und liebt seine Hunde, die von Molina jedoch schlecht behandelt werden. Sie muss sich durch die Umstände immer wieder an ihre Kindheit zurückerinnern, in der sie mit ihrem Bruder Broos bei ihrem Vater im Wohnmobil aufgewachsen ist. Der Vater hat mit harten Methoden versucht, die Erziehung der Mutter zu korrigieren.
Grundsätzlich hat mir das Buch gut gefallen, ich mochte die kurzen Kapitel und den Ton der Erzählung. Der Klappentext fasst die Erzählung gut zusammen, ich hätte es nicht so schlüssig wiedergeben können. Ich bin nicht der größte Fan von Rückblicken und bevorzuge bei solchen Geschichten meist die Gegenwart. So war es auch in diesem Fall. Ich mochte Ada und fand die Einblicke in die Vergangenheit auch sehr interessant, aber vieles war für mich einfach nicht ganz greifbar. Man könnte auch sagen, dass es mich emotional nicht erreicht hat.
Ich empfehle es aber gerne weiter, niederländische Literatur ist einfach toll! Und für viele Leser*innen wird es bestimmt noch viel besser passen!
3,75/5 Sterne
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