Sister Snake
Roman
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Erscheinungstermin 09.04.2026 | Archivierungsdatum 31.08.2026
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Zum Inhalt
»Sister Snake« von Amanda Lee Koe greift die Legende von der Weißen Schlange auf und erzählt sie in der Gegenwart neu.
Einst waren die Schwestern Emerald und Su Schlangen, heute leben sie in menschlicher Gestalt und könnten unterschiedlicher kaum sein. Emerald folgt in New York ihren Begierden und Launen, während Su in Singapur als Ehefrau eines hochrangigen Politikers ein Leben strenger Ordnung und Kontrolle führt.
Als Emerald in Gefahr gerät, holt Su sie nach Singapur. Doch Emeralds ungezähmte Art zu leben und zu lieben bringt das fragile Gleichgewicht ins Wanken. Alte Instinkte brechen auf, familiäre Loyalitäten werden auf die Probe gestellt – und die Frage nach Freiheit wird existenziell.
»Sister Snake« ist ein kluger, zugänglicher Roman über Schwesternschaft, Anpassung und den Preis der Freiheit sowie eine sehr gegenwärtige, queere Erzählung über Macht, Begehren und Identität.
Aus dem Englischen von Zoë Beck.
Ein düster-komischer Roman über zwei Schwestern aus New York und Singapur, die ein jahrhundertealtes Geheimnis teilen.
»Sister Snake« von Amanda Lee...
Vorab-Besprechungen
„Brillant. Amanda Lee Koe verwebt Jahrhunderte chinesischer Kultur und Geschichte mit einer scharfsinnigen Kritik an Klasse, Geschlecht und Herkunft. Ein mitreißender Roman.“ Publishers Weekly
„Ein kosmopolitischer, packender Roman. Mit seiner mühelosen Balance aus Fantastik und Realismus beleuchtet diese rasante Geschichte zeitgenössische Fragen durch eine andere, fremde Linse.“ Booklist
„Die kluge, spannende und mitreißende Neuerzählung einer alten chinesischen Legende – wie geschaffen für unsere verrückten Zeiten.“ Kirstin Chen
„Wild und furchtlos – eine packende Geschichte über Selbstfindung, Schicksal und Zugehörigkeit.“ Tash Aw
„Brillant. Amanda Lee Koe verwebt Jahrhunderte chinesischer Kultur und Geschichte mit einer scharfsinnigen Kritik an Klasse, Geschlecht und Herkunft. Ein mitreißender Roman.“ Publishers Weekly
„Ein...
Marketing-Plan
Das Buch wird mit Farbschnitt ausgeliefert.
Das Buch wird mit Farbschnitt ausgeliefert.
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783959882521 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 19 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Jasmin P, Buchhändler*in
Angesprochen an dem Buch hat mich direkt der Titel und die Inhaltsangabe.
Es geht um zwei Schlangen, Schwestern im Geiste aber nicht im Blute, die durch einen mächtigen Blumensamen die Chance erhalten, zwischen Tier und Mensch zu wechseln.
So erleben sie die Jahrhunderte, auch wenn sie nicht viel Zeit miteinander verbringen.
Durch einen Vorfall finden sie wieder zusammen, und dann überschlagen sich die Ergebnisse in Singapur, bei denen am Ende viele Dinge nicht mehr so sind, wie sie mal waren.
Ich liebe den Schreibstil, die Erzählweise und die Storyline. Große Empfehlung.
Kate R, Rezensent*in
„Sister Snake“ von Amanda Lee Koe
Diese queere Nacherzählung einer chinesischen Legende als modern Fantasy hat mich echt positiv überrascht.
Es geht auf eine sehr gute weirde Art und Weise um Assimilation von Randgruppen und um Toleranz.
Sushen und Emerald leben als Schlangen im alten China. Doch mithilfe eines verzauberten Lotus werden sie zu Tierwesen, die sich in Menschen verwandeln können. Su und Em führen nun ihre Leben unter den Menschen, verlieren sich aber allmählich aus den Augen.
Em ist eine vergnügungslustige Person, die ihre Wahlfamilie in der queeren Community New Yorks gefunden hat, reichlich trinkt, obwohl ihr das nicht bekommt, und immer wieder an die falschen Männer gerät. Als sich in Trunkenheit zurück in eine Schlange verwandelt und ihren Angreifer tötet, wird sie von einem Polizisten angeschossen. Die Schlagzeilen über die Riesenschlange im central Park sorgt international für Aufsehen und Su, die mittlerweile als Hausfrau eines Parteifunktionärs in Singapur ein Leben in Luxus und Verleugnung führt, kommt ihr sofort zu Hilfe. Sie holt Em zu sich in den „Überwachungsstaat“, wie em es nennt, und ihre Welten und Ansichten prallen aufeinander.
Su sucht Sicherheit und Ruhe in der Verleugnug ihres Schlangeseins, genießt den Luxus der Privilegien, während Em sich mit der ehemaligen Polizistin TIK anfreundet, die als Chauffeurin für Su arbeitet und ihre lesbische Beziehung aus Angst vor Verfolgung aufgegeben hat.
Eine originelle Geschichte, die zeigt, dass unsere Wurzeln stark und wichtig sind, und das die Verleugnung der eigenen natur nur Unglück und Verzweiflung bringt. Für mich mit seinem modernen Setting in der globalen menschnwelt mit Ausflügen in die Schlangenlegende als leichte Fantasy sehr gut lesbar und ich kann das Buch sehr gerne weiter.
Aus dem Englischen von Zoe Beck
Ein wirklich sooo gutes Buch!!
Ich bin eigentlich ohne große Erwartungen in das Buch gegangen und war direkt von Anfang an gefesselt.
10/10 für das Setting. Ich mochte die Themen des Buchs so gerne, weil ich die Schlangengeschichte so interessant fand und auch die Geschwisterbeziehung der beiden sehr nachempfinden konnte durch ihre Unterschiede.
Auch der Schreibstil war sehr angenehm für einen super Lesefluss!
Für mich eine ganz klare Leseempfehlung
Henrike S, Buchhändler*in
Was für ein wilder Ritt! Die chinesische Legende von der weißen und der grünen Schlange neu interpretiert: Modern, feministisch, queer. Eine Geschichte über das Sehnen nach einer anderen Gestalt, über Anpassung und Kontrolle. Aber auch über den Kampf, so zu leben und akzeptiert zu werden, wie man ist.
Teils hat mich die Beschreibung der Schlangen verstört, und es wurde im Laufe des Buches immer schräger und brutaler - aber am Ende war es das wert. Viele englische Begriffe wurden so stehengelassen, anstatt sie ins Deutsche zu übertragen. Deshalb würde ich das Buch nur einer jungen Zielgruppe empfehlen, die damit etwas anfangen kann.
Für mich ist Sister Snake ein absolutes Jahreshighlight. Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite geliebt - auch, weil es deutlich düsterer ist, als ich zunächst erwartet hatte.
Es geht um Su und Esmerald, zwei Schwestern, die einst Schlangen waren und nun unter Menschen leben. Ihre Leben könnten kaum unterschiedlicher sein. Su hat sich der menschlichen Welt vollkommen angepasst, folgt gesellschaftlichen Regeln und führt ein scheinbar perfektes Leben. Esmerald hingegen lebt wild, frei und ungezähmt.
Diese Gegensätzlichkeit führt dazu, dass sich die beiden immer weiter voneinander entfremden. Ihre Begegnungen eskalieren regelmäßig, bis ein einschneidendes Ereignis alles verändert: Esmerald wird verletzt, und ihre Geschichte landet in den Nachrichten. Su wird darauf aufmerksam und reist sofort nach New York, um sie zu finden – und vielleicht auch um ihre komplizierte Beziehung zu retten. Dabei wird deutlich, dass Sus Leben längst nicht so makellos ist, wie es zunächst scheint.
Thematisch ist das Buch unglaublich vielschichtig. Es behandelt weibliche Wut, patriarchale Strukturen, kulturelle Identität, Mutterschaft und soziale Unterschiede. Alles wirkt sehr natürlich in die Geschichte eingebunden. Besonders faszinierend fand ich, wie die Autorin das Menschliche mit dem Animalischen der Schlangen verbindet. Teilweise hat mir das einen völlig neuen Blickwinkel eröffnet.
Die Figuren sind komplex und bewegen sich bewusst in moralischen Grauzonen. Es gibt kein klares Schwarz-Weiß, sondern viel Ambivalenz -genau das macht sie so glaubwürdig. Besonders Esmerald mochte ich von Anfang an, aber auch Su ist trotz ihrer Widersprüche nachvollziehbar. Auch die Nebencharaktere sind stark gezeichnet und tragen zur Tiefe der Geschichte bei. Mir hat die düstere Atmosphäre des Buches dabei besonders gefallen.
Das Ende empfand ich als sehr befriedigend und rundet meiner Meinung nach diese intensive, emotionale und kluge Geschichte perfekt ab.
Wer Schwestergeschichten und Revenge-Stories mit fantastischen Elementen und düsterer Atmosphäre mag, sollte Sister Snake auf jeden Fall lesen.
Vielen Dank an Culturbooks und NetGalley für das großartige Rezensionsexemplar!
Bai Suzhen/Su, die weiße Schlange, und ihre smaragdgrüne Schwester Xiaoqing/Emerald stammen vom Westsee in Hangzhou und sind schon einige hundert Menschenjahre alt. Su ist in Singapur mit dem Bildungsminister Paul Ong verheiratet, Em schlägt sich in New York mit dem Einkommen durch, das sie Sugar Daddys abschwatzen kann. Das Leben in so grundverschiedenen Mileus hat die Schwestern einander entfremdet, so dass sie sich seit Jahren nicht mehr gesehen haben. Beide müssen sich noch immer häuten, haben jedoch schon lange keine Schlangen-Gestalt mehr angenommen. Als Em, die in letzter Zeit immer leichtsinniger auftrat, im Central Park von einer Polizeistreife aufgegriffen wird, ist es Zeit, bei Su in Singapur unterzuschlüpfen. Beide Frauen hatten bisher regelmäßig anderen Lebewesen die Lebensenergie Qi abgesaugt, um leben zu können. Passend zu Sus ausgeglichenem Temperament ist im autoritären südasiatischen Stadtstaat alles überwacht und geregelt. Dass Em und Su ausgerechnet hier weiter ihrem schlangentypischen Lebenswandel nachgehen können, scheint angesichts der flächendeckenden Überwachung jedoch unrealistisch. Aus asiatischer Sicht verkörpert das pulsierende New York dagegen allein schon deshalb westliches Chaos, weil seine Bürger eigene Entscheidungen treffen dürfen. In Singapur sind die Zeiten von Ordnung und Berechenbarkeit offenbar vorbei, seit Pauls Ministerium einen Skandal um eine trans Schülerin zu moderieren hat, die gegen den Zwang protestiert, eine männlich gelesene Schuluniform tragen zu müssen. Als Dritte im Bunde taucht die androgyne Ex-Polizistin und Personenschützerin Tik auf, die für Sus Schutz zuständig ist und die beiden Frauen ins Milieu ihrer malaiischen Ex einführt. Für den überkorrekten und ordnungsbedürftigen Minister Paul scheint Su die ideale Ehefrau zu sein, auch wenn das Paar bisher noch keine Schwangerschaft vermelden konnte, die auf Pauls Karrierestufe obligatorisch ist. Rückblenden vermitteln, was die gegensätzlichen Schwestern seit dem Ende der Ming-Dynastie schon alles erlebt haben, während in Singapur der Wettlauf der Handlungsstränge um Pauls Ministeramt und die drohende Entdeckung der gestaltwandelnden Schwestern an Tempo zulegt.
Fazit
Die populäre, mündlich übertragene „Legende der weißen Schlange“ verlegt Amanda Lee Koy nach New York und Singapur. Nicht nur die beiden Metropolen als Habitate unterscheiden sich durch den Grad an Ordnung, Chaos und Toleranz, auch die Temperamente von Schlange weiß und Schlange smaragdgrün, sowie das Aufeinanderprallen von Aberglaube und Realismus entblättern vor Lee Koys Leser:innen den Ost-West-Gegensatz. Allein schon der Bezug zwischen der modernisierten Schlangen-Legende und dem im realen China verbreiteten Aberglauben von der Heilwirkung eingelegten Schlangenfleischs hat mich amüsiert. Originelle Figuren in urbanem Setting, jedoch nichts für zartbesaitete Leser:innen. Schwangere sollten die Lektüre besser noch eine Weile aufschieben, anderen Asieninteressierten bietet Amanda Lee Koy einen Blick über den eigenen – westlichen – Tellerrand.
Ein fantastischer Roman über Selbstfindung, Verrat und die manchmal komplizierte Liebe zwischen Schwestern.
Eine uralte Legende in neuem Gewand, modern interpretiert mit starkem feministischen Fokus.
Ich liebe einfach alles an dieser Geschichte und dem Story-Telling.
Die Legende war mir vorher größtenteils unbekannt, doch Koe macht mit diesem Roman Lust darauf, tiefer in die ursprünglichen Erzählungen einzutauchen.
Rezensent*in 427080
Sister Snake , Snake Sister
Dass die Autorin Amanda Lee Koe so locker mit dem fantastischen Element umgeht und es so lässig in die Handlung integriert, ist eindrucksvoll und ermöglicht ein gutes Lesegefühl. Sie verfügt über eine lebhafte Bildsprache.
Der Roman lebt außerdem von den unterschiedlichen Charakteren der Schwestern Emerald und Su, die doch eine tiefe Verbundenheit haben.
Das neben New York auch ein Schauplatz wie Singapur genutzt wird, verleiht dem Buch dem westlichen Leser eine aufregende Exotik. Immer wieder fabriziert die Autorin bizarre Szenen, die bei dem Leser stark bildhaft wirken. Die Dialoge sind häufig harsch, oft ironisch und hochemotional.
Das Buch ist nicht perfekt, da Pathos zu üppig eingesetzt wird und manche wichtigen Themen nur zu beiläufig gestreift werden. Wer sich, wie ich, nicht daran stört, wird den rasanten Roman als Leseerlebnis genießen.
3959882521
Buchhändler*in 1545857
Was für ein bezauberndes, berührendes und mitreissendes Buch! Volle Leseempfehlung für Liebhaber:innen von magischem Realismus.
Ein aufregender Roman, der sich durch ganze Jahrhunderte zieht und sich mit der Beziehung zweier Schwester auseinandersetzt.
Es geht dabei um selbstgewählte Familien, selbstbestimmung und zwei Frauen, die sich wie Magnete immer wieder zueinander Bewegen.
Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein und doch verbindet sie am Ende mehr als sie trennt.
Ein absolut tolles Buch, ich habe es so gerne gelesen.
In dem Buch geht es um die Legende der weißen Schlange, die aber in der Geschichte völlig neu interpretiert wird. Die beiden Schwestern sind sehr unterschiedlich angelegt und leben ihr Leben. Als sie jedoch zusammenkommen, merkt man erst die Welten, die hier aufeinandertreffen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und empfehle das Buch deshalb sehr gerne weiter.
Rezensent*in 2028783
Ich hatte vorher keine Ahnung von der Sage, auf der die Story basiert, aber das war völlig egal – ich hatte beim Lesen einfach eine verdammt gute Zeit. Das Buch ist herrlich drüber: Alles ist ein bisschen zu schön, zu reich und absolut wahnsinnig. Aber im Kern ist es seltsam bodenständig. Es trifft genau diesen Punkt, dass die eigene Schwester die Person ist, die man am meisten liebt, während man sie gleichzeitig am liebsten umbringen würde (was hier im Buch dann auch mal wörtlich genommen wird).
Zwischen dem ganzen Chaos stecken dann noch komplizierte Lovestories, Crushes und ein interessanter Blick auf Singapur. Es ist an den richtigen Stellen fast schon absurd, verliert aber nie den Faden.
Eigentlich wäre „Sister Snake“ vermutlich nie auf meinem Stapel gelandet. Weder Titel noch Cover oder Klappentext haben mich auf Anhieb angesprochen. Erst die vielen begeisterten Rezensionen haben mich neugierig gemacht – und das war im Nachhinein ein echter Glückstreffer.
Schon nach wenigen Seiten war ich komplett in der Geschichte versunken. Amanda Lee Koe erzählt ihren Roman auf Grundlage der chinesischen Legende der Weißen Schlange und erschafft daraus etwas ganz Eigenes. Die Schwestern Su und Emerald – einst Bai Suzhen und Xiaoqing – haben sich vor Jahrhunderten von Schlangen in Menschen verwandelt. Während sie als Schlangen unzertrennlich waren, ist ihre Beziehung als Menschen geprägt von einem ständigen Hin und Her aus Annäherung und Entfremdung. Sie können weder miteinander noch ohneeinander leben, und genau diese Dynamik macht den Roman so faszinierend.
Besonders beeindruckt hat mich, wie vielschichtig die Beziehung der beiden gezeichnet ist. Es geht um Familie, Identität, Unabhängigkeit und die Frage, wie sich Beziehungen über Jahrhunderte hinweg verändern können. Dabei fiebert man mit beiden Figuren gleichermaßen mit, auch wenn sie sich immer wieder gegenseitig verletzen oder voneinander entfernen.
Gleichzeitig ist „Sister Snake“ ein kluger, feministischer Roman, der viele gesellschaftliche Fragen aufwirft, ohne dabei belehrend zu wirken. Die mythologischen Elemente fügen sich ganz selbstverständlich in die Gegenwart ein und verleihen der Geschichte eine besondere Atmosphäre.
Für mich war „Sister Snake“ eine echte Überraschung und eines dieser Bücher, die zeigen, warum es sich lohnt, auch einmal außerhalb der eigenen Komfortzone zu lesen.
Buchhändler*in 1185257
In "Sister Snake" greift Amanda Lee Koe eine sehr bekannte chinesische Legende über zwei Schlangengeister auf und macht daraus eine moderne, temporeiche Geschichte über (gefundene) Familie, Zugehörigkeit und Identität.
Wie in der ursprünglichen Legende sind die Schlangengeister Bai Suzhen und Emerald (wie sich Xiaoqing in der Gegenwart nennt) Schwestern, die sich gefunden haben und durch schöne wie schreckliche Ereignisse - und durch einige Jahrhunderte taoistische Meditation vollbrachte Menschwerdung - für immer tief verbunden sind. Doch wie bei allen Familien ist es nicht immer einfach, einander liebzuhaben, vor allem, wenn man sich doch zu sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten entwickelt: Während Bai Suzhen stets darum bemüht ist, möglichst genau wie die Menschen um sie zu sein und sich in strenge Gesellschaftsordnungen und Rollenbilder flüchtet, ist Emerald ein Freigeist und stellt sich gegen Konventionen, wo sie nur kann, und verheimlicht ihre wahre Natur nicht aus Scham, sondern aus Notwendigkeit.
Nach Jahren relativer Funkstille holt Bai Suzhen Emerald aus New York zu sich nach Singapur, wo die Legende in einem modernen Gewand wieder ihren Lauf zu nehmen beginnt...
Amanda Lee Koe, selbst mit beiden Spielorten ihres Romans gut vertraut, zeichnet ein durchaus komplexes Bild der auf den ersten Blick so gegensätzlichen Städte: das freie, wilde New York, in dem sich reiche weiße Männer "exotische" Sugarbabies halten können, und das ordentliche, adrette Singapur, in dem alles aus dem Stadtbild entfernt wird, was nicht auf Regierungslinie ist, seien es ein migrantisch geprägtes Viertel oder die Queerness einzelner Menschen. Und so voller Widersprüche, wie es die Spielorte sind, zeichnet Koe auch ihre Figuren: nie eindimensional, nie fehlerlos, aber auch nie ohne Mitgefühl für sie.
Die deutsche Ausgabe hat bei CulturBooks zudem eine wirklich hochwertige, bibliophile Ausstattung inklusive prachtvollem Farbschnitt und Lesebändchen bekommen.
Ein geschickt verwobener Roman aus Mythen und gegenwärtigen (gesellschaftlichen) Konflikten.
Buchhändler*in 1748429
Spannend, mystisch, witzig und queer.
Kurz gesagt: einfach nur geil. 😊
Emerald und ihre Schwester Su sind so
unterschiedlich, wie man es nur sein kann. Während Emerald eine rebellische, unberechenbare und bescheidene Person ist, lebt ihre Schwester Su im Luxus und liebt Kontrolle, Ordnung sowie Routine. Was die beiden Geschwister jedoch gemeinsam haben: Lange bevor sie zu Menschen wurden, waren sie uralte und unsterbliche Schlangen aus dem China der Tang-Dynastie.
Man begleitet beide Schwestern in ihrem Alltag und erfährt, wie sie über viele Jahrzehnte hinweg durch die verschiedenen Epochen der Menschheit gelebt haben.
Eines Tages gerät Emerald jedoch in Gefahr. Um ihre Schwester zu beschützen, holt Su sie von New York nach Singapur – wo das streng geregelte Leben für Emerald allerdings mehr als unausstehlich ist.
Besonders auffallend ist der detailreiche Überblick über das Leben in Singapur mit all seinen Vor- und Nachteilen. Der Einblick, den man in das Leben einer zwar sicheren und schönen, aber eben auch größtenteils kontrollierten und überwachten Stadt bekommt, sorgt für eine großartige Leseerfahrung.
Eine wirklich gelungene Neuerzählung der mythologischen Geschichte der Weißen Schlange aus China. Auch die Beziehung zwischen den beiden Schwestern ist wunderschön und gleichzeitig tragisch: am Ende möchte man am liebsten selbst sofort seine eigene Schwester anrufen.
Es gibt Bücher, die wollen gefallen, und es gibt Bücher, die beißen. Dieses hier macht beides. Amanda Lee Koe nimmt die alte Legende der weißen Schlange, zerlegt sie, häutet sie und setzt daraus einen Roman zusammen, der sich gleichzeitig märchenhaft und völlig gegenwärtig anfühlt. Zwei Schlangen, zwei Schwestern, die Menschen wurden und seit Jahrhunderten versuchen herauszufinden, ob Anpassung wirklich dasselbe ist wie Überleben.
Emerald lebt in New York, ist laut, hungrig und impulsiv. Sie nimmt sich Raum, Körper und Lust, lebt nah an ihren Gefühlen. Ihre Schwester Su dagegen hat sich in Singapur ein Leben gebaut, das geschniegelt und kontrolliert ist bis ins Kleinste. Als Ehefrau eines Politikers muss sie das auch sein: perfekt angepasst, perfekt verborgen. Gerade in einer Gesellschaft wie der in Singapur, über die man im Roman sehr viel erfährt.
Ein Ort voller Widersprüche: hypermodern, glänzend und wirtschaftlich erfolgreich, gleichzeitig aber geprägt von sozialer Kontrolle und strengen gesellschaftlichen Normen. Gerade queere Menschen mussten dort lange mit staatlicher Repression und Unsichtbarkeit leben. Der Roman zeigt eindringlich, wie anstrengend es werden kann, sich ständig anpassen zu müssen.
Beide Frauen tragen dieselbe Wahrheit in sich und gehen komplett unterschiedlich damit um. Die eine verweigert die Verwandlung ins Gefällige. Die andere hat sich so oft gehäutet, dass sie beinahe vergessen hat, was unter all den Schichten noch übrig ist.
Diese Schlangenfrauen sind keine Fantasy-Spielerei. Sie sind ein Bild für Queerness, für Assimilation, für das ständige Sich-Verbiegen vor Gesellschaften, die Anderssein nur dulden, solange es unsichtbar bleibt.
Gerade Singapur wirkt hier wie ein Käfig aus Ordnung, Überwachung und unausgesprochenen Regeln. Und mittendrin Figuren, die sich fragen müssen, wie viel vom eigenen Wesen geopfert werden muss, um sicher zu sein.
Dabei ist der Roman nie trocken oder verkopft. Er ist sinnlich, düster, manchmal fast unheimlich. Die Sprache windet sich um einen herum wie ein Körper, der gleichzeitig Trost und Gefahr ist. Immer wieder diese Bilder von Häutung, Gift, Hunger. Immer wieder die Frage, ob man sich äußerlich verwandeln kann, ohne den eigenen Kern zu verlieren.
Und dann diese Beziehung zwischen Su und Emerald. Chaotisch, innig, zerstörerisch. Found Family in ihrer radikalsten Form. Keine romantisierte Schwesternliebe, sondern eine Verbindung, die weh tut, die abhängig macht und die trotzdem bleibt. Gerade deshalb funktioniert sie so gut.
Ich mochte besonders, dass Amanda Lee Koe nie versucht, ihre Figuren moralisch glattzuziehen. Emerald darf exzessiv sein. Su darf feige sein. Beide dürfen widersprüchlich sein. Genau dadurch fühlen sie sich echter an als viele sogenannte starke Frauenfiguren, die am Ende doch nur perfekt geschrieben werden.
Ein Roman wie ein Schlangenbiss. Erst kommt die Faszination. Dann das Gift. Und irgendwann merkt man, dass sich diese Geschichte längst unter die Haut gearbeitet hat.
Einst waren sie Schlangen, doch heute leben sie unter den Menschen.
Die Schwestern Emerald und Su könnten unterschiedlicher nicht sein. Seit mehreren Jahren haben sich die beiden nicht gesehen - Emerald lebt in New York, Su in Singapur. Doch als Emerald etwas passiert, ist Su sofort zur Stelle um ihrer Schwester zu helfen.
Was zunächst als Rettungsaktion erscheint, erweist sich anschließend als Realitätsbruch. Getrennt lebt jede Schwester ihr eigenes Leben - Emerald als Freigeist, Su als elegante Frau eines Politikers - und so ist es auch gut, so funktionieren die beiden eben... oder nicht?
Wir erleben in diesem Buch die aufgeladene Dynamik der beiden Schwestern, lernen sie in ihrem Wesen kennen und erfahren, wie sich jede von Ihnen mit dem Mensch-Sein arrangiert hat.
Zunächst wirkt Emerald wie die Unkontrollierbare und Unberechenbare, doch auch Su birgt hinter ihrer perfekten Fassade das ein oder andere Geheimnis. Durch diese Wandelbarkeiten hat das Lesen unfassbar Spaß gemacht, Es gab mehrere Stellen im Buch, die mich sehr überraschen konnten und der Geschichte immer wieder Schwung verliehen haben.
Sus Ehemann Paul war so ekelhaft ätzend geschrieben, dass es das ganze Bild einer tollen Ehe nur "perfekter" gemacht hat. Und Tik, die als Sus Personenschützerin fungiert, hat mein ganzes Herz und ist mein Lieblings-Charakter des Buchs.
Zusätzlich muss ich betonen, wie gekonnt und ungezwungen die Autorin LGBTQ+ Themen in die Geschichte eingebaut hat. Es wirkte perfekt platziert und hat die alte Legende nur umso mehr in die moderne Welt geholt.
Ein sehr gut geschriebenes Urban Fantasy, das ich sowohl Fantasy- als auch Liebhabern literarischer Fiction empfehlen kann. Ich bin fasziniert von Geschichten über Unsterblichkeit und vom Leben an verschiedenen Orten und in verschiedenen Zeitepochen. Allerdings war dieses Buch mir zu handlungsgetrieben – ich wünschte, es wäre stärker nach innen gerichtet gewesen.
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