Gelbe Monster
Ungekürzte Lesung (nur digital erhältlich)
von Clara Leinemann
Gesprochen von Lisa Hrdina
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Erscheinungstermin 11.03.2026 | Archivierungsdatum 31.03.2026
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Zum Inhalt
Die Mathematikstudentin Charlie sitzt mit einem blauen Auge in der U-Bahn. Sie auf dem Weg zu einem Antiaggressionstraining für Frauen. Nur wenn sie daran teilnimmt, darf sie weiter bei ihrer besten Freundin Ella wohnen. In die eigene Wohnung kann sie nicht zurück.
Doch mit den »Schwerverbrecherinnen«, die sie in der Gruppe anzutreffen vermutet, will Charlie nichts zu tun haben. Ist es denn ihre Schuld, dass ihr Exfreund Valentin sie immer wieder zur Weißglut trieb? Dabei hatte es gut angefangen: Mit ihm an der Seite fühlte sie sich endlich schön, als besserer Mensch. Bis es eskalierte.
Erst im Austausch mit den anderen Frauen beginnt Charlie, sich ihrer eigenen Verantwortung zu stellen, die Geschichte neu zu erzählen. Mit Ellas Unterstützung kämpft sie sich aus der Spirale von Wut, Schmerz und Scham heraus.
Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Clara Leinemann von einer Beziehung, die perfekt zu sein scheint – bis sie es nicht mehr ist. Von tradierten Liebesidealen, weiblicher Gewalt und emotionaler Abhängigkeit.
Ein mitreißendes Debüt, dessen Antiheldin so liebenswert ist, dass man sich auf der letzten Seite nicht von ihr trennen möchte.
Die Mathematikstudentin Charlie sitzt mit einem blauen Auge in der U-Bahn. Sie auf dem Weg zu einem Antiaggressionstraining für Frauen. Nur wenn sie daran teilnimmt, darf sie weiter bei ihrer besten...
Marketing-Plan
Ein mitreißendes Debüt, mit liebenswerter Antiheldin
Von tradierten Liebesidealen, weiblicher Gewalt und emotionaler Abhängigkeit
Female Rage
Ein mitreißendes Debüt, mit liebenswerter Antiheldin
Von tradierten Liebesidealen, weiblicher Gewalt und emotionaler Abhängigkeit
Female Rage
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Hörbuch, Ungekürzt |
| ISBN | 9783742436887 |
| PREIS | 18,95 € (EUR) |
| DAUER | 5 Stunden, 33 Minuten |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Charlie will eigentlich nicht zu den Gruppen-Treffen zum Antiaggressionstraining für Frauen. Sie hat viele Vorurteile, was für Schwerverbrecherinnen dort wohl neben ihr sitzen werden, aber ihre beste Freundin Ella zwingt sie dorthin. In Rückblenden und Gruppen-Meetings erfahren wir nach und nach, was überhaupt vorgefallen ist. Und wir lernen Charlie kennen: Intelligent und stark, aber auch so dumm-verliebt und schwach. Abwechselnd wollte ich sie in den Arm nehmen und anschreien.
Aber auch Valentin und jede*r andere, der/die mich berührt hat, wird leider früher oder später kompliziert und ambivalent und wir schauen gar nicht so genau hin, hinterfragen das nicht. Ich hatte mehr Fokus auf die anderen Täterinnen erwartet, so bleiben sie alle blass im Hintergrund, während wir die Leute auf der Baustelle kennenlernen, die aber Charlie gar nicht so besonders berühren.
Gerade durch die Erzählweise mit den wechselnden Rückblenden und Charlies wechselnder Charakterisierung baut sich aber auch ungeahnte Spannung auf und man will immer weiter hören.
Beschäftigte*r in der Buchbranche 1728246
Sehr unterhaltsames und kurzweiliges Hörbuch. Ich liebe Bücher, die Themen jenseits vom Mainstream behandeln (und die man somit schon in 100-facher Ausführung gehört/gelesen hat). Große Empfehlung an alle, die Lust auf ein bisschen Unterhaltung haben.
Wie sollte man mit seiner Wut umgehen? Wut ist irrational, kann man überhaupt damit umgehen? Charlie soll das in einem Kurs lernen, Antiaggressionstraining, obwohl sie das natürlich nicht braucht. Aber das war die Bedingung, wenn sie weiter bei ihrer Freundin Ella wohnen möchte. Ihre eigene Wohnung ist gerade unbewohnbar, also fügt sie sich. Eine Therapie macht sie auch, na gut, schadet ja nichts.
Nach und nach erfährt man, was passiert ist und welche Probleme Charlie hat. Auch ihre Beziehung zu Valentin lässt sie Revue passieren. Der schönste und klügste Mann der Welt hat seine Freundin für sie verlassen, oder doch nicht?
Charlie lässt uns miterleben, wie schmal der Grad ist zwischen Liebe und Obsession, zwischen Leidenschaft und Besessenheit und auch zwischen Wut und Gewalt. Und was ist überhaupt Gewalt? Manche Menschen sind aufbrausend, ist das schlimm? Ist eine Ohrfeige eine Tätlichkeit? Sie weiß, sie hat überreagiert, mehrfach. Sie weiß, das geht nicht und möchte sich ändern, aber das ist schwer.
Dieses Buch liest man nicht, man durchleidet es. Das ist anstrengend aber auch zu Herzen gehend, meistens traurig, manchmal auch komisch, auf jeden Fall aufwühlend. Charlie ist irgendwie liebenswert auch wenn klar ist, dass sie sich rein gar nicht im Griff hat.
Das Hörbuch liest Lisa Hrdina sehr authentisch, man meint, Charlie schüttet höchst persönlich ihr Herz aus. Es dauert 5 Stunden und 33 Minuten, ist eine aufschlussreiche Analyse zum Thema Selbstkontrolle und absolut herzergreifend.
Clara Leinemann schreibt ihren Debütroman rund um ihre Antiheldin Charlie. Charlie liebt Valentin, ist über beide Ohren weg verliebt und versteht plötzlich gar nichts mehr, denn - sie findet sich als Teilnehmerin eines Antiaggressionstrainings für Frauen wieder, ihre beste Freundin Ella lässt erst wieder locker, wenn sie dieses besteht und zusätzlich einen Therapieplatz für sich findet und auch Valentin blockt sie auf einmal ab, geht in Achtung, sobald sie eine Fliege in seiner Nähe zu verscheuchen versucht. Was ist hier los? Charlies Sicht auf ihre perfekte Beziehung zu Valentin scheint nach und nach klarer zu werden, was ach so fein schien, war es eigentlich gar nie wirklich und bald schon muss sie sich selbst, ihrem Schmerz, ihrer Wut, ihrer Scham stellen.
Durch die umherspringende Erzählweise bleiben Lesende/Hörende stets gespannt, mit jeder neuen Erzählung auch lernen wir Charlie Schicht um Schicht persönlicher kennen. Sehr spannend, dass sie sich lieber mit dem Allgemeinen befasst und wir dadurch immer wieder kurze Einblicke in ihr Innenleben erhaschen. Ich habs sehr gerne gehört, fand auch die Erzählstimme von Lisa Hrdina sehr passend, besonders Charlies Emotionen kam hier richtig gut zur Geltung! Ein Debütroman aus Berlin, der heraussticht und ich bin gespannt, was Clara Leinemann noch so schreiben wird.
Was ein auf und ab! Eine sehr moderne Geschichte! Die man eher andersherum kennt.
Ich hab sie gerne gehört und freu mich aufs beraten
Carmen V, Rezensent*in
”Gelbe Monster” von Clara Leinemann handelt von Charlie, die ein Antiagressionstraining absolvieren muss, um nach einem Vorfall mit ihrem Exfreund Valentin bei ihrer besten Freundin Ella wohnen bleiben zu dürfen. Charlie war Valentin während der gesamten Beziehung über gewalttätig, konnte dies aber gut verbergen und hat ihn und diese Zwischenfälle gegaslighted. An dem Training nimmt sie nur widerwillig teil sieht sie sich doch selbst als Opfer und keiensfalls als gewalltätige “Schwerverbrecherin” wie die anderen Frauen dort. In Rückblenden wird die Geschichte der Beziehung zu Valentin erzählt und nach und nach gewinnt Charlie an Selbsterkenntnis und beginnt, ihr Verhalten zu reflektieren.
Der Autorin ist es unwahrscheinlich gut gelungen, uns ausgehend von Charlies Sicht als Opfer, das zu Beginn der Handlung ebenfalls einige Verletzungen vorweisen kann, ihr gewalttätiges und ungerechtfertigtes Handeln zu veranschaulichen. Das Einnehmen der Täterperspektive und die damit einhergehenden Rechtfertigungen vor sich selbst lesen bzw. hören sich beklemmend und man entwickelt eine immer stärkere Abneigung gegen die Hauptfigur, der es gelingt, ihren Freund immer wieder einzuschüchtern und verbal und physisch zu verletzen, der aber gleichzeitig, wie Opfer von Partnerschaftsgewalt oft, Probleme hat, sich aus der Beziehung zu befreien. Die komplexen Themen, die in diesem Roman angesprochen werden, werden für mein Empfinden sehr gut aufgelöst; lediglich mit den Zeitsprüngen dern verschiedenen Handlungsebenen bin ich hin und wieder durcheinander gekommen. Die tolle Darbietung des Hörbuchs, gelesen von Lisa Hrdina, hat Charlies Charakter wunderbar passend eingefangen. Ganz große Empfehlung!
Kerstin H, Rezensent*in
Oh mein Gott! Ich LIEBE diese Sprecherin! Was Lisa Hrdina da beim Vorlesen macht lässt einen absoluten Film in meinem Kopf entstehen und irgendwann verwischten beim Zuhören für mich die Grenzen zwischen „Kopfkino beim Lesen/Hören“ und „Ich höre da gerade wirklich die Gedanken von jemanden“ (im guten Sinne, das klingt sehr seltsam so gelesen. Ich hoffe ihr versteht).
Clara Leinemann hat mit Charlie eine Protagonistin erschaffen die so vielschichtig ist, so nahbar und liebenswert durch ihre teilweise echt abstrusen Gedankengänge und dabei so greifbar für mich als Leserin, dass ich sie gerne einmal kennenlernen würde und das Gefühl habe, dass ich nur die Venloer ein wenig rauf und runter schlendern müsste und dann treffe ich sie schon. Weil eine so echte literarische Figur kann man sich doch nicht ausdenken, oder? Leinemann offensichtlich schon.
Und somit begleiten wir Charlie in teilweise fragmentarischen Gedankenschnipseln durch ihren aktuellen Alltag bei den Anti-Aggressions-Treffen ohne zunächst genau zu wissen warum sie überhaupt da ist. Im Verlauf der Geschichte wird durch eine weitere Erzählebene in der Vergangenheit nach und nach aufgedeckt was dazu führte, dass Charlie nun so ist wie sie ist. Sie ist sicherlich keine strahlende Heldin und hat einiges falsch gemacht, jedoch zu lesen/hören wie sie durch die (wie ich finde) toxische Beziehung zu Valentin immer weiter in diesen Strudel aus Gedanken, Gefühlen und dann auch Taten getrieben wurde macht sie doch sehr nahbar. Am Ende wollte ich sie so gerne in den Arm nehmen und ihr sagen, dass alles wieder gut wird und sie dann schütteln, ihr ins Gewissen reden und sie dann wieder ganz fest drücken.
Stellenweise ist Charlies Innenleben schwer zu ertragen das muss ich zu geben, das aber auf eine unterhaltsame Art und Weise so dass das Buch nie langweilig wurde. Ich betrachte das ganze ja jetzt nun auch aus einer anderen Altersgruppe heraus als Charlie selbst und somit mit etwas Abstand, aber ich muss zugeben, dass ich mein altes Ich doch in dem ein oder anderen Gedanken ertappt und wiedererkannt habe.
Leinemanns Schreibstil lässt sich einfach so weg atmen, ist klar und gleichzeitig verspielt, wenn Charlie mal wieder Gedankenschleifen dreht. Jeder Satz wirkt präzise ausgewählt und doch wie ein zufälliger Gedanke. Einfach ein Fest beim Lesen oder Hören.
„Gelbe Monster“ ist ein Roman der den Puls der Zeit trifft. Der aufzeigt wie schwierig es sein kann zwischen unterschiedlichen Arten von Gewalt zu differenzieren. Ab wann ist Gewalt überhaupt Gewalt? Welche ist hinnehmbar und welche geht gar nicht? Gibt es da überhaupt eine unsichtbare Grenze?
Das Buch will nichts erklären oder klar benennen. Es will uns selbst zum Nachdenken bringen und die Lektüre fordert uns als Leser:innen heraus darüber nachzudenken.
Ein wenig musste ich übrigens bei dem Titel „Gelbe Monster“ schon an das sehr alte „die gelbe Tapete“ denken und als ich dann im Verlauf der Geschichte erfahren habe, dass sich die gelben Monster auf Charlies Tapete befinden halte ich das nicht mehr unbedingt für einen Zufall. Haben die Romane doch auch eine gewisse (entfernte) Ähnlichkeit im Geiste.
Fazit:
„Gelbe Monster“ ist ein intensives, sehr gut geschriebenes Erlebnis, allein wegen Protagonistin Charlie und der großartige Sprecherin Lisa Hrdina, wodurch die Hörbuchversion lebendig wird. Das Buch bewegt sich in den Grauzonen menschlicher Gefühle und zeigt, wie komplex das Innenleben eines Menschen sein kann, der Fehler macht, verletzt wird und leider auch selbst verletzt.
Zugleich stößt der Roman bei seinen Leser:innen selbst Gedanken und Fragen an wodurch Charlies Geschichte noch lange nach dem Zuklappen (oder Beenden des Hörbuchs) in einem mitschwingt und nachhallt.
„Gelbe Monster“ ist für alle, die den Mut haben tief in das Innenleben einer vielschichtigen Protagonistin tauchen zu wollen und bereit sind, sich mit toxischen Beziehungsmustern und den Facetten von Gewalt auseinanderzusetzen.
4,5 Sterne
Obwohl das Buch selbst gar nicht so viele Seiten hat, kam es mir beim Hören nicht so vor, als würde man hier nur mal einer kurzen Geschichte lauschen. Ganz im Gegenteil. Wahrscheinlich war es das eher schwere Thema, dass trotzdem so viel Gewicht in die Geschichte gebracht hat, dass auch das Hörbuch einen langfristigen Eindruck hinterlassen wird.
Lisa Hrdina liest hervorragend. Ihre Stimme gefällt mir sehr gut und hier hat beim Hören wirklich alles gepasst!
Die Perspektive, die wir hier einnehmen ist über das ganze Buch hinweg die von Charlie. Daher kann man bis zum Schluss manche andere Charaktere gar nicht richtig einschätzen. Charlie selbst aber auch nicht. Denn bei ihr kommt immer wieder die Frage auf, ob Ihre Gefühle und Gedanken einen "realen" Ursprung haben oder ob wir ihrer Wahrnehmung nicht trauen können. Das war hier wirklich sehr interessant dargestellt.
Ich vergebe 4 Sterne für diesen Roman, der eine gewisse Schwere hinterlässt, aber von dem ich finde, dass er sehr wichtige Themen aufgreift.
Buchhändler*in 1632239
Ein Frühlingshighlight!
Das Leben und die Geschehnisse der Protagonistin sind mir sehr nah gegangen. Ihre Vergangenheit bzw. ihre Kindheit bleibt verborgen bzw. wird nur am Rand kurz erwähnt; beim Verlauf wird aber klar, dass sie aus keinem guten Hause kommt.
Ihre Gewaltausbrüche, Ihre Stimmungsschwankungen werden so real dargestellt, nachvollziehbar, versteckt in der Beziehung, unheimlich.
Eine grandiose Story, die einen in den Bann zieht, Am Stück gehört! :)
Rezensent*in 1273785
„Gelbe Monster“ von Clara Leinemann hat mich vor allem wegen eines Aspekts nicht losgelassen: dem Perspektivwechsel.
Hier geht es nicht um die klassische Erzählung von Gewalt – sondern um eine, die man so deutlich seltener sieht. Und genau das macht es stellenweise so unangenehm. Die Dynamik zwischen Charlie und ihrem Partner ist von Anfang an schief, aufgeladen, toxisch – und wird mit jeder Seite schwerer auszuhalten.
Ich habe mich beim Hören oft dabei erwischt, wie ich genervt war von Charlie, wie ich ihre Entscheidungen hinterfragt habe und trotzdem nicht weg konnte. Gerade diese Mischung aus Abhängigkeit, Wut und Selbsttäuschung fühlt sich erschreckend real an.
Was für mich viel dazu beigetragen hat: das Hörbuch. Durch die Sprecherin wurden Charlies Gedanken so direkt und greifbar, dass ich komplett drin war – selbst dann, wenn ich innerlich längst Abstand nehmen wollte.
Der Perspektivwechsel auf häusliche Gewalt aus weiblicher Sicht ist unbequem und fordert heraus, ohne einfache Antworten zu liefern. Genau das bleibt hängen.
Sabine N, Rezensent*in
Zwischen Gefühl und Kontrollverlust
Das Hörbuch „Gelbe Monster“ von Clara Leinemann, wird gesprochen von Lisa Hrdina. Die Sprecherin schafft es, Charlies Gedankenwelt sehr lebendig wirken zu lassen. Es fühlt sich oft eher wie ein direkter Einblick in ihren Kopf an als wie ein vorgelesener Text, was die emotionale Wirkung deutlich verstärkt.
Kurz zum Inhalt: Man steigt ohne große Vorbereitung in Charlies Leben ein. Sie sitzt mit einem blauen Auge in der U-Bahn, auf dem Weg zu einem Anti-Aggressionstraining, und wirkt dabei gleichzeitig trotzig, verletzt und irgendwie verloren. Dabei hat alles ganz harmlos angefangen. Charlie macht gerade ihren Master in Mathematik, als sie auf Valentin trifft und sich in ihn verliebt. Doch es dauert lange, bis sie endlich zusammen kommen. Es fühlt sich alles so gut für sie an, bis die Beziehung kippt und immer öfter eskaliert. Wie konnte es so weit kommen?...
Mit einer gewissen Leichtigkeit und auch einem feinen Humor erzählt Clara Leinemann in ihrem Debütroman von einer Beziehung, die zunächst genau so wirkt, wie man sie sich wünscht, bis sie es plötzlich nicht mehr ist. Dabei geht es nicht nur um das Scheitern von Liebe, sondern auch um tief verankerte Vorstellungen davon, wie Beziehungen „sein sollten“, um weibliche Gewalt und um emotionale Abhängigkeiten. Charlie ist dabei alles andere als eine klassische Heldin, aber gerade das macht sie so greifbar und liebenswert, dass man sie am Ende nur ungern gehen lässt.
Besonders spannend ist, wie geschickt der Roman mit unseren Erwartungen an Geschlechterrollen spielt. Häusliche Gewalt wird meist mit Männern verbunden – und genau dieses Bild wird hier bewusst verschoben. In Charlies Therapiegruppe treffen ganz unterschiedliche Formen von Gewalt aufeinander: von extremen Fällen bis hin zu Situationen, die sich irgendwo in einer Grauzone bewegen. Und genau da wird es interessant: Wo fängt Gewalt eigentlich an? Was wird vielleicht noch verharmlost oder entschuldigt? Und ab wann ist eine Grenze überschritten? Während man Charlie durch ihre Beziehung begleitet, stellt der Roman genau diese unbequemen, aber wichtigen Fragen – ohne einfache Antworten zu liefern.
Inhaltlich hat mich die Geschichte total in den Bann gezogen. Die Dynamik zwischen Charlie und Valentin ist unangenehm echt: diese Mischung aus Verliebtheit, Abhängigkeit, Frust und Eskalation. Charlie ist keine klassische Sympathieträgerin, aber genau das macht sie interessant. Man schwankt ständig zwischen Verständnis, Kopfschütteln und Mitgefühl. Das Einzige, was mich am Hörbuch gestört hat ist, dass die vielen Zeitsprünge nicht eindeutig gekennzeichnet sind. Ich war des Öfteren kurz orientierungslos.
Fazit: Inhaltlich würde ich dem Hörbuch ohne Zögern 5 von 5 Sternen geben – es ist intensiv, klug und regt zum Nachdenken an. Einen kleinen Abzug gibt es für die Umsetzung als Hörbuch, weil die Zeitsprünge für mich nicht immer klar genug waren und dadurch manchmal Verwirrung entstand. Insgesamt aber ein sehr eindrückliches Hörerlebnis, das noch lange nachwirkt.
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