Strahlen
ORF-Bestenliste
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Erscheinungstermin 05.03.2026 | Archivierungsdatum 01.06.2026
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Zum Inhalt
Ava ist Künstlerin, sie lebt eine ungesicherte, prekäre Existenz. Sie ist dabei, sich aus einer unglücklichen Beziehung zu befreien, und gerät bei ihrer Suche nach Geborgenheit in eine Dreiecksgeschichte zwischen einem jungen, attraktiven Arzt und dem wirklichkeitsscheuen E. Es entsteht ein Wechselspiel von vibrierendem Zauber und erschütternden Wendungen, aus Jagen und Gejagt-Werden, aus Erfüllung und Entzug, aus Leben und Tod. Ein immer größer werdendes Misstrauen durchzieht ihren Geist: Wer ist der Vater ihres Kindes, ist sie tatsächlich schwanger? Wurde ihr Geliebter ermordet? Fast verliert sie sich im Hin- und Herspringen zwischen virtuellem und wirklichem Leben, und findet sich in einem Role-playing Game wieder, in einem virtuellen Spiel, in dem sie gegen sich selbst zu kämpfen scheint. Doch mit ihrem unumstößlichen Glauben an die Malerei, an die Farben, an Freundschaft und an das Gute, schafft sie ein neues, großes Gemälde und spürt, dass sie Leben erfahren musste, um sich selbst und ihrer eigenen Kunst wieder nahezukommen.
Verena Stauffer taucht mit ihrer einzigartigen, mehrfach ausgezeichneten Sprache in die digitale Welt ein und verwischt sie gekonnt und unvorhersehbar mit der Wirklichkeit.
»Nach dem Lesen dieses Romans wird die eigene Welt für immer verwandelt bleiben, sie wird farbenfroher, reicher und tiefer werden als sie es ohne dieses Buch je geworden wäre.« Yevgeniy Breyger
»Derartig elegant und mit großer Präzision geschrieben. Ich finde, das ist rundum gelungen.« ORF, Alex Stelzer
Eine Anmerkung des Verlags
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Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783627003456 |
| PREIS | 26,00 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Franziska J, Rezensent*in
Zwischen Wirklichkeit, Traum und Rausch
„Ich musste in jeden dieser Abgründe schauen, ins Dunkel starren, und es war mir, als wurde ich von einem zum nächsten gerissen. Und was war zu sehen? In dieser dunkelsten Dunkelheit, etwas stieg doch von dort zu mir herauf?“
Befremdend aber zugleich hochgradig faszinierend. Schon lange hat kein Buch mehr so widersprüchliche Eindrücke und Gefühle in mir hervorgerufen wie Verena Stauffers Roman ‚Strahlen‘ (erschienen am 05.03.26 bei der Frankfurter Verlagsanstalt). Die österreichische Autorin und Lyrikerin erzählt von einer Künstlerin, die im Zuge ihrer Schaffens- und daraus resultierenden Identitätskrise wechselnde Männerbekanntschaften eingeht und schließlich an einer Dreiecksbeziehung mit zwei sehr unterschiedlichen Männern zu zerreißen droht. Nicht nur werden Themen wie weibliche Lust und Sexualität neu verhandelt, sondern darüber hinaus verschwimmen im raschen Wechsel zwischen Personen, Orten und Zuständen die Grenzen zwischen Realität, Traum und Virtualität.
Als Leser verliert man in Avas zum Teil rauschhaftem Dasein immer wieder den Überblick. Doch je weiter man liest, desto mehr gewinnt man den Eindruck, dass genau dies gewollt ist. Stauffer gelingt es nämlich, Avas innere Zerrissenheit, ihr verzweifeltes Suchen und Sehnen nach Nähe auch erzähltechnisch zum Ausdruck zu bringen. Dabei merkt man deutlich, dass die Autorin auch Lyrikerin ist. Die Sprache ist poetisch und anspruchsvoll. Sie lädt dazu ein, den Text langsam und mit Genuss zu lesen. Im Vordergrund steht weniger die Handlung als vielmehr die sprachliche Gestaltung. Wer vor allem Spannung und einen stark plotorientierten Roman erwartet, wird hier eher nicht fündig.
„Ich war in Stücke zerteilt, nicht mehr ganz, aber es machte mir nichts aus, denn war es nicht auch mit Bergen so, dass, brach man etwas aus ihnen heraus, die Minerale zum Vorschein kamen?“
‚Strahlen‘ – treffender könnte der Titel dieses Roman gar nicht sein, denn es sind nicht nur die poetische Sprache und die pointierten Formulierungen, die hier strahlen, sondern es ist auch eine Geschichte über persönliches Wachstum und darüber, wie eine Künstlerin in der Schaffenskrise sich wieder ins Licht des Lebens wagt und sich ihrer Kunst nach und nach wieder annähert.
Opus Magnum – Vita Magna
Vor einigen Jahren habe ich mit großer Begeisterung „Orchis“ von Verena Stauffer gelesen. Das Spiel mit der Realität und Gedankengängen, die ins Irrationale weisen, hat mich damals fasziniert und ich habe dieses „Orchis“, diesen Zauber von „Orchis“ nie vergessen. Das Buch ist nach der Lektüre in Buchform bei mir geblieben und immer mal wieder betrachtete ich es und staunte über dieses wunderschöne Cover, erinnerte mich an diese wunderschöne Lesereise. Und ja, natürlich möchte man von solch einer Erfahrung mehr.
Dieses Mehr bietet sich mit diesem Buch „Strahlen“. Nun ist „Strahlen“ nicht so sinnlich wie „Orchis“, dennoch hat es seinen ganz eigenen Zauber, eine besondere Fantastik und ebenso einen Lesesog.
In „Strahlen“ begegnet die Leserschaft der Figur Ava, eine Malerin. Diese möchte dieses eine Bild malen, dieses Bild mit dem gewissen Etwas, dieses Bild mit einer unermesslichen Strahlkraft. Ein Bild, welches der Betrachter nie vergessen wird. Doch Ava weiß, dieses Bild wird sie nur gestalten können, wenn sie Erfahrungen sammelt. Menschliche Erfahrungen. Und so sammelt sie diese, um ihr Opus Magnum zu erschaffen. Menschliche Gefühle. Irrungen und Wirrungen. Dass, wofür wir unser Leben benutzen, dass Ergründen der Anderen und das Ergründen von uns selbst gelingt Ava in einem überschaubaren Zeitraum. Für ihr großes Werk. Verena Stauffer schafft es wieder ein Miteinander von Gegensätzen zu erzeugen, wie in „Orchis“, wo es der Wahn und die Realität waren. Hier in „Strahlen“ ist es die digitale Welt und das reale Leben, welche sich irgendwie verbinden, Ava an ihrem Erleben zweifeln lassen. Was ist denn nun das Real Life und was ist das Game? Fragen, die man sich in unserer teilweise recht verrückten Welt schon stellen darf, ohne als verrückt abgestempelt zu werden. Denn diese Blicke auf die Trumps, auf die Netanjahus, auf diese Friedrichs und Bernds in unserer Welt lassen einen ja doch immer wieder am menschlichen Verstand, an der Realität zweifeln. Und manches vom realen Geschehen wünscht man in die tiefst mögliche Irrationalität. Aber auch die Menschen, die Ava begegnen, die Ava für ihre Erfahrungen braucht, zeigen irrationales Denken und Tun. Denn das Gegenüber, dem Ava begegnet, zeichnet ein Bild von sich, ein Bild, welches nur für Ava bestimmt ist. Ein vollständiges Bild. Mitnichten. Eher ein geschöntes Bild. Ein Bild, welches dem Zweck entspricht. So wie die Menschen in unser aller Leben teilweise diese Bilder von sich gestalten. Manche kennt man mehr, manche weniger, manche will man gar nicht kennen, manche dafür um so mehr. C’est la vie!
Avas Opus Magnum strahlt. So wie auch wir strahlen, wenn wir glücklich sind, wenn wir zufrieden und im Reinen mit uns sind.
Sprachlich und auch thematisch ähneln sich „Orchis“ und „Strahlen“. Beide Bücher sind in meinen Augen Empfehlungen, beide Bücher sind für mich 5 Sterne Kandidaten. Wobei ich aber dennoch sagen muss, dass „Orchis“ in meinen Augen noch etwas besser als „Strahlen“ ist. Das Sinnliche kommt in „Strahlen“ etwas zu kurz, nicht das „Strahlen“ dieses Sinnliche gebraucht hätte. Dennoch hätte es mir gefallen, wenn die Sinnlichkeit einen größeren Platz in „Strahlen“ eingenommen hätte. Das Abenteuerliche findet man in „Strahlen“ weniger bis kaum. Aber auch das fehlt dem Buch letztendlich nicht. Anselm aus „Orchis“ und Ava aus „Strahlen“ haben etwas gemeinsam. Sie sind Suchende. Nur das in „Strahlen“ das Finden einen größeren Platz bekommt als in „Orchis“. Hier hat Ava Anselm einiges voraus. Aber das Finden in einer digitalen Welt mag durchaus einfacher erscheinen als das Finden mit einem Kopf, der vom Wahn regiert wird.
Wie schon bei „Orchis“ rufe ich lesen. Lest Verena Stauffer! Liebe ich! Sehr! ❤
LeserInnen dieses Buches mochten auch:
Madeleine Alizadeh (dariadaria); Teresa Bücker; Kübra Gümüşay; Friederike Otto; Kristina Lunz; Emilia Roig; Kenza Ait Si Abbou; Ise Bosch; Olaolu Fajembola; Tebogo Nimindé-Dundadengar; Laura Gehlhaar; Linus Giese; Lena Marbacher; Margret Rasfeld
Sachbuch
Ireti Amojo; Melina Borčak; Yassamin-Sophia Boussaoud; Miriam Davoudvandi; Anne Dittmann; Karin Hartmann; Asha Hedayati; Mandy Mangler; Rebecca Maskos; Saboura Naqshband; Nicole Seifert; Gonza Ngoumou
Politik & Zeitgeschehen, Ratgeber, Sachbuch