zum Hauptinhalt springen
Buchcover für Schwarzer September

Schwarzer September

Roman

Sie müssen sich anmelden, um zu sehen, ob dieser Titel für Anfragen zur Verfügung steht. Jetzt anmelden oder registrieren

NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.


1

Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.

2

Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.

Erscheinungstermin 17.02.2026 | Archivierungsdatum 16.03.2026


Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #SchwarzerSeptember #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps


Zum Inhalt

Der neue, große Roman des Strega-Preisträgers Sandro Veronesi: Über Italien in den 1970ern und einen Sommer, der alles verändert Fiumetto in der Toskana im Sommer 1972: Sind es anfangs der Kampf um die Schachweltmeisterschaft zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski und die kommenden Olympischen Spiele von München, die den zwölfjährigen Gigio interessieren, so ändert sich das schlagartig, als die dreizehnjährige Astel mit ihrer aus Äthiopien stammenden Mutter die benachbarte Strandkabine bezieht. Das Übersetzen von Songtexten bringt die belesene Astel und den pubertierenden Gigio zusammen; die Musik von David Bowie und Cat Stevens, der Geruch von Strand und Vinyl durchziehen das ganze Buch. Doch dann wird Astels Vater ermordet. Gigios Vater, ein Rechtsanwalt, soll die Verteidigung der verdächtigten Ehefrau übernehmen. Und in München verübt die Terrorgruppe »Schwarzer September« einen Anschlag auf die israelische Olympiamannschaft.

Der neue, große Roman des Strega-Preisträgers Sandro Veronesi: Über Italien in den 1970ern und einen Sommer, der alles verändert Fiumetto in der Toskana im Sommer 1972: Sind es anfangs der Kampf um...


Eine Anmerkung des Verlags

Bitte veröffentlichen Sie außerhalb dieser Plattform keine Rezensionen vor dem ET (17.02.2026).

Bitte veröffentlichen Sie außerhalb dieser Plattform keine Rezensionen vor dem ET (17.02.2026).


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783552075757
PREIS 24,00 € (EUR)
SEITEN 288

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley-Reader (EPUB)
NetGalley Bücherregal App (EPUB)
An Kindle senden (EPUB)
Download (EPUB)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Dass Luigi Bellandi, genannt Gigio, in die Pubertät kommt, merkt man nicht nur daran, dass er beim Friseur plötzlich Interesse für die Pornohefte unterm Tresen entdeckt. Zu seinem zwölften Geburtstag geht sein Vater mit ihm nicht mehr in den Spielzeugladen, sondern schenkt ihm zwei Dinge „für große Jungs“: einen tragbaren Plattenspieler sowie ein Abonnement für Linus, das erste italienischsprachige Comicmagazin für Erwachsene. Beides erweitert den Blick auf die Welt. Bisher hat sich der Junge vor allem für Sportberichte begeistert. Für seinen Lieblingsclub Juventus, für den Giro oder die Formel 1. Immer noch fiebert er dem Großereignis entgegen: den Olympischen Spielen in München.
Sandro Veronesis neuer Roman spielt vornehmlich 1972, dem Jahr der „heiteren Spiele“, die so tragisch mit dem Terroranschlag auf die israelische Mannschaft endeten. Der Titel „Schwarzer September“ bezieht sich jedoch weniger auf die palästinensische Terrorgruppe. Sondern auf den Monat, der für den Ich-Erzähler, damals im selben Alter wie der 1959 geborene Autor, das Ende der kindlichen Sorglosigkeit markiert. „Zum ersten Mal erwischte mich die Welt direkt, ungefiltert.“
Gigios Vater ist Strafverteidiger, mit Kanzleien in Florenz und im kleinen Ort Vinci. Seine Mutter kam als Kind aus Irland nach Italien, wo sie mit ihren roten Haaren und dem blassen Teint immer noch „eine oft angestarrte, mit vielen Phantasien bedachte Frau“ ist. Vor allem am Strand, im toskanischen Fiumetto. Hier bewohnen die Eltern mit Gigio und seiner jüngeren Schwester Gilda jeden Sommer über Monate ein Ferienhaus. Die Frau des Besitzers, eine Äthiopierin, ist die zweite exotische Erscheinung am Ort. „Es war ein brutales Gaffen, taktlos, entgeistert, unverschämt, in dem ich das Starren wiedererkannte, mit dem man meiner Mutter auf der Straße begegnete, nur war es weitaus respektloser.“
Die vermögenden Vermieter haben eine Tochter, Astel, ein Jahr älter als Gigio, die zwischenzeitlich in England zum Sprachkurs war. Nun ist sie zurück, umwerfend schön geworden, wobei die Schönheit für Gigio etwas Vertrautes hat, man kennt sich schließlich seit langem. Der zweisprachig aufgewachsene Feriengast soll dem belesenen Mädchen beim Englischlernen helfen. Und hier kommt neben der Literatur die Musik ins Spiel. Wer 1972 jung war, hat seine helle Freude bei der Erinnerung an Songs von Cat Stevens oder Led Zepplin, David Bowie oder Roxy Music, Procol Harum, Joe Cocker oder Don McLean. Es geht in erster Linie um die Texte, was Astel nicht am ausgelassenen Tanzen hindert.
Schon in der Familiengeschichte „Der Kolibri“, 2021 in Deutschland erschienen, nutzte Veronesi die Popmusik zur Illustration des Zeitgeists. Es war der zweite Roman, für den der Autor mit dem bedeutenden italienischen Literaturpreis, dem Premio Strega ausgezeichnet wurde. Erstmals erhielt Veronesi den Preis 2006 für „Stilles Chaos“, die gleichnamige Verfilmung mit Gianni Moretti war 2008 bei der Berlinale zu sehen. Veronesi beweist sich als genauer Berichterstatter des jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Klimas in Italien. So ist auch „Schwarzer September“ mehr als eine Coming-of-Age-Geschichte. Auch wenn man die zarte Liebe, die sich ganz langsam aufbaut zwischen Gigio und Astel, mit Vergnügen zur Kenntnis nimmt. Es dauert lange bis zum ersten Kuss, bei „Lady Stardust“ von David Bowie. „Ich hatte, nur als Beispiel, noch drei Jahre zuvor an den Weihnachtsmann geglaubt, und es tat mir immer noch leid, dass es ihn nicht gab.“
Der Erzähler, der sich aus der Perspektive eines verheirateten Übersetzers mit drei kleinen Kindern erinnert, lässt uns früh ahnen, dass das junge Glück bedroht ist. Ein Verbrechen an einem Jungen, der entführt und ermordet wurde, ist im olympischen Sommer 1972 die Ursache, dass Gigios Vater kaum an den Strand kommen kann. Als Anwalt verteidigt er einen Verdächtigen. Und kämpft dabei gegen Vorurteile: Der Fall Ermanno Lavorini, einer der aufsehenerregendsten der italienischen Geschichte, hat eine Hasswelle, vor allem gegen Homosexuelle, ausgelöst.
Da er den Vater, der sonst „verrückt nach Meer und Segeln“ ist, diesmal nicht auf dessen Bootstouren begleiten muss, verbringt Gigio lange Nachmittage im luxuriösen Haus der Freundin. Die Vertreibung aus dem Paradies beginnt, als Astels Vater tot aufgefunden und seine Frau, den Nachbarn ohnehin suspekt, des Mordes verdächtigt wird. Gigios Mutter, von Solidarität erfüllt, wundert sich, warum ihr Mann sich diesmal nicht für die Gerechtigkeit einsetzen will und das Mandat nicht übernimmt. Eine Geschichte, die auch Gigios Familie hart treffen, sie auseinanderreißen wird.
Trotz der ernsten Wendung, die den Roman am Ende fast zum Thriller macht, sind Veronesis Schilderungen erfrischend lebensfroh. Selbst in größten persönlichen Katastrophen eröffnet sich immer noch ein Ausweg. Ein verrückter Verwandter, der anarchistische Onkel Giotti, der schon in Amerika war und dort im Gefängnis landete, hinterlässt eine Botschaft, die Gigio sich später zu eigen macht: „Für jeden beginnt ein neues Leben.“

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars

Dramatische Sommerferien - anschaulich und detailliert festgehalten.
Das Cover zeigt die Hauptperson am sommerlichen Strand der Toskana dreifach in verschiedener Position liegend, wirkt aber visuell nicht sehr ansprechend. Dagegen passt der Buchtitel in zweifacher Hinsicht gut: erstens die Familienverhältnisse betreffend, zweitens den Anschlag der Terrorgruppe »Schwarzer September« während den Olympischen Spielen in München im Sommer 1972 betonend. Der Ich-Erzähler Gigio Bellandi, zweisprachig aufgewachsen, konzentriert sich detailliert auf einen finsteren Familien-Sommeraufenthalt in Fiumetto an der ligurischen Küste. Er beschreibt sich als einen zwölfjährigen Dorfjungen, vergraben in Sportalben, Fan von Juve, Bitossi und Ferrari und von allen anderen Sportarten, außer Haus unsichtbar und unfähig, seine Gefühle mit anderen zu teilen. Die Haut-Problematik von Rutilismus, wie bei seiner rothaarigen, irischen Mutter und Schwester vorhanden, wird eingehend beschrieben. Ebenso wird die Rolle des Vaters, Rechtsanwalt und Hobbysegler, zwischen seiner Berufstätigkeit und Familienfreizeit erwähnt.
Im zweiten Teil taucht dann in Gigios Sommerferien die veränderte, belesene, 13-jährige Astel Rimondi auf, vertieft mit ihr nicht nur ihre Englischkenntnisse anhand von Songtexten damaliger Popsänger am Strand und in ihrem luxuriösen Zuhause. Die zarten Bande dieser zwei Pubertierenden, durch die Ermordung von Astels Vater abrupt gestoppt, werden aus Gigios Sicht einfühlsam beschrieben. Die Sommerferien 1972 enden dramatisch und schlagartig nicht nur für alle Familienmitglieder, sondern auch für alle Olympioniken.
Der Schreibstil wendet sich an den Lesenden wie in einem Monolog. Gigio spricht besonders im Epilog inmitten des Olivenhains die Vorstellungskräfte des Lesenden an. Minutiös sind namhafte Sportler der damaligen Sportszene recherchiert worden, zu ausführlich ausgeführt vielleicht für sportlich Desinteressierte. Das italienische Ambiente einer bis dahin behüteten Kindheit wird angenehm eingefangen. 4*

4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Ligurien im Sommer 1972: der 12jährige Gigio liebt Sport, seine Comic-Hefte und die ein Jahr ältere Halbäthiopierin Astel, deren Familie schon seit Jahren in den Ferien die benachbarte Strandkabine bewohnt. Die beiden übersetzen Songtexte, hören Musik und nähern sich vorsichtig einander an. Doch während die Olympiade in München auf eine Katastrophe zusteuert, gerät auch Gigios Welt aus den Fugen….
Wunderbar zart und einfühlsam erzählt Sandro Veronesi von den Unsicherheiten, Aufregungen und großen Gefühlen, die eine erste Liebe zwischen Teenagern mit sich bringt. Die Atmosphäre eines italienischen Sommers in den 70er Jahren, die Bedeutung von familiärer Geborgenheit und die komplexe Welt eines Zwölfjährigen- dies alles macht der Autor auf wundersame Weise spürbar. Untermalt mit der legendären Musik der 60er/70er Jahre entführt uns dieser mit leichter Melancholie durchzogene Roman in die Vergangenheit. Ich habe jede Seite genossen!

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?

LeserInnen dieses Buches mochten auch: